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unter den Indianern.
Ein Wüstenschis.
Wenn Garry jetzt ist er tot seine Memoiren hinterlassen hätte, so würden sie einen enormen Absatz gefunden haben. Oft erzählte er uns etwas aus seinem Leben. Bei den Puyallups habe ich auch einmal den berüchtigten Geistertanz" gesehen, ein etwas fragwürdiger choreographischer Genuß. Denn die halbnackten, grell bemalten und mit Adlerfedern geschmückten roten Gestalten springen wie die Besessenen herum. Dabei erzählt jeder der Tanzenden seine glänzendsten Taten usw, wovon wir natürlich kein Wort verstanden Originell war die Begrüßung bei den Puyallups. Näherte man sich z. B. dem alten Garry, so erhob er die rechte Hand mit der Fläche nach vorn, streifte dann mit derselben Hand von links nach rechts über die Stirn und noch einmal von rechts nach links über den Hals. Das bedeutete den Friedensgruß". Ihre Toten nähen die Puyallups zuerst in Felle ein, dann werden die Leichen in eine Sängematte gelegt, die sich ungefähr drei Meter vom Erdboden befindet und durch Stangen gehalten wird. Andere Stämme, wie auch die Chippewas, begraben ihre Toten
nur
Die
in einen hohlen Baum und belassen sie dort, bis nur noch das Skelett übrig ist; dann wird dieses regelrecht begraben und die Stelle durch Kriegs. trophäen bezeichnet Puyallups haben eine eigen artige Vorstellung vom Leben nach dem Tode resp. dem Paradies oder ,, ewigen Jagdgefilden". Die Guten verbringen nach ihrer Ansicht dort die Zeit mit Tanzen, Spielen und Singen und leben von Champignons", die dort in Bülle und Fülle wachsen sollen. Die Schlechten werden gepeinigt und gequält und mussen, in wilde Tiere verwandelt, Disteln fressen. Steht die Hopfenernte bevorim Staate Washington befinden sich ausgezeichnete Hopfenfelder dann zieht der Puyallup mit seiner Familie auf die Sopfenfelder und pflückt Sopfen. Die Ernte findet mit einem„ indianischen Erntefest" ihren Abschluß Durch die Beteiligung an der Hopfenernte verdienen die Indianer für ihre Verhältnisse ein schönes Stückchen Geld. Die Mütter tragen ihre Babys" in einer furiosen Schaufelwiege. Das Baby wird auf ein mit Fellen oder Moos gepolstertes Brett gelegt und durch Riemen oder Bänder festgeschnallt. Am Kopfende des Brettes ist ein Bügel ange bracht, über den man ein Tuch oder Fell spannen kann, das das
"
Kind vor der Sonnenhite schützt. Diese Wiege" ist für die Mutter sehr praktisch. Will sie das Kind forttragen, so nimmt sie das Brett einfach auf den Rücken. Ist sie beschäftigt, wie 3. B. beim Hopfenpflücken, so kann sie die Wiege einfach an einen Baum oder eine Wand lehnen oder sonstwo aufhängen.
Ich bin unter verschiedene Stämme gekommen, habe jedoch gefunden, daß die Lebensweise und die Gewohnheiten der einzelnen Triebe nicht viel voneinander abweichen. Die„ Pueblo
zu
Indianer" im Felsengebirge schienen mir am unzugänglichsten. Als ich auf einem Ausflug nach den sogenannten " Cliff Dwellings" im ,, Manros- Canon", die etwa zwanzig englische Meilen von Manros- Station" gelegen sind, mit einem Trupp PuebloIndianern unvermutet sammentraf und die eigentümlichen" Blicke dieser Gentlemen gewahrte, wurde ich doch etwas nervös" und brachte meine Hand in engen Kontakt mit meiner Satteltasche, in der sich mein Revolver befand. Auch unser Führer, ein Salf- breed, meinte: " Den Brüdern ist niemals zu trauen" Einen geradezu harmlosen Eindruck dagegen machten die Seminolen in Florida, die zutraulich und von einer köstlichen Naivität waren.
