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Deutscher Reichstag.

Die Festlegung des Osterfestes.

Für den Erfolg der Bestrebungen für eine einheit Itche Festleg ung des Osterfestes dürfte es von befonderer Bedeutung sein, daß die wichtigsten Erwerbs­zweige sich in dieser Hinsicht in ihren Wünschen geeinigt haben. Die Zentralstelle der Deutschen Landwirtschafts­fammern hat foeben ein Gesuch an die Regierung gerichtet, in dem ausgeführt wird, daß die überwiegende Mehrzahl der preußischen Landwirtschaftskammern der vom Deutschen Handelstag vorgeschlagenen Festlegung des Ostersonntags auf den 1. Sonntag nach dem 4. April zustimmt. In dem Gesuch wird ausgeführt, daß bet einer solchen Regelung es möglich sein wird, die mit dem Qartal abschließenden Ar­beiten zu beendigen und den etwa notwendig gewordenen Wechsel hinsichtlich Wohnung, Personal usw. noch vor dem Fest vorzunehmen. Die Festesruhe nach diesem Abschluß zu Beginn der neuen Periode wird aber allen Beteiligten eine willkommene Gelegenheit bieten, sich mit Muße in die neuen Verhältnisse zurecht zu finden, und das Fest der Auferstehung ungestört durch einen kurz bevorstehenden Wechsel in Ruhe und Sammlung zu feiern. Bemerkt wird noch, daß vielerorts die Leute ihre Stelle am 1. April wech­seln, welcher Termin jetzt häuftg in die Ostertage fällt. Auch können bet späterer Osterlage die Schulentlassenen nicht, wie es meist erwünscht ist, schon am 1. April ihren Dienst antreten. Bei der Anwerbung der Wanderarbeiter ist das Schwanken des Festes insofern von Bedeutung, als diese Leute in der Regel schon vor dem Osterfeste auf dem Arbeitsort eingetroffen zu sein wünschen und demgemäß in einem Jahre früher, tm anderen später kommen. Nach­dem sich die großen Berufsgruppen unseres Wirtschaftslebens auf diesen Tag geeinigt haben und nachdem auch von kirch­Itcher Seite kein Widerspruch htergegen erhoben worden ist, darf man wohl hoffen, daß dies den Wünschen weitester Bevölkerungsfreise entsprechende Ziel auch erreicht werden wird.

