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Gießener Zeitung
Bezugspreis 40 Pfg. monatlich
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( Neueste Nachrichten)
verteljährlich 1,20 m., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.
Nr. 21.
( 1. Blatt).
Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, 20 Jahre Regent.
Samstags liegt für die Stadtabonnenten der Illustrierte Wochen- Anzeiger
gratis bei.
Expedition: Seltersweg 83.
Mittwoch, den 13. März 1912.
( Gießener Tageblatt)
Anzeigenpreis 20 Pfg.
die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei.
Telephon: Nr. 362.
24. Jahrg.
Literarisches.
Abwechselung. Konzertfänger Albert Münch von Wetz-| lizeihunden ist schon mancher Dienst auch der Stadt lar( ein früheres Mitglied des Wetzlarer Männergesang- geleistet worden und das hätte man doch anerkennen vereins), sang die Arie aus„ Die Afrikanerin" mit fei- sollen. ner abgerundeter Stimme. Sein Tenor kam hier schön zur Geltung. Seine anderen Lieder wurden gleichfalls stürmisch applaudiert und das letzte„ O, wie so trügerisch", mußte der Sänger wiederholen. Herrn Münch wird hoffentlich bei Konzerten mitzuwirken recht oft GeKlavierbegleitung für einzelne Programmnummern erledigte mit großem Verständnis und fein angepaßt unser Gießener Pianist, Herr Julius Hahn, auch ihm wurde reicher Beifall.
Heute am 13. März sind 20 Jahre verflossen, daß Großherzog Ernst Ludwig die Regierung seines Landes angetreten. Der Fürst steht im 43. Lebensjahre. Er ist einer von den wenigen auf den Höhen Wandelnden, die die Zeichen ihrer Zeit verstehen. Mit hoher Ach- legenheit gegeben. Den instrumentalen Teil und die tung vor der Verfassung des Hessenlandes verbindet er einen feinen Sinn für die Wünsche seiner Landeskinder. Handel, Industrie und Wissenschaft werden von ihm außerordentlich gefördert und um die freie wie angewandte Kunst hat er sich bleibende Verdienste erworben. Besonders geglückt ist es ihm, sich die Herzen des Voltes zu gewinnen und oft widerstrebende Elemente zur Achtung und Geneigtheit zu zwingen. Möge es darum unserem Großherzog vergönnt sein, noch manches Jahrzehnt in gleicher Weise zu regieren und das Hessenland allezeit ihn richtig verstehen und zu ihm in Treue und Liebe aufblicken. Denn wo in unserer Zeit gleichen Schritt halten
Thron, Land und Kultur, Dort folgt die Menschheit gern deren Spur.
Aus Stadt und Cand.
Gießen, den 13. März 1912.
n Gießen. Privatdozent Dr. phil. Chr. Rauch wurde zum außerordentlichen Professor bei der philosophischen Fakultät der Landesuniversität ernannt.
n Gießen. Der Steuerkontrolleur Finanzassessor August Berg zu Gießen wurde zum Finanzamtmann bei dem Finanzamt Friedberg ernannt.
* Für langjährige treu geleistete Dienste in ein und derselben Familie sind an folgende Dienstboten u. a. verliehen worden: das Goldene Kreuz mit Brillanten der Elisabethe Sieg aus Münster, 40 Jahre bei Herrn Bauinspektor K. Schön in Lich, Katharina Weil aus Rockenberg, 40 Jahre bei Herrn Bernhard Seulburger 1. in Butzbach und Magdalene Zahn aus Seligenstadt, 40 Jahre bei Herrn Geheimen Justizrat Dr. Gutfleisch in Gießen. Das Goldene Kreuz der Elisabethe Nau aus Nieder- Ohmen, 25 Jahre bei Herrn Restaurateur Wilhelm Prell in Gießen; Minna Reeh aus Weilmünster, 25 Jahre bei der Familie des verstorbenen Schulinspektors Gutberlet in Gießen; Margarete Will aus Treis an der Lumda, 25 Jahre bei Herrn Löb Glück in Allendorf an der Lumda und Auguste Roth aus Petersberg, 30 Jahre bei Herrn E. Falkenhainer in Alsfeld.
n Gießen. Die Schlachthof- Kommission wird sich die neuesten Schlachthöfe in Dresden und Breslau ansehen.
