Ausgabe 
14.10.1911 Zweites Blatt
 
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Versiegelt.

Am letzten Erntetag.

blick lang ist diese Frage auf allen Lippen. Da, die scharfe, schneidende Stimme des, langen Phantoms: Aber was war sie vor ihrer Heirat, Herr Soret? Man sagt, sie war nichts Gutes!"

Ein Gemurmel erhebt sich, ein ungehaltenes, empörtes. Herr Soret kraut sich den Hinterkopf und zieht die Schultern in die Höhe. Ich bedauere, Madame Pitou, ich könnte Ihnen nichts darüber sagen."

Aber ich, ich könnte es Ihnen sagen, Madame", erhebt sich zornig die Frau mit den Kindern; jedoch wozu? Wir wissen, was sie in Paris gewesen ist, aber wir wissen auch, Madame, daß niemand vollkommen ist. Wir haben alle unsere Fehler, Madame, aber nicht alle haben ein Herz, Madame Pitou.

Marokkanisches.

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Adieu, Herr Soret, ich komme morgen sie sitzt und starrt den kalten Herd an... ich will zu ihr gehen." " Ich komme mit Ihnen." Und ich. Und ich." Blasser Himmel und nasse Straße. Die Allerseelenblumen hängen die regenschweren Häupter, und von dem wilden Wein flattern die letzten Blätter, taumelnde, blutrote Schmetterlinge, durch die Luft. Die Kinder sind in die Schule zurückgekehrt, das Apothekerlein in sein Ambulatorium. Er sitzt vor dem Mörser und stampft und denkt an Tonkin, an Tokio, an die japanischen Siege, an die Abstinenzbewegung und an die Kundinnen, die fortgegangen sind. Heute abend, Médor, heute abend, werden sie wiederkommen und deinen armen alten Herrn mit den unleserlichen Rezepten quälen, ach ja."

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Das ist die tiefste Stunde, Wenn rings der Tag verglimmt, Wenn hinter fernen Gipfeln Die Sonne Abschied nimmt, Wenn überm Erdgetriebe Die Dämm'rung Schleier webt, Wenn das geschäft'ge Tosen Sich leise ausgelebt.

Am letzten Erntetag!

Da in der bangen Stille Wacht meine Sehnsucht auf, Sie ruft aus fernen Gründen

Was längst zerfiel, herauf; Es kommen alle alle,

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Die Schatten goldner Zeit,

Die heißgeliebten Bilder Aus der Vergangenheit.

Sie treten stumm mir näher, Sehn lieb mir ins Gesicht, Ich breite meine Hände:

O bleibt verlaßt mich nicht. Da hör ich leisen Vorwurf: Wie bist du klein und zag-, Wir finden einst uns wieder Am letzten Erntetag!

H. M.

Marokkanisches.

Wie man am besten reiſt in Marokko? Wenn man den Durchschnittstouristen im Auge hat, gibt es nur eine Ant­wort: In Marokko reist man am besten gar nicht. Man be­gnüge sich, gemütlich um dasselbe herumzufahren. Reisen im Innern fordern für jeden der Landessprache Unkundigen viel Troß und große Ausgaben, kosten auch mehr Zeit, als verhältnis. mäßig dafür geboten wird.

Zuerst, wie komme ich nach Marokko? Entweder benutze ich einen der Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd, die nur nach Gibraltar fahren, und wir setzen dann von dort nach Tanger über, oder wir uns vertrauen einem der Schiffe der Adenburg- Portu­giesischen Dampfer in Ham­burg bzw. Antwerpen an. Diese Dampfer berühren auch die Häfen der marokkanischen Westküste. Die Dampfer treffen stets gegen Morgen an und lichten erst abends die Anker, so daß man nicht nur ruhig überall an Land gehen kann und in Muße all das bunte Treiben, die Unberührtheit dieses westlichen Bollwerks starrsten Iſlams an erster Quelle betrachten kann, sondern auch in den verschiedenen spa­nischen Fondas für billiges Geld gute Verpflegung finden tann. Dazu hat diese Methode den nicht zu unterschätzenden

Vorteil, beliebig viel Gepäck mitführen zu können. Nach der Abfahrt von Tanger halten die Schiffe zuerst in el Arnisch, allgemein Larasch genannt, einer alten Portugiesen­gründung aus dem 13. Jahrhundert, mit hochinteressanten Stadt­toren; tags darauf Rabat, das alte Piratennest, vor dem der österreichische Admiral Bandiera 1836 eine Schlappe erlitt. Es ist nach Fes die vornehmste Stadt des Landes. Hier, in Fes

In einem Maurenheim.

und in Tetuan wohnen noch jene alten vornehmen Mauren­geschlechter, die einst von fana­tischen Christenkönigen auf Spaniens Throne von der Jberischen Halbinsel vertrieben worden waren, eine Maßregel, die dem Lande unheilbare Wunden schlug. Zwei Kilo­meter gegen Südost befinden sich die Ruinen von Schellah, einer Phöniziergründung mit mauriſchen Trümmern, dar­unter den 56 m hohen Hassan­turm, der zwei ganz gleiche Pendants hat: die berühmte Giralda von Sevilla und die Katubia zu Marrakesch. Gegen­über dieser hochinteressanten Stadt liegt Sla( von Sala die Gebetszeit). Nächste Sta­tion is Casablanca( Dar el baida die weiße Stadt),

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hat allen maurischen Charakter verloren, ist heute, nach der Beschießung durch die Gallier nach französischem Schnitt wieder aufgebaut.

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Auf den Pilippinen- Inseln.

Wochenmarft.

Auf den Philippinen- Inseln.

Straßenszene.

Fruchtverkäuferinnen,

Lastträger.

Ländliche Schönheit.

Fährboot.

Eingeborenenhütte.