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Deutscher Reichstag.

Handlung gegen den Fürften fiel alle Welt mit Sohn und Spott über den Staatsanwalt her, der so beredt für ihn ein­getreten war, und monatelang verschwand der Name Jfen­biel nicht aus den Wigblättern. Es warf ihn zu Boden, machte seiner Kraft und seiner Laufbahn ein Ende. Er ist seitdem ein gebrochener Mann, dem auch der Aufenthalt in Ein einer Hellanstalt teine Genesung bringen konnte. Opfer Eulenburgs.

statt, in der eine weitgehende Erschließung des Ninten Niederrheins beschlossen wurde.

Ueber den Fürsten Eulenburg selbst macht die genann­te Korrespondenz allerlei merkwürdige Mitteilungen, die sich natürlich schwer nachprüfen lassen. Danach soll sich der Fürst augenblicklich der besten Gesundheit erfreuen, soll vielbesuchte musikalische Abendunterhaltungen veranstalten und soll es durch allerhand geschickte Andeutungen verstan= den haben, den Glauben zu erwecken, als set er das be­flagenswerte Opfer einer Intrige und seiner Diskretion geworden. Ob dieser gute Gesundheitszustand, so fragt öte Korrespondenz, wohl lange anhalten wird? Der 1. April ist nicht mehr fern der Termin, vor welchem die Staats­anwaltschaft sich wieder durch ärztliche Untersuchung davon überzeugen lassen muß, ob der Fürst die Unannehmlichkei­ten einer Prozeßverhandlung zu ertragen imstande sein wird. Wir fürchten, daß schon in allernächster Zeit wieder jene Liebenberger Bulletins erscheinen werden, die seinen Gesundheitszustand in schwärzester Farbe darstellen werden.

Am Dienstag stand der Etat der Reichsjufttzverwal tung zur zwetten Lesung. Der Zentrumsabgeordnete Bels zer brachte einige allgemeine Beschwerden und Anregungen vor. Er forderte u. a. Schaffung eines Luftschiffahrtsrechts. Der Vorwurf der Klassenjustiz und der Weltfremdheit der Richter scheine nicht ganz unberechtigt. Der größte Krebs­schaden aber set der übertriebene Einfluß der Psychiatrie in der Strafrechtspflege. Redner besprach auch den Allen­steiner Prozeß und das Urteil gegen den früheren Ritter­gutsbesizer Becker, das ihm zu hoch erschienen sei. Der Mo­abiter Prozeß habe das Vertrauen zur Justiz wieder be­festigt. Der Sozialdemokrat Frank- Mannheim unterstrich den Vorwurf der Klassenjustiz und gab der Meinung Aus­druck, durch das neue Strafgesetzbuch, zu dessen Vorberet­tung fein Arbeiter zugezogen sei, werde nur reaktionäre Ware eingeschmuggelt. Er führte ferner Beschwerde über die Häufung der Ordnungsstrafen wegen Ungebühr vor Gericht. Staatssekretär Lisco legte sich gegenüber den Vor würfen der beiden Vorredner vornehme Zurückhaltung auf und antwortete im wesentlichen auf sachliche Anregungen. Aus seinen Mitteilungen ist hervorzuheben, daß das Gesetz zur Entlastung des Reichsgerichts bereits günstig wirkt, die Revisionen nehmen ab, die Termine werden in kürzerer Frist( 7 bis 8 Monate) anberaumt. Ueber die Vereinheit­lichung des Wechselrechts wird im Herbst eine neue inter­nationale Konferenz in Brüssel tagen, die zu einer Verein­barung, leider allerdings unter Ausschluß Englands, kom­men wird. Auch über den Luftschiffsverkehr ist man zu einem noch provisorischen Charakter tragenden internatio­nalen Abkommen gelangt. Abg. Varenhorst( Reichsp.) wünschte eine einheitliche Regelung der Haftpflicht der Et­senbahnen auch für Sachschäden und eine Revision der Ges bührenordnung für Zeugen und Sachverständige. Der Staatssekretär erwiderte, daß ein solcher Entwurf bereits fertiggestellt ſei. Abg. Ablaß( f. Vp.) erörterte den Prozeß Becker. In solchen Fällen werde es wirklich schwer, die Be­hauptung von einer Klassenjustiz zurückzuweisen. Der Pro­zeß sei nur aus dem ganzen Milieu heraus zu verstehen. Die preußische Verwaltung hat einen Pyrrhussieg errun­gen. Noch einen und sie sei verloren. Abg. Roth( w. Vg.) forderte, daß jeder Strafjurist die Einrichtung einer Straf anstalt kennen lerne. Staatssekretär Lisco erwiderte auf eine Anfrage, die Frage der Konkurrenzklausel sei im Fluß. Hierauf vertagte sich das Haus.

