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die Sardinier glühend haßt. Es wurde nicht nur mit Revolvern geschossen, sondern auch mit den Messern vorgegangen. Die einschreitende Polizei war machtlos. Die Schlacht endete erst, als zahlreiche Verwundete und mehrere Tote den Boden bedeckten.

Wissenschaft, Kunst und Litteratur.

Der Kronprinz als Autor. Erinnerungen an mei­ne Reise nach Indien. Wilhelm Kronprinz" ist der Titel eines Albums, das der deutsche Kronprinz soeben bei der Verlagsbuchhandlung Georg Stilfe, Berlin, hat erscheinen lassen. Das Album ist in allen Buchhand­lungen zu haben. Nach der Auswahl der Photogra­phien, die mit Ausnahme der ihn selbst darstellenden, alle vom Kronprinzen aufgenommen sind, hat der Kronprinz jede Einzelheit des Druckes und der Aus­stattung genauestens bestimmt. Das Album zeigt durch die Anordnung der Photographien genau den Verlauf der Reise und schildert, was der Erbe des deutschen Kat­ferthrones auf seiner Reise gesehen und mit der Ka­mera festgehalten hat.

Der bekannte Bildhauer Professor Reinhold Be gas in Berlin feiert heute seinen 80 Geburtstag. Er ist am 15. Juli 1831 zu Berlin als Sohn des Hofmalers Karl Begas geboren. Seine Ausbildung erhielt er auf der Berliner Kunstakademie, arbeitete dann in den Ate­Iters von Ludwig Wichmann und Rauch und begab sich 1856 nach Ron, wo Böcklin und Lenbach nicht ohne Ein­fluß auf ihn gewesen sind. 1861 erhielt er einen Ruf als Professor an die Kunstschule in Weimar, gab indessen feine Lehrtätigkeit bald auf, und ging zum zweiten Male nach Rom. 1866 fehrte er nach Berlin zurück, um das mit dem ersten Preise gekrönte Schillerstandbild auszuführen. Seit 1876 ist er der Leiter eines Meister­ateliers für Bildhauer an der Afademie in Berlin.

Einer der bekanntesten Berliner Aerzte, der Geh. Medizinalrat Prof. Hermann Senator, bis vor furzem Leiter der Berliner Universitäts- Boliklinik für innere Krankheiten, ist Freitag früh im Kurhaus Schloß Tegel im Alter von 77 Jahren gestorben.

Aus den Gerichtssälen.

Ein Betreten des Speisewagens ohne Blazkarte strafbar. Eisenbahnfachblätter bringen ein interessantes Urteil des Kammergerichts über das Betreten der Spet­sewagen durch diejenigen Reisenden, die noch keine Plazzfarte gelöst haben. Es handelt sich darum, ob ein Reisender, der entgegen den bestehenden Vorschriften ohne Plazkarten im Speisewagen Plat nimmt, von der Eisenbahnverwaltung rechtsgültig mit Strafe belegt werden kann. Das Kammergericht ist in seinem Urteil zu einer Bejahung dieser Frage gelangt.

Nachspiel zum Bonner Budenzauber". Das Cöl­ner Kriegsgericht verhandelte gestern gegen den Dra­gonerleutnant Freiherrn v. Hohenborn, der in den be­kannten Bonner Budenzauber" verwickelt war und gegen den damals die Hauptverhandlung ausgesetzt wurde. Die mehrstündigen Verhandlungen ergaben, daß Hohenborn nachts aus dem Bette geholt und schlaf­trunken in die Wohnung des Unteroffiziers Veith ge­schleppt worden war. Das Gericht tam zu einem fret­sprechenden Urteil, weil es annahm, daß dem Ange­flagten das Bewußtsein einer strafbaren Handlung ge= fehlt hat.

Vermischtes.

