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Nach den Feiertagen.

Die Friedensbotschaft des Weihnachtsfestes tst in dtesem Jahre nur auf einem kleinen Teil der Erde ver­nommen worden. In Tripolis schlugen sich die Italie­per und Türfen nach wie vor die Köpfe ein, und die Aussicht auf Frieden, die uns in den letzten Tagen vor dem Fest wiederholt vorgetäuscht wurde, ist jetzt wie­der in ein Nichts zerronnen. Auch in Persien ist troß der Nachgiebigkeit der Regierung noch keine Ruhe eine getreten. Das Gebot Frtede auf Erden" galt für die Russen nicht. Noch immer stehen die russischen Truppen in Persien, und wenn auch die Regierung alles er­füllt, was Rußland verlangt, dte ungebetenen Gäste wird Bersten nicht wieder los. In China hat man den Frieden bisher auch nur im Munde geführt. Während Ste Friedenskonferenz in Schanghat verhandelt, ohne au einem positiven Ergebnis zu gelangen, gärt es über­all im Lande, und täglich können neue Hiobsposten von Aufständen und Unruhen eintreffen.

Kämpfe anderer Art haben in England mißtönend den Klang der Weihnachtsglocken übertönt. Die schme­ren wirtschaftlichen Kämpfe, die schon im Sommer die­fes Jahres einen höchst bedrohlichen Charakter ange­nommen hatten, sind aufs neue entflammt. Am hey­Higen Mittwoch sollen in Lancashire 160 000 Weber aus­gesperrt werden. Falls nicht in Kürze der Streit beige­fegt wird, utüssen auch noch andere Betriebe von der Arbeitseinstellung betroffen werden. Denn wenn dte Webereten fetern, können auch die von ihnen abhängt­gen Industrten, wie Färbereten und Appreturanstalten nicht weiter arbetten. In Dundee warf der Ausstand der Transport- und Dockarbetter einen Schatten auf das Weihnachtsfest. Ein großer Teil der Fabriken mußte schon aus Mangel an Kohlen die Arbeit ein­stellen, der Rest wird unmittelbar nach den Feiertagen folgen.

nach der Hauptfeffion der Delegationen zurücktreten werde. Als Hauptursache des Rücktrittes wird angege= ben, daß Kaiser Wilhelm angeblich mit der Politik des Grafen Aehrenthal in der Maroffoangelegenheit unzu­frieden set. Man wird das Recht haben, so schreibt das Blatt, eine solche Meldung mindestens als einen ar­gen Täuschungsversuch zu bezeichnen. Deutschland hat feineswegs einen Grund, mit der Politik des Grafen Aehrenthal in Sachen Marotto unzufrieden zu sein. Die Meldung hat wahrscheinlich nur den Zweck, da Miß­trauen zu säen, wo bisher gegenseitiges Vertrauen herrschte. Der Dreibund lebt eben gewissen Leuten schon zu lange und daher die fortwährenden Versuche, bald Italien, bald Deutschland von Desterretch weg zu drän­gen. Zum Glück haben diese Versuche noch keinen Er­folg gehabt.

Auch bei uns in Deutschland konnte sich in diesem Jahre der weihnachtliche Gottesfriede nur mit Mühe durchsetzen. Die Wahlen zum Reichstag stehen ja vor ber Tür, und heftiger denn je tobt diesmal der Wahl­fampf. Den armen vielgeklagten Reichstagskandidaten waren die Feiertage wohl zu gönnen. Die letzten zwet Wochen vor der Wahl und dann die Zeit zwischen Haupt- und Stichwahl ist für sie das Anstrengendste. Man hört heute so oft flagen, daß die bedeutendsten Män­ner mehr und mehr aus den Barlamenten verschwinden. Bielleicht Itegt der Grund für diefe Erscheinung zum Tell darin, daß die Herren des Geiches den Strapazen des modernen Wahlkampfes förperlich nicht gewachsen find. Und doch war es gut, daß die Feiertage den Wahlkampf für einige Tage unterbrachen. Auch die Tage bis Neujahr sind je eigentlich halbe Feiertage, und auch in dieser Reit wird noch Ruhe herrschen, dann aber werden die Wogen des Wahlkampfes um so höher schlagen, bis am 12. Januar die Entscheidung fällt.

Rundschau oom Cage.

Politisches.

