Einzelbild herunterladen

Deutscher Reichstag.

validen fond 3 561 Millionen und Invalidenpensionen bis Ende 1872 30% Millionen, Dotattonen an Heerführer und Staatsmänner 12 Milonen, Unterstützung für Landwehrleute 12 Millionen, Beihilfe an aus Frank­reich vertriebene Deutsche 6 Millionen, Kriegsschadenersatz an Reeder 17 Millionen, Ersatz von Kriegsschäden und Kriegsleistungen 116 Millionen, Vergrößerungen der Be­triebsfonds der Reichskasse 84 Millionen, Reichstagsgebäude­Fonds 24 Millionen, Ausbau und Ausrüstung der Reichs­eisenbahnen 172 Millionen. Die oben erwähnten, für den Reichskriegsschatz verwendeten 120 Millionen sind bekannt­lich im Spandauer Juliusturm in barem Gelde nieder­gelegt.

Der Berufsschutz der jugendlichen Arbeiter.

das Kommando des 1. Armeekorps, und am 1. Oftober 1907 wurde er zum Generalinspekteur der 6. Armeeinspektion ernannt. Am 18. September 1908 erhielt er den Rang eines Generalobersten. Im Jahre 1895 hatte ihn der Sul tan der Türkei bei seinem Abschied zum türkischen Mars schall ernannt. Von anderen Ehren, die er erhielt, sei die Verleihung des philosophischen Ehrendoktortitels erwähnt, den er im Jahre 1903 von der Universität zu Königsberg erhielt. Er ist außerdem Ritter des Ordens Pour le més rite für Kunst und Wissenschaften. Endlich hat er, was allgemein bekannt ist, den Rang eines Generalfeldmarz schalls erhalten.

Die Gesellschaft für soziale Reform eröff= nete Freitag vormittag in Berlin ihre 5. Generalversamm­lung mit dem Thema: Die gewerblichen Lohnarbeiten beiderlei Geschlechts im Alter von vierzehn bis achtzehn Jahren." Für das Interesse, das der Behandlung dieser Frage die Reichs- und Staatsbehörden entgegenbringen, spricht es, daß fünf Reichsbehörden, das Reichsamt des Innern, das Reichsjustizamt, das Reichsmarineamt, das Kaiserl. Gesundheitsamt und das Reichsversicherungsamt, vertreten sind. Staatsminister a. D. Frhr. v. Berlepsch eröffnete die Verhandlungen mit einer Ansprache, in der er u. a. sagte: Der kritische Moment im Leben der lohn­arbeitenden Klassen ist der, in welchem der Knabe und das Mädchen die Schule verlassen hat und, obwohl noch im zartesten Alter, die Erwerbsfrage für sie doch das ent­scheidendste ist. Wie ist es dazu gekommen, daß das heran­wachsende Geschlecht der lohnarbeitenden Schichten von so vielen Gefahren umdroht ist? Klagen über die Verrohung der lohnarbeitenden Jugend hört man genug, und sie sind auch berechtigt. Aber sind sie allein die Schuldigen? Staat und Gesellschaft haben ein schweres soziales Unrecht hier auf sich geladen, und auch unklug haben sie gehandelt. Es steht unser aller Zukunft hier mit in Frage: die 3 u= kunft des deutschen Volkes, aber es scheint, als ob sich das öffentliche Gewissen zu regen beginnt.

