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Ein Abenteuer im Elevator.
Ein Abenteuer im Elevator. Amerikanische Humoreste.
Wenn ein Staubgeborener die zwanzig und mehr Etagen
' eines riesigen, sogenannten„ Sky scratcher" in der Elnion alle auf Treppenstufen erklimmen sollte, dann müßte er Beinmuskeln aus Stahlblech, Nerven aus Zinkdraht, Lungen aus galvanisiertem Kautschut und zum Altembolen" einen fräftigen Laufburschen haben, falls er wirklich beabsichtigte, noch vor Schluß dieses Jahrhunderts oben anzukommen. Da dergleichen Requisiten eines Emporkömmlings" aber selbst in Amerika bisher weder erfunden, noch patentiert, noch auch praktisch verwendet worden sind, so verfiel man auf die Idee, überhaupt von Treppen ab. zusehen und es dem Passanten mittels Fahrstubles zu ermöglichen, schnell und mühelos" hinauf- und herabzukommen.
Diese Fahrstühle oder„ Elevatoren" sind nun gewiß sebr bequem, haben aber doch zuzeiten ihre Rücken und Nachteile, und Bob Cockleberry, der junge Clerk eines der größten Geschäftshäuser in Philadelphia, erlebte einst auf einem solchen Fahrstuhl ein ergögliches Abenteuer.
Die Firma, bei welcher unser Bob angestellt war, hatte eine zahlreiche Kundschaft unter den Farmern der dicht besiedelten Umgegend. Eines Tages nun brachte einer dieser Kunden seinen Neffen, einen etwa zwanzigjährigen Burschen von herkulischem Körperbau mit einer riesigen Waschbärpelzmüge auf dem dichtbebaarten Kopfe, nach der Stadt mit, und da er größere Geschäfte mit dem Prinzipal abzuwickeln hatte, bat er den Clert seinem Verwandten inzwischen einige der Sehenswürdigkeiten der Stadt zu zeigen. Bob fragte seinen Chef um Erlaubnis. Dieser erteilte die Erlaubnis, gab ihm zugleich einen Auftrag auszurichten, und Bob machte sich mit bem ländlichen Herkules und der Waschbärmütze sofort auf den Weg.
An der Ecke von Broad- und Chestnutstreet angelangt, teilte Bob seinem Begleiter mit, daß er in dem ihnen gegenüber befindlichen Hause( einem sogenannten„ Sky scratcher" mit 17 Stockwerken) einen Auftrag seines Prinzipals auszurichten hätte, bat ibn, unten in der Vorballe ein wenig zu warten, trat in den aufwärtsgebenden Fahrstuhl, stieg auf und verschwand vor den erstaunten Blicken seines Herkules mit der Waschbärmüße, welcher mit weitaufgerissenem Munde und dito aufgeklappten Augen dieser Simmelfahrt seines städtischen Führers zusab.
An der 13. Etage angekommen, verließ Bob den„ Elevator" und begab sich in eine der vielen Offices, deren Glastür er sogleich öffnete und hinter sich ins Schloß warf.
Der Begleiter Bobs, welcher augenscheinlich einen solchen Elevator noch nie geseben, geschweige denn benut baben mußte, wurde neugierig und beschloß nach längerem Leberlegen, auch einmal eine solche Auffahrt zu versuchen. Obne weiteres Zögern trat er in den nächsten, binaufgebenden Fahrstuhl, wurde von ihm zusehends aufgehoben und verschwand vor ihren Augen, nämlich den Augen der Passanten und den unsrigen.
Mittlerweile hatte Bob seinen Auftrag oben erledigt, trat beraus auf den Flur und bestieg den nächsten hinabgebenden Fabrstubl, um zu feinem, wie er vermutete, mit großer Unge duld in der Vorballe wartenden Begleiter zurückzukehren. Unten angekommen, fand Bob zu seinem Leidwesen den so sehr nach Gebenswürdigkeiten der Stadt lüfternen Träger der Waschbär müße nicht vor. Nachdem er ihn in der Vorballe vergebens gesucht, ging er nach dem Ausgangsportal und blickte rechts und links die Straße binab. Die Waschbärmüße war nicht zu entdecken. Der Verzweiflung nabe, trat er in die Vorballe zurück und wandte sich an den Portier, einen entsetzlich dumm aussehenden Farbigen.
