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Vermischtes.

Berleihung von Rettungsmedaillen an Schulknaben. Eine außerordentliche Ehrung durch den Großherzog von Medlenburg- Schwerin ist den zwölf- und dreizehnjährigen Schulknaben Otto Berlin, Friz Keil und Walter Rein in Schwerin zuteil geworden. Die drei Jungen hatten zwet andere Schüler, die im Winter in dem Ostorfer See einge brochen waren, unter eigener großer Lebensgefahr vom Ertrinken gerettet. Für die brave Tat hat der Großherzog thnen trob ihrer Jugend schon jetzt die Rettungsmedaille verltehen. Berlin fam bei dem Rettungswerk selbst in große Lebensgefahr, erhielt aber von seinen Gefährten Niemann und Poddehl rechtzeitig Hilfe, wofür diesen der Großherzog etne öffentliche Belobigung aussprach. Auch die von Berlin tem Waffer Entrissenen, die Schüler Lübbe und Mennert, hatten sich nicht mutwillig aufs Eis begeben, sondern waren eingebrochenen Spielgenoffen zu Hilfe ge= ellt, konnten diese aber nicht mehr retten. Für ihre Be mühung verlieh ihnen der Großherzog te eine filberne mit Widmung versehene Taschenuhr und Kette.- Das alles klingt anders als die Nachrichten von den Schüler­felbstmorden.

Ein schwerer Raubanfall ist in der vergangenen Nacht in Steglitz bet Berlin verübt worden. In der Uhlandstraße wurde die Frau eines Kaufmanns von einem unbekannten Burschen angefallen. Der Mensch hatte die Frau einige Minuten verfolgt; beim Einbiegen aus der Grunewald- in die Uhlandstraße stürzte er sich über die Wehrlose her und streckte sie durch eine wuchtigen Faustschlag zu Boden. Er fniete dann auf sein Opfer und würgte es am Hals. Bet dem Versuch, der Ueberfallenen die Handtasche und das Portemonnaie zu rauben, wurde der Täter durch Passanten gestört und zur Flucht gezwungen; leider entfam er auch.

Geständnis eines vierfachen Mörders auf dem Totens bett. Mitte Februar d. J. wurde in der Feldmark Salzder­helden( Hannover) ein etwa 40 Jahre alter Italiener in schwerkrankem Zustande aufgefunden und in das Vereins­frankenhaus zu Einbeck eingeliefert. Bei ihm fand man et­nen am 21. März 1910 in Schönfeld( Grafschaft Glatz) auf den Namen Luigi Bambieri ausgestellten Reisepaß und eine in Schlesien verausgabte Invalidenkarte vor. Bald nach feiner Einlieferung ist der Mann in dem genannten Kran­fenhause gestorben. Kurz vor seinem Tode legte er dem Anstaltsarzt das Geständnis ab, daß er in der Bett vom 16. April bis 31. Oktober v. J. in Schlesien dret Morde be­gangen habe und einen weiteren vierten Mord nach dem 81. Oktober im Harz. Ueber die Einzelheiten dieser Blut­taten konnte er nichts mehr angeben, da ihm der Tod den Mund verschloß. Die Staatsanwaltschaft in Göttingen ist nun damit beschäftigt, mit Hilfe der Berliner Kriminal­polizei die Richtigkeit deses Geständnisses nachzuprüfen.

Die Landung des Luftschiffes Deutschland" in Düffel: dorf ist am Dienstag nachmittag nicht ohne Schwierigkeiten vor sich gegangen. Das Luftschiff überflog in langsamer Fahrt den westlichen Stadtteil und erschien um 2 1hr 15 Minuten über der Ballonhalle. Bei sehr scharfem Nord­ostwind wurde ein vergeblicher Landungsversuch gemacht. Die herausgeworfenen Haltetaue zerrissen. Der Luft­freuzer mußte von neuem aufsteigen. Er flog in einem gro­Ben Bogen um die Ballonhalle herum und wurde dann in füdwestlicher Richtung bis nach Neuß hin abgetrieben. Hier wendete er sich wieder und nahm den Kampf mit dem Win­de wieder auf. Der mißglückte Landungsversuch ist wahr scheinlich darauf zurückzuführen, daß die Propeller zu früh abgestellt und die Haltetaue aus zu großer Höhe herobne­worfen wurden. Kurz nach brei Uhr gelang dann aber eine glatte Landung vor der Ballonhalle.

