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Tochter in den fümmerlichsten Verhältnissen. Jetzt hat man unter dem Bette des Verstorbenen in vier Bigar rentisten 140 000 Mart in barem Gelde und bet weite ren Nachforschungen 160 000 Mart in Wertpapteren vorgefunden. Es tit festgestellt worden, daß Rademacher und seine ebenfalls kürzlich vor ihm verstorbene Toch­ter an Entfräftung zugrunde gegangen sind. Der Son­berling hat fein Vermögen ben beiden Tierschutzver­einen in Berlin und Breslau vermacht. Der Staat wird allerdings vorher die hinterzogenen Stenern bean­spruchen.

Russischer Schnapsdurst. Der St. Petersburger Herold" weist auf Grund des Berichtes, den die Hauptverwaltung für Kronsbranntweinbedarf" über Das Jahr 1910 erstattet, auf den großen, von Jahr zu Jahr wachsenden Schnapsverbrauch hin. Schon im Jahre 1909 wurde so viel Wodka getrunken, daß man damit einen Kanal hätte füllen können, der bei einer Breite von mehr als 10% Meter und einer Tiefe, wie die Wolgadampfer sie erfordern, eine Länge von unge­fähr 445 Kilometer befäße. Die Mehreinnahme aus dem Branntweinkonsum vom Jahre 1910 gegen 1909 betrug nicht weniger als 44 Millionen Rubel. Im Durchschnitt entfällt auf jeden Einwohner ein Jahres­fonfum von 12 Wedro( etwa 147 Liter), in einzelnen Gouvernements, wie St. Petersburg und Moskau, so­gar von 30 Wedro( annähernd 369 Liter).

Geburt und Zod in einer Weltstadt. Im Jahre 1910 starben in Nenyork nicht weniger als 76 742 Men­schen. Bon allen Großstädten der Welt hält Neuyork sowohl in dieser Beziehung, wie auch in Hinsicht auf die Zahl der Geburten den Reford. In London z. B., das rund 70 000 Einwohner mehr zählt als Neuyort, flor= ben und kamen zur Welt rund je 15 000 weniger Men­schen. Eine Berechnung ergibt nun das überraschende Resultat, daß in jener amerikanischen Metropole täg­Hich 210 Sterbefälle vorfamen. In 4 Stunden sterben 35 Einwohner Neuvorts, ungefähr alle 7 Minuten er­Iffcht dort ein Lebenslicht. Bei einer Gesamtzahl von 129 080 Geburten im Jahre 1910 treffen auf den Tag rund 350, auf die Stunde rund 15 Geburten. Alle 4 Minuten tanu in Neuvorf ein Menschenfind das Licht der Welt erblicken, wenn ihm nicht die Wolkenkratzer die gute Aussicht versperren.

Eine Schwindlerin engros wurde von der Berliner Kriminalpolizet festgenommen. Es handelt sich um eine 35 Jahre alte Frau, die schon wiederholt vorbe­straft ist. Sie machte sich bei Verbüizung einer Strafe an eine Mitgefangene heran, besuchte diese nach ihrer Entlassung und teilte ihr mit, daß sie Beschäftigung für fte habe. Sie habe eine Garderobe zu vermieten und tönne diese nur jemanden geben, der eine Raution von 200 Mark stelle. Die Frau schenkte ihrer früheren Mit gefangenen volles Bertrauen, ging darauf ein und wurde natürlich ihr Geld los. Sodann machte sich die Gaunerin an eine Dame heran, die Beschäftigung suchte, schwindelte ihr vor, daß sie in Heringsdorf eine Ben­sion befize und für diese eine Hausdame suche. Diese Stellung nahm die Dame an und stellte auch die Bürgschaft. Bald darauf fuhr sie nach Heringsdorf, tehrte aber enttäuscht zurück. da sie vergeblich nach der Benfion gesucht hatte. Zu Hause fand sie eine zweite Ueberraschura; die einstweilen zurückgelassenen Sa­chen hatte die Gaunerin durchsucht und außer mehreren Gegenständen ein Sparkassenbuch über 800 Mart mitge= nommen und das Geld sofort abgehoben. Bald darauf lernte fte etn Ehepaar kennen, das gern ein Kind ge­habt hätte. Diesen schwindelte sie vor. daß sie eines zu vergeben habe, und nannte ein Dienstmädchen in Ber­lin, das ein Kind verschenken wolle. Als die Leute nach Berlin fuhren, um das Mädchen aufzusuchen, ergab sich, daß dieses niemals Mutter gewesen. Dieser letzte Schwindel führte zu ihrer Verhaftung.