„ Solla, Portier! Saben Sie nicht einen jungen Farmer mit einer Waschbärmüße bier unten gefeben?"
Yes, Massa," grinste der schwarze Zerberus,„ Waschbärmüße sein eben aufgestiegen!"
Donnerwetter," fluchte Bob,„ der Kerl wird sich verirren!" und bestieg ohne Saudern den nächsten gerade aufwärtsgebenden Fabrstubl, um den Verschwundenen zu suchen.
Dieser aber, des Alleinseins in dem Labyrinthe da oben jedenfalls müde geworden, nabm einen absteigenden Elevator und fubr in die Vorballe binab, um wie er dachte, seinen Fübrer daselbst zu finden. Unten angekommen, gloẞte er mit feinen Originalfrimstechern umber, fonnte aber beim besten Willen den Gesuchten nicht entdecken. Bestürzt eilte er auf den schwarzen Portier zu:
" Bolla," brüllte er den entsetzten Schwarzen an.„ Bast du nicht meinen Freund gefeben? Wo ist der Bursche?"
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" Massa gefragt haben nach Waschbärmüße," stotterte derselbe. „ Massa sei eben aufgestiegen!"
Sofort drehte sich der junge Farmer um, eilte auf den nächsten emporgehenden Fahrstuhl zu, trat ein und fuhr in demselben Moment hinauf, in der Hoffnung, nunmehr seinen Führer droben aufzufinden.
„ Er sucht mich und ich ihn; wir müssen uns treffen!" murmelte es unterhalb der Waschbärmütze in vernehmlichem Tone dann verschwand der Fahrstuhl nach oben.
Bob, des schier vergeblichen Suchens müde, beschloß, binabzufahren, in der Hoffnung, seinen Schüßling nun endlich begrüßen zu fönnen. Denn daß er ihn da unten schließlich am sichersten antreffen würde, wenn es ihm überhaupt beschieden war, ihn diesseits des Grabes wiederzusehen, hatte Bob mittlerweile ganz richtig herausgerechnet.
Enten angekommen, sah er sich nach allen Seiten um. Doch wer beschreibt sein Entsetzen, als er auch dieses Mal die Waschbärmütze nicht zu sehen bekam.
,, By Jingo!" rief Bob wütend. Hat der Kerl denn eine Tarnkappe bei sich? Wo steckt er nun wieder?"
„ Waschbärmütze sein wieder hinaufgefahren, Massa zu suchen!" grinste der Portier und zeigte seine ganze elfenbeinerne Klaviatur.
,, Is that so?" rief Bob, bebend vor Wut.„ Jetzt wird er doch oben auf mich warten! Ich will hinauf. Der Kuckuck holt ihn, wenn ich ihn zu fassen friege."
Mit diesen Worten nahm Bob den nächsten Elevator und verschwand aufsteigend von der Bildfläche.
,, Please, tell me, where is that fellow now!" jammerte die Waschbärmütze, als sie eine Minute später in die Vorhalle herabgefahren tam und starrte den Portier mit unsäglich bittenden Blicken an. Wo ist mein Freund?"
" Massa sein wieder aufgefahren, Waschbärmütze zu suchen," lallte der Schwarze und wies mit massivem Amtsfinger auf das Fahrstuhlloch in der Decke.„ Massa denten, Waschbärmütze oben warten!"
,, Well," versetzte der Enttäuschte resigniert.„ Jetzt will ich hier unter warten, bis er kommt."
Er kreuzte die Hände auf dem Rücken und ging ungefähr fünf Minuten auf und ab, dann und wann die Pelzmüße lüftend und sich mit einem roten Sacktuche den Schweiß trocknend. Bob indessen fuhr oben von einem Stockwerk zum andern, rannte in allen Korridoren wie in Rasender umber und suchte in allen Enden und Winkeln. Die Waschbärmütze war nirgends zu sehen.
" Sm," murmelte Bob, als er auch im 17. Stock vergeblich umbergespäht hatte." Sollte er wohl unten auf mich warten? Schnell hinunter, ehe die Zeit zu lang wird!"
Damit betrat Bob den nächsten Elevator und sauste die 17 Stockwerke hinab in die Vorhalle zurück.
