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Londoner Eindride.

SPATEN BEER

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BORWICKS BAKING POWDER

Aut Piccadilly Circus in London( mit dem bekannten Restaurant Spatenbräu".

beliebt ist das Duett von Geige und Harfe; bisweilen sieht man einen älteren Harfenspieler mit zwei oder drei ju­gendlichen Geigenvirtuosen. Dazwischen tönt schwermütiger Gesang mit Orgelbegleitung von einer Truppe blinder Künstler. Vor den Türen von Schenken finden die meist von Italienern gehandhabten Drehorgeln ein dankbares Publikum; ist die Orgel in eine Nebengasse gewandert, so nimmt ein Sänger oder Trompeter ihre Stelle ein. Oft tanzen Kinder zur Drehorgel. Zahlreich sind die German bands( deutsche Musikbanden); sie kleiden sich in eine Art Phantasie- Uniform und durchziehen bestimmte Stadtgegenden an bestimmten Tagen zu bestimmter Stunde, überall spärliche Gaben ein­heimsend. Aber sie ernten ihr bestes Stück Geld von deutschen Klubs( Vereinen), denen sie im Sommer bei Ausflügen Be gleitung geben, im Winter Ballmusik machen. Jeder Straßen= musikant muß sich auf Verlangen außer Hörweite( out of hearing) begeben; nur muß ihm seitens des sein Veto Ein­legenden ein Grund angegeben werden, warum die Töne seiner Flöte dem Betreffenden nicht genehm sind. Krankheit im Hause ist ein Grund, Kopfarbeit ein anderer.

London zählt unter seinen Ständen und Kasten auch den Stand der Straßenhausierer. Auch andere große Städte haben Höker und Kleinhändler; aber nirgends ist die Organisation des Straßenhandels so weit gediehen, so verzweigt als in London Da ist besonders der Cheap Jack", der durch seine Redekünste das Publikum so zu bezaubern weiß, daß es ihm für einen beliebigen Artikel, den man im nächsten Laden für sixpence erstehen könnte, mit Freuden einen Schilling bezahlt. Der Medicine Man" schwayt dem Publikum seine Patent­medizinen als Panazeen für alle Uebel des Fleisches auf. Der Mann mit dem flower- barrow" weiß Blumen ebhaber durch den üppigen Flor seiner mit Guano im Treibhause erzeugten Balsaminen und Fuchsien zu berücken, die aber gleich in den nächsten Tagen, nachdem sie der fleißige Haus­vater in sein Gärtlein gepflanzt, die bunten Köpfe traurig hängen lassen. Ein anderer Typus ist der des Italian penny- ice- man", der seine jugendlichen Kunden mit ice- cream versorgt, vor welchem der vorbeigehende Fremde gewarnt sein mag. Spatzen, gelb angestrichen, versucht der bird­

DAY IN PA

fancier": er ist damit zufrieden, das Kanarienweibchen für ein liederreiches Männchen auszugeben und verlangt act Schillings für das, was unter Brüdern nur einen wert ist. Eine andere stereotype Gattung von Straßenhändlern sind die Penny- toy men", deren Zahl in der neueren Zeit sich sehr vermehrt hat. Die Spielsachen, die diese Leute verkaufen, gehören in der Regel zu den originellsten und billigsten Fabrikaten, die Manchester, Offenbach, Nürnberg auf den Markt zu bringen vermögen; sie werden besonders häufig bei Charing Croß und bei dem Zugang zur Börse gefunden. In den ärmeren Stadtvierteln versorgt der Straßenhandel die Haushaltungen mit allem, was der gewöhnliche Mann sich bei mäßigen Ansprüchen nur wünschen mag, sogar mit lebendigen Schildkröten, Hühnern und Tauben, mit altem Eisenwerk, Möbeln, Kleidern, Regenschirmen und Schmucksachen.

Bei dem geradezu unglaublichen Verkehr im Herzen der Stadt, wo der Ungeübte oft mehrere Minuten lang keine Gelegenheit findet, die Straße zu überschreiten, und bei den raschen Fahren der Cabs usw. muß man die höchste Vorsicht beachten. Wer zu seinem Vergnügen in den Straßen Londons wandelt, sollte immer denen freie Bahn lassen, die augen­scheinlich in Geschäften sind. Was man in Paris flaner" und in Amerika" loafing"( Bummeln) nennt, muß man in London vermeiden. Nicht nur, daß der loafer" jedermann im Wege ist, er ist auch ein steter Zielpunkt der Taschendiebe ( pickpockets). Wie anziehend immer die Schaufenster sein mögen, man muß stets seine Uhr und anderes in der Tasche getragene Eigentum hüten. Man nehme sich in acht vor den Fremden, von denen man in den Straßen angeredet wird; oft mögen sie wohl nur nach der Zeit oder nach dem Wege fragen wollen, bisweilen sind es aber Mitglieder der großen Zunft der sharpers" und" swell mobsmen" und gehen aufs Stehlen aus. Indes gibt es Menschen, die dumm genug sind, um den Aufforderungen seitens solcher Leute, mit in ein public- house" zu kommen, um eins zu trinken( to have a glaẞ) in gutmütigem Glauben zu folgen, und die sogar auf den sogenannten confidence trick" eingehen, der darin besteht, daß der Bauernfänger unter irgendwelchem Vorwande von seinem Opfer verlangt, es solle den Geldbeutel mit ihm

