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Osterbotschaft mit
Schädelstätte und der Schmach, ringt sich die jauchzenden Fitticher aus dem Abgrunde der Buße los und schwingt sich sieghaft empor zu dem Throne des Weltalls, der über der Sonne errichtet ist.
Aber nur dem klingen die Osterglocken, nur dem lacht die Osterflur, nur dem leuchtet die Ostersonne, der sein Herz bereitet hat, daß es selbst aufzuerstehen vermag. Man hat den Wert der Buße, auch der inneren, nach außen nicht durch sicht bare 3eichen kenntlich gemachten Buße, in unserer 3eit viel. fach in Frage gezogen. Und doch gibt es keine Lehre, die uns überzeugen könnte, daß wir der inneren Einkehr entraten dürfen, ohne Schaden an unserer Seele zu nehmen.
So wenig es freiheit gibt ohne Selbstzügelung, so menig gibt es Befreiung ohne innere Einkehr, Auferstehung ohne Bußfertigkeit. nirgends, das wissen wir, in der Welt, wo wal tende Kräfte leben, und darum auch in unserer Seele nicht, die ein Spiegel der ganzen Schöpfung ist und sein will!
Doch wer in ernster, vor sich selbst aufrichtiger Prüfung und Einkehr die Kräfte der Seele sammelt, wer ohne Lüge gegen sich selbst ermißt, wie er mit dem Pfunde, daß ihm Gott ge. geben, für sich und seinen nächsten gewuchert hat, der kann auch Ostern, das Fest der Auferstehung, feiern.
Dem läuten heute die Glocken Auferstehung und ewiges Leben. W. Sch.
Oesterliche Matutin aus dem 12. Jahrhundert.
Christ ist erstanden
Das älteste geistliche Volkslied der Deutschen.
Von der Marter alle!
Des woll'n wir alle froh sein! Christ will unser Trost sein!
Kyrioleis.
Alleluja, Alleluja, Alleluja!
Was der Star erzählte.
S
Don Carl Matthies.
töar, stöar", Jagte der Starvater zu seiner Frau, die nach dem Morgen. bade noch immer an ihrem schil. lernden Federkleide herumneſtelte. „ Stöar, söar", Jagte er,„ die Glocken läuten heute feierlicher als sonst, es scheint ein besonderer Tag zu wer den!"
Abwarten, abwarten", gab die gestrenge Gattin zur Antwort,„ der Winter war milde, wir brauchen nicht weit zu wandern, aber es kann immer noch Schnee kommen!" „ Gar nicht daran zu denken!" pfiff er luftig seiner Gattin zu ,,, Anemonen und Veilchen, Narzissen und Huflattich blühen. die Sonne scheint mit jedem Tage wärmer- schnapp, da habe ich auch schon eine Fliege gefangen- weißt du was?"
.Ich weiß gar nichts, die fliege hättest du mir geben sollen, das weiß ich", brummte sie, aber der luftige Starmat ließ sich nicht aus der Fassung bringen,
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., Duldiö!" jubilierte er ,,, weißt du was? Es ist frühling, rich. figer frühling, die Erde erwacht, in einigen Tagen wird alles grün sein. Heute noch) beginnen wir mit dem Neftbau, denn es ist die höchste Beit- und die nächste Fliege bekommst du!" ..Wenn ich sie mit selber fange", 3riffcherte sie verdrieß. lich.., Und mit dem Nestbau- ich weiß schon, die Arbeit wirst du wieder mir überlassen. Du bildest dir ein, ein großer GeJangskünstler zu sein, dabei hältst du mich mit deinem Geschrei nur in der Arbeit auf. Da hilf lieber!"
., Teures Weib, von Kunjt verstehst du nichts. Die Frau gehört nun einmal in die Wirtschaft und weshalb soll ich dir das Vergnügen, ein paar Halme in den Kasten zu tragen, schmälern? Jedem das Seine. Der Mann muß hinaus ins feind liche Leben....."
