Einzelbild herunterladen

Was der Kanzler lieft.

Eine englische politisch- gesellschaftliche Zeitschrift veröf fentlicht, wie der Inf." aus London geschrieben wird, in ihrer jüngsten Nummer den Aufsatz eines englischen Aristo­fraten, in dem dieser des weiteren ausführt, welche Bü­cher die ständige Lektüre des Reichskanzlers Bethmann Hollweg bilden, da diese Lektüre mit den politischen An­schauungen des Kanzlers sicherlich nicht ohne Zusammen= hang ist. Der Engländer will wissen, daß der Reichskanzler die englische und französische Sprache vorzüglich beherrscht und sehr viel Zeit dem Studium englischer Zeitungen und Zeitschriften sowie französischer Neuerscheinungen widmet. Er liest alle diese Veröffentlichungen in der Original­sprache, ohne sich jemals eines Uebersezers zu bedienen.

Wunsch des Kronprinzen unterblieben. Die Jugend drückte fich die Nasen platt und freute sich über die glänzenden Uniformen, deren Träger ungeduldig die blanken Schienen­stränge entlang schauten. Als die Motoren des kronprinz­lichen Automobils an zu rattern fingen, kam der Zug in Sicht und fuhr gegen 12 Uhr langsam in die Halle ein. Der ganze Empfang trua den Charakter ciner Familien­feier; teine offizielle Begrüßung, nur Händeschütteln und Drücken, Jubel und Trubel. Als erste verließ die Ge= mahlin des Thronfolgers, deren frisches Aussehen ange= nehm auffiel, den Zug. Ihr waren die Prinzessinnen Eitel­Friedrich und August Wilhelm entgegengeeilt. Seiner Ge­mahlin folgte der Kronprinz, der auf die Grüße der Menge nach allen Seiten dankte. Unter den andauernden Hoch­rufen der Menschenmenge bestieg das kronprinzliche Paar nach wenigen Augenblicken Aufenthalt mit seinem Gefolge die Automobile, die die Heimgefehrten ins Marmorpalais brachten. Auf der Terrasse des Schlosses standen die drei kleinen Söhne des kronprinzlichen Paares mit großen Blumensträußen in den kleinen Händen und stürmten den Eltern entgegen, als die Wagen heranrollten.

Zuerst behandelt der Artikelschreiber die Zeitungen, de­nen Bethmann Hollweg Beachtung und Interesse schenkt. Von deutschen Zeitungen liest er fast alle in Berlin erschei­nenden Blätter und sämtliche größere Zeitungen der Pro­vinz. Sie hängen an jedem Morgen in dem Arbeitszimmer des Kanzlers, wo er ihnen eine Stunde Zeit widmet, be­vor er sich seiner anderen Tätigkeit zuwendet. Sämtliche politischen Nichtungen, von der konservativen bis zur sozial­demokrattschen, sind darin vertreten. Außerdem erhält er täglich Ausschnitte von allen auf seine Ressorts bezüglichen Zeitungsstimmen. Jeden Tag macht er auf den Zeitungen seine Bemerkungen über diejenigen Artikel, über deren Ur­sprung er näheres erfahren will, oder auf die er im Parla­ment eingehen will. Von ausländischen Zeitungen Itest er dte Times", den Matin", den Figaro" und" Le Journal". Von den Zeitungen der anderen Länder erhält er nur Aus­schnitte, zum Teil in Uebersehungen. Auf dem Gebiete des Buch- und Zeitschriftenwesens bringt er jetzt in erster Reihe allen neueren nationalökonomischen und politischen Erschet­nungen das größte Interesse entgegen. Hierbei ist es gleich­gültig, ob es sich um ein Buch oder um einen gediegenen Artikel einer Zeitschrift handelt. Sein Interesse bekun­det er nicht nur durch die Lektüre, sondern auch dadurch, daß er alle diese Veröffentlichungen sammeln und einem Archiv einverleiben läßt, um gelegentlich darauf schnell zu­rückkommen zu können, wenn die Frage, die darin behandelt ist, ein aktuelles Interesse gewinnt.

