Einzelbild herunterladen

Der Aus

wiffentofe hmungen

ht, gegen Es follen Gerien er Strafe Der Börje vor der gung des

litärische us sofort 31. De 567 898

re 1900.

t Trieft,

eritellung entdedi Sarnison orto ge

3wei nit, daß für die als das

der bul:

Comman republi

der Ka egen die

blit er Sofia zu Son an n Putsch

ann rit

Fräulein es Mili set eine

ein und

und dem

fen ein:

Derde fle

das die raue der ß nicht edoch be

die da eschützen,

war das

ain ver n frühen

r Groß­aar hatte Lorbeer­

t. Der

Dorfes de durch t. Ham und die ie Reihe

clt wird en. Mitte

zeit fer

Siben am iele un en Welt ätte.

Mainz

als ge= ingeführt das als der Her Dert als

re 1910

Serte von

eringsfi

planen

Studium

forschung

n ist ble

al, wenn

ite Mei­

Uebri

as greife

nte vor

ift ver

nem Da

Im fertig

ollte den

Haujes

rbindung

zu. Horn

einlief.

Rest des

de. Man rl dachte

Jarz, ber

zog, wat

pollte ihn

rz über

and dark

unter

En Ihrem

fahren?"

eine An

Folgt.)

Orbensverleihung an einen Ermordeten. Die letzte Nummer des Reichsanzeigers" veröffentlicht die Erlaubnis sur Annahme des Verdienstkreuzes in Gold des großherzog­Itch medlenburgischen Hausordens der wendischen Krone an den Stationsleiter Biernatki in Kamerun, der bekannt­Itch vor einiger Zeit von einem wahnsinnigen Beamten er­fchoffen wurde.

Keine Maftvichausstellung in Berlin. Die andauernde Maul- und Klauenseuche in fast allen Teilen des Landes hat dahin geführt, daß beschlossen wurde, die diesjährige Mastvtehausstellung in Berlin ausfallen zu lassen. Zum ersten Male fett 36 Jahren wird die Ausstellung nicht statt­Hinden.

Der Kammerdiener des verstorbenen Königs Leopold von Belgien, Herr Bataille, plant die Herausgabe eines Ta­gebuches über die Kammererlebnisse seines verstorbenen Herrn. Ein Partfer Journalist hat die Aufzeichnungen des Autors zu einem wirklichen Kolportageroman verarbeitet. An Lesern wird es fa leider nicht fehlen.

Beschlagnahmte Modeherrlichkeiten. Von Neuyork wird gemeldet, daß die Bollbehörden mehrere hundert Koffer, bte 40 aus Paris heimkehrenden Modiftinnen gehören, be­schlagnahmt haben. Die Damen sollen die mitgebrachten Herrlichkeiten den Zollbehörden verheimlicht oder doch nicht thren vollen Wert angegeben haben, der auf 1 200 000 Mark geschätzt wird.

Ueber einen schweren Aviatikerunfall wird aus Bremen gemeldet: Der Aviatiker Müller ist am Mittwoch bei einem auf dem Neuenlander Felde ausgeführten Flugversuche mit einem Aeroplan eigener Konstruktion abgestürzt und brach beide Beine. Der Aeroplan ist zertrümmert.

Aus den Gerichtssälen.

Die

Wegen fahrlässiger Tötung ihrer 88jährigen Mutter durch mangelhafte Pflege hatte sich vor der Göttinger Straf­kammer die Rentiersfrau Hesse in Grund im Harz zu ver­antworten. Auch ihr Ehemann war mitangeklagt. Mutter der Frau Hesse war drei Wochen vor ihrem Tode bettlägerig frank geworden und konnte nicht mehr aufstehen. Ihr wurde von den Angeklagten etn Stechbecken unterge­legt, das sie die ganzen drei Wochen lang Tag und Nacht un unterbrochen liegen ließen. Die Kranke lag sich durch, und der erst zur Ausstellung des Totenscheines herbeigeholte Arzt fand das Fleisch drei Zentimeter tief bis auf den Kno­chen gehend weggefault, ein erschütterndes Bild greulicher Verwahrlosung", wie es die von dem Arzt noch hinzugezo­genen Sachverständigen in langjähriger ärztlicher Prarts noch nie gesehen hatten. Blutstropfen in den Adern hemm­ten den Kreislauf, die Lunge war blutleer; die störenden Faktoren, die den Tod verursachten, hatten ihren Ursprung in den Verlegungen, die das Durchltegen verursacht hatte. Bei einiger Aufmerksamkeit hätten die Angeklagten die Ver­legungen und damit den Tod der alten Frau verhüten kön nen. Wegen fahrlässiger Tötung wurde Frau Heffe zu einem Jahre, thr Ehemann, der Rentier August Heffe, zu dret Mo­naten Gefängnis verurteilt.

