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Der Straßenkampf in Liverpool.

Der Arbeiterfrieg erfüllt ganz England mit Schrecken und banger Gorge. Jetzt ist auch noch die Ge­Jahr eines großen Eisenbahnerstreits in die Nähe ge­rückt, da die Eisenbahnerverbände einen allgemeinen Streit für Ende dieser Woche angedroht ahben. Die Hal­tung der Streifenden nimmt einen äußerst gefahroro­henden Charafter an, wofür die schon telegraphisch ge­meldeten Straßenfämpfe in Liverpool ein Beispiel ge­ben. Sonntag nachmittag gegen 3 Uhr fand auf dem Plaze vor der St. Georgshalle eine große Versamm­lung statt, die von mehr als 50 000 Arbeitern besucht war, in der der Arbeiterführer Tom Mann seine Rede mit den Worten begann: Das Streiffomitee hat sich zur Polizei begeben und erklärt, daß die Ausständigen fich feine Unruhen zuschulden fommen lassen werden. Es ist nicht notwendig, daß Truppen oder berittene Boltzet in den Straßen Aufstellung nehmen. Die Bo­fizet hat sich unserem Wunsche geneigt gefühlt." Aus der Versammlung heraus wurden Protestrufe laut. Unter anderem hörte man:

Wir wollen den Bürgerkrieg!"

Gleich darauf fam es aus bis jetzt noch nicht auf­geklärter Ursache zu einer Rauferet. Ein Boltzist, der fich unter der Menge befand, wurde von mehreren Row­btes angegriffen und zu Boden geschlagen. Polizei­beamte, die vereinzelt umberstanden, Itefen auf das Silfegeschret thres Kameraden herbei, um ihn aus seiner bedrängten Lage zu befreien. Es gelang ihnen, ihren Sollegen aus ber Menge herauszuhauen und nach der nächsten Ambulanzstation zu tragen, wo er schwer ver­lezt darniederliegt. Nun erhob sich die Menge gegen die an einzelnen Bunften aufgestellten Bolizisten, die schließlich gezwungen wurden, fich zurückzustehen. Es gelang ihnen, den Borraum des Bahnhofes zu erreichen und hinter sich die Türen zu schließen. Mehr als 6000 Rubestörer waren den Polizisten nachgeeilt und ver­suchten nun

mit Gewalt die Tore einzuschlagen.

nehmen nach am 18. August an das tatserliche Hoflager nach Wilhelmshöhe begeben, um an den alljährlich zu Ehren des Geburtstagsfestes des Kaisers Franz Josef stattfindenden Diner teilzunehmen. Es entspricht dies einem seit einer Reihe von Jahren geübten Brauche. Mit der Maroffofrage kann die Reise der Staatsmänner deshalb nicht in Verbindung gebracht werden.

Eine französische Note über die Marokkoverhand­Inngen. Ueber die deutsch- französischen Verhandlungen hat das französische Ministerium des Aeußeren gestern mittag folgende Note ausgegeben: Im Verlauf einer neuen Unterhaltung, die am Montag stattfand, haben Herr Cambon und Herr von Niderlen- Wächter fortge­fahren, die Unterlagen der Verhandlungen auszu­arbeiten."

Große Holzbäume von 4 bis 5 Meter Länge wur­den gegen die Pforten gestoßen, die jedoch fräftigen Widerstand boten. Zur Unterstübung der bedrängten Bolizisten ellte ein großes Aufgebot berittener Polizei sowie die Feuerwehr herbei, die nun versuchten, die Auf­ständischen in die einzelnen Straßen zurückzudrängen. Die Feuerwehr gab große Mengen von Wasser mtt thren Spritzen auf die Streifenden ab, die sich daraufhin schleunigst zerstreuten. Kurze Zeit darauf drängten aber die Aufständischen in noch größerer Anzahl gegen dte Tore des Bahnhofes, ohne daß die Polizei und die Feuerwehr sie daran hindern konnten. Es gelang th­nen auch, die Tore aufzusprengen, und nun entspann fich ein wütender Kampf mit den Bolizistent.

