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Mitbürger, Wähler!

Am 17. November sollt Ihr durch die Stichwahl darüber entscheiden, wie Gießen und Wieseck in den nächsten Jahren im Landtag vertreten sein werden, ob durch zwei entschieden liberal gerichtete, energische und unabhängige Männer oder auch durch ein Mitglied der nationalliberalen Partei, die in. folge ihrer Abhängigkeit vom Bund der Landwirte und den Antisemiten in der Vertretung liberaler Interessen so oft versagt. Unser Kandidat steht fest auf dem Boden des Programms der fortschrittlichen Volkspartei, deren zielbewußte, volkstümliche Tätigkeit im Landtag An­erkennung im ganzen Land gefunden hat.

Im Einklang mit der Partei, und ohne Widerstände aus den Reihen der eignen Fraktion fürchten zu müssen, wird er eintreten:

Ia. Referenzen von zahlreichen Behörden und Privaten.

für Erhaltung und Vermehrung der Volksrechte, insbesondere für Beseitigung des Pluralwahlrechts und der Kautelen, für eine gerechte Stenerpolitit, welche die unteren Einkommen entlastet,

für die Gesundung der hessischen Finanzen durch Revision des preußisch- hessischen Eisenbahnvertrags, durch Vereinfachung der Staatsverwaltung, durch Sparsamkeit im Staatshaushalt,

für eine gerechte Wirtschaftspolitit, welche die Entwicklung von Handel, Industrie und Gewerbe tatkräftig fördert einseitige Begünstigung agrarischer Wünsche,

gegen die

für Erhaltung und freiheitlichen Ausbau unserer bewährten Schulgesetzgebung, insbesondere für die unbedingte Aufrechterhaltung der Simultanschule,

für die Berücksichtigung der Interessen der Beamten, Lehrer und staatlichen Arbeiter,

für eine freiheitliche Reform des Beamtenrechts,

für freies Koalitionsrecht der Arbeiter jeder Art,

für Wohlfahrt, Freiheit und Gerechtigkeit im Hessenlande.

Mitbürger, Wähler! Wenn Ihr wollt, daß diese Grundsäge nachdrücklich und unerschrocken zur Geltung gebracht werden, so wählt den Kanditaten der fortschrittlichen Volkspartei,

den Stadtverordneten

Professor Otto Urstadt in Giessen.

Der Wahlausschuß der fortschrittlichen Volkspartei.

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