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Die Tagung des Landwirtebundes.

Die große Heerschau, die der Bund der Landwirte all­Jährlich in Berlin abzuhalten pflegt, fand am Montag im Sportpalast statt. Es mochten etwa 10000 Personen vereint gewesen sein, als um 12% Uhr das Glockenzeichen zum Be­ginn der Sitzung gegeben wurde. Der Vorsitzende des Bun­bes, Freiherr vom Wangenheim, führte als erster Red­ner u. a. aus: Wenn man auch sagen muß, daß das letzte Jahr fein ungünstiges für die Landwirtschaft gewesen ist, so haben doch verschiedene Landesteile durch Unwetter starf gelitten. Besonders dem Winzerstande muß sich die Teil­nahme der Berufsgenossen zuwenden. Es könne nicht ge= leugnet werden, daß in gewiffen Städten für gewisse Fleisch­forten hohe Preise bezahlt würden, abernicht Mangel an Bich habe das verschuldet. Der Grund sei vielmehr in der schlechten Organisation zu suchen, die auf den städtischen Vieh- und Schlachthöfen bestehe. Schwere Sorgen bereite der Landwirtschaft die Maul: und Klauensenche, die durch gewissenlose Händler eingeschleppt worden set. Der Redner fchloß mit einem Hoch auf den Kaiser, an den ein Huldig­ungstelegramm abgesandt wurde, auf das noch während der Versammlung folgende Antwort eintraf:" Danfe bestens für die freundliche Begrüßung. Würde mich freuen, wenn meine bet der Versammlung des Landwirtschaftsrates ge­gebenen Anregungen für die deutsche Landwirtschaft sich von Nußen erweisen würden."

Darauf nahm der österreichische Reichsritter von Hohenblum das Wort, um die Versammlung im Namen aller Agrarier Oesterreichs zu begrüßen. Danach bedanerte Dr. Rösicke auf die Finanzreform übergehend, daß man nicht auch das mobile Kapital herangezogen habe, um auch hier den Wertzuwachs zu besteuern. Redner polemi­fierte ferner gegen den Freihandel und seine Vertreter. Nach Erstattung des Kassenberichts durch den Landtagsabge= ordneten Möller erhielt das Wort zur Erstattung des Geschäftsberichtes Dr. Diedrich Hahn. Der Bund hat um 11 000 Mitglieder zugenommen. Der Redner polemt= fierte scharf gegen Hansabund und Bauernbund. Ginge es nach den hezerischen Agitatoren des Hansabundes, dann würde eine intensive Landwirtschaft nicht mehr aufrecht zu halten sein, aber noch schlimmer erginge es der Industrie, thre Arbeiter würden bald feine lohnende Beschäftigung mehr haben. Redner wandte sich scharf gegen einzelne Er­klärungen der beiden Gruppen.

Chefredakteur Oertel bemerkte, der Sozialdemokrat Arthur Schulz habe nachgewiesen, daß die deutsche Landwirt= schaft in der Lage sei, die deutsche Bevölkerung noch auf Jahrzehnte hinaus mit Fleisch und Brot zu versorgen. Ab­geordneter von Oldenburg- Jannuschau führte aus: Es gibt zwei Sorten von Nationalliberalen. Mit der einen fönne man noch halbwegs bei den Wahlen zusammengehen, die andere habe aber den Bazillus der Sozialdemokraten im Leibe. Diese Leute könnten unmöglich glauben, daß man sie bet den Wahlen unterstützen werde, blos weil sie ein­mal nationalliberal gewesen find. Rittergutsbesitzer von Bodelschwingh tadelte scharf das Verhalten der badi­schen Nationalliberalen und des badischen Ministers Bod­mann, die mit der Sozialdemokratic fraternisierten. An­gesichts dieser Vorgänge könne man sich nicht wundern, wenn bei der Beerdigung Singers 150 000 Menschen auf den Beinen waren.

