set geworden ist, die Frage in der Totalität aufs neue aufrollen will."
Am 10. März nahm der nationalliberale Abg. Dr. Heinze das Wort und leitete seine Rede wie folgt ein:
„ Meine Herren, zu Tit. 19, 25 und 26 liegt die Resolution auf Nr. 795 vor, wonach die verbündeten Regierungen ersucht werden sollen, die unbe= absichtigten Härten, die durch die Regelung der Bezüge der Bostunterbeamten in der Besoldungsordnung geschaffen sind, durch geeignete Maßregeln auszugleichen. Diese Resolution ist besonders für die großen Städte von Wert, namentlich auch für diejenigen großen Städte, in denen sich Oberpostdirektionen befinden. Nun ist ja wohl Einst im= migkeit darüber vorhanden, daß eine Aenderung der Besoldungsordnung selbst schwer herbeüzuführen ist. Aber eine Resolution, die die Budgetfommission vorgeschlagen hat, weist den Weg, auf dem etwas zu erreichen ist. Diese Resolution lautet:
Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, von der in§ 30 des Besoldungsgesetzes vom 15. Juni 1910 dem Bundesrat erteilten Ermächtigung der Einreihung einzelner Orte in eine höhere Ortsklasse zur Beseitigung hervorgetretener Härten entsprechenden Gebrauch zu machen."
| kratischen Agitationsresolution als eine Verhöhn ung der Post unterbeamten empfunden. Die Sorgen der vielen tausend Postunterbeamten sind den Liberalen nicht mehr wert, als damit jetzt vor den Neuwahlen Wahlagitation zu treiben. Nette„ Hel= fer der kleinen Leute", diese Liberalen! Franz Behrens, M. d. R.
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№ 285
an das Fernsprechnetz angeschlossen.
Literarisches.
-„ Der Zauberer von Rom", Karl Gu z- tows berühmtester und heute so überaus aktueller Ro
man, der schon seit Jahrzehnten nicht mehr zu haben war, liegt jetzt in einer musterhaften Volksausgabe vor, die mit ihren 1460 Seiten Text in zwei handlichen Bänden gebunden für den staunenswert billigen Preis von
6 Mart geboten wird. Das ist eine Leiſtung des Ver Aus den ganzen Ausführungen der nationalliberalen Redner in der Kommission und im Plenum geht II ar lags F. A. Brockhaus, die unseren billigsten Volksund deutlich hervor, daß sie eine Revision der bibliotheken würdig an die Seite tritt, und es ist ein literarisches Verdienst, daß dieses Hauptwerk des" Uriel Besoldungsordnung nach der sozialde literarisches Verdienst, daß dieses Hauptwerk des„ Uriel Acosta"-Dichters, das bei seinem ersten Erscheinen vor mokratischen Resolution nicht wünschen, ja 50 Jahren ein literarisches Ereignis erster Ordnung begarnicht für möglich halten. Selbst die Resolution der Fortschrittlichen Volkspartei, die die Besei- deutete, endlich auch dem weitesten Leserkreis zugänglich gemacht wird und an ihm seine unverminderte Zugkraft tigung der unbeabsichtigten Härten in der Besoldungs- gemacht wird und an ihm seine unverminderte Zugkraft ordnung verlangt, befämpften, und stimmten erweisen kann. sie in der Kommission nieder. Nun aber, nach dem Abg. Dr. Heinze im Plenum noch gegen die Aenderung der Besoldungsordnung, also gegen die Resolution Albrecht gesprochen hatte, beantragt der Sozialdemokrat Eichhorn plötzlich) namentliche Ab
stimmung. Und wie auf Kommando fallen
die ganzen Nationalliberalen prompt um und stimmen dafür, was sie in der Kommission
und im Plenum bekämpft haben. Die Herren ma ch
ten Rotau vor König Demos. Doch dieser aufrechte Mannesmut der Herren überrascht im Reichs
tag wohl niemanden. Aber ihre Bresse sollte schweigen.
Daß ein solches Verhalten der Nationalliberalen Eindruck auf die Regierung macht, wird wohl selbst der stärkste Mann im Reichstage nicht glauben.
