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Hges Schluchzen ausgebrochen. Der Angeschuldigte war nach dem Konizer Morde in Stemianowib zuge Bogen und hatte hier eine Bäckeret eröffnet. Jetzt be­faßt er sich mit Agentur- und Vermittelungsgeschäften.

Wie erinnerlich, fand man am 14. März 1900 im Konizer Mönchsteich die Leiche des sechzehnjährigen Gymnasiasten Winter, der seit einigen Tagen ver­schwunden war. Alle Anstrengungen, über die Be gleitumstände seines Todes Licht zu verbreiten, sind ohne Erfolg geblieben, und man wird abwarten müts­fen, ob sich die oben erwähnte Spur zuverlässiger er­weist, als die bisher vergeblich verfolgten.

Die wieder abgeholten Kartoffeln. Ein amüsantes Malheur passterte der Gemeindeverwaltung von Nie­derschönhausen bei Berlin. Die dortige Gemeindever tretung hatte kürzlich beschlossen, den mit einem Jah­reseinkommen von unter 2000 Mark veranlagten Ein­wohnern billige Kartoffeln zu liefern. Infolge eines Schreibfehlers waren nun auf der Liste der Reflektan­ten auch höher veranlagte Personen vermerkt worden, denen dann anstandslos die Kartoffeln ins Haus ge­schickt wurden. Als man den Irrtum bemerkte, wurde schleuntgitt die Wiederabholung der Kartoffeln beschlof­fen. Dies gelang nur zum Teil. Ein Teil der Not­Stands- Kartoffeln war bereits den Weg alles Fleisches gegangen, ein anderer an befannte Familien abgegeben worden. Man sieht, billige Kartoffeln sind überc( will­tommen.

Im Luftschiff nach Amerika. Mehrere amerikant­sche Mitglieder der Rheinisch- Westfälischen Luftschiff­fahrtsgesellschaft und andere Herren haben in Leichlin­gen eine Gesellschaft unter dem Namen Transatlantische Flugerpedition gegründet, ate bezweckt, von Tenertfa aus mit einem Lenkballon den Ozean nach Amerika zut liberqueren unter Benutzung der Bassatwinde. Das Luft­schiff, das sich gegenwärtig in einer Augsburger Fabrik befindet, soll in der Leichlinger Halle montiert werden und voraussichtlich im Frühjahr die Probefahrten unter­nehmen, woran sich dann, wenn alles gut geht, die Fahrt nach Amerika anschließt.

Eine Rekordziffer. Am 11. November erhtelt te= mand in Berlin einen Rohrpostbrief, auf dem nicht Ein Rohr­weniger als 54 Elfen angebracht warer

postbrief kostet bekanntlich 30 Pfennig, wozu zehn 3 Bf.= Marken verwendet wurden. Auf jeder Briefmarke des auf dem Rohrvostamt 11 aufgegebenen Briefes Hefindet fich der Poststempel 11/11. 11, 10-11 Uhr, folglich auf feder Marke fünf Mal die Zahl 11, also zehnmal 60 Elfen. Dazu kommt noch der Bestenstempel des Post­amts 8: 11/11. 11, 11 1hr 10 Min Das ergibt wieder­um vier Elfen, im ganzen also 5/ Elfen, und bedeutet wohl eine Rekordziffer. Dem Inhaber sind beretts 120 Mark für das Kuvert geboten worden.