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als daß er eine Auktion einrichtete; die Mädchen sollten, wie einst auf den Sklavenmärkten im Süden die Neger, auf einen Block" gestellt und versteigert werden: derje= nige, der den höchsten Monatslohn bietet, wird eine der Vielbegehrten erhalten.

Zu dem Zusammenbruch der Bremer Baumwollfirma Plate. Die Verhaftung des jüngeren Teilhabers der in Konkurs geratenen Baumwollfirma Gebrüder Plate in Bremen hat zur Folge gehabt, daß bei dem Seniorchef Johann Emil Plate und dessen Gattin Tobsuchtsanfälle eingetreten find, ble, so meldet der B. Lok.- Anz.", thre Ueberführung in eine Anstalt nötig machten. Der Zustand der Eltern wird begreiflich, wenn man bedenkt, wie ge= wissenlos der verhaftete Sohn besonders der Mutter gegen= über gehandelt hat. Noch am Abend vor dem völligen gu­sammenbruch, den er klar voraussehen mußte, ist er zu der Mutter gegangen und hat diese zur Unterzeichnung eines Reverses über 400 000 M bewogen, wodurch die Frau um ihr gesamtes eigenes Barvermögen gekommen ist. Dazu kommt noch, daß bekanntlich ein wertvoller Sommerwohn­fitz in Horn bei Bremen und ein Landgut, die beide ein= gebrachtes Gut der Mutter und ihr Eigentum waren, mit in die Konkursmasse fallen, weil man sie einst in Sorg­Tosigkeit auf den Namen Emil Plate hatte eintragen lassen. Die eifrigste Borkämpferin der Temperenzbewegung in Amerita, Miß Carry Nation, ist in Leavenworth im Staate Kansas im Alter von 65 Jahren gestorben. Mik Nation war der Schrecken der amerikanischen Gastwirte. Mit Art und Revolver bewaffnet stürmte sie in dei Knei­pen und zertrümmerte die Schnapsflaschen. Ein Häuslein gleichgesinnter Männer und Frauen folgten ihr bei ihren Feldzügen. Das Hauptfeld ihrer Tätigkeit war der Staat Kansas.

Die getränkten Cölner. Die Tatsache, daß der Zep­pelinballon Dienstag mittag auf seinem Fluge von Bonn aus wiederum über den Rhein flog, um in weitem Bogen der Festung Cöln auszuweichen, hat in der Cölner Bür­gerschaft großen Unwillen verursacht, da man allseitig der Auffassung ist, daß das Kriegsministerium der deutschen Luftschiffahrtsgesellschaft das Kreuzen über Köln als Festungsstadt nicht gestattet hat. Vor einiger Zeit wurde die Stadtverwaltung beim Kriegsministerium vorstellig, was anscheinend erfolglos geblieben ist. Der Ballon nahm seinen Weg über das bergische Land und strebte weit un­terhalb Cölns wieder dem Rheine zu. Nachdem das Luft­schiff in Düsseldorf stationiert ist, wird die Frage akut, ob die vereinbarten Fahrten nach Cöln unternommen werden. Es wird von interessierter Seite aus erneut eine Bewegung gegen das Verbot eingeleitet.

Berlin und Leipzig. Berlin: Straßenbahn. Eine Dame ist falsch aufgestiegen, fragt den Schaffner:" Fahren Ste Spittelmarkt?" Schaffner: Nein Nr. 78". Dame steigt aus. Leipzig: Dieselbe Szene. Dame: Heern Se, fahrn'n Sie naachen Bayerschen Bahnhofe?" Schaff= ner: Wo wollen Se' nn eechendlich hin, mei guhdes Frai­leinchen?" Dame: Nu, naachen Bayerschen Bahnhofe!" Schaffner: Do machen wir aber nich hin, mei Frailein­chen. Ich will Ihn' was saachen, glei gomm' mer ahn de Haldeschdelle, da genn Se ausschdeichen, un uff'n anderen Waachen warden. Nur noch eene Minude. Sähn Se, da sein mer schon. Na, adchee ooch, gomm Se guhd rimmer."

