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Im Asakusa- Park.

Das

moberne Cotto.

( Der Park ist der beliebteste Vergnügungsort der Bevölkerung und bietet alle möglichen Amüsements.)

hat einen Begriff von der An­passungsfähigkeit des modernen Japaners. Offiziere, Priester, Kauf­leute, weibliche Wesen jeden Jahr­ganges und Kulis aller Schattierungen sitzen im friedlichsten Beieinander zusammen und nehmen das fürchter­liche Gedränge mit dem bekannten japanischen Gleichmut als etwas Selbst­verständliches hin. Nicht jedoch die Zeitungen, denn siel esen den Bahn­verwaltungen alltäglich so tüchtig die Leviten, daß Tokio bald ein vorzüg= liches Straßenbahnsystem besitzen dürfte.

Das pittoreske Äußere Tokios kann nicht besser illustriert werden, als durch die Tatsache, daß die Metro­pole heute von 56 Flüssen und Kanälen durchzogen wird, die nicht weniger als 480 Brücken überspannen.

Auffallend sind in Tokio die un­endlichen Massen von Telephon­

nimmt jetzt der im Chichibu- Gebirge entspringende Tama- und Telegraphendrähten, die von riesigen Holzmasten kawafluß seinen Fluß, die Wasserquelle"

Tokios. Auf dem Schienenwege von Joko­hama nach Tokio kreuzt man den Fluß

nahe seiner Mündung bei dem kleinen Ort Kawasaki. Ein anderer Fluß, der Sumida, von dessen Fluten man im April die herrliche Blüte der Kirschbäume in der Mukojima­Allee beim Wein und Gesang be­trachten kann, teilt Tokio, wie die Themse London, in zwei Teile. Landschaftlich bietet diese Seite des Sumida entzückende Reize, ob= wohl sie stark mit Fabriken durchsetzt ist. Der bessere Tokioer, mit Aus nahme des Barons Iwasaki, der hier prachtvolle Blumengärten besitzt, wohnt auf der anderen Seite des Flusses, auf der Schloßseite.

Das moderne Tokio. Will man es in seiner heutigen Ausdehnung kennen lernen, so scheue man vor einer Fahrt auf der Elektrischen" nicht zurück. Der Rat ist angebracht, weil zu gewissen Tages- und Abend­stunden die Straßenbahnwagen so überfüllt sind, daß sie menschlichen Sardinenbüchsen gleichen. Und sind die Wagen noch so besetzt, für die japanischen Schaffner auf jedem Wagen befinden sich zwei Schaffner- scheint der Begriff Raummangel nicht zu existieren. Er schiebt ge= rade wie die New Yorker Kondukteure - so lange nach vorne, bis er selbst vom Wagen geschoben wird. Ein Blick auf die sich in kurzen Abständen folgenden überfüllten Elektrischen" und man

getragen werden. Das typischste Merkmal aller japanischen Städte straßen ist nicht das kleine japanische Häuschen, ist nicht die bunte Farbe der Gewandung und all das andere, sondern das Auffallendste und Bezeichnendste sind die Telegraphen­stangen. Gewiß wird in jeder euro­päischen Stadt mindestens soviel elektrische Kraft verbraucht wie in einer gleichgroßen Stadt Japans. Aber weder in Berlin, Paris und London wird man sich der Allgegenwart der Elektrizität so bewußt wie in Tokio. Kaum hat man die erste japanische Stadt, Nagasaki, betreten, da fallen einem schon die unzähligen gerade und schief in der Erde steckenden Telegraphen­stangen auf. In Japan gibt es keine unterirdischen Leitungen. Alle Drähte

Das Denkmal des Feldherrn Kusunoki Masachige (+1336).( Das Bronzedentmal steht vor dem Kaiserschloß.)

Internationale Wetebtiye.

Internationale Weltblitze.

