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hat bereits eine Art Testament verfaßt, eine Kundgebung, ble durch den Draht schnell in ganz Rußland bekannt ge= worden ist. Die alten Mönchgenossenschaften haben sich mit leidenschaftlichem Eifer der Sache Jliodors angenom­men, und täglich treffen bei dem Zaren Dugende von Telegrammen ein, die den Herrscher bitten, Jliodor an der Stätte seines bisherigen Wirkens zu lassen. In den Krei­sen der orthodoxen Geistlichkeit herrscht große Erregung, ber heilige Synod aber befindet sich nun in einer schwieri­gen Zwangslage, da man es nicht wagen fann, den ver­bienten Fanatifer mit Gewalt vom Altar zu reißen.

gebunden werden könne! Weiter wurde verfügt, daß der Betrag von 0,15 Mart von dem schuldigen" Beamten eingezogen werden solle. Dies geschah denn auch.

Die Herrschaftswahl des Dienstmädchens. Ein charak­teristisches Zeitbildchen geht der Straßburger Post" von einer Hausfrau in Heidelberg zu. Dort ließ ein Dienst­mädchen dieser Tage in einem Blatte folgende Anzeige einmal erschienen: Tüchtiges Alleinmädchen, 22 Jahre alt, das gut bürgerlich fochen kann und alle Hausarbeit ver­steht, 3 Jahre lang in einer Beamtenfamilie in K. war, sucht gute Stelle auf 1. März. Gfl. Anträge mit Lohn­angabe unter Chiffer... Postlagernd erbeten."- Nicht weniger als 45 Angebote liefen ein. Davon wurden 40 als ungenügend bei Seite gelegt, teils wegen zu geringen Lohnes, teils wegen nicht zusagender Stadtviertel oder aus anderen Gründen, wie Wohnung in einem oberen Stod usw. Fünf Anträge, selbstverständlich mit höchstem Lohnangebot, tamen in die engere Wahl. Die fünf Damen erhielten nun ein gleichlautendes Schreiben, worin das Mädchen ankündigte, daß sie sich am nächsten Sonntag von 2 bis 4 Uhr vorstellen werde. Nach gründlicher Nachfor­schung über die Arbeit in den einzelnen Häusern, über die Zahl der Bewohner, über von Zeit zu Zeit eintretende Lohnerhöhungen, über Geschenke an bestimmten Jahres­zeiten, über Sonntagnachmittagsausgänge und Sommer­ferien und Sonstiges stellte das stellensuchende Mädchen die Gewissensfrage: Sie verlange zu erfahren, ob man sie annehme, wenn sie sich entschlösse zuzusagen. Denn, be­merkte sie, sie habe fünf angebotene gute Stellen, davon wolle sie sich die beste auswählen, sie müsse sich aus diesem Grunde also die Entscheidung vorbehalten. Tags darauf erhielten vier Hausfrauen eine Postkarte mit folgendem Wortlaut: Ich bedaure Ihnen mitteilen zu müssen, daß meine Wahl nicht auf Sie gefallen ist."

Ein glüdlicher Erbe. Eine tragikomische Erbschafts­geschichte ist dieser Tage im Foyer des Reichstages viel be­lacht worden. Im Kreise Stuttgart, so erzählt man der Frtft. 3tg." Starb fürzlich ein Schneidermeister, der von ber Liebenswürdigkeit und Menschenfreundlichkeit seines Reichstagsabgeordneten so begeistert gewesen war, daß er diesen zum Universalerben eingesetzt hatte. Der also ganz unerwarteterweise bedachte Erbe hatte keine Ursache, die Annahme der Erbschaft auszuschlagen, und erhielt nach Ab­zug von Erbschaftssteuer, Stempelgebühren usw. rund 1400 Mart in bar ausgezahlt. Einige Zeit danach erschien nun in seinem Hause eine ältliche Frau, in sichtbarer Trauer schwarz gekleidet, und legitimierte sich als die seit Jahren separierte Ehefrau des verstorbenen Schneider­meisters. Sie habe zwar fein gesetzliches Anrecht an dem Nachlaß ihres Seligen", hoffe aber, daß man ihr mora­lisches Recht gelten lassen werde. Der Erbnachfolger, ein vornehm denkender, praktischer Sozialist und Christ, zahlte ohne weiteres 700 Mark an die trauernde Witwe" aus. Kurze Zeit darauf fam ein amtliches Schreiben des Ma­gistrats der Stadt E., worin nachgewiesen wurde, daß der verstorbene Schneidermeister jahrelang Armenunterstützung erhalten habe, die nunmehr aus der Erbschaftsmasse in Höhe von 400 Mart zurückgefordert werde. Blieben dem Üniversalerben noch 300 Mart. Dieses Geschäft war taum erledigt, da ging ein rundliches, mehrere Kilo schweres Nachnahmepaket vom Krematorium in C. ein, das mit der netten Summe von 288,75 Mark einzulösen war. Denn der in seinem Leben durchaus modern veranlagte Meister von Zwirn und Nadel hatte sich auch noch verbrennen las­sen. So ist denn das Universalerbe zusammengeschrumpft auf 11,25 Marf und einen toten Schneider im Glase. Ob ble 11,25 Mart nächster Tage nicht auch noch abgeholt werden?

