Ausgabe 
30.9.1911 Erstes Blatt
 
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Es wird weiter verhandelt.

Noch kein Ende der Marokkoverhandlungen.

In einer Berliner offiziösen Meldung hieß es die­fer Lage, der am Dienstag in Berlin vom Botschafter Cambon überbrachte französische Vertragsentwurf über Maroffo trage im wesentlichen den Wünschen der bet­den Regierungen Rechnung, und es würden nur noch in den Einzelheiten einige redaktionelle Aenderungen vorzunehmen sein. Inzwischen sind diese redaktionellen Aenderungen, óte man in Berlin vornahm, in Paris eingetroffen. In Paris scheint man aber von ihnen ab­solut nicht erbaut zu sein, denn das französische Mini­fterium des Aeußern gibt folgende offtatöse Note heraus: Die von der deutschen Reichsregierung auf bie lebten französischen Vorschläge vorzulegenden Abände rungsvorschläge in der Maroffoangelegenheit sind heute in Paris angelangt. Sie umfassen neue Forderun gen und enthalten Vorbehalte, die eine neue ein gehende Prüfung notwendig machen.

Bon anderer Seite wird gemeldet, daß die Frage der onsulargerichtsbarkeit noch immer die schwierigste ist, da Frankreich in dieser Angelegenhett durchaus auf seinem Standpunkt verharren will. Die Soffnung, daß es noch Ende dieser Woche zu einem Abschluß der Verhandlungen über Maroffo selbst tom­men werde, ist also trügerisch gewesen.

Das Muster eines Kapitäns.

Für die Reichstagsstichwahl in Düffeldorf, die am Freitag, den 29. September stattfand, hatte der Haupt­vorstand der liberalen Vereinigung in Düsseldorf, der fämtliche liberale Barteien in fich vereinigt, beschlossen, wie für die Hauptwahl, so auch jetzt die Barole unbe­dingter Stimmentbaltung auszugeben. Damit dürfte der Sieg des Sozialdemokraten gesichert sein, doch Itegt bis zur Stunde ein Ergebnis noch nicht vor.

Das Inkrafttreten der Reichsversicherungsordnung verschoben? Wie dem in Frankfurt a. M. erscheinen­den Bentralblatt der Reichsversicherung" von bestin­formierter Seite mitgeteilt wird, soll infolge der Schwierigkeiten, die sich beim Entwurf der Ausfüh­rungsbestimmungen für den Vollzug der Reichsver­sicherungsordnung tells bei den Netchsbehörden, teils bet den Landesbehörden ergeben haben, der Termin für das Inkrafttreten des neuen Gefezes vom 1. Jult 1912, wie anfangs beabsichtigt, zum 1. Januar 1913 verschoben worden sein.

Bum Borfizenden der deutsch- sozialen Partei als Nachfolger des Abgeordneten Liebermann von Sonnen­berg, ist in einer Sigung des Gesamtvorstandes der Partet im Reichstagsgebäude der Abgeordnete Latt­mann gewählt worden.