Der innere 3wist in der Türket lebt wetter fort. Die fett mereren Tagen zwischen der Majorität der Kammer und der Opposition gepflogenen Verhandlun= gen sind gescheitert. Die jungtürkische Partei hat nach langer bewegter Debatte fast einstimmig be= schlossen, der Opposition mitzuteilen, daß eine Berstän digung nur auf der Grundlage einer Umbildung des Kabinetts unter Said Bascha möglich sei. Man hält es für sicher, daß eine Verständigung auf dieser Basts nicht zustande kommen wird. In jungtürkischen Kreisen ver­lautet, das Kabinett werde mit rein jüngtürkischen Mi­nistern rekonstruiert werden.

Die Friedensverhandlungen in China find von einem Erfolge mehr denn je entfernt. Die Friedens­fonferenz richtete am Dienstag an den Thron das Er­fuchen, feine Zustimmung zum Zusammentritt einer zahlreicheren und mehr repräsentativen Konferenz zu geben, die ermächtigt sein soll, über die Regterungsform zu entscheiden. Der Thron dürfte die Botschaft aber ab­lehnen.

Ein liberaler Block in Bayern. Unter der Wahl­parole gegen das Zentrum für den Proporz" haben fich in Bayern nunmehr die liberalen Parteien, der deutsche Bauernbund, der Altbayerische Bauernbund und die Sozialdemokraten, für die Landtagswahi gegen das Zentrum verbündet. Mit Rücksicht auf die relative Mehrheit, die in Bayern bei der Landtagswahl maßge= bend ist, wurde vereinbart: gemeinsamer Aufmarsch der Parteien, Ausschluß aller Gegnerschaft untereinander, geschlossene Wahl der Kandidaten durch sämtliche Bar­feten, wie wenn es für die eigene Partei wäre. Das Abkommen erstreckt sich auf das ganze rechts- und links­rheinische Bayern.

Neue Schwierigkeiten wegen des Kongoabkommens. Dem Pariser Figaro" zufolge macht Deutschland an= geblich neue Schwierigkeiten wegen der Frage der Ah­grenzung des Kongogebietes. Deutschland beansprucht bte dem abgetretenen Gebiet vorgelagerten Inseln und 80 Kilometer Uferland.

Kleine Nachrichten.

Das Kronprinzliche Sofmarschallamt gtbt folgendes Bulletin aus: Das Befinden Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Frau Kronprinzessin und des jungen Brinzen ist ein unverändert gutes. Weitere Be­richte werden nicht ausgegeben."

Das Befinden des bayerischen Prinzregenten ist in den letzten Tagen leider unverändert geblieben. Der Regent ist infolge der Muskelzerrung am rechten Ober­schenfel noch immer am Gehen verhindert.

nung eines Goldschmieds ein Geselle mit einem gela­denen Revolver. Blöblich ging ein Schuß los. Er ver­wundete eine Tochter des Meisters letcht und tötete deffen Frau, eine Mutter von neun Kindern. Der Ge­felle stellte sich selbst der Poltzet.

Blutige Weihnachten. In Essen wurde in der Nacht zum Dienstag etn Arbetter von einem sechzehn­fährigen Burschen erstochen. In der Nachbargemeinde Stoppenberg wurde ein aus Düsseldorf zu Besuch wei­lender Infanterist nach voraufgegangenem Streite durch Messerstiche tödlich verletzt.

Das 1, Garde- Dragoner- Regiment soll von Berlin nach Charlottenburg verlegt werden. Die neuen Ka­fernen werden in der Nähe der Döberitzer Heerstraße unweit des Reichstanzler- Blazeserrichtet werden, am Rande des alten Ererzterplages des Elisabeth- Regi­ments.

Berunglückte Bergiente. Infolge Besteigens eines falschen Förderforbes wurden in einer Kohlengrube bei Mons in Belgier dret Bergleute getötet und einer schwer verletzt.

Einen frisch- fröhlichen Marokkofeldzug führen wie­der einmal die Spanter. Bet Melilla griffen Eingebo­rene in der Nacht zum 23. Dezember die franischen Truppen an, wobei sich ein regelrechtes Gefecht ents wickelte. Die Eingeborenen wurden schließlich unter großen Verlusten zurückgeschlagen. Die Spanier hatten einen Verlust von einem Hauptmann und sechs Mann tot und 15 Mann verwundet. Am Sonntag früh fand ein neuer heftiger Angriff von mehreren tausend Ein­geborenen statt, wobet die Spanier mehrere Tote und Verwundete hatten. Unter den Toten befinden sich etn Oberstleutnant, ein oder zwei Hauptleute und ein Leutnant. Wegen Schwierigkeiten in der Uebermitte lung von Nachrichten sind die genauen Verluste noch nicht bekannt.

