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Deutscher Reimstag.

Im Reichstage wurde am Dienstag zunächst der zweite Nachtragsetat für die Schutzgebiete für das Jahr 1910 in aweiter und dritter Lesung ohne Debatte angenommen. So­bann wurde die zweite Lesung des Etats der Reichseisen= bahnen begonnen. Wte alljährlich wurden von den Ver­tretern der Straßburger Wahlkreise, den Abgg. Will( 3.) und Böhle( Soz.) Arbeiter- und Beamtenwünsche geäußert, auf die Minister v. Breitenbach einging. Er verwies insbe= sondere auf den starken Andrang, der sich bei der Eisenbahn­verwaltung geltend macht, um zu beweisen, daß die Lohn­verhältnisse nicht so schlecht sein können, wie sie der sozial­demokratische Redner schilderte. Die Löhne sind denen der Industrie angepaßt. Die Verwaltung muß streng wirtschaft­Itch vorgehen, um die Steigerung der persönlichen Ausgaben mit der geringen Einnahmesteigerung in Einklang zu brin­gen. Die Einführung der neunstündigen Arbeitszeit, die in den Werkstätten bereits durchgeführt ist, ist für die Betriebs­arbeiter aus Gründen des Betriebes nicht möglich. Den Ar­betterausschüssen kann nur die Eigenschaft lokaler Verbände zugebilligt werden. Der Abg. Wezel( ntl.) empfahl einen noch engeren Zusammenschluß der deutschen Eisenbahnver­waltungen und die vollständige Vereinheitlichung der deut­fchen Eisenbahnpolitik, wobei er auf die guten Erfolge ver­wies, die mit dem Staatswagenverband erzielt worden sind. Von der fortschrittlichen Volkspartei brachte der Abg. Kar= stens die Reform der Fahrkartensteuer erneut in Anregung; er äußerte weiter Wünsche mit bezug auf die Sonntags­fahrkarten und die im Bahnhofsbuchhandel erhältliche Lt= feratur. Der Minister sagte zu, die Vereinheitlichung auf allen Gebieten weiter zu betreiben. Ueber die Fahrkarten­Steuer hoffe er mit dem Beginn der nächsten Session einen Abänderungsversuch vorlegen zu können. Auf den Ver­trieb von Presseerzeugnissen habe die Reichseisenbahnver­Ferner erklärte der Minister, waltung feinen Einfluß.

dem Wunsche einer Resolution des Abg. Behrens( wirtsch. Bg.), dte dieser begründete, folgen und nach Möglichkeit alle Arbeiter in die Arbeiterausschüsse einbeziehen zu wol­len. Er habe bereits angeordnet, daß Arbeiterausschüsse eingerichtet werden sollen, auch wenn nur 50 Arbeiter vor­handen sind. Ferner sagte auf Anregung des Abg. Hormann ( fortschr. Vp.) der Minister zu, daß die Verwaltung auf die Lokomotivführer wegen ihres schweren Dienstes weit­gehende Rücksicht nehme. Uebrigens zeigten die Penfions= verhältnisse derselben ein durchaus günstiges Bild. Nach furzer weiterer Debatte wurde der Etat der Reichsetsen­bahnen genehmigt.

Ueber die Gewährung von Veteranenbeihilfen

Spiele ist, mag dahingestellt bleiben. Auch die Regie­rung scheint bereit, noch einige Gesetzentwürfe erledigen zu lassen. Eine Herbstsession kann aber nur zustandekom­men, wenn die Regierung sich dazu entschließt, durch ein Notgesez neue Diäten bewilligen zu lassen. Die Herbst­session müßte spätestens am 13. Dezember beendet sein, da dann das Mandat des Reichstags erlischt. Im allgemeinen beurteilt man die Frage, ob es unter diesen Umständen noch zu einer Herbstsession kommen wird, im Reichstage sehr pessimistisc).