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Der Druckfehlerteufel im Theater. Aus Jauer( Schle­sien) wird vom 8. d. M. geschrieben: Ein Druckfehler auf dem Theaterzettel spielte gestern abend den Besuchern des Stadttheaters einen Streich. Da auf dem Zettel Das Bild des Signorelli" als Schauspiel in fünf Aften bezeich net war, blieb das Publikum nach Schluß des vierten Aftes, womit das Stück sein Ende erreicht hatte, ruhig sitzen und niemand machte Anstalten, das Theater zu ver­lassen. Ein jeder(!) erwartete den fünften Akt. Erst als die Musiker sich entfernt hatten, auf der Bühne die Lampen ausgedreht wurden und der Souffleur seinen Hals aus dem Kasten reckte mit dem Buruf: Es ist aus!" tam den Besuchern zum Bewußtsein, daß der Druckfehlerteufel seine Hand im Spiele hatte.

Oberschlesische Derbrecher.

Von dem früheren Leiter der Kriminalexekutivpolizei in Zabrze( Oberschlesien). Kriminalpolizeiinspektor Weitz, wird dem B. L.-A." geschrieben:

Der Bankraub in Myslowik, bei dem der oberschlesische Räuber Antol, dessen Festnahme in Neuyork jest glückte, den diensttunden Bankbeamten erschoß, und die Mordtaten des am Sonntag in Roßberg D.-S. erschossenen Raubmör­ders Kowoll lenken die allgemeine Aufmerksamkeit nach je­ner gefährlichsten Ecke" Deutschlands, nach Oberschlesien. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn wir Oberschlesien mit seinen lang sich hinziehenden Ortschaften, die durch Gruben, Schlackenhalden usw. In der Bebauung unterbrochen sind, mit seinen zum Teil undurchdringlichen Wäldern und end­lich mit seine nahe belegenen russischen und österreichischen Grenzen als ein Eldorado für das Verbrechertum bezeich= nen müssen. Die Polizei in den Großstädten mag sicher ei­nen schweren Stand mit der Bekämpfung des gewerbs­mäßigen Verbrechertums haben, aber lebensgefährliche oder tödliche Verletzungen der Beamten gehören verhältnismä­ßig zu den Seltenheiten.

Ueber das Martyrium eines Kindes wird einem Ber­liner Blatte berichtet: In Rirdorf starb in der Nacht zum Sonntag der siebenjährige Sohn des Maurers Herzog. Bei der Kriminalpolizei lief die Anzeige ein, daß das Kind nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern von der Stiefmutter zu Tode mißhandelt worden sei. Die Leiche des Kindes wurde beschlagnahmt und soll heute obduziert werden, damit die eigentliche Todesursache festgestellt wer= den kann. Ob der Tod des Kindes unmittelbar auf die Mihhandlungen zurückzuführen ist, erscheint daher noch nicht gewiß. Die Ermittelungen der Kriminalpolizei ha­ben aber ergeben, daß das Kind von seiner Stiefmutter tatsächlich in der rohesten und unmenschlichsten Weise be= handelt worden ist. Der kleine Walter stammte aus der ersten Ehe seines Vaters. Nach Aussagen der Hausbe­wohner stieß, puffte und schlug ihn seine Siefmutter, so oft sie seiner nur ansichtig wurde. Seine Hände wiesen fast immer Striemen und blutunterlaufene Stellen auf, die von Schlägen und Stößen herrührten. Auch am Kopfe hatte er nicht selten schwere Verlegungen. Am Sonnabend abend hörte man im ganzen Hause lange Zeit den kleinen Walter furchtbar jammern. Herzog und seine Frau be­fanden sich nicht in der Wohnung, sondern in einer nahe­gelegenen Kneipe. Am Sonntag hörte man im Hause, daß der Junge gestorben sei. Niemand erfuhr die Todesur­Sache, niemand wurde in die Wohnung gelassen, um die Leiche zu besichtigen. Gegen die Stiefmutter wird auf jeden Fall wegen der Mißhandlungen vorgegangen werden. Aus dem Eldorado der Dienstmädchen. Man schreibt der Frkft. 3tg." aus Neuyork unterm 31. März: Deutsche Hausfrauen mit ihren Dienstmädchensorgen sind im Ver­gleich mit ihren amerikanischen Schicksalsgenossinnen noch immer auf Rosen gebettet. Wie groß die Not an dienst­baren Geistern hierzulande ist, geht jetzt wieder aus einer Meldung aus Salem in Oregon hervor, wo vor einigen Tagen bekannt wurde, es würden zwei Mädchen in den Ort kommen, um sich nach Stellen umzusehen. Sofort war das Haus eines Herrn Hofer, der diese Freudenbotschaft ge= bracht hatte, von vierzig Frauen umlagert, die sämtlich seine Vermittelung zur Erlangung dieser Mädchen suchten. Serr Sofer wußte sich schließlich nicht anders zu helfen,