Im Reichstage wurden am Freitag bei der Beratung der Reichsversicherungsordnung die Erörterungen über die Organe der Krankenkassen fortgeführt. Die Abgg. Heinze( natl.) und Behrens( wirtsch. Vgg.) traten für die Kommissionsbeschlüsse ein. Ihre Ausführungen gipfelten darin, daß durch die nunmehr vorgesehene Regelung eine Beeinträchtigung der Selbstverwaltung der Kassen da, wo die materiellen Interessen der Arbeiterschaft in Frage kom­men, nicht Plaz greift, denn letztere hat immer noch die 8weidrittel- Mehrheit, aber die Krankenkassen garantieren durch die künftigeBesetzung der Verwaltungsstellen nicht nach rein partetpolitischen Gesichtspunkten, sondern durch tüch= ttge Männer ein ebenso gutes Funktionieren in Bezug auf Ihre eigentliche Aufgabe, die Krankenfürsorge. Der sozial­bemokratische Abgeordnete Schmidt bekämpfte die Kommis­Honsbeschlüsse. Mit den Krankenkassenbeamten wolle man die Geschäfte der sogenannten staatserhaltenden Parteien besorgen. Man wolle konservative Agitatoren in die Kas­sen bringen, um ihren Ausbau aufzuhalten. Auch der Pole Rulerski wandte sich gegen die Beschlüsse der Kommission. Abg. Cuno( fortschr. Vp.) befürwortete einen Antrag, dem= zufolge die Mitglieder des Krankenkassenvorstandes aus ihrer Mitte den Vorsitzenden wählen sollen, ohne die wet= tere Vorschrift der Kommissionsbeschlüsse, daß in getrenn­ter Abstimmung sowohl bei Arbeitgebern und Arbeitneh= mern die Mehrheit haben muß. Zum Schlusse verteidigte der Abg. Heine( Soz.) das bisherige Krankenkassenwesen. Der Block von Cuno bis Westarp sei jetzt glücklich wieder beisammen. Alle Aufklärung pralle an der ehernen Stirn der Verleumder ab.( Unruhe.) Redner erörterte einen vom Grafen Westarp zur Sprache gebrachten Freiberger Fall, in dem er, Heine, als Rechtsanwalt Vertreter der Orts­frankenkasse war. Der Vorsitzende des Freiberger Gerichts set durchaus voreingenommen gewesen. Auch hier hätte der Reichslügenverband" gewirkt. Vizepräsident Schulz, rügte diese Art des Angriffs gegen den Reichsverband zur Be­tämpfung der Sozialdemokratie, die eine Kränkung sei. Es erfolgte darauf ein scharfer Zusammenstoß des Präsiden­ten mit den in tosenden Lärm ausbrechenden Sozialdemo­fraten. Schließlich war die Rednerliste erschöpft und man konnte in die vier aufeinanderfolgenden namentlichen Ab­stimmungen hineinsteigen, die die Sozialdemokraten, den Entwurf vor dem ganzen Lande festzunageln", wie fie erklärten, für notwendig hielten. Die Kommissionsbe­schlüsse wurden, wie vorauszusehen war, in allen Punkten bestätigt. Zunächst stimmten die Fretsinnigen und Polen mit den Sozialdemokraten; bei der wichtigsten Frage aber, der Dienstordnung für die Angestellten, waren die Soztal­demokraten in der Opposition allein. Auch der§ 412, der die Drittelung der Beiträge zu den Krankenkassen nach dem bisherigen System beläßt, wurde sogar ohne namentliche Abstimmung angenommen. Am Sonnabend will man be­reits um 10 Uhr anfangen, wohl um den Durchschnitt der Paragraphen, der in den letzten beiden Tagen stark zurück­geblieben ist, wieder etwas in die Höhe zu treiben.

um

Ueber die Aussichten der Reichsversicherungsordnung wird uns aus Berlin geschrieben: Die Mehrheit des Reichs­tags hat den ernsten Willen, das große Werk zustande zu bringen. Dieser Wille genügt auch, um eine Erledigung der Vorlage zu sichern, denn die Opposition gegen diesen Gefeßentwurf ist geringer, als man allgemein glaubt. Es ist eine kompakte Mehrheit, aus der ganzen Rechten, dem Zentrum und den Nationalliberalen bestehend, für die Kom­missionsbeschlüsse vorhanden. Das sind rund 250 Stimmen. Die anderen 150 Stimmen gehören aber nicht ohne weite= res nur Gegnern der Vorlage. Die fortschrittliche Volks= partet und die Polen erkennen den allgemeinen Nuzen, den die Neugestaltung der Dinge bringen würde, wohl an; fodaß als Oppofition eigentlich nur die Sozialdemokraten mit einigen Fortschrittlern gelten können. Das sind noch Teine 60 Stimmen! Aber auch die Sozialdemokraten sind nicht einig. Es ist also die begründete Erwartung vor­handen, daß das Werk erledigt wird.

40%

In Ale onen an Stefe Gr des zur Die

in wurd

ahren.