Ueber dem Bahnhof freuzten während der Empfangs­feierlichkeit zwei lenkbare Luftschiffe, das Mili­tärluftschiff M. 4" und der Siemens- Schuckertsche Ballon, die schon dem fronprinzlichen Zuge eine große Strecke ent­gegengefahren waren. Die Passagiere warfen von oben Blumen herab und schwenkten mit den Tüchern. Die Luft­schiffe fuhren so niedrig, daß man die Personen in den Gondeln erkennen konnte, und so gab es ein erneutes Grüßen und Tücherschwenken herüber und hinüber ohne Ende.

Unter den Werken, denen der Kanzler regelmäßig ein größeres Studium widmet, nennt der Engländer die Schrif­ten Wagners und Schmollers, sowie eigenartigerweise alle bedeutsameren Veröffentlichungen über Marinefragen. Von neueren Philosophen bevorzugt er die Schriften Hundts, wenn er auch allen anderen Erscheinungen nicht gleichgültig gegenübersteht. Der Artikelschreiber betont, daß in der Bi­bliothek des Reichskanzlers sich eine erstaunliche Anzahl ge= diegener Ausgaben der älteren Philosophen, besonders Kants und Leibniz', vorfinden, von denen sehr seitene Ein­zelwerke und große Gesamtausgaben vorhanden sind. Ein aktuelles Interesse hat die Mitteilung, daß eine besondere Abteilung der Bibliothek die Entwicklung der Frage des Weltfriedens umfaßt. Hier dürfte wohl keine wesentliche Stimme fehlen, die sich über dieses Thema jemals von den ältesten Zeiten an geäußert hat. Der Artikelschreiber be­merkt dabei, daß die Männer von großer geistiger Bedeu­tung sich meist der Frage des Weltfriedens gegenüber sehr mißtrauisch verhalten, da sie zugleich Völkerpsychologen sind und wissen, daß ganze Wölfer nicht von einem bestimm­ten Geist erfüllt werden können.

Seit der letzten Anwesenheit des Kanzlers in der sie­benstündigen Aufführung des Faust II" wiffen wir, daß der Kanzler auch für die Literatur viel übrig haben muß, da er sich von seiner kostbaren Zeit so viel davon abgespart hat. Der Engländer bezeugt dies auch dadurch, daß er von dem reichen literarischen Bücherschatz des Kanzlers erzählt. Er berichtet, daß der Kanzler zu seiner Erholung fast täglich zu irgend einem Bande eines Dichters greift. Charakteri= stisch ist seine Vorliebe für die kraftvolle Art Gottfried Kel­lers und für die Dramen Hebbels.

Das Kronprinzenpaar wieder daheim.

Rundschau vom Tage.

Politisches..

Eine Reorganisation des französischen Staatseisens bahnneges. Die französische Kammer nahm die sämtlichen Artikel des Finanzgesetzes, die sich auf eine Reorganisa­tion des Staatseisenbahnnetzes beziehen, in ihrer gestri­gen Sigung an und lehnte mit 226 gegen 213 Stimmen den von der Regierung befämpften Abänderungsantrag ab, der bestimmt, daß in den Eisenbahnrat Vertreter des Handelsstandes, der Landwirtschaft und der Arbeiterschaft gewählt werden sollen, nahm aber ungeachtet des Wider­standes des Arbeitsministers einen Abänderungsantrag an, demzufolge nur Arbeiter als Vertreter in den Eisen­bahnrat gewählt werden sollen.

Vom Aufenthalt des Kaiserpaares auf Korfu wird gemeldet: Am Dienstag mittag begaben sich der König von Griechenland sowie das griechische Kronprinzenpaar nach dem Achilleion, wo sie von dem Kaiser und der Kai­serin empfangen wurden. Die griechischen Herrschaften nahmen an der Frühstückstafel teil. Der Kaiser und die Kaiserin sowie Prinzessin Vittoria Luise begaben sich am Nachmittag im Automobil zur Stadt nach dem griechischen Königspalast, wo sie vom König, dem Kronprinzen und der Kronprinzessin, sowie den anwesenden Mitgliedern der königlichen Familie empfangen wurden. Die Herr­schaften nahmen gemeinsam den Tee ein, worauf der Kai­ser, die Kaiserin und Prinzessin Vittoria Luise nach dem Achilleion zurückkehrten.