Adressat abgeflogen. Eine neuartige Formel einer postamtlichen Dienstnottz" hat das Fltegen gezeitigt. Der bekannte Flugzeugfabrikant Rumpler hatte dieser Tage, wie die Berliner Zeitung am Mittag" berichtet, aus Marienbad ein Telegramm, das an den Flieger Vollmöller adressiert war, nach dem Flugplatz Cöln ab­gefandt und daraufhin folgender dienstliche Mittellung des Postamtes erhalten: Das am 2. 7. 1911 bei dem Telegraphenamt Martenbad unter der Adresse Vollmöl­ler, Flugplatz Cöln, aufgegebene Telegramm Nr. 501 fonnte nicht zugestellt werden, well Adressat abgeflogen; Abschrift des Telegramms nach Dortmund abgesandt. Bis deratige, nicht bestellbare Postsachen dem abgeflo= genen Adressaten" durch hinterher fliegende Kraetke­boten zugestellt werden können, werden wir immerhin noch eine Weile warten müssen.

Ein. merkwürdiger Vorfall wird dem B. T." aus Pausa im Vogtland gemeldet: Während der Beerdt­gung der sieben Jahre alten Tochter eines Stickma­schinenbesizers auf dem dortigen Friedhof erzählte der Pfarrer Sturm in seiner Grabrede, daß er in der Nacht geträumt habe, das Mädchen set nur scheintot. Er for­derte die Sargträger zum Entsetzen der Umstehenden auf, den Sarg wieder zu öffnen, damit er das Kind vom Tode erwecken könne. Auf den wiederholten energischen Befehl des Pfarrers öffneten die Träger schließlich den Sarg und der Geistliche trat an die Leiche mit den Wor­ten: Mägdelein, ich sage Dir, stehe auf und wandle!" Erst als sich die Tote nicht rührte, ließ der Geistliche die Beerdigung zu. Der Vorfall hatte eine Anzeige bet der Kirchenbehörde zur Folge. Die eingeleitete Unter­suchung ergab, daß es sich bei dem Pfarrer zweifellos um den Ausbruch einer geistigen Erkrankung handle. Er wurde vorläufig von seinem Amte suspendiert.

Einen schweren Erzeß verübte gestern in den Straßen von Paris ein Kürassier. Er hatte den dienst­lichen Auftrag, einen Degen zu einem General zu brin= gen. Unterwegs wurde er von einem Automobilomni­bus angestoßen. Darüber geriet er dermaßen in Wut, daß er den Säbel nahm und auf den Chauffeur blind­lings einschlug. Zufälligerwetse kam in demselben Au­genblick der Oberst des Regiments hinzu. Er ver­suchte, den Soldaten zur Vernunft zu bringen. Der Soldat kehrte sich aber um und schlug nun auch auf den Obersten ein. Nach vieler Mühe und unter Beihilfe zahlreicher Personen gelang es, den Wütenden zu bän­digen und zu verhaften.

Ein wertvoller Brieffund. Bei dem kürzlich er= folgten Umzuge des Amtsgerichts II in Frankfurt a. M. wurde eine Anzahl Briefe aufgefunden, die sämtlich aus dem Jahre 1585 stammen und von Italien nach Deutsch­land adressiert sind. Wie sie in die Akten des Frank­furtet Amtsgericht gelangt sind, ist nicht zu ermitteln. Mehreren Briefen Itegen Wechsel bei, die aus einem schmalen, etwa 6 Zentimeter breiten, unbedruckten, eng beschriebenen Papierstreifen von 20 bis 22 Zentimeter Länge bestehen. Der Wortlaut ist annähernd derselbe wie heute. Einzelnen Briefen liegen auch Stoffproben bet, woraus zu erkennen ist, daß bereits vor länger als 300 Jahren die Form des Musterversandes in der kauf­männischen Welt gebräuchlich war. Die kulturhisto= risch interessanten Briefe haben jetzt Aufnahme im Netchspostmuseum gefunden.

die Straße, sondern steht sich in die fühlsten Teile der Gebände zurück. Alles verfolgt aus Furcht vor dem Hitzschlag, dessen Opfer die Zeitungen läglich aufzählen, ein gemeinsames Biel, nämlich fich Stühlung sut verschaf fen. Hierzit, so glaubt der Amerikaner, ist das beste Mittel das Trinken fühlender Getränke", und so füllt er sich denn wader mit großen Flüssigtelismengen an, die bekanntlich neben der fühlenden Wirkung völlig er schlaffend wirfen.