Vermischtes.

Shakespeare im Zirtus. Der bekannte Berliner Schau­Spieler Ferdinand Bonn hat eine Reihe Shakespearescher Königsdramen für den Zirkus bearbeitet und unterhandelt gegenwärtig mit Kommissionsrat Busch, in dessen Etablis­ement er die Werke zur Aufführung zu bringen beabsich tigt. Bei den Bearbeitungen liegt das Schwergewicht auf großen Massenumzügen mit Fußvolt und Reitern. Kom­missionsrat Busch ist nicht abgeneigt, dem Bonnschen Pro­fett näherzutreten.

Handel mit falschem Papiergelde. In letzter Zeit wurden zahlreiche Personen in größeren westdeutschen Städten um große Summen Geldes dadurch geprellt, daß thnen von gewissen Leuten für eine bestimmte Summe Geldes die Auszahlung des fünffachen Betrages in fal­chem Gelde versprochen wurde. Den rheinischen Behörden Ist es nunmehr gelungen, fünf Mitglieder dieser Gesell­schaft in der Siegener Gegend zu erwischen und hinter Schloß und Riegel zu setzen. Die Zahl der gerupften Per­sonen wird immer größer, da die Gesellschaft das Feld threr Tätigkeit südlich bis Frankfurt und nördlich bis Hannover ausgedehnt hatte.

Das versicherte Milliardenbaby. Wohl noch nie hat ein Wickelkind so viel von sich reden gemacht wie das Milliardenbaby Mac Lean in Washington. Die Eltern schweben in der steten Angst, daß ihnen das Kind ent­führt werden könnte, weshalb es, wie schon früher berich­tet, nur in einem gepanzerten Kinderwagen, umgeben von Geheimpolizisten, spazieren gefahren wird. Aber gewisse Drohungen von schwarzer oder roter Hand haben die El­tern neuerdings wieder mit so großer Besorgnis erfüllt, daß sie das Kind jetzt gegen Entführung versichert haben. Lloyds Agentur erklärt, daß eine derartige Versicherung faum unte 20 Prozent der Versicherungssumme unternom­men werden fann.

Ein Stüd Eisen im Kopfe. Was mancher menschliche Schädel aushalten kann, das zeigen die landesüblichen Raufereien, bei denen oft genug, namentlich in Bayern, die Maßkrüge in Trümmer gehen, die Köpfe aber in der Regel so ziemlich unverletzt bleiben. Doch auch ein west­preußischer Schädel ist nicht von Pappe", wie ein Vorfall beweist, der sich Anfang Dezember vorigen Jahres auf der Schichauwerft zugetragen, aber erst jetzt seine Aufklärung gefunden hat. Bei den Rammarbeiten zu einem neuen Bollwerk fühlte ein Arbeiter plötzlich einen Schmerz am Kopfe, und zugleich fing er an, aus Mund, Nase und Ohren zu bluten. Die Untersuchung ergab eine äußere, ziemlich unscheinbare Verlegung, die offenbar von einem von der Ramme abgesprungenen eisernen Splitter hervor= gerufen worden war. Der Verletzte flagte seit dieser Zeit fortwährend dem Arzte, er habe das Gefühl, als wenn er einen Fremdkörper in Kopfe habe. Der Kassenarzt veran­laßte schließlich, daß der Patient in die Behandlung eines Spezialarztes gegeben wurde, und dieser entschloß sich zu einer Aufmeißelung des Schädels und zog aus ihm ein 5 Zentimeter langes Eisenstück hervor, das dem Arbeiter während der Rammarbeiten in den Schädel gedrungen und pon diesem solange mit sich herumgetragen worden war. Nach der Operation fühlte sich der Mann natürlich bedeu­tend wohler".