Die Hamburger Spionageaffäre zieht immer weitere Kreise. Augenblicklich finden Erhebungen in fast allen größeren Küstenstädten der Nord- und Ostsee statt, da man Spuren fand, daß der verhaftete Engländer Schulz zahl­reiche Heifershelfer hatte. Es steht fest, daß man es mit einer großen Spionageaffäre zu tun hat.

Ein Wechsel im Oberpräsidium der Provinz Sachsen? Dem ,, B. Lot.- Anz." zufolge ist der Oberpräsident der Pro­vinz Sachsen, Hegel, als Nachfolger des demnächst aus seinem Amte scheidenden Chefpräsidenten der preußischen Oberrechnungskammer und Präsidenten des Rechnungs­hofes des Deutschen Reiches v. Magdeburg ausersehen. Als Nachfolger Hegels nennt das Blatt den Regierungspräsi­denten in Potsdam v. der Schulenburg. Jm Oberpräsi dium zu Magdeburg ist von einem Wechsel indessen nichts bekannt.

find die neuen Ausführungsbestimmungen dem Reichstage ugegangen. Nach diesen Bestimmungen sind als Kriegs­fetlnehmer anzusehen alle Personen des Unteroffiziers- und Mannschaftsstandes, die an dem Feldzug 1870/71 teilgenom= men haben; ferner die an einem von deutschen Staaten por 1870 geführten Kriege zu kriegerischen Zwecken die feind­Iche Grenze überschritten oder an kriegerischen Operationen teilgenommen haben. Als Kriegsteilnehmer der Marine gelten solche Marineangehörige, die an Gefechten und krie­gerischen Unternehmungen in der Zeit vom 1. Februar bis 2. August 1864, vom 15. bis 21. Juni 1866 teilgenommen Haben, ferner die in den Jahren 1870/71 zu den Besayungen bestimmter Schiffe gehörten oder sich bei den nach Frankreich entsandt gewesenen Marineabteilungen befunden haben. Eine unterstützungsbedürftige Lage der Kriegsteilnehmer wegen dauernder gänzlicher Erwerbsunfähigkeit ist als voll­endet anzusehen, wenn der Betreffende infolge von Alter, chwerem Stechtum, unheilbarer Krankheit oder anderen Gebrechen dauernd außerstande ist, eine seine Kräften und Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit, die ihn zu unterhalten Imstande, auszuüben. Ueber die Bewilligung der Beihil= fen, insbesondere darüber, wer im Einzelfalle als Kriegs­feilnehmer anzusehen ist, entscheidet die Regierung desjent­gen Bundesstaates, in welchem der Antragsteller zurzeit der Einreichung seines Antrages seinen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt hat; in Ermangelung eines Wohn­fizzes oder dauernden Aufenthaltes die Regierung desjeni­gen Bundesstaates, dessen Staatsgehörigkeit er besitzt. Die Beihilfen sind in voller Höhe unbeschränkt zu bewilligen. Die Zahlung beginnt mit dem Ersten des Monats, in welchem sie bewilligt wird. Ausnahms­weise kann die Anweisung vom Beginn des Monats ab er­folgen, in dem die Gewährung der Beihilfen nachgesucht worden ist. Die Beihilfen sind monatlich im Vor­aus zu bezahlen. Soweit sie beim Ableben des Berechtig­ten aber nicht völlig abgehoben waren, gebühren sie den Hinterbliebenen Familienangehörigen.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Die Mehrheitsparteien des Reichstages wünschen, so erfährt die ,,. G. C." aus parlamentarischen Kreisen, eine Herbstsession, die von Anfang Oktober bis Anfang Dezem ber laufen würde. Wie weit dabei der begreifliche Wunsch, vor die Wähler nicht mit leeren Händen zu treten, im

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Des Rätsels Lösung.

Roman von Ludwig Blümde. ( Nachdruck verboten.)