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Eine Flugtatastrophe als amerikanisches Duell". Aus Neuyork wird der Inf." geschrieben: Die Tragödie des bekannten Flugtünstlers Cecil Grace, der am 20. Dezember 1910 auf die Nordsee hinaus flog und dort seinen Tod fand, dürfte noch in aller Erinnerung sein. Man nahm allge­mein an, daß er sich auf seinem Fluge verirrt und den Rückweg zum Lande nicht mehr gefunden habe. Eine ame­ritanische Zeitschrift bringt nun jetzt die Schilderung eines Vorfalles, der der Tragödie des Fliegers Grace angeblich zu Grunde liegen soll. Nach dieser Darstellung war der Flug Graces auf die Norsee und der Tod, den er dort ge­funden hat, ein freiwilliger, und zwar beides die Folge eines amerikanischen Duelles, das Grace verloren hatte. Die Zeitschrift nennt zwar nicht den Namen des Flug­Hünstlers, da aber vor dem Tode eines anderen Aviatikers in der Nordsee nichts bekannt geworden ist, so bleibt nur biese Flugkatastrophe übrig. Der Gegenstand des ameri­fanischen Duells lag nach der Darstellung des betreffenden Blattes schon viele Jahre zurück.

Ein Tierparadies will der Inhaber des Tierparts in Stellingen bei Hamburg, Karl Hagenbeck, auf der Insel Brioni im Adriatischen Meere schaffen. Er beabsichtigt Be= zunächst die Jnangriffnahme der Straußen- Farm. kanntlich ist der Erfolg der Hagenbeckschen Straußenzucht in Hamburg, trotz des ungünstigen Klimas, ein recht guter. Ein größerer Tiertransport von Antilopen, Zebus, Zebras, einigen hundert Sorten der interessantesten Vögel, Affen­arten Südamerikas, Steinböden, Wildschafen, Murmel­tieren, Stachelschweinen usw. soll zunächst den Naturpark bevölkern. Von Löwen, Tigern und anderen fagenartigen Tieren wird Abstand genommen. Eine weitere Idee Ha­genbeds geht dahin, die Eisbärenzucht in den südlichen Klimaten einzuführen. Nach seinen Erfahrungen hofft Hagenbeck, diesen Plan auf der Insel Brioni ausführen zu können. In einer Bucht dieser Insel sollen Wassertiere untergebracht werden.

Ein achtjähriges Mädchen mit einem Vollbart? Wie aus Posen einem Berliner Blatte gemeldet wird, wurde in Semritz bei Schwerin a. W. die achtjährige Tochter eines Arbeiters, die einen vollkommen ausgebildeten Vollbart trägt, für ein Berliner Unternehmen engagiert, um sich dort zur Schau zu stellen. Die Eltern erhalten dafür 4500 Mark. Das Mädchen ist sehr kräftig gebaut und wurde in früheren Jahren ständig rasiert. Zwei Geschwister des Mädchens sind in ihrem Aussehen durchaus normal.

