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Ein Tag in Athen.

Gestalten von Griechen aus Nordgriechenland oder den Inseln, auf die tannenschlanken Kreter in ihren blauen Falten­hosen mit den weichen, gelben Schaftstiefeln, die griechischen Bulgaren mit ihren breiten, roten Leibbinden.

Das bunteste Volksleben entfaltet sich auf dem Markt mit den wildblickenden, von rauhem Widderfell umwallten Berghirten. Hier prangen die in den Dörfern des sagen­umwobenen Pelion gereiften Früchte, hier gelangt der silber­flossige Fisch reichtum abends bei flackerndem Kerzenschein und trüber Rienspanbeleuchtung zum Verkauf. Unweit hiervon liegt der Versteigerungsplatz, wo besonders an Sonntagvormittagen eine verwirrende Fülle von. Gebrauchs­gegenständen im Freien ausgestellt ist.

Die Aeolosstraße mündet auf den achtseitigen, dem ersten vorchristlichen Jahrhundert entstammenden Turm der Winde, auf dessen Bekrönung, einen Triton, im Altertum die Augen so manches Handelsherrn gerichtet, waren, da er den zum Auslaufen oder zur Ankunft ihrer Segelschiffe günstigen oder ungünstigen Wind anzeigte und der zur Zeit der Türken­herrschaft einem Orden tanzender Derwische als Tanz­kapelle diente. Folgt man den an der Nordseite der Afro­polis sich emporziehenden Straßen, von Körbe tragenden Eseln belebt, die mit philosophischem Gleichmut die langen Ohren bewegen, und von Popen in ihren langen, mittelalterlichen Gewändern, so gelangt man zu Athens pittoreskestem Stadtteil, Anaphio­tika. Er wurde von einem der Insel Anaphi entstammenden Griechen ge­gründet. Als er bei seiner Ankunft in Athen in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Preise der Grundstücke für seine Mittel unerschwinglich fand, fiel sein Blick auf das fast ganz unzugängliche Felsterrain unterhalb Ostseite der Akropolis, das keinen Eigentümer hatte. So stieß er auf keinen Widerspruch, als er hier aus altem Bau­material sein Häuschen auf­richtete. Zahlreiche Anaphioten folgten dem Beispiel ihres Landsmannes. So entstanden zwischen mächtigen, von der Akropolis abgestürzten Felsen schmale Gäßchen, und winzige Pfade schlängeln sich zu den Häuschen empor, die mit Well­blech gedeckt sind.

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Der Turm der Winde ist der Mittelpunkt des Stadtteils, der am meisten an jenen 400 Jahre währenden Ab­

schnitt der Stadtgeschichte erinnert, als

auf der den Konkordia- mit dem Konstitutionsplatz direkt verbindenden Stadionstraße hinauf. Vom Konstitutions­plat folgen wir der sich nach rechts erstreckenden prächtigen Pfefferbaum- Allee, die zum 3appeion, Athens Pincio, führt. Dies ist ein weiter Plaz mit hübschen Anlagen, in denen sich Ruinen römischer Villen befinden, und mit einem Ausstellungsgebäude, vor dem sich nachmittags ein un­gemein fesselndes Leben und Treiben entfaltet. Von hier ist es nicht weit zu dem ganz aus Marmor aufgeführten, zu uns herübergrüßenden Stadion, und zum kronprinzlichen Palais.

Das Zappeion erhält ein majestätisches Relief durch das Olympieion. Zum Bezirke dieses, nächst dem von Ephesos größten griechischen Tempels, gehört der 18 m hohe Hadrians­bojen, der die hadrianische Neustadt von des Theseus alter Stadt schied. Gerade ihm gegenüber liegt das Lysikrates. denkmal, das älteste uns erhaltene Baudenkmal korinthischen Stils aus dem vierten vorchristlichen Jahrhundert.

Zum Besuch der Akropolis durchschreiten wir das erste Tor zur Rechten in dem großen, den ganzen Akropolisbezirk umschließenden eisernen Gitter. Es führt zu dem 1863 durch den Spaten freigelegten Dionysostheater, wo 30000 3u­schauer den Werken eines Aeschylos, eines Sophokles und Euripides zujauchzten, zu dieser verehrungswürdigen Wiege der dramatischen Kunst. Weiter am Süd­fuß der Burg liegt der Asklepiosbezirk, wo im Altertum die ganze Nacht hindurch die Bittgesänge der leidenden Mensch­heit zum Antlitz des Asklepios emportönten. Vom Dionysos­theater leitet eine 163 m lange, von Eumenes von Pergamon erbaute Säulenhalle zum Odeion des Herodes Atti­tos, einem einst von einem prächtigen Dach aus Zedernholz gedeckten Theater, in dem auch Nero einmal einer Vor­stellung beiwohnte.