Berleih

Cine außer

Medlenbur Schultnaber Chwerin& andere Sch brochen wo Ertrinken thnen trob verliehen. große Lebe Niemann u Großherzog die von Be und Menne fondern wo ellt, fonnte mühung v mit Widm alles fling felbstmorde Ein f in Steglit wurde die

Aus Abessinien fommen wieder einmal recht geheim nisvolle Nachrichten. Wie aus Addis Abeba, der Haupt­stadt des Landes gemeldet wird, ist der Vormund des Thronerben und Regent von Abessinien in vergangener Nacht gestorben. Er war vor einigen Tagen von einer Lähmung befallen worden. Gerüchte wollen wissen, daß er feines natürlichen Todes gestorben sei.

Nach den neuesten Reisedispositionen des Kaiserpaares ist die Abreise von Korfu auf die ersten Tage des Monats Mai festgesetzt. Von hier reist das Kaiserpaar nach Karls­ruhe zum Besuche des Großherzogspaares, wo ein Aufent­halt von zwei Tagen vorgesehen ist. Die Kaiserin fährt von dort nach Potsdam zurück, während sich der Kaiser zu den Truppenschauen nach Straßburg und Met begibt. Am 10. Mai erfolgt die Weiterreise nach Wiesbaden, wo der Kaiser bis zum 14. Mai verbleibt. Am 14. erfolgt die Reise nach England zu den Krönungsfeierlichkeiten, an der auch die Kaiserin teilnimmt. Der Aufenthalt in Eng­land soll bis zum 22. Mai dauern. Am 24. oder 25. Mai wird das Kaiserpaar wieder in Potsdam eintreffen.

Am Dienstag mittag ist unser Kronprinzepaar nach fünfmonatiger Abwesenheit wieder heimgekehrt. Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine Heimkehr. Tausende von Berlinern und Potsdamern nahmen teil an der Be­grüßung des fürstlichen Paares, in dem Gefühl, daß ohne dieses Herzliche Willkommen eine solche Feier gar feine Feier gewesen wäre. Und daß nicht nur Schaulust es war, die alle Schichten der Bevölkerung zu so freundlichen Kund­gebungen trieb, bewiesen die dicht besetzten Fernbahn­steige des Schlesischen Bahnhofes und des Bahnhofes Fried­richstraße. Nur wenige Minuten Aufenthalt; ein frisches, gewinnendes Lächeln der Kronprinzessin und ein Nicken des Kronprinzen und schon gab unter anhaltenden brau= senden Willkommenrufen der Oberbahnhofsvorsteher in ei­gener Person das Zeichen zur Abfahrt. Auf dem Fried­richstraßen- Bahnhof konnte man bis an die Türen des kron­prinzlichen Salonwagens Herantreten, und auch hier nah­men die Hochrufe fein Ende, als der Kronprinz und dann auch die Kronprinzessin am Fenster erschienen, beide mit fröhlichen, von der südlichen Sonne gebräunten Gesichtern. Die Ankunft in Potsdam bildete natürlich den Höhe= punkt der Begrüßungen durch die Bevölkerung. Alle zere= montellen Feierlichkeiten für den Empfang waren auf

14)

Des Rätsels Lösung.

Roman von Ludwig Blüm cf e. ( Nachdruck verboten.) Er war ein Schwärmer, ein Träumer, man hätte sa­gen mögen, ein kindliches Gemüt, obwohl er der Tollsten einer gewesen im Leben der Weltlust.

Kleine Nachrichten.

Die Leiche des Oberstleutnants v. Schlichting trifft am Sonntag nach Ostern mit dem Hamburger Dampfer Sa­mos in Hamburg ein. Bei der Landung der Leiche findet eine größere militärische Trauerfeier statt.

Ueber 40 000 leere Wohnungen und Gewerberäume zählt man in Berlin und in den Vororten. Auf Berlin entfallen deren rund 30 000. Diese leerstehenden Wohnungen liegen vorwiegend im Nordosten und Norden. Viele Haus- und Grundbefizer sind dadurch in schwere Bedrängnis geraten. Während sie früher nur den Nutzungsertrag zu versteuern hatten, müssen sie jetzt ihren Grundbesitz nach dem gemeinen Wert versteuern, unbekümmert darum, ob die Häuser leer stehen.