„ Er fommt nicht!" brummte die Waschbärmütze und stampfte mit den Piedestalen auf die Marmorfliesen, daß der Schwarze einen Luftsprung machte vor Entsetzen.„ You bet! I'll catch him now!" fügte er zu, eilte mit Siebenmeilen schritten auf den nächsten Fahrstuhl zu und sauste mit ihm nach oben.
" Ich bin verhert!" schrie Bob, als er aus dem Fahrstuhl auf die Vorhalle hinaustrat und wiederum die Waschbärmütze nicht vorfand. Wo steckt denn nur der Büffel? Es ist doch gerade, als ob er verstecken mit mir spielte! Jetzt hab' ich's bald fatt! Schon eine halbe Stunde jage ich dem Jungen nach wie ein Bluthund! Was wird nur der Chef sagen? Ich tomme in die schönste Patsche und werde noch obendrein ausgelacht! Schockschwerenot! Jetzt warte ich hier unten und wenn's eine Stunde dauern sollte und dann mag der Büffel andere zum Narren machen!"
Nach diesem Selbstgespräch rannte Bob wie ein Verrückter auf und ab, immer die herabsausenden Fahrstühle genau im Auge behaltend und scharfen Blickes musternd. Wer aber nicht erschien, das war sein Schützling mit der Waschbärmüze. „ Portier," brüllte Bob firschrot vor Wut. Ich gehe wieder binauf! Was soll ich machen? Sier hast du einen Dollar! Wenn der Mann mit der Waschbärmütze herabkommt, so hältst du ihn fest! Verstanden? Wenn du das tust, dann gebe ich dir, wenn ich herabfomme, noch einen Dollar mehr! Aber halt den Burschen und laß ihn unter keinen Umständen wieder hinauf! Börst du?"
Werden halten Waschbärmüße?" grinste und grunzte der Schwarze und steckte schmunzelnd das Geldstück ein. Massa ihn finden nun! Jyn finden!"
Ein Abenteuer im Elevator.
Ein Paradies für Angler und Jäger.
Also segelte Bob mit dem nächsten Fahrstuhl wieder hinauf. Die Waschbärmüße aber muß nicht lange danach wieder herabgekommen sein, denn sie war wieder nicht zu entdecken.
"
Sehr gut! Der Schwarze hält ihn fest!" jubilierte Bob. Also hinab!"
Und wieder faufte er hinab in die Vorhalle. " Wo ist er?" rief er sofort dem Schwarzen zu, der sich ein Taschentuch an die Nase hielt. Warum hast du ihn nicht festgehalten?" schäumte er, vor Wut am ganzen Leibe zitternd.
Massa haben mich mit Faust gebort," stammelte der Schwarze und tupfte wieder an seine, wie Bob nun erst bemerkte, blutende Nase, welche wie eine Birne geschwollen war. " Nicht halten können! Schießen mich wollen, Massa!"
Nun hol alle Welt der Kudud und vor allen Dingen diese vermaledeiten Fahrstühle!" fluchte Bob, knirschte mit den Zähnen, arbeitete sich mit den Ellenbogen durch die inzwischen herzugeeilte Menge neugieriger Gaffer hindurch und ließ sich auf eine, an der Wand angebrachte Ruhebant fallen." Jett
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aber gehe ich nicht mehr hinauf, und wenn ich hier bis zum jüngsten Tage warten müßte!"
Damit riß er sein Žigarrenetui aus der Tasche, zündete sich eine Zigarre an, treuzte Arme und Beine und paffte grimmig darauf los.
Zehn Minuten
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zebn! vergingen. Eben wollte Bob sich anschicken, den Portier mit Saut und Saar zu verschlingen, als er endlich endlich endlich!! die Waschbärmüge herabkommen sab. Hallo, Mr. Cockleberry!" jauchzte der Herkules, der übrigens ein tüchtig verbeultes linkes Auge im Kampfe mit dem Portier davongetragen hatte, denn auch er tupfte mit seiner Blutfahne. " Found at last! Let's go now! Have a drink, Mr. Cockleberry, come on!"
Damit faßte er, Bob unter dem Arm, 30g ibn empor, halb „ fant" dieser bin, und beide verschwanden im Menschengewühl auf der Straße, um sich über ihr Fahrstuhlabenteuer halb tot zulachen.
