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Deutscher Reichstag.

wirklich: nur das Schwert hielt das Schwert in der Schei­de". Indem das neue Reich unermüdlich an der Verstär­kung seiner Rüstung weiterarbeitete, schuf es die Macht­mittel, deren sein großer Staatsmann bedurfte, um die dro­henden äußeren und inneren Krisen glücklich zu überwin­den. Durch den Abschluß des deutsch- österreichischen Zwei­bundes im Jahre 1879, dem sich 1883 Italien anschloß, wurde eine machtvolle Bürgschaft des Friedens geschaffen, die ihre suggestive Kraft nun schon durch drei Jahrzehnte allen Frie­densstörern gegenüber bewährt hat. Dank dieser frieden­gebietenden Verbindung konnte die große Kriegsgfahr von 1887/88 abgewandt werden. Und die jugendkräftige, unveränderte, dominierende Wucht des deutsch- österreicht­schen Bündnisses erwies sich glänzend noch vor zwei Jahren, als der von den Entente- Mächten angefachte Größenwahn­ausbruch Serbiens den europäischen Krieg zu entfesseln drohte.

Auch am Dienstag ist man bei der Beratung der Reichs­perficherungsordnung beim langsamen Tempo geblieben. In nahezu sechsstündiger Sizung sind nur einige dreißig Paragraphen erledigt worden. Im übrigen bot die Aus­fprache insofern ein anderes Bild, als zu Anfang tatsäch­fich die von der Sozialdemokratie durch all die Tage her­Betgefehnte Debatte stattfand. Am Montag hatte zum Thema Wochenbeihilfen" der Abg. David eine annähernd awetstündige Rede über Mutterschutz und Säuglingsfür­forge gehalten, trotzdem, wie nun am Dienstag der Abg. Gamp( Rp.) bemerkte, über deren Notwendigkeit und Wich­tigkeit sicherlich kein Zwetefl besteht, und demzufolge die bürgerliche Gesellschaft sich mit großer Opferfreudigkeit die­fer Liebestätigkeit annimmt. Der Nationalliberale Haus: mann verteidigte sich dagegen, daß er sich im Plenum auf lange Debatte nicht mehr einlassen wolle. Er ist der Met­nung, daß das ganze Gesetz in der Kommission zu aus­führlich und eingehend besprochen worden ist, um jetzt dte= felben Debatten noch einmal zu wiederholen. Er wirft vor al­tem der Sozialdemokratte vor, daß sie ihre ganzen Anträge aus der Kommission mit denselben Argumenten noch ein­mal vorbringen und rechnet nach, daß die Erfüllung ihrer Anträge ungefähr eine Milliarde kosten würde. Aus die­fen Gesichtspunkten heraus hat sich die Majorität nicht da­zu entschließen können, den sozialdemokratischen Anträgen zuzustimmen. In namentlicher Abstimmung wurde dann auch der sozialdemokratische Antrag auf erhebliche Steige­rung der Leistungen für Wöchnerinnen und Schwangere abgelehnt. Demselben Schicksal verftel auch ein freisinni­ger Antrag, der einen Mittelweg zwischen den Forderun­gen der Sozialdemokraten und den Beschlüssen der Kom­mission einnehmen will. Er brachte es immerhin auf 122 Stimmen, da für ihn auch ein Teil der Nationalliberalen stimmte, während die Mehrheit der Nationalliberalen zu= sammen mit den Konservativen und dem Zentrum, im gan= zen 182 Stimmen, an den Kommissionsbeschlüssen festhält. Auch die folgenden Paragraphen über Betriebs- und In­nungskassen sowie über Landkrankenkassen werden unter Ablehnung aller sozialdemokratischen Abänderungsanträge unverändert in der Form der Kommissionsbeschlüsse ange= nommen. So kam man bis zum Paragraphen 248 und vertagte sich dann auf Mittwoch.

Vierzig Jahre Frieden.