Das Pariser Blatt Gil Blas" gibt ein Charakter­bild von dem Kommandanten der zerstörten Liberté", Kapitän Jaures, einem Bruder des befannten Sozialt­stenführers. Nach der Darstellung dieses Blattes muß Jaures vollkommen ungeeignet sein, das Kommando über ein Kriegsschiff zu führen, und hat seine Laufbahn nur seinem Bruder zu verdanten. Auch Kapitän Jau­res set Sozialist, aber im Gegensatz zu seinem Bru­der fein Realpolitiker, sondern ein unflarer Schwärmer mit weltfremdem Humanismus. So soll er nicht gedul­det haben, daß seine Matrosen Arbeiten ausführten, die seiner Ansicht nach entehernd für sie selen, wie das Reinigen von Metallteilen und das Waschen des Decks. Er ließ also die Liberté" vollkommen ver­sch mußen, genau jo, wie er es mit dem Kreuzer Galilei" getan hat, den er vordem fommandierte und ber wegen seines schmußstarrenden Aeußeren und ſet­nes Ungeziefers im Innern in der ganzen Flotte be­rüchtigt war. Die Disziplin an Bord ließ, bet Jay­res auch alles zu wünschen übrig, denn er behandelte feine Leute nur mit Moralpredigten und Geldstrafen, wobet aber die von den Matrosen zu zahlenden Besol dungsabzüge ihnen wieder zugute famen, da sie für die Bestraften auf der Sparkasse angelegt wurden. Gefäng nisstrafen gab es nicht bet Jaures. Ferner erinnert das genannte Blatt daran, daß bet der Flottenschau vor Toulon die Liberté" beinahe dte Demokratie" ge­rammt hätte, weil sie ein falsches Steuermanöver machte, troßdem: Jaures selbst oben auf der Kommando­brücke stand.

England will für einen eventuellen Krieg stets ge= rüftet sein. Der erste Lord der englischen Admiralität, Mc Kenna, hielt gestern eine Rede, in der er deutlich zu verstehen gab, daß im englischen Flottenprogramm für das nächste Jahr eine erhebliche Vermeh­rung der britischen Seemacht vorgesehen set. Er filgte hinzu, daß England stets sein Hauptaugenmerk darauf richten werde, den internationalen Frieden aufrecht zu erhalten. Es könne dies aber nur, wenn seine Ver­teidigungsmittel kräftig genug und das Land für einen eventuellen Krieg stets geristet set.

Wucherung der Zellen beruht, welche die Bösartigkett des Krebses bedingt. Manche chemische Stoffe, Batte rienprodufte und Parafiten wirken als lokaler Netz und fönnen zur Entwicklung des Krebses führen. Doch muß in jedem Falle neben dem äußeren Reiz eine Strant heitsdisposition angenommen werden. Alle Statistiken beweisen, daß der Krebs in den Kulturländern an Häut­fgfeit zunimmt. Außerordentlich wichtig wäre es, bet der Operation des Krebies ein Verfahren zu finden, das den Gefahren des Rückfalls vorbeugen könnte. Wte das Neue Wiener Journal" meldet, arbeitet Geheim­rat Ehrlich gegenwärtig an einem Krebsheil­mittel. Wenn auch ein realer Erfolg bisher damtt nicht erzielt wurde, sollen die bisherigen Resultate doch auffehenerregende Aufschlüsse über das Wesen und die Heilmöglichkeit des Krebses erwarten laffen.

Auf dem nordpersischen Kriegsschauplah ist jetzt ein heißer Kampf um Täbris entbrannt. Den ersten Angriff haben zwar die Verteidiger zurückgeschlagen, doch werden die Angriffe wiederholt werden. Am Don­nerstag fand in der Nähe von Naubran eine große Schlacht zwischen den Regierungstruppen und den Truppen des früheren Sultans statt. Diese verloren 400 Mann Tote, 200 Mann Gefangene und sieben Ge­schütze und werden von den Regierungstruppen verfolgt.

Wie schlecht es mit dem Getst der französischen Ma­rine bestellt fein muß, dafür liefert die Mitteilung et­nes anderen Bariser Blattes, der Republ. Francaise", ein Beispiel. Das Blatt erörtert bte Ursachen der Er­plosion auf der Liberté" und begründet, weshalb es nicht an einen Brand und nicht an Selbstentzündung des Pulvers glaubt, sondern einen Sabotageaft für wahrscheinlich hält, und schreibt: Es gibt revolu vuv. Suvvnigrunt aut ven derrifyin find hundertmal gemeldet worden. Wenn die Matrosen die Häfen anlaufen und an Land gehen, werden sie in die Lokale gelockt, wo sich die Syndikalisten versammeln, und saugen dort das Gift der revolutionären Propa­ganda ein. Es ist wirklich unbegreiflich, daß man diese Agitation, die allen Bewohnern der Hafenstädte woh hetannt ist, nicht mit der äußersten Energie unterdrückt Dat."