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offiziellen Besuch in London abgestattet hat. Aus dem herzlichen Empfang, der ihm bereitet werden wird, kann ber Kaiser ersehen, wie populär er bei der britischen Be­völkerung ist."

Kaiserliche Auszeichnungen sind den Marinemann­schaften verliehen worden, die sich bei der Rettung der Be­sakung und Bergung des Unterseebootes U 3 zum Teil unter Nichtachtung des eigenen Lebens rühmlichst her­vorgetan haben. Der Kaiser will durch die Auszeichnun­gen seine warme Anerkennung der Rettungstaten zum Ausdruck bringen.

Nach weiteren Erörterungen gelangte eine Resolution zur Annahme, im der es u. a. heißt: Der Bund der Land­wirte bedauert die Zerrissenheit des heutigen politischen Le= bens in Deutschland, er bedauert insbesondere die Versuche, in die geschlossenen Reihen der Landwirte Zwiespalt tragen. Er erkennt die Gefahr, daß die zersetzende Tätig= keit der Sozialdemokratie durch die heutige Art der Agita= tion der liberalen Parteien an Umfang und Einfluß ge­winnt. Die Grundanschauungen, die der Bund der Land­wirte 1895 verkündet hat, sind für ihn unverändert maß­gebend. Seine Pflicht entsprechend wird der Bund der Landwirte mit aller Kraft gegen jegliche Gefährdung des Bismarckschen Vermächtnisses kämpfen.

Zu dem Drama in Kamerun erklärt das Wolffsche Telegraphenbureau gegenüber einem im B. T." erhobe nen Vorwurf: Wir sind zu der Feststellung ermächtigt, daß Kerner bei der amtsärztlichen, seiner Annahme für den Kolonialdienst( Kamerun) vorausgehenden Untersuchung als gesund und tropendienstfähig befunden worden war. Im übrigen ergaben sich für die Kolonialverwaltung keine Bedenken gegen die Verwendung Kerners im äußeren Kolonialdienst.

Ferner wurde noch ein Antrag angenommen, eine Wahlkriegstasse für die bevorstehenden Reichstagswahlen zu gründen. Jedes Bundesmitglied ist verpflichtet, einen Beitrag in Mindesthöhe eines Jahresmitgliedsbeitrages zu zahlen. Darauf wurde die Generalversammlung mit einem dreifachen Hoch auf den Bund der Landwirte geschlossen.

Rundschau vom Cage. Politisches.

Die Englandreise des Kaiserpaares wird von Wies­baden aus angetreten werden. Das Kaiserpaar wird am 18. Mai nach Wiesbaden zurückkehren.

Die Betriebseinnahmen der preußisch= hessischen Etaatseisenbahnen haben im Monat Januar 1911 gegen­über dem gleichen Monat des Vorjahres im Personenver­fehr 1,8 Mill. Mart, im Güterverkehr 8,5 mill. Mark, insgesamt einschließlich der Mehreinnahmen aus sonstigen Quellen 11,3 Mill. Mart. mehr betragen. Der Januar 1911 hatte einen Festtag weniger und einen Werktag mehr als der gleiche Monat des Vorjahres.

Eine fortschrittliche Gegenkandidatur im Wahlkreise Bassermanns? In Saarbrücken, wo von den National­liberalen als Nachfolger des Geheimrats Goltz Basser­mann als Kandidat aufgestellt ist, haben die Fortschritt­lichen sich entschlossen, wie das B. T." mitzuteilen weiß, dem nationalliberalen Führer einen Gegenkandidaten ge=

Ein englisches Willkommen für Kaiser Wilhelm. Ein Londoner Blatt schreibt zum bevorstehenden Kaiserbesuch: Wir freuen uns, Kaiser Wilhelm einmal wieder an un­feren Küsten willkommen heißen zu dürfen. Wenn der Kaiser am 16. Mai zur Enthüllung des Denkmals unserer geliebten Königin Viktoria, seiner Großmutter, zu uns tommt, dann ist es gerade ein Jahr, daß der Kaiser als Leidtragender bei der Bestattung König Eduards unter uns geweilt, und ungefähr zwei Jahre her, daß er seinen

Der Familienschmuck der Wallutjeffs.

Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.)

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genüberzustellen.

Eine Vereinigung für zeitgemäße Rechtspflege ist am Montag in Berlin gegründet worden. Infolge eines Auf­rufs in der Deutschen Juristenzeitung", der sich mit einer gründlichen Reform der Rechtspflege beschäftigt, traten eine Reihe von Juristen zusammen, um für die Reformbestre­bungen eine feste Organisation zu schaffen. Es wurde ein Aufruf verlesen, der davon ausgeht, daß die Gesetzgebung den großen Veränderungen in unseren Lebensverhält­nissen nicht genügend Rechnung getragen habe. Die Leit­sätze des Aufrufes wurden von der Versammlung ein­stimmig angenommen. Man beschloß dann die Gründung des Vereins, der später eine Zeitschrift herausgeben und ein Bureau unterhalten wird.

Ja, wenn ihm nur noch der heutige Streich glückte, wenn es gelang, Sarner des falschen Spiels zu überführen, dann wollte Robert ihm die viel ernstere An­flage ins Gesicht schleudern, diejenige des Mordes an dem armen Diener Andrei.

In diese Gedanken vertieft, schritt White gesenkten Kopfes einher.

,, Mr. White, sind Sie taub geworden?" rief eine lachende Stimme ihm zu.

Die passive Resistenz der Triester Staatsbeamten dauert fort. Gleichzeitig ist die Erregung der Bevölke­rung im Wachsen begriffen. Die Geschäftsleute fordern ein energisches Einschreiten der Regierung und drohen mit dem Warenbontott gegen die Beamtenfamilien. Ein hoher Beamter der Statthalterei erklärte, daß ein Nachgeben der Regierung gegenüber den Forderungen der Beamten ge= genwärtig vollkommen ausgeschlossen sei. Es verlautet, daß nach der Rückkehr des Statthalters Prinzen Hohenlohe aus Wien den Beamten ein Ultimatum gestellt werden soll, ihren Dienst wieder normal zu versehen, widrigen­falls mit Massensuspendierungen und Versetzungen von Beamten zu rechnen ist.

Er blickte erfreut auf. Mabel hielt dicht am Trot­toir in ihrer Equipage; sie strecte ihm lachend die Hand entgegen.

Man sieht Sie ja gar nicht mehr in Rose- Cottage," sagte sie tadelnd. Haben Sie uns ganz vergessen?"

,, Das nicht, aber meine Zeit war sehr gemessen," ent­gegnete der junge Schweizer.

,, Steigen Sie ein, wir wollen etwas spazieren fahren," bestimmte Mabel.

änderungen der großen Flußläufe Inseln bald entstehen, bald verschwinden. Der Kronprinz hat in den letzten Ta gen fünf Tiger erlegt, die den Viehzüchtern viel Schaden verursacht hatten.

Ein Millionenvermächtnis ist der Stadt Breslau zus gefallen. Der Kaufmann Klempner vermachte der Stadt eine Million zur Beschaffung billiger Wohnungen für be dürftige Bürger. Nicht bedachte arme Verwandte wollen allerdings das Testament anfechten.

Der Bapst bleibt in Rom. Gegenüber den in der letzten Zeit vielfach, namentlich in französischen Blättern, aufgetauchten Meldungen, wonach der Papst seinen Wohn­sitz außerhalb Italiens aufzuschlagen gedenke, bemerkt die Köln. Volfsztg." auf Grund der ihr aus Rom von zu­ständiger Seite zugehenden Mitteilungen, daß eine frei­willige Verlegung des Wohnsitzes des Papstes ganz aus­geschlossen und jene Meldungen in das Gebiet der Phan­tasien zu verweisen seien.