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n Gießen, 10. März. Der Bauer'sche Gesangverein gab heute zur Feier seines 48. Stif tungsfestes ein Konzert in der neuen Aula der Universität. Beim Betreten der Kunststätte erblickte ich ein volles aufmerksames Haus und„ Die drei Worte des Glaubens" von Zöllner( Gedicht von Fr. von Schiller) flangen mir recht angenehm entgegen. Die gut geschulten Sänger folgten dem Taktstock ihres Dirigenten Otto Görlach verständnisvoll hier wie auch bei allen folgenden Chören, sodaß der einmal zu Anfang gewonnene gute Eindruck bis zum Schluß des Konzertes anhielt. Von der schon anderswo beobachteten sog. Effekthascherei einzelner Sänger war nichts zu merken; sicher im Ansatz und bei den Solostellen, wohlklingend beim Forte und fein im Ausklingen der einzelnen Lieder, das war die Signatur der a capella- Chöre. Mit dem letzten Liede ,, Nachtgesang im Walde" zeigten Dirigent und Sänger, daß neben dem Volkslied, das in unseren Männergesangvereinen recht fleißig gepflegt werden soll, auch für die höhere Ausbildung eines befähigten Gesangvereins und das ist der Bauer'sche Gesangverein! Kunstlied mit herangezogen werden muß. Recht stark applaudiert wurden die beiden Chöre„ Die Beredsamfeit“ und„ Der Zapfenstreich", so daß Wiederholungen stattfaden. Der Bauer'sthe Gesangverein ist auch der angenehmen Lage, unter seinen aktiven Mitgliedern derart geschulte Sänger zu haben, die als Quartett zusammengestellt, aufzutreten sich nicht zu scheuen brauchen.„ Elslein von Caub“ und„ In stiller Nacht", diese nette beiden Lieder vom Quartett gesungen, war eine
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n Gießen. Dem Andenken Liszt's gewidmet, war das Schülerkonzert, das am Freitag, den 8. März, in der Schule für Höheres Klavierspiel von Frl. Minna Körner stattfand. So war denn Liszts Name der einzige auf dem Programm, dessen einzelne Nummern uns in geschickter Weise verschiedenartige Kompositionen des vornehm genialen Meisters nahebrachten. Die Klavierstücke sämtliche Schüler spielten auswendig wurden durchweg mit Verständnis und Schwung vorgetragen. Angesichts der hohen technischen Forder= ungen, die gerade die Wiedergabe Liszt'scher Kompositionen an den Ausführenden stellt, berührten die klare Präzision des Spieles, die durchaus sorgfältige Ausarbeitung besonders sympathisch. Der Geist der Komposition kam dabei nirgends zu kurz und die pathetischen, dunklen und leidenschaftlichen Stellen famen in ihrer Eigenart so gut zur Geltung, wie das geistreiche, elegante Rankenwerk der Liszt'schen Läufe und Passagen. Besonders gelungen in Auffassung und Technik erschien uns die Arietta, eine Fantasie über Motive von Rosini, gespielt von Frl. Gwendoline Gordon. Auch das venezi anische Gondellied, sowie die Heroide Elegiaque wurden von Frl. Toni Günther und E. Volp wirkungsvoll vorgetragen. Herr Assessor Blumenau, an dessen fünstlerischem Können wir uns schon mehrfach zu erfreuen Gelegenheit hatten, spielte die Rhapsodie hougroise Nr. 12, deren Schönheiten durch seine edle Interpretation und durch die glänzende Technik seines Spieles vollauf zur Geltung famen. Frl. Mathilde Petri, eine junge Sopranistin aus Frankfurt a. M., sang mit wohllautender Stimme und angenehmem Vortrag vier Lieder von Liszt. Ihre gütige Mitwirkung trug zur Belebung und Verschönerung des Konzertes bei.