Der Daumenabdruck als Namensunterschrift. Be- Wer es irgend vermeiden kann, geht überhaupt nicht auf kanntlich zeichnen die Analphabeten, deren Zahl ja er­freulicherweise in Deutschland immer mehr zurückgeht, statt ihres Namens ein Kreuz unter eine Urkunde oder ein sonstiges amtliches Schriftstück. Im praktischen Amerika hat man nun eine andere und bessere Methode ausfindig gemacht. Der Schahmeister der Stadt Mil­wantee, Mister Kelson, sah sich am Zahltage vor die Schwierigkeit gestellt, daß ein großer Teil der städtischen Arbeiter bei der Lohnauszahlung den Empfang des Geldes durch die Namensunterschrift nicht bestätigen konnte. Mit einem Kreuzlein war es hier nicht ge= macht, da ein Kreuz aussieht wie das andere. Da ent­schloß er sich, jedem Arbeiter eine Karte zu geben, die dieses an eigens präparierter Stelle mit einem Ab­druck seines Daumens versehen mußte. Am Zahltage drückte dann der Arbeiter seinen Daumen neben den ersten Abdruck, wodurch die Identität des Quittierenden in völlig zweifelloser Weise festgestellt wurde.

" Laßt mich leben, ihr Herren Räuber!" Aus einem böhmischen Badeorte wird folgendes Geschichtchen be= richtet: In einem Hotel, in einem Zimmerchen für sich, logiert seit einigen Tagen eine junge Berlinerin. Die­ses Fräulein mußte wohl an einem der letzten Abende mit dem Verriegeln des Zimmers etwas unvorsichtig gewesen sein; denn drei junge Männer, die zu etwas vorgerückter Beit in etwas angesäufeltem Zustande thr gemeinschaftliches Zimmer aufsuchen wollten und dabei an das Zimmer der jungen Dame tamen, fonnten dort eindringen. Ueber diese unerwünschte Invasion war natürlich das Fräulein böse erschrocken; sie glaubte, daß die Männer Räuber seien, die ihr nach dem Leben trach­teten. Der Schreck war ihr so in die Glieder gefahren, daß sie nicht einmal mehr laute Hilferufe ausstoßen konnte, und alles, was sie hervorbrachte, war: Ach, ihr Herren Räuber, laßt mich leben!"" Obr jo", kam die Antwort zurück, loß mir fie leben! Janos! Peter! Hoch soll sie leben!" und das Hoch schallte dreimal auf die Flur und in die schwüle Sommernacht hinaus. Für die drei jungen Magyarensöhne hatte das galante Hoch allerdings die Unannehmlichkeit zur Folge, daß sie noch in der nächsten Viertelstunde das Hotel verlassen mußten.

Liebe Jugend! Ein norddeutscher Kaufmann er­kundigt sich gelegentlich seines Wiener Aufenthalts bei einem dortigen Geschäftsmann nach einem anderen Wie­ner, mit dem er in Geschäftsverbindung treten will. Die Auskunft lautet wörtlich:" I will nix schlecht's sag'n über ihn. Aber dös is a Gauner, a Fallot- lassen's Iteber die Hand weg von dem G'schäft." Der Nord­deutsche dankt verbindlich für die ihm wertvolle Aus­funft. Als er abends ein Gasthaus betritt, trifft er zu setnem Erstaunen die beiden Wiener, den Warner und angeblichen Gauner, in lauterster Freundschaft beiein­andersißen. Er hört auch noch, wie sich der Auskunft­geber vom andern verabschiedet: Also, Servus Brüder!!

und jetzt kommst bald amol wieder zu uns- met Frau red't scho' immer on an g'mütlichen Abend mit Dir." Betroffen meinte der Norddeutsche: Sagen Sie, das ist doch der Mann, den Sie so scharf beurteilt haben?" Worauf ihm der Wiener erwidert: Ja- das tst Wien..."