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Renyorks neueste Gesellschaftsköniginnen. In den retchen Kreisen der nordamerikanischen Metropole er­wartet man- wie von Neuyorker Blättern berichtet wird daß Mr. Alfred Vanderbilt und seine junge Gattin troß threr Vorliebe für England nach den Ver­einigten Staaten zurückkehren werden, um den präch= tigen Palast in der Fünften Avenue, der so viele Jahre der Sammelpunkt von Neuvorkserklusiven Vierhun­dert" gewesen ist, zu ihrem dauernden Heim zu erwäh­Yen. Eigentlich betrachten Eingeweihte es als selbstver­ständlich, daß die jungen Vanderbilts sehr bald in dem bekannten Vanderbilt- Valais Wohnung nehmen. Und dann dürfte einer der bemerkenswertesten und interef= Jantesten Gesellschafts- Wettkämpfe beginnen die je in der Hudsonstadt zwischen zwei Eliteparteien ausgefochten wurden. Der neuen Mrs. Vanderbilt steht die neue Mrs. John Jacob Astor vollkommen gleichberechtigt gegenüber. Diese beiden gleich schönen. gleich jugend­lichen und gleich bezaubernden Millionärsgattinnen find geborene Gesellschaftsköniginnen, und da voraus­fichtlich keine der anderen freiwillig den Vorrang über­Tassen wird, können sie eben nur als Rivalinnen auf­treten.

Die Gefahr der Tropfflaschen. Von der Therapeu­Hschen Gesellschaft in Varis hat Dr. Bron Klage darüber geführt, daß die teßt allgemein in den Apotheken einge=

" Sprich nur, ich höre schon," sagte er noch einmal, als Felseď zögerte, der Aufforderung zu entsprechen.

Ach, von mir ist nicht viel zu erzählen, Hermann. Bur richtigen Zeit wurde ich Premter und Rittmeister. Ich hatte das Glück, etn feltenes Wesen für Herz und Haus zu finden, das mich rauhen Burschen zum Ehe­gespons nahm. Die beiden Kriegsjahre unterbrachen bas monotone Garnisonleben und an der Majorsecte ging ich ab, wie es im Schicksalsbuche vorgeschrieben stand. Aber ich habe gute Kinder, eine prächtige Alte und bin ein glücklicher Mensch."

" Wie Du es verdienst, Ewald." " Mein Malchen, die älteste, wirst Du ja kennen lernen."

Ja, Ewald, heute noch!"

" Wie, Du wolltest?"

" Ich kann mit den Neuigketten, die Du mir ge­bracht, jetzt nicht allein breiben, es tobt zu gewaltig in mir. Ich begleite Dich zu Stanley, er wird den sonder­baren Nachbar ja nicht von der Türe wetsen, und ich lerne Deine Tochter kennen. Ich lasse meinen Renner fatteln, das Maultier rette ich nur, wenn ich nach den Feldern sehe, und wir wollen wie früher die Gäule ordentlich ausgreifen lassen."

" Jetzt, Hermann, kenne ich Dich erst wieder." " Komm, mein alter Junge, wir wollen denen hter zetgen, wie Preußen im Sattel ftzen."

Die laue Nacht war hereingebrochen und bald don­nerten die Hufe der betden Renner, die die Freunde trugen, die breite Straße entlang.