Am Weihnachtsabend verbrannt. Am Weihnachts­abend brannte eine Waldmühle bet Hirschberg( Schlef.) nteder, wobei ein 17jähriges Dienstmädchen den Tod in den Flammen fand. In Hirschberg selbst fand am Het­Itgen Abend bet der Explosion einer Petroleumlampe etne sechzigjährige Frau den Tod durch Verbrennen.

Ein großer Inwelendiebstahl ist in der Nacht zum Dienstag in Wien verübt worden. In einen Juwelter­laden in der Kronengaffe hatten sich die Einbrecher Eingang durch den Keller verschafft und Wertsachen im Betrage von 20 000 kronen gestohlen.

Eine politische Sensation in Wien. Die Wiener Neuesten Nachrichten" schreiben: Ein politisches Blatt bringt die sensationelle Meldung, daß Graf Aehrenthal

Die Herren von Dieskaut.

2)

Original- Roman von Franz Treller. ( Nachdruck verboten.)

Aus den Gerichtssälen.

Ein Grenadier als Brandstifter. Das Kriegsge richt der 17. Division in Schwerin verurteilte den Gre nadier Brügmann vom mecklenburgischen Grenadier­regiment Nr. 89, der, um vom Militär weg ins Zucht haus zu komment, drei Wochen nach seiner Einung desertterte und drei Getreidefeimen in Brand steckte, it fünf Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrnerlust, Ausstoßung aus dem Heere und Stellung unter Boltzet aufsicht.

Immer neue Schiffsfateftrophen werden gemeldet. An der französischen Küste sind am Sonntag allein 26 Schiffer und Fischer ums Leben gekommen. Gegenüber der Insel Ne siteß ein Dampfer mit einem Ftscher­boot zusammen. Zepteres ist sofort gesunken. Von der Besagung konnte niemand gerettet werden.

Granfame Tötung eines Negers. In der amerika­nischen Stadt Brooklin drang eine Volksmenge in das Gefängnis, holte einen Neger heraus und tötete ihn durch Arthiebe. Der Neger hatte am Abend vorher et­nen Weißen getötet.

Deinen Schwiegersohn, Mr. Stanley, fenne tch flüchtig, er genießt den Nuf eines vollkommenen Gentle mans, ich wußte nicht, daß er etne Deutsche geheiratet hatte. und Dich mußte das Geschick mir zuführen, um mtr die Heimat und die Jugend zurückzurufen!"

Wiederanfnahmeverfahren in einem Mordprozeß. Im Oktober 1906 wurde der Maurer Johann Berchtold vom oberbayerischen Schwurgericht in München unter der Anklage, am 15. Februar in seiner Wohnung an der Karlstraße in München dieMinisterialratsmitwe von Roos, deren Tochter Julte und die Köchin Marianne Gradl ermordet und beraubt zu haben, auf Grund von Indizienbeweisen zum Tode verurteilt und später vom Brinzregenten zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe be gnadint. Berchtold, der seine Strafe test im Zuchthaus verbüßt, hatte sowohl in der Verhandlung als auch nach feiner Verurteiluna fortgesetzt seine Unschuld beteuert. Nunmehr ist ein Wiederaufnahmeverfahren im Prozeß eingeleitet worden, denn es sollen Zeugen namhaft ge­macht werden können, die Bechtold um die Zett, da der Mord verübt wurde, in Schwabing gesehen haben.

Ausschreitungen des Berliner Janbagels. Am er­sten Feiertag früh 4 Uhr kam es bei einem Brande am Wedding zu unliebsamen Zusammenstößen zwischen der Feuerwehr und dem Janhagel. Es wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen.

,, Um Dich wieder lebendig zu machen für uns, Her­mann. Mein Kind kennt Deinen Namen als den des besten Freundes thres Vaters."

Banir in einem Kinematographentheater ent­stand am Dienstag abend in Berlin in der Frankfurter Allee. Gleich nach Beginn der Vorstellung war ein Film in Brand geraten. worauf ein Besucher in den Ruf " Feuer" ausbrach. Obwohl feinerlei Gefahr bestand, brach sofort eine Banik aus, wobei zwei Kinder getötet und mehrere Bersonen schwer verletzt wurden. Eine große Anzahl anderer Personen trug leichtere Verletz­ungen davon.

