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Ein Paradies für Angler und Jäger.

Chateau Frontenac", unter dessen vornehmem Namen sich das erste Hotel der Stadt verbirgt, sowie die Parlaments. gebäude und die lange Promenade Dufferin Terrace" mit reizenden Kiosks und dem Denkmale Champlains. Weiter rechts die alte Basilica" und die Laval- Universität usw.; alles das bietet einen ungemein harmonisch- unharmonischen An­blick dar. Eine Verschmelzung der Alten mit der Neuen Welt. Ein Mixtum compositum von Amiens, Dieppe, Brüssel, Paris und Kensington.

Das interessanteste Stück Quebec" waren für mich die dortigen Droschten: die sogenannten calèches", hohe, zwei­rädrige Einspänner, die an die Ritsch as im fernen Osten er­innern, nur daß in Quebec das Pferd die Stelle des ostasia­tischen Kulis vertritt. Das ,, Wägelchen" ist für zwei Personen bestimmt. Der Kutscher sitzt auf einer Art Fußbank vor seinen Fahrgästen. In dem carter"- dem Kutscher- kommt auch bereits der typische kanadische Charakter zur Geltung. An­statt der Peitsche ein ruhiges" Marche done!" Dieselbe sanfte Aufforderung, die der Polizist in Quebec an einen ,, unruhigen Passanten" richtet dieselben höflichen Worte, mit denen der Straßenbahnschaffner in Quebec die Passagiere bittet, ein wenig zusammenzurücken, eine Bitte, die sein Kollege jenseits der Niagara Fälle gewöhnlich mit einem Rippenstoß und dem Gebrüll: Move up to the front!" zu begleiten pflegt. Doch allzu lange dürfen wir in Quebec nicht verweilen, denn daß Dominion of Canada" ist riesengroß, und seine Hauptschönheiten liegen erst im fernen Westen, auch die Handelsmetropole Kanadas, die, graue Stadt" Montreal, sowie die Landeshauptstadt Ottowa mit ihrem kuriosen acht­eckigen Bibliotheksgebäude und die Queen City" Toronto werden daher nur flüchtig besucht. In Toronto können wir uns ebenfalls überzeugen, daß Kanada ein Land des Sports par excellence ist, denn wie überall in Kanada stehen auch in der Hauptstadt von Ontario Cricket, Golf, Hockey und das Nationalspiel Lacrosse in höchster Blüte. Ebenso gibt es in Toronto einige gute Pferderennen, eine kanadische Selten­heit, da außer Toronto nur noch Montreal einen Rennklub besitzt. Letzterer, der Montreal Sunt- Club", steht im besten Ruf und ist auch wegen seiner Fuchsjagden berühmt. Im Winter werden große Eisfestlichkeiten veranstaltet, wie der Eissport in Kanada überhaupt eine große Rolle spielt. Ski­laufen und Rodeln gehören im Winter in Kanada zur Tagesordnung.

Von Toronto begeben wir uns nach Sudbury, um dort die Hauptlinie der C. P. R.( Kanadische Pazific- Eisenbahn) wieder zu erreichen und unsere transtontinentale Reise nach Vancouver anzutreten. Denn nur dadurch, daß wir die ungefähr 3000 englische Meilen betragende Strecke von Sudbury bis zur Pazifictüfte zurücklegen, fönnen wir uns ein getreues Bild von der Pracht und der Majestät der kanadischen Naturwunder machen.

Der kleine Ort Sudbury inter­essiert uns durch seine Nickelindustrie. Dann geht die Reise weiter durch On­tario, die reichste und bevölkertste Pro­vinz Kanadas. End­lose Fluren, Wäl. der, Sügel und Seen verraten uns, daß wir ein äußerst fruchtbares und, wie uns ein ,, Native canadian" erklärt, auch wildreiches Gebiet durchfahren. Als wir den Nipi­gonfluß kreuzen, wird der alte Kana­dier erst recht ge­sprächig, und wir kommen zu der Über­zeugung, daß Ka­nada ein wahres Paradies für den Jäger und Angler sein muß. Später habe ich mich persönlich da­von überzeugen kön nen, denn ink anada wimmelt es tatsäch

lich von Wild, Geflügel und Fischen aller Arten. Elche, das sogenannte ,, moose- deer", Renntiere, Hirsche. Rehe, Bären, Antilopen, Biber, Wölfe, Wildenten, Fasanen, Schnepfen, Präriehühner, Lachse, Forellen, Barsche, Hechte usw. last not least einige schäbige Reste des einstmals fürstlichen kanadischen Büffel- Bestandes" gibt es in Kanada in so unheimlich großen Mengen und in Erstaunen setzender Qualität, daß ich mich hüten werde, noch mehr davon zu schwärmen, um nicht in den Verdacht des kanadischen Jägerlateins zu geraten. Schon nach kurzer Zeit konnte ich mich damals davon überzeugen, daß eine gute Büchse und eine Angel die beste Medizin für Malaria" sind.