Stanley war nicht wenig erstaunt und zugleich er­freut, den Sonderling bet sich zu sehen, der ihm so nahe wohnte und doch ihm wie allen anderen so fern stand. Und das Staunen ward nicht geringer, als er in Mr. Warthon einen Jugendfreund seines Schwtegervaters begrüßte und von den seltenen Begebenhetten hörte, die betde Freunde so lange fern von einander gehalten

führten Tropfflaschen trotz threr scheinbaren Zweckmä­Bigkeit gewiffe Gefahren heraufbeschwören können. Bet wässerigen und alkoholischen Flüssigkeiten nämlich ge­ben diese Flaschen viel zu große Tropfen, und Dr. Pron hat festgestellt, daß beispielsweise ein Kranter, der 0,7 Gramm einer alkoholischenTinktur einnehmen soll, durch Vergrößerung der Tropfen tatsächlich ein ganzesGramm erhält. Dieser Hinweis verdient Beachtung, da bei man­chenArzneien der angegebeneUnterschied bereits wesent­lich für die Wirkung sein kann. Anderseits wird es nicht zu schwer sein, von vornherein inbetracht zu ziehen, daß verschiedene Flüssigketten Tropfen von verschiedenen Größen ergeben, sodaß die Form der Flaschenöffnung nur einen Teil ihres Einflusses ausübt.

Die fostspieligfte Mietswohnung der Welt. Bei der Rückkehr von seiner Hochzeitsretse wird der Millionär Vanderbilt seine junge Frau in ein ganz einzigartiges Heim führen, das im obersten Stockwerf eines neuen, prächtigen Wolfentrazer- Hotes Itegt. Dieses Hotel trägt außerdem auch noch den Namen Vanderbilts. Es wetteifert an Pracht und Glanz der Ausstattung ohnehin schon mit den luguriösesten Gasthäusern Neuyorks, aber das Stockwert, das das junge Ehepaar beziehen wird, macht Anspruch darauf, die kostspieligste Wohnung Neu­yorks, ja der ganzen Welt zu sein. Sie enthält einen Spetsesaal, der durch zwet Etagen geht, und umfaßt eine prachtvolle Flucht herrlicher Empfangsräume und Sa­Lons. Die jährliche Miete, die Vanderbilt fitr diefe Wohnung anlegen muß, beträgt 170 000 Mart. Dabet genteßen die Bewohner dann aber freilich auch alle Vorzitge, die ein erftflaffiges Hotel zu bieten vermag.

Ein neues Fallschirm- Lenchtaefchoß" von Krupp. Wie der Inf." mitgeteilt wird, hat die Firma Krupp auf ein neues Leuchtgeschoß, das mehrere bedeutsame Neueinrichtungen aufweist, ein Patent erhalten. Das Leuchtgeschoß ist nämlich mit einem Fallschirm versehen, dadurch hält sich das Geschoß länger in der Luft. Be­fanntlich haben die Leuchtgeschosse, die zur Beleuchtung des Geländes während des Kampfes zur Nachtzeit jetzt verwendet werden, den Nachteil, daß sie nicht lange ge­nug in der Luft bleiben und ihre Leuchtkraft ausüben. Trotzdem die bisherigen Leuchtgeschosse schon ausge­zeichnete Leistungen aufzuweisen haben, würden sie th= rer Bestimmung noch mehr entsprechen, wenn es eine Möglichkeit gäbe, ihre Leuchtdauer, d. h. thren Aufent­halt in der Luft zu verlängern. Das neue Kruppsche Leuchtgeschoß scheint diese Vorteile aufzuweisen, denn es ist mit einem Fallschirm versehen, der sich öffnet, sobald das Geschoß durch die Luft fliegt. Dadurch wird die Flugdauer vergrößert, da das Geschoß langsamer zur Erde niedergeht.