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Kleine Nachrichten.

Das neue Zeppelinluftschiff, das für die preußische Heeresverwaltung bestimmt ist, wird Anfang nächster Woche die erste Probefahrt unternehmen. Die militä­rische Abnahmefommission trifft in den nächsten Tagen in Friedrichshafen ein.

Ein fremdländisches Urteil über die deutsche Flotte. Angesichts der Rede des englischen Martneministers über die Notwendigkeit weiterer Flottenverstärkungen Ist eine Unterhaltung eines Elberfelder Journalisten mit einem banischen Admiral gelegentlich der Studienfahrt der nordeuropäischen Presse nicht ohne Interesse. Jener Admiral, der 1864 gegen Preußen ge­fochten hat, betonte ausdritclich, daß die deutsche See macht das höchste Lob verdiene. Die deutsche Flotte fet die beste der Welt. Keine andere Marine verfüge aber ein so eraft ausgebildetes Offizierkorps. Durc bte Schaffung des Nordseekanals set jedes deutsche Kriegsschiff so viel wert wie zwet englische. Auch in anderen polittschen dänischen Kreisen wurde der deut schen Seemacht höchstes Lob gezollt.

4)

Aus Eifersucht..

Roman von Mar Hoffman.

( Nachdruck verboten.)

Eine neue Militärstraße am Gotthard, die nur stra­tegischen Zwecken dienen soll, wird gegenwärtig gebaut. Am ersten Teil arbeiten 200 Mann. Der Bau soll meh­rere Jahre dauern.

Vermischtes.

Großer Diamantenschmuggel in Neuport. Die Neuyorfer Zollbehörde hat in letzter Zeit eine ganze Reihe von Schmuggeleien aufgedeckt. Den besten Fang machte sie jedoch am letzten Montag, als sie einen Ju­welfer namens Neumann mit seiner Frau bei der An­funft in Neuport verhaftete. Beide führten ungefaßte Diamanten im Wert von mehr als 100 000 Dollars mit fich. Die Freu trug einen Unterrock, der an seiner Innenseite mit unzähligen kleinen Diamanten besetzt war, und der Mann schmuggelte in einer Gummiunter­hose, die sich dicht an den Körper anlegte, große Men­gen dieser Schäße. Während der Mann in Haft beha fen wurde, wurde die Frau vorläufig freigelaffen.

Beim Zusammenbruch eines Abbaubetriebes wur­ben in Essen drei Bergleute von der Außenwelt abge­schnitten. Einer von ihnen konnte nach kurzer Zeit ge­borgen werden. Der Befretung der betden anderen stellten sich große Schwierigkeiten entgegen. Erst nach 52stündiger Gefangenschaft konnten sie am Donnerstag zu Tage gefördert werden.

Es ist natürlich alles so geblieben, wie Sie es zu­erst gefunden haben?" fragte er Frizz. " Jawohl, mein Herr."

" Und wann betraten Sie das Zimmer?"

Heute morgen gleich nach acht Uhr."

" War vor Ihnen jemand hier?"

" Die Krankenpflegerin und das Dienstmädchen." " Ich möchte sie beide sprechen."

Verzweiflungstat eines verlassenen Ehemannes. Der Buchhändler Buecken in Aachen erschoß gestern einen Befannten, bet dem Bueckers Frau, die getrennt von ihm lebte, Unterkunft gefunden hatte, im Flur fe= nes Hauses. Buecken wollte seine Frau zu seiner tod­

Die beiden weiblichen Personen mußten ihm ge­nauen Bericht erstatten, wie sie den Leichnam gefunden hatten.

Dann Iteß er sich die Stube der Diakonissin und den neben der Küche gelegenen Schlafraum des Dienst­mädchens zeigen.

