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Die Berliner Handwerkerkonferenz.

Die vom Reichsamt des Innern auf den 7. April nach Berlin einberufene Handwerkerkonferenz hat im Reichstage ihre Beratungen beendet. Sie wurde nicht vom Staatssekretär Delbrück, sondern vom Unterstaats­sekretär Richter geleitet, der in seiner Begrüßungsanspra che dem Bedauern Delbrücks Ausdruck gab, daß er durch eine dringliche Reise am Erscheinen verhindert sei. Die eigentliche geistige Leitung hatte Herr Ministerialdirektor Caspar. Die Verhandlungen trugen durchaus informato­rischen Charakter und führten also nicht zu Beschlüssen. Es wurde aber darüber hinaus noch vereinbart, daß die Einzelheiten der Beratung ebenso wie die Namen der Redner nicht veröffentlicht werden sollen. Wir sind des= halb auch nur in der Lage, in allgemeinen Umrissen über den Gang der Verhandlung und die Hauptergebnisse zu berichten.

Die Erörterung des ersten und schwierigsten Themas: Abgrenzung von Industrie und Handwerk, zog sich lange hin und führte zur Besprechung vieler Ein­zelheiten, die nur für eigentliche Fachleute Interesse haben fönnen. Sie wurde durch eine sehr versöhnliche Erklärung eines hervorragenden süddeutschen Großindustriellen ein­geleitet, der die jetzige Trennung von Industrie und Hand­werk, die seit der reichsgesetzlichen Einführung von Hand­werkskammern und Zwangsinnungen im Jahre 1897 un­leugbar Fortschritte gemacht habe, lebhaft bedauerte. Diese Trennung liege weder im Interesse der Handwerker noch in dem der Industrie. In der weiteren Besprechung wurde dann die alte Erfahrung neu bestätigt, daß es vorläufig unmöglich sei, eine reinliche Scheidung für Industrie und Handwerk durchzusetzen. Man müsse schon zufrieden sein, wenn wenigstens innerhalb der verschiedenen Gegenden bes Reiches einheitliche Trennungsmerkmale festgestellt würden. Gegenüber dem Vorschlag, die Eintragung in das Handelsregister entscheidend für die Zugehörigkeit zur Industrie oder zum Handwerk sein zu lassen, schien der an­dere Vorschlag mehr Anklang zu finden, eine einheitliche Instanz für die Entscheidungen auf gewerbepolizeilichem Gebiet für das gesamte Deutsche Reich zu schaffen.

Beim zweiten Thema: Heranziehung der In dustrie zu den Kosten der Lehrlingsausbildung durch das Handwerk, wurden von Handwerkerseite die bekannten Klagen über Schädigung durch Einstellung der Lehrlinge in die industriellen Betriebe vorgetragen. Von Industrie­sette wurde demgegenüber betont, daß die Klagen nur für eine gewisse Uebergangszeit Berechtigung hätten, während heute die Industrie in der Regel schon ihre Arbeiter selbst handwerksmäßig vorbilde. Immerhin einigte man sich schließlich dahin, daß zwar eine rechtliche Verpflichtung der Industrie zur Entschädigung für Lehrlingsausbildung an das Handwerk nicht anerkannt, aber doch aus Billig­feitsgründen zugestanden wird, daß zwischen Handwerks­fammern und Handelskammern gewisse örtliche Verein­barungen über Kostenbeiträge getroffen werden sollen, wenn der Industrie eine Mitwirkung bei der Lehrlings­aufsicht und Lehrlingsprüfung gewährt wird. Auch der Vorschlag, den Handwerkskammern staatliche Beiträge, wie in Württemberg, zu zahlen, die Handelskammern dagegen nach wie vor staatlich nicht zu subventionieren, schien viel­fach Anklang zu finden.

Beim dritten Thema: Abänderung des§ 100 q der G.-O. verlangten die Handwerkervertreter fast ein­stimmig Aufhebung dieser Bestimmung, die bekanntlich Festsetzung von Mindestpreisen durch die Zwangsinnungen verbietet. Hier machten aber verschiedene Regierungsver­treter so glücklich die Ausführbarkeit der Vorschriften von Mindestpreisen durch die Zwangsinnung geltend, daß wohl für absehbare Zeit der§ 100 q gerettet erscheint.