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Ich kann den Kerl nicht leiden! Der betagte Se­ntorchef einer Berliner Firma beging mit seiner Gattin das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Ob die Aufre­gung des festlichen Tages den Nerven der alten Dame geschadet hatte, oder ob dte Braut im goldenen Kranze den richtigen Zeitpunkt für gekommen erachtete, Tag nach dem Feste verschwand sie aus dem Hause des erstaunten Goldbräutigams, mit dem sie 50 lange Jahre Freude und Leid geteilt hatte. Auf dem Schreibtisch des Mannes lag ein Zettel, der in erfreulicher Kürze Aufschluß gab über den Anlaß zu der seltenen Tat: Ich hab' den Kerl von Anfang an nicht leiden können!". Diese Erkenntnis ist der alten Dame anscheinend etwas spät kommen. Wie sich jetzt herausstellte, hält sich die gute Frau bet Verwandten auf, und um nichts in der Welt will sie wieder zu ihrem Manne zurückkehren. Die alte Frau hat sich sicher gesagt: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende." Woraus sich auch erklärt, daß sie nicht bis zur eisernen Hochzeit ge= wartet hat.

Neuyorker Ueberwolfenkrazer. Auf dem Kongreß der nationalen Grundbesizerversammlung in Cleve­land( Ohio) wurde verkündet, daß in Neuyork ein neuer Wolkenkraber gebaut werden soll, der alles bisher da= gewesene übertrifft. Die Höhe des neuen Baues soll 100 Etagen, gleich 1200 Fuß, ungefähr 400 Meter be­tragen, und die Pläne zu diesem Riesenhause sind be­reits vollständig fertiggestellt. Bis jetzt war das höchste Gebäude in Amerika das Woolworthgebäude am Bro­adway in Neuyork, das 750 Fuß hoch ist und 55 Stock­werte besitzt. Die Ausführung dieses Wolkenkrazers hatte einen Kostenaufwand von 30 000 000 Mark not­wendig gemacht. Das neue Gebäude würde 100 Meter höher als der Eifelturm, das bisher höchste Gebäude der Welt, sein.

Der Hut der Soubrette. Prinzessin August Wil­helm von Preußen war dieser Tage im Neuen Schau­spielhaus in Berlin, um sich Die keusche Susanna" an­zusehen und anzuhören. Die Vertreterin der Titelrolle gestel der prinzlichen Zuschauerin besonders gut. Noch besser aber gefiel ihr der Hut, den die Künstlerin trug. Kurz entschlossen ließ sich Prinzessin August Wilhelm die scharmante Soubrette in die Loge kommen, beglück­wünschte sie auf das herzlichste sowohl zu ihrer schau­spielerischen Leistung, wie auch zu ihrem Prachthut, und ließ sich die Adresse der betreffenden Hutmacherin geben. Nur Frauen können entscheiden, so fügt das B. T." dieser Nachricht hinzu, worüber sich die Sängerin mehr gefreut haben wird, ob über das Lob ihrer Kunst oder über das Lob thres Hutes.

3m Banne der Hize.

Die Hizwelle in den Vereinigten Staaten ist mit crneuter Heftigkeit zurückgefehrt und fordert täglich neue Opfer. Ste macht die großen Städte zu einer wah­ren Hölle und wirkt auf deren ganzes Leben lähmend, so daß es Formen annimmt die uns in Europa unbe­fannt sind. Die Menschen gehen nicht mehr in den Straßen sondern sie schleichen langsam in den Schat­tenstreifen entlang; die großen Bläße sind menschenleer, und wenn man einen Blick auf die blendenden Asphalt= flächen wirft, sieht man, daß die Räder der Fuhrwerke in ihnen Spuren hinterlassen haben, wie im Sande.