Wie nötig dem jungen Reiche eine lange Friedenszeit war und auch heute noch ist, ermißt man an den riesenhaften Schweißungs- und Umwandlungsprozessen, die der neue Organismus in all seinen komplizierten Teilen hat durch­machen müssen. Was in diesen vier Jahrzehnten an orga­nisatorischer Arbeit in geseßgebender, sozialer und wirt­schaftlicher Entwicklung geleistet worden ist, diese großartige Umwandlung Deutschlands zu einer ersten Kultur- und Weltmacht konnte nur unter der Voraussetzung des äuße ren Friedens geschehen. Denn im Innern war und ist heute noch harter politischer Kampf die Losung.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

die mittleren Postbeamten seit mehreren Jahren in der Person des Postsekretärs Samecher, des Generalsekretärs des Verbandes der mittleren Postbeamten, der der Zen. trumsfraktion des Reichstages angehört, einen Vertreter threr Interessen im Parlamente haben, wollen jetzt auch die Postunterbeamten bet den nächsten Wahlen einen spes ziellen Vertreter ihrer Interessen in den Reichstag senden. Der Redakteur der Deutschen Post, Organ des Verbandes der unteren Postbeamten, Remmers, soll in einem brans denburgischen Wahlkreise kandidieren, der bei der letzter Wahl von den bürgerlichen Parteten der Sozialdemokratie entrissen worden ist.

Der Gesetzentwurf über die Verfassung der Reichslande wurde am Dienstag von der Kommission in dritter Le= sung verhandelt. Die drei Bundesratsstimmen wurden genehmigt. Dagegen wurden die Bestimmungen über die Erste Kammer sowohl in der Fassung der Kommission wie auch in der eines Kompromißantrages abgelehnt, so daß hier eine Lücke im Gesetz entsteht. Die Gesamtabstimmung über das Gesetz erfolgt am Mittwoch.

Am 10. Mat 1871 wurde im Gasthofe zum Schwan in Frankfurt a. M. der Friedensvertrag zwischen dem Deut­schen Reiche und Frankreich unterzeichnet. Das gewaltige Ringen war schon lange vorher beendet. In der zweiten Hälfte des Januar fielen die letzten entscheidenden Schläge. Am 24. Januar kam es zwischen Favre, dem Mitgliede der französischen Nationalversammlung und Minister des Aeu­Bern und dem Fürsten Bismarck zu einer Unterredung, deren Ergebnis der Waffenstillstand vom 28. Januar war, dem am 26. Februar der Vorfriede von Versailles folgte. Zwischen diesem Präliminarfrieden und dem endgültigen Itegt eine geraume Spanne Zeit. Die Verhandlungen in Brüssel gingen so schleppend von der Stelle, daß Fürst Bis­marc in einer Reichstagssißung Ende April seine warnen= de Stimme erhob und später erwog, ob es nicht besser set, Paris, das sich damals in den Händen der Kommune befand, als Faustpfand zu besetzen. Nachdem aber die französischen Unterhändler sich überzeugt hatten, das von seiten der neu­tralen Mächte nicht die geringste Unterstützung zu erwar­ten set, zog die durch den Kommuneausstand schon genug= fam gefährdete Versailler Regierung entschlossen und loyal die richtigen Schlüsse aus der aussichtslosen Lage. Jules Favre bat den Fürsten Bismarck um cine Zusammenkunft und traf mit zwei weiteren Bevollmächtigten am 6. Mai in Frankfurt a. M. ein, wo dann am 10 Mai der Friede ge= schlossen wurde.

Das vorläufige Einnahmeergebnis der Reichssteuern. Die Verkehrssteuern, Stempelsteuer und Erbschaftssteuer, durch die im Reich die aus dem Massenverbrauch gedeckten Steuern ergänzt werden, haben, so schreibt die Neue Po­litische Korrespondenz", nach dem vorläufigen Einnahme­ergebnis des Rechnungsjahres 1910 269,2 Millionen Mark aufgebracht und damit den Etatsansatz erheblich über­stiegen.

