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avenerstr. 28

Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­Erscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk.

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jeden Werktag früh.- Die Humoristischen Blätter". Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer.

Nr. 50*

Telephon: Nr. 362.

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umsonst

Der Verlag.

Reichstagswahlvorbereitungen.

-e Gießen, 28. Febr. Uebermorgen Donnerstag, abends 8 Uhr, wird der Kandidat der Wirtschaftlichen Vereinigung, Oberlehrer Dr. Werner, hier im Saale des Cafe Leib sprechen. Außerdem auch der noch als sehr gewandter Redner bekannte Stadtverordnete Rip­pel- Hagen. Alle Wähler der Stadt und näheren Um­gegend sollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, nachdem der freisinnige, der nationalliberale und der sozialdemokratische Kandidat hier gesprochen, nun auch Dr. Werner noch mit anzuhören.

-e Gießen. Am vergangenen Sonntag haben sei tens der Wirtschaftlichen Vereinigung im hiesigen Wahl­freis 15 Wählerversammlungen stattgefunden. Ganz be­sonders gut besucht waren die in Grünberg und Nie­der- Ohmen, wo Oberlehrer Dr. Werner und Reichs­tagsabgeordneter Graef gesprochen haben.

-

Wetzlar, 28. Febr. Am vergangenen Sonntag fanden in Frankenbach, Erda, Mudersbach, Gr. Alten­städten, Ober- und Niederlemp stark besuchte christlich- soziale Versammlungen statt. In den ersten drei sprach Redakteur Raffenbeul- Bielefeld, in den letzten drei Parteisekretär Albertsmeier- Dillenburg. In sämtlichen Versammlungen wurden die Lügen, die von gegnerischer Seite über den Abgeordneten Behrens verbreitet worden sind, daß er für die Zündholz, Ta­bat- und Kaffeesteuer gestimmt hätte, widerlegt. Wie bekannt, hat Behrens gegen diese Steu­ern gestimmt. Ebenso wurde die Wetzlarer Zeit ung" empfohlen. Von den letzten drei Versammlungen liegen uns eingehende Berichte vor, die wir aber wegen Raummangel nicht wiedergeben können; nur das wollen wir hervorheben, daß in allen sechs Ortschaften große Begeisterung für die christlich- soziale Sache herrscht.

-b- Rodheim a. d. Bieber, 28. Febr. Heute abend 8 Uhr findet eine Versammlung der christlich- sozialen Partei beim Gastwirt Schlierbach statt, in der Parteisekretär Riffel über die politische Lage sprechen

wird.

* Nierstein. Am Sonntag fand hier eine Wahl­kreiskonferenz der Christlich- sozialen Partei für den Kreis um Stellung zur Mainz- Oppenheim statt,

nächsten Reichstagswahl zu nehmen. Es ist eine eigene

Kandidatur geplant.

Aus dem Parteileben. Essen. Am 20. Febr. fand hier ein gut besuch ter christlich- sozialer Bezirksparteitag statt, den Bezirksvorsitzender Pastor Ke u del eröffnete und leitete. Der Bezirksbericht ergab ein günstiges Bild der Entwickelung. 377 Versammlungen wurden im ver­flossenen Jahre abgehalten und von 6243 Personen be­sucht. Etwa die Hälfte der Besucherzahl konnte in den verschiedenen Formen organisiert werden. Die Wahl des Vorstandes ergab die einstimmige Wiederwahl des alten. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den Vortrag des Reichstagsabgeordneten Behrens. Dem Vortrag folgte eine rege Aussprache. Mit einem begeistert auf­genommenen Hoch auf den Kaiser wurde der Parteitag geschlossen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 28. Februar.

*) Gießen. Die hessische Oberbergbehörde hat der Gewerkschaft Vogelsberg zu Gießen auf Mut­ung vom 20. August 1909 für das Bergwerk UI=

Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

sowie vieler anderer

"

des Großherzoglichen Polizei Amtes

Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83.

( Haus Brüder Schmidt.)

Dienstag den 28. Februar 1911

rich" in den Gemarkungen Feldkrücken, Rebgeshain, Ul­richstein, Rudingshain, Kreis Schotten und der Ge­markung Engelrod, Kreis Lauterbach mit einem Felde von 2 000 000 Quadratmetern, ferner für das Bergwerk Grüner Berg" in den Gemarkungen Rebgeshain, Ulrichstein, Feldfrücken, Rudingshain, Kreis Schotten und der Gemarkung Engelrod, Kreis Lauterbach mit einem Felde von 2 000 000 Quadratmetern, weiter für das Bergwerk Hochland" in der Gemarkung Her­chenhain, Kreis Schotten und der Gemarkung Greben­hain, Kreis Lauterbach, mit einem Felde von 1 999 999 Quadratmetern und für das Bergwerk Hartmann" in den Gemarkungen Hartmannshain und Herchenhain, Kreis Schotten und Bermutshain und Grebenhain Kreis Lauterbach mit einem Felde von 1 999 999,835 Qua­dratmetern, zur Gewinnung der in diesen Feldern vor­kommenden Eisenerze die Bergwerks- Eigentumsrechte verliehen.