In der Sizung am Mittwoch wurde zuerst endgültig Die Vorlage betreffend Aufschub des Inkrafttretens der ler Trimborn angenommen. Dabei entspann sich eine Ausein= anderseßung zwischen dem Abg. Dove( fortschr. Vp.) und dem Staatssekretär Delbrüd, die auf Bemerkungen aus der porigen Sthung zurückgriff und mehr als den Gegenstand felbst die Geschäftslage und die Mitarbett der fortschritt­lichen Volkspartet an den gesetzgeberischen Arbeiten betraf. Der Staatssekretär hatte Bezug genommen auf eine frit­here Aeußerung des Abg. Dove, man würde schließlich vor etnem Scherbenhaufen aus der Reichsversicherungsordnung stehen. Der Abg. Dove nahm daraus Anlaß zu der Fest­stellung, daß dies nicht etwa der Wunsch seiner Partei sei, fondern daß ein solches Ergebnis anderen Umständen zu­zuschreiben wäre, die die Freude am parlamentarischen Le­ben beeinträchtigte. Der Staatssekretär konzedierte dem Redner gern, daß er über mangelnde Mitarbeit der Par­tei nicht zu flagen habe, wies aber den Vorwurf nicht ge­nügender Fühlungnahme mit den Parteien des Reichsta­ges namens der verbündeten Regierungen zurück. Hier­nach wurde die Kalidebatte fortgeführt. Am Dienstag war nach dem Zentrumsredner nur noch der Sozialdemokrat Hue zum Wort gekommen, dessen Rede den ganzen Teil der Sigung ausfüllte. Mittwoch sprachen zunächst National­liberale, Konservative und Fortschrittliche Volkspartet. Die Kritik der beiden ersteren, Abg. Bärwinkel( natl.) und Roeside( kons.) richtete sich im wesentlichen gegen die so­ztaldemokratischen Ausführungen. Die von dieser Seite be­antragte Abänderung des Kaligesebes lehnten sie ab, denn im ganzen hat es sich, soweit ein Urteil schon zu fällen ist, bewährt; der Verschleuderung von Kali nach dem Auslande ist Einhalt getan, der durch die Vertrustung drohende Raubbau verhindert. Weiterhin begrüßten ste die Spezia­Itsierung der Verwendung der Einnahmen aus der Kalt­abgabe und wiesen nach, daß bei der Vergebung der Pro­pagandagelder an Verbände ein Unterschied zwischen poli­tischen und wirtschaftlichen unmöglich durchzuführen set. Beide Redner wiesen darauf hin, daß bisher Propaganda­gelder überhaupt noch nicht gezahlt sind, daß vielmehr die Landwirtschaftlichen Organisationen, allen voran der Bund der Landwirte, aus eigenen Mitteln eine lebhafte Propa­ganda betrieben haben, um über den Wert des Kalis für die Landeskultur Aufklärung zu schaffen. Es handele sich dabei um rein wissenschaftliche, objektiv zu behandelnde Aufgaben, die mit kaufmännischer Tätigkeit nichts zu tun hätten. Der Redner der Volkspartei war Abg. Gothein. Er bemängelte den für die Höhe der Propagandagelder an­gegebenen Maßstab( 60 Pf. für den Doppelzentner Rein­kali) und behauptete die Gelder witrden nicht immer zur Propaganda, sondern auch für andere Dinge verwandt, so von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, deren Vor­handensein er im übrigen als notwendig anerkannte. Abg. Arendt von der Reichspartei wies darauf hin, daß es sich hier nicht um das Kaligesek, sondern um die Fertigstellung des Etats handle. Man dürfe sich nicht bei diesen Neben­dingen so lange aufhalten. Den beiden nächsten Rednern, dem Polen Korfanty und dem Bauernbündler Hilvert folgte der Zentrumsabgeordnete Heim, der sich in langen Ausführungen gegen die Angriffe in der eigenen Partei wandte, die er zurückwies. Die Diskussion wurde darauf geschlossen. Die Resolutionen über die Staffelung der Ra= batte wurden angenommen und auch die Resolution Helm über die Bestimmung der Höhe der Abzüge. Der Präsi­dent machte dann noch Mitteilung von Begrüßungstele­grammen, die eingegangen sini anläßlich des 40. Jahresta­ges des Reichstages und bemerkte, er habe diesen nur kurz erwähnt, weil auch vor 10 Jahren der 30. Jahrestag nicht erwähnt worden sei. Dann widmete der Präsident dem 40. Gedenktage doch noch nachträglich warme Worte und hofft, daß auch die dem jetzigen Reichstage vorliegenden Ar­beiten ebenso fruchtbringend sein werden wie die der zurück­liegenden 40 Jahre.

Die Dispositionen der englischen Spione.

Die Hamburger Polizeibehörde sieht sich veranlaßt, so wird der Korrespondenz Seer und Politit" aus Marine­freisen geschrieben, belanglose Nichtigkeiten wie die Mittei­lung, daß ein Berliner Polizeikommissar nach Hamburg gefahren set, zu dementieren. Viel wichtiger im Interesse der Landesverteidigung erscheint der Hinweis darauf, daß die ganzen letzten Spionageversuche einen ganz festen Arbeitsplan aufweisen, daß zweitens entschieden ein Zusammenhang zwischen den letzten Spionageversuchen besteht, und daß drittens eine ganz flare Einteilung der Arbeit zwischen den einzelnen Spionen zu erkennen ist.( Die einen spionieren die Befestigungswerke aus, die anderen die Schiffsbauten.) Aus allen diesen Gründen er= hält sich in weiten Marine freisen trotz allen Dementis die Ueberzeugung, daß es sich um englische Offiziere handelt. Die Erklärung der Samburger Polizei, daß der Verhaftete sich selbst als Kaufmann bezeichnet habe, wird in Marine­freifen mit dem Hinweis darauf beantwortet, daß die Un­tersuchung mit Bestimmtheit die Offtzterseigen schaft der Spione ergeben wird, da ihre Maßnahmen mit Sicherheit darauf schließen lassen.

