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Das Tagewerk eines Ministers

der dritten Republik.

Serr Poincaré, ein bekannter Pariser Advokat, ber in mehr als einem französischen Kabinett ein Vor­tefeuille innegehabt hat, entwirft in einer Pariser Zeit­schrift eine sehr beachtenswerte Schilderung von dem Zagewert eines Ministers der dritten Republik. Man muß sich dabei vor Augen halten, daß jedes französische Ministerium aus der parlamentarischen wie hr= bett, die das vorige stürzte, gebildet wird und selbst zu Fall fommt, sowie es sich in der Kammer einer feind­lichen Mehrheit gegenüber sieht. Es zittert täglich um seine Existenz. Wenn der Minister früh morgens sein Arbeitszimmer betritt- so schreibt Herr Poincaré erwartet ihn auf seinem Schreibtische ein Berg von privaten", vertraulichen" und eingeschriebenen" Briefen, die feine Gefretäre nicht zu öffnen wagten. Ste enthalten fast ohne Ausnahme Stellengesuche und Empfehlungen von Barteigenossen des Ministers und müssen nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Dann Elopft es und der wichtigste Augenblick des Vormittags ist gefommen: man bringt dem Minister die Beitungen, bie sich mit ihm beschäftigen. Wie ist die presie heute?" Davon hängt die Stimmung des Tages ab. Unterdessen hat sich das Vorzimmer mit einem Schwarm von Menschen gefüllt, Senatoren, Deputierten, Wählern, die alle an, thren" Minister ein Anliegen haben. Er verspricht ihnen, was er irgend versprechen fann, früh­Stückt in größter Eile, und nun gehts in den Elysée­Balast zum Ministerrat. Der Minister nimmt ein gan­zes Bündel von Reformvorschlägen mit, die er dem Bräsidenten und seinen Kollegen unterbreiten will, aber er fommt nicht dazu, denn während der ganzen Sizung wird nur über die Frage verhandelt, wie eine in der Kammer angemeldete Interpellation beantwortet wer­ben muß, damit das Kabinett fein Mißtrauensvotum erhält. Später fehrt der Minister in sein Arbeits­zimmer zurück. Dort haben sich inzwischen alle Tische und Stühle mit dicken Aftenstößen bedeckt, das Ergebnis der Tätigkeit der verschiedenen Abteilungen seines Mi­nisteriums. Es ist feine Zeit mehr, sie auch nur flüchtig zu lesen. Der Minister muß sich begnügen, sie zu un­ferschreiben, um endlich, ermattet und erschöpft, zu Tisch zu gehen.... Das Tagewerf eines französischen Mi­nisters nimmt, wie man sieht, seine volle Kraft vom Morgen bis zum Abend in Anspruch. Es ist so reich­lich bemessen, daß es ihm nicht einmal zett zum Arbeiten läßt! Und Herr Poincaré, dessen Sach­verständigkeit unbestreitbar ist, hat ohne Zweifel recht, wenn er behauptet, unter den aegenwärtigen Verhält­nissen, die jedes Kabinett zum Spielball parlamentart­scher Launen machen, set es in Frankreich für den tüch= tigsten Minister ein Ding der Unmöglichkeit, auf dem thm anvertrauten Gebiete wirklich nützliches zu leisten.

Das Heer der Reichstagskandidaten.

Der Aufmarsch der einzelnen Parteien für die Reichstagswahlen ist nahezu vollendet, und es ist eine fleine Ruhepause im politischen Leben eingetreten. Ueberall haben die lokalen Organisationen entschieden, und, meist im Einverständnis mit der Parteileitung, den Mann benannt, den sie in den Reichstag schicken wollen. Nun haben die Wähler das Wort. Die Wahl ist schwer, wenn so viel geboten wird. Im ganzen sind, so berechnet die N. G. G." etwa 800 Standidaturen vor­handen, mit denen wirklich ernstlich um die Palme des Sieges gerungen wird. Dazu kommen freilich noch ein vaar hundert Zähltandidaturen. Am großartigsten gibt fich die Sozialdemokratie, die in allen Wahl= fretsen thre Stimmen zählen will. Natürlich ernennen die Sozialdemokraten nur in etwa 200 Streifen besondere Kandidaten, in den übrigen, wo sie nur auf ein paar Dußend Stimmen rechnen tönnen, fungiert der Abge­ordnete Bebel als Bählkandidat. Das Zentrum hält fich eng an seinen Machtbereich, es hat nur etwa 125 Kandidaten aufgestellt und fordert in zahlreichen ande­ren Seretsen seine Anhänger auf, schon im ersten Wahl­gange für die Rechte zu stimmen. Die Fortschritt­Itche Volkspartei hat etwa hundert Mandatsbe­werber, die Nationalliberalen zählen rund 85. Mit derselben Zahl beteiligen sich die konservatt­ven, während die Reich spartet sich auf 30 Streife beschränkt. Die Polen begnügen sich mit 25, dazu fommen noch Elsässer. Lothringer, Welfen, Dänen und Pittaner, die einige Mandate beanspruchen. Auch dte Demokraten sind mit sechs Bewerbern auf dem Plan erschienen.