„ Huschy, duck dich! da schoß eben ein Sperber zwischen die Spatzen!" warnte sie.„ Schwabe nicht soviel und paß ein wenig mehr auf. Du bist zwar sehr abgemagert, aber danach fragt Herr Sperber nicht, das weißt du ja wohl auch. Doch sieh ein
Wär er nicht erstanden,
Die Welt, die wär zergangen! Seit daß er erstanden ist,
So freut sich alles, was da ist! Kyrioleis.
Alleluja, Alleluja, Alleluja!
mal, die Frau Bürgermeisterin kommt ja heute schon so früh in den Garten!"
„ Stöar, stöar", lockte et,„ komm doch hierher, schau schau, sind das nicht die schönsten bunten Eier in der Frau Bürger. meisterin Korb!? Duldiö, warum versteckt sie die Kostbarkeiten in die Sträucher? Errätst du nun, warum die Glocken so feier. lich läuten, warum die Sonne so warm scheint und die Blumen blühen? Es ist Frühling! Und die Menschen feiern ein Auferstehungsfest, das sie Ostern nennen!"
„ Dideldideldiö", zwitscherte frau Starin freudig, dann wird es 3eit, ich will zu neste tragen!"
„ Warte noch ein Weilchen", pfiff er schelmisch und zwin. kerte verschmitzt mit den Augen, wir wollen aufpassen, was nun geschehen wird. Dort drüben auf der Pappel am fließ sitzt die Gevatterin Elster nicht ohne Absicht so neugierig. Nun legt die Frau Bürgermeisterin das letzte bunte Ei unter den Haselstrauch ins Gras......"
„ Jetzt kehrt sie um.... fie sieht uns.... was hat sie gesagt?" „ Na, Meister Star", hat sie gesagt, es ist frühling und noch kein neft gebaut?"" Sie ist ins Haus gegangen; aber sieh nur die Elster!"
,, Wußte ich es nicht?" Er brachte es wie mit Trompetentönen heraus.„ Jeht aber aufgepaßt! Da hat sie das bunte Ei, sie kann es nicht gleich fassen..... nun trägt sie es doch im Schnabel fort-- duldiö- es fällt- bums- da liegt es zerschlagen im Grase! Schnell! Husch husch! Davon müssen wir auch etwas bekommen!"
„ Das schmeckt", sagte Schnabelweßend die Starin, als sie beide wieder in der Krone des Birnbaums saßen.
„ Ja, der Elster gefiel die bunte Schale mehr als das leckere Eigelb. Mag sie sich an dem Flitterkram ergötzen, die eifle Person!" An dem 3weige, auf dem die beiden Stare saßen, sprangen einige Knospen.„ Guten Morgen!" flüsterten sie, dabei blinzelten sie mit den hellen Augen in die warme frühsonne hinein und wärmten sich. Wie weit sind wir?" fragten fie. Jhr kommt noch zur rechten 3eit", firilierte Meister Starmat. „ Es ist Ostern!"
„ Ja“, flüsterten sie, wir hörte.. die Glocken ihr„ wacht auf" fingen, wir fräumten wohl gerade von Schmetterlingen, als wir etwachten."
,, Das muß ein Jrrfum Jein", meinte frau Starin nachdenk lich, ich habe keine Schmetterlinge gesehen, nicht einmal eine Fliege ich passe schon den gangen Morgen auf."
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„ Stöar, stöar", lockte Herr Starmat,„ du bist etwas nach. tragend, teures Weib, aber damit du die Fliege vergiffest und überhaupt auf andere Gedanken als die an Effen und Trinken kommst, will ich dir eine Geschichte erzählen, die ich von mei. nem Vater gehört habe, eine richtige Ostergeschichte, die sich in unserer familie von Geschlecht zu Geschlecht erhalten hat." ,, Das wird was Rechtes sein", stichelte Frau Starin ,,, Jovie! ich gehört habe, waren die Männer in euter familie laufer lockere 3eifige."