Ein Paradies für Angler und Jäger.
Von Felix Baumann.
ch saß in der alten Halbmondstadt" am Mississippi, dem Dorado der Mücken, New Orleans, und hatte mehrere Jahre Louisiana, Teras und Merito in den Gliedern, das heißt, ich laborierte an einer sogenannten„ verschleppten Malaria". Nur Leidensgenossen dürften meinen damaligen Zustand begreifen. Als dann auch meine journalistischen Nerven begannen, ventre à terre durchzugehen, erklärte mir der Arzt: Nun aber fort von hier!" ,, All right," erwiderte ich, aber wohin?"-" Gehen Sie zurück nach Kalifornien," lautete der Rat. ,, Dort tenne ich schon jeden Feigenbaum", wehrte ich ab.. „ Schön, dann gehen sie nach Kanada. Das ist im Sommer ein Paradies für Kranke Ihrer Art. Jagen Sie, fischen Sie, klettern und reiten Sie! Kurz und gut: füh ren Sie ein regelrechtes Naturleben, und Sie werden sehen, daß die Malaria schleunigst Reißaus nimmt. Good bye, Sir!"
Drei Tage später befand ich mich bereits in Savannah. Von dort führte mich der Savannah Linie- Dampfer „ La Grande Duchesse" nach New York. Hier setzte ich mich auf den Fall River Dampfer " Puritan" und befand mich am nächsten Morgen in Boston, dem ,, ameri. tanischen Athen" sowie
les extrêmes se touchent der Stadt der berühmten, gebackenen Boh. nen. Nun fragte es sich: von Boston direkt nach Quebec oder das„ Dominion" bis zur fanadischen Neige austosten und die Malaria- Kur in
aufregenden amerikanischen Leben entflohen war. Die Bahnfahrt durch die herrlichen Gegenden nach Salifar verstärkte diesen Eindruck, und als ich endlich in dem Kronstadt von Amerika", wie Salifar wegen seiner starken Befestigungen genannt wird, anlangte, glaubte ich mich trou des friegerischen Anstriches in ein echt englisches Landstädtchen versett. Der Vorschmack von Kanada mundete also vortrefflich!
Bald hatte ich aber in Erfahrung gebracht, daß das eigent
In Kanada brummt ein wilder Bår." Salifar beginnen? Longfellow gab den Ausschlag, denn der Dichter hat bekanntlich Neu- Schottland als das Land of Evangeline" verherrlicht. Der Dampfer Prince Arthur" brachte mich also nach Barmouth, wo uns bereits der Flying Bluenose erwartete, um uns mit der größten Dampf geschwindigkeit nach Salifar zu führen.
Schon die Ankunft in dem kleinen, freundlichen Hafenstädtchen Yarmouth ließ erkennen, daß man dem immer hastenden und
liche Ranaba doch erst bei Quebec seinen Anfang nimmt. Ich machte baber furzen Prozeß und begab mich mit der Intercolonial Railway nach der historischen alten Stadt, die Dickens das amerikanische Gibraltar getauft hat. Die Intercolonial" führt allerdings nicht auf dem fürzesten Weg nach Quebec, aber dafür durch höchst romantische Gegenden, sogar an dem Restigouche- Fluß vorbei, in dem die besten Lachse der Welt gefangen werden. Vorbei auch an den berühmten Montmorency Fäl len. Vor allem aber bietet die Bahn Gelegenheit, Quebec von der vorteilhaftesten Seite zu sehen: von der Wasser. seite aus. Denn die Bahn geht nur bis Point Levis, von dessen Höhen einst General Mondton die Sentinel City of the St. Lawrence" bombardiert hat. Der Blick von den alten Forts in Point Levis ist einzig in seiner Art und eine dankenswerte Belohnung für die fast vierundzwanzigstündige Fahrt
von Halifar nach Quebec. Die Lage des amerikanischen Gibraltars" erinnert etwas an Helgoland, denn auch Quebec zerfällt in eine untere und eine obere Stadt. Als ich später einmal vom Victoria Peat das Panorama von Songlong betrachtete, mußte ich ebenfalls an Quebec denten. Den Gesamteindruck von Quebec möchte ich als historisch- modern bezeichnen. Lints das„ Cape Diamant" mit der start befestigten Zitadelle, in der Mitte das
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