Ein Liebesbrama am Telephon wird aus Port­land in Oregon gemeldet. Eine reiche Frau namens Eman Robinson, die kürzlich von ihrem Manne ge­schieden wurde, stand schon seit längerer Zeit in enger Freundschaft zu einem reichen Chikagoer Kaufmann na mens Franz Cockrell, dem sie vor einiger Zeit nach einem Theaterbefuch einen Heiratsantrag machte. Mr. Cockrell hatte abgelehnt. Am Sonntag morgen num wurde er von Frau Robinson telephonisch angerufen. Die Dame teilte ihm mit, daß sie ihn ftef Itebe und ohne ihn nicht leben könne. Er lehnte wieder ab und sagte thr, die Freundschaft, die ste belde miteinander

Der Untergang einer englischen Flotte.

Eine schauerliche Weihnachtsnacht war die vor 100 Jahren, die Nacht, die dem Heiligen Abend des Jahres 1811 folate. Wohl das größte Seeunglück, daß in den letzten Jahrhunderten bekannt wurde, ereignete sich da mals: die Strandung englischer Schiffe an der Küste Jutlands und Hollands. Insgesamt verlor die eng lische Flotte bei dieser Katastrophe in einer Nacht wohl etwa 3000 Menschen.

Mitte Dezember batte die englische Flotte, die 230 Segelschiffe umfaßte, die Ostsee verlassen. Dreißig Schif fe davon sollten Kriegsmaterial nach England bringen, die übrigen gehörten zur Handelsflotte. Ein Geschwa der von größeren und kleineren Kriegsschiffen, St. George" mit 98 Kanonen und 752 Mann, Defence" mit 94 Kanonen und 600 Mann, dret andere größere und mehrere fleinere Schlachtschiffe begleiteten jene Flotte fie zit beschitzen. Da erhob fich bereits am Morgen des 24. Dezember ein heftiger Sturm, der im Laufe des Ta ges immer mehr zunahm. Zunächst strandete Defence". man fappte die Masten und hoffte so durch die Erleich terung des Schiffes die Mannschaft au retten. Aber im mer fürchterlicher tobte der Sturm, die See erhob sich immer höher, die Brandseen stitraten über das gestran dete Schiff, das zu der älteren Fahrzeugen gehörte und dem Sturm nicht Tros aut bieten vermochte, so daß sich der Schiffsrumpf nach und nach auflöste. Nur ein vaar Menschen von der ganzen Besaßung tamen lebend das von. Unter anderen waren auch fitnf Frauen an Bord, eine davon war die Gattin eines Offiziers, deren Sohn ebenfalls Kadett auf dem Schiff war. Der Offizier band den Knaben an ein Bradstitch und warf ibn ins Meer hinaus, in der Hoffnung, er werde so lebend von den Wellen ans Land getragen werden. Diese Hoffming trog auch nicht. Die Eltern aber, die sich dann selbst an Planfen festaebunden hatten, wurden als Leichen ans Land gespillt.

Noch schlimmer erging es dem Admiralsschiff St. George", das mit seinen 752 Mann strondete, von denen feln einziger gerettet wurde. Zwölf Stunden lang fämpfte die Mannschaft unter unsäglichen Qualen mit den übermächtigen Wellen. Vom Lande aus fab man machtlos zu, wie ein näuel von einigen hundert Men­schen durch eine mächttae Sturzwelle begraben wurde. Mehrere hundert Menschen sprangen in die Wellen, in der Hoffnung, das Ufer zu erreichen: feinem glückte e8. Schließlich nahm die wütende See die letzten anf. Von den 1400 Mann beider Schiffe waren nur etwa ein Dußend gerettet.

Von den übrigen Schiffen hatten die meisten die Küste Sollands erreicht: allein auch dort tobte der Sturm. Ein Linienschiff Sero" ging mit Mann und Maus unter, von einem anderen Kriegsfchiff retteten fich zwölf Mann, von der Fregatte Manila" ging der größte Tell der Mannschaft unter. Am Weihnachtsmor aen war der Hitländische Strand mit Leichen und Wrac ftücken überfät.

verbinde, reiche nicht aus, um Garantien für eine glid Friedensverhandlungen in Konftantinopel?

liche Ehe zu bieten. Darauf rief fie ihm zu: Franz, höre, was jetzt geschteht!" Durch den Telephondraht Hörte er den Knall eines Revolvers. Er eilte darauf fogleich in die Wohnung der Frau Robinson und fand fie mit einem Schuß in der Herzgegend schwer verwun­det auf.