Ich bin hier nur Mr. Warthon und seit dem Kriege, der die Landstriche entvölkerte und Fremde hter­Herführte, wissen nur noch wenige, daß ich einst einen anderen Namen führte. Doch nun erzähle mtr von Dtr mein Herzensfreund!"

" Ja. Doch vorher noch eine Frage, Du darfst ste nicht übernehmen aber.

" Frage!"

-

" Hmes ist da in Deiner Geschichte einiges nicht

ganz klar

" Und was?"

Vermischtes.

Eine Fürstengrnft erbrochen. Montag nachmittag wurde einer Wiener Meldung zufolge auf dem zur Auf­laffung bestimmten Kirchhof von St. Mare von unbe fannten Tätern die Gruft des Fürsten Alexander Kara­georgewitsch, des Vaters des Königs von Serbien, era brochen und der Schädel der Leiche gestohlen. Die Tat wurde gestern von einem auf dem Friedhof beschäftig­ten Gärtnergehilfen entdeckt. Die Polizeikommission stellte fest, daß nur der Schädel fehlt. Die Ordenssterne an der Uniform und zwei Ringe an der Hand des Toten wurden unberührt gefunden.

Massentod durch Vergiftung. Im städtischen Obdach in der Fröbelstraße aut Berlin erkrankten ge= stern abend eine Anzahl Personen unter Vergiftunas­erscheinungen. Bis heute mittag sind bereits fünfzehn geftorben. Die Ursache der Vergiftung konnte bisher nicht ermittelt werden, tedoch scheint es sich um Ver­giftung durch Nahrungsmittel zu handeln, welche die Obdachlosen mit in das Asyl gebracht haben.

" Warst Du dem Gesetze nach wirklich verheiratet?" Gewiß!"

» Hm, sonderbar!"

Wie meinst Du?"

Eidedung neuer Diamantfelder in Südafrika. Bei Bloemhof, einem Ackerbaugebiet am Baalfluffe, unge­fähr hundert Metlen nördlich von Kimberley ist ein neues Diamantenfeld entdeckt worden, das in London hervorragendes Intereffe erregt hat. Die englischen Diamantenhändler haben allerdings noch feine Steine von dem neuen seis erhalten und in offiziellen Kret fen ist noch wenig davon bekannt. Die Tatsache von der Auffindung des neuen Diamantenfeldes wurde zu­erst sehr geheim gehalten, als die Nachricht aber allmäh­lich durchfickerte, strömten Tausende von Diamanten suchern nach den neuen Eldorado. Bloemhof hat dt­refte Bahnverbindung mit Kapstadt, Johannesburg und Bretoria. 12 000 Diamantensucher befinden sich be retts an Ort und Stelle und haben 20 000 Diamanten felder abgesteckt. Wenn sich die auf die neute Diaman tenquelle gefesten Erwartungen erfüllen, werden bis zum Frühjahr schätzungsweise 350 000 elder abgesteckt fein. Die Bretfe für Lager in Bloemhof sind bereits jest außergewöhnlich hoch. Der Lagerbalter, der sich als Unternehmer dort niedergelassen hat, nimmt täg­fich airfa 2000 Mark ein, wovon der größte Teil ret­nen Verdienst darstellt.

Das unvorsichtige Spielen mit Schußwaffen hat abermals Leid über eine Familie gebracht. In Ober­stein hantierte am Weihnachtsheiligabend in der Woh­

,, Na, siehst Du- die Sache ging mir damals sehr nahe, als ich davon erfuhr- und als ich von Ostpreußen zurückkam, habe ich mich natürlich, weil Du in der Ferne und warst, darum gefümmert zum Henker- da muß irgendwo ein Haken setn denn Dein Bruder fagte, rechtgültige Beweise für eine Ehe seten nicht vor­handen."

-

So? So sagte er?"

Ewald erschrack über den Ausdruck von Grimm, der in dem Gesichte des Freundes erschien.

Ich hatte auch gehört, es set ein Kind von Dir da, um das wollte ich mich zuerst bekümmern ich hatte erfahren, daß Deine Frau in Breitenbach gestorben war und da habe ich Deinen Jungen bet der Amme auch gesehen."

as?" schrie der so ruhige Pflanzer in schrillem Tone und seine Augen blitzten zornig auf. " Ja, Alter, so sagte er."