Gedankenlesen durchs Telefon. Die Gedankenleserin Bomah, die zurzeit im Alhambratheater in London auf­fritt, hat zum ersten Male ihre Kunst über den Draht er­probt. Eine besondere Telefonverbindung wurde zu diesem Bwede mit der Redaktion des Daily Mirror und dem Theater hergestellt. Frau 30mah befand sich in der Zei­tungsredaktion, umgeben von Aerzten und Redakteuren, während thr Gatte im Alhambratheater allerlei Gegen­tände von Zuschauern in Empfang nahm, die die Gedan­enleserin dann einem dort weilenden Komitee durchs Telephon beschrieb: Was hat man ihrem Gatten jetzt ge­reicht?" fragte das Komitee. Aus welchem Material be= teht der Gegenstand?"" Welche Zahlen oder welche Buch­taben befinden sich darauf?" Sie beantwortete zwölf von bem Komitee an sie aerichtete Fragen mehr oder weniger

richtig, dann aber wurde sie so müde, daß die Experimente nicht fortgesetzt werden konnten. Mit ihrem Gatten hatte sie während der Vorstellung nicht ein Wort durchs Telefon gewechselt.

Wie Carnegie einmal Bankerott machte. Der Mil­liardär Andrew Carnegie, der erst jüngst einen geringen Bruchteil seines ungeheuren Vermögens für deutsche Le­bensretter stiftete, war nicht immer vom Glück begünstigt. Daß er in seiner Jugend arm war, das ist allgemein be­fannt. Man glaubt aber, daß er bald mit seinen Geschäf= ten den Grundstock zu seinem großen Vermögen gelegt hat. Dem ist aber nicht so. Sondern der große Carnegie hat auch das Schicksal sehr vieler weniger begünstigter Berufs= genossen teilen müssen und einmal ganz regulär Pleite" gemacht. Ueber diese heute mehr heitere als traurige Epi­fode seines Lebens erzählte Carnegie jüngst folgendes: " Ich war damals taum 19 Jahre alt und hatte nur die Ar­mut fennen gelernt. Ich war mit meinen Eltern nach Amerita gekommen, um hier das Glück zu finden, das wir in unserer Heimat nicht finden konnten. Hier gründete ich mit 2 Kompagnons ein kleines Geschäft. Geld hatten wir alle nicht und es war an jedem Tage ein neuer Kampf mit den Gläubigern, die ihre Rechnungen von einem und zwei Dollars präsentierten und nicht bezahlt erhielten. Eines Tages stellte ich einen Wechsel auf 22 Dollars aus, für den ich 15 Dollar bares Geld erhielt, um die not­wendigsten Ausgaben zu bezahlen. Als der Tag herankam, an dem der Wechsel fällig war, hatten wir feiner einen Cent in der Tasche. Betrübt beratschlagten wir, was zu tun sei und entschlossen uns, Konkurs anzumelden. Die ,, Masse" war recht trübselig und nicht dazu angetan, die Gläubiger zu befriedigen. Der uneingelöste Wechsel wurde mir späterhin von dem Inhaber präsentiert, und ich gab ihm dafür den hundertfachen Betrag, da er sich in ärm­lichen Verhältnissen befand. Außerdem hatte dieser Wech­sel für mich einen ungeheuren Erinnerungswert." Mit diesen Worten wies Carnegie auf einen über seinem Schreibtisch hängenden eingerahmten Wechsel, den er zwar atzeptiert, aber nicht bezahlt hatte. Jedenfalls ein eigen­artiges Stüd einer Sammlung!

Versicherung gegen verregnete Sommerferien. Mehrere englische Versicherungsgesellschaften gewähren jetzt neuar­tige Versicherungen. Man kann sich gegen übermäßigen Regen in ungefähr siebzig englischen Badeorten zwischen dem 1. Mai und dem 30. September versichern. Als über­mäßiger Regen gilt ein Regenfall von mehr als zwei Zehntel Zoll und von mehr als eintägiger Dauer in ei­ner Woche. Die Prämien sind hoch; die billigste ist die, mit der man sich gegen mehr als zwei Tage eines Regen­falls von über zwei Zehntel Zoll versichert. Sie beträgt ein Achtel der Versicherungssumme. Eine Prämie von 15 Schilling wöchentlich versichert 6 Pfund Sterling für die Woche.

Seiteres aus der Zeitungsbranche. In einem ober­hessischen Kreisstädtchen erscheinen seit einiger Zeit drei Zeitungen. Da die zweitälteste Zeitung inbezug auf das Inseratenwesen nicht recht mittam, hat der Verlag zu einem, sogar einem Laten recht heiter vorkommenden Mit­telchen gegriffen. Um nämlich die zuletzt gegründete zei­tung in den Inseratennummern zu überflügeln, steigen seine Nummern plöglich von 99 auf 201.

