Ausgabe 
14.10.1911 Zweites Blatt
 
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Spufgeschichten von Gustav Klitscher. Il­lustriert von Raphael Kirchner. In farbigem Umschlag geh. 2 Mt., in Leinen gebunden 3 Mt. Carl Krab­

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? Vom fahrenden Volf, vom grotesken Hu­mor der Schmierenkomödianten und der Löwenbändiger, der Karusselbesitzer und der lebendigen Seejungfrau er­zählt in Wort und Bild die neue, prächtig ausgestat­tete Sondernummer der Meggendorfer Blät= te r", die soeben erschienen ist. Wir empfehlen sie un­seren Lesern, die einem kernhaften Humor zugänglich sind, auf das angelegentlichste. Das Quartalsabonne­ment kostet 3 Mk., bei direktem Bezug unter Kreuzband

be Verlag, Erich Gußmann, Stuttgart. Es sind keine Spufgeschichten für Küche und Hintertreppen, sondern es sind Spukgeschichten für die behagliche Kaminecke eines modernen Damensalons. In dem vorliegenden Bändchen schlägt der Novellist mehrmals wuchtige At­forde an. Die Geschichte vom römischen Wein Fra Be­one" hat den stärksten dramatischen Atem. Geheimnis-| 3.25 Mark. voller, ein leichtes Gruseln schaffend, ist die Novelle Madonna von Disentis", die Hüttengeschichte aus den Hochalpen Der Gottes sucher" und die Weihnachtsge­schichte Heimfehr". Der sehr liebenswürdige Plaude­rer, der auf hellere Töne gestimmt ist, verrät sich in den ansprechenden Erzählungen Das Erlebnis des Reve­rend Jefferson und Wie der Oberlehrer Lotterhos sich beinahe vergessen hätte".

Geschäftliches.

)( Hippokrates, der größte Arzt des Alter= tums, kannte die Nerven noch nicht. Das Gehirn war ihm nur ein Organ zur Schleimabsonderung. Diese er­staunliche Unkenntnis des berühmten Heilkünstlers, die im schroffen Gegensatz steht zu seinen ausgezeichneten

Kenntnissen auf anderen Gebieten der Medizin, beweist jedenfalls, daß die alten Griechen sehr wenig mit den Nerven zu tun hatten, daß sie nicht nervös waren, wie wir heutigen Menschen. Das kam wohl hauptsächlich daher, daß die Alten eine viel vernünftigere Lebens­weise als wir führten. Sie bewegten sich fast den gan­zen Tag in freier Luft, machten sich viel förperliche Be­wegung und waren einfach und mäßig im Trinken und Essen. Wie ganz anders leben wir heute? Wie viel unvernünftiger! Wir hoden im Zimmer und unter­graben unsere Gesundheit durch den Genuß schädlicher nervenerregender Getränke. Die Ausrede, daß dies un­sere modernen Kulturverhältnisse so mit sich bringen", ist nur zum geringen Teil stichhaltig. Die immer mehr zunehmende allgemeine Pflege des Sports im Sommer und Winter ermöglicht es jedem, bei einigermaßen gu­tem Willen jeden Tag mehrere Stunden im Freien zu zubringen, um seinen Körper zu stählen. Und für die nervenerregenden Getränke findet man z. B. in dem be­fannten und gesunden Kathreinerschen Malzkaffee den denkbar besten Ersatz.

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Nummer 21.

11. Oktober 1911.