Wenn sich aber die Unterbeamten auf die Liberalen
bei der Erfüllung ihrer Wünsche verlassen, dann sind fie gründlich verlaffen. Sozialdemokratische Agitations refolutionen von den Libe ralen in namentlicher Abstimmung un= terstützt, sind Instrumente modernen politischen Dummenfanges.
Meinen politischen Freunden( Wirtschaftliche Ber einigung) sind die Sorgen und Wünsche der Post unterbeamten zu wichtig und zu ernst, als daß wir sie zum Gegenstand einer ganz gewöhnlichen Agitations demagogie machen ließen. Hätten wir aber der sozialdemokratischen Resolution zugestimmt, so hätten wir uns, ebenso wie die Liberalen, aus Agi
tationsgründen einer plumpen Jrreführung der Unterbeamten schuldig gemacht. Sollten sich unter den Bostunterbeamten noch einzelne politisch so ungeſchulte Män
ner befinden, denen nach dieser Aufklärung über die Vorgänge in der Kommission, die Abstimmung der Liberalen noch imponiert, so ist denen nicht zu helfen. Ich habe die Zustimmung der Liberalen zu der sozialdemo
-„ Der Mut zum Glück." Roman von Wilh.
Hegeler." Wilhelm Hegelers reise Erzählerkunst weiß in diesem Roman dem ewigen Widerstreit von Pflicht und Liebe neue Seiten abzugewinnen. Ein feiner Humor,
der sich zuweilen zu fräftiger Gesellschaftsfatyre erhebt, Wie alle
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„ Sehnsucht“. Roman von Karl Rosner.
Brächtige Charakterföpfe aus der Künstlerwelt der Jar stadt und tiefe Einblicke in das Wesen künstlerischen
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Wie sollen wir unsere Kinder stra fen? Ueber dieses wichtige Thema sollte man den ausgezeichneten Artikel in der neuesten Nummer der Familien- und Modenzeitschrift„ Mode und Haus" ( Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 57) lesen.
Die Ernährung u. das Blut.
Der Zustand des Blutes und somit das Wohlbefinden desganzen Körpers hängt intim mit dem Ernährungsprozeß zusammen. Normale Ernährung ist unbedingt notwendig, um gesundes sundes und mit allen nötigen Bestandteil. ausgestattetes Blut zu erhalten und dem Körper Gesundheit und Kraft zu verleihen.
Wenn das Blut in seiner Zusammensetzung mangelt und Speziell arm an roten Blutkörist, dann sind Blutarperchen mut, Bleichsucht, die natürlichen Folgen. Die Kräfte schwinden, blasses, fahles Aussehen, Nervosität, vosität, große Müdigkeit, Abmagerung und Darniederliegen der körperlichen und geistigen Kräfte sind die Folgen.
Die medizinischen Zeitschrif ten haben sich in höchst schmeihelhafter Weise über Leciferrin geäußert, als ein nicht hoch ges ug zu schäßendes Mittel um diese 30 diese Zustände zu beseitigen. Der Preis von Leciferrin ist Mt. 3 die Flasche:
1 Gramm fristallisiertes Menthol wird zunächst in 85 Gramm Bay- Rum aufgelöst, alsdann füge man 30
Gramm Livola de Composee hinzu und falls man einen Wohlgeruch gern hat ein Teelöffelchen voll einen Wohlgeruch gern hat ein Teelöffelchen voll eines besseren Parfüms.
Das Ganze wird tüchtig durcheinandergeschüttelt und ist dann nach etwa halbstündigem Stehen gebrauchsfer= tig. Die Anwendung geschieht durch leichtes Einreiben in die Kopfhaut, morgens und abends.
Da vielleicht andere Leser dieses Rezept gerne auch
enthält Dvo- Lecithin 0.5. Eisen als Eisenoxybhybrat an 8uder gebunden 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Alkohol 40.0, Rest destilliertes Wasser.
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wendung der richtigen Bestandteile in den genannten
bis lichtbrauner Farbe sein und ihr Herstellungspreis ungefähr 3 Mark betragen.
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Die Glocke von Neukirchen.
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