Tie Reisepläne des Kaisers.

Rundschau vom Tage.

Politisches.

Die Antwortnote Chinas an Rußland ist am Diens tag veröffentlicht worden. Obschon sie nicht zugibt, daß Verlegungen der Verträge vorgekommen sind, ist sie doch in äußerst versöhnlichem Tone gehalten. Die Note weist darauf hin, daß die jetzt von den Chinesen erhobenen Zölle, gegen die Rußland Einwendungen macht, bereits in Kraft waren, als die russischen Konsulate errichtet wurden. Die chinesische Regierung verspricht, den Beamten weitere An­weisungen über ihre Haltung gegen die russischen Unters tanen zu erteilen, und drückt die Aussicht aus, daß alle strittigen Punkte beigelegt werden können. Die englische Meldung von einem Einrüden russischer Truppen in Tibet wird ruſſiſcherſeits als plumpe Erfindung bezeichnet.

Scharfe zurückweisung einer englischen Verdächtigung. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:" Der Temps" beschuldigt in seinem gestrigen Leitartikel die Beutsche Presse, daß sie auf Rußland mit unerbetenen Rat­schlägen für seine ostasiatische Politik einen Druck ausübe. In Berlin maßt man sich nicht die Rolle des Beraters einer Großmacht an, die fähig und gewillt ist, ihre Inter­essen nach eigenem Gutdünken wahrzunehmen. Wenn der Temps" Versuche einer Bevormundung der russischen Po­litik zusammenstellen will, findet er in seinen eigenen Lett­artikeln hinreichendes Material."

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Kleine Nachrichten.

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Ueber einen Wagenunfall des badischen Großherzogss paares wird aus Karlsruhe folgendes berichtet: Ein Hof­wagen, in dem das Großherzogspaar saß, stieß gestern nach mittag an einer Straßenkreuzung mit einem Kohlenfuhr­werk zusammen. Obwohl von beiden Seiten die Gefährte zurückgerissen wurden, brach die Detchsel des Kohlenfuhr­werks und durchbohrte die Glasscheiben des Hofwagens. Trotz der herumfliegenden Glassplitter blieb das Groß­herzogspaar unverletzt.

Die Pest ist nach einer Meldung aus Peking weiter im Abnehmen begriffen. Die Quarantänevorschriften für europäische Reisende sind aufgehoben worden. Bisher sind an der Seuche insgesamt 19 000 Personen gestorben.

Ein Vermögen im Unterrock. In Eiserfeld bei Stegen starb vor einigen Tagen eine Witwe, die allgemein als völlig mittellos und bedürftig galt. Sie wurde von ihren Stieffindern unterhalten. Ein Unterrock der Verstorbenen zeichnete sich durch eine sonderbare Schwere aus. Er wurde untersucht. Zu ihrer größten Ueberraschung fanden die Hinterbliebenen in einer Geheimtasche etwa 2500 Mark in Gold und Sparkassenbücher, die Einlagen von etwa Tausend Mark nachweisen.