Schon am 12. Mai sprach Bismarck im Reichstage. Er gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß dasjenige erreicht wor­den sei, was Deutschland vernünftigerweise nach den Tra­dittonen, die anderen Friedensschlüssen zu Grunde liegen, von Frankreich verlangen konnte. Und der Fürst hoffte, daß der Friede ein dauerhafter und segensreicher sein und daß das Reich der Bürgschaften, deren es sich versichert hat, um gegen einen wiederholten Angriff gesichert zu sein, auf lange Zeit nicht bedürfen möge."

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Neue Handelsvertragsverhandlungen zwischen Deutsch land und Kanada stehen nun doch in Aussicht. Im kana dischen Unterhause verlas der frühere Finanzminister Foa ster eine Mitteilung aus Berlin, daß zwischen Deutschland und Kanada eine Abmachung getroffen worden sei, nach der zwecks Verbesserung der Handelsbeziehungen Unters handlungen eingeleitet werden sollten, sobald der Gegens seitigkeitsvertrag zwischen Kanada und den Unionstaaten erledigt sei.

Die Kurpfuscherkommission des Reichstages verhan­delte am Dienstag über einen Antrag des Abg. Stadt­hagen, wonach den Aerzten für diejenigen Krankheiten, deren Behandlung den Kurpfuschern durch das Gesez un­tersagt wird es sind im wesentlichen Geschlechtsfrank­heiten, Krebs und Epidemien- die Zwangsbehandlung auferlegt und den Personen, die von Aerzten behandelt werden, das Recht gegeben werden soll, sich das Honorar, das sie bezahlen müssen, vom Staate wieder erstatten zu lassen. Auf Antrag der Konservativen wurde beschlossen, bei der Aerztekammer ein Gutachten darüber einzuholen, wie sie sich zu diesem Antrage stelle.

Der Aufbau des Reiches war schon vor dem Friedens­schlusse vollendet. Am 21. März beretts war der erste Deut­sche Reichstag eröffne worden. In der Eröffnungsrede fagte Kaiser Wilhelm: Möge dem deutschen Reichskriege ein nicht minder glorreicher Reichsfriede folgen, und möge die Aufgabe des deutschen Volfes fortan darin beschlossen sein, sich in dem Wettkampf um die Güter des Friedens als Sieger zu erweisen. Nun war dieser Friede geschlossen. Aber schwerlich werden Kaiser und Kanzler damals auf eine vierzigjährige Friedensepoche gehofft haben. Das Wort Moltkes: Wir haben an Achtung überall, an Liebe nir­gend gewonnen," traf zu. Und die alsbald mit voller Let­denschaft und mit dem glühenden Eifer des gallischen Pa­triotismus einseßenden gewaltigen Vorbereitungen Frank­reichs zum Revanchefrieg ließen die Gefahr neuer Zusam= menstöße auf dem Schlachtfelde vtel näher erscheinen. Und

2)

Zwei Kirschen an einem Stengel.

Roman von A. von Liliencron. ( Nachdruck verboten.)

Eine Luftflotte für Marotto. Nach langen Verhand lungen hat sich die französische Heeresverwaltung ents schlossen, Flugzeuge nach Maroffo zu entsenden. Der Chef des Militärflugforps hat erklärt, daß die Aeroplane in Marokko zwar nicht für weitere Flüge in Betracht kämen, als Kundschafter aber vorzügliche Dienste leisten könnten. Er hat vorgeschlagen, bereits in den nächsten Tagen fünf Aeroplane ins Schaujagebiet zu senden, die von dort aus an den Operationen der Truppen teilnehmen sollen.

Friede in Merito? Nach einem bei der Hamburg­Amerika- Linie eingegangenen Telegramm aus Meriko_ist dort der Friede erklärt worden. In amtlichen merika­nischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß der Führer der Aufständischen Madero, das bewiesen hat, was die Re­gierung stets behauptete, daß er nämlich nicht in der Lage ist, seine Armee in der Hand zu behalten, und daß jezt große Gefahr besteht, daß Anarchie an die Stelle des Bür­gerkrieges tritt. Diese Anarchie habe Diaz vorausgesehen und habe sie abwenden wollen, als er sich weigerte, sofort abzudanken.