„ Teures Weib", lachte der luftige Starvafer,„ Ich habe dich zu gern, wenn du mich ärgern willst, hihihi, und deshalb will ich dir und den Blütenknospen auch erzählen, was ich von meinem Vater weiß. In alten 3eiten brachten die Menschen unserer Heimat der Frühlings- Morgensonne besondere Ver. ehrung dar. Wenn der Tag im neuen Jahre zum ersten Male sich wieder verlängerte, erschien sie in Purpur und Gold ge. taucht, und erwärmte die erstarrte Erde mit ihren schimmernden Strahlen. Alle Wesen erschauerten unter ihrem lebenzündenden Hauch und erwachten. Die Vögel kehrten aus der fremde in die Heimat zurück und grüßten mit hellem Jubel das göttliche Gestirn.
Die Gräser keimten, Anemonen und Veilchen blühten und die Narzissen läuteten mit ihren zierlichen Glöckchen. Die Men. schen aber brachen Weidenzweige mit filbernen Knospen und schwangen sie freudig, sie stellten einen 30ffigen Strohmann auf und steckten ihn mit frischem Feuer in Brand, zum 3ei. chen, daß der Winter seine Herrschaft verloren habe.
Ei, ei, ei, der Winter ist vorbei, Tralala, der frühling ist nun da!
Jangen sie und strichen sich gegenseitig mit den Weidenzweigen. Die Jungfrauen aber tanzten in hellen, wehenden Gewän. dern einen Reigen, duftende Narzissen schwingend. Das ganze Volk war auf den Beinen, atmete die belebende Frühlingsluft und sog den warmen Sonnenschein in sich auf wie die erwar tende Erde."
Offern! nach des Winters Strenge, Der dem Licht so lang' gewehrt, Endlich deine Glockenklänge! Lieblich bist du eingekehrt:
Deine Knospen sehnend blicken Auf zum blauen Äthermeer, Und im leichten Winde nicken Weißdornzweige, blütenschwer.
..Und dein Urgroßvater", fragte, wohl etwas enttäuscht, Frau Starin,„ was hat er bei dem Auferstehungsfeste getan?" „ Mein Urgroßvater I dudeldiö- ja, der hat bei dem frühlingsfeste meine Urgroßmutter kennen gelernt, war entzückt von ihr und sang, so abwechslungsreich, wie es nur ein Star aus unserer Familie vermag, ihr Lob, und errang fie", lachte der Pfiffikus.
„ Der Schluß war das Beste an deiner Geschichte", trillerte Frau Starin.
Vom Hause her wurden jetzt Stimmen vernehmbar. Kinder, zwei Jungen und ein Mädchen, kamen mit Rufen in den Händen zum Garten. Der Herr Bürgermeister und seine Frau folgten ihnen. Mit hellen Stimmen fangen die Kinder:
Eia, Eia! Ostern ist da! Fasten vorüber, Das ist mir lieber, Eier und Wecken
will besser schmecken.
Eia, Eia!
Ostern ist da!
Und nun ging es ans Suchen. Das kleine Mädchen fand zuerst den Rest des zerbrochenen Eies: einige Schalenstückchen. .Mutter," fragte es,„ hast du hier gefrühstückt?"
Die Frau Bürgermeisterin konnte sich das gar nicht erklären, aber ihr Töchterchen erwartete eine Antwort.„ Das ist gewiß der Osterhase gewesen", Jagte sie lachend,„ aber sieh doch mal unter dem Strauch nach." und unter Scherzen und Jubilieren waren bald alle Eier gefunden.
Der Starmatz aber meinte verdrießlich zu seiner Frau:„ Hier nutzt kein Aufpassen- die Kinder gehen mit den Eiern vor. sichtiger um, als die eitle Elster. Laß, uns auf die Jagd gehen." Sie flogen auf die Wiese. Aus dem Garten aber hörten sie noch lange singen:
RBUCHS
Eia, Eia! Ostern ist da!
58800
Ostern! erstes Wehn und Werden! Holdes Keimen aus der Nacht! Schöner bist du, als auf Erden Je ein Lenz in voller Dracht. Was in seinem reichen Segen Uns mag Herrliches erblühn So kann nichts das Herz bewegen Als der Hoffnung Frühlingsgrün!
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