Zum Schluß noch ein Wort über die Vertreibung Cherokee Indianer der aus ihrer einstigen Heimat. Als im Jahre 1815 ein kleiner Junge am Chestateefluß zufällig ein Körnchen Gold fand, war für den Staat Georgia das Signal gegeben, sich das ganze Gebiet östlich von Chestatee anzueignen Nach vier Jahren war dort kein Cherokee mehr zu sehen. Als später( 1826) auch am Ward's Creet, einem westlichen Zweig des Chestatee, Gold gefunden wurde, war das Schicksal des unglücklichen Volkes endgültig entschieden. Der im selben Jahre erwählte Präsident Andrew Jackson war ein wütender Indianerhasser, der vor keinem Mittel zurückschreckte, wenn es galt, den roten Mann zu unterdrücken. Nachdem am 28. Dezember 1828 in Georgia ein Gesetz erlassen war, laut dem das in ihrem Staatsgebiet liegende Territorium der Cherokees als Eigentum des Staates Georgia erklärt wurde, begannen jene Feindseligkeiten gegen die Cherokee, die in der Weltgeschichte wohl kaum ihresgleichen haben dürften. Nicht weniger als 18000 Indianer wurden zwangsweise nach dem Westen deportiert.
Ein Indianerveteran.
Ein Wüstenschiff.
em bisherigen Wüsten- Monopol der Kamele ist ein Ende bereitet worden. Ein erfinderischer Yankee- Kopf hat ein neues Mittel erfunden, die Wüste zu durchqueren, ein Vehikel, in dem es sich bequemer und sicherer reisen läßt, als auf dem schaukelnden Rucken der zweihöckrigen Trampeltiere. Allerdings fann das neue amerikanische Wüstenschiff nur bei einem günstigen Winde Verwendung finden, weil, wie aus unserem Bilde zu ersehen ist, die Fortbewegung des Schiffes von der Bewegung der Segel abhängt. Die Kamele sind daher immer noch im Vorteil, weil ihre Transportfähigkeiten nicht vom Wetter abhängig sind. Das amerikanische Wüsten
F. B.
schiff, mit dem bereits erfolgreiche Versuche in der kalifornischen Wüste Mogave angestellt worden sind, ist ein auf ungleichen
Rädern ruhendes Halbboot mit einem Vor- und Hintersegel. Während sich der Schiffsmast" zwischen den höheren Vorderrädern des Vehikels befindet, wird die Steuerung des„, Wüstenbootes" von seinem hinteren Teil ausgeführt
Das amerikanische Wüstenschiff gewährt einen sehr graziösen Anblick und faßt eine größere Anzahl von Personen. Richtig genommen verdient die Erfindung nur ein sportliches Interesse, denn als ein wirkliches Transportmittel durch die Wüste kann es nicht ernsthaft in Betracht gezogen werden.
Monte Carlo.
Napoleons I., die berühmte„ Route de Corniche", fahren, eine Reise, die unter 60 Francs kaum zu machen war, oder er mußte einen alten Dampfer, die„ Palmaria", benutzen, dessen Kapitän, wenn das Wetter zu schlecht war, oder wenn sich die nicht genügende Anzahl Teilnehmer fanden, die Fahrt beliebig auf einen anderen Tag verschob. Mr. Blanc sorgte auch hier bald für einen neuen Damfper „ Charles III." und für bessere Verbindung.
Man fuhr von Nizza aus in drei bis
vier Stunden„ hinüber" und landete
im Hafen von Monaco. Die Rück
fahrten fanden abends um elf Uhr statt, und Leute, die solche noch mitgemacht haben, erzählen von herrlichen Nächten unter Sternen und Mondenschein.
Zu diesen ersten Zeiten Blancs spielte man auch noch mit Spielmarken, und der geringste Einsatz am Roulette betrug zwei Francs und am Trente- et- quarante fünf Francs. Die Spielmarken aus versilbertem Kupfer trugen die Inschriften ,, Cercle de Monaco" auf der einen und ,, Jeton de deux Francs" auf der anderen Seite und hatten
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Stücke hören und gibt alle Wochen klassische Konzerte, in welchen die Symphonien der großen Tonmeister, die Meisterwerke Wagners und der modernen Komponisten, aber auch die ersten Blüten junger französischer Talente zum Vortrag
kommen.