Ueber die Geschäftslage des Reichstags wird der N. Gesellsch. Korr." neuerdings geschrieben: Es steht zurzeit noch feineswegs fest, ob der Reichstag im Herbst zu einer Session zusammentreten wird oder nicht. Die parlamen­tarischen Parteien haben noch keine Entschließungen in dieser Hinsicht gefaßt, und es darf als gewiß angenommen werden, daß die Regierung die Absicht hat, vor der Hand den weiteren Verlauf der am 2. Mai wieder beginnenden Verhandlungen des Reichstages abzuwarten, bevor sie ih­rerseits zu der Frage Stellung nimmt.

Er dachte also daran, zunächst der Komtesse Edelgard einen Heiratsantrag zu machen. Daß er Erna niemals vergessen würde, daß seine Phantasie dieses Wesen auch nach der Ehe noch immer wie in Traum von einem Glüd umgaukeln würde, welches zu erreichen ihm nicht beschie­den, damit rechnete er beständig, wenn er sich das Bild der Zukunft ausmalte.

Ein Millionenvermächtnis ist der Stadt Mannheim zu­gefallen. Der gestern dort verstorbene Privatter Friedrich Traumann hat der Stadt testamentarisch 1 Million Mark zu wohltätigen Zwecken vermacht.

Der Bundesrat ist anläßlich der Osterfeiertage bis Ende April in die Ferien gegangen. Die Ausschüsse wer­den in den letzten Tagen dieses Monats ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, während die erste Plenarsizung nach den Ferien am 1. Mai stattfindet.

Ein großes Meteor versetzte am Montag die Bevölke rung Siziliens in Schrecken. Abends gegen 7 Uhr wurde ein Meteor an der kalabrischen Küste gesichtet. Das Meteor verschwand schließlich unter gewaltiger Detonation. Die Bevölkerung von Messina und Catania war, in furchtbarer Aufregung, bis sie über die Ungefährlichkeit der Erscheinung aufgeklärt wurde.

Die graue Felduniform wird im diesjährigen Kaiser­manöver nicht zur Verwendung kommen. Es liegt dies daran, daß die Truppen über volle Friedensgarnituren noch nicht verfügen. Die bereitliegende Kriegsgarnitur soll aber aus naheliegenden Gründen im Frieden nicht an­gegriffen werden.

,, Ach, wahrhaft glücklich darf ich ja nicht werden," gestand er sich ehrlich. Ich kann es eben nur werden, Soweit die Grenzen meiner bevorzugten Stellung im Leben es mir gestatten, soweit mein Vater und meine Ahnen es billigen. Nun, mit diesem Glück will ich mich wenig­stens abzufinden suchen, so gut es geht. Ein Narr wäre ich, täte ich es nicht."

5. Kapitel.

Dem Großfener in Tokio sind 6676 Häuser, 9 Tempel, 2 Fabriken und 1 Feuerwehrdepot zum Opfer gefallen. Nach den bisherigen Feststellungen sind vier Personen um­gekommen und 133 mehr oder weniger schwer verletzt. Be­hörden, Zeitungen und Private bemühen fich, die Not der 40 000 Obdachlosen zu lindern.

Im Kampfe mit russischen Räubern. Unweit der preu ßisch- russischen Grenze wurde ein Teil der Räuber verhaf­tet, die kürzlich einen Postwagen bei Kalisch überfielen und gegen 100 000 Rubel erbeuteten. Im ganzen waren bei dem Raubzug ctwo 30 Banditen beteiligt. Ein Gendarm und zwei Wachtmeister wurden im Kampfe mit dem Gesindel erschoffen.

Eine Folge des Modernisteneides. Wie die Deutsche Tagesztg." meldet, haben der Magistrat und das Stadt­verordnetenkollegium von Landsberg a. d. W. einen von tatholischer Seite gestellten Antrag, in den Lehrplan der Bürger- und Mittelschule katholischen Religionsunterricht aufzunehmen, mit der Begründung abgelehnt, daß die Geistlichen den Modernisteneid geschworen hätten. Die Bürger- und Mtitelschule zählt 46 katholische Kinder.

Erna Raben war, wie der Wedelsteiner Arzt leichthin fonstatierte, bleichsüchtig. Keine rechte Lebensfreude, trotz­dem sie Braut, der Appetit mäßig, die Wangen etwas schmal und blaß, natürlich altbekannte Anzeichen dieser zur Mode gewordenen Krankheit.- Eisenpillen, Milchkur und was der Doktor sonst in solchen Fällen zu verordnen pflegte, brauchte die Patientin mit pünktlicher Gewissen­haftigkeit. Es wurde jedoch nicht besser mit ihr, darum hatte man nichts dagegen, daß sie ein Vierteljahr nach Finkenstein, wo ein Oheim Oberförster war, übersiedelte. Waldluft und Landluft hatte sie ja hier ebensogut, aber es war doch eine Luftveränderung, die bisweilen Wunder­binge verrichten soll.