Auf dem Jangtsefiang.

es in mehrere Arme; Steine liegen mitten im Fahr­wasser. Die eigenen Leute können das Schiff trotz günstigstem Winde, der sich voll in das gewaltige Segel legt, nicht mehr gegen die starke Strömung vorwärts bringen. Hier aber wohnen Hilftstrecker in besonderen Treckerdörfern, die für geringes Entgelt die Besayung unterstützen, das Schiff über die Schnelle zu ziehen. Ist dies nach oft

stundenlanger

Arbeit endlich gelungen, so ge= nigt gewöhnlich die eigene Be­jayung, die Dschunke bis zu der nächsten, un gefähr vier See­meilen entfern ten Schnelle, dem Tungling- Tan, zu bringen. Hier wird das Fahr­wasser äußerst gefährlich, denn der Strom macht an dieser Stelle inmitten

ge­

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Je- Tan- Schnelle zu befördern. Und was will das gegenüber einem so gewaltigen Absatzgebiet bedeuten! Eine Abbildung zeigt eine talfahrende Dschunke, die durch das tosende, brausende und gurgelnde Element dahinschießt, um in wenigen Stunden Itschang zu er­reichen. Wehe einer solchen Dschunke, wenn sie gegen einen Stein im Fahrwasser anprallt! Bei der enormen

Der Tatung- Tan.

waltiger Ge( Das Flußbett ist hier durch die darin liegenden Steine für die Schiffahrt besonders gefährlich.) birgsmauern

eine scharfe Biegung.

Eine Felseninsel, die zur Zeit des höchsten Wasserstandes fast ganz von Wasser bedeckt ist, liegt hier mitten im Strom. Etwas stromabwärts von dieser Insel, nahe dem Ufer, be­finden sich unterhalb des Wasserspiegels mehrere große Steine. Brausend und zischend schäumt die Flut hier vorbei, wenn ste über die Felsen da­hinströmt. Unge­zählten Dschunken ist diese Schnelle schon verderblich ge­worden. Kaum ist diese Schnelle wie­der mit Hilfe zahl­reicher Trecker über­wunden, so gelangt man nach weiteren vier Seemeilen zu dem Sin- Tan.

Ist auch diese Schnelle glücklich genommen, was unter günstigen Umständen ant vier­ten Tage nach dem Aufbruch von Jt­schang der Fall sein fann, so erreicht man nach abermals zehn Seemeilen den berüchtigten Je­Tan. Hier liegen die Dschunken oft viele Tage und

Geschwindigkeit zerschmettert das Fahrzeug, und seine Trümmer gesellen sich zu den anderen ant Ufer, das mit seinen allerorts umberliegenden Wracken und Schiffsfragmen ten beredtes Zeugnis ablegt von der Gefähr­lichkeit der Stromschnellen.

Oberhalb des Je- Tan ist im allgemeinen die größte Gefahr für die Bergfahrt überstanden. Es

sind wohl noch einige Stromschnellen auf dem Wege bis Tschungfing zu bewältigen, aber sie sind von geringer Be­deutung. Der Strom windet sich noch eine Strecke durch das großartige Hochgebirge hindurch; so durch den Felsenkessel der Wushan- Gorge. Endlich treten dann die immer weniger schroffen Charakter annehmen­

Der Tungling- Tan, der 1901 einem deutschen Schiff, der Sui- hsien, das extra für die Stromschnellen gebaut war, den Untergang bereitete.

fönnen wegen ungünstiger Stromverhältnisse nicht über die Schnelle gelangen. Der Wasserstand ist fast täglich anders; beträgt doch die Tifferenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wasserstand innerhalb eines Jahres an einigen Stellen des Stromes hundertzehn Fuß. Aus diesem Grunde ist auch die Gefährlichkeit der verschiedenen Schnellen bei jedem Wasserstande ganz anders.

Häufig ist es in der schlechten Jahreszeit nicht möglich, mehr als vier Dschunken täglich über die

den Gebirge weiter und weiter zurück, und der Strom fließt wieder durch reiz­volles, hügeliges Gelände friedlich und ruhig dahin, bis weit in's Tibe­tanische hinein noch schiffbar.

Es leuchtet ein, daß die Anknüpfung von Handelsbezie­hungen mit diesem reichen Lande der heimischen Industrie durch das gewaltige Absatzgebiet großen Nußen bringen muß, und so sind auch die tonangebenden europäischen Staa ten, und natürlich auch Japan, eifrig bemüht, ihren An­gehörigen Tür und Tor zu öffnen. Der Engländer hat schon seit Jahren oberhalb

der Schnellen dauernd mehrere gute Flußfanonenboote stationiert, auch der Franzose hat hier zwei Fahrzeuge, während es erst vor einigen Jahren einem deutschen Flußkanonenboot, dem Vaterland", gelungen ist, die Stromschnellen zu überwinden.

Aber nicht die Fahrt stromauf ist für ein solches Schiff am gefährlichsten, sondern gerade die stromab. Das Schiff muß, damit es Steinen im Wege aus­weichen fann steuerfräftig bleiben, und daher muß es mit voller Maschinenfraft talwärts fahren.