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Unsere Junggesellen.

Im neuesten Hefte der Jahrbücher für National­Sfonomie und Statistit" veröffentlicht Dr. Heinrich Haacke- Barmen eine bevölkerungs- und sozialstatistische Betrachtung über die Ehelosen". Der Verfasser ver­steht darunter die ledigen männlichen und weiblichen Bersonen im Alter von mehr als 40 Jahren. Der Un­tersuchung Haackes, die sich auf das einschlägige Quellen­material der Reichs- und der Landesstatistit stügt, ent­nehmen wir im Nachstehenden die wichtigsten Angaben über die Junggesellen.

fucht haben soll, Spionage zu treiben, scheint nicht so harmlos zu sein, wie ihn ein Würzburger Blatt hin­gestellt hat. Nach neueren Meldungen bestätigt sich die ursprüngliche Nachricht, wonach der Japaner vom Wachtposten beobachtet wurde, wie er nachts in dem im nördlichen Lager befindlichen Geschüßpark der Hau­bigenabteilung des 11. Feldartillerieregiments die un­ter strengem Verschluß befindlichen Geschütze beleuchtete und Stizzen davon machte. Der Posten meldete die Sache sofort beim Lagerkommando, wo die Untersuchung eingeleitet wurde. Der bayerische Kriegsminister hat die Aften zur Untersuchung eingefordert.

Im Deutschen Reich waren unter 1000 der gejam­ten Bevölkerung an Junggesellen vorhanden: 12,7 i. 3. 1871, 10,9 i. 3. 1880, 10,2 t. 3. 1890, 10,1 in den Jahren 1900 und 1907. Die oft gehörte Behauptung, daß unsere Zeit im Zeichen wachsender Ehelosigkeit stehe, trifft also für die Gesamtheit des deutschen Volfes feineswegs zu. Vielmehr hat der Fortfall der bis 1871 bestehenden Erschwerungen der Eheschließung in dem Sinfen der Junggesellenzahl gegenüber 1871 sich bemerkbar ge­macht. Auch laßt weder die Ehefrequenz eine ausge sprochen sinkende Tendenz erkennen, noch weist das durchschnittliche Heiratsalter der Männer eine Verschiebung nach oben auf. Es famen nämlich im Deutschen Reich auf 1000 der mittleren Bevölkerung im Durchschnitt der Jahre 1881/1890 7,8 Chejchließungen im Durchschnitt der Jahre 1891/1900 8,2 Eheschließun­gen, in den Jahren 1901/1908 zwischen 8,2 und 7,9 Che­schließungen. Das Durchschnittsalter der eheschließen­den Männer aber betrug in Preußen im Durchschnitt der Jahre 1881/1885 29,5 Jahre, im Durchschnitt der Jahre 1901/1908 28,9 Jahre.

Das englische Barlament ist zurzeit mit sozialpoliti­schen Gesetzesvorlagen beschäftigt. Wie die deutsche Re­gierung mit dem Widerspruch der Sozialdemokraten zu rechnen hatte, so bekämpft in England die Arbeiterpar­tei die Regierungsvorschläge. Aus London wird da­rüber gemeldet: Das Unterhaus blieb bis gestern früh 5% Uhr versammelt, weil die Arbeiterpartei lebhaften Einspruch erhob gegen die Annahme des§ 11 des Ver= sicherungsgesetzes, der bestimmt, daß Personen, die nach dem Arbeiterentschädigungsgesetz und ähnlichen Bestim­mungen Entschädigungen erhalten, nach dem Versiche­rungsgesetz feinerlei Zahlungen erhalten sollen. Der Vertreter der Arbeiterpartei erklärte, die Arbeiterpartei stehe vor dem Entschluß, das Gesetz überhaupt abzu­lehnen, falls ihre Vorschläge auch weiterhin ständig zu­rückgewiesen werden sollten. Schatzsekretär Lloyd George erklärte: Wenn Sie dieses Gesetz zu Fall brin­gen, so übernehmen Sie eine Verantwortlichkeit, die tch nicht mit Ihnen teilen mag." Der§ 11 wurde darauf angenommen.