Die Anzahl der amerikanischen Sommergetränke ist Legion, wie die der amerikanischen Liförmischungen. Sie bestehen aus den unglaublichsten Sutaten: robe Eier, Zitronensaft Kirsch und andere Fruchtsäfte, Scho folade und Milch, sowie Selterwasser werden zu scheuß­lichen Gemengseln zusammengebraut, und so ein ameri fanischer Ice Cream Soda", aus Fruchtsaft. Vanille ets und Selterwasser bestehend sieht schon trübe und widrig genug aus schmeckt aber trodem ganz annehm bar.

Wer es aber doch nötig hat, auf die Straße zu ge­hen, wählt dazu eine Kleidung, die oft der der Natur­völker bedenklich nahe kommt. Daß die Herren der Gesellschaft Rock und Weste zu Hause lassen und dazu noch die Hemdsärmel aufstreifen ist an der Tagesord nung und niemand findet- sehr mit Recht etwas Anstoßiges dabei. Je weiter man die Stufenleiter der Gesellschaft hinabsteigt, desto geringer wird aber die Anzahl der Kleidungsstücke.

Besonders beliebt sind gegenwärtig als furze Er­holungspausen die Kirchen, deren fühle Sallen von Leuten aufgesucht werden, die sich sonst jahrelang darin nicht blicken lassen. Aber auch in ihnen ist es manchmal heiß, und so fann man jenem Bericht von einem Pre­diger wohl glauben, der seine Predigt mit den Worten begann: Geliebte Brüder, es ist heiß", und dann fragte, ob jemand etwas dagegen habe, daß er seinen Rock aus­ziehe und in Hemdsärmeln Gottesdienst verrichte.

Sonst bieten die Großstädte selbst nicht allzuviel Ge­legenheit zur Erfrischung. Die Parks sind schwarz von Menschen, die sich dort um den Schatten stretten und das gleiche gilt von den Piers am Hafen, wo alles, was bazu Zeit hat, der Kühlung des Wassers teilhaftig wer­den will. Wer es sich aber leisten kann, verläßt die Stadt und siedelt sich in einer der luftigen Zeltstädte an, die es seit einer ganzen Reihe von Jahren in der Nähe der meisten amerikanischen Großstädte gibt. Die Bewohner dieser Zeltstädte haben an alles gedacht, so daß sie von den Bewohnern der Großstadt unabhängig sind. Sie haben ihre eigenen Bäcker, Schlächter und Läden aller Art, natürlich auch solche, wo man fühlende Getränke bekommt. Je nach den Ansprüchen, die der Großstädter stellt, kommt ihm das Leben in der Zelt­stadt mehr oder weniger teuer.

Die brennenden Wälder in Kanada.

