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Deutscher Reichstag.

Es tft deshalb sogar schon der plan erwogen worden, die neuen Linienschiffe nicht auf Staatswerften, sondern auf Privatwerften bauen zu lassen, wobei man auch ausländi­sche in Betracht gezogen hat. Ob diese Absicht allerdings zur Ausführung gelangt, darf bezweifelt werden. Es gibt zu viele Beamte im russischen Marineamt, die sich bei dem bisherigen System zu gut gestanden haben, als daß sie nicht einer Aenderung den entschiedensten Widerstand entgegen­setzen wollten.

In der Weiterberatung der Reichsversicherungsordnung nahm am Donnerstag beim zweiten Teil, der landwirts schaftlichen Unfallversicherung(§§ 913-1035) den wesent­lichsten Teil der Erörterungen diejenige über§ 964 ein, der über den Inhalt der Sagung Bestimmung trifft. Nach dem Kommissionsbeschluß muß die Satzung auch bestimmen über den Maßstab für das Umlegen der Beiträge und, soweit diese nicht nach Steuern umgelegt werden, über das Ver­fahren beim Abschätzen und Veranlagen. Hierzu vertrat der Abg. Doerksen( Rp.) einen von ihm gemeinschaftlich mit dem Abg. Gäbel( w. Vgg.) vorgelegten Antrag, wonach die Satzung nur über das Verfahren beim Abschätzen und Ver­anlagen der Betriebe bestimmen soll. Abg. Doerksen wies darauf hin, daß durch den Antrag nur die unsprüngliche Re­gierungsvorlage von 1885 wieder hergestellt werden solle, und empfahl, nicht den Grundsteuermaßstab, sondern den Bedarf an Arbeitern unter Berücksichtigung von Gefahren­klassen der Berechnung der Umlage zugrunde zu legen. Damit solle eine Belastung der kleineren Besitzer vorge­beugt werden. Die Abgg. Klose( 3.), Fegter f. V.) und Mol­fenbuhr( Soz.) traten ihm zur Seite, während die Abgg. Neuner( ntl.), Herold( 3.) und Vogt- Hall( w. Vgg.), letztere beide für einen Teil ihrer Fraktion, Ministerialdirektor Caspar und Graf Westarp( fons.) unter Anerkennung der vielfach ungerechten Wirkung des Grundsteuermaßstabes den Antrag bekämpften, der Regierungsvertreter nament­lich mit dem Hinweis, daß% der Berufsgenossenschaften den Grundsteuermaßstab als geeigneter anfähen. Das Er­gebnis war, daß in namentlicher Abstimmung mit 141 gegen 170 Stimmen bei dret Enthaltungen der Antrag Doerksen ftel. Die weitere Debatte betraf Einzelbestimmungen von geringerem allgemeinen Interesse. Die Beratung des drit­ten Buches über die Unfallversicherung wurde bis einschließ­Itch 1211 zu Ende geführt und dann die Weiterberatung auf Freitag vertagt. Es sind nur noch 543 Paragraphen übrig.

Das russische Flottenelend.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

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Ueber den Termin der nächsten Reichstagswahlen und über die Tätigkeit des jetzigen Reichstags in den nächsten Wochen weiß die Germania" folgendes zu berichten: Der Reichstag wird am 2. Juni vertagt bis 10. Oktober und am 2. Dezember geschlossen. Die Neuwahlen finden am 15. oder 16. Januar n. J. statt. Die zweite Beratung der Reichsversicherungsordnung wird diese Woche beendet; die dritte Lesung findet in der nächsten Woche statt. In der nächsten Woche werden ferner die elsaß- lothringische Vers fassungsvorlage und der deutsch- schwedische Handelsvertrag beraten werden.

Hemsle hatte am 29. August 1908 den gelegentlich einer Ge gelregatta auf der Weser über Bord gefallenen Sohn eines Lotsen aus Bremerhaven gerettet, dabet aber das eigene Leben eingebüßt.