Jm vierten Berliner Reichstagswahlkreise, der ja sicherer Besitz der Sozialdemokratie ist, wird diese es dies­mal bei der Ersagwahl für den verstorbenen Abgoerdneten Singer ganz besonders leicht haben. Die Freisinnigen und die Konservativen stellen keinen Kandidaten auf und pro­flamieren Stimmenthaltung, um Geld und Arbeitskraft für die bevorstehende Neuwahl aufzusparen. Demnach steht dem sozialdemokratischen Kandidaten Büchner nur der Zählkandidat des Zentrums Graf v. Oppersdorf gegen= über.

Für die Landtagsstichwahl in Leipzig- Land haben die Nationalliberalen und die fortschrittliche Volkspartei Wahlparolen veröffentlicht. Die Nationalliberalen treten uneingeschränkt für die Wahl des Freikonservativen Feller ein, während die fortschrittliche Volkspartei sich gegen die Wahl Fellers ausspricht und die Stimmabgabe für den Sozialdemokraten freiläßt.

Hans zuckte die Achseln und antwortete etwas furz: Rann als Bruder nicht recht darüber urteilen. Man findet mein Schwesterlein allerdings reizend, doch sie ist gar vernünftig und läßt sich nicht gern die Cour schnet­den."

,, Ach so! hm, sage' mal, Weihnachten bist Du doch auch in Wedelstein?"

" Ich denke woh!!"

Ueber den Stand der Enteignungsfrage gab der preu­ßische Landwirtschaftsminister Freiherr von Schorlemer am Dienstag in der Finanzkommission des Herrenhauses eine Erklärung ab, in der er bestätigte, daß die Königliche Staatsregierung fest entschlossen ist, die durch das Gesetz vom 26. April 1886 inaugurierte Ansiedlungspolitik zum Schutze des Deutschtums in den Provinzen Posen und Westpreußen fortzuführen.

,, Na, mir steht ja schon seit zwei Jahren ein längerer Urlaub zu. Werde jedenfalls einen Teil desselben in der alten Stammburg Weihnachten verbringen. Habe ja lange nicht in den heimatlichen Jagdgründen gejagt.- Werde Abrigens Samstag mal mit der Kleinbahn hinüberrut­schen. Kostbare Neuerung das!"

Auf die Glückwunschtelegramme der Dreibundfürsten zur italienischen Nationalfeter hat der König von Italien in Telegrammen an Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef geantwortet. Darin heißt es u. a.: Das Bündnis der Völker, die durch Bande se aufrichtiger, gegenseitiger Sympathie vereinigt sind, wird immer eine mächtige Ga­rantie bilden für ihren Fortschritt und den der Welt." Und an anderer Stelle: Ich teile das Vertrauen in die Ver­wirklichung der edlen Rolle des Friedens und des Fort­schritts, die unseren Völkern zufällt, und für die ich eine sichere Gewähr finde in der Freundschaft und dem Bünd­nis, die sie einigen."

,, Darf ich Dir ein Glas Bier anbieten?" fragte der Referendar sich jetzt auch niedersehend. Wein oder Kog­nat habe ich leider nicht auf meiner Bude. Du weißt ja, wie ich mich einschränken muß."

,, Dante, werde heute dem edlen Rebensaft noch alle Chre antun müssen. Machte da gestern die Bekanntschaft bes Grafen Rossau, den Du gewiß kennst. Verflucht vor­nehmer Mann das. Der bat mich und noch einen Kame= raben, ihm im Blauen Stern" ein Stündchen Gesellschaft zu leisten. Der alte Herr soll eine reizende Frau und eine noch reizendere Schwägerin haben, die den Winter auch hier in unserm nachgerade berühmt werdenden Wald­Städtchen verbringen wollen."

Kleine Nachrichten.

Keine Weltausstellung in Paris. Der Gemeinderat von Paris hat einen Beschlußantrag angenommen, in dem die Regierung aufgefordert wird, sich mit dem Plan einer im Jahre 1920 abzuhaltenden Weltausstellung nicht weiter zu befassen, dafür aber Maßnahmen zu treffen, um eine Reihe internationaler Sonderausstellungen veranstalten zu kön=

Eine Flottenparade" auf dem Rhein vor dem Kaiser ist gelegentlich des Kaiserbesuches in Cöln am 22. Mat in Aussicht genommen. Es werden daran die gesamten in Cöln vor Anker liegenden Rhekn- und Seeschiffe teilneh­men und zur Mitwirkung auch die oberhalb der Stadt liegenden Boote herangezogen werden.