Gerne folgte er dieser Einladung. Er sah es als glückliche Vorbedeutung an, daß ihm die heimlich Geliebte begegnet war. Nach dem scharfen Nachdenken und dem Kombinieren aller Möglichkeiten, nach den anstrengenden Erwägungen jener Schritte, die das Gelingen seines Pla­nes herbeiführen mußten, war es für die hochgespannten Nerven Whites geradezu erfrischend, mit Miß Lionel zu plaudern. Sie sprachen über den Unfall im Birkus. Ro­bert schilderte alles bis auf den Fund des Sternes. Ein warmies Mitleid klang in seiner Stimme.

Die Zahl der Aerzte in Deutschland betrug nach einer Uebersicht in der Deutschen Medtz. Wochenschrift im Jahre 1910: 32 449. Es kommen auf 10 000 Einwohner 5,01 Aerzte. Ihre Zahl hat gegen das Vorjahr um 480 zugenommen. Es ist ein weiteres Ansteigen zu erwarten, da die Zahl der Medizin- Studierenden sehr gestiegen ist. Die Zunahme entfällt überwiegend auf die Großstädte.

Deutsche Postbeamte für Argentinien. Die argentinische Regierung hat ihren Berliner Geschäftsträger angewiesen, sich mit dem Staatssekretär des Reichspostamts wegen Ver­pflichtung eines höheren deutschen Reichspostbeamten und mehrerer Unterbeamten zur Neugestaltung des argentini­schen Postwesens in Verbindung zu setzen.

Ein schweres Wintergewitter entlud sich gestern nach­mittag über das Wuppertal und den Niederrhein. Stellen­weise ging schwerer Hagelschlag nieder, der in den Wäldern und in den Ortschaften großen Schaden anrichtete.

Eine Reform des englischen Gefängniswesens wird von dem englischen Minister des Innern geplant. Dar­nach sollen die Sträflinge in drei Kategorien eingeteilt werden. Die Sträflinge gehören je nach ihrer Aufführung einer von diesen Kategorien an. Bei guter Führung kön­nen Sträflinge aus der dritten in die zweite und erste Kategorie aufrücken und andererseits Sträflinge wegen schlechten Betragens aus der ersten in die zweite und dritte versetzt werden. Jede Kategorie genießt verschiedene Ver­günstigungen hinsichtlich der Beschäftigung, des Empfan­ges von Besuchen Bekannter und Verwandter, des Brief­wechsels usw.

,, Sie sind ein guter Mensch," sagte Mabel. Schon beim Tode meiner Freundin Amy habe ich es deutlich ge= sehen. Es macht mich sehr glüdlich, dieses Lob aus Ihrem Munde zu hören, Miß Lionel," sagte Robert. Wollen

Kleine Nachrichten.

Der Schnelligkeitsrekord eines amerikanischen Zuges. Ein Neuvorfer Finanzmann, der im Arizonaterritorium einen Automobilunfall erlitten hatte, fuhr, da er eine Blut­vergiftung infolge seiner Verwundung befürchtete, in ci­nem Ertrazug schleunigst nach Neuyork. Der Zug fuhr mit einer unerhörten Geschwindigkeit. Die Strecke von 4800 Kilometer durcheilte der Extrazug in 74 Stunden. Dabei wurden einmal 165 Kilometer in 97 Minuten zurück­gelegt.

Ueber den Aufenthalt des Kronprinzen in Ost- Benga len wird aus Kalkutta gemeldet: Der Kronprinz ist von dem Aufenthalt sehr befriedigt. Er nimmt ein reges Inter­esse an den Kultivierungsplänen sowie an den lokalen Pro­blemen, die damit zusammenhängen, daß infolge der Ver=

Ein enttäuschter Erfinder, der Inhaber der Karlshor­ster Automobilzentrale namens Meyer hat am Sonntag in Berlin Selbstmord durch Erhängen verübt. Mener hatte sich in der letzten Zeit angeblich mit der Konstruktion eines Flugapparates beschäftigt; da er mit seiner Erfindung kei­nen Erfolg erzielte und große finanzielle Opfer gebracht hatte, dürfte ihn dieser Mißerfolg zu der Tat veranlaßt haben.