Weit größer als die Verschiebungen, die sich zeit­lich in den Zahlenverhältnissen der Junggesellen zei­gen, sind die Verschiedenheiten der einzelnen Landes­fette untereinander. Eine resilose Erklärung dieser verschiedenen Verhältnisse erscheint an der Hand des verfügbaren Materials nicht möglich. Daß die wirt­schaftlichen und beruflichen Verhältnisse nicht die aus= schlaggebende Rolle spielen können, zeigt, daß sowohl unter den Ländern mit sehr starker, wie unter jenen mit sehr schwacher Junggesellenquote sich vorwiegend industrielle und vorwiegend landwirtschaftliche Gebiete fänden. Noch weniger lasse sich ein Zusammenhang mit der confessionellen Zusammensetzung der Bevölkerung konstruieren. Stammessitten und Gewohnheiten dürf­ten für den Umfang der Ehelosigkeit auch heute noch eine große Rolle spielen.

Der erkrankte Reichstagsabgeordnete Liebermann von Sonnenberg ist, nachdem der Arzt einen schweren Schlaganfall mit Lähmung der rechtsseitigen Körper hälfte festgestellt hatte, in ein Sanatorium in Charlot fenburg gebracht worden. Bei dem Alter des Patienten ist sein Zustand als sehr ernst zu bezeichnen.

Der Jozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Zus beil wurde gestern abend in Berlin von einem Stra ßenbahnwagen zu Boden geschleudert. Der vermutlich innerlich Verleßte wurde mit einem Krankenwagen nach seiner Wohnung gebracht.

Der Lokomotivführer Platten des bei Müllheim verunglückten Zuges ist gestern verhaftet worden, da die bisherige Untersuchung eine grobe Fahrlässigkeit auf seiner Seite ergeben hat. Nach den Mitteilungen der Staatsanwaltschaft find irgendwelche Mängel in der Technik des Betriebes nicht festgestellt worden.

Die Hintermänner des Egschahs von Persien. Wie die Wiener N. Fr. Pr." meldet, nimmt man in den dortigen Kreisen, die über die Vorgänge in Persien gut informiert sind, an, daß sich Mohammed Alt nicht nur auf die Hilfe Rußlands verlassen könne, sondern daß sich auch England mit seiner Rückkehr abgefunden habe. Bei dem Einvernehmen, das zwischen den beiden Mäch­ten besteht, sei dies sehr wahrscheinlich. Es set sogar möglich, daß Erichah Mohammed der englischen Diplo­matie auch gewisse Versprechungen gegeben habe, die für England äußerst wertvoll seten.

Hinsichtlich der Sterblichkeit der Junggesel­len weist Haacke nach, daß sie ungünstiger ist, als die der gleichaltrigen Männer, die in der Ehe stehen oder durch die Ehe gegangen sind. Bon Tausend des Bestandes starben innerhalb eines Jahres im Durchschnitt der Jahre 1905/06 37,46 Junggesellen im Alter von mehr als 40 Jahren, gegenüber 31,66 verheirateten oder ge= schiedenen Männern desselben Alters. Wirkt die infolge Fehlens des Familienlebens ungeregelte Lebensweise ungünstig auf die Lebensdauer der Junggesellen ein, so will Haacke außerdem die Tatsache berücksichtigt wissen, daß unter den Junggesellen ein größeres Kontingent sozial minderwertiger Elemente ist, deren natur­gemäß fürzere Lebensdauer den Gesamtdurchschnitt für die Junggesellen herabdrückt. Diese minderwertigen Elemente spielen auch für die Frage der Erwerbs= tätigkeit der Junggesellen eine erhebliche Rolle. Denn der Umstand, daß von den verheirateten, verwit­weten und geschiedenen Männern über 40 Jahre ein weit größerer Prozentsatz erwerbstätig tft, als von den Junggesellen, darf nicht zu der Annahme führen: es felen unter den Junggesellen besonders viel Rentner. und Pensionäre, weil die Jungesellen sich frither vom Erwerbsleben zurückziehen könnten. Die wirtschaftlich minderwertigen Elemente unter den Junggesellen neh­men einen unverhältnismäßig breiten Raum ein und rufen falsche Vorstellungen über die Erwerbstätigkeit der Junggesellen hervor.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

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Ein schwerer Unfall hat sich bei einer Schießübung des Panzerfreuzers von der Tann" in der Offsee er eignet. Während der Uebung fenterte das Anzeige­boot. Dabei ertranfen der Obermatrose Cook und die Matrosen Rehmen und Ginther. Bisher konnte nur die Leiche des Obermatrofen geborgen werden.

Ein tragischer Borfall ereignete fich gestern nach­mittag nach einer Beerdigung auf dem Schöneberger Friedhof bei Berlin. Auf dem Rückwege brach die Schwiegertochter des Verstorbenen, eine erst 27 Jabre alte fürzlich verheiratete junge Frau, infolge Herz­schlages tot zusammen.