Wenn man also das Resultat der Besprechung zusam­menfaßt, so ergibt sich eine erfreuliche Klärung über die Ansichten in bezug auf die Abgrenzung von Fabrik und Handwerk und eine erfreuliche Vereinbarung über die Ko­sten der Lehrlingsausbildung zwischen Industrie und Hand­werk; dagegen scheint die Aufhebung oder Abänderung des § 100 q vorläufig als undurchführbar anerkannt zu sein.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Der neue Präsident des Reichsmilitärgerichts. Gene ral der Infanterie Graf von Kirchbach, tommandierender General des 5. Armeekorps, ist zum Präsidenten des Reichs­militärgerichts ernannt worden. Günther Edmund Graf

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Des Rätsels Lösung.

Roman von Ludwig Blümce.

( Nachdruck verboten.)

Da überkam den starten Mann plötzlich ein Gefühl der Schwäche, das ihn mit einem Schwindel packte, als sollte ihn ein Herzschlag treffen. Aber nur wenige Sekunden währte das. Dann biß er die Zähne zusammen, redte Leine Riesengestalt hoch in die Höhe und lief davon, vor sich hinsprechend: Vorbei!- also ein Traum war es, ein süßer Traum.- Ach hätte ich dem armen Vater doch niemals mein Wort gegeben! Könnte ich mich jetzt hinein­ftürzen in den Strudel des Vergessens, dürfte ich den schäu­menden Becher der Lust leeren bis auf den letzten Tropfen!"

Wieder das Lied: O du selige". Jetzt nicht von Ernas Stimme es waren fröhliche, unschuldige Kinder, Die es sangen.

Ja, ja, solche Gedanken in der Christnacht zu haben, das ist große Sünde! Nicht im Strudel der Welt zu­grunde gehen, das wäre feige und unmännlich. Aber fetzt so ein frischer, fröhlicher Krieg!

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Als wäre er berauscht, so durchwirbelten die verschte­benartigsten, verwirrtesten Jdeen sein Hirn. Sehr spät erst, als die Lichter der Christbäume längst erloschen wa­ren, begab Hardi sich auf sein Zimmer. Ruhe fand er nicht in dieser Nacht. Aber da schlug noch ein Herz, bas fich vergeblich den Schlummer wünschte. Auch Er­nas Lager floh dieser milde Tröster aller Traurigen.

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Am ersten Feiertag sah Hardi außer dem General niemand im Schloß. Er bedankte sich bei dem Papa für all die Geschenke und sagte dann mit erzwungenem eln: Und nun will auch ich Dir eine Freude bereiten. Set unbesorgt um die Ehre unseres Geschlechts. Erna Ra­

v. Kirchbach ist am 9. August 1850 in Erfurt als Sohn des Grafen Hugo Kirchbach geboren, der ebenfalls komman­dierender General des 5. Armeetops war.

Türkische Ehrung für Freiherrn von der Goltz. Die Zeitung ,, Sabah" in Konstantinopel widmet dem General­feldmarschall Freiherrn von der Golz begeisterte Worte anläßlich seines bevorstehenden 50jährigen Dienstjubi­läums. Die ottomanische Armee, die er organistert und ruhmreich geleitet habe, so schreibt das Blatt, empfände das Bedürfnis, ihrer Hochachtung und Dankbarkeit einen besonderen Ausdruck zu verleihen durch Entsendung einer Offiziersabordnung, die ein künstlerisch ausgeführtes präch­tiges Silbergeschenk überbringen werde.

Deutschland und die internationalen Friedensbestre­bungen. In der Sigung der interparlamentarischen Frie­densunion, die am Sonnabend in Brüssel stattfand, gab der Vertreter Deutschlands, Abg. Eickhoff, eine interessante Erklärung ab, indem er ausführte, daß hinsichtlich der jüngsten Erklärungen des deutschen Reichskanzlers im Reichstag große Mißverständnisse entstanden seien. Der Reichskanzler habe sich nicht nur zustimmend zu den An­regungen der Fortschrittspartei ausgesprochen, sondern habe erklärt, daß die Regierung im allgemeinen die Frage der Abrüstung nicht grundsätzlich ablehne, er habe nur hin­sichtlich der Initiative den Vorbehalt der Regierung aus­gesprochen. Die Regierung set im Gegenteil geneigt, alle ernsthaften Vorschläge wohlwollend zu prüfen.

Keine Unstimmigkeiten in der nationalliberalen Parteileitung. Mehrere Berliner Blätter beschäftigen sich mit einer Nachricht, die von angeblichen Gegenfäßen- in­nerhalb der führenden Kreise der nationalliberalen Partei zu melden wußte. Besonders wurde darauf hingewiesen, daß die Abgg. Friedberg und Schiffer als ernstliche Gegen­kandidaten Bassermanns für die Führerschaft der Partei gelten müßten. Die Berliner Nationalzeitung" ist zu der Erklärung ermächtigt, daß es sich bei diesen Gerüchten um haltloses Gerede handelt, das kaum dementiert zu wer­den verdiente, wenn nicht falsch gedeutetes Stillschweigen Anlaß zu weiteren Phantasieprodukten geben könnte.