Ste heute abend mit guten Wünschen meiner gedenken?" Eine große Innigfei: gab sich in diesen Worten kund. Mabel fühlte sich davon betroffen, ebenso von dem tiefen Ernst, der auf dem Gesicht Whites lag.

" Ja, ich will es," sagte sie ebenso warm, was es auch sei."

Zwei Berliner Gardegrenadiere begingen Montag früh Selbstmord. Die beiden Soldaten, die zwei verschiedenen Kompanien angehören, erschossen sich mit ihren Dienstge= wehren auf ihren Stuben. Ueber die Motive der Tat hat noch nichts festgestellt werden können. Es ist aber sicher, daß die beiden Fälle in keinem ursächlichen Zusammenhang stehen.

Ich danke Ihnen. Aber geben Sie mir ein Zeichen, daß es so ist," bat White Irgend etwas, das ich bei mir tragen darf wie ein glückbringendes Amulett."

Ein furchtbares Unglüd hat sich, wie aus Heidelberg gemeldet wird, in einer Tuchfabrik im Odenwald ereignet. Zwei Arbeiter wurden bei Reparaturarbeiten am Well­baum vom Schwungrad erfaßt und schrecklich zugerichtet. Beide Verletzte starben nach der Einlieferung ins Kranken­haus.

Gie zog einen kleinen Ring mit einem Türkis vom Finger und reichte ihn den jungen Mann; mit bewegter Stimme sagte sie: Nehmen Sie ihn, ich trage diesen schlich­ten Reif seit meiner Kindheit."

White faßte die schlanke Mädchenhand und zog sie an seine Lippen.

,, Wann kommen Sie zu uns?" fragte Mabel beim Ab­

schiede.

Als Einbrecherin und Führerin einer ganzen Bande ist die Frau eines geachteten Pariser Kaufmanns Dalmas in Toulon verhaftet worden. Ihre Festnahme erfolgte auf die Anzeige hin, daß sie letzthin bei Freunden, bet denen sie Unterkommen in der Nacht gesucht hatte, für 16 800 Fr. Wertpapiere entwendet habe. Ihren Gatten hat der Skan= dal dermaßen erschüttert, daß er mit seinen Kindern seit dem Eintreffen der Meldung von der Verhaftung seiner Frau verschwunden ist.

Baldnach einigen Tagen, Miß Lionel. Leben Sie Der Wagen aus Rose Cottage rollte davon.

wohl."

Vermischtes.

Schwerer Sturm auf See. Das Sturmwetter der lezien Tage hat, wie aus Curhaven gemeldet wird, Mon­tag früh mit einer Sturmflut seinen Höhepunkt über­schritten. Die Flut stieg so schnell, daß man im Hafen, kaum etwas in Sicherheit bringen konnte. Um 5 Uhr morgens erreichte die Flut ihren höchsten Stand mit 7,12 Meter. Die Hafengegend steht hoch unter Wasser und die vom Sturm gepeitschten Wellen haben überall Schaden ange­richtet, über dessen Umfang noch keine genauen Mitteilun­gen vorliegen. In dem fürchterlichen Seegange strandete das von Chile nach Hamburg bestimmte große Hamburger Vollschiff Steinbeck". Mehrere zur Hilfe ab­gegangene Dampfer sind noch nicht zurückgekehrt. Der Bremer Dampfer Werdenfels" stieß in der Elbmündung mit einem englischen Dampfer zusammen, wobei letzterer schwer beschädigt wurde. Nach den telegraphischen Mel­dungen der Beobachtungsstationen auf Borkum und Helgo­land sei die Sturmflut auf See eine fürchterliche gewesen.