Aber den Arat berb

lepte fein Geme Unter den

Straffam

Oberfchlef

Nachtwäch

baftet. Kinde dete ein f 1% fährige Brandwu

Todes

in Lüttich erstieg da

den an d

Geräusch Namen. Hef in de

Graf Posadowsky, über die reichsländische Verfassungs reform. Der ehemalige Staatssekretär des Innern Graf v. Posadowsky hat im Tag" zwei Aufsätze über die Vera fassung Elsaß- Lothringens veröffentlicht. Er glaubt, daß die Hoffnung, durch den Verfassungsentwurf werde in El saß- Lothringen ein glüdlicher Zustand der Zufriedenhell eintreten, sich schwer erfüllen werde. Die Regierung, die jetzt dem Lande eine Verfassung gibt, durch welche ihm ei wesentlich höheres Maß von Selbständigkeit eingeräumt wird, übernimmt vor dem deutschen Volke, vor unserer ges schichtlichen Vergangenheit und unserer politischen Zukunft eine dauernde Verantwortung, die durch keinen Mehrheitss beschluß des Reichstags abgenommen werden kann." Mit diesem auffälligen Sage schließt der frühere Staatssekretär seine Betrachtungen.

Darauf ergriff der Referent des Tages, Obermedizinal­rat Professor Dr. v. Gruber( München), das Wort zu ſet= nem Vortrage über Berufsschuß der jugendli= chen Arbeiter". Der Redner stellte folgende Forde­rungen an die Gesetzgebung: Die arbeitenden Jugendlichen sollen beständig unter ärztliche Kontrolle gestellt werden. Das Schußalter sollte bis zum 20. Lebensjahre, mindestens aber bis zum 18. Lebensjahre ausgedehnt werden. Weiter hätte ein Verbot der Nachtarbeit auch für männliche fu= gendliche Arbeiter einzutreten. Die Fortbildungsschulzeit soll in den Maximalarbeitstag eingeschlossen werden. Es muß Gelegenheit zu ausgedehnten körperlichen Uebungen gegeben werden. Aeußerst unheilvoll sind auch die schlechten Wohnungsbedingungen der arbeitenden Jugend, zum Bet­fptel das Schlafstellenwesen. Aber schließlich sind ohne Mit­wirkung der Bevölkerung selbst und insbesondere ohne Selbstbeherrschung der Jugendlichen alle gesetzlichen Maß­regeln nuplos. Sehr wichtig ist die Erhaltung des Familiensinns und die Bekämpfung des kulturfeind­lichen Herrenbewußtseins. Das Höchste ist und bleibt die Familie.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Kein sozialdemokratisches Stadtoberhaupt in Stutts gart. Bei der am Freitag erfolgten Stadtschultheiß- Wahl in Stuttgart wurde der nationalliberale Regierungssat Lautenschlager mit 13 154 Stimmen gewählt. Dr. Linde mann( Soz.) erhielt 12 236 Stimmen.

Gegenüber den beunruhigenden Nachrichten über den Gesundheitszustand des Papstes wird aus Rom versichert, daß sich der Papst eines normalen Gesundheitszustandes erfreue. In den päpstlichen Audienzen esi keine Aen­derung eingetreten. Gestern habe der Papst sogar 60 Per­sonen die Kommunion erteilt.

Das Huldigungstelegramm des Deutschen Handels­tages an den Kaiser lautet: Am Vorabend der Feier sei­nes 50jährigen Bestehens in Heidelberg versammelt, bringt der Deutsche Handelstag, die Zentralvertretung von Deutschlands Industrie und Handel, Eurer Majestät seine ehrfurchtsvolle Huldigung dar. Für die gnädige Fürsorge Eurer Majestät für das wirtschaftliche Gedeihen des Rei­ches sagen wir unseren ehererbietigsten Dank und geloben, auch in Zukunft für die Förderung von Industrie und Kräften zu wirken."

Die Milliarden der französischen Kriegsentschädigung. Sandel zum Wohle des gesamten Vaterlandes nach besten