Rundschau vom Cage. Politisches.

Der Präsident des Hansabundes Geheimrat Rießer hat in den letzten Tagen in verschiedenen großen Städ­ten des Rheinlandes start besuchte Versammlungen ab­

Jugendfreundschaft.

Roman von G. v. Schlippenbach.

( Nachdruck verboten.)

16) As Eva allein blieb, ellte sie, um den gegebenen Auftrag zu erfüllen. Sie war eben mit dem Ordnen der Blumen für den Salon beschäftigt, da meldete der der Diener, daß. ein fremder Herr seine Aufwartung zu machen wünsche. Eva wußte sogleich, daß es Latour fein mitsse; so frith war er gekommen. Ste ahnte nicht, daß der Franzose Frau Haided drunten am Stege ge­sehen und daß er daher Eva allein wußte.

" Sagen Ste, daß die gnädige Frau nicht da ist, Johann," sagte Eva mit mithsam beherrschender Er­regung.

Da stand Latour schon im Simmer; er schob den Diener hinaus und schloß die Tür; dann brach es über seine Lippen; int leidenschaftlichen Worten sprach er von seiner Liebe und flehte Eva an, ihn anzuhören.

Ste wich bis an die Wand des Zimmers zurück, blaß und mit bebenden Knien stand sie vor ihm.

" Ich darf Ste nicht mehr sehen," rang es sich qual­voll von ihrer Brust hervor, bitte gehen Ste!"

Sie dürfen nicht!" rief Latour, wer hat Ihnen das verboten?"

" Meine Tante, der ich alles danke."

Er lachte höhnisch.

" Ach!" sagte Latour, was hat Ihre Frau Tante denn gegen mich?"

Mit zwingender Gewalt sah er dem jungen Mäd­Wen in die Augen. Und mit elementarer Macht über­mannte ihn die Leidenschaft. Seine heiße Stimme schlug an thr Ohr:

" Ich muß es ihnen beute sagen, Eva; gestern stießen Ste mich fort und ich habe Sie doch vom ersten Moment ant geliebt, als ich Sie im sonnigen Nizza fah. Ste fluden vielleicht, daß ich zu schnell um Sie werbe, aber

gehalten. Der Bund beruft, wie die" Münchener Neuesten Nachrichten" melden, nach einer Mitteilung an die Zweigvereine zum Herbst einen Kongreß zur Behandlung der wichtigen Fragen des Handwerks und des Kleinhandels ein, der ein Gegengewicht gegen den im Dezember in Dresden zu gründenden Reichsdeut­schen Mittelstandsverband bilden soll.- Auch der Stahlwerksverband in Essen hat jetzt seinen Austritt aus dem Hansabund erklärt mit der Begründung, daß ein Beamter des Bundes sich für den Freihandel aus­gesprochen habe, also Ansichten vertrete, die vom Prä­fidium des Bundes nicht gebilligt würden. Die Aftien­gesellschaft Friedrich Krupp in Essen hat ebenfalls ihren Austritt aus dem Hansabunde angezeigt. Auf der an­deren Seite schließen sich die rheinländischen Ortsgrup­pen des Bundes fester zusammen.

In dem Entwurf einer neuen Eisenbahnzollord nung sind, wie die Voff. Zeitung meldet, Vereinfachun­gen, die aus Handelskreisen gewünscht werden, in Aus­sicht genommen. Unter anderem handelt es sich um die Abstandnahme von zollamtlichen Mietsverschlüssen der zur einstweiligen Niederlage zollpflichtiger Güter die­nenden Räume, ferner um die Gestattung von Zula­dungen von Gütern des freien Verkehrs zu den Naum­verschlußglitern und um eine Vereinheitlichung der bis­herigen Ladungsverzeichnisse und Begleitzettel zu einem einzigen Papier.