" Und wo befinden sich Ihre Räume, Herr von Mar­leben?"

Der Raffenhaß in Amerifa. Nach einem Telegramm aus Dumas in Arkansas tam es bei der Verfolgung einer Familie namens Maltaß, die wegen verschiedener Vergehen festgenommen werden sollte, zwischen diesen und den Leuten des Sheriffs zu einem Kampf. Der Sheriff, fein Stellvertreter und zwei Söhne der Famt­Ite wurden erschossen, der Vater der verfolgten Famille entfloh, wurde festgenommen und gelynicht. Er selbst war ein Weißer, die Söhne Mulatten.

and seeuwen zoo Juno ein veuer in emer Maschinenfabrik in Augsburg. Er war mit einer Leiter zum elektrischen Aufzuge hinaufgestiegen, der sich in Be­wegung fetzte. Der Unglückliche wurde in den Aufzugs­schacht hineingezogen und förmlich zerdrückt. Er war fofort tot.

Fritz berichtete, daß thm bet seiner Ankunft vor acht Tagen zwei Zimmer im oberen Stock zur Verfügung gestellt worden waren.

Ein deutscher Ringkämpfer in Meriko ermordet. In Köthen traf die Nachricht ein, daß der dort ansässige Ringtämpfer Gieseler, der vor wenigen Monaten als Athlet in die Welt gegangen war, in Merito, wo er in einem Ringkampf Sieger geblieben war, erdolcht worden ist.

" Niemand von Ihnen hat in dieser Nacht ein ver­dächtiges Geräusch gehört?"

Die Diakonissin erzählte, daß sie von wirren Trätt men gequält worden set; Auguste erfreute sich, wie sie selbst sagte, etnes Bärenschlafes, und Fritz war nach einem nötigen Gang um elf Uhr nach Hause gekommen, hatte das ganze Haus in der Hefsten Ruhe angetroffen und war dann gleich aut Bett gegangen.

" Wo waren Sie, wenn ich fragen darf?" Frizz errötete ein wenig. Bet meiner Braut." Ster im Vorort?"

Diebe in einem russischen Kaiservalast. Vorgestern nacht wurde entdeckt, daß Diebe die Fenster des taiser­Itchen Palats in Krasnoje Selo erbrochen und den Inneren Gemächern einen Besuch abgestattet hatten. Die Diebe scheinen mehrere Tage im Palais gewesen zu fetn.

" Nein, in Berlin. Die Dame wohnt in einem Pen­fonat in der Potsdamerstraße."

Und Ste fubren dann

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

ben Adleriter er falferlid hung diefes fein Ober nur ein Ro Edwindler, sofe und vie große Reffen Berblim Profodile un and am Slid babe ich gew immer empfu Grüße fchide Bedenkli mmittelbar det die Preis Einheimis pert. Es 18 lomma, und

Ein ungalanter Arzt. Kein besonderer Damen­freund scheint ein Arzt in Erfurt zu sein, der in einer dortigen Zeitung einen Aufruf veröffentlicht, in dem er die Damen, die sich von ihm in seiner Sprechstunde untersuchen lassen wollen, auffordert, sich so anzukleiden, daß er nicht notwendig hätte, Kammerzofe zu spielen und all die kleinen Knöpfchen und Haken der Blusen zu schließen!

Ueber die Heilbehandlung des Krebses sprach der berühmte Krebsforscher Geh. Rat Czerny auf dem 88. Naturforschertag in Karlsruhe. Czerny erklärte, er set nicht in der Lage, etwas Neues über die Therapie des Krebses zu liefern. Es ist zweifelsohne das Sicherste, den Krebs so früh als möglich durch Operation zu heilen. Etefliegende, nicht operable Krebse entziehen sich der Therapie, wir können in solchen Fällen nichts tun, als dte Schmerzen Iindern. Wir wissen nicht, worauf die

Mit der elektrischen Straßenbahn zurück."