Das eigene Kind aus Unvorsichtigkeit erschossen. Der Arbeiter Fröhlich in Usedom, der mit einem Ge­wehr Spaßen aus einem Kirschbaum vertreiben wollte, erichoß aus Unvorsichtigkeit sein eigenes Kind, ein Mädchen von 2% Jahren.

Keine Ueberdreadnoughts mehr. Auf Grund der Hingsten Beratungen des Kongresses der Marinearcht­tekten hat die englische Admiralität beschlossen, den Bau der Ueberdreadnoughts aufzugeben und in Zukunft nur Panzerschiffe von 18 bis 10 000 Z. zu bauen. Als Ur­sache dieser Aenderung wird angegeben, daß die schwe­ren Geschütze, welche sich an Bord der Ueberdread­noughts befinden, nicht voll ausgenutzt werden können und daß daher nur ein Teil dieser Geschütze der Dread­noughts praktische Verwendung finden kann. Außer­dem ist auch der Kostenpreis ausschlaggebend gewesen wie die Tatsache, daß durch den eventuellen Verlust einer solchen Einheit zu viel auf dem Spiele steht.

Im Reichskolonialamt sind bis jetzt noch immer Teine näheren Nachrichten über die angebliche Nieder­megelung einer deutschen Kolonne am Caprivizipfel eingetroffen. Das ist leicht verständlich, denn von der Gegend, wo der angebliche lieberfall erfolgt ist, bis nach Windhuf, von wo aus die Nachricht nach Deutschland ilbermittelt werden könnte, ist ein außerordentlich weiter Weg. Es ist also zu vermuten, daß, wenn nähere Nach­richten über eine derartige Katastrophe überhaupt ein­treffen, sie zunächst ülber englische Quellen kommen wer den. Im Reichstolonialamt steht man einstweilen der Nachricht abwartend gegenüber, man kann sie nicht ver­neinen und nicht bejahen.

Der Vorgang auf dem Truppenübungsplatz Ham= melburg, wo, wie gemeldet, ein japanischer Major ver­

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Jugendfreundschaft.

Kleine Nachrichten.

Eine furchtbare Tat beging dieser Tage ein Ein wohner des Dorfes Stangenwalde bet Rosenberg( Ost­preußen). Er war über den Tod seiner Frau in plöß­lichen Wahnsinn verfallen. Er grub lettere auf dem Friedhofe aus, schlug ihr mit einem Beile den Kopf und beide Arme ab und nahm die Körperteile mit nach Hause. Zahlreiche Personen hatten dem grausigen Schauspiele zugesehen, wagten indes nicht, gegen den Jrren einzuschreiten.

Ein Kolonialfriegerdenkmal mit einem Rostenauf­wand von einer halben Million Mark will die Ge­meinde Treptow bei Berlin errichten, wenn die doppel­seitige Bebauung der Tempelhofer Chaussee genehmigt wird. Der Plan, ein Kolonialkriegerdenkmal in Großberlin zu errichten, besteht schon sett langer Zeit.

Bon Streifenden überfallen wurden auf einem Neu­bau in Ottensen bei Hamburg dret Tischlergesellen. Sie wurden mit Gummischläuchen und Stöcken so schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden muß­ten. Die Täter entfasten unerkannt.

Die Kolonialfrauenschule, deren Betrieb eine Bett lang ruhte, wird vom 1. Oftober ab in Angliederung an eine von dem Verein für wirtschaftliche Frauen­schulen auf dem Lande" neu zu errichtende Wirtschaft­liche Frauenschule in Wellbach( Station Flörsheim der Eisenbahn Frankfurt- Wiesbaden) zur Wiedereröffnung gelangen.

Bou Räubern überfallen wurde der Northern Pa­cific- Expreßzua in der Nähe von Buffalo. Sie beraub­ten alle Passagiere, verwundeten den Lokomotivführer, um ihn zum Halten zu bringen, und entflohen dann in einem Automobil.

Das Ende der Prinz Heinrich- Fahrt. Im Palast des Königlichen Automobiliubs in London fand ge= stern ein Schlußbankett statt, an dem fast alle Brinz Heinrich- Fahrer teilnahmen. Der englische Klub erhielt den Prinz Heinrich- Preis. König Georg und Kaiser Wilhelm verliehen sedem Klub einen Erinnerungs­prets.

Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) Auch heute wars so gewefen; Karla wußte, wie es werden würde, später bereute thr Mann solche Auf­tritte, er brachte ihr dann ein kostbares Geschenk und glaubte damit genug getan zit habent. Vielleicht hätte manche Frau sich dabei beruhigt, Karla war es nicht ge­geben, lange vibrierte ihr feines Empfinden schmerzlich in Erinnerung an das, was gewesen, was sich immer häufiger wiederholte. Lauge saß die Einsame amt bren­nenden Kamin und träumte von dem verschlossenen Pa­radiese einer harmonischen Ehe.

" Ja," dachte ste, so hätte es sein tönnen, wie an­ders ist die Wirklichkeit!"

Achtes Kapitel.

Ein Wiedersehen.

Ist die gnädige Frau zu Hause?"

Aus den Gerichtssälen.

Die Vorschriften über den Ladenschluß werden von den Gerichten und Kommentatoren vielfach abweichend ausgelegt. Das preußische Kammergericht hat nun mehr eine Entscheidung gefällt, die flärend wirken dürf te. Zu Frau R., die mit Schmuckgegenständen Handel treibt, tam ein Herr, der vor Ladenschluß einen fost­baren Ring faufte, er blieb jedoch nach Ladenschluß im Geschäft und unterhielt sich mit der Geschäftsinhaberin über Kunst und Kunstsachen. Ein Verkauf wurde nach Eintritt des Ladenschlusses nicht mehr abgeschlossen. Im Laden brannte aber das Licht, die Ladentür war nicht verschlossen, auch war das Schaufenster nicht verhängt. Auf die erhobene Anklage erkannte das Schöffengericht gegen Frau R. auf eine Geldstrafe, die Straffammer sprach jedoch die betreffende Frau fret, da sie nach La­denschluß den Laden weder verschließen, noch auch das Licht im Laden auszulöschen brauchte; es sei nur nicht gestattet, nach Eintritt des Ladenschlusses noch Geschäfte abzuschließen. Dieses Urteil griff die Staatsanwaltschaft durch Revision beim Kammergericht an und betonte, es misse sichtbar sein, daß kein Geschäftsverkehr mehr statt­finde. Das Kammergericht hob auch die Vorentschet­dung auf und wies die Sache zur erneuten Verhand lung und Entscheidung an die Straffammer zurück, in­dem u. a. ausgeführt wurde, es sei zwar nicht erforder­lich, daß nach Eintritt des Ladenschlusses die Ladentüren geschlossen sein müssen; es set aber erforderlich, daß nach Eintritt des Ladenschlusses Maßnahmen getroffen wer den, die nach außenhin dokumentieren, daß ein geschäftlicher Verkehr im Laden nicht mehr stattfinde.

Einen Flug über Berlin vollführte gestern mor­gen der Albatros- Flieger Rupp, ein Schweizer, der als Nichtdeutscher betm deutschen Rundflug nicht startbe­rechtigt war. Er flog von Johannistal in etwa 300 Meter Höhe dem Bauf der Spree entlang, umkreiste die Glegessäule und flog dann wieder zurite.

Alfred Grotenbach ist es, der diese Frage an den Diener im Palast Uchatscheff richtet.

Eine franzöfifche Ferienkolonie ist in Mainz ins Leben gerufen worden. Eine größere Anzahl Knaben und Mädchen sind unter Begleitung eines Lehrers be­reits dort eingetroffen und haben größtenteils in dor­figen Familien Aufnahme gefunden.

" Ich werde fragen, ob angenommen wird." Der in reiche, silbergestickte Livree gekleidete Diener verschwindet mit der Karte des Besuchers.

" Dr. med. Alfred Grotenbach, Nadeschdinskaja 103." Karla Itest diese Worte und über ihr ernstes Gesicht geht ein Lächeln.

gen, sie ist so freudig erregt, daß sie nicht gleich sprechen kann; das Glück ist bet thr ein seltener Gast geworden, es trifft sie eben so unerwartet.

Bitten Sie den Herrn herein, Wassil," sagt sie schnell.

Itch.

Willkommen, herzlich willkommen!" sagte ste end­

Alfred zicht die weiße Hand an seine Lippen. " Ich hätte Ste nicht erkannt," fährt Karla fort, in der Erinnerung scheinen Sie mir ganz anders. Ja, Ja, es ist lange her!"

Eine plötzliche Schwäche in den Knien zwingt ste zum Niedersißen. In einigen Minuten wird sie femand sehen, der die Karla früherer Tage gekannt hat, den Bruder ihrer Eva!