Die Kriegskostenentschädigung Frankreichs an das Deutsche Reich vor vierzig Jahren betrug bekanntlich fünf Milliarden Franken, die in den Jahren 1870-73 in Teil­beträgen gezahlt wurden, und wozu für die Stundung an Zinsen noch 301 400.000 Franken hinzukamen. Ferner hatte Frankreich noch etwa 260 Millionen Franken örtliche Kriegs­schahungen, davon 200 Millioner von Parts, zu zahlen. Die Zahlungen erfolgten überwiegend in Noten und Wechseln. Der Gesamtbetrag machte rund 4459 Millionen Mark, wovon 260 Millionen Mark für die abgetretenen Eisen­bahnen in Elsaß- Lothringen in Abzug kamen. Ueber mehr als 2 Milliarden wurde im Wege der Reichsgesetzgebung verfügt, der größere Teil zwischen dem Nordbunde und den Südstaaten verteilt, wobei auf ersteren 1940 Millionen Mark fielen. Die Hauptverwendungen aus der Summe, über die reichsgeseßlich verfügt wurde, sind: 207 Millionen Kriegskosten, seit Mitte 1870, Reichstriegsschab 120 Millionen, Umbau der Festungen 216 Millionen, Wieder­herstellungskosten der bewaffneten Macht 126 Millionen, Marine 95 Millionen, Kriegsdenkmünze 900 000 Mart, In­

5)

Zwei Kirschen an einem Stengel.

Roman von A. von Liliencron. Nachdruck verboten.

Das Mädchen stand vor der Türe, sie konnte von dort aus die Dorfstraße übersehen und spähte eifrig nach thren Gästen aus.

,, Mutter, se fumme!" rief sie jetzt freudig erregt in das offene Fenster hinein.

Ein spanischer Appell an Deutschland in der Maroffo: frage. Das Mißtrauen gegen die französische Marokkopo­litik kommt jegt in der spanischen Presse aller Parteirich­tungen zum Ausdruck. Das Blatt" ABC" veröffentlicht einen vielbemerkten Artikel mit der Ueberschrift., Ma­rokko für Frankreich!", in dem der spanische Patriotismus zur Betätigung in Marokko herausgefordert wird. Das Blatt schiebt auch Deutschland nach seinen Erklärungen vom Jahre 1909 die Verpflichtung zu, die Besitznahme Ma­rokkos durch Frankreich zu verhindern.

Ueber die Kriegslage in Megito wird aus Neuvork gemeldet: Die merikanische Regierung gab den Auslän­bern in der Stadt Merito die Erlaubnis, sich zu bewaffnen. Allenthalben werden dort Vorbereitungen ähnlicher Art getroffen; die Schaufenster der Läden werden mit Bret­tern zugenagelt. Es heißt, 1500 Aufständische seien in der Stadt zur Erhebung bereit. Gestern preßten Rebellen im Weichbild der Hauptstadt drei Automobile zur Waffen­beförderung nach einer Ortschaft draußen im Lande. Das Kabinett drang vergeblich in Diaz, zurückzutreten. Nach richten aus dem Hauptquartier der Aufständischen bestä­tigten die bereits gemeldeten Versuche, neue Friedensver­handlungen anzuknüpfen. Madero richtete eine notdürf­tige Verwaltung in Juarez ein und ernannte ein Kabi­nett. Er soll auch um Anerkennung der Insurgenten als friegführende Macht nachgesucht haben, die jedoch nicht ge­währt werden wird.

Generalfeldmarschall Colmar Freiherr von der Golf fann am 14. Mai das 50jährige Jubiläum seiner militä­rischen Laufbahn feiern, da er- am 12. August 1843 zu Bielkenfeld bei Labiau in Ostpreußen geboren am 14. Mai 1861 als Leutnant zum Infanterieregiment Nr. 41 in Tilsit kam. Als preußischer Oberstleutnant ging er 1886 nach der Türkei, wo er die Organisation des türki schen Heeres nach deutschem Muster durchführte. Trotz sei­nes Ausscheidens aus der preußischen Armee als etats­mäßiger Offizier wurde Freiherr von der Goltz aber in den Listen der Armee noch weiter geführt und avancierte vollkommen regelmäßig. Er wurde im Jahre 1887 Oberst, im Jahre 1890 Generalmajor und im Jahre 1895 General­leutnant. Nach seiner Rückkehr aus der Türkei wurde er Kommandeur der 5. Division in Frankfurt a. O. Am 27. Januar 1900 ernannte ihn der Kaiser zum General der Infanterie. Im Jahre 1902 erhielt Freiherr von der Golz

Frau Amrum fuhr noch einmal glättend mit der Hand über das blaugewürfelte Tuch, das sie zur Feier des Tages über den Kaffeetisch gebreitet hatte, und blickte sich prüi­fend im Stübchne um, ob auch alles i nordnung sei. Ob­gleich sie diese Inspizierung heute schon wiederholt vorge­nommen hatte, so fand sie es doch durchaus nötig, das in diesem Augenblicke noch einmal zu tun."