So, so, ich habe den Grafen nur flüchtig gesehen. Er gilt für sehr reich und sehr leichtsinnig." ,, Steht aber dennoch in meines alten Herrn beson­deren Gunst. Doch nun erzähle mir von Deinem eige­nen Ergehr ein Wort, von Geheimrats, von Jda usw. ulm."

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Die Juwelen im Rauchfang. Bei dem General von Brun in Potsdam war kürzlich ein wertvoller Juwelen­schmuck gestohlen worden. Bei einem verdächtigen Arbeiter wurde eine Haussuchung vorgenommen. Der gestohlene Familienschmuck fand sich dort im Schornsteine vor. Er war ganz mit Ruß überzogen.

Der Stapellauf des großen Kreuzers" H" hat am Dienstag auf der Werft von Blohm& Voß stattgefunden. Der Commandierende General des 8. Armeekorps, General der Infanterie v. Plög, taufte den Kreuzer im Auftrage des Kaisers auf den Namen Göben". General v. Göben war früher Kommandant des 8. Armeekorpts.

Ein hoffnungsvolles Bürschchen ist der 18jährige Sohn des Oberbuchhalters des großherzoglichen Finanzamtes in München, Alfred Leist. Er entwendete gestern seinem Va­ter den Schlüssel zum Kassenamt und entnahm dem Schranke 54 000 Marf, mit denen er das Weite suchte.

Ein tragischer Unfall hat sich in Barcelona anläßlich eines Stiergefechtes zugetragen. Ein Toreador wurde von einem Stier aufgespießt und eine Zeitlang festgehalten. Seine Verlegungen sind lebensgefährlich. Der Zwischen­fall verursachte große Aufregung unter dem Publikum.

Einen interessanten Beitrag zur Lösung des Problems der Arbeitsschule hat die Volksschule in Mannheim der Mu­nifizenz der Familie Lanz zu verdanken. Diese stellte den Jugendhorten des Stadtteils Lindenhof eine stattliche Flä­che Landes als Hortgarten zur Verfügung. Die Kinder sollen sich dort der Gemüse- und Blumenzucht widmen. Eine Unterkunftshalle und Spielpläße ergänzen die An­lage.

Beim Fensterputzen ans der dritten Etage abgestürzt ist Dienstag nachmittag in Berlin eine in der Straßmann­straße wohnende Frau Busch. Sie war dabei beschäftigt, in ihrer Wohnung die Fensterscheiben zu putzen, verlor, als sie sich zu weit hinauslehnte, das Gleichgewicht und stürzte auf die Straße nieder, wo sie mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb.

Der diesjährige Anarchistenkongreß findet am 4. und 5. Junt in Düsseldorf statt. Es sind bei den Anarchisten große Agitationen im Gange, um eine Massenbeteiligung in Düsseldorf zu erzielen. In der rheinischen Kunstmetro­pole wollen die Anarchisten sich eine umfassende Organt­satton schaffen.

Das tat der Referendar denn auch mit einiger Um­ständlichkeit.

Kellnerinnen im Hosenrod. Blattmeldungen zufolge ist in Zittau ein findiger Gastwirt auf eine Idee gekommen, die seinem Lokal dauernd ein volles Haus zuführt. Er hat die Anordnung getroffen, daß in seinem Saale, in dem eine froatische Tamburitzafapelle konzertiert, sämtliche Kellne= rinnen im Hosenrock bedienen.

Ein Schutzkleid gegen Radiumstrahlen hat ein Pariser Arzt für Aerzte, die sich vorzugsweise mit der Radiotherapie beschäftigen, angefertigt. Kautschuk, Blei und Wismut fin­den bei dem eigenartigen Dominogewande, das der Ärzt anzieht, zweckdienliche Verwendung.