Eine Erhöhung der Erbschaftssteuer in Frankreich. Die französische Kammer hat in der Beratung des Einkommen­budgets einer neuen Erhöhung der Erbschaftssteuer zuge­stimmt. Die Steuer auf Erbschaften von mehr als 25 000 Francs wird danach selbst für direkte Erben erhöht.

3m spanischen Parlament tam es am Sonnabend im Verlaufe der Ferrerdebatte zu stürmischen Szenen. Der Sozialistenführer Iglesias verurteilte die Politik der kon­servativen Kabinette. Diese Politik war eine Schande für die Nation. Wenn wir nicht dahin gelangen, die an Ferrer begangene Ungerechtigkeit zu fühnen, werden wir bestrebt sein, die Regierung zu stürzen, die sich geweigert hat, die Sühne herbeizuführen. Die Sache Ferrers würde auf die Straße gehen. Wir würden alle Anstrengungen machen, einen Riesenfeldzug zu eröffnen, indem wir als entschlossene Männer mit entblößter Brust kämpfen wer­den.( Großer Tumult.) Die spanischen Sozialisten wer­den von dem Auslande nicht beeinflußt. Wir werden kein Mittel unversucht lassen, unseren Zwed zu erreichen. Wun­dern Sie sich nicht, die Stimme der Waffen zu hören, wenn die Gerechtigekit nicht gewährt wird."( Stürmischer Wi­derspruch.) Ministerpräsident Canalejas wies unter dem Beifall der ganzen Kammer mit Ausnahme der Republi­kaner die Drohungen Iglesias zurück und erklärte: Der revolutionären Gewalt werden wir uns mit aller Energie und mit der Macht, die das Gesetz uns in die Hand legt, widersetzen.

Kleine Nachrichten.

Eine Armenspende des Kronprinzenpaares. Der deut­sche Kronprinz und die Kronprinzessin haben durch Ver­mittlung der deutschen Botschaft in Nom dem Bürgermet­ster von Rom 3000 Francs für die Armen der Stadt über­weisen lassen.

Prinz August Wilhelm von Preußen, der als Referen­dar bei dem Potsdamer Landgericht Dienst tut, besuchte am Freitag das Strafgefängnts in Tegel. Nach der Besichtig= ung, die über zwei Stunden dauerte, fuhr der Prinz nach Plößensee, um auch das dortige Strafgefängnis zu besich­tigen.

Die größte kommunale Ueberlandzentrale Dentschlands ist am Sonnabend in Rheydt in Gegenwart des Landwirt­schaftsministers, des Oberpräsidenten, des Regierungspräsi­denten von Düsseldorf, und zahlreicher Vertreter sonstiger Behörden eingeweiht worden. Die Zentrale versorgt 84 Plätze mit elektrischer Kraft. Die Bauzett betrug vier Jahre.

Für die Jahnfeier, die im Juni dieses Jahres zur Er­innerung an die vor hundert Jahren erfolgte Eröffnung

ben hat sich gestern abend mit dem Inspektor Woltersdorf verlobt."

Da fuhr der alte Herr von seinem Sessel empor, schaute seinen Sohn scharf und durchdringend an mit sei­nen Adlerblicken und fragte dann mit einem Schein von Mitleid in den ehernen Zügen: Und Du wirst stark ge­nug sein, diese Deine erste leidenschaftliche Liebe zu über­winden?"

" Ich bin kein Schwächling!" war Hardis kurze Er­widerung.

Bereits am nächsten Tage reiste der Leutnant wie­der nach Thalbrücken zurück, trotzdem sein Urlaub erst zur Hälfte abgelaufen war. Er sehnte sich nach dem Dienst, nach Zerstreuung, nach fröhlichen Gesichtern.

Jm Blauen Stern" verkehrte er täglich, doch blieb er, seinem Vorsatz getreu, immer nur bis punkt zehn Uhr des Abends. Man nannte ihn deshalb einen hunderli­chen Kauz, doch er nahm nachgerade alle sarkastischen Be­merkungen seiner alten Bekannten mit philosophischem Gleichmut hin. Und das war das Klügste, denn so ließ man ihn allmählich ungeschoren.