auftreten von Wölfen erfolgte. Diese Gefahr, der die Be­wohner auf Reisen über Land, in den Straßen der Städte, ja sogar in dem Waggons der Eisenbahnen ausgesetzt sind, wird durch die Tragödie einer Hochzeitsgesellschaft grell be­leuchtet, die von dem Dorfe Obstipom nach Taschkent fuhr. Die Entfernung beträgt 22 Werft, und bei dem schlechten Wetter mußte man damit rechnen, daß die Reise drei bis vier Stunden dauern würde. In 30 Bauernwagen fuhren 120 Hochzeitsgäste aus dem Dorfe heiter fort, und wenige Minuten später fanden sie einen furchtbaren Tod, dem nut ein Mann und eine Frau entgingen. Die Schilderung der beiden Geretteten von der Katastrophe zeigt die ganze Ge. fahr, die über den russischen Ortschaften schwebt: Der Hoch­zeitszug war nur einige hundert Meter von dem Dorfe in dessen Nähe sich bisher Wölfe nur ganz vereinzelt ges zeigt hatten, entfernt, als die Pferde plößlich anfingen, schen zu werden. Man konnte sich die Unruhe der Tiere an fangs nicht erklären, bis man plötzlich in nicht zu weiter Entfernung ein wildes Geheul hörte und eine schwarze Wolfe über die Erde rasen sah. Wenige Minuten später waren die ersten Wölfe herangekommen und stürzten sich mit Wutgeheul auf die hintersten Wagen. Man wollte sich verteidigen, die Pferde rasten wie toll, aber nichts half! Eine nach Hunderten zählende Menge hungriger Wölfe um schwärmten die Hochzeitswagen, in denen Todesfurcht und Jammergeschret herrschten. Schon waren einige Pferde niedergerissen... in den Wagen faßen die Wölfe, die über die Insassen hergefallen waren. Inzwischen ging die ra­sende Jagd weiter, die Pferde dampften und die Wölfe heul­ten hinterdrein. Man entschloß sich endlich aus dem letzten Wagen einige Menschen zu opfern, natürlich Frauen, die keinen Widerstand leisten konnten. Man hoffte, auf diese Weise die Wölfe zurückzuhalten, und den Rest retten zu können. Einige Minuten fonnte man aufatmen, aber schon war das Heulen der Wölfe wieder neben dem Wagen und vor dem Wagen. Neue Opfer, neues Aufatmen... und neuer Schreden! Schon waren 50 Menschen von den Be­stien zerrissen worden, und immer war das Rudel der Wölfe noch ungeheuer groß. Es wurden wieder Pferde niedergerissen, Männer und Frauen aus den dahinrasen­den Schlitten herausgezerrt. Jammergeschret ertönte, er­schütternde Rufe durchschnitten die Luft, dann war alles still und immer neue Opfer fielen. Ein Wagen fam allein in der Stadt an. Auf ihm befanden sich mehr tot als lebendig zwei Menschen, die anderen waren auch den Bestien zum Opfer gefallen.

Ein postalischer Rekord. Einen neuen Beitrag zur Ge­schichte des Postwesens liefert ein römisches Blatt. Am 12. Januar 1911 traf in Rom eine Postkarte ein, die am 29. März 1894 in Florenz aufgegeben war. Die Poststempel lassen erkennen, daß die Karte beim römischen Postamt be­reits am 31. März 1894 anfam; nur in der Bestellung der Sendung ist eine kleine Verzögerung von 17 Jahren ein­getreten. Die Karte lag die Zeit über auf dem Postamt, niemand weiß wo, bis sie eines Tages ein Beamter fand und dem Briefträger übergab. Die Sendung stammte von einer jungen, heute freilich schon reiferen Frau, die einem römischen Arzte, mit dem sie verwandt war, die Mitteilung machte, daß er Onkel geworden sei und daß der neugeborene Neffe den Namen Fausto erhalten solle.

Pferd und Auto. Die Zurückdrängung des Pferdes durch den Kraftwagen machte im Berliner öffentlichen Verkehrswesen im Jahre 1910 weitere Fortschritte. Die Zahl der Pferdedroschten ging 1910 von 5078 auf 4620 zu­rüd, die der Pferdeomnibusse von 778 auf 694. Der Pferde­bestand im Droschten- und Omnibusverkehrswesen ernied­tigte sich im Jahre 1910 von 15 802 auf 14 004. Die Zahl der Kraftdroschfen ist dagegen während des Jahres 1910 von 942 auf 1049 gestiegen, die Kraftomnibusse vermehr­ten sich 1910 von 173 auf 212.