Regierungen und Futternot. Im bayerischen Mi­nisterium des Innern wurde gestern eine Futternot­fonferenz abgehalten, an der Vertreter des Ministe­riums des Innern, der Finanzen und des Verkehrs­ministeriums sowie eine Reihe von landwirtschaftlichen Vertretern teilnahmen. Man stellte fest, daß die Ein­fuhr ausländischen Heus überflüssig sei, dagegen müßten die Landwirte viel mehr Grünfuttermittel verwenden. Die bayerische Regierung gibt zum Ankauf derselben unverzinsliche Vorschüsse und genehmigt bedeutende Fre termäßigungen. Die Manöver sollen in diesem Savee tunlichst eingeschränkt werden. In Hessen haben die Staatsforstbehörden alle Oberförstereten angewiesen, den notleidenden Bauern aus den Wäldern Futter­mittel zu geben und ihnen zu gestatten, thre Bichherden auf die öffentlichen Waldbestände zu treiben. In den beteiligten Ministerien Preußens sind ebenfalls Bera­tungen im Gange, wie der drohenden Futternot am besten abgeholfen werden fann.

Die Beamten hatten den Befehl erhalten, mit ihren Gummifnippeln auf die Menge einzuschlagen, wovon fie auch ergiebigen Gebrauch machten und mit großem Erfolge, denn die Aufständischen scheuten sich offenbar, mit diesem Instrument in nähere Fühlung" zu treten. Es gelang ibnen, die Rubestörer in den sehr bevölkerten Stadtteil von Frlington zurückzuschlagen. Im Laufe des Gefechts wurden mehreren Poltaisten so schwere Stöße gegen den Unterleib versetzt, daß einer von ihnen an den Folgen der Verletzungen starb. Mehrere legen schwer verletzt darnteder. Der Polizeioberbeamte Bol­ton wurde durch Schläge mit einem Bolizeiknüppel auf den Kopf dermaßen zugerichtet, daß an seinem Auffom­men geaweifelt wird. Nunmehr erschten das Militär auf der Bildfläche. Es erbielt den Befehl. auf die Auf­ständischen bet der geringsten Miene zu schießen. Das Militär drang in den Jrlington- Stadtteil ein. Die Häuser waren von den Streifenden verbarrikadiert worden, in den Straßen waren Barrikaden aufgerichtet, und nun entbrannte

ein anßerordentlich heißer Kampf.

Eine ganze Anzahl Soldaten wurde erheblich ver­Ietzt. In der Polizeistation und den Sofpitälern haben gegen 40 Polizisten, 80 Soldaten und über 200 Sint­Listen Aufnahme gefunden. Die Kämpfe dauerten bis Mitternacht fort.

wird jetzt in gedruckten Eremplaren in den Kajernen an die Soldaten verteilt. Die Rede ist bisher schon in mehr als 140 Regimentern an die Soldaten verteilt worden.

Eine japanische Militär- Studienkommission, die im Auftrage der japanischen Regierung zu militärischen Studien eine Reise durch Deutschland unternimmt, iſt gestern zur Besichtigung der Artilleriewerkstätten der Kruppschen Gußstablfabrik in Effen eingetroffen.

Der Deutsche Zentralverband für Handel und Ge­werbe nahm auf seiner gestern beendeten Dresdener Tagung einen Antrag gegen das Zugabeunwesen an, in dem er ein unlauteres Geschäftsgebaren er­blickt, das eine Schädigung des Kaufmannsstandes und auch der Konsumenten zur Folge hat. Es ist in Ge­meinschaft mit anderen interessierten Verbänden ein gesetzliches Verbot anzustreben. Der Verband ge= nehmigte Anträge, selbst energisch und möglichst mit Hilfe der Handelskammern gegen den unlauteren Wett­bewerb vorzugehen, die Vorschriften in den§§ 7 und 9 dieses Gesetzes über das Ausverkaufswesen usw. zu verschärfen und endlich das öffentliche Anbieten von Waren auf Raten oder Abzahlung, wodurch der handels­übliche Kredit ungebührlich verlängert wird, als un­lauteren Wettbewerb verbieten zu lassen.

Gestern hatte sich die Lage in Liverpool nicht ge­bessert. In vielen Fällen waren die Streifunruhen von Angriffen auf Warenhäuser, Geschäftslokale und Pri vathäuser begleitet. Der Bürgermeister Sir Thomas Sughen wurde durch einen Steinwurf am Kopfe vers Tetzt. Die Ausständigen griffen gestern nachmittag einen Brotwagen an und plünderten und verwitsteten das Nathaus sowie das Polizeipräsidium. Soldaten zer­streuten die Aufrührer.

Rundschau vom Cage. Polltisches.

Reichskanzler von Bethmann Hollweg und Staats­sekretär von Kiderlen- Wächter werden sich dem Ver­

Jugendfreundschaft.

Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.)

800 000 Mark Fehlbetrag. Bet dem Versuch, den Spar- und Kreditverein, eing. Gen. m. 6. S., in Nieder modau in Heffen zu fanieren, hat sich ein Fehlbetrag von 800 000 ergeben.

Ein schanerlicher Fund wurde gestern nachmittag in einem ausgetrockneten Weiher in Ralf bet Göln ge­macht. Auf dem Boden wurde die gräßlich zerstückelte Leiche einer Frauensperson fichtbar, der Kopf, Arme und Beine fehlten. Der Rumpf wies zahlreiche Messer­stiche auf. Nach dem Leichenbefund zu urtetlen, dürfte die Mordtat innerhalb der letzten drei Wochen verübt worden sein.

Ruchlofer Anschlag gegen Automobilisten. Bensberg in der Nähe von Göln wurden von ruchlosen Händen über die Landstraße starte Baumstämme gelegt, an denen furz darauf ein mit drei Herren und einer Dame besetztes Automobil zertrümmerte.

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Die Streiknunrnben in Liverpool. Eine 3000 Ver­fonen zählende Menge griff gestern einen von Hufareu esfortierten Gefangenenwagen an. Die Husaren gaben Feuer und verwundeten zwanzig und töteten einen An­greifer.

Ein kolonialfreundlicher Sozialdemokrat. Die so­zialdemokratische Partet beabsichtigt wieder einmal einen Schriftsteller aus der Partei hinauszubefördern, der nicht so will, wie sie will. Es handelt sich um den frit­Heren Nationalsozialen Gerhard Hildebrand, der seiner­zeit mit Maurenbrecher zur Sozialdemokratie übertrat. Hildebrand war anfänglich in Solingen Redakteur des sozialdemokratischen Parteiorgans Arbeiterstimme", trat dann später aus der Redaktion aus und wurde freter Schriftsteller. Insbesondere bearbeitete er das Gebiet der Kolonialpolitik, in der er im Gegensatz zur Partel, die bekanntlich grundsäßlich gegen alle Ausgaben für Kolonialzwecke stimmt, die Notwendigkeit der Ko­Ionien für das Deutsche Reich betonte und verteidigte. In einer Sizung der erweiterten Partelleitung für den Wahlkreis Solingen wurde nun einstimmig beschlossen, bei der am nächsten Sonntag stattfindenden Kreisgene­ralversammlung den Ausschluß Hildebrands aus der Bartei zu beantragen.

( Schluß.) Glauben Sie das Alfred?" Sehr leise und zärtlich sprach sie seinen Namen aus, eln filßes, schämtges Lächeln spielte um thren Mund. " Soll ich Ihnen etwas verraten?" fubr fie fort. Sie war ganz nahe zu ihm herangekommen und schmiegte sich an ihn.

Sie waren metne Backfischliebe aber ich war oft schnippisch gegen Sie, well ich mich zu verraten fürch tete."

Wenn ich es geahnt hätte!" rief er und wollte sie Tilfseit, sie wehrte es ihm.

Tödlicher Absturz zweier Flieger. Der Flieger Badger ist gestern in Chikago mit seinem Aeroplan ab= aeftitrat. Er war sofort tot. Der Flieger Johnstone stirate bei einem Flug über den Michiganfee mit seinem Biplan an und ertrank.

Der englische Spion. Das Reichsgericht hat auf An­trag des Oberreichsanwalts am Sonnabend die Vor­untersuchung gegen den in Bremen verhafteten Eng­länder wegen Spionage zugunsten einer fremden Macht eröffnet und die Fortdauer der Untersuchungshaft we­gen Fluchtverdacht und Kollusionsgefahr angeordnet.

" Noch eins," sprach sie immig, was Sie mir in der schwersten Zeit meines Lebens geworden, dafftr kann ich Ihnen nie genug danken. Sie haben mein Kind gerettet und haben mir als Freund betgestanden. Ich bin fein frohes, junges Mädchen mehr, mir fehlt die Herzensfrische, Sie sind berechtigt, mehr zu verlangen, Ste hätten auf ein Wesen Anspruch, das noch keine trülben Erinnerungen hat, das im Mat des Lebens steht."

" Ich aber will nur Sie, Karla, mein Lieb, mein Heißersehntes Glück!" rief Alfred, ich will Dich mit fedem Tage besser, inniger Iteben."

Kleine Nachrichten.

Aus den Gerichtssälen.

