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Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfi. Bekanntmachungen

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Erscheint Redaktion:

olerteljährlich 1,20 M., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 82. Für Aufbewahrung oder Nücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 202.

Telephon: Nr. 362.

Parteipolitisches.

Reichstagswahlen 1912. Frizlar Homberg 3iegen hain. In dem durch den Tod Liebermanns von Sonnenberg er­ledigten Wahlkreis wurde für die Reichstags- Ersatzwahl der Generalsekretär der deutsch- sozialen Partei, Hen= nigsen, als Kandidat aufgestellt.

Hessische Landtagswahlen 1911.

es

der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83.

( Haus Brüder Schmidt.)

Dienstag, den 26. September 1911.

An den Großherzog wurde hierauf folgendes Hul­digungstelegramm abgesandt: Der zur 75. Jahresfeier versammelte Landesgewerbeverein entbietet Ew. Kgl. furchtsvolle Begrüßung und die Versicherung unwandel­Hoheit, dem Schirmherr hessischen Gewerbefleißes, ehr barer Treue. Noad, Geh. Reg.- Rat."

die

Minister von Hombergt überbrachte alsdann Glückwünsche des Großherzogs und des Staatsmini­sters v. Braun. Im Auftrage des Großherzogs über­reichte er folgende Ordensverleihungen: Dem Vorsitzenden der Zentralstelle für das Gewerbe, Geh. Gegen die Wählerliste zur hessischen Reg.- Rat August No a c, die Krone zum Ritterkreuz Landtagswahl sind in Offenbach a. M. zahl- Reuter- Darmstadt, den Charakter als Regierungsrat, 1. Klasse, dem Sekretär der Zentralstelle, Gewerberat F. reiche Einsprüche erhoben worden, bei denen sich namentlich um die Frage des dreijährigen Wohn- bindermeister J. Machwirth, das Ritterkreuz 2. dem Vorsitzenden des Ortsgewerbevereins Alzen, Buch­sitzes handelt. In der Auslegung des Artikels 6 des Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen; Wahlgesetzes vom 3. Juni 1911, nach dem jeder Wäh­ler zur Zeit der Wahl mindestens 3 Jahre in Hessen Rentner Friedrich Wilckens, und der Hauptlehrer Tra= der Vorsitzende des Ortsgewerbevereins von Goddelau, wohnen muß, ist die Frage aufgeworfen worden, ob dieser Passus in dem Wahlgesetz so auszulegen ist, daß ber Gießen erhielten die gleiche Auszeichnung. Dem dieser dreijährige Wohnsiz ununterbrochen sein muß, Lehrer J. Grüner an der Handwerkerschule zu Worms und dem Lehrer an der Handwerkerschule zu Michelstadt, oder ob eine Aufrechnung stattfinden darf. Die Bürger- Schreinermeister W. Geist, wurde das silberne Kreuz meisterei hat die Streitfrage dem Kreisamt vorgelegt, des genannten Ordens verliehen. das diese dahin entschieden hat, daß jeder Wähler einen ununterbrochenen Wohnsitz in Hessen auf weisen muß.

Die nationalliberale Partei des Großherzogtums Hessen wird am Sonntag, den 8. Ok­tober, in Darmstadt eine Landesversammlung abhalten. Am selbigen Tage findet auch eine Sitzung des Lan­desausschusses der Partei statt.

Die nationalliberalen Vertrauensmän­ner des Wahlkreises Reichelsheim- Lindenfels haben den Postverwalter Mergelt- Reichelsheim einstimmig zum Kandidaten proklamiert. Der Wahlkreis ist lange Jahre durch Geheimrat Haas vertreten worden.

Im Wahlkreis Wimpfen- Hirschhorn Bürgermeister Kredel- Airlenbach wiederum als Kandi­daten aufgestellt.

haben die Nationalliberalen den bisherigen Vertreter,

*

In Nierstein hält man an der Kandidatur Reichardt fest.