Die Einschränkung der katholischen Feiertage. Wie von der Köln. Volksztg." schon furz gemeldet wurde, hat der Papst die Verfügung getroffen, daß die Zahl der fatholischen Wochenfeiertage eingeschränkt werden soll. Jetzt liegen darüber nähere Mitteilungen vor, in denen es heißt, daß die veränderten Bedingungen der mensch­Itchen Gesellschaft es ratsam erscheinen lassen, das Ge­setz über die Beobachtung der religiösen Feste zu ändern, weil der vermehrte Handel und der beschleunigte Gang der Geschäfte durch die Häufigkeit der Feste Schaden leiden. Endlich zwinge die Verteuerung des Lebens die Arbeiter, ihre Arbeit nicht zu oft zu unterbrechen. Infolgedessen hat der Papst beschlossen, die Festtage zu vermindern und die Feste zu beschränken auf die Sonn­tage, Weihnachten, Neujahr, Epiphanias, Himmelfahrt, Mariä Empfängnis, Mariä Himmelfahrt, den Peter Paulstag und Allerheiligen. Die Feste der Schutzhet­Itgen sollen auf den folgenden Sonntag verschoben wer­den.

Um die ungerechtigkeiten der heute geltenden Be stimmungen über Strafporto zu mildern, befürwortet der Handelsvertragsverein, daß in Zukunft unfrankierte Briefe zunächst nicht weiter befördert, sondern an den Absender zurückgegeben und von diesem eine Strafporto­gebühr jedoch tunlichst von nur je 5 erhoben werde. Nur wenn der Absender eines unzureichend frankierten Briefes nicht feststellbar ist, solle, wie bisher, das Strafporto vom Adressaten erhoben werden. Wenn aber aus irgendwelchen Gründen der Brief absichtlich unfrankiert gesendet wird, so solle der Absender den Vermerk unfrankiert" Hinzufügen und in diesem Falle das Porto ohne Strafzuschlag vom Adressaten erhoben werden.

Die französische Nationalfeier am 14. Juli tst ohne die gefürchteten Kundgebungen der Sozialisten verlau­fen. Die Truppenschau erfolgte unter großer Beteilt­gung des Publikums. Präsident Fallteres überreichte den neu gebildeten Artillerieregimentern ihre neuen Fahnen und nahm hierauf die Parade ab. Bei der Rückkehr des Präsidenten ereignete sich eine Kundge­bung seitens der Royalisten. Diese hatten sich im Bout­logner Wäldchen aufgestellt und schrten bei der Vorüber­fahrt des Präsidenten: Nieder mit dem Präsidenten, nieder mit der Republik!" und brachten dann Hochrufe auf den König aus. Es kam zu einem Handgemenge, an dem sich besonders die Zuschauer lebhaft beteiligten. Diese waren sehr erregt und Iteferten zahlreiche Kund­geber der Boltzet aus. 40 Personen wurden verhaftet.

Die fortgesetzten spanischen Truppensendungen nach Marokko steigern das allgemeine Unbehagen in Paris. Man glaubt, daß die Verständigung mit Spanien noch vtel größere Schwierigkeiten bereiten wird als die mit Deutschland. Der französische Botschafter in Madrid, der das Nationalfest in Paris feierte, wird heute wie­der nach Madrid reisen und dort eine scharfe französische Protestnote gegen die spanische Maroffopolitik über­retchen. Die deutsch- französischen Besprechungen in der Marokkofrage scheinen die spanische Regierung zu einer weiteren Verstärkung der Besatzungen in Maroffo anzuspornen. Gestern schifften sich wieder zwei Regi­

wir aus dem Süden sind anders, wir haben heißeres Blut und wollen im Sturm das Herz des geliebten Weibes erobern. Und nun leugnen Sie, daß Sie mich Iteb haben!"

Sie hatte den Kopf gesenkt, die Flamme in seinen Augen umlohte sie, da hob er sanft, aber herrisch das braunlockige Haupt des zitternden Mädchens und wie­der fragte er:

Liebst Du mich?"

Ste fonnte ein nur faum hörbares" Ja" stammeln.

Latour riß sie an sich und bedeckte Evas Gesicht mit Kitssen; betäubt, fast ohne eigenen Willen, wie ge­brochen, ruhte sie an der Brust des Mannes, der sie so stürmisch erobert hatte.