Die Internationale Hygiene- Ausstellung in Dresden. In Dresden ist die große Internationale Hygiene- Ausstellung eröffnet worden. Zum erstenmal wird ein großer geschicht. licher Überblick auf dem Gebiet der Hygiene gegeben. In wissenschaftlichen Kreisen bestand schon lange ein Bedürfnis nach dieser Richtung. Die historischen Vor­führungen der Ausstellung Dresden 1911 bringen dem Besucher zum Bewußtsein, wie schon vor Tausenden von Jahren der Mensch geradezu verblüffende Gedanken ent­wickelt hat, die sich auf die gesundheitliche Förderung des Individuums und damit auch der staatlichen Gesellschaft richten.

Der Sportplatz.

Mit Erstaunen wird so mancher in Dresden erfahren, mit welcher minuziösen Sorgfalt und mit welcher weitschauenden Liebe die Lebensführung des einzelnen Individuums vor Jahrtausenden staatlicherseits geregelt wurde. Für die Industrie können die Vorführungen auf der Ausstellung eine ganz ungeahnte Bedeutung gewinnen. Verschiedene Industriezweige werden durch die hygienische Aufklärung des Konsumenten eine Verstärkung des Konsums erreichen, andere Industrien werden mit Erfolg die Vorurteile beseitigen können, die vielfach noch Fabriken sowohl, wie Produktions­methoden gegenüber bestehen. Einzelne Industrien kommen da besonders in Betracht. Die Ausbreitung des Sportes hat den Konsum von Artikeln für Körperpflege und für Ausübung des Sportes in den letzten Jahren ohnehin schon

Die neue Vesuvbahn.

Am Morgen des 4. April 1906 begann, wie noch erinnerlich sein dürfte, der verheerende Ausbruch des Vesuv, durch den eine größere Zahl von Ortschaften zerstört wurde. Die Tätig. keit des Vulkans erreichte in der Nacht vom 7. zum 8. April ihren Höhepunkt. Ein Lavastrom floß nach Boscotrecase hinab, durchschnitt den Ort in zwei je 200 m breiten Armen, zerstörte Gelände und unterbrach die Vesuvringbahn durch Ausfüllung eines Einschnittes. Auch die Cooksche Drahtseilbahn wurde durch die Lavamassen gänzlich vernichtet. Kürzlich ist diese Bahn jedoch wiederhergestellt und dem Betriebe übergeben worden. Die neue Bahn hat eine Gesamtlänge von 41/2 englischen Meilen und ist in drei Strecken geteilt. Die erste und dritte Sektion sind sogenannte Adhäsion- Linien, während auf der zweiten Sektion der Betrieb durch eine Zahnradbahn unterhalten wird.

Neapel werden die Fahr­

Von

gäste mittels Wa­

gen zurück

erheblich gefördert. Auf der Dresdner Ausstellung, auf der zum erstenmal der Einfluß des Sportes auf die Gesundheit des Menschen durch wissenschaftliche Untersuchungen festgestellt werden wird, ist damit zu rechnen, daß der Konsumentenkreis der deutschen Sportartikelindustrie noch eine weitere erhebliche Zunahme erfährt.

Japanischer Pavillon.

Das russische Gebäude.

nach der Circumvesuviana- Station befördert und von dort mittels elektrischer Bahn nach Pugliano bei Portici. Hier wird dann die eigentliche Vesuvbahn bestiegen. Die Aussicht ist von der Höhe des Kraters bei flarem Wetter herrlich. Wie eine Land­karte liegt die ganze Campagna mit der prachtvollen Apenninen­kette da. Neapel steigt amphitheatralisch auf, überragt von den bewaldeten Höhen von Camaldoli, links davon der Posilip, Bajä, Rap Misen und Ischia. Unter uns am Golf Torre del Greco, im Tal Pompeji, das malerisch an schöner Bucht gelegene Castellammare und weiter Sorrento und das scharfgezackte Vor­gebirge Sant An­

gelo, bis das Auge haften bleibt an

den

charakteristi­

schen Formen Capris. Fürwahr ein wunderschönes Panorama,

das

wohl kaum seines­gleichen findet.

Ansicht eines Teiles von Tokio.

Die neue Vesuvbahn.

Die Krater- Station der neuen Vefuvbahn.