Auf die Jagden hier näher einzugehen, verbietet mir der Raum, obwohl eine Canejagd auf einen Elch zu den inter­essantesten Abenteuern gehört.

Wir fahren jetzt am Ufer des Superior" entlang, und als wir den kleinen Ort Port Arthur aber fern von einem Namensbruder im fernen Osten erreichen, sind wir bereits über 1000 Meilen von Montreal entfernt. Hinter Port Arthur beginnt die Szenerie grandios zu werden. Das sma­ragdgrüne Wasser der Donnerbai" mit den rings umher­liegenden steilen, schwarzen und rötlichen Klippen gewährt einen etwas düsteren, aber bezaubernden Anblick. Bis Winnipeg genießen wir nun fast ununterbrochen ein wundervolles Land­schaftsbild: reißende Flüsse und rauschende Wasserfälle, herrliche Wälder, Seen und imposante Gebirge. Die Kultur aber macht sich hier nur durch vereinzelte Sägemühlen bemerkbar.

Ungefähr hundert Meilen vor Winnipeg beginnt die große Prärie des kanadischen Westens. Wir sehen hier jedoch noch nichts von den ungeheuren landwirtschaftlichen Erfolgen, die in den letzten Jahren im Westen Kanadas zu verzeichnen ge­wesen sind, denn dieses Kanada ist erst hinter Winnipeg zu finden.

Dann aber glauben wir uns in ein wahres Paradies versetzt. Unermeßliche Getreidefelder und saftige Gras­flächen, blühende Farmen und zahlreiche Viehherden, wo­hin das Auge auch blicken mag. Ein Farmer macht uns darauf aufmerksam, daß hier der berühmte Hard Fyfe Wheat" ( Weizen) von Manitoba" gezogen wird.

Wir gelangen nun in den Distrikt von Alberta, der wegen seiner Pferdezucht das Kentucky von Kanada" genannt wird. Alberta eignet sich infolge seiner hohen Lage, der trockenen und kräftigen Luft und seines Wasserreichtums ausgezeichnet für die Pferdezucht. Die Züchter haben sich nicht gescheut, mit großen Kosten Vollblutmaterial von England, Kentucky und Frankreich zu importieren. Alberta ist außerdem ein Dorado für den Jäger, denn hier findet er alles, was ein Jägerherz höher schlagen lassen kann. Ebenso verhält es sich in Alberta mit dem Angelsport. Die Haupt­stadt von Alberta, Regina, ist das Hauptquartier der Mounted Police", die in dem Lande das Militär vertritt und die Ordnung aufrechterhält.

Die Hirtenkolonie Rivisecca am Monte Rotondo. im Banne des Meeres, das herr­lich an die von zerklüfteten Ufer­felsen umpanzerte Küste brandet. Erst der letzte Teil des Weges biegt vom Meere ab ins Innere des Landes, bis man die blinkende Flut in Ajaccio wiederfindet.

Ajaccio bietet als Hauptstadt und als Geburtsstadt Napoleons naturgemäß das größte Interesse unter den Städten der Insel, doch lassen sich sämtliche Sehenswürdig­keiten Ajaccios von Eiligen ganz gut in einem Tage bewältigen. Auf keinen Fall wäre aber ein zweiter Tag, den man der pracht­vollen Umgebung widmen würde, verloren. Am lohnendsten ist ein Spaziergang auf dem Strandwege bis Barbicaja( 6 km), woselbst in Hotels Erfrischungen zu haben sind. Unterwegs kommt man bei dem kilometerlangen

Auf Korfita.

Der Solf von Porto.

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Familiengräber- Friedhofe vorbei. Von Ajaccio benutzt man die Bahn bis zu dem Stunden Bahnfahrt entfernten Bocog­nano( 620 m). Von hier wandert man zu Fuß durch die großartige Alpenwelt des Monte Renoso ( 2327 m) und Monte d'Oro ( 2391 m) und über den Paß von Vizzavona( 1170 m) nach der Station Vizzavona( 900 m). Auf der Südseite des Passes breitet sich ein herrlicher Buchen­wald, nördlich dagegen umfängt uns die Pracht des 1382 ha großen Kiefernforstes von Viz­zavona. In diesem liegt an der Straße das komfortable große Hotel Monte d'Oro und in Vizzavona selbst gleichfalls ein gutes Hotel. Von hier über Corte nach Bastia sind noch fünf Stunden Bahnfahrt.

Das Ergebnis eines Vormittagsfanges.

Das Geburtszimmer von Rapoleon I. in Ajaccio.

Motiv aus der Altstadt von Corte. Bilder aus Korfita.

Eine Hütte der Sirten Kolonie Rivisecca. ( Der Alte war 1870/71 Rrieg gefangene: in Spandau)