Die Verteilung der Einkünfte aus der Reichswertzu­wachssteuer in Preußen. Die Abgeordnetenhauskommission für das Ausführungsgesetz zum Reichswertzuwachssteuer­gesetz beriet am Dienstag des längeren über die Frage der Beteiligung der Kreise und der Gutsbezirke an den Er­trägnissen der Wertzuwachssteuer. Die Abstimmung ergab, daß den Kreisen ein Viertel und den Gemeinden drei Vier­tel von den den Gemeindeverbänden zustehenden 40 Pro­zent des Ertrages zufallen soll. Den Kreisen bleibt es überlassen, den auf sie entfallenden Anteil für öffentlich rechtliche Verpflichtungen der Gemeinden und Gutsbezirke zu verwenden.

Still war es um die beiden, der Abendwind rauschte leise durch die Baumkronen, und hin und wieder piepte noch ein verschlafenes Vöglein, ehe es zum Schlummer den Kopf unter die Flügel steckte.

Der Wald ging zu Ende, das Dorf lag vor ihnen, und seitwärts unter einer großen Linde lugte das Haus der Witwe Amrum heraus.

Kleine Nadridten.

Die Todeserklärung Johann Orths. Der Gerichtsse. nat des Wiener Oberhofmarschallamts entschied in geheimer Sizung, daß der seit dem 2. Jult 1890 verschollene Johann Orth als tot anzusehen set, da bewiesen set, daß er den 21. Juli 1890 nicht überlebt habe. Da ein Rekurs nicht einge­bracht wird, erfolgt am 20. Mat die Testamentseröffnung.

Ein Straßenbahnerstreik in Bremen ist wegen Ent= laffung einiger Arbeitsgenossen ausgebrochen. Am Diens­tag früh war die Mehrzahl der Fahrer nicht zum Dienst er= schtenen. Es fahren nur die christlich organisierten Ange­stellten, insgesamt taum 100 Mann, während über 300 stret­fen. Der Betrieb kann nur unregelmäßig aufrecht erhal ten werden.

Bei den gestrigen Verhandlungen über die Ostmarten­politik in der Budgetkommission des preußischen Abgeord­netenhauses wurde auch von konservativer Seite anerkannt, daß nach wie vor ernste Bedenken gegen das sehr gefähr­liche Mittel der Enteignung beständen und daß die Ver­antwortung nach wie vor allein und durchaus der Regie­rung überlassen bleiben müsse. Der Landwirtschaftsmi­nister von Schorlemer suchte die mehrfach laut gewordenen Behauptungen, daß ein Widerspruch zwischen seinen und den Erklärungen seines Amtsvorgängers vorliege, zu ent­fräften. Die Regierung sei sich durchaus gleich geblieben und werde nicht zögern, zur Enteigung zu greifen, sobald die Voraussetzungen dafür vorliegen. Seine am Freitag getanen Aeußerungen über die Leitung des Ostmarkenver­eins erläuterte der Minister dahin, daß er feine Veran­lassung habe, die Tätigkeit dieses Vereins im allgemeinen zu kritisieren, noch weniger dessen nationale Richtung und Bestrebungen zu bemängeln.

,, Gelt, Du kommst mit hinein," unterbrach sie jetzt das Schweigen. Wir habe allens fein gemacht bi ans, das Etübele hat der Maurer wieder weiß gekallt, und ich habe obe an der Decke a blauen Strich herum gemalt. Cs Left ganz prächtig us, und a paar schmucke Fenstergardine hat das Mutterle gekauft mit rote Blümle drauf. Ich wollt Dirs zeige."

Sein fröhliches Gesicht umdüsterte sich, er gab ihre Hand frei. Ihr macht es ja höllisch staatsch, wenn die Verwandte aus der Stadt kumme."