Ein deutsches Schulgebäude in Marokko. Eine Mel dung aus Tanger besagt: In der Sigung des deutschen Schulvereins für Marokko wurde einstimmig die Errich tung eines eigenen Schulgebäudes beschlossen. Der Bau­fonds ist bereits so hoch, daß mit dem Bau noch in diesem Jahr begonnen werden kann.

Die Reichstagstommission für das Kurpfuschergesez er­ledigte am Donnerstag die mehrtägige Aussprache über die zu§ 3 gestellte Frage, ob die Tierkurpfuscherei in das Kurpfuschergesetz mit einbezogen werden solle. Man einigte sich schließlich auf Vorschlag des Regierungsvertreters da­hin, die Frage umzukehren und sie so zu fassen: Sollen die Tiere von der durch das Gesetz zu treffenden Regelung aus­geschlossen werden? Diese Frage wurde verneint.

Die russische Duma hat durch die soeben erfolgte Be­willigung der Kredite für eine Verstärkung der Schwarz­meerflotte nicht nur die Notwendigkeit einer Reorganisa­tion dieser Flotte anerkannt, sondern auch zugleich dem neuen Marineminister ein gewisses Vertrauen bekundet, daß er dieser Aufgabe besser gewachsen sein werde als sein Vorgänger. Als vor drei Jahren Stolypin zuerst mit dem Plane der Wiederherstellung der russischen Seemacht hervor­trat, glaubte die Duma die damals geforderten Kredite ab­lehnen zu sollen, und die Erfahrung der drei letzten Jahre hat ihr Recht gegeben. Das Marineamt verwandte näm­lich die ihm ohne Zustimmung der Duma vom Reichsrat zur Verfügung gestellten Mittel im Gesamtbetrage von 28 Millionen Rubel, die zur Erbauung von vier großen Pan­zern dienen sollten, zum großen Teil zur Bezahlung alter Schulden. Eine weitere Summe, die zur An­schaffung von fünf Torpedobooten bestimmt war, verschwand überhaupt spurlos, ohne daß ein einziges Torpedoboot ge­baut worden wäre.

Die deutsch- österreichische Motorbootfahrt Leitmeriz Berlin wurde gestern in Leitmerih in Böhmen durch Erz­herzog Karl Franz Josef eröffnet.

Die Vertehrseinnahmen der deutschen Eisenbahnen im April 1911 betrugen nach der im Reichseisenbahnamt auf­gestellten Uebersicht im Personenverkehr 71,208,499 Mart ( gegen das Vorjahr mehr 12,981,116 M), im Güterverkehr 143,688,575 M( gegen das Vorjahr mehr 3,011,506 M). Bei der Beurteilung des Ergebnisses ist die veränderte Lage des Osterfestes in Betracht zu ziehen.

Bei diesem System ist es kein Wunder, daß sich die russische Flotte heute womöglich in einem noch traurigeren Zustand befindet als vor drei Jahren. Nach der Statistik für 1910 steht die russische Flotte nach ihrer Tonnenzahl zwar an sechster Stelle, sie übertrifft mit 31 004 Tonnen noch bei weitem die italienische Flotte, die nur 272 329 Tonnen aufweist. Der effektive Wert der russischen Flotte ist ni= dessen gleich Null, denn das Gros der Schiffe setzt sich zu­sammen aus Hafen, Transport- und sonstigen Fahrzeu= gen, die nur eine sekundäre Bedeutung haben, für die Schlacht aber nicht in Betracht kommen.

Die Breslauer Bäckergesellen beschlossen in der letzten Nacht, in den Streit einzutreten, um die Abschaffung des Kost- und Logiszwanges bei den Arbeits gebern durchzusetzen.

Gustav Mahler, der bekannte Wiener Kapellmeister und Komponist, ist Donnerstag abend gegen 11 Uhr nach lan­gem Krankenlager in Wien gestorben.

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Caruso geheilt. Das Halsleiden, an dem Caruso seit längerer Zeit laboriert und welches das Auftreten des Sän gers monatelang unmöglich machte, ist wieder gänzlich bez hoben. Ein Londoner Spezialist hat, der Frtf. 3tg." zu folge, erklärt, daß Carusos Stimmbänder absolut normal feien.