Wen das Spiel nicht in Versuchung führt, der wird die glänzenden Säle des Kasinos wie diejenigen eines Museums Surchschreiten, wirft aber sicher nebenbei einen verstohlenen Seitenblick auf diese geschäftige, fiebernde Menge mit glühenden Wangen, die beständig kommt und geht und sich um die Spieltische drängt.
Blick auf Monte Carlo.
Im Vordergrund der Taubensaießstand, darüber das Kasino von Monte Carlo, lints oben das Grand Hotel Regina, das mit Monte Carlo durch Zahnradbahn verbunden ist.
an der ganzen Reviera beinahe Münzwert. Von der Pariser Münze hatte man 200000 Stück herstellen lassen, als man aber eines schönen Tages Kassa machte, entdeckte man plötzlich einen Bestand von fast 300000. Der Rest war in dem französischen„ La Turbie" oberhalb Monte Carlos von
einer
Falschmünzerbande fabriziert! Die Spielmarken verschwanden und zugleich wurden die heute noch bestehenden Einsätze firiert.
Der Aufschwung Monte Carlos steigerte sich natürlich noch mehr, als die Eisenbahn angelegt war, und wenn früher die Croupiers nach Spielern Ausschau gehalten haben, heute werden sie fast erdrückt von der Masse, die sich um die Spieltische drängt.
Man
Monte Carlo hat seine jährliche Kunstausstellung, die mit zahlreichen auserlesenen, modernen die Werke der alten Kunst vereinigt. Der Kunstpalast, in welchem sie stattfindet, enthält ebenfalls einen Theatersaal, wo die Meister des Vortrags Lorbeeren ernten.
Monte Carlo!- Schon der Name ruft die berückende Schönheit von Monte" in uns wach, wie es hingebettet liegt an der Côte d'Azur, wo See und Himmel um den Preis des Azurs streiten, und wenn die Sonne strahlend aus dem Meere emporsteigt, sie die Küste von Monaco bis Bordighera grüßt. Garten reiht sich an Garten; hängende Rosen, leuchtende Nelken, tiefvioletter Heliotrop und üppige Mimosen schütten ihren Duft über uns aus. Un
Das Kasino von Monaco.
schätzt die Zahl der jährlichen Besucher, von denen sich ein nicht geringer Teil mit dem Expreßzuge des Norddeutschen Lloyd an die Riviera begibt, auf nahezu In dem auf das herrlichste ausgestatteten eine Million. Kasino, inmitten paradiesischer Gärten, das nach den Plänen Garniers, des Erbauers der Großen Oper in Paris, errichtet ist, sieht man heute gekrönte Häupter inmitten der elegantesten Welt der Welt".
Dort treten die berühmtesten Schauspieler und Opernfänger auf. Ein Orchester von 120 Musikern läßt die besten
dem Felsen von Monaco schlingen sich die Wege unter den Steineichen an den mit Kakteen und Aloe überwucherten Gehängen hinauf, und unten wandelt sich die tiefblaue Flut in weißschäumenden Gischt. Dazwischen aber hasten die Menschen, kaum gewahr werdend all der Schönheit. Sie eilen dahin zu dem blendenden Bau, dessen Türme weithin leuchten, und verschwinden hinter den Türen, wo die
Stille nur von dem klappernden Geräusch des Goldes unterbrochen wird. Eine Wolke süßlichen Parfüms und schwerer Luft umfängt den Eintretenden. Elegante Frauen rauschen in Glanz und Schönheit vorüber, stille, ehrbar dreinschauende Männer sitzen Stunde um Stunde am Spieltisch, um zu ergründen, welchen Weg die kleine Kugel jetzt und dann nehmen wird, und wie sie wohl am besten setzen. Ein Neuling legt schüchtern das erste Fünffrankenstück auf Rouge, erregte Augen blitzen über den Tisch, das Gold rollt, und die Scheine fliegen. Das ist Monte Carlo in Reichtum und Genuß.