Gießen. Am Samstag fanden bei starker Be­teiligung die Kaufmannsgerichts- Wahlen statt. Es wurden gewählt: Adolf No 11, Fr. Hol= terhoff, August Noll und Moritz Strauß als Arbeitgeber; Karl Schwarz, Heinrich Emrich, Hch. Wahl und Emil Albert als Handlungsgehilfenver­

treter.

In

-ö- Gießen, 27. Febr. Und dräut der Winter noch so sehr, es muß doch Frühling werden! Das Wetter weiß jedoch augenblicklich noch nicht recht wie es werden will, einmal ist es ganz wie im Frühjahr, dann aber wieder stürmt's und schneit es. Ja, der Winter ist ein starker Geselle, der sich so leicht nicht werfen läßt! der Natur aber geht es trotzdem merklich aufwärts. Die Tage haben schon wesentlich zugenommen. An Bäu­men und Sträuchern beginnen die Knospen zu schwellen, Fink und Amsel schlagen, Stare pfeifen und sogar eine Lerche ließ gestern früh am Philosophenwald ihre ju­bilierenden Töne vernehmen. Auch im Menschenherz er­wacht neues Hoffen, neues Sehnen.

Gießen. Am Sonntag hielt Herr Hir 3- Sie gen im Evang. Arbeiterverein einen Vortrag über: Die Gewerkschaftsfrage".

*

Gießen. Die Lahn und ihre Nebenflüsse füh­ren Hochwasser. Bei Kirchhain ist das ganze Wie­sental überflutet.

-ö Ettingshausen. Pfarrer Nies veranstal= tete in unserer Kirche zugunsten der Kleinkinderschule zwei sehr gut besuchte Lichtbilderabende. Der erste Lichtbilder­vortrag zeigte Luthers Leben und seine Zeitgenossen", der zweite behandelte eine Reise nach Palästina.

* Viernheim. Das größte Dorf Hessens ist nach der neuesten Volkszählung unsere Gemeinde, die jetzt nahezu 10 000 Einwohner zählt.

* Alsfeld. Mit dem am 31. Juli stattfindenden hiesigen Prämien- und Pferdemarkt wird eine Verlos­ung von Vieh und landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten verbunden. Der Vertrieb der Lose ist für das ganze Großherzogtum gestattet.

Lauterbach. Der Großherzog über­nahm bei dem kürzlich geborenen 7. Sohne des hiesigen Schlachthausverwalters Faust die Patenstelle.

Wetzlar, 28. Febr. Unsere Hausfrauen wer­den sich gewundert haben, als Sonntag morgen lehm­gelbes Wasser aus den Leitungen zum Vorschein kam. Wie uns mitgeteilt wird, hat im Quellgebiet Oberbiel

( Gießener Tageblatt)

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23. Jahrg.

der Gießener Zeitung" stehen unseren Lesern in beliebiger Anzahl jederzeit kostenlos und portofrei zur Verfügung. Wir bitten unsere Leser und alle Freunde unseres Blattes wo nur möglich für dasselbe zu werben, solches in Bekannten und Freundeskreisen zu empfehlen und uns freundl. Adressen aufzugeben, welche sich für unsere Zeit­ung interessieren dürften.

gen Kommission. Von den 18 Prüflingen bestand nur ein einziger.

Darmstadt. Der Landesverein vom Roten Kreuz hat als Nachfolger des verstorbenen Wirklichen Ge­heimerats D. Buchner Exz. den Generalleutnant Kor­wan zu Darmstadt zu seinem Vorsitzenden ge= wählt.

Darmstadt. Die Großh. Zentralstelle für die Gewerbe beabsichtigt demnächst einen Kurs in statischer Berechnung einfacher Baukonstruktionen für Handwerker und Techniker zu veranstalten.

* Darmstadt. Bei der Ersatzwahl eines Mit­gliedes der Ersten Kammer durch den im Großherzog­fum genügend mit Grundeigentum angesessenen Adel ist Philipp Frhr. Wambott von Umstadt zu Birkenau gewählt worden.

* Darmstadt. Die drei Gesetzentwürfe zur hessi­schen Verwaltungsgesetzrevision, Städte­ordnung, Landgemeindeordnung und Verwaltungsrechts­pflege, sollen bis zum 1. April endgültig zur Verab= schiedung gebracht werden.