Wagners lezte Tage in Venedig. In diesen Tagen waren 28 Jahre verflossen, da Wagner in Venedig aus dem Reiche der Lebenden schied. In diesem Zusammenhange wird in einem italienischen Blatte daran erinnert, wie stolz die Italiener auf die anerkenne e Bewunderung waren, die Wagner Rossini entgegenbrachte. Noch im Sep­tember 1882 beschloß er ein häusliches Konzert, in dem er sich ans Klavier setzte und sich von den Gästen mit den Klängen des Wünsche Ihnen guten Abend" aus dem Bar= bier von Sevilla" verabschiedete. Wagner pflegte oft auf dem Markusplate den Konzerten der Venezianer Stadt­kapelle beizuwohnen, die damals von dem Kapellmeister Calascione dirigiert wurden. Eines Tages bat er den Di­rigenten, doch die Symphonie aus der Diebischen Elster" zu spielen. Calascione, der den Meister nicht fannte, er­widerte, er könne das Programm nicht ändern; aber dann plötzlich begriff er, mit wem er sprach, Iteß sofort die Par­titur holen und erzielte begetsterten Applaus, dem auch Wagner sich anschloß. In seinen letzten Monaten in Vene dig ging Wagner wenig spazteren; er zog die Polster seiner Gondel vor. Als er am letzten Karnevalsabend an einer Schar maskierter Jungen vorbeikam, die ein altveneziani­sches Ritornell sangen, folgte er der luftigen Schar und trällerte die Melodie des Liedleins nach. Der Venezianer, der seine letzten Worte hörte, war sein treuer Gondoliere Luigi Trevisan. An dem Unglückstag, dem 13. Februar, sagte Wagner zu ihm: Luigi, halte die Gondel bereit. wir wollen um vier Uhr eine Spazierfahrt machen." Als Luigi Einwendungen erhob, nickte Wagner und sagte: Du hast recht, Luigi, du hast recht." Er ging ins Zimmer zurück, und wenige Minuten später hatte er seinen Geist aufge= geben.

Sich selbst operiert. Einen Reford an Unerschrocken­heit und Nervenkraft hat dieser Tage ein 26jähriger ru­mänischer Arzt, Alexander Fzaicon in Paris, vollbracht: er hat an sich selbst eine schwere Operation vorgenommen. zaicon hat ein neues Anästhetikum erfunden, dessen schmerzbetäubende Wirkung er mit dem komplizierten Nomen Raahi- Strychno- Stovanisation" bezeichnet. Die­ses Anästhetikum läßt dem Patienten sein völliges flares Bewußtsein, beseitigt aber alle Schmerzempfindlichkeit. Die Entdeckung bildet die Grundlage einer wissenschaftlichen Arbeit, die der Rumäne bei seiner medizinischen Abschluß­prüfung, der er sich in einigen Wochen unterziehen wird, vorlegen will. Unterdessen aber hat er die Wirksamkeit seines Anästhetikums in einer einzigartigen Form, näm­lich an sich selbst, erprobt. Izaicon hatte seit einiger Zeit ein Bruchleiden, das immer schlimmer wurde und notwen­dig operiert werden mußte. Er beschloß, diese Operation selbst an sich vorzunehmen und dabei sein neues Schmerz­betäubungsmittel zu erproben. Mit taltblütiger Ruhe wandte er das Anästhetikum an, setzte sich dann auf den Operationstisch, nahm sicher und ohne das geringste Zei­hen von Erregung die Operation an sich vor, nähte sich die Wunde zu und ging dann zu Bett. Die Operation dauerte eine Stunde. Die Heldentat des jungen Medi­ziners, der sich jetzt auf dem Wege völliger Genesung be­findet, macht in Paris großes Aufsehen und ist das Tages­gespräch.

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Folgendes Bureaukratenstüdchen der Post erzählen die Elberfelder Neuesten Nachrichten": Auf einem Postamte der Nachbarschaft war einem Buchbinder am Orte ein Buch zum Einbinden übergeben worden. Dieser rechnete dafür 0,90 Mark und erhielt das Geld auch anstandslos von dem Vorsteher des Postamtes ausbezahlt. Nachdem nun bei der Oberpostdirektion eine Prüfung der Rechnung stattgefun= ben hatte, wurde diese beanstandet, weil das Buch, wie es in der Verfügung heißt, in Düsseldorf für 0,75 Mark ein­

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Drahtnachrichten und Deuestes.