Das gute" und das schlechte" Aussehen. Nicht nur beim großen Publikum, sondern auch unter Aerzten spielt die Frage nach dem Aussehen" des Patienten eine wichtige Rolle. Wie Profeffor Moffe in der Bett­schrift: Soziale Hygiene" ausführt, tst des öfteren die Auffassung verbrettet, daß man den Grad der Gesund­heit schon äußerlich vom Gesicht ablesen könne. Jeder Arzt kennt das blaffe Aussehen des Krebskranken, das eingefallene Gesicht des Schwindsüchtigen, die leicht ge­dunsene Haut des Nierenkranken. Den Rustand des Fiebers erkennt man an den geröteten Wangen des Kranken. Zum gefunden Aussehen gehört eine Retch­Haltiakett des Fettgewebes der Saut im Gesicht, ande­rerseits ein gewiffer Grad von Rötung und Bräunung der Hautfarbe. Bezüglich der Rötung und Bräunung der Haut begegnet man oft der Auffassung, als ob die ser Rustand tdenttsch mit dem Rorhandensein der Ge­fundhett wäre, sein Fehlen andererseits als ein Zeichen von Krankheit angesehen werden müffe. Nichts aber tit verkehrter als diese Auffassung. Denn es gibt z. B. Blutarme mit geröteten Wangen, deren Aussehen ge­radezu als blühend bezeichnet werden muß. Eine an­dere Reihe von Menschen erscheint dauernd blaß, ohne daß die Blutuntersuchung dafür einen. Anhaltspunkt gibt. Jeder kennt auch das gebräunte Aussehen des Landarbeiters, und doch weiß man hierfür gibt es eine Reihe ausreichende statistische Mitteilungen daß der Landarbetter häuftg an Tuberkulose erkrankt, wenngleich nicht so häufig wie der in der Industrie beschäftigte Arbeiter.

hatten. Felsecs Tochter nahm den threm Vater so teu­ren Mann mit all der Herzlichkeit auf, die den Deut­schen eigen ist. Dieskaut hatte sett Jahren nicht beutsch gesprochen und die Unterhaltung wurde, da auch Mr. Stanley diefer Sprache mächtig war, nur deutsch geführt. Als dann später Felsect seine Tochter veranlaßte, fich an den Flügel zu sehen und sie aufforderte, dem so lange vermißten Kameraden die alten preußischen Soldaten­lieder und Märsche vorzuspielen, und sie alsdann die Melodie Ich bin ein Preuße" und den Hohenfried­berger Marsch" kräftig ertönen Iteß, da Itefen Dieskau in der Erinnerung an die Vergangenheit und an das Vaterland die Tränen langsam über die Wangen. Denn nimmer und nimmer verwischt Auch das wildeste Weltgetriebe

Das Bild Hef im Herzen und nimmer erlischt Zum Heimatlande die Liebe."

Mit der persönlichen Vergangenhett ftteg für Dtes­kau an diesem Abend auch das Vaterland in all setner Pracht und Herrlichkelt empor.

Einige Tage später aber war er bereits auf dem Wege nach Europa.

In dem kleinen Kirchhof des Dorfes Breitenbach, der einsam unter schattigen Bäumen an der Landstraße lag, trat ein hochgewachsener, vornehm aussehender Herr, den etn Wagen von der etwa dret wegstunden entfernten Garnisonstadt hierher geführt hatte. Der schon ergraute Herr, deffen Haltung dennoch von Kraft zeugte, betrat langsam, Hefernsten Angesichts dte Stätte des Todes und sein Auge überflog die Gräber, zwischen denen er suchend hinschritt. Ein Kreuz aus weißem Marmor ftel thm auf. Es stand zu Häupten eines Gra bes, das einen einfachen Blumenschmuck trug.