Um den Militäretat. Die Budgetkommission des Reichstags genehmigte am Dienstag die für den Ausbau der Landesbefestigungen einschließlich Armierung gefor= berte Summe von 15 Millionen Mark. Dann wurde ein nationalliberaler Antrag verhandelt, 2 Armeeinspekteure sowie die Stellen des Gouverneurs in Berlin, Cöln, Mainz und Ulm und die Kommandanten in Altona, Breslau, Karlsruhe, Magdeburg und Spandau zu streichen. Gegen den Antrag wandte sich der Kriegsminister mit aller Ent­schiedenheit. Die Stellen der Armeeinspekteure wie die der Gouverneure und Kommandanten wären weder im Frieden noch im Kriege entbehrlich. In Frankreich werde die Notwendigkeit derartiger Stellen weit über das bei uns vorgesehene Maß hinaus anerkannt. Die Beschluß­fassung wird erst am Mittwoch erfolgen.

In der Deffentlichkeit unterhält man sich augenblicklich lebhaft darüber, ob Kaiser Wilhelm auf seiner Fahrt nach Korfu oder auf seiner Rückreise eine Zusammenkunft mit dem Könige Viktor Emanuel von Italien haben wird. Wie uns aus Berlin gemeldet wird, beruhen alle Meldun­gen, die hierzu verbreitet worden sind, auf mehr oder went­ger freien Kombination en. Der Kaiser unter­nimmt, von seiner Familie begleitet, die Fahrt nach Korfu als Privatmann, nach seinem Besitztum und zu seiner Er­bolung, wie jeder vielbeschäftigte Mann im Frühjahr kurze Zeit lang auszuruhen sucht. Die Frage, ob der Kaiser bet dieser Fahrt, die natürlich auf einer Strecke italienisches Gebiet berühren muß, den italienischen Souverän sehen werde, ist, gerade mit Rücksicht auf den absolut privaten Sharakter der Fahrt, anfangs schwerlich überhaupt ins Auge gefaßt worden. Die Versuche radikaler italienischer Blätter dem deutschen Kaiser und dem König von Italien cine Begegnung bei dieser Gelegenheit, als Demonstration gegen den Papst, aufzuzwingen, find in Berlin als unbe­rechtigte Einmischung in private Entschlüsse empfunden worden.

Zur Englandreise des Kaisers wird aus London gemeldet: Obwohl die Reise des Kaisers nach London ledig­lich als eine Familienangelegenheit aufgefaßt wird, legt man ihr doch hier gewisse politische Bedeutung bei. Sie wird als erster Schritt König Georgs, bessere Beziehungen zum deutschen Kaiserhofe anzubahnen, gedeutet. Besonderes Ge­micht legt man der Tatsache bei, daß König Georg die Initiative zur Einladung ergriffen hat.

Das Fazit der Eulenburg- Prozesse.

Durch ihren Schirm gerettet wurde die 16 Jahre alte Arbeiterin Selma Kettner aus Rixdorf. Als sie mit ihrer Schwester die Donaustraße entlang ging, fiel vom Balkon eines Hauses ein Stück Put herunter. Es durchschlug den Regenschirm und traf den Kopf der K. zwar noch so heftig, daß sie bewußtlos zusammenbrach, aber die Wucht war doch so abgeschwächt, daß keine lebensgefährliche Verletzung ent­stand.

Ueber den vermutlichen Ausfall der nächsten Reichs­tagswahlen hat sich der nationalliberale Reichstagsabge­ordnete Weber folgendermaßen geäußert: Es ist unschwer zu erraten, daß die nächsten Reichstagswahlen, wie setther immer schon angenommen, in einen starten Rud nach links auslaufen werden; Zunahme der Sozialdemokratie Schwächung der konservativen Partei: das wird wohl die Signatur der Reichstagswahlen 1911 sein. In welcher Stärke der Liberalismus in den Reichstag einziehen wird, hängt lediglich von seiner Arbeit bei den nächsten Wahlen ab. Bekämpfen sich die einzelnen Gruppen des Liberalis= mus untereinander, so wird dessen Stoßkraft verringert und die Zahl seiner Mandate im Endeffekt zurückgegan­gen sein. Im anderen Falle aber ist seine Position so ge­artet, daß er mit Ruhe den Wahlen entgegensehen kann."