Von einem Windmühlenflügel erschlagen. Guben, 23. Februar. In Dolgelin( Kreis Lebus) wurde eine 15jährige Dienstmagd vom Sturm unter die Flügel einer Windmühle getrieben und erschlagen.

Unterschlagungen zweier Postschaffner.

Hamburg, 23. Februar. Ein 25jähriger Postschaffner ist hier unter dem Verdacht, einen Postbeutel mit 94 Ein­schreibebriefen gestohlen zu haben, verhaftet worden. Nach­dem es gelungen war, noch einen Kollegen festzunehmen, gestanden beide ein, den nach Paris bestimmten Postbeutel entwendet, sämtliche Wechsel und Schecks, die teilweise auf hohe Beträge lauteten, verbrannt, Geld und Wertsachen aber, auf die sie es abgesehen hätten, nicht gefunden zu haben. Ein Eilwertbrief- Prozeß.

Frankfurt a. M., 23. Februar. Eine Fabrif hatte gegen einen Frankfurter Postassistenten Klage auf Schadenersatz erhoben, well durch seine Schuld ein von der Firma abge­sandter Eilwertbrief zu spät an dem Bestimmungsort an gelangt war. Landgericht und Oberlandesgericht hatten die Klage abgewiesen, das Reichsgericht verurteilte dagegen den Beamten zum Ersatz der Kosten, weil er sich einer fahr­lässigen Verlebyng seiner Amtspflichten schuldig gemacht habe. Einen Eilwertbrief hätte der Beamte mit besonderer Aufmerksamkeit behandeln müssen.

Erforschung des Nordlicht- Phänomeus. Der bekannte norwegische Gelehrte Professor Birkeland, der Erfinder der Birkeland- Leydeschen Methode, Stickstoff aus der Luft zu nehmen, die eine große Industrie in Norwegen geschaffen hat, beschäftigt sich jetzt mit einer eingehenden wissenschaft­lichen Untersuchung des Nordlicht- Phänomens. Er hat ver­schiedene Expeditionen nach dem nördlichsten Norwegen un­ternommen. Voriges Jahr machten er und seine Begleiter viele Entdeckungen, die von großem wissenschaftlichen In­teresse sind und die ihm die Ueberzeugung gaben, daß das Phänomen elektrischer Natur ist. Um die Untersuchungen fortseßen zu können. hat Birkeland beim norwegischen Bar­lament einen Antrag gestellt auf Bewilligung von 10 000 Kronen fedes Jahr auf zwölf Jahre zur Errichtung und Unterhaltung eines Observatoriums auf Haldeffield in Finmarken( an der nördlichen Spize Norwegens), wo die besten Bedingungen zum Studium des Nordlichts vorhan­den sind. Der Finanzausschuß hat den Antrag einstimmig empfohlen, und die Mittel werden wahrscheinlich bewilligt werden. Die Untersuchungen und Entdeckungen Birkelands haben auch im Auslande Interesse erregt.

Bei einem Stubenbrande ums Leben gekommen. Disseldorf, 23. Februar. Gestern morgen hat bei einem Zimmerbrand, den er selbst in der Dunkelheit durch unvorsichtiges Umgehen mit einem Licht verschuldet hatte, ein 61jähriger verwitweter Arbeiter den Tod gefunden. Seine drei unmündigen Kinder konnten von der Feuerwehr gerettet werden.

Die passive Resistenz in Triest. Tricht, 28. Februar. Im Postdienst sind die Verspätun­gen nur teilweise bedeutend, im Telegraphenverfehr da gegen gering. Der Schalterdienst wickelt sich glatt ab.