Griechische Hafentypen.

der Gebetsruf des Muezzin in feierlicher Klage über die in das dumpfe Schweigen der Knechtschaft ver­sunkene Stadt hintönte, um mit fernem Echo leise zu ver­hallen. An dem neben ihm aufgedeckten Trümmerfeld des alten Marktes liegt die älteste Metropolitankirche und erste Moschee Athens( jetzt eine Militärbäckerei) sowie eine kleine katholische Kirche, die früher ein türkisches Gebets. haus war. Gleich dahinter das römische Markttor und in seiner Nähe Athens letzte Moschee. Zu ihrem Bau soll eine Säule des Olympicions, jenes von Sadrian erbauten gewaltigen Tempels, verwandt worden sein. Nach einer finnigen Überlieferung klagten die übrigen Säulen nachts so lange um die geraubte Schwester, bis der Woiwode, der sie anzutasten gewagt, vor der entfesselten Wut des Volkes fliehen mußte. Diese Moschee gibt den passenden Stimmungston ab zu dem von mystischem Dunkel durchwobenen Bazar mit seinen roten Schnabelschuhen, seinen Fustanellen, seinen Gold- und Silberstickereien. Unterhalb des Treppen­aufganges haben Schuhmacher ihre kleinen Werkstätten ein­gerichtet, und lustig begleitet das Schmettern der in ihren Käfigen flatternden Stieglitze den Schlag der fleißigen Sämmer, während uralte Platanen mit ihren mächtigen Kronen wie geblendet in das Sonnengold starren.

Durch den Bazar gelangen wir zur Aeolosstraße zurück. Eine Fortsetzung dieser Straße ist die Patisiastraße, die wir nun hinaufgehen, um, am Polytechnikum vorüber, zum Museum mit schönen, ihm vorgelegten Anlagen zu gelangen. Nach dieser kurzen Wanderung, die uns doch wenigstens einen flüchtigen Eindruck von Athen gewährt, nehmen wir das Mittagessen in einem der größeren Restaurants am Konkordiaplatz ein.

Bei unserer neuen Nachmittags. Wanderung gehen wir

Am nördlichen Ende der Ostmauer der Akropolis hat Königin Amalie, die erste Königin Griechenlands, ein Belvedere anlegen lassen. Von hier aus entrollt sich eine herr­liche Aussicht auf Athen.

Der Abstieg erfolge auf der entgegengesetzten Seite der Burg, so daß die Pnyr, der Areiopag und der besterhaltene Bau aus altgriechischer Zeit, das Theseion, noch besucht werden können.

Ist noch Zeit vorhanden, so sei ein Aus­flug nach dem 3/4 Stunden von Athen ent­fernten Villenvorort Kephisia oder die Besteigung des die Stadt beherrschenden Lykabettos empfohlen, von dem sich ein überwältigender Rundblick erschließt. Für die Abend stunden sei ein Besuch in einem griechischen Theater oder in dem hochinteressanten Parnassos an der Georgskirche vorgeschlagen.

Bei Mondschein aber versäume man nicht, sich eine Eintrittskarte zur Akropolis besorgen zu lassen. Wenn das träumerische Silberlicht des Mondes diese weite weiße Trümmerwelt überflutet und ihre Sallen mit dem seligsten Glanz erfüllt, dann tritt vor unsere Seele das Bild jener Zeit, als die Tempel noch in unversehrter Schönheit ihre Stirnwölbungen zum Simmel hoben.

Der Große Salzsee in Utah, der jahrelang fortwährend gefallen war, ist in neuerer Zeit beständig gestiegen, und der Spiegel dieses Gewässers ist jetzt höher als zu irgendeiner Zeit, seitdem der erste Weiße ihn gesehen hat. Die Niederschläge in den letzten Jahren sind vollständig normal gewesen, so daß dar­aus das Steigen des Wassers nicht erklärt werden kann. Von Interesse ist eine Tradition unter den Indianern, die dort ihre Jagdgründe hatten, wonach der See mit großer Regelmäßigkeit in 30 bis 40 Jahren bis zu einem gewissen Söhepunkt steigt, um dann langsam so weit zu sinken, daß man sein vollständiges Aus­trocknen erwarten könnte. Vor etwa sechs Jahren war der Wasserstand tatsächlich so tief gesunken, daß man allgemein mit dem Verschwinden des Gewässers rechnete. Bekanntlich ist der See noch nicht lange genug entdeckt, als daß man bestimmen könnte, ob die Tradition der Indianer richtig ist.