Hungersnot in Sibirien. Im Gouvernement Jakutsk ist eine Hungersnot ausgebrochen, die noch täglich anwächst. Massenweise kommt das Vich um; unter der Bevölkerung sind infolge des Hungers Infektionskrankheiten ausge­brochen. Das Eingreifen der Verwaltung ist bis jetzt re­sultatlos.

sechs Meilen von Wedelstein entfernt war, und Vater und Mutter Raben lebten seit langer, langer Zeit wieder ein­mal allein in dem schlichten Häuslein, das sie nunmehr fünfunddreißig Jahre bewohnten. Seit dem ersten glück­lichen Jahre ihres an Freuden und Leiden so reichen Ehe­lebens waren sie wieder ganz unter sich.

Erna reiste also ab nach der Oberförsterei, die gut

Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich Dienstag nach­mittag auf dem Schiffahrtsdamm in Essen an der Stelle, wo die Eisenbahnschienen die Straße kreuzen. Beim Heran­brausen des Zuges scheuten die Pferde eines mit Soldaten besetzten Wagens. Der Wagen wurde in einen Graben ge worfen. Sieben Mann wurden schwer verletzt.

,, Ein seltsam Gefühl," meinte der Rentmeister, seine Pfeife anzündend und sich aufs Sofa segend. Aber seine Gattin trocknete die Tränen und schluchzte laut: Es ist nicht Bleichsucht allein, ich weiß es besser, als der Arzt!"

Schwere Fälle von Selbstverstümmelung sind in einem Petersburger Gefängnis festgestellt worden. Einige Ver brecher hatten sich den Leib aufgeschnitten. Die schwer Ver­wundeten wiesen jede ärztliche Hilfe zurück. Die Ursache zu dieser Verzweiflungstat ist in der schlechten Behandlung zu suchen.

Wie oft hatte sie das heute schon wiederholt!- Ob wir recht getan haben mit der Verlobung, ich weiß es nicht. Sie scheinen mir doch ganz und gar nicht zu einan der zu passen. Er ist undurchsichtig! Mir ist er viel zu flug. Trotzdem ich auch kluge Leute leicht verstanden habe, mit denen ich bisher in Berührung gekommen bin." Der Rentmeister blies dicke Rauchwolken vor sich hin und fand nicht das rechte Wort zur Beruhigung seiner erregten Gattin.

Gemütlich war es heute nicht hier im sonst so trauten Wohnzimmer, wo er nach des Tages Mühen Erquickung und angenehme Ruhe zu finden gewohnt.

Aus den Gerichtssälen.

Eine Tragödie in der Kaserne. Vor einiger Zeit hatte ein Unteroffizier des 3. Garderegiments in Berlin einem Grenadier Rieß befohlen, am geheizten Ofen seine Stiefe! zwölfmal einzuschmieren und dann wieder zu putzen und etwa 50mal die Bürste vom Boden aufzuheben. Beim 20. Male hatte sich Rieß geweigert und dem Unteroffizier die Stiefel vor die Füße geworfen mit dem Bemerken, er pube nicht weiter, er sei doch nicht verrückt. Aus Angst, daß die Sache gemeldet werden könnte, stürzte Rieß sich aus dem Fenster und starb an den Folgen des Sturzes. Das Ober­friegsgericht des Gardekorps verurteilte am Dienstag den Unteroffizier wegen unvorschriftsmäßiger Behandlung Un­tergebener zu sechs Wochen Mittelarrest. Der Anklage= vertreter hatte vier Monate Gefängnis beantragt.

Burichen a Minuten ve die Uhland

ftreďte fie Inlete dann dem Verfu Portemonn gestört und Gestän

bett. Mitte helden( Sa

fchwerkrant

Frankenhau

nen am 21 den Namen in Schlefie feiner Gin

fenhause g

Anstaltsar

16. April gangen ha

81. Oktober taten fonn

Mund vers

nun damit

polizei die

Die L

dorf ist am vor fich ge

Fahrt den

Minuten i

türlich, all die kleinen Eindrücke auf den Strichelchen! Jetzt sehe ich es. Der Schein muß durchgepaust sein. Die Figuren sind sorgfältig umzeichnet, jedenfalls mit einem sehr spizen Instrument."