Der Gesamtschaden, der durch die verheerenden Waldbrände in Kanada bisher angerichtet wurde, wird auf 30 Millionen Mark geschätzt. Augenzeugen erzählen schreckliche Szenen von Leuten, die in den Flammen umgekommen sind, die sich aber noch hätten reften fön­nen, wenn sie den Kopf nicht verloren hätten. Im ganzen beziffert man heute die Zahl der Toten auf 300 bis 400. Wenigstens sind das die offiziellen Zahlen. Es scheint aber, daß die tatsächliche Ziffer bedeutend höher ist. In Porcupine wird der angerichtete Schaden auf 4 Millionen Marf geschäßt. Die Flüchtlinge, die aus North Bay angekommen sind, erzählen furchtbare Let­dens- und Schreckensszenen. Zuerst bemerfte man am frühen Morgen fern am Horizont eine leichte, schwarze Rauchwolfe, aber so weit entfernt, daß man ihr keine rechte Bedeutung beimaß, da man in der dortigen Ge­gend an kleinere Waldbrände gewöhnt ist. Aber gegen Mittag verdunkelte sich der Horizont immer mehr und man bemerkte mit Schrecken, daß das Feuer sich näherte. Die Sonne verschwand hinter einer düsteren Rauch­wand. Eine Feuermanter von 30 Meilen Länge und 2 Meilen Breite tam heran, alles zerstörend, was auf threm Wege lag. In aller Saft packten die Bewohner zu kleinen Paketen das erste Beste zusammen, was thnen gerade in die Sände ftet, und bereiteten sich zur Flucht vor. Eine aroße Anzahl von Beraleuten hatte geglaubt, in den Schächten der Gruben Schuß vor dem Brande zu finden. Aber die Gestellhölzer gerteten in Brand Die Unglücklichen verbrannten bet lebendigem Leibe. 27 vollständig verkohlte Leichname wurden in den Gru­bengalerien von Westdome gefunden. In einer an­deren Grube, die durch Erplosion vollständig zerstört mar, fand man 30 Leichname. Bon 300 Grubenarbeitern sind, wie man annimmt, hundertfünfzig in den Flam­men umgekommen.

Drahtnachrichten und Deuestes.

Bei einem Rettungsversuch ertrunken. Berlin, 15. Jult. Als der Arbeiter Peschke gestern abend auf der Oberspree bei Niederschönweide ein Bad nehmen wollte, ging er infolge Herzschlages unter. Sein Arbeitskollege Blischte sprang ihm nach, ohne jedoch wieder zum Vorschein zu kommen. Die Leichen der beiden Ertrunkenen sind noch nicht ge= borgen.

Tragödie bei einem Bolfsfefte.

Hildesheim, 15. Jult. Auf dem hiesigen Volfs= festplage rannte gestern ein Gespann in eine Schar spielender Kinder. Ein Kind war sofort tot, zwei an­dere liegen im Krankenhause schwer trant darnieder. Dampferkatastrophe in Zentralamerika.

Neuvork, 15. Jult. Nach einer Meldung der Neuport Times" ist der Dampfer Irma" infolge et­nes Zusammenstoßes mit dem Dampfer Diamante" auf dem Fluß San Juan in Costarica innerhalb went­ger Minuten gesunken. 32 Passagiere und ein Tetl der Besatzung find ertrunken.

Anarchie in Versien.

London, 15. Juli." Standard" meldet aus Te­heran, das Kabinett set zurückgetreten. In ganz Per­ften herrsche Anarchie. Die Straßen seiten unsicher. In Schtras und Kermanschah hätten Straßenkämpfe statt­gefunden. Räuberbanden durchziehen das Land.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 13. Juli. Viehmarktspreise vom 13. Juli. Preise für 1 Zentner Kälber: a) Doppellender, ( Schlachtgewicht) feinste Mast( Lebendgewicht) M. M.- b) feinste Mast( Vollmilchmast) und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M. 59-62,( Schlachtgewicht) A. 98-103, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber ( Lebendgewicht) M. 52-58,( Schlachtgewicht) M. 88 bis 98, 5) geringere Saugfälber( Lebendgewicht) M. 46 bis 51,( Schlachtgewicht) M. 78-86. Schweine: a) vollflet­schige Schweine von 80 bis 100 gr., Lebendgewicht ( Lebendgewicht) M. 47 bis 48%,( Schlachtgewicht). 61 bts 62, 6) vollfleischige Schweine unter 80 lgr. Lebend­gewicht( Lebendgewicht). 47 bis 49,( Schlachtgewicht) M. 60-61, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Klgr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) Mark 46-48, ( Schlachtgewicht) M. 60-62, d) vollfletschige Schweine von 120-150 lgr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) Mark 46-48,( Schlachtaewicht).. 58-60.