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Das moderne Tokio.

Das Omon- Tor, Eingang zum" Yoschiwara". ( Ins Yoschiwara", das ein Stadtteil für sich ist, führen mehrere Eingänge.)

für die Telephonverbindungen, für die Beleuchtung, für die Straßenbahn, für gewerbliche Zwecke werden über die Straße geführt. Die Häuschen sind immer so klein, daß weder Mauer noch Dach Gelegenheit zur Anbringung der Porzellanglocken bieten. Der einzige Träger all dieser Drahtverbindungen ist und bleibt die Holzstange. Zu beiden Seiten der Straßen stehen die Stangen in furzen Zwischenräumen und in manchen Straßen laufen so nicht weniger als 120 parallele Drähte. Aber selbst im Ge= birge, an schmalen Seitenpfaden, nicht nur an der Land­straße, quer durch den Wald sieht man die Drähte, und es wirkt überraschend, wenn man z. B. beim Aufstieg nach Myanoshita quer über tiefen Bergschluchten die elek­trischen Drähte gespannt sieht.

Tokio. Der Spiegel dieses Wirrsals zwischen alter und der neuen Zeit. Hier der von Wassergräben und Wällen geschützte, unzugängliche und geheimnis­volle Palast des Mikados, daneben ein Viertel breiter Straßen, umsäumt von Palästen der Banken, Handels­fammern, großen Geschäften, das ebensogut in irgendeiner beliebigen euro­päischen Großstadt sein könnte. Und weiter­hinein, um ein vaar Ecken nur, das un­endliche Meer der kleinen Holzhütten, in denen das Volk noch heute hauſt wie vor Jahrhunderten auch.

Uyeno und Schiba Park, ursprünglich Haine, die die Begräbnis­stätten und Tempel der Togukawa­Schogune umgaben, sind heute zu rich­tigen Volksparks geworden, die nicht nur zum Ansehen von außen da sind, sondern in denen sich ein Teil richtiges Volksleben abspielt. Vor allem im Asakusa Park mit seinem berühmten Tempel Asakusa Kronuan", den vielen Theatern und

Wenn man abends die Ginza, die Hauptverkehrsstraße, entlang geht, so kann man sich leicht in eine westliche Großstadt versetzt glauben. Das Leben flutet im Glanze unzähliger elektrischer Lampen auf und nieder. A cht- Uhr- Ladenschluß kennt man in Japan noch nicht, die Läden machen gerade spät abends die besten Geschäfte und werden lebhaft besucht; manche Auslagen sind im modernsten europäischen Stil, jedoch sieht man den raffinierten japanischen Ge­schmack recht oft im geschickten Heraus­bringen eines bestimmten Stückes.

Auch ein Warenhaus ist da. Tee­falon, photographisches Atelier, junge hübsche Verkäuferinnen alles ist da. Tokio bei Nacht. Weit draußen, im Nordosten wiederholt sich Nacht für Nacht in einem besonderen Stadtteil ein Schauspiel, das kein Einheimischer oder Fremder, männlichen oder weiblichen Ge­schlechts, je versäumt sich anzusehen. Das ist das Voschiwara, jenes Vergnügungsviertel Tokios, das ein großer Brand kürzlich in Asche gelegt hat. Es be­ginnt zu dunkeln, aus einzelnen der drei bis vier Stockwerke hohen Häuser ertönt lautes Klappern. Hier und da ent­zündet man das elektrische Licht, und die hochfrisierten, glänzend geschmückten Mädchen, in herrliche, buntfarbene Kimonos gekleidet, nehmen ihre Plätze ein, um von draußen durch die Gitter beguckt und bekrittelt zu werden. Jede hat ein Kästchen mit Sibaschi und Rauchzeug vor sich. Nun ist alles hell erleuchtet. Eine dichte Menge strömt herein und drängt sich vor den Gittern. Bald herrscht über­all reges Leben. Man könnte meinen, man sei in ein allgemeines Volksfest geraten.

Im goldenen Käfg".

Lunapark.( 3m Yoichiwara siyen die Mädchen hinter Gittern aller Art, um sich von den Bromenterer den bewundern zu lassen