Eva!"

Wie ein Schmerzensschrei flang es. Auf der Schwelle stand Frau Haideck und das Oldensche Ehepaar. Eva fuhr aus Roberts Armen empor; sie war bleich, aber es leuchtete entschlossen aus ihren Augen. Sie trat vor, die Hand Latours in der eigenen haltend.

Tante," sagte das junge Mädchen, das ist mein Verlobter."

Was blieb Frau Haided übrig, als gute Miene aum bösen Spiel zu machen? Sie war nicht mehr in der Lage, nein zu sagen, sie überwand sich sogar soweit, sich von Latour die Hand kissen zu lassen und thn thren Gästen als einen Bekannten aus Nizza vorzustellen.

" Da ist etwas nicht in Ordnung, Mathilde," sagte der alte Herr Olden zu seiner Frau, als sie allein wa­ren, dieser Franzose gefällt mir ganz und gar nicht." Der frischgebackene Bräutigam blieb gleich da und bewegte sich mit aalglatter Gewandtheit in dem ihm fremden Kreise.

Meine Eva, nun bist Du mein," sagte der Fran­zofe, als er mit Erna allein blieb. Sie schmiegte sich an ihn.

" Ich fürchte mich vor der Tante," flüsterte sie be­

menter in Gadiy nach Barrasch ein. Wett den 12,000 Mann in Ceuta wird Spanien dann in Marokko ins. gesamt über 25,000 Mann verfügen.

Der Text eines englisch- japanischen Bertrages, der an die Stelle des bisherigen Allianzvertrages fritt, wird vom englischen auswärtigen Amt veröffentlicht. Die Bestimmungen der Allianz Englands mit Japan blet ben in Kraft mit der Neuerung, daß, wenn eine der Allianzmächte mit einer dritten Macht einen Schieds­gerichtsvertrag schließt, die Allianz sie nicht verpflichtet, gegen diese dritte Macht Krieg zu führen. Diese Neues rung ist durch den englisch- amerikanischen Schiedsge­richtsvertrag nötig geworden.

Der Generalstreik in Saragossa hat einen bedenk­lichen Charakter angenommen. Vergangene Nacht kam es in allen Straßen zu kämpfen. Von Fenstern und Dächern herab wurde auf die Polizei geschossen. Das Militär mußte einschreiten und scharf schießen. Es gab infolgedessen eine Menge Verwundeter und das Note Kreuz trat in Tätigkeit. Erst gegen 1 Uhr frith war die Ruhe wieder hergestellt. Verhaftungen wurden etwa dreißig vorgenommen. Die Arbeitgeber haben Zugeständnisse gemacht, die das Ende des Streiks her beiführen dürften.

Kleine Nachrichten.

Hundert amerikanische Großindustrielle trafen heute mit Extrazug aus Hamburg in Berlin ein. Sie refru­tieren sich aus allen Staaten der Union. Die Herren werden sich verschiedene kaufmännische und industrielle Institute ansehen.

Ein Orden für Adolph Damaschke. Wie der B. L.­Anzeiger" meldet, hat der Kaiser dem bekannten Vor­sizzenden des Bundes der deutschen Bodenreformer, Adolph Damaschke, in Anerkennung der dem Reich ( wohl in Sachen einer Reichswertzuwachssteuer) gelet­steten Dienste den Roten Adlerorden vierter Klasse ver­Itehen.

Dr. Maurenbrecher zum freireligiösen Prediger ge= wählt. Das bekannte Mitglied der sozialdemokratischen Partet Dr. Max Maurenbrecher aus Nürnberg, wurde, wie der Voss. 8tg." aus Mannheim gemeldet wird, von der freireligiösen Gemeinde Mannheim zum Prediger gewählt.

Selbstmordversuch eines Feldwebels. Der Feld­webel Richter vom 7. Feldartillerieregiment in Cöln durchschnitt sich gestern mittag die Pulsadern und ver­suchte dann, sich den Hals zu durchschneiden. Schwer verletzt schaffte man ihn ins Garnisonlazarett. Das Motiv zur Tat dürfte darin zu suchen sein, daß Richter, der bei einem Wirt Schulden gemacht hatte, die Negt­mentstasse angriff und Geldbeträge daraus unterschlug.