Als sie dann beide eine Stunde später das alte Gie­belhaus, in welchem sich Hans Rabens bescheidene Woh­nung befand, verließen, da lag dichter Nebel über den engen, winkligen Straßen, aus dem vereinzelte Laternen wie Jrrlichter aufleuchteten. Auf dem Markte trennten sich die Freunde. Der Referendar lenkte seine Schritte der Neustadt, dem sogenannten Villenviertel, zu, während der Leutnant auf den Blauen Stern", ein modernes, vornehmes Hotel, lossteuerte.

Ein Ballonunfall, bei dem die Insassen mit dem Schreck davonkamen, ereignete sich in Graubünden. Ein Ballon aus Mailand mit drei Insassen, darunter eine Dame, wurde in die Bündener Berge verschlagen. In 2000 Meter Höhe blieb der Ballon an einem Baume hängen. Die Insassen konnten sich jedoch retten und gingen zu Tal, wo sie Ob­dach fanden.

Drei Kinder erstickt. In einer Mühle bei Trostberg in Oberbayern ließ eine Tagelöhnersfrau ihre drei kleinen Kinder für kurze Zeit unbeaufsichtigt in der Wohnung. Inzwischen geriet der Kinderwagen in Brand und alle drei Kinder erstickten durch Rauchentwickelung.

Zweinnddreißig Ertrunkene.

Der Dampfer Bruce",

der den Verkehr zwischen Neufundland und der Kap- Bre­toninsel vermittelt, wurde infolge des starken Treibeises aus seinem Kurse getrieben und ist bei Louisburg( Ka­nada) gestrandet. Es gelang 120 Passagieren und 30 Mann der Besatzung trotz des hohen Seeganges sich zu retten. während 32 Passagiere den Tod in den Wellen fanden.

Der Besitzer desselben empfing ihn mit vielen Bück­lingen und komplimentierte ihn in einen hocheleganten Salon, wo der Herr Graf Rossau, ein Regierungsassessor v. Renter, Hardis Kamerad v. Waldau und ein paar an­dere Herren ihn bereits erwartet zu haben schienen. Der Graf, ein hagerer Mann mit fahler Platte und grauem verlebten Gesicht, streckte dem Ankommenden mit wohl­wollender Gönnermiene seine mit ein paar funkelnden Diamantringen geschmückte Rechte entgegen und nötigte ihn, Platz zu nehmen. Sofort stand auch vor dem Leut­nant ein Seftglas und der hohe Herr setzte seine Erzäh= lung, die er eben unterbrochen, sort. Es war das eigent= lich nichts weiter als eine Prozerei und Renommiſterei in großartigstem Stil. Beständig redete er da von seinem Vetter, dem Erbprinzen so und so, von seiner Tante, der Fürstin Rosenburg, von Hofjagden, von Reiseabenteuern, von seinem intimsten Freunde, dem Könige von Belgien usw. usw.

Vermischtes.

Ein aufregender Vorfall spielte sich bei Sondern in Westfalen ab. Zwei etwa dreijährige Kinder spielten auf dem Bahnkörper der Eisenbahn, als ein Personenzug die Strecke passierte. Die Maschine und mehrere Wagen gingen über die Kinder hinweg, ehe der Zug zum Halten gebracht werden konnte. Da die Kinder zwischen den Schienen ge= spielt hatten, so blieb das eine vollkommen unverletzt, wäh­rend das andere nur ganz geringfügige Hautabschürfungen davontrug.

Hardi mußte sich, je länger er dem Grafen, um dessen Gunst alles buhlte, zuhörte, desto verwunderter fragen: ,, Wie ist es nur möglich, daß Papa an einem solchen Menschen Gefallen finden kann?- Ja, ja, der gute Papa ist zu arglos, er glaubt eben alles und denkt, jeder haßt die Lüge, wie er selbst es tut."