Hermann von Dieskau wurde sehr bletch bet dtesen Worten und nur stammelnd brachte er die Frage her­

vor:

Was was? Wen hast Du gesehen?" " Deinen Jungen; zwar munkelte man auch in dem Dorfe, die Mutter set nicht richtig verheiratet gewesen aber

Der Berliner Bosiräuber Cavello, der, wie erinner­Itch vor kurzer Zeit vor einem Berliner Bostamt in Ge­meinschaft mit dem Postillon Wendt aus einem Bostwa­gen Wertpapiere im Betrage von ungefähr einer Mi­Iton Mark Stahl und noch in der gleichen Nacht verhaf tet wurde, splett augenblicklich im Untersuchungsge­fänants den wilden Mann". Er schimpft und tobt den ganzen Tag und fordert von der Bostbehörde seine Mintonen", die man thm geraubt habe, zurück. Die An­flage gegen ihn und seinen Komplizen Wendt ist jest erhoben worden. Da sich jedoch auf Grund feiner Fa­miltengeschichte und feiner Vergangenheit zweifel an feiner geistigen Intafiheit eraeben haben, ist von set­nem Rechtsbetstand bei der Beschlußkammer der An­traa nestellt worden. den Anneflagien auf seinen Get­steszustand unternchen zu lassen.

Dieskau blickte gleich einem Geistesabwesenden auf Felbeck.

,, Du sahst meinen Sohn?"

Bei der Amme. Ich gab der Frau Geld und sagte ihr, ich würde für das Kind sorgen, bis Du dies selbst übernehmen würdest, denn Dein Bruder hatte mir er­klärt, er bedaure, außer Stande zu sein, sich Deines illegitimen Sprößlings anzunehmen."

Und dann? Und dann?"

,, Als ich ein paar Wochen später wieder einmal hinausritt, erfuhr ich, daß ein älterer Verwandter Det­ner Frau das Kind abgeholt habe."

Gin armer Retcher. In Tolfemib bet Dresden starb der Rektor a. D. Rademacher. Er lebte mit seiner

Die Aufregung, in die diese Mittellung Dieskau versette, mußte gewaltig sein. Mit ungleichen Schriften ging er in dem Zimmer auf und ab, schwer atmend, und Felseck vernahm den Ausdruck: D, Schurke, Schurke!"

Endlich blieb er vor Felseck stehen, setn Gesicht sagte deutlich, welcher Sturm in seinem Innern tobte.

,, Ja, lieber Hermann, da fragst Du mich zu viel, das weiß ich nicht. Ich durfte annehmen, daß das Kind gut versorgt set und habe mich nicht mehr um fein Schicks fal geflimmert ich hetratete bald darauf, auch kam der Krieg!"

,, Und es verhält sich so, wie Du fagtest- es ist kein Irrtum möglich?"

,, Netn, fither nicht."

" Wte hieß die Frau, dte das Kind bolte?"

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Wieder schritt Dieskau auf und ab und murmelte: Und das verschwieg er mir. Warum? Mein Lebep wäre weniger öde gewesen."

Dann wandte er sich wieder an Felseck. Der Knave kann noch leben?" Warum nicht?"

Gott gebe es, Gott gebe es!" Lebt mein Bruder noch? Wo tst er?" Er ist Majoratsherr von Dieskau." " Wie?" äußerte Dieskau sehr erstaunt. " Deine Vettern fielen 1866 und 1870 und der älteste Verheiratete hinterließ keine Kinder, da kam das Ma­forat an Deinen Bruder."

,, nd tch? War ich tot?"

" Die militärtschen Blätter berichteten so, Her­mann." Ich war im schlimmsten Falle verschollen, für tot erklären fann mich das Gesetz erst nach dreißig Jahren." ,, Mag sein, aber fedenfalls ist Dieskau auf ganz ge­setzlichem Wege in Detnes Bruders Besitz übergegan gen."

,, Das ist seltsam!"

" Ich habe keinen Verkehr mit ihm, denn wir waren uns nie recht gewogen Bodo und tch; aber ich hörte, es soll eine unordentliche Wirtschaft auf Dieskau herrschen." ,, Genug davon, Ewald, sprich mir jetzt von Dir." Es schien eine Umwandlung mit ihm vorgegangen zu sein, denn der so ruhige, gelassene, fast apathische Mann, als der er dem Freunde erschienen war, zeigte jetzt eine überraschende Lebhaftigkeit. Seine Gesichts­zutge, das blitzende Auge, die raschen Bewegungen ließen ibn viel jugendlicher erscheinen, als er wirklich war.

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