Ein Lehrer, wie er nicht fein foll. Aus Maina wird gemeldet: Der 26jährige Lehrer Peter Mauer aus Dromersheim ist bereits zweimal wegen Ueberschrei­tung des Ritchtigungsrechtes bestraft. Mauer, der in Ludwigshöhe bet Oppenheim wohnt, konnte es trotzdem nicht unterlassen, fortgefeßt die Kinder auf das äraste zu schlagen. Von den Eltern öfters verwarnt, schlug er trotz alledem die Kinder immer wieder blutig; er glaubte, er könne unbegabten Kindern hierdurch Kennt nisse eintrichtern. Endlich erstattete einer der Väter in Oppenheim Anzeige. Einen siebeniährigen Knaben

Vom Krankenlager des Papstes kommt folgende Meldung: Der Papst ist außer feder Gefahr. Setne Nekonvaleszenz wird langwierig sein. Seine vollstän bige Genesung ist ausgeschlossen, selbst wenn er sich genau an die Vorschriften der Aerzte halten sollte, was bet feinem eigentümlichen Wesen kaum zu erwarten ist. Verboten bleibt ihm fedenfalls fitr alle Zeiten jede er­mitdende Geistesarbeit.

Sie war besiegt. Ihre weichen Arme schlangen sich um den geliebten Mann und sie bot ihm die Lippen zum ersten Kuß. Sie hatte gleich ihm gedarbt, Ver­ständnis und Glitch entbehrt, nun lag das alles wie ein böser Traum hinter ihnen, im Licht ihrer Liebe lachte die Zukunft.

Es war abermals Sommer, das gastliche Strandhof vereinigte die beiden Familien der Jugendfreundinnen In seinen Mauern.

Die bekannte Aaiferrede gegen den übermäßigen Gebrauch des Alkohols, die der Kaiser am 21. November vorigen Jahres an die Marinefähnriche gehalten hat,

hatte er an den Ohren gepackt und mit dem Gesicht auf die Bank gestoßen, sodaß dem Kleinen die Lippen blu­teten, auch schluta er ihm mit dem Stoc auf den Kopf, weil er seine Rechenaufgabe nicht gelöst hatte. Ein elfiähriges Mädchen, das eine Frage aus der Weltge­schichte nicht beantworten konnte. faßte er an den Haa­ren, riß ihm Locken heraus, fchluta es ins Gesicht, daß das eine Auge blau anltef. Das Kind war zwei Tage frant. Dem zwölfjährigen Sohn des Beigeordneten schlug er mit dem Stock den Kopf blutig. Einen an deren Schüler batte er an den Beinen gepackt und auf den Kopf gestellt. Dabet brauchte er die gewöhnlichsten Schimpfworte. Der Angeklagte bestritt alle diese und noch viele andere Angaben, die Kinder bätten stark übertrieben, er hätte fie nur in milder Weise" ange­faßt. Das Gericht hielt aber alle diese Borgänge für erwiesen, wenn auch der Angeklagte alles in Abrede stelle. Die Kinder seten vorsätzlich mißhandelt und an der Gesundheit geschädigt worden. Der Angeklagte habe sich als Lehrer als ein durchaus fäbzorniger und haltlofer Mensch gezeigt, auf den selbst die Vorstrafen feinerlei Eindruck gemacht hätten. Von einer Geld­Strafe misse Abstand genommen werden. Die Mainzer Straffammer verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von einem Monat Gefängnis. Er hat auch noch die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Rosens und ihre beiden Söhne waren gekommen, Hammers folgten der Einladung Tante Annas, Sant­tätsrat Alfred Grotenbach wellte mit seiner Frau bet der Mutter. Selbst Lina, die immer Tätige, hatte sich auf zwei Wochen frei gemacht und eine Stellvertreterin für die Pension gefunden; der Student Adam und der Radett Kurt saßen an der langen Tafel, die auf der von Säulen getragenen Treppe gedeckt war. Heute war der Verlobungstag und zugleich die Taufe der flet­nen Auna Thekla, des Töchterchens Karlas und thres Gatten. Ihre Hochzeit hatte schon im August des ver­gangenen Jahres stattgefunden, gerade einen Monat nachdem sie am Herthasee ein glückliches Brautpaar ge­worden waren.

Frau Haideck lebte jetzt im Winter in Berlin, fie schenkte ihren Kindern eine reizende Villa in der Tier­gartenstraße neben ihrem eigenen schönen Helm.