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Das Familiengeheimnis.

Roman von L. Walter.

Aber das Geheimbuch!"

( Nachdruck verboten.)

,.Bleibt in jenem Schranke. Jch bleibe dabei; Selma mag ihre Forderungen beweisen. Auch dem Advokaten verschweigen Sie die Notiz in dem Geheimbuche."

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Die Haltung der Zentrumspartei bei den kommenden Reichstagswahlen wurde in einer Sitzung des Landesaus­schusses der preußischen Zentrumspartet besprochen, die am Sonntag stattgefunden hat. Die Germania" schreibt da­rüber: Die Zentrumspartei wird in erster Linie den Kampf zu richten haben gegen die Sozialdemokratie und gegen alle, welche diese direkt oder indirekt begünstigen oder be= fördern. Aus diesem Grunde ist unter den obwaltenden Verhältnissen sorgsam darauf Bedacht zu nehmen, daß falsche Stichwahlen vermieden werden. Es muß vermieden werden, daß der Kandidat der Zentrumspartei in eine Stichwahl kommt, in welcher er nach Lage der Verhält nisse in dem betreffenden Wahlkreise nicht durchdringen kann, und bei welcher der Steg der Linken dadurch herbei­geführt wird, daß eben ein Zentrumskandidat in die Stich­wahl gelangt ist. Unter solchen Verhältnissen wird der Bentrumssache besser dadurch gedient, wenn unter Verzicht auf eine eigene Kandidatur rechtsstehende Kandidaten in dic Stichwahl gebracht werden. Gegenüber nationallibe= ralen Kandidaten kann nur von Fall zu Fall entschieden werden. Linksliberale Kandidaturen sind unter allen Ums ständen ebenso zu bekämpfen wie sozialdemokratische. Bei Stichwahlen zwischen linksliberalen und sozialdemokrati­schen Kandidaturen hat die Zentrumspartei Wahlenthal tung zu üben. Von den durch die Zentrumspartei zu unterstützenden Parteien ist unter allen Umständen Gegens seitigkeit zu verlangen und diese nach Möglichkeit zur Geltung zu bringen.

Ich begehe eine Unredlichkeit, Horn!" ,, Nein, Sie handeln als kluger Mann! Folgen Sie mir, folgen Sie mir! Es ist immer noch Zeit, daß Sie zahlen, wenn es nötig. Ueberlassen Sie es mir, Ihren Rechtsanwalt zu instruieren. Ich bin ja so oft im Auf­trage Ihres Vcters bei ihm gewesen."

Handeln Sie für mich, Horn; ich werde wahrlich dankbar sein!"

Der alte Kassierer, der treu an dem Sohne seines verstorbenen Herrn hing, er war ja in dem Komptoir Hallings grau geworden, mußte doch wohl seine Ver­mutungen hegen, da er dem jungen Chef die Verschwei­gung des Geheimbuches anriet. Karl befand sich in einer bedrängten Lage; er war verloren, wenn Selma befrie­digt werden mußte. Beide Parteien hatten ihre Stellung eingenommen. die Tante blieb in ihren Zimmern, und der Neffe verbrachte den größten Teil seiner Zeit in dem Komptoir. Er sah seine Gegnerin nicht, die ihm geflissent­Itch auswich.

