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Auf dem Jangtfertang.

50 Tonnen, ausgerüstet mit weitauslegendem Bug­ruder, langen und starken Seilen aus geschnittenem und geflochtenem Bambus und einem hohen Mast mit gewaltigem Segel, um in den Schnellen jeden Luft­hauch der Vorwärtsbewegung nußbar machen zu können.

Für Reisende, die verhältnismäßig bequem reisen wollen, sind leichtere, sogen. Hausboote vorhanden, die mehrere geräumige Zimmer enthalten. Eine Reise von Itschang nach

Tschungking fostet in solch einem Haus­boot mit guter Bemannung von etwa fünf­undzwanzig Köpfen unge­fähr 150 Taels, das sind etwa 450 Mark für das ganze Boot, das für sechs bis acht euro­päische Passa­giere ganz be­hagliche Unter­funft bietet. Für kleinere, weniger beque= me Boote wer­den für jeden Tag 2000 Käsch, nach unserem Gelde 4 Mark bezahlt; solch eine Reise dauert im

Taucher einher, welche das Seil im Wasser von den Felsen freiwerfen. Es ist kaum glaublich, was diese Menschen zu arbeiten haben. Gleichgültig ob Sommer oder Winter, sobald dos Seil durch einen Stein im Wasser gehemmt wird, so springen sie hinein in die gelbe, gurgelnde, zuweilen eisige Flut, werfen das straffe Seil mit gewaltiger Straftanstrengung frei, schwimmen an das Land und laufen dann wieder zähneflappernd hinter den Treckern her, bis sie von Neuem wieder in die Flut hinein müssen. Ein eintöniger, in den Schluch= ten eigenartig wiederhallen­der Gesang be -gleitet die Ar­beit der Trecker. Diese haben

Dschunke im Sinlung- Tan bei Wanhsien.

günstigsten Falle zwanzig Tage. Größere Dschunken haben stets ein Bugsierboot bei sich. Von der Mast­spite der Dschunke führt ein starkes Seil zu diesem Boot.

Eine solche Dschunke bedarf eines Personals von mehr als sechzig Mann. Gegen fünfzig Mann sind während des größten Teils der Reise tagsüber an Land, um mittels des an der Mastspitze angebrachten Seiles die Dschunke vor­wärts zu ziehen; etwa zehn Mann befinden sich an Bord, um das Segel, das schwere Bugruder und die sog. Schreckspieren zu be­dienen. Es ist erstaunlich, mit welcher Präzission und Energie die Besatzung einer solchen Dschunke arbeitet. Beim ersten Morgengrauen ertönt die Signaltrommel. Dann wickeln sich die Kulis, die vorn auf dem Boot dicht zusammengedrängt geschla­fen haben, aus ihren ärm­lichen Decken, verzehren schnell ihren Reis und

es auch nicht leicht.

Dicht ober= halb Itschangs, in der Itschang Gorge beginnt

ihr Elend. Von

beiden Seiten

ist der Strom durch steilauf­strebende Wän­de eingeengt, und nun müs en die Trecker hoch hinauf auf schwindelnde Pfade, die oft nicht breiter als die Sohle des Fußes sind. Dann kleben sie dort oben an der Felsenwand, unter sich die gähnende, gurgelnde Tiefe, zur Seite die im Laufe der Jahrhunderte durch die sich daranpressenden Leiber der Trecker blank polierte, himmelanstrebende Felswand, hinter sich die Seile der Dschunke. Wehe den Treckern,

Dschunken vor Anker.