Se fumme in a richtige Glaskutsch," telegraphierte Kathi hinein, Jochens Albert und Karline lopen hinter­drin! O, und nu fümme noch mehr hinterdrin. Ja, so wat sehe se of nit alle Tag!"

Wirklich, in einer Glaskutsche war noch keiner der Kirmesgäste nach Hennigbach gekommen, und daß dies von der Dorffugend bewunderte und umjubelte Gefährt seine Insassen in ihr kleines Häuschen bringen sollte, das erfüllte nicht nur das Mädchen, sondern auch die Mutter mit Stolz.

Auch sie trat vor die Tür, als die beiden lebensmüden Braunen unter Peitschenknall und und Hott die kleine Anhöhe zu dem Hause der Witwe herauftrabten.

Röschen! Liebe Schwester!" Frau Amrum rief es ganz bewegt.

Kleine Nachrichten.

Der Referendar Prinz August Wilhelm von Preußen weilte Freitag vormittag im Reichsgericht zu Leipzig und nahm unter Zeitung des Präsidenten Freiherrn v. Secken­dorff und des Oberreichsanwalts Dr. Zweigert an ver­schiedenen Sizungen des Straf- und Zivilsenats teil.

Ueberfluß schwankte auf Frau Rosas wohlfristertem Haupt ein mächtiger runder Hut, der, trotz alles rechts und links Biegens thres Kopfes, durchaus feine Lust zu verspüren schien, sich dem erstaunten Publikum draußen näher zu zeigen, denn er schob sich beharrlich in den Wagen zurück bet den Versuchen seiner Trägerin, auszusteigen. ,, Das ist ja ein netter Affenkasten, in dem wir von der Bahn hierhergerötert sind," schalt diese und vergaß darüber die Begrüßung. Aber endlich war es ihr mit einem energi­schen Rud gelungen, sich samt ihrer Kopfbedeckung aus der unfreiwilligen Gefangenschaft zu befreien, nur der Vogel auf ihrem Kopfe hatte dabei eine bedenkliche Stellung be= tommen.

Es dauerte aber eine kleine Weile, ehe ihre ausge= Streckte Hand die der Schwester ergreifen konnte. Das zarte Röschen hatte sich in eine recht umfangreiche Klatsch­tose verwandelt, die die Fülle ihrer Reize nicht so schnell aus der etwas schmalen Wagentür entwideln fonnte. Rum

Das Befinden der Königin der Belgier, die, wie ge­meldet, an einer Mittelohrentzündung erkrankt ist, hat sich in den letzten Tagen, nach Bekundung der beiden Speziali­sten, die das Ohrenleiden behandeln, wesentlich gebessert. Man darf hoffen, daß die Königin in kurzer Frist hergestellt sein wird.

Kiek mol, de hätt en Piepmay up de Kopp," rief Jo­chens Albert, und seine Schwester Karline jubelte, he wüll all wegfliege! It sperr em in min Käfig, wann ik det Piepmaz fange duh!" Sie machte dabei vor Vergnü­gen einen Luftsprung, und die Kinderschar, die dem Wa­gen gefolgt war und ihn neugierig umstand, wieherte vor Lachen.

Dem Germanischen Museum der Universität Berlin find von einem Engländer auf zwei großen Tafeln unter Glas befestigte Handschriften Goethes und Schillers aus verschiedenen Zeiten ihres Lebens, Prosa und Verse, ge= schenkt worden in der Absicht, daß diese Reliquien der aka­demischen Jugend während ihrer Arbett auf dem Gebiete der deutschen Sprache und Literatur anregend vor Augen stehen sollen.

Frau Rosa Grüßner, die stolze Gastwirtin, warf ihnen einen empörten Blick zu und einige nicht gerade schmet­chelhafte Worte, die aber untergingen in dem allgemei= nen Stimmengewirre.

Die Leiche des im Duell gefallenen Freiherrn von Gaffron ist auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft vom Amtsgericht Berlin Mitte beschlagnahmt und nach dat Schauhaus gebracht worden.

mußt Dich besser herausfuttern. Na, Du willst uns bei Dir unterbringen? Laß nun mal sehen, ob es auch geht. Kutscher, warten Sie, bis ich Ihnen Bescheid gebe!" be­fahl sie diesem. Dabei fiel ihr Blick auf Kathi, die den gestickten Pompadour aufhob, der ihr entfallen war.