Der Ganz anders liegt die Sache in Oberschlesien. oberschlesische Polizeibeamte ist auf Schritt und Tritt Le­bensgefahren ausgesetzt, wie die Kriminalstatistik der letz­ten drei Jahre mit erschreckender Deutlichkeit lehrt. 1907 bis 1908 trieb der oberschlesische Ein- und Ausbrecher Don= der mit seiner Bande sein Unwesen, bis es endlich am 20. Januar 1908 dem Gleiwitzer Kriminalschuhmann Hamerla gelang, ihn in der Peter- Pauls- Kirche in Gleiwib, wohon er sich geflüchtet hatte, un din der gerade Gottesdienst abge= halten wurde, nach verzweifelter Gegenwehr festzunehmen. Bei der Festnahme fenerte der gefährliche Verbrecher meh­rere Schüsse auf den Beamten ab, die diesen zwar verfehl­ten, aber dafür einige Andächtige mehr oder minder schwer verletzten. Kurze Zeit darauf nahm die Zabrzer Kriminal= polizei seine verwegensten Komplicen, Suchannek und Wunczyk, fest. Letzterer, ein 18jähriger, aus der Erzieh­ungsanstalt in Wohlau ausgebrochener, baumstarker Für­forgezögling, griff bei der Festnahme ebenfalls zur Brow­ningpistole, und nur der Entschlossenheit des thn festnehmen­den Kriminalwachtmeisters, eines alten Artilleristen, war es zu verdanken, daß größeres Unheil verhütet wurde. Bet einer Leibesvisitation fand man bei ihm eine derartige Menge Munition vor, daß er imstande gewesen wäre, fich er­folgreich gegen ein ganzes Aufgebot von Schuhleuten zu verteidigen.

Geschlechts besteht aus 100 000 Mark. Unterstützungen sollen gewährt werden aus den Erträgnissen des Stiftungskapitals im Falle der Invalidität oder in Fällen der Not, insbe sondere dann, wenn die Pensionsanstalt der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger nach ihren Sabungen feine oder nicht genügende Unterstützung zu gewähren in der Lage ist.

Ein Renkontre zwischen Kutschern und Schußlenten. Berlin, 12. April. In Schöneberg fuhren zwei Kuts scher ständig auf einem der beiden Straßenbahngleise, so daß die Straßenbahnwagen nicht vorüberfahren konnten. Ein Schutzmann, der sich ins Mittel legte, wurde von einem Kutscher mit dem Peitschenstiel geschlagen. Der Täter er­griff die Flucht und es tam zu einer förmlichen Jagd auf den Entflohenen und schließlich zu einem Kampfe, bet dem ein zweiter Schußmann durch mehrere Peitschenhiebe Ver legungen im Gesicht davon trug. Der Beamte zog blank und versetzte dem Kutscher zwet scharfe Hiebe in den rechten Oberarm. Beide Kutscher wurden schließlich festgenommen. Vater und Sohn.

Berlin, 12. April. In Charlottenburg drang ein dem Trunk ergebener Steinklopfer mit einem Hammer auf set­nen Sohn ein, der am Kopfe schwer verletzt wurde. Der Sohn entriß dem Vater den Hammer, drängte ihn auf den Hof hinaus und verprügelte ihn derart, daß er halbtot lie­gen blieb.

Der Streit auf der Schichauwerft. Danzig, 12. April. Auf der Schichauwerft dehnt fich der Streif weiter aus. Zurzeit feiern 778 organisterte und 45 nicht organisierte Arbeiter.