Der General betrat heute in heiterster Stimmung des Rentmeisters Kontor, begrüßte seinen alten Getreuen recht freundschaftlich und legte ihm ein Pack Banknoten auf den Tisch mit den Worten:., Sabe soeben ein gutes Ge= schäft gemacht. Nachbar Wendland hat mir tausend Mark für die Fuchsstute gegeben, weil er nun einmal veharrt ist in das alte Tier. Können das Geld Sonntag zum Auszahlen der Leute benutzen.- Uebrigens sehen Sie. Sie doch einmal diesen Hundermarkschein an." Dabei entnahm er dem Pädchen einen solchen und reichte ihn dem Rentmeister. Fällt Ihnen an dem Ding nichts auf? Hal­ten Sie es doch einmal gegen das Licht!"

Raben schüttelte den Kopf und meinte, seine Augen wären gar so schwach. Aber plötzlich rief er aus: Na=

Offenbar hat der Schein sich in den Händen eines Falschmünzers befunden. Könnte ja allerdings auch auf einen Scherz oder auf die Langeweile zurückzuführen sein," meinte der General. Nachbar Wendland ist jedenfalls unschuldig. Ich sah die Strichelchen sofort. Habe mir die Nummer des Scheins auf alle Fälle ins Notizbuch ge­schrieben. Wer weiß, wozu das gut ist."

-

Er legte denselben wieder zu den übrigen und Herr Raben verwahrte das Paket in dem großen, eisernen Geld­schrank.

" Famoses Frühlingswetter heute," fuhr der General zu plaudern fort. Wie geht es Ihrer Tochter eigentlich? Wann soll die Hochzeit sein?"

,, Dank der Nachfrage, Exzellenz! Die Erna ist leider etwas bleichsüchtig. Glabe faum, daß noch vor Weihnach­ten die Hochzeit sein wird."

,, Hm, das ist allerdings noch lange hin. Wenn Her Woltersdorf nur nicht ungeduldig wird. Mir scheint, der ist in letzter Zeit recht verstimmt. Kann Ihnen übri­gens, ganz unter uns natürlich, die Mitteilung machen, daß mein Sohn auch auf Freiersfüßen geht. Wills Gott, dann erlebe auch ich bald eine fidele Hochzeit."

Der Rentmeister traute wieder einmal seinen Ohren nicht. Er murmelte etwas wie einen Glüdwunsch und schien von dieser Mitteilung recht angenehm berührt.

Woltersdorf erschien in letzter Zeit lange nicht mehr so häufig bei Rabens wie früher. Wohl begegnete er sei­nen zufünftigen Schwiegerelfern nach wie vor mit ausge= suchtester Liebenswürdigkeit, aber, daß ihn sein Bräutt­gamsstand nicht befriedigte, ließ er doch deutlich genug durchblicken. Frau Raben quälte bereits ernstliche Besorg­nis, daß die Verlobung noch auseinandergehen könnte.( F.f.)

oftwind w Die herau

freuzer m Ben Boge füdwestlich

wendete er de wieder fcheinlich d abgestellt 1

worfen wu

glatte Land

Zu de

Plate. Di

Konkurs

Bremen H

Johann G

eingetreter

Ueberführ

der Elter

wiffenlos über geha

sammenbr

Mutter ge

Reverses

thr gesam

fommt no

fiz in So gebrachtes in die

Tofigkeit a Die

in Ameri

Staate

Nation n

Mit Art

pen und

gleichgefin

Feldzüger

Kansas.

Ueb

liner Bl

Sonntag der Krim night eine Stiefmutt

des Kinde

werden, d

den tann.

Mikhandl nicht gewi tatsächlich handelt w

ben aber

ersten Eh

wohner it

oft fie fei

fast imme

die von G

hatte er m

abend hör

Walter fu

fanden sid

gelegenen

daß der J

fache, nien

Leiche 34 jeden Fall

Aus 1

Der Frtit

Hausfraue

gleid mit

immer au

baren Gei

Meldung

Zagen be

Ort tomm

das Haus

bracht ha

feine Ver

Serr Sof