Kathi wußte nicht recht, was sie aus der Sache machen sollte, tells tam ihr das Lachen an, teils ärgerte ste sich. Dem schwarzhaarigen Jüngling, der leichtfüßig aus dem Wagen gesprungen war, hatte sie feine Beachtung geschenkt. Die Tante, oder richtiger gesagt, deren stattöser Anzug in­teressierte sie mehr. Das glänzende Seidenkleid, die brei­ten Spigen an dem Umhang und der bebänderte Sonnen­schirm, das alles dünkte ihr doch sehr großartig", und selbst der verlachte Hut mit dem reichen Blumenschmuck, in dem das Vögelchen saß, erregte ihre staunende Bewunderung.

Frau Rosa hatte jetzt endlich Zeit für die Schwester gefunden, ste strich ihr in herablassend wohlwollender Weise über die Baden. ,, Du bist spitz geworden, Jette,

Das

Prozeß

gestern

Angeklag

Bum Tod

Jahren

Arndt w Gefängnis Jaffen.

Rasch trat sie an das Mädchen heran, und diese fühlte erglühend, wie ein scharf prüfender Blid ihre ganze Ge= stalt ins Auge faßte. Das Resultat mußte ein sehr be­friedigendes sein, denn Frau Rosa nahm plöhlich Kathis lockigen Kopf zwischen beide Hände, füßte sie herzhaft auf den Mund und erklärte ihr lachend: Kind, Du bist viel zu schade für das Dorf, gerade so, wie ich es war."

Dann wandte sie sich mit demselben wohlwollenden Lächeln an die Schwester. Auf das Mädchen darfst Du stolz sein, ich könnte sie weiß Gott, für meine Tochter aus: geben. Sie hat ganz das krause Blondhaar von mir und die braunen Augen!"

Frau Amrum war erfreut. Ja, Röschen, ich habs uftmals dacht, se sieht ut wie Du, als Du jung wärst." ,, Nun, ich meine, die Aehnlichkeit ist auch jezt nicht zu verkennen," wurde ihr geantwortet, und der Schwester voran ging Frau Rosa in das Haus.

Kathi verzog ein klein wenig das Mäulchen bei die­ser legten Bemerkung der Tante, aber es schmeichelte ihr doch, daß diefe sie zu schade für das Dorf gefunden hatte. ,, Na, Kleine, nu laden Sie man ab," erinnerte ste der Kutscher.

neun Mo

Im leutnant

erlernt ha

Don Darm

tag erfüllt Windverha

gen und b

bes böigen

den- Baden

Ste machte sich eilig daran, Hutschachtel, Reisetasche, ein elegantes Köfferchen und noch etliches Handgepäck aus dem Wagen zu nehmen. Vetter Julius, der beschäftigt gewesen war, die zudringliche Jugend zurückzutreiben, kam jetzt herzu.

,, Cousinchen, Du wirst Dich doch nicht mit meinen Sachen beschweren," rief er, das darf ich nicht zugeben!" dabei griff er nach der Tasche, die sie in Händen hielt.

( Fortsetzung folgt.)

In Baden woch erlau des Regen Real von brechung in

8 Uhr 10 auf der ga

mittel felb falle, ohne angewiefen leutnant R bis Bern

Das

beim Dorf

meldet, D

herrn Joft

ein Duell

Kugelwech chwer verr Berlegung

lanten wa

He ftets zu

Sie stande

wehrabtei

taillon N

fte im Ka fache in G Freunden Leiten z

meidlich, perlautet

Jein. De

westfälifo

Schl

Spielte

Schöffen Former

Deffentli

tanten v

nat, die

Verfündi

fortgefekt

Weise für

Start veri

richt fie n

wegen de

Beratung

Furie üb

mißhande

den Angr

habende dung die abhalten.

In eine f

nommen; Körperver

Eine öfterreichi tete, der

als Erzhe

in engen

Johann S

Schweiz g Bureifen u

lich einen

Digte. J

meine gan

zu beweg

auf eigen

Geld, 700

Ständigtei fruchteten

flog taj

blag. De Titel ein Teutnants

die Gren