Gilts ihm oder ihr? Professor Knurrer und Ge­mahlin sind in der fleinen Universitätsstadt nicht sehr beliebt. Er wegen seiner Strenge, sie wegen ihrer Hoch­nasig- und Bissigkeit. Eines Abends nun ertönt vor dem Fenster des Professors eine greuliche Katzenmusik, die plötzlich verstummt, als fich oben ein Fenster öffnet und Professor Knurrer erscheint, Die Herren Studen­ten waren aber höchlichst überrascht, als der alte Herr nicht im geringsten schimpfte, sondern ganz ruhig sagte: " Pardon, meine Herren gilt das mir oder meiner Frau? Im letzteren Falle komme ich nämlich auch hin­unter."

Herr von Scharffenstein zog eine schöne goldene Dose hervor, nahm umständlich eine Prise und richtete darauf seine lebhaften grauen Augen fragend auf den Kreisphysikus, der während dieser Zeit die Ermordete einer genauen Untersuchung unterzogen hatte.

Warnm die preußischen Kronprinzen nicht Oberst lentnants werden. Dazu wird der Tal. Rdsch." ge schrieben: Die preußischen Kronprinzen werden feit Friedrich dem Großen nicht mehr Oberstleutnants. Dieser war schon im Jahre 1728, also erst 16jährig, Oberstleutnant geworden und befand sich in dieser Charge, ale er 1730 den Fluchtversuch machte. Da er Benvenutelna por ein Kriegsgericht ettdem fein preußuder Kronprinz mehr Oberstleutnant geworden. Friedrich der Große wurde dann schon 1732, also 20jährig, Oberst und 1735 gar schon Generalmajor.

Der Hals war nach seinem Befund mit einem schar fen Messer, wahrscheinlich einem sogenannten Genta fänger, an zwei Stellen getroffen worden, wobei jeder Stich für sich allein tödlich war. Der eine war ins Ge nick gedrungen und hatte den Lebensnerv getroffen, der andere hatte die Kopfschlagader durchschnitten und das durch diese gewaltige Blutung herbeigeführt. Welcher von den beiden Stichen zuerst geführt worden, Iteß sich jetzt nicht genau feststellen. Es war nur anzunehmen, daß die Unglückliche beim Anblick des Einbrechers sich instinktiv zurückgewandt hatte, um zu entfliehen, und dabei den ersten Stoß in den Nacken empfangen hatte. Darauf war sie ohumächtig zur Seite gesunken und den zweiten Stoß erhalten.

Edison an der Heimreise. Edison ist Donnerstag früh vom Hamburger Hauptbahnhof nach Euchaven ge­fahren, um mit der Amerika" in See zu gehen. Sam­burg hat Edison sehr gefallen, nur die Zeit, so meinte er, sei zu furz gewesen. Das Schönste, was er in Ham­burg gesehen habe, sagte Edison wetter, set Hagenbeck und te Lösung des Problems von der Nutzbarmachung der Ebbe und Flut durch den Ingenieur Pein. Edison fagte zu feiner Frau:" Das ist der erste Mann, der wirklich Ebbe und Flut praktisch verwerten fann, so daß das Volf Vorteil davon bat." Lächelnd meinte er: Nun hätten wir nur noch nötig, die Ausnutzung der, Sonne fertio zu bringen!"

" Es wird Sache der Obduktion sein," schloß der Physikus, die Art der Wunden und den Eintritt des Todes genauer festzulegen." Er strich sorgsam über seinen großen, blonden Bart und schaute ohne Erregung mit den Augen des an einen derartigen Anblick ge­wöhnten Gerichtsmediziners auf die Leiche.

Herr von Scharffenstein nahm wie gedankenlos zum zweiten Mal eine Prise und ließ die Dose lang= fam in seiner Brusttasche verschwinden.