Die Festnahme zweier geistig franker Berliner in Frankfurt a. M. hat wegen der Bealettumstände dort größeres Aufsehen erregt. Dem B. L. A." wird darit­ber gemeldet: In die Frankfurter Frrenanstalt wur­den am Montag zwet Brüder gebracht, die, wie sie an­geben, frither als Offiziere in preußischen Diensten ge­standen und Söhne des verstorbenen Generals v. Ber­fen fetn wollten. Sie waren am Sonntag in Frankfurt eingetroffen und in einem Hotel am Bahnhof abgestte= gen. Die Mülhoufener Boltzet hatte die dortiae auf die Erkrankten aufmerksam gemacht, und ein Mülhausener Kommissar war auch in Begleitung der betden, welche von der Schwetz aus die Mülhausener Polizei benach­richtigt hatten, daß sie von Engländern erfolgt wer­den und thres Lebens nicht mehr sicherten, eingetrof­fen. Der Kommissar sollte auch die beiden nach Berlin, threm Wohnort, abltefern. In Frankfurt übernachtete man. As nun die beiden sich nicht sehen Iteßen, fah der Kommissar nach ihnen und fand das Zimmer ver­schlossen. Ste erklärten, fie feten mit Revolvern ausge= rüstet und würden jedermann niederschießen, der die Titr öffne. Ste würden auch das Hotel nicht verlassen, da es von Engländern umstent set Endlich gelang es durch gütliches Zureden, die beiden zu bewegen, das Bimmer zu öffnen, und ste sollten nun mit Hilfe von Wärterpersonal vorläufig in die Irrenanstalt gebracht werden. Zwet Autos nahmen sie auf. Unterwegs ent­floh einer und führte auf der Straße eine Szene auf, in­dem er das Publikum aufforderte, dte Kommissare tot zu schlagen, und ein Hoch auf die Republik und die Anarchie ausbrachte. Endlich gelang es, die beiden in die Frrenanstalt zu bringen.. Die Identität der bet­den Erkrankten ist übrigens noch nicht festgestellt. Es ist jedoch ausgeschlossen, daß es sich um die Söhne des verstorbenen bekannten Generaladjutanten und frühe­ren Kommandierenden Generals des 3. Armeekorps v. Versen handelt.

Das Zeppelin- Luftschiff Schwaben" auf dem Was: ler. Der Zeppelin- Lenkballon Schwaben" hat am Montag nachmittag unter Führung von Dr. Ecfner mit einer Kommission des Reichsmarineamts an Bord in­teressante Manöver ausgeführt. Der Lenkballon fuhr, nach einer Meldung der B. 3. a. M.", in aroßer Höhe von Johannisthal genen den Mitgaelfee, stieg auf die Wasserfläche nieder, auf der er auffeßte und mehrere. Minuten auf seinen Gondeln schwimmend vermeilte.

Ach Herrfe! Was war denn los? Der Doktor Wal­dow und die Emmi füßten sich fat Nein, nein, da mußte man als vorsichtiger Hausfreund betde Augen zudrücken und so tun, als wenn man nichts gesehen habe. Und ganz geduckt wollte er sich wieder zurückziehen.

Aber die beiden hatten thn bereits gesehen, und Heimlichkeiten zu treiben oder sich gar ängstlich zu ver­bergen widersprach dem geraden, offenen Charakter be­fonders von Emmi. Ste rief deshalb den guten Alten fröhlich heran.

,, Kommen Ste nur, Onkel Muche! Wundern Sie sich. Nun, Sie sollen es zuerst erfahren: Wir beide haben uns soeben verlobt!"

Der kleine, vertrocknete Junggeselle fah fragend den Doktor an, der seinerseits erstaunt und zugleich erfreut über die Kühnheit Emmis nur lustig nickte. " Ja- aber- aber", begann Onkel Muche. ,, Ste meinen, wir müssen es auch den anderen mit­tellen? Das soll sofort geschehen."

Ste schob thren Arm unter den des Doktors, und die­ser führte sie zur Gesellschaft.

Die letzten Akkorde des gewaltigen Tonstücks waren foeben verklungen, man spendete retchen Betfall und lobte das vollendete Spiel, als das junge Paar strahlend vor den Justizrat und seine Frau trat.

Herr Justizrat", begann Doktor Waldom mit glit­hendem Antlib, ich erlaube mir um die Hand-"

Aber Emmi unterbrach thn rasch. Nein, nein, feine Förmlichkeiten! Liebe Mama, lteber Papa wir haben uns betde soeben verlobt!"