o Mücke. Hier hat sich ein neuer Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs gegründet, dem eine stattliche Anzahl Mitglieder beitraten.
o Lich. Der Turmwächter Adam Schmidt feierte in voller Frische seinen 80jährigen Geburtstag.
o Lumda. Bürgermeister P. Schultheiß wurde zum vierten Male mit 87 Stimmen einstimmig als Bürgermeister wiedergewählt.
! Mainz. Die Folgen des Kohlenstreiks machen sich schon jetzt durch eine erhebliche Verteuerung der Kohlen bemerkbar. Mehrere Firmen haben den Preis der Kohlen bereits um zirka 20 Pfg. pro Zentner erhöht.
! Worms. Der geschäftsführende Ausschuß des Lutherfestspiels von 1911 hat in einer Besprechung die Aufführung des Gustav- Adolf- Festspiels von Devrient für den Monat September einmütig beschlossen. Die fünstlerische Leitung wird wieder Oberregisseur Dalmonico übernehmen.
):( Herborn. Am 11 März stieß das Auto des Herrn Luz- Wetzlar mit einem Fuhrwerk zusammen. Der Fuhrmann wurde verletzt und mußte sich in ärztliche Behandlung begeben.
):( Limburg. In einer hier stattgefundenen Ausschußsitzung des Lahnkanalvereins wurde die LahnSchiffahrtsgesellschaft gegründet. Die Kosten des ProbeMotorschiffes betragen 40 000 Mark. Von 23 Gesell= schaften sind 35 600 Mark gezeichnet worden, staatlicherseits ist eine Beihilfe von 10 000 Mark zugesagt, sodaß also der erforderliche Betrag überzeichnet ist. Direktor der Lahn- Schiffahrts- Gesellschaft ist Direktor Bansa= Limburg.
Oeffentlicher Sprecblaal.
n Gießen. In der letzten Stadtverordnetensitzung sind die im letzten Jahr bewilligten 270 Mark als Unterhaltungsbeitrag für die von 3 hiesigen Schuhmännern gehaltenen Polizeihunde gestrichen worden. Diese Streichung ist doch ganz am unrechten Platze, denn manch anderer kleiner Ausgabeposten im städtisch. Etat kann dieser beantragten Unterstützung gegenüber wohl cher als weniger wichtig bezeichnet werden. Mit den Po
von
? Die amtliche Karte der Umgegend Gießen im Maßstabe 1: 100 000 herausgegeben von der Kartographischen Abteilung der Kgl. Preußischen Landesaufnahme, welche bisher lediglich an Truppen= teile für militärische Zwecke abgegeben wurde, ist seit dem 1. März d. Js. zum Verkauf an Jedermann frei gegeben worden. Die Umgebungskarten sind durch einen Zusammendruck mehrerer Blätter der Karte des Deutschen Reiches 1: 100 000 hergestellt, und da besonderer Wert darauf gelegt wurde, daß die betreffende Stadt, nach welcher die Karte benannt ist, möglichst in der Mitte des Blattes gelegen ist, so eignet sie sich besonders als Radfahrer- und Touristenkarte. Der Preis beträgt a u f- gezogen Mt. 1.50, unaufgezogen 75 Pfg. Zu be ziehen ist die Karte durch die Expedition der„ Gießener Zeitung", sowie durch die Hauptvertriebshandlung R. Eisenschmidt, Berlin NW. 7.
