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Auf Korfita.

Freunden heldenmütig so lange gegen die Übermacht der Genuesen verteidigte, bis ihr Gatte mit seinen Truppen als Entsatz erschien. Für Eilige genügt auch hier ein Tag.

Durch den Hotelwirt( es gibt in Corte zwei ganz gute Hotels) lasse man sich den Führer für den Monte Rotondo, Valentini Pasquale, kommen. Dieser, ein rauber, aber sehr zuverlässiger, ausdauernder und bescheidener Mann, verlangt für die beiden Tage der Rotondotour pro Person 20 Free. Den Monte Rotondo, den zweithöchsten, aber interessantesten Berg der Insel( 2625 m) zu besteigen, ist außerordentlich lohnend. Die Tour bietet trotz der Schroffheit des Berges selbst Damen keine unüberwindlichen Hindernisse. Doch empfehle ich Damen die Mitnahme eines Maultieres oder Bergpferdes für die Talwanderung. Der Führer wählt zweierlei Wege für den Auf- und Abstieg, ev. mache man ibn auf die hier stizzierte Route aufmerksam. Man wandert zunächst im herrlichen Restonitatal aufwärts, zwischen dessen Bergwänden die Reſtonika über blendend weißes Granit­gestein dahinschäumt und ungeheuer starke Platanen und Kastanienbäume schatten. Sulest geht es auf Blöcken über den wilden Gießbach und dann in ein hier einmündendes Seitental hinauf. Wildromantische Szenerien folgen in un­aufhörlichem Wechsel aufeinander, von denen die gewaltigsten die Rückblicke ins Reſtonitatal sind. Nach etwo sechsstündiger Wanderung von Corte aus tritt man aus der Erwaldspracht auf eine von mächtigen Bergbäuptern und Schluchten umgebene Berg­wiese hinaus, auf welcher die wenigen Hütten der Hirten­kolonie( Bergerie) Rivi­secca liegen. Der bier ver­brachte Nachmittag und Abend

Galacuccia auf Rorifa.

ist wundervoll. Man steige Partie bei etwas hinauf in die rechts mündende grandiose Felsschlucht, die abends wunderbar be­leuchtet ist. Die Sirtenbehausungen sind das Primitivste, was man sich an Bauten denken kann. Mehr als eine bärene Decke und ein untergeschobenes Holzstück als Kopf­stüße gibt es als Nachtlager nicht. Desgleichen als Be köstigung nur Ziegenmilch, Käse, Brot und Zucker. Auf die von den Hirten fabrizierten Suppen verzichte man lieber. Wegen der spartanischen Einfachheit, in welcher die Sirten leben, bringe man sich von Corte aus Zehrung mit. Die Sirten sind gastfrei; doch vergüte man den armen Leuten Nachtquartier und das Genossene beim Abschied.

Wer den Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Monte Rotondo erwarten will und kein gewandter Bergsteiger ist, muß im Frübjabr um 12 Elbr, im Sommer um 11 Uhr nachts aufbrechen. Andernfalls genügt es, wenn man die Sütten um 4 2hr früh verläßt. Es geht dann in der er wähnten ungeheuren Schlucht außerordentlich steil empor, jedoch leichter als sich die Tour von unten ansieht. Von der Gipfelhöhe, etwa 2150 m, gebt es vorerst bergab, eventuell bis zu dem idyllisch gelegenen See des Monte Rotondo ( 2058 m), und dann auf vielfach gewinkelter Trace von der Nord- auf die Südseite des Bergriesen eine außerordent lich interessante Strecke! Der Ausblick vom Gipfel( 2625 m) ist naturgemäß ungeheuer und gerade des Morgens am Harsten. Sum Lago di Monte Rotondo zurückgekehrt, steigt

man steil und mühsam über die Felsbarren, in die unterhalb des Sees der Rotondo abbricht. So steil und pfadlos dieser Abstieg aber auch ist, so gewinnt er nirgends gefährlichen Charakter. Fast senkrecht unter sich erblickt man dann die Hirtenhütten von Timozzo( ca. 1500 m). Auf außer­ordentlich schlechtem Schotterpfad geht es von hier an unter prächtigem Waldesdom zur Tiefe ins Reſtonikatal, dessen Wasser man auf einer ungemein malerischen ruinenhaften Brücke, dem Ponte del Dragone überschreitet. Auch hier bleibt der Weg noch lange miserabel, so daß sich die Be­nußung eines Reittieres empfiehlt. In etwa drei Stunden ( von der Brücke aus) ist man in Corte.