Die Mutter schlug die Hände zusammen. Ach, mein Itebes Kind!" rief fie außer sich.

Doch thr Mann fiel sogleich etn. Er hatte geahnt, daß dieses Ereignis früher oder später doch kommen würde, daß seine Tochter thren Willen unter allen Um­ständen durchsetzen wirde. Er gewann daher schnell seine Getstesgegenwart und sagte mit anfanas ein wenig zit­

Dann stieg die Schwaben" wieder hoch, erreichte 850 Meter Höhe, flog nach Berlin, dann im Kreise nach dem Flugplatz zurück und landete glatt vor der großen Halle der Luftverkehrsgesellschaft. Die ganze Fahrt­Sauer hatte 2 Stunden 7 Minuten betragen.

700 Zote bei dem Unwetter in Amerika. Das Un­wetter, das während der letzten Tage über Amerika niederging, hat einen ungeheuren Schaden angerichtet. Ueber 700 Personen sind getötet worden. Der Schaden, der durch den Orkan angerichtet wurde, wird auf 50 Millionen Dollars geschäßt. In Chicago ruht die Schiff­fahrt immer noch vollständig. Innerhalb 19 Stunden fant die Temperatur in Chicago um 41 Grad Fahren­heit, so daß viele Personen in der Umgebung der Stadt erfroren sind. Der Sturm in Chicago hält nach wie vor an und auch in den übrigen Ortschaften hat das Unwetter bis jetzt nur wenig nachgelassen.

Deutschlands neue Schutzbefohlene.

Von unserem Korrespondenten.

Nun haben wir denn doch, zum Ausgleiche für Ma­rotto, ein Stück vom französischen Kongo erhalten. In Deutschland ist man damit nicht zufrieden und in Frankreich weint man dem Kongo Krokodilstränen nach. Niemand aber beschäftigt sich mit den Gefühlen der Schwarzen, die jetzt Deutschlands neue Schußbe­fohlene geworden sind. Wir wollen deshalb einmal einen fleinen Spaziergang unternehmen, um sie uns etwas näher anzusehen.

Beginnen wir an der Südostspitze von Kamerun, im Gebiete des Sanghaflusses. Dort liegt das Land von M'Biemu, bedeckt von Kautschukfeldern, deren Be­wohner sich Koapulis, Biakombos, Bitulis, Bikums nennen; barbarische Namen. Sie stehen auf der un­tersten Stufe der schwarzen Rasse. Die Männer tragen als einzige Kleidung Gürtel von Stoffeßen oder Tier­fellen, die Frauen täglich erneuerte Laubbüschel. Die Herren der Schöpfung begleiten ihre Damen zur Arbeit auf die Plantagen, sie beschützen das schwache Geschlecht, rühren aber selbst keinen Finger, und wenn sie nicht ja= gen, hocken sie plaudernd am Dorfrand. Der Reichtum 8 Landes besteht außer dem Kautschuk auch in Elfen­bein. Es ist in Fülle vorhanden, doch nimmt der Be­stand der Elefanten infolge der steigenden Nachfrage stetig ab. Anders stände es auch mit dem Vorrat an Kautschut, tönnte man den Negern die Unfitte abge­wöhnen, die Bäume zu fällen, statt sie anzubohren.