Am 24. Mai 1908 erschlug der 23jährige Arbeiter Galezke in einer der belebtesten Straßen von Zabrze einen Möbel­händler in seiner Wohnung, um den Geldschrank zu berau­ben. Seine Festnahme gelang bereits am 26. Mat 1908. Vier Wochen später erschoß ein Grubenarbeiter in Zabrze seine Frau, seine Schwiegermutter und seine Tante. Der Polizei erwuchs die gefährliche Aufgabe, ihn aus dem ver­schlossenen Zimmer heraus zu verhaften. Obwohl der Mör­der noch mehree Schüsse in setner Browningpistole hatte, löste der mit der Verhaftung betraute Polizeikommissar die schwierige Aufgabe ohne Blutvergießen. In demselben Jahre glückte es, zwei weitere gefährliche Einbrecher, die Gebrüder Golombek mit ihrem Anhang in Kunzendorf D.-S. unschädlich zu machen. Emanuel Golombet gelang es hierbei zwar, obwohl ihm die Hände mit einer eisernen Fessel zusammengebunden waren, im Dunkel der Nacht zu entweichen er wurde aber einig Wochen später wieder verhaftet. Die Bande hatte ebenfalls bei einem Gasthaus­einbruch in Pilchowiz auf den sie überraschenden Gastwirt geschossen, diesen aber zum Glücke nicht getroffen. Mit der Unschädlichmachung dieser Raubgesellen war eine Zeitlang Ruhe im oberschlesischen Industriebezirk geschaffen worden, bts im vorigen Jahre fich neue Räuberbanden bildeten.

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Ein Meteor in der Bodenseegegend.

Lindan, 12. April. Eine Himmelserscheinung, wie fie aus Messina gemeldet wurde, ist auch in den in der Nähe von Lindau gelegenen Ortschaften beobachtet worden. Das Phänomen, das Montag abend 7,50 Uhr in Erscheinung trat, war von heftigen Erplosionen begleitet.

Schwere Dynamitexplosion.

Wien, 12. April. Aus Triest wird gemeldet, daß bei dem Transport von Bahnmaterial zwischen Levrana und Jfa eine große Menge Dynamit explodierte, die zu Spren gungen verwendet werden sollte. 5 Arbeiter wurden durch den Luftdruck weit fortgeschleudert. Zwet erlitten so schwere Verletzungen, daß sie bald darauf starben.

So tüchtig die Polizei in Zabrze, Beuthen, Kattowitz und Königshütte auch ist, so reichen doch ihre geringen Mannschaften nicht aus, die großen Flächen der Landbezirke einer dauernden Beobachtung zu unterziehen, und auch die außerordentlich bewährte oberschlesische Gendarmerie ist hier­zu nicht in der Lage. Not tut die schleunige Einführung einer starken königlichen Polizei, und es kann nur bedauert werden, daß man im Herbst 1910 von deren geplanter Ein­führung aus finanziellen Gründen Abstand nahm.

Drabinachrichten und neuestes.

Eine Konferenz prenhischer Seminardirektoren. Berlin, 12. April. Eine Konferenz der Direktoren der preußischen Lehrerseminare trat gestern mit Vertretern des Kultusministeriums zusammen.

Fleischergesellenstreik in Wien.

Wien, 12. April. Die Fleischergesellen beschlossen, heute früh in den Ausstand zu treten, weil die meisten Fleisch­hauerfirmen ien neuen Lohntarif nicht angenommen haben. E8 kommen etwa 2000 Gehilfen bei dem Streit in Betracht. Die Gehilfen der Engros- Markthalle und der Großschläch­tereien haben sich dem Strett nicht angeschlossen.

Großer Tabafarbeiterstreit in der Türkei. Saloniki, 12. April. Der Ausstand der Tabakar­better in der Provinz brettet sich immer weiter aus. In Rawala haben 10 000 Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Truppen sind in das Ausstandsgebiet entsandt worden. Unterschlagungen im französischen Ministerium des Aenßern.

Stiftung für hilfsbedürftige Schauspieler. Berlin, 12. April. Das Vermögen der Friedrich Haase­Pensionsstiftung für hilfsbedürftige Schauspieler beidersei

Paris, 12. April. Gestern wurden in der Kassen­abteilung des Ministeriums des Aeußern schwere Unregel= mäßigkeiten entdeckt. Wte die" Patrte" meldet, ist der Chef der Buchhaltung des Ministeriums. Hamon, vom Minister feines Amtes enthoben worden. Die Prüfung der Rech­nungsabschliffe für das ablaufende Geschäftsjahr sollen Un­regelmäßigkeiten in Höhe von 400 000 Francs ergeben ha= ben. Bei den Unregelmäßigkeiten soll es sich hauptsächlich um unerhört hohe Rechnungen für Marinebauten und Marinelieferungen handeln.

