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Illustrierte

Rundschau

Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Klein& Fischer, Gießen.

Illustrierter Stadtanzeiger.

Auf Korsika.

Kein Inſelland im westlichen Teil des Mittelmeeres hat nicht viel Bemerkenswertes, ſo daß ein Tag für sie genügt,

so alpine Landschaftsbilder aufzuweisen und ist, zumal für Deutsche, so leicht erreichbar, wie Korsika. Man muß für einen Besuch der Insel aber wenigstens 11-12 Tage ansetzen; ein Mehr an Zeit wird sicherlich keine Langeweile im Gefolge haben, denn die Insel, die gegen 300 km Eisen­bahnlinien hat, ist so mannigfaltig und interessant, daß man sie wochenlang durchziehen kann und doch immer wieder neue Anregungen empfängt.

In Bastia gibt es eine ausreichende Zahl guter Hotels. Die Stadt liegt sehr schön und malerisch, wenn auch die mächtigen Gebirge hier noch fern sind. Sehr originell ist die Altstadt mit ihren außerordentlich bunten und malerisch ver­witterten Häusern, die sich im Althafen spiegeln. In den angrenzenden Gassenschlünden kann man Lebensbilder be­obachten, die denen von Marseille oder Genua an Urwüchsig­keit nicht nachstehen. Sonst aber bietet die Stadt an sich

Ein Bendettafreuz auf Korsika.

und man dabei in den Nachmittagsstunden noch einen Spazier­gang rund um Bastia auf der Straße nach St. Florent, auf der man eine paradiesisch üppige Pflanzenpracht schaut, unternehmen kann.

In drei Stunden Bahnfahrt erreicht man Corte. Die Wagen der korsischen Bahnen sind noch ziemlich ursprünglich, daher empfiehlt sich nur die Benutzung der 1. bzw. 2. Bahn­klasse. Schon auf der Fahrt Bastian- Corte genießt man einen wundervollen Einblick in die erstaunliche Üppigkeit der mit stark aromatischen Kräutern und Gestrüpp bedeckten Berg­halden und die wundersam geformte Welt der dolomiten­artig aufgebauten Bergkolosse, hier insbesondere den Monte San Pietro( 1766 m), Monte Padro( 2393 m), Monte Cinto( 2710 m) und den Corte am nächsten liegenden Monte Galgbello( 1952 m). Corte mit riesengroßem von kühner Zitadelle gekrönten Burgbügel, liegt außerordent lich malerisch am Rande wundervoller Hochgebirgs­täler. Die Gassenmotive der am schroffen Hügel hinaufklimmenden Häuser der Altstadt samt den Aus­blicken auf die gewaltigen Talschluchten des Tavig­nano, des Reſtonika usw. sind einzigartig. Das Be­gehen dieser Gassen gleicht halb einer Bergkrarelei, ist aber jedenfalls nicht zu unterlassen; vornehm lich Maler werden hier in hohes Entzücken ge­raten. Corte ist aber auch eine historische Stadt. Man zeigt u. a. die von Kugeln arg durchlöcherte Maison Gaffori, in wel­cher sich die Gattin des forsischen Kriegshelden Gaffori 1750 mit mehreren

Blid auf Baftia.