Büdingen. Der bisherige Landtagsabgeord­nete Bähr- Rohrbach wurde von der Wirtschaftlichen Ver­einigung( deutsch- und christlich- soziale Parteien) wieder als Kandidat aufgestellt und wird vom Bund der Land­wirte unterstützt.- Die Nationalliberalen stellten Dekonomierat Andreae- Büdingen als Kandidaten auf, der ebenfalls Mitglied vom Bund der Landwirte ist. Der Bund hat sich aber bereits für Bähr festgelegt. * Der von der Fortschrittlichen Volkspartei in Nier­stein aufgestellte Bürgermeister Schuckmann- Bechtols= heim ist zurückgetreten; voraussichtlich wird an seiner Stelle Pfarrer Fresenius- Essenheim kandidieren.

Hus Stadt und Cand.

Gießen, den 26. September 191!.

* Der Großherzog empfing am letzten Sams­tag u. a. den Universitätssekretär Erle von Gießen.

=

Das hessische Gewerbe feierte am Sonntag das 75­jährige Bestehen des Gewerbevereins für das Großher­30gtum Hessen und der Großh. Zentralstelle für das Gewerbe. Die aus diesem Anlaß in Darmstadt ver­anstalteten Festlichkeiten wurden am Samstag mit der Wiedereröffnung des umgestalteten Gewer­be Museums eröffnet. Im Mittelpunkte der Ver­anstaltungen stand die Jubiläumshauptver= sammlung im Saalbau, der außer einer sehr gro­Ben Anzahl Mitglieder des Vereins aus allen Teilen des Landes Minister des Innern von Hombergk zu Vach, Geh. Rat Süffert, die Ministerialräte Dr. Hölzin­ger, Dr. Kratz, Regierungs- und Baurat Wagner, Ober­fonsistorialpräsident Dr. Nebel, Provinzialdirektor Fen, Oberbürgermeister Dr. Glässing, Baurat Jäger, die Ge­werberäte Fald und Reuter, viele Professoren der Hoch­schule mit Rektor Prof. Wickop an der Spize, Reichs= tagsabg. Dr. Osann, sowie Vertreter des württember­gischen, bayerischen, badischen und pfälzischen Gewerbes anwohnten. Die Festrede hielt Geh. Rat Noack, der Vorsitzende der Zentralstelle. Er schilderte den Auf­schwung des Handwerks und Gewerbes in Hessen durch die Schaffung einer unter Regierungsverwaltung stehen­den Organisation, wie sie der Gewerbeverein darstellt, der im verflossenen Jahre 810 000 Mt. für die Hebung des Gewerbes vereinnahmte und während 75 Jahren einen Gesamtaufwand von 15 700 000 Mt. zu verzeich= nen hat.

Darmstadt Oberbürgermeister Dr. Glässing, für die Tech­Weitere Gratulanten waren u. a. für die Stadt nische Hochschule Rektor Prof. Wickop, für die Hessische Handwerkskammer Gewerberat Falck- Mainz, für die Ver­einigung selbständiger Bauhandwerker in Darmstadt Hofweißbinder Justus Weber, für den Verband deutscher

Gewerbe- und Handwerkervereine Geh. Baurat Prof. Dr. Berndt, für den Architekten- und Ingenieur- Ver­band Regierungs- und Baurat Dr. Wagner, für die Hessischen Handelskammern Kommerzienrat Schmahl für Starkenburg und Oberhessen der Direktor der Volks­Mainz, für die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaft bank Reuter, für die Kgl. Württembergische Zentral stelle Staatsrat v. Mosthof- Stuttgart, für den Verband Württembergischer Gewerbevereine dessen Vorsitzender, Malermeister Schindler- Göppingen, für die badischen Gewerbevereine Fabrikant Niederbühl- Karlsruhe, für die bayerischen Gewerbevereine Bauer- München und für die pfälzischen Gewerbevereine Kgl. Rat Jung aus Kai­serslautern.