Die Wetteraussichten im Frühling und Sommer.

Von meteorologischer Sette wird uns geschrieben: Ueber die voraussichtliche Witterung im beginnenden Früh­ling und im kommenden Sommer sind schon mancherlei Hoffnungen und Erwartungen ausgesprochen worden. Es ist nun die Frage, ob sich die Witterung, die uns in den nächsten Monaten beschert sein wird, auch mit ziemlicher Sicherheit und mit wissenschaftlichem Rüstzeug feststellen läßt. Dabei sind wir allerdings nur auf vergleichende Ar­beit und Betrachtungen angewiesen. Trotzdem kann gerade durch diese Vergleiche und durch Aehnlichkeiten in den Wet­tererscheinungen vorangegangener Jahre das Wetter mit ziemlicher Sicherheit bestimmt werden, zumal die Erschet­nungen, wie nachgewiesen ist, ständig wiederkehren, und die gleichen Voraussetzungen auch mit geringen Abänderungen die gleichen Folgen haben. Der Winter 1910/11 war ent­schieden sehr milde zu nennen. Dagegen waren z. B. die Wintermonate 1908/09 ungewöhnlich talt und ließen einen sehr kalten Frühling erwarten. Die Erwartungen wur den auch damals nicht getäuscht. Im vorigen Jahre be­gann der Februar mit einer ziemlich hohen Temperatur, die fast während des ganzen Monats anhtelt. Diese schnell hereingebrochene warme Witterung rächte sich durch einen Ausgleich, den ein kühler und regnerischer Sommer brachte. In diesem Jahre hatten wir nicht nur einen sehr milden Winter, sondern auch verhältnismäßig normale Nachwin­ter- und Vorfrühlingserscheinungen. Die Jahre 1857 1874, 1882 und 1903 stimmen darin mit dem Jahre 1911 ziemlich überein. Auch sie wiesen einen milden Winter_und normale Vorfrühlingserscheinungen auf. Trotzdem setzte ber Frühling des Jahres 1903 zur gegebenen Bett recht fräftig ein. Ebenso wie wir im Jahre 1903 sehr günstiges Frühlings- und Sommerwetter hatten, so ist mit atemlt­cher Bestimmthett anzunehmen, daß auch der Frühling des Jahres 1911 rechtzeitig beginnen wird.

Man wird nach den bisherigen Feststellungen von wis­senschaftlicher Sette folgende Uebersicht aufstellen können: Der Monat März wird in seiner zweiten Hälfte uns den Eintritt des Frühlings bringen, und der Monat April wird voraussichtlich dem April des Jahres 1906, der be­fanntlich einer der wärmsten Aprilmonate war, und uns Hochsommertemperaturen brachte, nichts nachgeben. Für den Monat Mat wird vielleicht eine geringe Abkühlung vor­auszusagen sein, während hingegen die folgenden Sommer­monate uns viel Sonnenschein und Size bringen werden. Der Grund hierfür liegt in dem Umstande, daß in ge= wiffen Zeiträumen die Erde erfahrungsgemäß eine be= stimmte Anzahl von schönen Tagen beziehungsweise eine bestimmte Dauer von Sonnenschein aufzuweisen hat. Diese Prozentziffern sind fast konstant und schwanken nur in sehr geringem Umfange. Da aber das Vorjahr hinter die­fer Bahl bedeutend zurückblieb, so wird nach den bisher beobachteten Naturgefeßen dieses Jahr einen Ausgleich bringen. Der Anfang war schon in dem milden Wetter und ist vor allen Dingen jetzt zu erblicken. Ein weiterer äußerer Umstand besteht darin, daß die Flüsse und Seen, öte im Jahre 1909 bis weit in den April hinein mit Eis bedeckt waren und die Frühlingswärme in großen Men­gen für den Auftauungsprozeß absorbierten, in diesem Jahre schon jetzt fast durchweg eisfret sind. Auch die Schneedecke tst verhältnismäßig sehr gering gewesen, so daß eine Erwärmung des Erdbodens und somit die damit im Zusammenhang stehende Erwärmung der Luft ohne jedes Hindernis eintreten kann. Die günstigsten Bedingungen find also gegeben und es ist zu hoffen, daß der Erfolg den Erwartungen und Vorausseßungen entspricht.

