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Jm südlichen Schwarzwald.
Aus aller Welt.
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Blick auf St. Blasien.
Melodeien des munter plätschernden und gurgelnden Wassers begleiten uns auf dem langen Marsch durch die bald grotesken Felsszenerien, bald lieblich anmutigen Auen. Wir folgen den gut kenntlichen Pfaden, kommen am forellenberühmten Bade Boll vorbei und halten in Bonndorf wohlverdiente Rast. Der folgende Morgen trifft uns in den schattigen Schluchten des Schlücht tales, das einer ganz eigenartigen Romantik nicht entbehrt. Am Abend nimmt uns das reizvoll auf der Höhe des Rheinufers gelegene Waldshut in seinen gastlichen Mauern auf, wo sich uns ein köstliches Panorama des Schweizer Vorlandes. entbietet.
Durchs Albtal lautet die Parole am fünften Tage. Nicht leicht läßt sich im Schwarzwald Vergleichbares dieser felswilden Großartigfeit zur Seite stellen. Mächtig rauschen und poltern die weißschäumenden Fluten des Alb über die Steinblöcke dahin. Durch kurze, feuchtfalte Tunnels ist hier und dort dem Weg eine Bahn gebrochen, später nimmt uns die kunstreich, hoch über dem sprudelnden Flüßchen erbaute Straße auf. Schon winkt in der Ferne die gewaltige, fupfer- gedeckte Kuppel der als Nachahmung des Pantheons in Rom erbauten St. Blasier, Kirche.
St. Blasien! Gerne möch ten wir hier länger verweilen, doch schon lockt die würzige Morgenfrische zu neuen Unternehmen. Auf gut, angelegter Straße schlendern wir entlang der tief eingesägten Schwarza zuni waldeinsamen, stillen Schluchsee, über welchem der
BROCH
man unterwegs zwischen abenteuerlich gestaltetem Felsgewirr. Vorbei an den ausgedehnten Gebäulichkeiten des in muldenförmiger Vertiefung liegenden Feldbergerhofes gewinnen wir nach kurzem, aber starkem Anstieg den Seebuck, wo die aus aufeinandergeschichteten Gra nitblöcken errichtete Kanzlersäule sturm- und weiterstroßend über die weite Bergwelt schaut. Tief unten, am Osthange des Bucks, umgeben von steilen mit uralten Tannen bewachsenen Fel: wänden, träumt die schwarze Flut des Feldsees. In einer weiteren halben
Der Schluchsee.
gleichnamige Luftkurort erhöht gelegen. Nicht mehr allzulange wird es gehen, und der Hauch weltferner Gebirgseinsamkeit, der über dieser markigen Landschaft liegt, ist dahin. Schon ist der Bau der Eisenhahn Titisee- Schluchsee- St. Blasien beschlossene Sache, und gar bald werden auch durch diese am längsten die Ursprünglichkeit bewahrte Gegend die Züge dahinrattern.
Ueber Aha- Zweiseenblick- einer der lohnendsten Aussichtspunkte des Gebirges ersteigen wir andern Tages den Feldberg. Prachtvollen Waldlandschaften mit wuchernder Moos- und Farnvegetation begegnet
Stunde sind wir am Feldberggipfel. Großartig ist der Rundblick, der sich jetzt dem überraschten Besucher offenbart.. Fern im Süden grüßen die gigantischen Redken der schneebedeckten Alpenfette von der trokig und dunkel sich auftürmenden Kalfwand der Zug spite bis zum blendend weiß schimmernden Schneedom des Montblanc. Im Westen breitet sich, lang hingestreckt und tief eingesenkt, die oberrheinische Ebene aus, durchzogen von dem silberglänzenden Band des mächtigen Stromes. Aus der Tiefe ragt inselartig das kleine vulkanische Kaiserstuhlgebirge hervor, und jenseits des Rheines erhebt sich das Massengebirge des Wasgenwaldes, an Höhe dem Schwarzwald nahezu gleichkommend. Die Rauhe Alb wird im Osten sichtbar, und nach Norden und um uns dehnt sich das Gewimmel der Schwarzwaldhöhen.
Als Abstieg von Feldbergs Höhen wählen wir den durch eine prächtige Moränenlandschaft sich schlängelnden Weg nach Meuzenschwand. Gemächlich bummeln wir nach St. Blasien, nächtigen hier und gehen im Frühtau des Morgens nach Todtmoos, dem weit zerstreuten Dorf und Luftkurorte. Im Kurhaus Schweigmatt gönnen wir uns Rast und besuchen, sofern die Zeit noch gestattet, die beim Ostausgange des über 3 Kilometer langen Großherzog- Friedrich- Tunnels gelegene Hasler Tropfsteinhöhle. Ucberaus interessant mit ihren vielfach recht phantastisch gestalteten Kalkgebilden ist diese seit einiger Zeir elektrisch beleuchtete Unterwelt, wohin einst schon Scheffet.