Nach der Fest versammlung vereinigten sich die Teilnehmer zum gemeinschaftlichen Mittagessen. Geh. Rat Noack verlas hier folgendes Antworttele= gramm des Großherzogs: Ich danke dem Landesgewerbeverein herzlich für treues Gedenken. Ernst Ludwig."

* Ueberland 3entrale. Die Provinz Oberhessen und die Stadt Gießen haben sich über die Abgrenzung der beiderseitigen Interessen- Ge­biete für die Versorgung der Provinz mit elektrischer Energie geeinigt. Während das von der Provinz bei Wölfersheim mit einem Kostenaufwand von rund drei der Millionen zu errichtende Werk den südlichen Teil Provinz( die Kreise Friedberg und Büdingen, sowie Teile der Kreise Gießen und Schotten) mit Licht und Kraft versehen wird, ist der Stadt Gießen der nordwestliche Teil der Provinz zugewiesen worden, im ganzen 43 zumeist dem Kreise Gießen angehörige Ge­meinden. Außerdem wird die Stadt Gießen noch einige benachbarte Gemeinden anschließen; mit Krofdorf= Gleiberg ist deshalb schon ein Vertrag abgeschlossen

worden. Durch die Umgestaltung des städtischen Elek­trizitätswerkes in eine Ueberlandzentrale ist eine bedeu­tende Erweiterung des Elektrizitätswertes notwendig ge­worden, die eine Million erfordern wird. Die Erweite rungsarbeiten sollen so beschleunigt werden, daß die er­sten sich anschließenden Gemeinden schon im Herbst 1912 Die von im Besitz des elektrischen Lichtes sein werden. den Gießen aus zu versorgenden Gemeinden erhalten Strom zu demselben Preis wie die, die Licht und Kraft von der Ueberlandzentrale Wölfersheim bekommen. Pro­vinz und Stadt haben sich, soweit erforderlich, gegen= seitig das Durchleitungsrecht durch ihre Interessengebiete zugesichert und werden sich gegenseitig mit elektrischer Energie aushelfen. Für die Bewohner der Stadt Gießen hat das Abkommen die angenehme Folge, daß der Preis für die elektrische Energie in der Stadt von 50 auf 45 Pfennig herabgesetzt worden ist.

Gießen. Die Firma Poppe- Frankfurt- Lon­don hat die maschinellen Einrichtungen der in Konkurs geratenen Hassia"- Pneumatikwerke über nommen und bezieht auch die der Stadt gehörigen Ge­bäulichkeiten an der Schönen Aussicht", um dort eine Fabrik technischer Gummiartikel zu errichten.

( Gießener Tageblatt)

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die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen. gesuche und Familienanzeigen 10 Bfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50$ ia. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beltreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Berbindlichselt. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b..

Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg.

Gießen, 25. Sep. Gestern waren hier die den Schulmädchen in Pflege gegebenen Blumenstöcke aus­gestellt. Die Ausstellung wurde mit einer fleinen Feier eröffnet. Hübsche Preise standen als Lohn für die em­sigen Pflegerinnen bereit.

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-5= Großen Bused, 24. Sep. Die Turner des Lahn Dünsberg Turnbundes hielten un­ter äußerst reger Beteiligung hierselbst ihr diesjähriges Bergfest ab. In dem jungen Bunde herrscht reges Leben, traten doch 202 Turner zum Wettkampf an. Als Uebungen waren bestimmt: Stemmen( 37,5 Kg. zwei­armig), Stabhoch, Freiweit, Wettlauf und eine Frei übung. Die Turner Dorth und Rühl, Mitglieder unseres Vereins, trugen beide den ersten Preis davon. Darmstadt. Der sozialpolitische Ausschuß der Stadtverordnetenversammlung hat zur Abwendung des Notstandes beschlossen, einen direkten Engros­bezug von Kartoffeln und Weißkraut durch die Stadt zu veranlassen, eine Verkaufsstelle für billige Seefische ein­zurichten und wegen der Abgabe von Kohlen zu redu zierten Preisen an die minder bemittelte Bevölkerung mit hiesigen Firmen in Verbindung zu treten, aud) wegen billiger Abgabe von Brot die geeigneten Schritte einzuleiten. Neben dem durch freiwillige Spenden auf­gebrachten Betrag soll die Stadtverordnetenversammlung um Bereitstellung eines Vorlagekredits von 30 000 M. ersucht werden.