Nun bewohnte die Familie Rossau das herrliche Jagd­Schlößlein Waldfrieden", das in zehn Minuten von der Stadt zu erreichen war.

Heute hatte Hardi dort seinen offiziellen Besuch ge= macht und in des Grafen Gattin und deren um zehn Jahre jüngeren Schwester, ein paar Damen von ebensoviel Geist wie Schönheit kennen gelernt. Komtesse Edelgard, die zwei Jahre Hofdame einer Großherzogin gewesen war, durfte mit Recht darauf eitel sein, daß die Ersten im Lande ihrer Schönheit und Grazie gehuldigt.

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Sie machte fein Hehl daraus, daß sie ernstlich befürch­tete, hier in der geisttötenden Einsamkeit verschmachten zu müssen, hielt aber als junge Dame von Einsicht den Rat des Leibarztes Sr. Majestät, der ihren etwas angegrif­fenen Nerven gerade diese Stätte zur Erholung empfohlen, nicht für töricht. Darum begleitete sie ihre Schwester,

der Be rliner Magiftrat 10 000 Mark bewilligt. Er beschloß weiter, an dem Hause der Unterwasserstraße, wo Jahn als Lehrer wohnte, eine Gedenktafel anbringen zu laffen.

Ein Verkauf der Voffischen Zeitung"? Die freifinnige " Voffische Zeitung" in Berlin soll nach einer Mitteilung der " Berl. N. Nachr." an das Frankfurter Bankhaus Speyer, Ellissen u. Co. verkauft worden sein. Als Kaufpreis wurde des Turnplatzes in der Hasenheide in Berlin stattfindet, haf an der Börse die Summe von 73, Millionen Mart genannt. Von anderer Seite wurde das Gerücht verbreitet, daß dte Deutsche Bank die Voff.3tg." angekauft habe.

Das 16. Deutsche Bundesschießen in Hamburg hat et­nen Bruttoüberschuß von 108 000 Mark ergeben. 15 000 Mart sind den Erben des Kaufmanns Schmidt aus Gebesee bei Erfurt, der bekanntlich durch einen unglücklichen Schuß sein Leben einbüßte, überwiesen worden.

Der Kampf gegen die langen Hntnadeln ist auch von der Hamburger Polizei aufgenommen worden. Sie hat, nach­dem die vor einiger Zeit erlassene polizeiliche Warnung ohne den gewünschten Erfolg blieb, die Straßenbahngesell­schaft beauftragt, solche Personen, die durch vorspringende Hutnadeln ohne Schuhknopf den Fahrgästen lästig fallen können, von der Beförderung auszuschließen.

Ein wertvoller Münzenfund ist in Hamburg gemacht worden. Bei dem Abbruch eines alten Gebäudes in der Neustadt fans et Arbeiter drei Beutel mit Silber- und Goldstücken im Werte von etwa 25 000 Marf. Die Münzen, dte aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen, sind wahr­scheinlich während einer Belagerung Hamburgs versteckt worden.

Eine Bande von Spionen, die in der Nacht vom 22. zum 23. Dezember 1909 in das Geschäftszimmer des Grenadier­regiments in Schweidniß eingebrochen und geheime Dienst­vorschriften gestohlen hatte, wurde, wie die Schlesische Ztg." meldet, verhaftet. Die Diebe verkauften das gestohlene Material an eine fremde Macht.

Verhaftung eines Erpressers. Die Dessauer Polizei nahm einen Kormis fest, der unter Androhung qualvoller Martern von einem Fabrikanten eine hohe Summe zu er­pressen versuchte. Die Verhaftung erfolgte, als der Er­presser das Geld vom Postamt durch einen Knaben holen lassen wollte.

Von einem Zuge überfahren wurde Sonnabend aben bei Euskirchen ein Möbelwagen. Er wurde vollständig zer­trümmert. Der Kutscher wurde so schwer verletzt, daß er nach kurzer Ze't starb.

Der Racheakt eines Schwiegerfohns. Der in den Mag­nesta- Werken in Aue bet Wien beschäftigte Arbeiter Hofler hat seinem Schwiegervater aus Rache, well er sich von die­sem materiell geschädigt glaubte, eine Dynamitpatrone un­ter das Kopfpolster gelegt. Zum Glück wurde diese jedoch entdeckt, bevor schweres Unheil angerichtet wurde. Der Tä­ter wurde verhaftet.

Infolge der Hungersnot sind in Südschantung vielfach Unruhen ausgebrochen. In Tsiningtschou herrscht offener Aufruhr. Hunderte von Einwohnern starben an Hunger­typhus. Die Missionen sind teilweise gefährdet.