Weiter nördlich führt unsere Reise uns in das be­deutende Gebiet von Baja, das ungefähr 300 000 Be­wohner hat und dessen Hauptort Kunde ist. Klein, mus fulös, beweglich, ist der Baja der geborene Läufer und Jäger, zieht aber dem Walde die wetten, grasretchen Täler vor, von denen aus er seine Raubzüge unter­nimmt. Die südlichen Baja sind noch Menschenfresser und halten besonders beim Tode von Häuptlingen Menschenopser. Die Frauen stellen sich dazit, vom Kopf bis an die Füße mit Mehl weiß angemalt, am Grabesrande auf. Vor ihnen stehen Kalabassen voll Wasser. In einige davon haben die Zauberer alkohol­haltige, aus der Kalaberstaude gersonnene Betäubungs­mittel getan. Alle Frauen trinken gemeinsam auf ein Zeichen. Die, deren Kalabaffen reines Wasser enthalten, bleiben aufrecht stehen und sind gerettet. Die anderen fallen betäubt um, werden erdrosselt, knusprig gebraten und verspeist. Die nördlichen Baja sind etwas fultivier­ter durch die Berührung mit den Mohammedanern ge= worden. Der Islam hat den Fettschismus überwun­den. Die Frauen der Baja haben einen eigentümlichen Schönheitssinn. In den durchbohrten Lippen tragen sie Holzklöße in der Größe von Bierunterfäßen oder auch Patronenhülsen. Ins Haar flechten sie Stofflappen, Leder und Glasswaren und verwenden auf ihre Mor­genfrisur mehr Zeit als ihre zivilisierten europäischen Schwestern.

Das noch weiter nördlich gelegene, volfreiche Land der Lakas ist ein großes Weidegebiet und verspricht am meisten für die nächste Zukunft. Es enthält alle Arten von Wild. Die Bewohner sind groß, stark und stämmig, teilweise wahre Kolosse. Ihr Kostüm ist ebenfalls sehr einfach und beschränkt sich auf einen Schurz aus Antilo­penfell. Ihr Stammesabzeichen sind Strohhüte in der Größe von Puppenhüten, die sie mit Holznadeln be­festigen. Ihre Dörfer, in denen fie große Getreide­fammern anlegen, find gut verschanzt, denn seit Men­schengedenken müssen die Latas sich, thres kräftigen Kör­perbaues wegen, gegen die Streifzüge der Sklavenjäger verteidigen, die manchen Landstrich entvölkert haben. Das Land der Lakas ist für Viehzucht und Ackerbau geeignet.

Am nördlichsten Itegt das Land der Mundanga, de­ren Bewohner, eine starke, schöne Raffe, gastfreundlich und friedlich sind. Ste betreiben Ackerbau. Der Land­strich von Majo- ebbt ist der geeignetste für Baum­wollenbau und hat günstige Boden- und Wasserver­hältnisse. Die Bewohner sind für den Ackerbau zu ge­winnen, wenn er thnen Lohn verspricht, und verstehen bereits etwas von Viehzucht. Das wichtigste aber ist, daß nur am mittleren Logonefluß Pferde und Rinder zu finden sind. Ste im südlichen Kongo ganz fehlen.

ternder Stimme: Ich denke, wir wollten das erst um Weihnachts- Heiligabend kund geben, Emmt? Aber Du Iteber Schelm konntest wohl nicht die Zeit erwarten, nicht wahr?"

Das tam zuletzt so natürlich heraus, daß alle Gäste glauben mußten, das Verlöbnis zwischen Emmt und dem Doktor wäre schon lärgst beschlossene Sache gewesen, und alle beglückwünschten das junge Baar.

Die Seftschalen wurden noch einmal gefüllt, und man stteß aufs Wohl des Brautpaares und der Eltern ant. Der Professor befann sich auf eine Rede. Es mußte etwas Außerordentliches sein, was bei einer solchen Ge­legenheit gesprochen wurde. Das war allerdings sehr schwer. Er überlegte und überlegte, und das dauerte so lange, bis der allgemeine Aufbruch erfolgte. Sie fa­men alle um eine geistreiche Rede und der Professor um die Ehre, deshalb bewundert zu werden.

Tante Hermine zog sich in ihre im oberen Stock ge­Tegene Stube zurück, und für Onkel Muche war das Fremdenzimmer zurecht gemacht worden. Er wohnte ziemlich entfernt und hauste dort in einem kleinen Stüb­chen von einer winzigen Pension. Heute hatte er sich, was man schon von ihm gewöhnt war, einen kleinen Schwips angetrunken, war selig vor sich hinlächelnd auf einem Sessel neben dem Ofen eingeschlafen und mußte erst geweckt werden.