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Kaiser Wilhelm hatte letztes Jahr auf Korfu nicht bloß Gelegenheit, seine Vorliebe für die Marine zu betätigen, er hat auch lebhaftes Interesse für die griechische Altertumskunde gezeigt. Auf dem Isthmus der altgriechischen Stadt Kerkyra, dort, wo, wenn Homer wirklich mit seinem Phäakenland Korfu im Auge hat, die ältesten Heiligtümer zu suchen sind, waren ganz unerwartet Fragmente uralter Tempelgiebelskulptur n zutage gekommen. Die griechische Regierung ließ nun letztes Frühjahr an der Fundstelle nachgraben. Der Erfolg war so glänzend, daß die Kunde davon auch ins Achilleion und zu den Ohren des Kaisers drang. Sofort eilte er zur Aus grabungsstätte; in seiner Gegenwart wurde nun der Hauptfund gemacht, die Mittelfigur, eine ins Knie gesunkene Gorgo
Kalifornische Dorados.
von gewaltiger Größe, von Perseus und Pegasus umgeben; zwei folossale Löwen in sigender Stellung flankieren die Mittelgruppe. Den Kaiser ergriff solche Begeisterung, daß er in Gemeinschaft mit dem Kronprinzen selbst Hand anlegte, die ausgegrabenen Platten abzuwaschen. Seither konnte man täglich die hohen Herrschaften bei den Ausgrabungen sehen, und besonders unser Kaiser wich manchmal den ganzen Tag nicht von der Stelle, bis am Abend das Graben eingestellt wurde.
Heuer sind die Ausgrabungen auf Korfu, das jetzt von den Dampfern des Norddeutschen Lloyd angelaufen wird, auf Kosten des Kaisers in weiterem Umfang wieder aufgenommen worden.
Aus aller Welt.
Wir folgen den Spuren Bret Hartes, Charles Warren Stoddard's Thomas Starr Kings, Joseph Le Contes, Joaquin Millers und vieler anderer aus der amerikanischen Schrift: steller und Dichterzunft.
Die felsige, da und dort von vereinzelten sowohl, als in Wäldchen vereinten breitästigen Zypressen bestandene Steil: küste, an welcher die Brandung schäumend zerschellt, dehnt
Fischfang im Winter in Schweden.
sich weit nach Nordwesten aus. Weiße Villen, Cottages und Hotels schimmern aus buntfarbigem Blumenflor, ab und zu von einer Fächerpalme oder immergrünen Erlen beschattet, von der Höhe zu uns hernieder. Nach Südosten macht das nadelartig spitze und als steile Felsenwand senkrecht, ohne Strandbildung in das Meer stürzende Kap, von dem Wasserstaub der gewaltigen Brandung in einen durch sichtigdünnen Schleier gehüllt, den Beschluß. Nach Norden ragen die Bergkuppen der Sierra Canta Luzia und der Santa Cruz Ranch der Küstenfordillere, deren viele Schnee= firnen in der Sonne glizern. Aus dem Grün der Täler und an den Berghalden, halbverdeckt durch die Reben der Weinberge, lugen Hunderte von kleinen, weißlich- grauen Winzerhäusern. Und plötzlich hält der Expreß in dem reizenden Shasta Springs.
Schweden
ist auch im Winter von großer Anziehungskraft. Zwar tra gen da stolze Ströme nun seine Fesseln, die er nur hie und da in trotziger Kraft zersprengt. Statt rauchender holzbeladener Dampfboote cilen lustig klingende Schlitten auf seinem Rücken dahin. Und seine Umgebung, die wogende alles überdeckt Bergkette, die tiefen Täler und Schluchten von dem blauweiß leuchtenden Schnee. Schwer beugen sic) die Tannen unter der Last des Schnees, und zierlicher Filigranarbeit gleich scheint das feine Geäst der schlanken Birken. Schneeflocken durchtanzen die Luft und bedecken auch uns mit ihren weißen unzähligen Sternchen, bis wir selbst ein Stück dieses Winterbildes scheinen. Welche Farbenpracht des winterlichen Gewandes! Dort die leuchtenden Höhen so dunkelviolett, hier ein Durcheinander von schwarzweißgrauen Farben. Dort die Berge im satten Blau. hier in leuchtender Weiße der Areskutan. Schon der erste Tag bietet einen so herrlichen Anblick, daß er fast den Atem nimmt. Die Sonne wirft im Untergehen einen rosenroten Schleier über die Aresfutan und Wullfjället, so daß sie wie ein großes stilles Feuer erglänzen. Schwärzer erscheinen dagegen die Wälder, blauer das benachbarte Rengebirge. Langsam wird der Schein matter und matter, bis er ganz verlöscht, und der Areskutan wieder hoch und unnahbar sein silbernes Haupt gegen das farben= reiche Gewölk erhebt.
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Ankunst in Shasta Springs in Kalifornien.