Unfall svanischer Torpedoboote. Beim Manöverteren stteßen bei Cadiz zwei Torpedoboote zusammen und wurden leck. Das eine Boot sant, während man es in das Arsenal schleppte. Dabei ertrank ein Heizer. Die übrige Mann­schaft wurde gerettet.

Ein Postwagen überfallen wurde auf offener Landstra= ße bei Turek in Russisch- Polen. Dabei wurden 47 000 Rubel geraubt. Von den begleitenden Soldaten wurden drei ge­tötet; der Fuhrmann rde verwundet.

Eine neue schwere Genbenkatastrophe wird aus Ameri­ta gemeldet. Auf der Branner Kohlengrube bei Littleton im Staate Alabama hat Sonnabend nachmittag eine Explo­sion stattgefunden. Von den 190 dort beschäftigten Sträf­Ingen konten bisher nur 45 lebend geborgen werden. Es besteht geringe Hoffnung, die noch Eingeschlossenen, die bis auf dreißig Neger sind, zu retten. Das Unglück wird auf eine Kohlenstaubexplosion zurückgeführt.

Wissenschaft, Runst und Literatur.

Von der Mainzer Jupitersäule wird im nächsten Jahre eine Nachbildung in Stein in der Nähe der Saalburg auf­gestellt werden. Ein Freund des Taunus hat sie dem Kaiser zum Geschenk gemacht. Auf diese Weise wird dieses herr­Itche, mit Reliefschmuck überreich verzierte 15 Meter hohe Denkmal aus der Zeit des Kaisers Nero sich zum erstenmal in seiner Gesamtheit präsentieren, was bei dem Originale wegen seiner Unterbringung in der Steinhalle des Mainzer Museums nicht möglich ist. Die Säule ist, wie erinnerlich, erst vor wenigen Jahren in der Mainzer Neustadt in der Nähe des Rheins, wenige Meter unter der Erdoberfläche, gefunden worden. Sie war, wie man annimmt, aus religi= ösen Gründen, in viele Tausende von kleinen Stücken zer­schlagen und konnte nur mit unendlicher Mühe rekonstruiert werden. Die Kopie fertigt Bildhauer Schmahl- Kostheim an.

Vermischtes.

Ein Gendarmeriewachtmeister von einem Verbrecher erschossen. Aus Laurahütte in Oberschlesien meldet der Draht vom Sonntag: Heute nacht in der 12. Stunde wurde

die Gräfin Rossau, die nach einem recht aufreibenden Reiseleben ebenfalls einiger Ruhe bedurfte, ohne Wider­spruch hier in diese entlegene, aber recht romantische Ge­gend.

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Hardi schritt langsam die Tannenallee, auf der man zum Schlosse gelangte, zurück, dem Städtchen zu. Ja, Rasse stedt in diesem Mädel! · Kann mit den schwarzen Augen rollen, daß einem beherzten Manne sogar angst und bange werden muß.- Tadellose Figur. Hoch, schlank und doch üppig. Aber mein Schön in jeder Weise. Geschmack ist ja leider, seit ich Erna wiedersah, so ganz anders geworden. Nur so wie sie ist, ganz genau so kann ich mir allein das Jdeal eines Weibes vorstellen.- Doch das ist ja vorbei. Einmal kann das Menschenherz nur mit seiner ganzen Kraft leben."

Das war der Hauptinhalt der Gedanken, die ihn auf dem Heimwege vom Schloß Waldfrieden ,, beschäftigten. 4. Kapitel.

,, Höre mal Edith, ich muß einräumen, daß ich doch ewas voreingenommen urteilte, als ich vor ein paar Ta= gen behauptete, es gäbe hier nur Bauernadel und Bauern= tölpel," sagte Komtesse Edelgard zu ihrer Schwester, nach­dem der Leutnant Bernhard von Eschenholdt sich em­pfohlen.

Die Gräfin gähnte, sich in ihrem Schaukelstuhl wie­gend, legte den Band neuester Liebespoesie, in dem sie so­eben geblättert, beiseite und erwiderte: Hat Dir also ge­fallen, dieser Kürassier comme il faut?""

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Ein schöner Mann! Groß und start wie eine Eiche, aber dennoch geschmeidig wie eine junge Weide. Hat auch ein schönes Gesicht, prächtige Augen, eine interessante Nase, So ein klein wenig gebogen, wie ich es liebe, und dieser Schnurrbart!"

,, Also noch schöner als der Assessor vonvon wie war es doch gleich? Jedenfalls sehr moderner

Adel!

"

( Fortsetzung folgt.)