Noch nie war allen der trütbe Herbst und Winter so hell erschienen, trugen sie doch den Sonnen­schein des Glückes in der Brust. Die beiden Jugend­freundinnen wurden ganz fung an dem Herzensbunde ihrer Kinder und fühlten sich dadurch noch fester ver­bunden. Grotenbachs hervorragende medizinische Let stungen brachten ihm im Mat den Titel eines Sant tätsrats ett, seine Bragis trug immer mehr ein, er wurde von den höchsten Kreisen konsulttert.

Bist Du glücklich mein Liebling?"

Vermischtes.

Am Marterpfab! verbrannt. In Durant im Staate Mississippi hat die Bevölkerung an einem Neger graut­fame Lunchiustiz veribt. Der Schwarze hatte sich an einer Weißen vergangen und sollte von der Polizei ge­rade nach dem Gefängnis geschafft werden, als eine über die Untat empörte Menschenmenge ihn den Kon­stablern entriß. Er wurde nach einem freten Platz ge­schleppt, dort an einen Pfahl gebunden und lebendigen Leibes geröstet. Mehrere Ortsbewohner mit geladenem Gewehr verhinderten die wenigen Konstabler an der Befreiung des Neaers.

Der Sanitätsrat stand neben seiner Frau auf dem Hafenplatz, er legte den Arm um fie, ihr war das Herz so voll, sie antwortete nicht sogleich, sie schmiegte sich an ihn, den sie jeden Tag mehr Ilebte.

" Ist die Vergangenheit ganz ausgelöscht, metne Karla? Ist das jetzt, so wie Du es geträumt, gehofft bast?"

Singesperrte Sänfer. Die schwedische Regterung plant ein Gefeß, nach dem es gestattet sein soll, noto rische Alkoholifer zwangsweise au internteren. Ste bat den Entwurf der medizinischen Fakultät der Universität Lund zur Begutachtung unterbreitet, die den Vorschlag in jeder Bestehung beachtenswert findet. Die Fakultät hat aber ihrem Gutachten die Bemerkung angefütat, daß die Internierung nur unter Anwendung der größtmög­

" Ja, mein Alfred; Deine Liebe hat es wahrge­macht" versetzte Karla mit warmem Herzenston.

Er zog sie an sich, ein beißes Gebet siteg aus seinem

Herzen empor, daß Gott ihm das reine, große Glück erhalten möge, des er tief dankbar empfand.

Auch Rosens und Hammers waren jetzt hinzuge­treten, brei Baare, die zueinander paßten und wovon fedes in seiner Art befriedigt war." Lina," sagte Frau Grotenbach zu ihrer Aeltesten, laß mich Dir heute für all Deine Selbstlosigkeit und Liebe danken, Du bist mir mehr als eine Tochter, Du bist mir Stütze und Trost ge= worden und halfft mir die Jüngeren Geschwister er­atehen."

Mutter, Du weißt, daß ich oft herrschsüchtig bin, ich bin ein Mensch, der nicht viel von Gefühlsäußerun­gen hält, ich greife aber richtig au und beweise Euch so meine Liebe. Ich habe nicht geheiratet wie die Schwe stern, aber auch ich bin glücklich, ich verlange nichts mehr als die Familientante zu sein und bete, daß Gott Dich uns noch lange erhält, Itebe Mutter." Die sonst immer fo ruhige Stimme Linas bebte leicht, fie umarmte Frau Grotenbach herzlich.

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Die beiden Jugendfreundinnen fizzen nebeneinan­der auf einer Bant, sie sprechen leise zusammen.

Es wird Abend, meine gute Anna," sagte Thekla Grotenbach, unsere Saare find weiß geworden, das Alter fommt mit Riesenschritten."

" Ich fürchte es nicht," versetzte Frau Haided, un­fere Lleben sind glücklich, fann es etwas Schöneres für das Mutterhera geben? Ein stummes Dankgebet steht durch meine Seele, wenn ich Alfred und Karla sebe." Gott hat uns wunderbar geführt," fällt Frau Gro­tenbach ein, ich bin ihm vor allem für ein föstliches Gut dankbar. Weißt Du, was ich meine, Liebste?" ,, D, tch errate es!" ruft Frau Haided, es ist unsere treue Jugendfreundschaft, habe ich recht?"

" Ja, meine geliebte Anna," lautet die bewegte Ant­wort Theklas, während sie den warmen Druck der Hand erwidert, die sie fest umfangen hält.

Ende.

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