Drabtnachrichten und neuestes.

Stolypin bleibt Ministerpräsident. Petersburg, 23. März. Stolypin wird Ministerpräsident Gestern fand im Anitschkowvalais Familienrat

bleiben.

statt, an dem außer dem Baren die kalferinwitwe und nich rere Großfürften teilnahmen. Wie es heißt, hat Stolypin seine Demiffion zurückgezogen. Die beiden Reichsräte Tre­pow und Durnowo, deren Intriguen Stolypins Niederlage bewirkten, sollen fünftig von den Reichsratssitzungen aus­geschlossen sein. Bei Stolypin fand gestern abend ein glän­zender Empfang statt.

O Petersburg, 23. März. Die Gerüchte, daß Minister­präsident Stolypin im Amte bleiben werde, beruhen auf bisher unbestätigten Vorgängen im Ministerium, die aber wahrscheinlich sind. Für heute werden wichtige Beratun gen an leitender Stelle sowie eine Audienz Stolypins beim Zaren erwartet.

Alarmnachrichten and dem fernen Often.

Petersburg, 23. März. Die heute vorliegenden Nach­richten aus dem fernen Osten lanten noch sehr beunruhigend. In Wladiwostot ruft eine Meldung große Unruhe hervor, wonach die Chinesen Bahnstrecken in der Mandschurei zer­stören, in China der Rachekrieg gegen Rußland gepredigt wird, das Ministerium russenfeindliche Proflamationen im Lande verbreiten läßt und Kriegsminister Yingschang über­all offen ausspricht, China bereite den Krieg mit Rußland vor, den es mit Aussicht auf Erfolg schon febt zu führen in der Lage set. Endlich treffen fast täglich Nachrichten von neuen Zuzügen chinesischer, aber europäisch ausgebildeter Truppen ein. Der russische Generalgouverneur Gondatti habe, so heißt es weiter, die Festungswerke einer eingehen­den Besichtigung unterzogen. Die Ernennung General Martinows zum Chef der Grenzwache wird ihrerseits von den Chinesen wiederum als Beweis für den Wunsch Ruß­lands, mit China Krieg zu führen, ausgelegt. Alle Zeichen sprächen für einen bevorstehenden Ausbruch des Konflikts. All diesen Nachrichten widersprechen Mitteilungen von aus Wladiwostok in Petersburg eingetroffenen Reisenden, die auf der ganzen Strecke nichts von irgend welchen besonderen Anzeichen bemerkt haben, die auf Vorbereitungen militärt­scher Art oder auf eine auffällige Erregung der Bevölke­rung hätten schließen lassen.

Ein Nachspiel zu den Moabiter Krawallen. Berlin, 23. März. Der Vorstand der sozialdemokrati­schen Partel gibt bekannt, daß er, um der Staatsanwalt­schaft zu Hilfe zu kommen in ihrem Bestreben, die beiden polizeilichen Uebeltäter ausfindig zu machen, die bei den Moabiter Krawallen den Arbeiter Hermann, als er auf der Suche nach seinem Sohn war, in der menschenleeren Wiclof­straße überfielen und tödlich mißhandelten, 2000 Mark Be­lohnung aussetze. Vermißter Militärflieger.

Berlin, 28. März. Zu einem militärischen Er­kundungsfluge stieg gestern nachmittag 3% Uhr der Mili­täraviatifer Leutnant Förster vom Eisenbahnregiment auf dem Döberißer Schießplaß mit einem Farman- Zweidecker auf. Gegen 4 Uhr wurde er in einer Höhe von etwa 200 Meter über dem Tegeler See bet Reinickendorf gesichtet. Von da ab fehlt jede Spur von dem Piloten. Bis nachts 1 Uhr war man im Fliegerschuppen von Döberih noch nicht orientiert ob und wo er gelandet ist. Man ist über sein Schicksal in großer Besorgnis.

Berlin, 28. März. Wie von maßgebender Stelle mit­geteilt wird, sind die Meldungen über einen Unfall des Beutnants Förster falsch. Dieser ist gestern nachmittag zu einem Erkundungsfluge in Begleitung eines zweiten Leut­nants aufgestiegen und 10 Kilometer vor Frankfurt a. D. wegen eines Defektes aelandet.

Eisenbahnattentat.