Die übrigen Gäste hatten alle, außer Felicia, mtt der sich Frizz in einen Wagen sezte, nicht weit nach ihrer Behausung. Als der Professor mit seiner Gattin dort angelangt war, tonne er sich nicht enthalten, zu sagen: " Ich glaube, liebe Eulalie, Heinroths sind da etwas un­vorsichtig gewesen. Einen Menschen mit solcher Ver­gangenheit als Schwiegersohn!"

Seine Ehehälfte nickte zustimmend und faßte thre gleichfalls mißbilligenden Gedanken in ein einziges Wort zusammen: Schrecklich!"

An der Südgrenze von Kamerun, fiber deren Bewoh ner nichts besonderes zu sagen ist, haben die Fran zosen erfolgreich Kakao angebaut; auch Baumwolle, Kautschut, Kaffee, Vanille und Pfeffer gedeihen hier.

So ist das Land, das der Berliner Vertrag von 1911 uns gebracht hat, und so sehen Deutschlands neue Schutzbefohlene aus.

Italiens Flottenaktion.

Wie die Fr. 8ig." aus Berlin meldet, hat Italien die Mächte von seiner Absicht, den Kriegsschauplatz zn erweitern und auf die Küsten des Aegaischen Meeres auszudehnen, unterrichtet. Die Behauptung Turiner und Mailänder Blätter, daß Deutschland und Dester­reich gegen die geplante Flottenattion Jtaltens Ein spruch erhoben hätten, ist nach dieser Meldung unbe gründet. Von Deutschland ist das ebenfalls bis jet nicht geschehen, und wenn Desterreich freundschaftliche Vorstellungen erhoben haben sollte, so bestehen sich diese wohl nur gegen eine Aktion, die die Ruhe auf dem Balkan stören könnte. Ob aber nicht andere Mächte weitere Vorstellungen erheben haben, ist eine andere Frage. Wie dasselbe Blatt aus Konstantinopel meldet, hat der Walt von Smyrna telegraphisch gemeldet, daß auf der Höhe von Karpathos dreißig italienische Kriegsschiffe gesichtet wurden.

Vom Kriegsschauplak in Tripolis Itegt heute folgende interessante Meldung vor: Wte aus Konstantinopel gemeldet wird, ist es der türkischen Ar­tillerte am Montag gelungen, einen Aeroplan, in dem sich zwei italtentiche Offiziere befanden, aus bedeut­tender Höhe herunterzuschießen. Der Aero­

plan wurde vollkommen zerstört, die Offiziere sind ge­tötet worden.

Die Türken haben nach allen Oasen Abteilungen geschickt, um arabische Streitfräfte zu sammeln und un­fer den Einheimischen Gewehre und Munition zu ver tellen. Ste überziehen das ganze Land mit einem Net von Spionen und sind über jede Bewegung der Ein­heimischen wie der Italiener unterrichtet. Sie strafen unerbittlich die Stämme, die mit den Italienern in Unterhandlung getreten waren. Die Operationsbasis der Türken ist angeblich die Dase Ain Zara, die stark befestigt sein soll. Die Araber haben jedoch keine Zelte und leiden sehr unter der andauernden regnerischen Witterung. Auch muß die einheimische Bevölkerung dte Landarbeiten besorgen, um der sonst drohenden Sun­gersnot zu entgehen. Man nimmt daher an, daß der entscheidende Angriff der Türfen unmittelbar bevor­steht.

Drabtnachrichten und neuestes.

Tödlicher Automobilunfall.

Gestern nachmittag 0 Berlin, 15. November. wurde in Charlottenburg ein Radfahrer und eine Frau von einem Militärdtenstautomobil, in dem fich der fommandterende General des dritten Armeekorps von Bülow befand, überfahren. Die Frau ist ihren Verlegungen erlegen. Dec Radfahrer hat außer einer schweren Gehirnerschütterung innere und äußere Ver­legungen davongetragen.