Wer um die Mittagsstunde die Kurfürstenstraße in der Nähe des Zoologischen Gartens in Berlin entlanggeht, der kann, so schreibt die N. G. C.", bei gutem Wetter, wenn die Sonne warme Strahlen herabsendet, einen alten, offenbar schwer leidenden Herrn sehen, der am Arm einer Bärterin mühsam einherschreitet. Der Kopf hängt ihm auf die Brust Herab, und niemand würde glauben, daß dieser Greis noch vor wenigen Jahren das Bild gefestigter Männlichkeit bot. Es ist der Generalstaatsanwalt a. D. Hugo Isen= biel, dessen Name in ganz Deutschland bekannt wurde, als er sich in dem vom Grafen Kuno Moltke angestrengten Beleidigungsprozesse zum Verteidiger der Ehre und Un­schuld des Fürsten Philipp zu Eulenburg aufwarf und mit Pathos die Worte ausrief: diesen Mann müsse jeder lieben, der ihm nahetrete, freilich nicht in dem Sinne, wie seine Feinde von ihm behaupten. Der jahrzehntelang geübten Verstellungskunst des Fürsten Eulenburg war es gelungen, diesen trefflichen, in altpreußischer Ehrbarkeit groß gewor­denen Beamten vollkommen zu täuschen. Nach der Ver­

Der Familienschmud der Wallutjeffs.

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Ein Konsortium zur Verstümmelung von Militärpflich tigen. In Südungarn wurde, wie aus Wien gemeldet wird, ein Konsortium von Schwindlern verhaftet, die seit acht Jahren Leute, die zum Militärdienst eingezogen waren, durch Verstümmelung dienstuntauglich machten. Hunderte von Dienstpflichtigen wurden so dem Militär entzogen.

Brand eines Bahnhofsgebäudes. In der Nacht zum Dienstag ist das Empfangsgebäude des Bahnhofs Hohen­stein in Westpreußen bis auf den Anbau, in dem sich die Diensträume und der Güterschuppen befinden, abgebrannt. Personen wurden nicht verletzt.

In Monte Carlo verhaftet wurde der Postassistent Holtsche aus Olbernhau, der vor etwa vier Wochen nach Unterschlagung von 25 000 Mark flüchtig geworden war. H., der sich einen Grafentitel zugelegt hatte, wurde in dem Augenblick festgenommen, als er das Kasino betreten wollte. Von dem unterschlagenen Gelde fand man nur noch etwa 2000 Mark vor.

Die Zahl der Doppelmandatare in den Parlamenten hat in den letzten Jahren zusehends abgenommen. Als Grund hat man die Bewilligung von Diäten im Reichs­tage angesehen, sodaß für Doppelmandatare der Diäten­bezug in einem anderen Parlamente entbehrlich würde. Die Neuwahlen zum Reichstage werden das Institut der Doppelmandatare noch mehr verschwinden lassen. Soweit man aus der bisherigen Kandidatenliste feststellen kann, find Landtagsabgeordnete nur in sehr wenigen Fällen als Reichstagskandidaten aufgestellt, am meisten noch im Zen­trum und bei den Konservativen.

Im Löwenkäfig zerfleischt. In Alsenborn ist nach einer Meldung aus Kaiserslautern der Friseur Feierabend, als er in einem Löwenkäfig den Besitzer einer Menagerie ra­fierte, von einem Löwen überfallen und derart zerfleischt worden, daß er bald darauf starb.

Eine Rabenmutter wurde in dem Dorfe Chrzin in Böhmen auf Anzeige eines Lehrers verhaftet. Sie hatte ihrer 7jährigen Tochter die Bluse im Rücken an das Fleisch mit mehreren Stichen angenäht. Das Kind wurde erst kürzlich aus der Findelanstalt der Mutter übergeben.