Die Aufstandsbewegung der französischen Winzer. Epernay, 12. April. Die Revolte der Weinbauern des Marnegebietes nimmt eine immer größere Ausdehnung an. Der Zug der Demonstranten traf gestern vormittag um 11 Uhr in Dizy ein. Es wurden rote Fahnen dem Zuge vorangetragen und rote Abzeichen mitgeführt. Die dortigen Weinbauern vereinigten sich mit den Ankommen­den und überfielen öret Champagnerhäuser. Es wurden die Türen der Weinlager erbrochen und alles zerstört, was den erregten Weinbauern in die Hände fiel. 230 000 la­schen Champaaner wurden zertrümmert. Die Weinbauern errichteten darauf Barrikaden in der Stadt und steckten Tonnen mit Teer in Brand. Dann begaben sie sich nach Ay. Auch dort drangen sie in die Champagnerlager ein und zerschlugen alle Flaschen und Tonnen. Der Wein floß in den Straßen buchstäblich in Strömen. Drei Schwadro. nen Dragoner wurden von den Weinbauern aufgehalten. Frauen warfen sich vor die Pferde. Bis gegen Mitternacht war es den Dragonern nicht gelungen, in das Dorf, das in eine Festung umgewandelt war, einzuziehen.

Einsturz eines Fabrifneubancs.

O Madrid, 12. April. In Alicante stürzte eine im Bau befindliche Guanofabrif ein. Von den Trümmerr wurden mehrere Arbeiter erschlagen.

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Ein Nachspiel an der Nenyorker Brandkatastrophe. Nenyorf. 12. April. Die strafrechtliche Untersuchung des Brandunglucks am Washingtonplab hat zur Erhebung der Anklage wegen Totschlaas gegen die Besiber der Blusen­fabrik Mar Blanck und Isaak Harris geführt. Bei der gestrigen Vernehmung hat ein Detektiv ausgesagt, die Trep­pentür im 9. Stockwerk des Gebäudes sei beim Ausbruch des Brandes verschlossen gewesen.

Bandel und Gerkebr.

Frankfurt, 11. April. Viehmarktspreise. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochien: a) vollileischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt( Lebendge­wicht) M 52-57,( Schlachtgewicht) M 95-98, die noch nicht gezogen haben( ungefocht)( Lebendgewicht) M 47-51, ( Schlachtgewicht) M 85-93, 6) junge fleischige, nich t ausge­mästete und ältere ausgemästete( Lebendgewicht) M 42 bis 46,( Schlachtgewicht) M 77-85. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 4 bis 48,( Schlachtgem.) M 76 bis 80, 6) vollfleischige jüngere ( Lebendgew.) M 41 bis 45,( Schlachtgew.) M 68 bis 75. C. Färsen und Kühe: vollfleischige, ausgemästete Färsen höch ften Schlachtwertes( Lebendgew.) M 45 bis 50,( Schlachtgew.) M 81 bis 89, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 44 bis 47, ( Schlachtgew.) M 82 bis 84, c) 1. wenig gut entwickelte Fär sen( Lebendgew.) M 40 bis 44, Schlachtgew.) M 77 bis 81, do. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendgew.) M35 bis 43,( Schlachtgew.) M 65 bis 74, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 30 bis 34.( Schlachtgew.) M 60 bis 68, e) gering genährte Kühe und Färfen( Lebendgew.) M 24 bis 27,( Schlachtgew.) M 55 bis 61. D. Gering genährtes Jungvieh: a) feinste Mast( Vollmilch- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgew.) M 62 bis 67,( Schlachtgew.) M 103 bis 112, b) mittlere Mast­und gute Sauatälber( Lebendgew.) M 56 bis 61,( Schlacht­gew.) M95 bis 103, c) geringe Sangfälber( Lebendgew.) M 50 bis 55,( Schlachigew.) M 85 bis 93. Schafe: A. Stall maftschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Le­bendgew.) M 41 bis 42,( Schlachtgew.) M 86 bis 88. Schwei­ne: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgew.) M48 bis 50,( Schlachtgem.) M_62 bis 63, 6) velfleischige Schweine unter 80 Kilogramm Le= bendgewicht( Lebendgew.) M 48,50 bis 49,( Schlachtgew.) M 62 bis 63, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgew.) M49 bis 50,( Schlachtgew.) M 01 bis 69, d) vollfleischge Schweine von 120 bis 150 Silogramm Lebendgew.( Lebendgew.) M 49 bis 50,( Schlachtgew.) M 61 bis 62,50.