Effen, 23. März. Auf der im Bau befindlichen Et­fenbahnstrecke Oberhausen- Wesel wurde von unbekannten Tätern eine Wetche festgeklemmt. Infolgedessen stürzte eine Lokomotive den Abhang hinunter. Der Führer und der Hetzer die nicht abspringen konnten, wurden verletzt.

Streif bei der Dortmunder Union.

Dortmund, 23. März. Seit gestern früh streifen in dem Eisen- und Stahlwerk Union die Kesselwärter, soweit sie gewerkschaftlich organisiert sind, im ganzen 250 Mann. Ein bedauerlicher Unfall, der sich im Gießereibetriebe ereignete, wird mit der Arbeitseinstellung in Verbindung gebracht. Beim Umfippen eines mit flüssigem Eisen gefüllten Kessels wurde ein Arbeiter derartig verbrannt, daß er im Kranken haus seinen Verlegungen erlag. 3wei andere Arbeiter famen mit leichten Verlegungen davon. Wegen dieses un­falls hatte die Polizei sieben Streifende in Haft genommen. In der Kajütte erstickt.

0 Danzig, 23. März. Auf dem hiesigen Schleppdam­pfer Erna" erstickten nachts in einer Kajüte die Schiffer Adler und Stoch sowie der Maschinenführer Schönhoff. Ste hatten, nachdem sie nachts auf der Weichsel vor Anker ge­gangen waren, den Ofen stark geheizt und nicht für Abzug gesorgt.

Familiendrama.

Budapest, 23. März. In dem Dorfe Barand erschoß der Landwirt Valentin Szakacs aus Eifersucht seine Frav und ein dreijähriges Kind, verwundete zwei ältere Kinder lebensgefährlich und beging dann Selbstmord.

Vom türkischen Sultan.

Konstantinopel, 23. März. In gut unterrichteten Kretsen geht das Gerücht, der Sultan habe einen leichten Schlaganfall erlitten, was im Palais jedoch entschieden in Abrede gestellt wird.

Schwere Streifausschreitungen englischer Berglente. London, 23. März. Die Bergarbeiter in Clydach Vale in Südwales veranstalteten vor der Britannia- Company­Grube Kundgebungen. Sie bewarfen die Polizei mit Stei­nen, wobei einige Schuhlente verletzt wurden, steckten meh­rere Gebäude in Brand, griffen die Häuser mehrerer Streif brecher an und zerstörten eins vollständig.

Die Tat einer Eifersüchtigen.

O Paris, 23. März. In Soissons erschoß die 21jäh rige Gattin eines Ingenieurs auf offener Straße eine junge Italienerin, weil sie glaubte, daß diese ein Liebesverhält nts mit ihrem Gatten unterhalte. Nach der Tat stellte sie sich selbst der Polizei.

Bandel und Verkebr.

Cassel, 21. März. Schlachtviehpreise. 1. Ninder. A. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben( ungejocht)( Schlachtgewicht) M 6) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren M 84-88, c) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete M 75-80, d) mäßig genährte jüngere gut ge= nährte ältere M B. Bullen: a) vollfleischige ausge­wachsene höchsten Schlachtwertes M 80-82, 6) vollfleischige junge M 78-79, c) mäßig genährte jüngere, gut genährte äl­tere M C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige aus­gemästete Färsen, höchsten Schlachtwertes M 80-82, 6) voll­fletschige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren M 80-81, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen M 77-78, d) mäßig genährte Kühe und Färsen M 70-74, e) gering ge­nährte Kühe und Färsen M 58-65. D. Gering genährtes Jungvieh( Fresser) M 2. Kälber. a) Doppellender,

feinster Mast( Lebendgewicht) S b) feinste Mastkäl­ber& c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 54-58, d) deringere Mast- und gute Saugfälber 50-52, e) ge­ringere Saugfälber 45-48. 3. Schafe. A. Stallmast schafe: a) Maftlämmer und jüngere Masthämmel( Schlacht­gewicht) M 80-83, 6) ältere Masthämmel, geringere Mast­lämmer und gut genährte junge Schafe M 78. 4. Schweine, a) Fettschweine über 150 Klgr.( Schlachtgewicht) M b) vollfleischige von 120-150 RIgr. M 55-60, c) vollfleischige von 100-120 RIgr. M 57-58, d) vollfleischtge von 80-100 Kilogr. M 55-56, e) vollfleischige unter 80 lgr. M f) unreine Sauen und geschnittene Eber M 51-54.