Neue Opfer der Aviatik. Auf dem Flugplatze bet Reims unternahm der Aviatiker Marie Flugversuche mit einem neuen Apparat. Der Leutnant Dupuy begleitete ihn. In einer Höhe von 100 Metern wurde der Apparat plötzlich von einem Windstoß erfaßt und stürzte zu Boden, Leutnant Dupuy wurde tot unter den Trümmern hervor gezogen. Die Leiche war völlig verbrannt. Marie hat lex bensgefährliche Verletzungen davongetragen.

Sozialdemokraten in tommunalen Körperschaften und öffentlichen Verwaltungsstellen. In den Sozialistischen Monatsheften" stellt Eduard Bernstein die Zahl der So­zialdemokraten fest, die in kommunalen Beratungskörpern oder öffentlichen Verwaltungsstellen tätig sind. Nach der zurzeit letzten Statistik gab es 274 Sozialdemokraten, die Mitglieder städtischer Magistrate und von Landgemeinde­vorständen waren. Ende Juni 1909 gab es 6157 sozial­demokratische Stadtverordnete und Landgemeindevertreter. Heute hat die Zahl der sozialdemokratischen Gemeindever­treter 7000 überschritten. Die Zahl der Sozialdemokraten, die in Deutschland als Arbeitervertreter in den Verwal tungen, Schiedsämtern und Kuratorien der Arbeiterver­sicherung und der kommunalen Arbeitsnachweise öffentliche Funktionen erfüllen, ist nach Bernsteins Angabe mit 15 000 eher zu niedrig als zu hoch gegriffen. Zu dieser Zahl kom­men noch mindestens 1000 sozialdemokratische Arbeiterbei­sitzer in den Gewerbe- und Kaufmannsgerichten.

Ein großer Hotelbrand wird aus Tirol gemeldet. In der vergangenen Nacht wurde das eine Viertelstunde von Landeck entfernte, in Touristenkreisen bekannte Hotel Edelweiß durch einen Brand vollständig zerstört. Der Schaden ist sehr bedeutend, die Brandursache ist noch un­bekannt.

Hochwasser in Westdeutschland. Aus dem ganzen Eifel­gebiet und dem Siebengebirge kommen Meldungen über Hochwasser, hervorgerufen durch mit Gewittern verbunde­nen wolkenbruchartigen Regen; strichweise war auch Hagel zu verzeichnen. Der Schaden in Gärten und Feldern ist groß, ebenso ist Verlust an Vieh zu verzeichnen.

Aus Angst vor Japan? Ein Londoner Blatt gibt an, daß der Grund für den Abschluß des amerikanisch- englischen Schiedsgerichtsvertrages nicht die ideale Begeisterung Ameritas für den Schiedsgerichtsgedanken und den ewigen Frieden ist, sondern die Furcht vor Japan. Amerika fühlt sich mit seiner Wehrmacht nicht hinreichend gedeckt zur Ver­teidigung seiner Weltstellung und sucht deshalb den An­schluß an England.