in nächster Zeit zugehen. Durch den Entwurf soll der Aus beutung der Spiellust des Publikums durch gewissenlose Unternehmer entgegengetreten werden. Die Bestimmungen des Strafgesetzbuches haben bisher nicht ausgereicht, gegen die Serienlosschwindler erfolgreich vor, ugehen. Es sollen daher die Unternehmer, die durch Prämten- und Serien­lose das Publikum gewerbsriäßig ausbevten, unter Strafe gestellt werden. Der Verkauf ganzer Stüde an der Börfe soll jedoch nach wie vor erlaubt sein.

Das österreichische Abgeordnetenhaus steht vor der Auflösung. Falls die slawische Union die Bewilligung des Budgetprovisoriums und die Anleihe für militärische 3mede bis zum 1. April verhindert, wird das Haus sofort aufgelöst werden.

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Die Bevölkerung in Desterreich betrug am 31. De­zember 1910 nach dem vorläufigen Ergebnis 28 567 898 gleich 2 417 190 oder 9,2 Prozent mehr als im Jahre 1900. Die größte Zunahme zeigten im letzten Jahrzehnt Triest, Istrien und Nieder- Desterreich

Eine militärische Verschwörung zur Wiederherstellung einer monarchischen Regierung ist in Portugal entdeckt worden. Sitz der Verschwörung ist die kleine Garnison­stadt Lamego, etwa 90 Kilometer östlich von Oporto ge­legen. Mehrere Offiziere sind verhaftet worden. Zwei Unteroffiziere teilten den Regierungsbeamten mit, daß die meisten im Norden garnisonierenden Truppen für die Verschwörung gewonnen seien, und daß Oporto als das Hauptquartier der Monarchisten ausersehen sei.

Das neue Linienschiff Kaiser" oder wie es bisher hieß Ersatz Hildebrand", dessen Stapellauf am Mittwoch in Gegenwart des Kaiserpaares in Kiel stattfand, ist das erste Panzerschiff, welches die kaiserliche Werft in Kiel für unsere Flotte gebaut hat. Mit dem Kaiser", dem neunten sogenannten Dreadnought" der deutschen Ma­rine, schwimmt das erste deutsche Linienschiff, welches Tur­binen anstatt der Kolbenmaschinen erhalten hat, während der erste Turbinen- Panzerfreuzer ,, von der Tann", der ei­nen so vorzüglichen Schnelligkeitsrekord aufgestellt hat, be­reits vor einigen Monaten in Dienst gestellt worden ist. Mit dem Kaiser" beginnt die dritte Division unserer ,, Dreadnoughts", aber die der Turbinen- Panzer. Die erste voliständig fertige Division umfaßt die vier Schiffe Nassau, Westfalen", Rheinland und Posen", die zweite, im Ausbau befindliche, die etwas größeren und wahrscheinlich stärker bewaffneten Schiffe Helgoland", Ostfriesland", Thüringen und Oldenburg". Die dritte, mit dem Kaiser" beginnende Division wird wieder gegen= über der Helgoland"-Division mehrfache Verbesserungen, vor allem den Turbinenantrieb, aufweisen.

Die beiden Advokaten hatten eine Konferenz gehabt. Starfe, der Anwalt Karls, berichtete, daß der Gegner Ein­ficht in die Bücher nehmen wolle, wie der neue Chef vor­gefchlagen. Man tonnte es nicht verweigern. Der Ad­votat der Gegnerin erschien; er prüfte im Beisein des Kas­fterers, der seinen jungen Herrn vertrat, alle Bücher, na­türlich ohne Erfolg.

,, Die Sache ist delikat!" meinte der Advokat.