Eine wichtige chirurgische Entdeckung. Infolge einer erfolgreichen Operation an einem achtzehnjährigen Mäd­chen haben die Aerzte eines Hospitals in Philadelphia eine wichtige Entdeckung gemacht, die von außerordentlichem Vorteil für die Wissenschaft der Hautübertragung ist. Es wurde entdeckt, daß Haut, die von einem Körper genommen wurde, auf unbestimmte Zeit in gesunder Kondition gehal­ten werden kann, ohne daß sie irgendwie benachteiligt wird, und daß sie dann dazu benutzt werden kann, Haut, die durch Brandwunden oder auf irgend eine andere Weise vernichtet wurde, zu ersetzen. Es ist gefunden worden, daß derartige Haut ebenso schnell anwächst als frisch vom Körper geschnit­tene. Zwanzig Quadratzoll am Oberarm des betreffenden Mädchens sind frisch mit Haut bedeckt worden, die seit fünf Tagen von dem Körper losgetrennt war und während die­ser Zeit auf Eis gehalten wurde.

Die Wolfsplage in Rußland.

Triest, 23. Februar. Die Geschäftswelt plant einen all­gemeinen dreitägigen Geschäftsschluß, falls die passive Re­sistenz in den nächsten Tagen nicht aufhört.

Menterei in einem spanischen Zuchthaus. Madrid, 23. Februar. Nach einer Meldung von Ger= bere meuterten die Sträffinge im Zuchthaus von Figueras und töteten einen Aufseher. Mehrere Sträflinge ergrif­fen die Flucht; Militär stellte die Ordnung wieder her. Schwarze Boden in London.

Die ungeheure Kälte, die augenblicklich im Süden Ruß­lands herrscht, hat, wie aus Petersburg geschrieben wird, eine ungeheure Vanik hervorgerufen, die durch das Massen­

London, 23. Februar. Im Osten erfrankte ein Kind an schwarzen Blattern. Durch das Kind wurden zwei ver= wandte Frauen, zwei Krankenschwestern und eine Aufwär terin angesteckt. Die Kranken befinden sich sämtlich auf einem Isolierfchiff.

Lawinenunglück im Raufajus. Tiflis, 23. Februar. In der Nähe von Ardlar an der Küste des Schwarzen Meeres wurden durch das Abstürzen eines Schneeberges zwet Häuser zertrümmert, wobei vier Personen und eine große Menge Vich getötet wurden.

Die Pest nimmt weiter ab.

Gharbin, 23. Februar. In Fudsjadjan nimmt die Best weiter ab. Durchschnittlich sterben täglich 20 Personen. Dank der Energie des Leiters der Pestbekämpfung Dr. Uljano ist die Stadt von Leichen gereinigt. Die neuen Let­chen werden verbrannt.

Handel und Verkebr.

Caffel, 21. Februar. Schlachtvichpreise: 1. Rinder. A. Ochsen: a) vollfleischige angemästete höchsten Schlachtwerts, die noch nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht M, 6) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4-7 Jah­ren 80-84 M, c) junge fleischige, nicht ausgemästete und äl­tere ausgemästete 75-78 M, d) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere 68-73 M. B. Bullen: a) vollfleischige aus­gewachsene höchsten Schlachtwerts 78-80 M, b) vollfleischige junge 75-76 M, c) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere 72-73 M. E. Färsen und Kühe: a) vollfleischige aus­gemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 80-82 M, 6) vollfleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 75-78 M, c) ältere ausgemästete Kühe und we nig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 70-72 M, 8) mäßig genährte Kühe und Färsen 64-66 M, e) gering ge nährte Kühe und Färsen 55-60 M. 2. Kälber. a) Doppel­lender feinster Mast Lebendgewicht-- 3, b) feinste Mast M fälber M, c) mittlere Mast- und beste Sangkälber d) geringere Mast- und beste Saugtälber 50-52 M, e) ge ringere Saugkälber 45-48 M. 3. Schafe: A. Stallmastschafe: mit Wolle a) Mastlämmer und jüngere Masthammel Schlachtgewicht 80-81 M, desgleichen ohne Wolle 77-78 M, b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut ge­nährte junge Schafe 74-75 M. 4. Schweine. a) Fettschweine über 150 Kilogr. Schlachtgewicht M, 6) vollfleischige von 120-150 Kilogramm 63-64 M, c) vollfleischtge von 100 bis 120 Kilogramm 61-62 M, d) vollfleischige von 80-100 Kilogramm 59-60 M, e) vollfleischige unter 80 Kilogramm 58 M, f) unreine Sauen und geschnittene Eber 55-56 M.