Eine dreifache Mordtat wird von der schlesisch- galizischen Grenze gemeldet: In Nizna herrschte seit langer Zeit zwi= schen den Bauernfamilien Kolankow und Seidel eine er­bitterte Feindschaft. Diese wurde noch dadurch verschärft als ein zwischen beiden Parteien schwebender Prozeß zu­ungunsten Kolankows entschieden wurde. Aus Rache dran­gen die männlichen Miglieder dieser Familie in die Woh­nung der Familie Seidel und schlugen darin mit Arthieben Seidel, dessen Frau und seine Schwiegertochter nieder. Die Mörder sind verhaftet worden.

Jedenfalls war dieser hohe Herr, der die schönste Villa von Thalbrücken besaß, enorm reich, besaß sehr vor­

Ein Diamant im Gewicht von 244 Karat ist in den Gruben einer Gesellschaft in Johannesburg gefunden wor= den. Der Wert dieses Edelsteins wird auf 700 000 Mark geschätzt. Der jetzt aufgefundene Diamant ist nur um 36 Karat kleiner als der größte jetzt existierende Diamant, der Großmogul", wobei allerdings in Betracht zu ziehen ist, daß der neu gefundene Stein beim Schleifen mehr als ein Drittel verlieren wird.

Eine Gehaltszulage von tausend Mart, die der Gemein­berat von Borz in der Rheinprovinz einstimmig seinem Bürgermeister bewilligt hatte, hat dieser mit der Begrün­dung abgelehnt, daß die Regelung seiner Dienstbezüge vor wenigen Jahren in einer durchaus zufriedenstellenden Wei­se erfolgt sei. Auf Wunsch des Bürgermeisters soll der Be­trag zur Gewährung eines Frühstücks an arme Schulkinder und zur Errichtung einer Wanderhaushaltungsschule ver= wendet werden.

nehme Verwandtschaft und hatte bei Hofe unlängst noch eine Rolle gespielt. ,, Wie wäre es mit einem kleinen Jeu?" fragte der Graf, die Karten aus einem Etui hervorsuchend.

" Ich spiele grundsätzlich nicht mehr," sagte Sardi darauf etwas vorlaut, wie es die anderen dünkte. Ein strafender Blick durch des Grafen Monocle traf ihn, und der Herr Assessor meinte mit spöttischem Lächeln: Wenn die Kinder artig sind, kommt das liebe Weihnachtskind."

Dann räusperte er sich, nachdem er in das schallende Gelächter der übrigen eingestimmt, rückte seinen goldenen Klemmer zurecht, schlug dem gereisten Leutnant, dem eben eine nicht gerade sanfte Erwiderung auf der Zunge schwebte, träftig auf die Schulter und sagte mit verbind­lichem Lächeln: Nichts für ungut, Herr Kamerad! Scherz muß cinmal sein. Wollte Sie nicht kränken übrigens fällt mir eben ein, Sie kennen ja wohl den Referendar Raben?"

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Ganz genau. Er ist mein bester Freund," entgegnete

Hardi sehr kurz.

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Apropos, der junge Herr

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,, So, so, na, freut mich. soll beabsichtigen, sich uns ich meine uns Offizieren vom Landwehrbezirk- zur Wahl zu stellen. Verkehrt ja bei Boltens, und da gilt der bunte Rock viel. Wollte Sie nun einmal. natürlich ganz vertraulich über die Familie Raben ein wenig ausfragen."

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,, Bah, ist nicht meine Sache! Vertraulich?" erwiderte Hardi mit finsterer, mißtrauischer Miene, denn dieser gar zu bewegliche, geschmeidige Herr da vor ihm gefiel ihm nicht, trotzdem die Damenwelt ihn wegen seiner feu­rigen schwarzen Augen und des hübschen, fast mädchen­haft zarten Gesichts vergötterte. Die Rabens", fuhr. er nach lurzer Pause fort, sind die achtbarsten, würdig sten Leute, die man sich denken kann. Bürgerlich sind ste von Geburt, aber adelig von Gesinnung. Der Hans Ra ben würde ein Offizier sein, wie unser König fie brau­chen kann: ehrenhaft, tapfer-( Forts. folgt.)

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