Sie sind es halt extra fein gewohnt," entschuldigte sie sich. Was der Mutter Schwester is, die hat eben Glück habt und hat nach der Stadt geheiratet."

Vertreter der Postbeamten im Reichstage. Nachdem

Millionendefraudation bei der chinesischen Reichsbank. Wie aus Peking berichtet wird, sind bei der chinesischen Reichsbank Unterschlagungen in Höhe von etwa zwei Millionen Mark entdeckt worden. Mehrere hohe Beamte find überführt, an den Betrügereten beteiligt gewesen zu sein.

Ein Bankßefraudant. Bei der Filiale der Mittelrhei­nischen Bank in Coblenz wurde ein Beamter verhaftet, der in den letzten Jahren Unterschlagungen von annähernd 100 000 M verübt hat. Er hat das Geld größtenteils durch Spekulationen verloren.

nit mitkomme, denn da künn er doch unmöglich die Wirt­schaft uf vier Tage verlasse, noch dazu wenn a Sonntag dazwische is." Sie lachte sorglos. Es geht allens, wenns man nur will, schriebt die Tant. Wir zwei habe es uns in den Kopf gesezt, euch inmal zu besuche, und da kriege wirs och fertig, so sehr der Julius hier och nötig is. Der Oberkellner muß ihn inmal vertrete, denn er will partu sine Cousine kenne lerne, von der iner us eurem Dorf ihm erzählen tät, ste sei recht schmuck geworde."

,, So, das nennst also Glück," schnitt er ihr das Wort ab, na, da weiß man ja Bescheid." Etwas wie Ungeduld fam über sie, sie zuate die Achseln. Red doch nit so! Ich sprech von der Tant, sie hat a reiche Mann kriegt und hat sich all ihr Leben lang nicht plage bruke. Du weßt doch, sie hat bi Berlin a nobles Gasthaus, Reschto­raschon heißen sie es; in Friedenau is es, und alle Sünn­tag solls da zum Plaze voll sin. Seitdem ihr vor einem Jahre der Mann starb, führt der Julius, was ihr Sohn is, das Geschäft, und der verstehts großartig, da solls noch flotter zugehe."

Der junge Bursche zeigte wenig Interesse für ihre Erzählung, erst ietzt horchte er auf. Nu. da wird er wohl

2000 Mark für drei Zehen. Der älteste Sohn des Ve­fibers Kurru in Wischwill( Ostpr.), in einem Insterburger Holzgeschäft tätig, war bei einer Versicherung gegen Un­fall versichert. Als ihm nun neulich beim Holztransport von den Rädern einer Feldbahn drei Zehen abgefahren wurden, mußte ihm die Gesellschaft den Betrag von 2000 M auszahlen.

Kathi hatte zuerst in großem Eifer gesprochen, dann aber, als sie bemerkte, daß sein sonst so liebes Gesicht sich immer mehr verfinsterte, kam eine gewisse Scheu über sie, und nur zögernd sagte sie das letztere. Fast hätte sie es verschwiegen, aber es lag doch ein Reiz darin, dem Hans zu zeigen, daß auch andere Gefallen an ihr fanden.

Massenerkrankung nach dem Genuß schlechter Würste. In Aalen in Württemberg sind 103 Personen erkrankt, die von drei verschiedenen Meßgern gelieferte Leberwurst ge­geffen hatten. Einer der Metzger ist selbst erkrankt. Man vermutet, daß die Schweine, aus deren Fleisch die Wurst be reitet wurde, vor der Schlachtung frank gewesen sind. Tödlicher Unfall bei einer Felddienstübung. Auf dem großen Exerzterplaz bei Ludwigsburg schlug Dienstag vor mittag bei Uebungen der 5. Batterie des Feldartillerieregi ments Nr. 29 ein Geschütz um. Der Einjährig- Freiwillige Arnold wurde dabei so schwer am Kopfe verletzt, daß er kurz darauf starb.