Tödlicher Absturz eines deutschen Fliegers.

Berlin, 15. November. Der Flieger Pietschfer, der heute früh auf dem Flugplay in Johannisthal mit einem Eindecker aufgestiegen war, ist nach wenigen Minuten aus 20 bis 25 Meter Höhe abgestürzt. Er brach das Genick und war sofort tot. Pietschker Hatte noch am Montag einen wohlgelungenen Rundflug um Berlin ausgeführt.

Vertrauensvotum für das franzöfifche Kabinett. Paris, 15. November. Die Kammer hat ge­stern mit der erdrückenden Mehrheit von 402 gegen 98 Stimmen das Vertrauensvotum für die Regierung angenommen. Der Marineminister Delcassee gab noch in einer ausführlichen Rede Rechenschaft über alles, was vorgefallen war und versprach, die zugesicherten Reformen zu beschleunigen.

England und die deutschen Interessen.

London, 15. November. Der frühere General­gouverneur von Südafrika Lord Selborne fam in einer Rede in Newcastle auf die englandfeindlichen Reden im deutschen Reichstage zu sprechen, in denen der Wunsch nach Krieg zum Ausdruck gekommen set. Eng­land müsse wissen, welche berechtigten Wünsche des deutschen Volkes es seien, denen England angeblich be­ständigen und hartnäckigen Widerstand entgegenseze. Der Netter Chinas.

Beting, 15. Nonember. Ein gestern veröffent­lichtes Editt befiehlt Juanfchifat mit Rücksicht auf das Wohl das Landes das Amt des Ministerpräsidenten zu übernehmen, obwohl er es schon wiederholt ausgeschla­gen hatte. Wie aus Tientsin gemeldet wird, ist Ge­neral Cang, der eine abfällige Bemerkung über Juan­schifat gemacht hatte, von einem Unbekannten, wahr­fcheinlich einem Häscher Juanschikais, durch einen Re­volverschuß verwindet worden.

9. Kapitel.

Die eigentliche Verlobung wurde im engsten Fas milienkreise gefeiert und als Gäste waren dabet nur Frizz mit Felicia und selbstverständlich Onkel Muche zugegen. Felicia war entzückt, den unvergleichlichen, märchenhaften Zauber des deutschen Weihnachtsbaumes fennen zu lernen, und auch Frizz freute sich darüber, nach Jahren wieder dieses Fest, das zu Hause immer einen großen Eindruck auf ihn gemacht hatte, in der al­ten anheimelnder Weise auf sich einwirken lassen zu fönnen.

Am Nachmittag hatte der Justizrat ein langes Ge­spräch mit dem Doktor, der ihm rückhaltlos seine jetzige Lage und seine ganzen Verhältnisse flargelegt hatte.

Der Geldpunkt spielt ja teine große Rolle," hatte schließlich der Justizrat gesagt. Ich kann glücklicher­weise meiner Tochter einen solchen Zuschuß geben, daß Ste betde sehr gut zu leben haben werden."

" Was ich natürlich nicht annehmen würde," ver­setzte der Doktor nicht ohne Selbstbewußtsein. Denn ich kann und will auf meinen eigenen Füßen stehen." Der Justizrat flopfte ihm freundlich auf die Schul­ter. Sehr ehrenhaft gedacht, Iteber Doftor! Wie aber wollen Sie das machen? Wie denken Sie sich das? Ste sagen selbst, daß es mit Ihren Einfünften unter den jetzigen Umständen nur sehr schwach bestellt ſet." " Das kann Loch nicht immer so währen. Es wird anders werden, und zwar hoffentlich bald."

" Bukunftsmusit, lteber Doktor! Es wird Ihnen wohl nichts wetter übrig bleiben, als daß ste sich an etnem anderen Dort niederlassen."

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( Fortfehung folgt.)