von
? Dem Großherzogtum Hessen ist die am 21. März erscheinende Nummer 3586 der„ Leipziger Jllustrierten Zeitung" gewidmet, die in der bekannten splendiden Ausstattung der Sonderhefte der beliebten Wochenschrift in Bild und Text eine erschöpfende Schilderung des Landes und seiner Bewohner, seiner Kunstschätze und geschichtlichen Erinnerungsstätten bringt. Das Programm und redaktionelle Arrangement der Nummer hat die Zustimmung des Großherzogs von Hessen in vollem Umfang gefunden. An der Spitze des Heftes stehen die im Auftrag der Illustrierten Zeitung Künstlerhand geschaffenen Porträte des Großher= zogs und seiner Gemahlin im Kreise ihrer Kinder in originalgetreuer farbiger Wiedergabe. Umfangreiche, mit zahlreichen Illustrationen versehene Beiträge zeigen die dynastische und kulturhistorische Entwickelung Hessens, feiern Großherzog Ernst Ludwig als Schöpfer einer modernen künstlerischen Kultur, führen uns durch die Bildungsanstalten des Großherzogtums, veranschaulichen Volkstrachten und Volkskunst im Hessenland. Den einzelnen Städten und Provinzen sind ihrer Bedeutung entsprechende Sonderkapitel gewidmet, so Darmstadt, Mainz, Worms, Gießen, Odenwald und Bergstraße, Vo= Im gelsberg, Taunus und Wetterau u. a. m. feuilletonistischen Teil finden wir zahlreiche Dialektgedichte hessischer Dichter, ferner eine novellistische Skizze „ Der Teufelsmüller" von Alfred Bock. Der reiche Inhalt der Nummer ist damit noch lange nicht erschöpft, das Angeführte genügt aber wohl, um zu zeigen, von welcher Bedeutung sie für das Großherzogtum Hessen und seine kulturellen und wirtschaftlichen Interessen zu werden verspricht. Der Einzelpreis der Hessen- SonderNummer der Leipziger Illustr. Zeitung beträgt 2 Mark. Bestellungen vermittelt jede Buchhandlung.
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? Soeben erschien: Volkstümliche Rede= kunst. Erfahrungen und Ratschläge von A. Damaschke. Verlag von Gustav Fischer in Jena. 4.- 7. Tausend. 96 Seiten. Preis: gut brosch. 1 Mark. Inhalt: 1. Von der Bedeutung der Redekunst. 2. Von der Anwendung der Redekunst: a) Fleiß und Begabung, b) der Stoff, c) Die Gliederung, d) Der Ausdruck, e) Das Aneignen und f) Der Vortrag. 3. Von der Vollendung der Redekunst. Privatdozent Dr. Waidemar Zimmermann, Redakteur der„ Sozialen Praxis", sagt über das Buch: „ Es ist Damaschke nicht genug zu danken, daß er uns auch einmal einen Blick in die Werkstatt seiner Volkstümlichen Redekunst tun läßt. Es ist ein Genuß, das Büchlein zu lesen", und Legationsrat Dr. v. Schwerin schreibt in der„ Deutschen Zeitung":" In glänzender, zum Teil humorvoller Weise wird hier alles das erzählt, was dem Redner gefährlich werden kann, was alle Redner beachten müssen."
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? In völlig neuer Ausstattung gelangte dieser Tage der bekannte, allseitig beliebte große 3eitungs- katalog für 1912 der Haasen= stein& Vogler Aktiengesellschaft zur Ausgabe. Inhaltlich hat dieses Nachschlagewerk, das dem großen Gebiete des Zeitungswesens längst ein unentbehrlicher Ratgeber geworden ist, eine wesentliche Erweiterung erfahren. Der aufs praktischste gestaltete NotizKalender wurde beibehalten, ebenso das Ortsregister, das ein sofortiges Aufsinden der an den betreffenden Plätzen erscheinenden Tages- Zeitungen ermöglicht, sowie eine erweiterte, branchenweise Zusammenstellung der aufgeführten Fachzeitschriften schließen sich an.