Sier miete man sich bei dem Fuhrwerksbesitzer Ordione einen Landauer auf vier Tage für 80 Fr. und unternehme damit die im folgenden stizzierte herrliche Binnenlandtour. Für Verpflegung des Kutschers und der Pferde hat man nichts zu entrichten, doch lasse man sich eine Quittung von dem Fuhrwerksbesitzer geben, in welcher man selbst die ein­zelnen Tagesstrecken vermerke, um unnötige Auseinander­setzungen mit dem Kutscher zu ersparen.

Zuerst geht es nordwärts in die wundervolle Riesenfels­schlucht Scala di Santa Regina hinein, an deren Aus­gang auf freiem Gelände die weit zer­streuten Häuser und Kastanienhaine

im Mittelgrund ist ein Hotel.

von Calacuccia( 847 m) lie­gen, 26,4 km von Corte ent­fernt. Im Hintergrund des großzügigen Landschaftsbildes ragen die Felsschroffen des Monte Cinto( 2710 m). Wen es gelüftet, diesen höchsten Berg Korsitas zu ersteigen, der kann es am besten von Calacuccia aus tun, wo

Führer und Maultiere zu Das Haus haben sind. Es ist eine Tages­tour: Früh sehr zeitig ab, in 7 Stunden auf dem Gipfel, 5-6 Stunden retour. Die Beſteigung ist gleichfalls ungefährlich.

Von Calacuccia geht es durch offene Berglandschaft in den 4600 ha bedeckenden Kiefernwald von Valdoniello hinein und dann jenseits des Passes Col di Vergio( 1464 m) durch den 1708 ha umfassenden Kiefern- und Buchen­wald von Aïtone, der mit dem erstgenannten an Schön­heit wetteifert, nach dem sehr schön gelegenen Evisa( 842 m), wo man nach sechs Stunden Fahrt anlangt. Den Nach­mittag fülle man mit einem Spaziergang durch die wild­romantische Umgebung des Ortes. Am dritten Tage durch­fährt man einen der imposantesten Teile Korsitas. Die grandiosesten Szenerien entfalten sich bald hinter Evisa, dann in der darauffolgenden brandroten Schlucht von Porto, bei der Weiterfahrt am Golf von Porto und durch die zu Stein gewordene Märchenwelt" der Calanches, deren mert­würdige Felsgebilde ihresgleichen auf der Welt suchen. Über­all sieht man Fraßen und Tierköpfe aus der Märchenwelt. Die Felsennadeln und-wände wimmeln von Zwerg Nase", von Prinzessinnen mit Krone und wallendem Haar, gekrönten Königen, Elefanten, langschnauzigen Ungetümen, Kobolden usw. Ungemein fesselnd ist auch hier die Schluchtenformation. Über La Piana( 438 m), wo man einige Stunden rastet, setzt man die Fahrt nach Cargèse( zirka 50 m) fort, das idyllisch über dem Meere lagert. Am vierten Tage ist man ganz

Ein Paradies für Angler und Jäger.- Internationale Weltbline.

Von Regina bis Calvary verfolgt uns das idyllische Landleben. Dann kommen wir in den Bereich der Canadian Rockies", die ein Globetrotter einmal als die Schweiz fünfzigmal in eins vereint" bezeichnete.

In der Tat hat die Natur hier etwas geschaffen, das un­erreichbar sein dürfte. Besonders die Fahrt von dem Dorfe Banff bis Vancouver bietet landschaftliche Reize, die feine andere Bahnstrecke der Welt überbieten dürfte.

Der enge Rahmen meiner Reiseschilderung verbietet es mir, die Schönheiten der kanadischen Felsengebirge weiter auszuspinnen. Die Selkirk Gletscher muß ich aber wenigstens dem Namen nach erwähnen.

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Farmern und Pferdezüchtern in Alberta. Und dort habe ich auch mit dem Bergstock oder im Sattel und mit der Büchse und der Angel, ja fogar mit dem Spaten und der Hacke die Malaria vertrieben.