Eine sensationelle Brandstifteraffäre bat in Breß­burg großes Aufsehen hervorgerufen. Wie dort ver­laufet, wird gegen den Grafen Esterhazy, dessen pracht­volles Schloß vor kurzem durch eine Feuersbrunst ein­geäschert wurde, die Anklage wegen Brandstiftung er­hoben und zwar von seinen eigenen Verwandten, mit denen er in Erbschaftsstreitigkeiten lebte.

Blöglich wahnsinnig geworden ist gestern früh in einem Hause der Radebergergasse in Cöln ein in den mittleren Jahren stehender Mann. Er fiel über seine im Bett Itegende Frau her und verletzte sie lebensgefähr­lich durch Messerstiche in die Brust und Halsgegend. Dann brachte er sich gleichfalls lebensgefährliche Ver­Tetzungen bet.

Ein Bombenattentat auf die Orientbahn wurde in der vergangenen Nacht in der Nähe von Saloniki ver übt. Aus den Schienen wurde ein großes Stück heraus­gerissen. Die Lokomotive eines gerade passierenden Zuges wurde beschädigt. Menschen sind nicht umge­tommen.

Raubmord in einer serbischen Kirche. Unbekannte Räuber überfielen in der Kirche des Dorfes Nozrinje den Dorfpfarrer, töteten ihn und raubten etwa 20 000 Mark in barem Gelde. Bisher ist es den Behörden nicht gelungen, eine Spur von den Verbrechern zu finden.

Ranbanfall anf einen Deutschen auf Ruba. Das Wohnhaus von Dr. Meyer, einem reichen Deutschen in Trinidad in der Provinz Santa Clara wurde von Banditen angegriffen. Meyer wurde bet der Abwehr des Angriffs schwer verwundet. Die Banditen ergrif fen hierauf, ohne geplündert zu haben, die Flucht. Der deutsche Konsul hat einen energischen Protest an die fubanische Regierung gerichtet.

Ein tödlicher Fliegerabsturz hat fich in Algier er­eignet. Dort wurde der Apparat eines Fliegers in 50 Meter Höhe von einem Windstoß erfaßt und zu Bo­den geworfen. Der Flieger wurde mit zerschmettertem Schädel und gebrochenem Rückgrat unter dem zertrum= merten Fahrzeug hervorgezogen.

Zu einem furchtbaren Zusammenstoß fam es ge­stern zwischen sardinischen Erdarbeitern an der neuen Bahnlinie Rom- Neapel und der Bevölkerung, welche

drückt, alles ist so plöglich gekommen, es war der ein­zige Ausweg in unserer Lage."

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" Du sollst es nie bedauern," gelobte Latour eifrag. " Die gnädige Frau bittet den Herrn um eine un­terredung."

Der Diener brachte diesen fast wie ein Befehl lau­tenden Auftrag. Es war ein langes, eristes Gespräch, das Frau Haideck mit dem Franzosen hatte; in höchster Spannung erwartete ihn seine Braut. Ich habe alle Schuld auf mich genommen," sagte Latour, ich glaube thr die gewünschten Aufklärungen über meine Person gegeben zu haben; ich begreife nicht, weshalb mir Frau Haided mißtraut. Ich bin Kaufmann in Paris und sehr wohlhabend, auch aus guter Familie und ich hoffe, daß Deine eigene Mutter mir weniger abweisend ent­gegenkommen wird."

Die gekränkte Eitelkett sprach aus diesen Worten. Am Abend schlich sich Eva in Frau Haidecks Zim­mer, thr junges Brautglück war getrübt, sie mußte die Vergebung ihrer gütigen Pflegemutter erlangen.

Tante," schluchate das junge Mädchen und sank neben Frau Haided nieder, liebe, gutte Tante, zürne mir nicht, ich fonnte ja nicht anders, ich liebe ihn." " Noch wissen wir nichts bestimmtes fiber Latour," versetzte Frau Haideck. Wie übereilt alles ist! Auch Deiner Mutter wird die Verlobung nicht nach ihrem Sinn sein, fie muß so bald als möglich herkommen."

,, Sei mir nicht böse, Tante," flehte Eva, die Hände ihrer geliebten Pflegemutter immer wieder küssend. Nein, mein Kind, Gott wolle es zum Besten wen­den!"

Segnend ruhte die weiße Frauenhand auf dem ge­sentten Haupt ihrer Schußbefohlenen.

( Fortsetzung folgt.)