,, Bist wohl stolz daruf, daß so a Großstädter tut, als o er sich danach drängte, das Dorfmädel fenne zu lerne?" warf er unwillig dazwischen. Daß der sich da aberst nil herausnimmt, um Dich herum zu schermenzeln!"

Der hübsche Blondkopf an seiner Sette tannte das Trchen gar wohl, und jetzt war der Kathi just danach zu Sinn. Wenns ihm Bergnüge macht, wer wüll ihn daran hindern?" sagte sie in schnippischem Ton, ohne ihn anzusehen.

Das trieb ihm das Blut in die Schläfen. Und Du wirst noch am End' gar schön mit ihm tun," plagte er Heraus.

Eine entsegliche Familientragödie hat sich in dem Orte Reinowitz bei Gablonz in Böhmen abgespielt. Dort wur­den aus dem Dorfteich die Leichen des Tagarbeiters Collarz, seiner Frau, seiner beiden Töchter und seines elfjährigen Sohnes herausgezogen. Man wurde auf das Unglück auf merksam durch Kleidungsstücke, die an dem Ufer zurückge­laffen worden waren. In einem hinterlassenen Brief gibt die Familie Nahrungssorgen als das Motiv der Tat an.

" Werd' ich auch, denn' s ist min Cousin," erklärte sie, während auch ihr Gesicht zu glühen begann.

er ging mit großen Schritten den Weg zurück, den er eben mit ihr gekommen war.

Da sette er den Korb auf die Erde. Na, dann kann ich ja jezt gehn," sagte er und gönnte ihr ebensowenig einen Blick, wie sie ihm. Daheim bist ja und brauchst Dich nit mehr zu schleppe.' neingehen mag ich aberst nit. An de blaue Strich und an de rote Blümle mag sich die reiche Verwandtschaft freue, für die es hergericht is."

Nun stand ste da mit ihrem Korbe, der lauter Herrs lichkeiten aus dem Städtchen barg, die für diese Festtage angeschafft waren, um den verwöhnten Großstädtern ets was Gutes auftischen zu können. Federleicht hatte dem Mädchen der Korb gedünkt, als es ihn fröhlichen Herzens bis zum Walde getragen hatte. Jezt, wo sie ihn nur in den Hausflur zu sehen hatte, schien er ihr rieserchaft schwer zu sein, und sie seufzte dabei.

Das Mädchen war nun doch bestürzt, ste murmelte ein paar Dankesworte, die er aber nicht mehr hörte, denf

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Das Zusammensein mit Hans, auf das sie sich so ge freut, hatte mit einem schrillen Mißflange geendet, und darum fühlte sie sich jetzt unglücklich, tief unglücklich. Sie starrte mit brennenden Augen auf den Jugendgefährten und wäre ihm am liebsten nachgelaufen, hätte ihm gute Worte gegeben und ihm versichert, daß es ihr schnuppe, ganz schnuppe sei, ob der Julius sie schmuck fände nder nicht. Doch Stolz und Troy hielten sie zurück; er fand es ja nicht der Mühe wert, sich auch nur ein einziges Mal nach thr umzusehen. Hätte er es getan, gewiß, dann wäre fte ihm nachgelaufen und am Ende ihm auch um den Hais geflogen, und alles wäre gut gewesen. So sagte sie sich und wischte dabei zornig die Tränen aus den Augen, die ihr den Blick verdunkelten. Er aber, dem die Braunaugen so ärgerlich und doch so verlangend nachschauten, ging langsamer und langha­mer, denn er wollte ihr Zeit lassen, sich zu besinnen. Eie hätt ta merkt, wie sie mich ärgern tät," sagte er sich, und wenn sie auch mal ihre Muden hätt, im Grund is doch a liebes, herziges Mädel, die mir nit weh tun wüll und es glich wieder gutmache tät."

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So wartete er so wartete sie vergebens, und beiden wurde das Herz dabei schwer- so schwer.

( Fortsetzung folgt.)

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