Er trat näher.

Sein Blick traf die Inschrift und lebhafte Bewegung

Wie Partier Blätter aus angeblich verläßlicher Quelle zu melden wissen, werden tatsächlich seit 14 Ta= gen in Konstantinopel durch italienische Unterhändler Friedensverhandlungen mit der forte gepflogen, die noch fortdauern. Man hofft in Rom, noch vor Ende Januar zu einem definitiven Friedensschluß zu gelangen.

Kriegsberichte.

Das türkische Kriegsministerium veröffentlicht ein Telegramm des Kommandanten von Tripolis, wonach am 19. d. m ein italienisches Regiment mit einigen Gebirgsbatterien einen Vormarsch unternommen habe, infolge des Widerstandes der türkisch- arabischen Streit Träfte jedoch zum Rückzuge gezwungen worden set. Die taltener feten bis Ainzara verfolgt worden und hätten funfzig Tote gehabt. Auf Seiten der Türken felen 12 Mann gefallen und 32 Mann, unter ihnen ein Offl­ater, verwundet worden.

Ein aus italienischer Quelle stammender Kriegsbe­richt meldet vom 26. Dezember: Nach einem aus Beng hafi enigetroffenen Funfentelegramm begann der Feind am Montag den Vormarsch auf Benabhaft. Gegen 10 Uhr vormittags entwickelte sich die feindliche Schlacht- te Iinie in einer Gesamtstärke von einigen tausend Mann mit Geschützen vor der östlichen Front der italienischen Stellungen. Das bewegte Meer machte ein Eingreifen der Schiffe unmöglich. Der Feind ging langsam auf die ttalienischen Schanzen vor. Als er sich ihnen auf zwet Kilometer genähert hatte, eröffneten die Italiener bas Geschüßfeuer und brachten den Angriff zum SHülstand. Der Feind erlitt bedeutende Verluste und zog sich bet Sonnenuntergang zurück. Die Italiener hatfen feine Verluste.

zeigte sich in dem trop der Jahre noch immer schönen Antlitz des alten Herrn.

Auf dem Kreuze stand nichts als der Name ,, Marie" in vergoldeter Schrift und darunter geb. 1840, geft. 1862 mit den genaueren Daten und den Worten: Ruhe in Frieden."

Eine tiefe feeltsche Erschütterung spiegelte sich in dem Antlitz des Mannes wieder und heiße Tränen rannen langsam aus umflorten Augen hernieder. Er faltete die bebenden Hände, den Blick immer auf das Grab gerichtet. Lange stand er so. Tiefe Ruhe herrschte ringsum, denn die Landstraße war einfam und selten nur betrat ein Dorfbewohner den kleinen Kirchhof.

Bloß die Blätter der Bäume rauschten Ietse im lauen Winde.

Es war sHll und feierlich an der Stätte, wo die Toten ruhten und feierlicher Ernst beherrschte auch des Mannes Seele.

Er stand an der Stätte, wo die Nefte des Wesens ruhten, das ihm das Liebste auf der Welt gewesen war; dieses Grab barg das so rasch entschwundene Glück set­nes Lebens.

Armes, liebes Welb," sagte er leise und innig, tann Dein feltger Getst herabblicken auf diese Welt des Leidens, so stehst Du, daß ich Dein Bild im Herzen trage, so lebendig wie in den Tagen der Jugend und des unendlichen Glückes. Meine Marte!"

Eine Weile noch stand er in ernstem Sinne da, Zwiesprache Haltend in seiner Seele Tiefe mit dem unt fterblichen Teile derjenigen, die ihm noch heute teuer war. Wer hat Dein Grab geschmückt, Marie? Wer pflegt Deine letzte Ruhestätte? Ich fürchtete vielleicht vergebens fuchen zu müssen nach einem verfallenen Hiigel."

( Fortsetzung folgt.)

Tießen

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