Ein Gelegentwurf zur Bekämpfung der Serien- und Prämientosgesellschaften wird dem preußischen Landtage

Ein republikanischer Militärputsch wird aus der bul­garischen Garnisonstadt Dubnica gemeldet. Der Komman­deur einer Kompanie, Hauptmann Petroff, dessen republi­tanische Gesinnung. bekannt war, stellte im Hofe der Ka­serne seine Kompanie auf und hielt eine Rede gegen die Monarchie. Er erklärte, daß Bulgarien zur Republik er flärt sei und forderte die Soldaten auf, nach Sofia zu marschieren, wo sich ihnen die Sofiater Garnison an­schließen werde. Die Militärbehörde, die von diesem Putsch vorher verständigt worden war, ließ den Hauptmann rr haften.

, Ebenso delikat als beleidigend für den verstorbenen Halling und dessen Sohn."

Ist kein Geheimbuch vorhanden?" Horn hatte diese Frage erwartet. " Das Geheimbuch, mein Herr, gehört nicht zu den Geschäftsbüchern; es enthält nur Privataufzeichnungen."

Der erste weibliche Abgeordnete Norwegens, Fräulein Rogstads, hielt im Storthing bei der Beratung des Mili­tärbudgets ihre erste Rede. Sie führte aus, sie sei eine Freundin des Friedens, trete für Schiedsgerichte ein und hoffe, daß ebenso, wie das Faustrecht dem Recht und dem Gesetz weichen mußte, auch Kriege und Militärwesen ein­mal aus der Welt geschafft würden. Trotzdem werde ste nicht gegen das ordentliche Heeresbudget stimmen, das die Selbstverteidigung zur Grundlage habe. Sie vertraue der Regierung und der Verteidigungskommission, daß nicht mehr als notwendig vorgeschlagen werde, möchte jedoch be­tonen, daß sie besonders die Vorschläge unterstütze, die da­rauf ausgehen, die nördlichen Landesteile zu beschützen, wo die Verteidgung noch zu wünschen übrig lasse.

Und doch muß ich Sie bitten, mir es vorzulegen. Daß ich Diskretion angelobe, versteht sich von selbst." , Es ist also ein Geheimbuch vorhanden?" Ja!"

"

" Und Sie wollen es mir nicht vorlegen?" Nein!"

" Diese Weigerung ist traurig." Warum, Herr Advokat?"

" Weil sich annehmen läßt, daß ich in diesem Buche Aufklärung für meine Mandantin finde."

Nur dem Gerichte werden wir das Geheimbuch vor­

Tegen."

Demnach provozieren Sie einen Prozeß?" fragte for­schend der Rechtsanwalt.

,, Wir fürchten ihn wenigstens nicht, verehrter Herr." So betrachte ich die gütlichen Verhandlungen als gescheitert und werde nun zur Klagestellung schreiten." ,, Tun Sie, was Sie im Interesse ihrer Klientin für nötig erachten."

sich.

Kleine Dadri ten.

Am gestrigen Geburtstage Kaiser Wilhelms 1. war das Mausoleum in Charlottenburg in einen Blumenhain ver­wandelt und erstrahlte im hellsten Kerzenglanz. Am frühen Vormittag traf ein herrliches Blumengewinde der Groß­herzogin- Witwe Luise von Baden ein. Das Kaiserpaar hatte den Prinzen Joachim beauftragt, einen prächtigen Lorbeer­franz mit weißer Atlasschleife niederzulegen.

Die Verhandlung war zu Ende, der Advokat entfernte Horn," rief Karl, Sie gehen zu weit!" " O nein, mein lieber Freund!"

Wenn das Gericht die lettwillige Notiz findet..." Ich zweifle daran, daß die Hilfe des Gerichts bean= sprucht wird."

Aber wenn es geschieht?"

Das bisherige Dorf Hamborn wird Großstadt. Der Antrag der Dorfgemeinde Hamborn, des größten Dorfes Deutschlands, auf Verleihung der Stadtrechte, wurde durch Königliche Kabinettsorder vom 20. März genehmigt. Ham­born wird also am 1. April als Dorf ausscheiden und die etwa 110 000 Einwohner zählende Gemeinde in die Reihe der Großstädte eintreten.