Darmstadt. Dem landwirtschaftlichen Bezirks­verein zu Mannheim und dem badischen Rennverein wurde die Erlaubnis erteilt, 10 000 Lose am 3. Mai 1911 auszuspielen. In Hessen dürfen nur mit dem hessischen Bulassungsstempel versehene Lose zum Ver= trieb gebracht werden.

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Mainz. Der Verband der mittleren Staats= eisenbahnbeamten des Verwaltungsdienstes veranstaltet unter seinen Mitgliedern eine Lotterie, um die von ihm in Aussicht genommenen Wohlfahrtseinrichtungen zu fördern. Die Lose können im ganzen Großherzogtum zur Ausgabe gelangen.

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* Niedershausen. Die viel genannte 100 Mil­lionenerbschaft des holländischen Admirals Würz, auf die ein großer Teil der Einwohner unseres Ortes nicht für Niedershausen geringe Hoffnungen setzte, scheint wenigstens ins Wasser gefallen zu sein. Wie jetzt gemeldet wird, ist der holländische Admiral Paul Würz am 30. Oftober 1612 in Husum( Schleswig- Holstein) geboren. Darnach dürfte die Ansicht, daß der 1619 in fraglichen Erblasser, auf einen Irrtum beruhen. Niedershausen geborene Paul Würz identisch sei mit dem

Der Sänger an seinem eigenen Grabe. Daß ein Verstorbener bei seinem Leichenbe­

ein Rohrbruch stattgefunden. Die Wasserversorgung gängnis durch die Schönheit und den Wohllaut seiner der Unterstadt erfolgt jetzt aus der Pumpstation Her­mannstein.

-b- Rodheim a. d. Bieber, 28. Febr. Die Prüf­ung in der Gewerbeschule fand am Sonntag durch den Gewerbe- und Schulinspektor Kern aus Wies­baden statt. Der Prüfung wohnte weiter bei der Vor­stand des Lokal- Gewerbevereins und Ortsschulinspektor Pfarrer Vömel. Lehrer Jäckel prüfte im Deutschen, In­spektor Kern im Rechnen. Nach Beendigung der Prüf­ung fand eine Besichtigung der im Laufe des Schul­Jahres angefertigten Fachzeichnungen statt, die allgemein befriedigten. Besonders lobenswert sprach sich Gewerbe­Schulinspektor Kern über die guten Schulräume und deren Einrichtung aus.

-5- Kirch vers( Kr. Marburg). Nachdem seit Jah­ren in unserer Gegend von Wilddieben nichts gemerkt wurde, ist am 22. Februar im hiesigen Jagdbezirk 2 ein starker Hirsch gewildert worden. Für die Ermittel­ung der Täter sind von den Jagdpächtern 20 Mt. als Belohnung ausgesetzt.

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Wetzlar, 28. Febr. Amtsgerichtsrat Grund­mann ist am Sonntag morgen nach kurzer Krankheit im Alter von 51 Jahren am Gehirnschlag verschieden. Darmstadt. Ein sehr ungünstiges Ergebnis hatte die Einjährig- Freiwilligen- Prüfung vor der hiesi­

trau

eigenen Stimme der Trauerfeier Weihe und Stimmung gibt, ist sicherlich kein alltägliches Ereignis. Die ernden Hinterbliebenen und Freunde des italienischen Schuhmachers Pietro Ficto, der 1910 in seiner neuen Heimat, in Washington, starb, haben dies ungewöhn­liche miterleben dürfen. Der biedere Schuhmachermeister, so berichtet der Italo- Americano", war ein leidenschaft­licher Musikfreund; er verfügte über eine schöne Stimme und seine ersten Ersparnisse benutzte er dazu, sich ein Grammophon zu kaufen. Aber seine Liebhaberei ging so weit, daß er bei der Grammophongesellschaft selbst einige Lieder sang, von denen er sich Platten herstellen ließ. Da Pietro nicht über genügend Geld verfügte, um sich bei seiner Beerdigung den Luxus eines Sänger= zu leisten, chores- ein alter Brauch seiner Heimat

so verfügte er in seinem Testamente, daß bei dem Be­gräbnis sein Grammophon benutzt werde. Und während der Sarg mit dem Toten in den Schoß der Erde ge­bettet wurde, ertönte aus dem Grammophon die Stim­me des Verstorbenen, der sich selbst den Grabgesang an­stimmte, das Ave Maria" von Gounod und die Se­renade der Engel. Das Grammophon und die 72 Platten, die Pietro hinterlassen hat, werden der greisen Mutter des dahingegangenen sangesfrohen Schuhmacher­meisters nach Italien geschickt werden.

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