gehen an ihr Tagewerk. Der Schiffsführer steht am Stener, vorn beim Bugruder der Lotse. Ein Wink von ihm, und Bugruder und Spieren werden nach Bedarf bedient. Die Trecker, wohl organisierte und einererzierte Arbeitsgesellschaften, sind am Lande unter dem Befehl eines Führers. Trommelsignale vermitteln die Ver­ständigung zwischen Schiff und Land. Das Gros der Trecker zieht mit dem Seil voraus, hinter ihnen laufen einige, welche die Aufgabe haben, das Seil am Lande von Felsen freizuwerfen. Hinter diesen wieder springen

wenn sich einmal durch irgend einen Zufall das Seil straffer stammt. Dann stürzen die Menschen zer= schmettert hinab in die Tiefe. Es verkehren zwischen Jt­schang und Tschungking gegen 3000 größere Dschun­fen. Daß eine ganze Treckermannschaft auf obige Art zu Grunde geht, ist nicht selten. Ist der Trecker­pfad auf der einen Strom­seite zu Ende, so nimmt das Bugsierboot die Trecker

auf und bringt sie zu einer andern Stelle des Stromes, vielleicht zur gegenüber­liegenden Seite, wo die Arbeit von Neuem beginnt. Für diese Arbeit bekommen die Leute, gleichgültig ob die Reise 28 Tage oder neunzig Tage dauert, im Durch­schnitt 5000 Stäsch, nach unserem Gelde gegen 10 Mf., außerdem frei Reis, die Hauptnahrung der Chinesen.

Bis zu der ersten größeren Stromschnelle, dem Tatung- Tan, die ungefähr dreißig Seemeilen oberhalb der Stadt tschang liegt, geht die Reise gewöhnlich noch verhältnismäßig glatt von statten. Hier aber engen gewaltige Felsen das Strombett ein und teilen

Aus aller Welt.

umtauschen; daß es aber viele solcher Gimpel gibt, selbst unter sonst vernünftigen Deutschen, erweisen oft genug die, police reports" der Zeitungen.

Der Juni ist der Monat, da der Londoner seine freie Zeit an und auf der Themse verbringt. Die jungen Leute, Sie in der City arbeiten, insbesondere die an der Stock Exchange beschäftigten, mieten sich in Surbiton, Twickenham, Richmond, Kingston, Molesey, Thames Ditton, Hampton Court, Sunbury, Shepperton, Maidenhead und wie die Kleinen Ortschaften an den Ufern des Flusses alle heißen, ein

Das Junere einer Apotheke im Chinesenvierte! in San Franzisko.

" John Chinaman" hat sich bekanntlich auch in den Vereinigten Staaten häuslich nie­dergelassen und seine heimische Eigenarten auf das fremde Land übertragen. So­gar die chinesischen Die­dizinen haben den Weg über den Ozean gefun­den und werden den Kranken Söhnen des einstmaligen himmli­schen Reiches in einem vornehm ausgestatteten Laden verabsolgt. Die New Yorker haben es im Sommer gut. Nur eine Stunde Fahrt mit der Elek­trischen" und sie befin= den sich am Gestade des Atlantischen", wo ihrer in den verschie= denen Seebädern ange­nehme Unterhaltungen harren. Zu diesen zäh­len auch die Brillant­feuerwerke im eleganten Manhattan Beach.

und fahren jeden Morgen in die Stadt. Aber auch ganze Familien ziehen an die Themse um London zu entgeheit, und machen das ganze Flußgebiet bis nach Windsor hinauf im Sommer zu cinem überaus dichtbevölkerten Distrikt. Die reichen Leute leben in eigenen oder gemieteten schwimmenden Bootshäusern, die ins Wasser gebaut sind. Gewöhnlich sind sie in hellen Farben gehalten, haben knapp über dem Wasser­spiegel einen rund ums Haus laufenden Balkon und im ersten Stock oder vielmehr auf dem flachen Dache wieder eine mit vielen bunten Blumen geschmückte Balustrade.

Aus aller Welt.

Gin cuglifes Kriegsschiff

PANCUARE

von Möven

erobert.

Die Möven, die unzertrennlichen Begleiter aller Schiffe haben, wie aus unserem Bild zu ersehen ist, einen kleinen Angriff auf ein englisches Kriegsschiff im Hafen von Plymouth unternommen und das Schiff im Sturm genommen. Die Besayung läßt sich die ge­fiederten Freunde gern gefallen und sucht sie zumeist durch kleine Delikatessen zur Kapitulation zu bewegen. Schleunigst stürzen sich die Angreifer ins Wasser, um die Leckerbissen zu erhaschen.

Manhattan Beach( bei New York) am Abend.