" Wie war die Frau Regierungsrat gestern abend aut ihrem Gatten?" wandte er sich scheinbar ganz un permittelt an Doktor Waldow, der sich bisher schwei­gend im Hintergrund gehalten hatte.

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Elf Be Die Hau Mittwoch aber tomobilungli rate beim Rabrens in di mehr in Siche den fofort auf chu Berwun den von der folgende Einz Dem Aut rebten Seine fabrwerf ent einen scharfen Bleichgewicht der wurde in und der Wag Baffer bis a eigte fich in Ripfe und A Duran erblic einen zweijäh menigen fräft Beineufer err meimal ber r erzählte, fonden und in nd Kinder.( tigt diefe 9 Mugenblick de Branen und Dieu find zu Etadtteilen et Epital.

Eisenbahnfahrten mit einem gefälschten Urlaubs: Ichein hat ein Schwindler in letzter Zeit durch ganz Deutschland unternommen. Er wurde gestern auf dem Potsdamer Bahnhof verhaftet. Der Urlaubsschein ist auf den Namen eines Sanitätsfeldwebels Wilhelm Scholz von der kaiserlichen Schußtruppe Südwestafrika ausgestellt und trägt neben dem Vermert, daß er für die Zeit vom 28. Juni bis 28. Dezember 1911 giltig ist, den Zusatz: Es ist dem Feldwebel Scholz gestattet, Zivil­fleidung zu tragen". Außerdem enthält dieser Schein den Aufdruck, daß dem Inhaber auch die Benutzung von Schnellzügen gestattet ist, und schließlich eine gefälschte Unterschrift des Hauptmanns Cramer und einen run­

" Bum Herrn Regierungsrat?" fragte dieser. " Jawohl! Ich meine, war fie besonders freundlich oder nicht? Hat es vielleicht einen fleinen Streit ge­geben?"

Das ist wohl ausgeschlossen, Herr Untersuchungs­richter," mischte fich Friß eifrig ein. So viel ich in der furzen Zeit meines Hierseins und auch früher gesehen habe, benahm sich meine Stiefmutter stets mustergültig. Mein Vater hatte ja auch erst sein Testament gemacht und sie zur Alleinerbin eingesetzt."

Hm, weiß! Der Herr Kommissar teilte mir be­reits vorhin mit, daß das Geld verschwunden ist. Aber ich muß bitten, mich nicht zu unterbechen. Also, Herr Doktor, Sie haben nichts Auffälliges in dem Verhalten der beiden Ehegatten zueinander bemerkt?"

Es dauerte eine Welle, ehe Doktor Waldow ant wortete. Er war durch diese Frage offenbar in Ber­Iegenheit gesetzt. Er zog die Achseln langsam hoch und sagte zögernd: Nicht daß ich wüßte."

" War die Frau Regierungsrat sehr liebevoll zut threm Gatten oder von einer gewissen, ich will mal so fagen, Kälte?"

Erlauben Sie" fiel Fritz ein.

Aber der kleine Herr sah ihn streng an. Ich er­suche Sie noch einmal dringend, mich nicht zu unter­brechen. Es handelt sich hier um keinerlei persönliche Erwägungen und Rücksichten, sondern allein darum, so rasch und so viel wie möglich Licht in die Sache zu bringen." Er sah den Arat forschend an." Nun, Herr Doktor?"

Wenn ich denn sprechen muß," begann dieser, so muß ich gestehen, daß Frau von Marleben in der letz­ten Zeit eine gewisse Abgemessenhelt und Zurückhaltung threm Gatten gegenüber gezeigt hat. Bisweilen war sie dann wieder von einer übertriebenen nervösen Ge­reizthett. Aber dergleichen Stimmungen und Verstim­mungen kommen wohl in den musterhaftesten Ehen vor. Man muß ja auch berücksichtigen, daß Frau von Mar­leben durch die lange Krankenpflege ohne Frage seelisch sehr angegriffent war."

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