Da die Großindustrie mit der gesetzlichen Einführung der Schiffahrtsabgaben rechnet, macht sich am gesamten Niederrhein große Bauspekulationslust bemerk­bar. Man sichert sich rechtzeitig Terrain in der Nähe der Landesgrenze, um nicht allzu viel Schiffahrtsabgaben be= zahlen zu müssen. Von Spyck bis Emmerich ist die Anlage einer breiten, hochwasserfreien Straße am Rhein entlang geplant und ein diesbezügliches Projekt bereits ausgear­beitet worden. Kürzlich fand eine Versammlung der am Projekt interessierten Behörden und Grundstücksbesitzer

Roman von Baronin G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) White hob eine Pfeife an die Lippen, ihr schriller Ton drang den Anwesenden durch Mark und Bein. Im Nu stürzten Polizisten herein. Sie wollten Garner packen; da zog er blitzschnell einen Revolver hervor und schoß nach White, der aber jede Bewegung des Baron überwachte und sich schnell zu Boden warf. Der Schuß traf den gro­Ben Wandspiegel und zerschmetterte sein Glas in tausend Eplitier. Schon in der nächsten Sekunde war Sarner ge­fesselt und unschädlich gemacht. Man untersuchte seine Taschen und fand falsche Kaiten bei ihm.

Von einem Wilderer erschossen wurde in der Nähe von Cöln ein Revterwächter, der mit zwei Jägern eine Wilde­rerbande aufgespürt hatte. Die Jäger feuerten mehrere Schüsse auf die Wilderer ab, wobei einer derselben schwer verletzt zusammenbrach und später im Gestrüpp gefunden wurde. Der erschossene Wächter hinterläßt Frau und acht unmündige Kinder.

mit denen der Dieb sich schmückt. Sie gehören zum gestoh­Tenen Eigentum der gräflichen Familie und waren früher ein Paar Ohrgehänge, die Meyer bei Mr. Acton umfas= sen ließ."

Von dem erdrückenden Beweismaterial wie vernich­tet, stand der Berbrecher mit schlotternden Gliedern da. Er wurde ins Gefängnis abgeführt.

Meine Herren," ergriff White das Wort, ich bin froh, daß es mir endlich gelungen ist, diesen Uebeltäter zu fangen. Der vermeintliche Baron Sarner ist der aus einem deutschen Gefängnis im Oktober v. J. entsprungene Sträfling Albert Meyer, der wegen Fälschung und Betrug Steckbrieflich verfolgt wurde. Hier ist sein Bild; trotz des gefärbten Haares und Bartes ist er deutlich zu erkennen. Bemerken Sie auch die Narbe auf der Stirn und die hel­Ten, Tagenartigen Augen, die im Steckbrief erwähnt sind?" Alle Blicke richteten sich auf den Gefangenen. Durch das Ringen mit den Polizeibeamten hatte sich das in die Stirn gefämmte Haar verschoben; die Narbe trat deutlich hervor.

Beim Brande eines Gasthauses in Lauingen in baye­risch- Schwaben sind drei Personen durch ein einstürzendes Nebengebäude schwer verletzt worden Ein Fuhrmann war eine halbe Stunde zwischen einer eisernen Stange und et nem breunenden Balfen eingeklemmt und hat tödliche Brandwunden erlitten.

White mußte warme Dantesworte von den Anwesen­den entgegennehmen und allen die Hand schütteln. Mabel," dachte er glüdlich den kleinen Ring betrach­tend ,,, Dein Amulett hat mit den Sieg gebracht."

X.

Vermischtes.

Der erste deutsche Soldat als Flieger. Unser Heer hat jetzt, wie der Korrespondenz Heer und Politik" von mili­tärischer Seite mitgeteilt wird, neben den Fliegeroffizie ren auch einen einfachen fliegenden Soldaten". Es ist dies der Infanterist Richter von der ersten Kompanie

Der Prozeß gegen Meyer, der unter dem Namen Bergmann auf der Maud" gereist war, und sich in Neu­york Baron Garner nannte. füllte die Spalten der ameri­tanischen Zeitungen. Henri Clairon trat jetzt unter sei­nem wahren Namen auf und war die Hauptperson bei den Gerichtsverhandlungen, denen das Publikum mit leb Haftem Interesse folgte.