Darmstadt. Seit mehreren Tagen streifen hier die Transportarbeiter, wobei es zu wüsten Szenen zwischen Streikenden und Arbeitswilligen gekommen ist.

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Am Freitag hatten es die Streifenden besonders auf be­ladene Möbelwagen abgesehen und verhöhnten die Ar­beitswilligen fortgesetzt mit gehässigen Drohungen. In der Rheinstraße wurde ein beladener Möbelwagen der Firma Wolf u. Sohn umgeworfen, ebenso ein schwer­beladener großer Möbelwagen der Firma Alter u. Co. in der Liebigstraße. Der Inhalt des Wagens, zum Teil kostbares Porzellan, fiel auf die Straße und wurde teil­weise zertrümmert. Nur dadurch, daß die Schutzleute häufig mit blanker Waffe einschritten, gelang es, Arbeitswilligen zu schützen. In später Abendstunde rot­teten die Streikenden sich wieder vor dem Geschäftshause der Firma Wolf u. Sohn zusammen und versuchten, das Haus zu bombardieren. Es wurden auch einige Fenster eingeworfen, bis die Polizei die Exzedenten ver­trieb. Die Polizei gab bekannt, daß die Streifenden sich 200 Meter von ihrer Arbeitsstelle entfernt zu halten ha­ben, und daß jeder verhaftet würde, der dieser Anord­nung nicht Folge leiste. Am Samstag morgen tam es zu verschiedenen lärmenden Straßenszenen. Es kommt den Streifenden weniger auf eine Lohnerhöhung als auf die Anerkennung des Verbandes seitens der Ar­beitgeber an. Unter den Arbeitgebern ist infolge der Gewalttätigkeiten die Stimmung zu Gunsten einer fried­lichen Verständigung wesentlich eingeschränkt worden, und sie sollen fest entschlossen sein, den Forderungen der Vertreter des Deutschen Transportarbeiterverbandes nicht statt zu geben.

Jetzt hat das Polizeiamt aus Anlaß der fortdau­ernd sich mehrenden Ausschreitungen der streikenden Transportarbeiter eine Verfügung erlassen, wonach Zu­sammenrottungen, Stehenbleiben auf Straßen und Plät­zen der Stadt unter Androhung sofortiger Verhaftung streng untersagt sind.

Nervöse Kopfschmerzen,

Schlaflosigkeit.

Dieses find feine Krankheiten an sich, sondern nur Erscheinungen infolge eines mangelhaften Blutzustandes in welchem gewisse Bestandteile, wie Lecithin und Eisen nicht genügend vorhanden sind und dadurch die Nerven nicht genügend gespeißt werden. Die so oft angewandten Beruhigungsmittel fönnen im besten Falle nur vorüber­gehend Linderung bringen, find aber auch sehr oft von schädlicher Wirkung auf den Gesammtorganismus. Es ist nun gelungen eine Verbindung von Lecithin und Eisen herzustellen, welche von Autoritäten als die wertvollste anerkannt wird und dieses glückliche Präparat haben wir in Leciferrin, welches wegen seiner prompten Wirkung und seines angenehmen Geschmackes allgemein Anwendung findet. Von Tausenden mit Erfolg erprobt wenn andere Mit­tel erfolglos blieben.

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