Diese große Zahl wertloser Schiffe mit ihrem hohen Personalbestand macht auch die Unterhaltung der Flotte äußerst kostspielig. Der größte Teil der gewaltigen Sum­men, die schon in die russische Flotte hineingesteckt worden find, geht auf diese Weise verloren. Zu dieser schlechten Finanzwirtschaft kommt nun noch die technische Un= zulänglichkeit hinzu. Die erwähnten vier Panzerschiffe sollen frühestens 1913 fertig werden, wahrscheinlich wird sich dieser Termin noch bedeutend hinausschieben, da an den Neubauten noch fortwährend Konstruktionsänderungen vorgenommen werden. Was von der russischen Flotte im allgemeinen gilt, gilt in verstärktem Maße für die Schwarzmeerflotte. Man hatte eigentlich die Ab­ficht gehabt, sich aus Sparsamkeitsgründen zunächst mit der Ausbesserung und Neuausrüstung der Schiffe zu begnügen. Bet näherer Untersuchung stellte sich jedoch heraus, daß die Schiffe eigentlich nur noch altes Eisen sind und daß es um jeden Rubel schade wäre, der für sie aufgewendet wer­den würde. Selbst die beiden veralteten deutschen Panzer, die die Türkei im vorigen Jahre angekauft hat, erscheinen dagegen als hochmodern. Man hat sich deshalb zur Er­bauung einer Anzahl neuer Schiffe entschlossen, wofür die jetzt bewilligten Kredite von Milliarden Rubel dienen sollen. Wie der Marineminister allerdings diese Schiffs­bauten ausführen will, darüber scheint er sich selbst noch nicht ganz klar zu sein. Die vorhandenen Werften reichen feinesfalls dazu aus und müssen wesentlich vergrößert wer­den, was natürlich nicht ohne große Kosten möglich ist.

3wei Kirschen an einem Stengel.

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Roman von A. von Liliencron. Nachdruck verboten.)

Ein folgenschweres Automobilunglück hat sich in der Nähe von Pforzheim ereignet. Dort rannte nachts ein Automobil, in dem sich ein Maurermeister und ein Inge­nieur befanden, in ein Sandfuhrwerk. Die Deichsel des Fuhrwerks drückte dem Ingenieur den Brustkasten ein, so­daß er sofort tot war. Der andere Insasse sowie der Chauf feur find leicht verletzt. Das Automobil ist zerstört, das Pferd des Wagens tot.

Todessprung eines Irrfinnigen. Ein 47 Jahre alter Weichensteller aus Rathenow, der wegen Geisteskrankheit der Irrenanstalt Neu- Ruppin zugeführt werden sollte, ent­sprang seinen Transporteuren und warf sich unter einen rangierenden Zug. Der Tod trat auf der Stelle ein.

Die neue mexikanische Regierung wird ganz unter dem Einflusse von Madero, dem Führer der Revolutionäre; ste­hen, der gemeinsam mit dem interimistischen Präsidenten de la Barra die Präsidentschaft führen wird. Die Sigung des Kabinettrats, in der der Verzicht des Präsidenten Diaz angekündigt wurde, war sehr ergreifend. Der bejahrte Präsident lag im Vorzimmer mit geschwollenem Gesicht im Bett und litt unter heftigen Schmerzen. Nach einer Meldung von autoritativer Seite verläßt Diaz das Land nicht. Das Geschäftsleben hat unter dem Krieg sehr ge­litten. Ein allgemeines Friedensbedürfnis herrscht unter der Bevölkerung.

Da wurde ihm unerwartete Befreiung aus der Mause­falle, in die er hineingeraten war. Mutter und Tante tamen ihnen entgegen, und dadurch endete für ihn das un­erquidliche Examen.

3u Mittag gab es das dörfliche Feiertagsessen, Schweinebraten mit Sauerkraut und dazu Backobst. Als besondere Zugabe hatte Kathi noch hinterher Plinsen ge­baden, die sie mit hochgerötetem Gesicht frisch von der Pfanne, hereinbrachte.

Kleine Nachrichten.

Von einem Tschechen niedergeschossen wurde in der Nähe von Grünwald bei Gablonz ein Deutscher, weil er auf tschechischen Anruf deutsch geantwortet hatte.

Eine 850 000 Mark- Schenkung. Der Privatier Friedrich Mende hat der Stadt Dortmund sein gesamtes Vermögen von ungefähr 850 000 M vermacht. Die Stadtverordneten nahmen die Schenkung an.

Aus den Gerichtssälen.

Eine wichtige Entscheidung hat das Kammergericht in Berlin gefällt. Eines der Opfer der Wahlrechtsdemonstra­tionen, eine Frau P. aus Treptow, hatte gegen die Ge­meinde Treptow Klage auf Schadenersatz erhoben. Sie war von Gendarmen überritten worden und hatte nicht unerhebliche Verlegungen davongetragen. Das Kammer­gericht hat der Frau nicht nur einen tatsächlichen Schaden zugesprochen, sondern auch ein nicht unbeträchtliches Schmerzensgeld.