,, Die von mir angeführten Anschuldigungen verschwin­den aber vor der letzten, schwersten. Albert Meyer ist der Mörder des Dieners Andrei, der von der verstorbenen Gräfin Anastasia Pawlowna Wallutjeff mit einem viele Hunderttausende von Rubeln werten Familienschmuck zu ihrem Sohne nach Petersburg geschickt wurde; alles nähere werde ich vor Gericht aussagen. Ich habe Meyer hier in Amerika bei einem neuen Frevel fassen wollen, ehe ich mit meiner Anklage gegen ihn hervortrete. Und nun, Herr Polizeikommissar, geben Sie mir den Ring und die Nadel,

Kaum angekommen, bot sich ihm die Gelegenheit, das Ge­spräch der Gräfin Wallutjeff mit ihrer Kammerfrau zu belauschen; der Entschluß, den Schmuck an sich zu bringen, bemächtigte sich seiner. Alles übrige ist ja bekannt. Meyer wurde zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. Die menschliche Geechtigkeit sollte indessen seiner nicht habhaft werden; man fand ihn eines Tages tot in seinem Kerker; er hatte sich mit einem Nagel, den er aus der Wand zog, die Pulsadern geöffnet und war verblutet.

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Henri Clairon, alias Robert White, fuhr zu Baron Montpierre. Er erzählte dem Verlobten Miß Rowers die alte Sage, die sich an den Schmud fnüpfte, und bat ihn, ihm die beiden Diamantsterne zu verkaufen. Auch erzählte Clairon dem Franzosen, daß der dritte Stern von ihm gefunden war. Sehr gern ging Montpierre darauf ein, das Geschmeide dem rechtmäßigen Besitzer für den selbsts gezahlten Kaufpreis zu überlassen.

Der Mörder war in stumpfe Gleichgiltigkeit verfallen und leugnete nichts. Er sagte aus, daß er aus einer an­ständigen Bürgerfamilie stamme und eine gute Erziehung genoß. Später wurde er Kommis und kam nach Berlin. Seine Eltern starben und Meyer verlor den letzten Halt. Es ging auf der abschüssigen Bahn weiter, bis er wegen Fälschung in Augsburg verhaftet wurde. Aus dem Ge= fängnis entsprungen, wollte er die Stadt verlassen, es war früh am Morgen, als er auf dem Bahnhof ankam. Er hatte fein Geld und wußte nicht, wie er fortkommen sollte. Er bettelte eine Dame an, die ihm einige Pfennige gab, dabei merkte er sich, wo sie ihre Börse einsteckte. Sie Tegte sie in eine Tasche ihres Jaketts. Meyer stahl sie, als die Dame im Gedränge mit einer Bekannten sprach; ein Ring und Geld lagen in der Börse. Nun löste der entsprungene Sträfling eine Fahrkarte nach Luzern, wo er unter der Menge der dort weilenden Fremden aus allen Nationen sich leichter verbergen zu können glaubte.

,, Darf ich erfahren, wo Sie die Sterne entdeckten, Herr von Montpierre?" fragte Clairon, der auch diesen dunklen Punkt gern aufgeklärt zu sehen wünschte.

,, Bei einem Antiquar in der Croßstraße", versezte der junge Franzose. Ich habe eine große Vorliebe für alte schöne Sachen. Ich war von dem prächtigen Schmud so entzückt, daß ich ihm einen großen Preis dafür bezahlte, um meiner Braut eine Freude zu bereiten. Hier sind die Sterne. Miß Rower hat einen Widerwillen gegen ste gefaßt. Das erstemal, als sie dieselben trug, begegnete ihr der Unfall, der leicht ihr Leben hätte kosten können. Sie ist jetzt wieder so ziemlich hergestellt und hat dem Zirkus ganz entsagt. Eobald Alice gesund ist, reisen wir nach Paris, wo meine Eltern sie als Schwiegertochter will­tommen heißen."

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,, Wann glauben Sie reisen zu können?" fragte Clairon.

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Dann wäre es leicht möglich, daß wir die Ueber fahrt zusammen machen, Herr Baron."( Forts. folgt.)

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