Am Abend desselben Tages speiste Baron Sarner mit seinem Freunde", wie er White nannte im feinsten Re­staurant Neuvorks. Absichtlich hatte Robert schwere Weine bestellt. Er schenkt: dem Baron fleißig ein, trank aber selbst nur mäßig: außerdem vertrug er vielmehr als Sar­ner, der oft schon nach einigen Gläsern die Wirkung des Alkohols spürte.

Nach dem Essen gingen beide Arm in Arm in den nahen Klub. Zu seiner Freude merkte White, daß der Baron sich schwer auf ihn stützte und mit etwas stockender Zunge sprach.

Jm Klub war heute eine größere Anzahl Herren ver­sammelt als sonst. Man begrüßte die Eintretenden, dann machte man einige solide Rubber Whist, Quinze oder spielte Boston. So fing es immer an. Erst später betrat man das Geheimkabinett, wo Pharao, Quinze oder sonst ein verbotenes Hazardsviel an die Reihe kam, und wobei

Das Opfer rücksichtsloser Automobilisten ist der Nacht­wächter des Dorfes Rosenberg bei Danzig geworden. Er wurde in der vorgestrigen Nacht von einem Automobil überfahren und einige fünfzig Meter weit mitgeschleift. Die Insassen des Autos mußten aussteigen, um den Kör­per des Unglücklichen aus dem Kettenwerk zu befreien. Dann ließen sie ihn in der kalten Winternacht einfach auf der Landstraße liegen und fuhren im schnellsten Tempo da­von nach Danzig zu. Erst 3% Stunden später wurde der Echwerverletzte gefunden und in das Krankenhaus einge­

große Summen auf eine Karte gesetzt wurden. Neuer­dings sing man an, sich von Sarner zurückzuziehen. Es war zu auffallend, daß er so viel gewann; man hörte heimliches Gemunkel und Gerede unter den Klubgästen, und doch hatte niemand den Mut, mit einer offenen An­schuldigung heranzutreten. Heute waren mehrere neue Spieler da, einige junge Leute vom Lande, ein Farmer, von dem es hieß. er sei sehr reich. Sarners Augen glänz­ten, als er die Karten für die Bank mischte. Gerade ihm gegenüber stand White und beobachtete scharf die häßlichen langen Hände mit dem rötlichen Flaum auf den Finger­gelenken und dem blitzenden Diamantringe. Waren die Augen des Geheimpolizisten bisher wirklich mit Blindheit geschlagen gewesen, oder war Sarner infolge des Wein­genusses weniger auf der Hut- heute bemerkte White, daß der Baron ein anderes Spiel Karten mit denen auf dem Tisch vertauschte, daß er, ehe er eine neue Karte vom Talon abzog, mit dem Daumen und Zeigefinger der rech­ten Hand das Blatt prüfte.

Die neuen Klubgäste setzten und verloren. Immer größer wurde der Haufen Scheine vor dem Bankhalter, da­zwischen lagen die Goldstücke mit ihrem gleißenden Schein, White blickte auf die Uhr.

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Fünf Minuten vor eins," sagte er leise zu sich selbst, bald ist Deine schändliche Relle ausgespielt, du Schuft." Sarners Hände bebten vor Geldgier. Eine so bes trächtliche Summe wie heute hatte er noch nie gewonnen. Die Uhr schlug cins.

Sie spielen falsch, Baron Sarner."

Laut und mit metallischem Ton fielen die anklagen­den Worte in die Stille des Zimmers. Alle blickten auf den mutigen Sprecher. Hochaufgerichtet stand Robert White da. Es ist eine Lüge, ich fordere Genugtuung," brüllte Sarner, der aufgesprungen war.

( Fortsetzung folgt.)

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