Der Kanadier selbst wird auf den Fremden zuerst einen etwas westfälischen Eindruck machen. Das heißt, er erscheint schwer zugänglich und verschlossen. Ein Ernst, der jedenfalls auf die Kämpfe des Kanadiers um seine Eristenz zurückzu­führen ist, denn von Anfang an bat der kanadische Somesteader" einen verzweifelten Kampf mit den Elementen und dem Grund und Boden zu bestehen, auf dem er sich ein Seim gründen will. Kanada ist daber fein Land für den Humor. Ein Kanadier erklärte mir: Wir haben eine nationale Aversion gegen den Humor!" Tatsächlich gibt es in dem immenſen Reich nicht ein ein­ziges Wigblatt und das Land bat bisher auch nur einen Sumo­risten besessen: den Richter Haliburton, der unter dem Pseudo­nym Sam Slick" schrieb und schließlich in London gestorben ist. Internationale Weltblitze.

Als ich im Hotel in Vancouver im Geiste die gewonnenen kanadischen Eindrücke noch einmal Revue passieren ließ, da wurde mir bald bewußt, wo ich während meines Aufenthaltes in Kanada meine journalistischen Bütten zu bauen hätte. Das war eine Zeitlang in den Rockies" und später unter den

In Stockholm.

Eine Berliner städtische Deputation, der der Bür. germeister Dr. Reicke vor­stand, unternahm kürzlich eine Schwedenreise. Wie die Herren sich überzeugen konnten, befinden sich Stock­holm( siehe unser Bild), Göteborg und Malmö, die drei Städte, denen die Auf­merksamkeit der Berliner Gäste besonders galt, in einem erfreulichen wirt­schaftlichen Aufschwunge, der auf die Verbesserung der Handelsbeziehungen zu Deutschland zurückzuführen ist. Der Trajekt Saßnitz Trelleborg, der die leber. fahrt abkürzt und außer­ordentlich bequem macht, trägt zudem viel zur Se bung des gegenseitigen Reiseverkehrs bei. Dieser Verkehr wird aber noch auf das wirksamste unter­stützt und gefördert durch das weitverbreitete Emp­finden in Schweden, mit dem deutschen Volt ſtam­

mesverwandt zu sein. Schließlich gelangt man auch von Malmö rascher nach Berlin als nach Stockholm. Auf der Reise durch Schweden wird man erst recht gewahr, welche gewaltige Ent.

Albanesen mit ihren Waffen beim Gottesdienst.

fernungen in diesem Lande zurückzulegen sind, um durch das Innere von Küste zu Rüfte zu gelangen. In Stockholm wurden die Berliner Gäste vom König sehr freundlich empfangen.

Ein gefährlicher Wetterwinkel.

Auf dem Balfan beginnt es wieder einmal, sich in allen Eden friegerisch zu regen. Es ist bereits zu Blutvergießen zwischen den einzelnen Bölferschaften gekommen, und erscheinen ernste Komplikationen nicht ausgeschlossen. Der Stamm der Mirditen hat sich bereits für unabhängig er­flärt und auch der König von Montenegro hält den Frieden zwischen der Türkei und Montenegro für gefährdet. Im Mittelpunkt der Interessen stehen die Albanesen. Sie sind ihren Priestern ergeben, doch respektieren diese auch wiederum die Sitten und Untugenden ihrer Gläubigen. Rechtmäßigkeit der Blutrache wird zum Beispiel von dem Geistlichen stillschweigend anerkannt, da es wohlauch ein vergebliches Bemühen wäre, mangels jeder anderen gefeßlichen Ordnung dieses traditionelle Vergeltungsrecht, das auf dem münd­lich überlieferten Ranun" des Let Dukadschin basiert, ausrotten zu wollen. Ebenso unmöglich wäre es auch, diesen Geistlichen zuzumuten, daß sie die Bevölkerung zur Ablieferung der Waffen überreden sollten; es würde sich tein albanesischer Geistlicher finden, der ohne Gefahr das Odium des Vaterlandsverrates auf sich zu nehmen, sich zu einer solchen Vermittlung hergeben würde. Wie aus nebenstehendem Bilde zu ersehen ist, erscheinen die Albanesen zum Gottesdienste mit den Waffen.