Die Zinsen der Lebensretterstiftung Carnegies kommen bekanntlich den Hinterbliebenen von Personen zugute, die bet einem Rettungswerke ihr Leben einbüßten. Dieser Tage gelangte die Summe von 3000 M an die Witwe des Seelotsen Ernst Hemje in Geestemünde zur Auszahlung.

Der erste Tanz heute abend ist für mich, Käthchen," erklärte er ,,, das versteht sich ganz von selbst."

Wegen Betrugs verurteilt. Der frühere Gauleiter des deutschen Transportarbeiterverbandes, Georg Dobler, wur­de wegen Urkundenfälschung und Betrugs vom Landgericht München zu vier Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehr verlust verurteilt.

Sie schüttelte den Kopf. Kumst a Posttag zu spät, zu dem hab ich mich halt versproche, und dann, wißt, Kathi ist min Nam, nit Käthchen."

,, Das ist ein und dasselbe," belehrte er sie. Kathl tlingt nach dem Dorfe, das paßt für hier, Käthchen ist was Feines, das gehört in die Stadt. Also in Hennigbach nenne ich Dich Kathi, und wenn Du bei uns in der Stadt bist, Käthchen. Abgemacht?"

Die Großstädter taten dem Essen alle Ehre an, aber die geschmorten Blaubeeren zu den Plinsen verschmähten fie doch. Mit einem blauen Mund und Gebisse tann man sich nicht sehen lassen, das ist unfein, und man macht sich lächerlich," erklärte Frau Rosa. Kathi sah sie erschrocken an, sie hatte schon herzhaft von diesem wohlschmeckenden Färbemittel genossen und war von der Bläue ihrer Zähne und ihrer Lippen völlig überzeugt. Aber es geit doch wieder ab," meinte sie etwas leinlaut. Es war ihr ein unangenehmes Gefühl, zu hören, daß sie den Verwandten lächerlich erscheinen könnte. Vetter Julius las das aus thren beweglichen Zügen, die jede Regung ihrer Seele widerspiegelten, und behauptete mit einem sehr ausdrucks­vollen Blicke, das Cousinchen sei auch mit einem blauen Mäulchen allerliebst und würde es auch bleiben, selbst wenn sie sich in Sadleinewand einwidelte. Er war voll Aufmerksamkeit für das Mädchen, ihres Lobes voll und fonnte dabei so spaßig sein und wußte so viel Herrliches von Berlin zu erzählen, daß Mutter und Tochter die Zeit wie im Fluge verging.

Der liebenswürdige feine Herr begleitete das Mäd­then sogar in die Küche, sah ihr beim Abwaschen zu und verschmähte es nicht, ihr beim Abtrocknen zu helfen.

Vermischtes.

Kaiser und Parkwächter. Am Mittwoch nachmittag hatte der Kaiser in London ein kleines amüsantes Aben­teuer. Er wollte die freie Zeit am Nachmittag benutzen, um die berühmten Kewgärten zu besuchen. Sein Auto­mobil traf kurz vor 2 Uhr ein, als die Gärten noch ge­schlossen waren. Der Parkwächter, ein ehemaliger alter Soldat, der wahrscheinlich etwas von preußischer Schneidig­feit gehört hatte, erklärte, daß er keine Person vor der fest­gesetzten Zeit hineinlassen könne, und blieb auch bei seiner Weigerung, als ihm mitgeteilt wurde, daß es der deutsche Kaiser sei, der Einlaß begehre. Dem Kaiser blieb nichts übrig, als nach dem Haus des Direktors der Gärten zu fahren und sich dort die persönliche Erlaubnis zum vor­zeitigen Besuch zu erwirken. Anscheinend machte dem Kai­ser das Abenteuer recht viel Spaß.