Warten Sie! Warten Ste! Allzugroße Ehrlichkeit ist im Geschäftsleben oft Torheit. Und auf Ihre Ehrlich­teit hat man einen nichtsnuhigen Plan gebaut. Beden­fen Sie, daß Ihre Existenz auf dem Spiele steht... Tante

Die großartigste Restaurationsanlage der Welt wird binen kurzem Berlin im Zoologischen Garten besitzen. Mitte Mai werden die Neubauten nach jähriger Bauzeit fer­tiggestellt sein. Zu den bisherigen 10 000 Sizplähen am Konzertplatz im Freien kommen annähern ebensoviele un­ter Dach hinzu. Es gibt in der ganzen bewohnten Welt teine auch nur annähernd so große Erholungsstätte.

Ein neues Armeebrot wird in der Garnison Mainz hergestellt und praktisch erprobt, das, wenn es sich als ge­eignet erweist, in der ganzen deutschen Armee eingeführt werden soll. Durch ein besonderes Mahlverfahren, das als militärisches Geheimnis behandelt wird, wird bei der Her stellung des neuen Brotes mehr Kleie abgesondert als bisher.

Die deutsche Heringsfischerei erzielte im Jahre 1910 einen Totalfang von 373 708 Faß Heringen im Werte von 11 500 000 Marf. Die Ausbeute der deutschen Heringsfi­scherei hat sich in zehn Jahren fast vervierfacht.

Eine aeroplanische Sindienreise nach Nordchina planen drei deutsche Luftschiffer. Die Expedition soll dem Studium der ostasiatischen Monsune dienen, für deren Erforschung bisher so gut wie nichts geschehen ist. Vorgesehen ist die Errichtung einer Basisstation in oder bei Beking.

Selma läßt Ihnen nicht eine Stunde das Kapital, wenn es ihr zugesprochen wird. Ich habe nie eine gute Mei­nung von ihr gehabt; jezt halte ich sie für schlecht. Uebri­gens glaube ich nicht an den Prozeß.

Acht Tage später schüttelte der Kassierer das greise Haupt.... Karl hatte ihm die Klage der Tante vor­gelegt.

,, Das ist mehr als kühn," murmelte er, das ist ver­wegen! Sie sehen nun, Karl, daß Sie es mit einem Dä­mon zu tun haben. Doch wir werden schon mit ihm fertig, werden."

Die Bedrängnis des jungen Kaufmanns sollte den höchsten Grad erreichen. Das Fallissement eines Hauses in Berlin, mit dem Halling in enger Geschäftsverbindung stand, fügte der Firma einen bedeutenden Verlust zu. Horn tonnte taum noch trösten, als die Unglückskunde einlief. Die Barvorräte waren gänzlich erschöpft, der Rest des Vermögens steckte in Waren und in dem Grundstücke. Man hatte Mühe, die fälligen Wechsel zu decken. Karl dachte an Einschränkungen des Personals. Hugo Schwarz, der erste Kommis, der einen ansehnlichen Gehalt bezog, war seiner Meinung nach überflüssig geworden. Er wollte ihn entlassen. Um des Himmels willen nicht!" sagte Horn. Ich selbst werde die Arbeiten des Schwarz über­nehmen." ,, Es darf keine Veränderung vorgehen, niemand dark den Stand des Geschäfts ahnen. Und Schwarz muß unter allen Umständen bleiben."

,, Warum denn, lieber Horn?"

, Weil ich ihn brauche. Bleiben Sie ruhig in Ihrem Kabinette, ich sorge für das übrige."

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,, Haben Sie denn besondere Gründe, so zu verfahren?" fragte der junge Mann.

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,, Allerdings; ich handle nie ohne Grund." Trösten Sie sich, lieber Horn, nur durch eine An­deutung." ( Fortsetzung folgt.).

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