Ausgabe 
14.10.1911 Zweites Blatt
 
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Manila.

kann. Schöne architektonische Bilder von Säulen, Toren, geschwungenen Fenstern und üppigen Kirchenfassaden geben sich manchmal. Dort befindet sich in schöner Schwingung ein überdeckter Mauergang von einer Straßenseite zu dem Haus auf der anderen. Ab und zu öffnet sich vor einem ein Riesendom, ein großer Plaz. Spanien vor dreihundert Jahren, das ist diese Welt. In den Riesenhallen der Kirchen drängt sich das Volk und küßt wohltätige Bilder der Madonna und der Heiligen... Klänge aus uralten Orgeln schwingen durch den Raum, und die Sonnen­strahlen werfen felt­same Lichtkringeln über die betenden Scharen...

Zurück zu den Klosterpforten über die Hallenden Stein­platten der Straße. ... Ich habe die Namen vergessen von all diesen Hoch­burgen der streit­

Einfachheit mit Ehrfurcht erfüllen. Es öffnen sich Höfe, von Kreuzgängen umstanden, von springenden Wassern gekühlt und von Palmen und Tropenblumen erfüllt, die den Frieden der Entsagung malen. Ungeheure Hallen nehmen uns auf, Prunksäle oder Bibliotheken mit uralten, kostbaren Folianten und Skulpturen, die oft genug den Weg nach Spanien und

Wasserboot in Manila.

baren Brüder. Recoletes heißen die einen, Dominikaner sind die anderen, und noch eine lange Reihe weiterer sind da und betrauern die vergangene Zeit.

Wenn man durch das Tor solch eines finsteren Quader­

zurück gemacht haben, wenn die Not der Zeit sie gefährdete und ihre Sicherstellung er­heischte. Kapellen und schweigende Kirchen öffnen un­vermutete Tore und glitzern in der uner­hörten Welle ihrer im halben Licht auf­glitzernden Kostbar= keiten. Alles ist hier voll von Vergangen­heit. Furchtbares hat sich hier einst­mals in den Ver­liesen tief unter der Erde zugetragen. Die Folter tat ihr blutiges Werk, und das Feuer röstete die verstockten Natur­

kinder, die von den grausamen Padres und ihren Lehrern nichts wissen wollten. Es wäre dankbar, um dieser Chroniken willen durch die Archive zu stöbern.

Die Geschäftsstadt, am andern Ufer des Pasigflusses

Marokkanisches.

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War einst der Hochsitz deutschen Handels im Scherifat! Sitz deutscher Kultur­pioniere, nun halb aus Schutt und Trümmern entstanden, französische Garnison, dito Straßenbenennungen usw. Südlich von Casablanca ändert sich der landschaftliche Charakter des Landes. Bisher Mittelmeerflora und-fauna; von nun an tritt die Dattelpalme in den Vordergrund, und statt des Maultieres besorgen Kamele den Verkehr nach dem Gefäß, Behälter, in Marokko Landesinnern. Weiter kommt Masagan( von Machsen besonders Regierung) ebenfalls von portu­giesischen Kaufleuten gegründet, mit vorzüg­lichem Hafen. Dann kommt Saffi( Asfi= die Gelbe), woher das berühmte Saffianleder seinen Namen hat, wichtig durch mächtigen Getreideerport. Zuletzt Mogador, von Mulai Mohammed im 17. Jahrhundert erbaut. Hierher führt die neuerdings durch die algerische Saharabahn dem Verfall entgegengehende uralte Karawanenstraße über den ewig schneebedeckten Hohen Atlas nach dem alten Handelsemporium Timbuktu am Niger. Heute noch sieht man trotzige Talamit, Bewohner des Tafilelt, in blaue Tücher gehüllt, ernste Gestalten, mit denen man möglichst jede Berührung vermeide. Zu leicht kommt bei ihnen der leise schlummernde Fanatismus zum Ausbruch; ich selbst hatte zweimal ernste Händel mit den Leuten auszufechten, denen die Franzosen höchst respektvoll den Namen les hommes bleux gaben! Von hier wie von Saffi führen Karawanenstraßen nach Marrakesch, der südlichen Hauptstadt des Landes. Südlich davon liegt nur noch Agadir, das aber seit 1775 europäischem Handel verschlossen ist, daher von Dampfern nicht angelaufen wird.

Die Städte an der Nordküste sind spanisch, nämlich Ceuta und Melilia, von deren Besuch ist abzuraten, absolut nicht lohnend. Besonders vor der Sträflingskolonie Ceuta, der südlichen Säule des Herkules, warne ich dringend! Dagegen gibt es für denjenigen, der Marokkos landschaftliche Reize bewundern will und 3-4 Tage Zeit hat, eine äußerst lohnende Tour nach Tetuan.

In Tetuan Hotel Viktoria, 6-7 spanische Peseten pro Tag. Nicht Hotel Calpe nehmen; unrein und teuer. Großer Markt­play, Fadan genannt, deutsches Postamt nördlich in belebter Gasse, vis- à- vis das französische Der Rars el kbir am Mittwoch, Freitag und Sonntag hochinteressant, voll K'mils( Ausrufer, Versteigerer alter Sachen), zu beiden Seiten Händler von alten Waffen, alten Kleidern, Teppichen usw Vielleicht einer der

Sanja bei El Ksar.

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sehenswertesten Winkel längs beider Küsten. Nördlich der Stadt, am Bab es mkabar, ein alter aufgelassener und ein im Ge­brauch befindlicher Friedhof. Ersterer mit zahlreichen uralten Denkmälern, an denen man genau die maurische Kulturgeschichte der letzten fünf Jahrhunderte verfolgen kann. Etwas weiter der jüdische Cimetière, auf dem, besonders weiter oben am Berghang, Steine zu finden sind, die von vertriebenen Juden aus Spanien mitgebracht wurden. Tetuan liegt 11 km vom Meer und hat sich vielleicht gerade deswegen den rein maurischen Anstrich be­wahrt. Allsonntäglich fährt ein englischer Dampfer von Gibraltar und Tanger und wieder zurück, jeden zweiten Dienstag ein französischer von Oran kommend nach Tanger. Man kann eventuell mit dem Engländer kommen und mit dem Franzosen fortfahren, wenn man nicht zwei Tage im Sattel sein will.

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Hafen von Manila.

palastes getreten ist, der wie eine starre Festung unnahbare und tahle Fronten nach der Außenwelt reckt, ist man wie auf einer andern Insel des Lebens. Tiefste Stille... Der Padre geht voran... Seine Rutte weht hinter ihm her, wie er energisch, selbstbewußt und gebieterisch Schritt nach Schritt weitersetzt. Es geht Treppen hinauf, die in ihrer großzügigen

gelegen, zeigt reges Leben. Ihre Hauptverkehrsader ist die Eskolta, eine nicht allzu breite Straße, in der sich Laden an Laden drängt, alle Güter von Ost und West feilgeboten werden, und um die wie Steine in der Brandung stehenden, baumlangen amerikanischen Polizisten ein ewiges Gedränge, ein nicht endender Lärm ist. In einem gewissen Teil der

Unter einem Ölbaum.