,, Afmatt," wiederholte sie mechanisch. Allerhand ver­lockende Bilder der Großstadt, die der Vetter vorgezaubert, gaufelten vor ihr und zogen sie, fast wider ihren Willen, nach dort.

Der Vetter strich vergnügt sein Bärtchen, so halb und halb hatte er sie schon gewonnen. Und wie steht es mit dem ersten Tanze, Kathi?" erkundigte er sich, ich hätt' ihn sehr gern."

Sie aber blieb fest. Den tät ich dem Ruland ver­Spreche, und dabi bliwts. Was man versproche, muß man halte, da gibts nix zu drehe."

So wollte er sich bescheiden aber einen Ersatz haben, sie solle ihm wenigstens ein halbes Dugend Tänze ver­sprechen, schlug er vor und versicherte ihr, daß er famos tanze.

Unter Necken und Scherzen gewann er ihr das Ver­sprechen ab.

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zieren: die Mo zen Frauenrod wenden, es fom ganzen handelt deres als um feligen Angeder pelrod unterha

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sah, davon konnte sie sich keinen rechten Begriff machen, aber großartig gewiß wie alles, was aus der Großstadt kam. Das war es, was ihr durch den Sinn ging, und un­willkürlich verglich sie daneben das schlichte, schwarze Wol­lenkleid der Mutter, deren Festtagsanzug, und die kleine Silberbrosche, ihren Hochzeitsschmuck, den sie dann zu tra­gen pflegte. Dabei zogen sich die frischen Lippen unmutig zusammen, und nun überlegte sie den eigenen Anzug.

Nun mach Dich schmuck, ich tu's auch, wir zwei wer­den ein schönes Paar abgeben und wollen flott tanzen," raunte er ihr zu, als er gegen Abend mit der Mutter ins Gasthaus ging, in dessen Ballsaale sie sich eine Stunde später treffen wollten.

Der Gutsherr hatte zum letzten Erntefeste den Kranz mädchen richtige Bauernanzüge geschenkt, rote Röcke mit schwarzen Sammetstreifen und ein schwarzes Sammetmie­der über der weißen Jacke. Das wollten sie jetzt immer zum Tanze tragen, und das sollte auch ihr Festgewand sein. Ob die Tante darüber die Nase rümpfen und es dörfisch nennen würde? Aber sie hatte ja noch das Kreuz von Hans, das war doch etwas Besonderes, und dann auch hatte der Vetter gemeint, noch in Sadleinewand gewickelt, würde sie hübsch sein. Ste drehte sich auf dem Absah um und lief trällernd in ihre Kammer, um sich zum Ausgange fertig zu machen.

Kathis Blid folgte ihm nachdenklich, die Tante hatte von ihrem Blauseidenen gesprochen und von der schweren Goldkette, die sie anlegen wollte, Julius von der samtenen Krawatte mit der kostbaren Busennadel und auch von einem schwarzen Frack. Wie dieses Kleidungsstüd aus­

dernen niedrige tie des Fußes. die Damen, die Straßen und b Rod aber schön haupten wollen. Ein Lehrer Unglüd hat sich

Als im Saale zum Adler die Musikanten den ersten Bogenstrich taten, hatte Hans Ruland schon den Arm um sein Mädchen gelegt und drehte sich mit ihr fröhlich im Kreise. Siehst herzig hüt ut," raunte er ihr zu und hätte sie am liebsten auf die roten Lippen gefüßt, die ihn so glück­selig anlachten. Nach Dörflerart machte er wieder und wieder mit ihr die Runde, bis er sie endlich freigab, aber doch an ihrer Seite blieb.

,, Wer war das schwarze Mädel hüt, mit der Du sprechen dätst, als wir Di bi der Kirch begegne täte," erkundigte sie sich.

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Das wär die Rosemarie mit ihr Bruder, dem Peter Klausner, mit dem ich Fründschaft gehalte hab, als ich voriges Jahr bi Görlitz mich vermiete tät," gab er ihr zur Antwort. Sie seien bi ihre Verwandte in ünser Dörf zu Besuch." ( Fortsetzung folgt.)

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