Mit asgestreckter Hand eilt sie Grotenbach entge=

Kaum sieben Jahre, gnädige Frau," versetzte der Arzt, wir trennten uns gerade nicht freundlich, wissen Ste es noch?"

Beide lachen, als sie an ihren fleinen Streit denken. " Damals waren wir noch jung," sagte Karla letse bedauernd. 19

Und sind Ste es jetzt denn nicht?" fragte Groten­bach erstaunt.

Erst die Familie, dann der Gläubiger. Ein über­schuldeter Ingenieur hatte in Bresiau eine Anstellung mit 450 Monatsgehalt gefunden und verharte mit seinem Arbeitgeber, ihm monatlich nur 150 Marf als Gehalt auszuzahlen, den Rest aber seiner Frau zu­zuwenden. Auf Klage der geschädigten Gläubiger er­flärten das Landgericht und das Oberlandesgeftat hi Breslau die Vereinbarung für ungültig. Das Reichs­gericht aber erkannte das Abkommen als gültig an, weil es zur Sicherung der Eristenz seiner Familie geschlos fen fet. Die Pflicht des Beklagten, die Familie zu er­nähren gehe den Verpflichtungen gegen seine Gläu­biger voraus.

Ste blickt zu Boden und ihre Lippen beben. Mir ist's, als lägen Jahrzehnte zwischen dem Einst und Jetzt," sagte sie träumerisch, und doch hat sich mein Leben seit den letzten vier Jahren nur in diesen Räu­men abgespielt. Aber wir stehen noch immer, bitte, nehmen Sie Play, Herr Doktor!" dis

Sie sinkt in einen der weichen Sessel und er nimmt neben ihr Platz.

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Nun erzählen Sie mir von allen Lieben in unserer Heimat!"

" Sie sind hier fremd geblieben, gnädige Frau?" fragt Grotenbach.

stent in der Anstalt des Psychiaters Samuchow gewor­den."

Ja, und ich werde es ewig bleiben!" ruft Rarla, aber bitte, sprechen wir nicht davon."

" Ah, unsere erste Rapazität in diesem Fach," be­merkte Karla, man fann Ihnen gratulieren, Herr Doktor."

Entschuldigen Sie meine Frage, sie entsprang nicht müßiger Neugter," bittet Grotenbach herzlich.

Grotenbach verneigte sich danfend.

Haben Sie meine liebe Mutter fürzlich gesehen?" fragte Karla.

" Vor ungefähr zwei Monaten in Wien, vor meiner Abreise nach hier. Sie war mit Eva dort, nachdem sie längere Zeit in Capri verbracht hatten. Tante Anna, so muß auch ich sie auf ihren Wunsch nennen, trug mir viele Grüße für Sie auf, gnädige Frau!" " Fanden Sie meine Mutter verändert? Sie flagt oft über das herannahende Alter mit seinen Beschwerden." Alfred zögerte, dann sagte er, daß er Frau Haided tatsächlich recht gealtert gefunden habe, es sei aber kein Grund für die Tochter, sich irgendwie zu beunruhigen. Karlas Augen trübten sich, sie wußte, was ihre Mutter quälte, es war das Bewußtsein, daß ihr einziges Kind fern von ihr lebte und das Glück nicht besaß, das ste zu empfangen berechtigt fet! Wie fanden Sie mein liebes Evchen? Hat sie sich nach ihrer Verlobung ganz getröstet? Zuerst hat sie schwer an dieser großen Ent­täuschung getragen, ein so ideal angelegter Charakter wird besonders hart getroffen durch eine so tribe Er­fahrung."

" Werden Sie in Petersburg bleiben?" fragt Karla. " Ja, vorläufig wohl; ich habe in Paris und Wien praktiziert, ich weiß nicht, ob es Ihnen bekannt ist, daß ich Spezialist für Nerven bin, hier bin ich erster Asst­

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Eva ist aber gottlob eine ferngesunde Natur bet aller Feinheit des Empfindens, gnädige Frau; sie ist recht ernst geworden, aber ihr weiches, weibliches Ge­müt hat sich nur um so inniger an uns alle und Ihre Itebe Mutter geschlossen."

" Ich, ich möchte Eva gern im Sommer bet mir haben!" sagte Karla, auch Mama will nach Kaporinoff kommen, das ist unser Gut, dret Stunden von hier; es Itegt mitten im Walde, ich bin dort sehr, sehr gern." ( Fortsetzung folgt.)

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