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Monte Carlo.
Eine Gesellschaft m. b. S. versuchte dann das Unternehmen zu halten unter Leitung des Herzogs de Valmy und eines ehemaligen Notars, aber die Sache kam immer mehr herunter. Die Spielbank wurde aus der Nähe des fürstlichen Palais verbannt, fristete in einem alten Hause der alten Stadt, welches den Namen ,, Maison du General" führte, ein ziemlich kümmerliches Dasein und sank zu einer übelberüchtigten Spelunke herab. In der Nähe des Spielhauses befand sich damals ein kleines Café„ 3ur Sonne" genannt. Hier versammelten sich die Spieler, zumeist Abenteurer aus aller Herren Ländern, wenn sie ihr letztes Zweifrancstück- soviel betrug damals der Minimaleinsatz verspielt hatten und versuchten, sich gegenseitig die letzten Sous im Kartenspiel
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in den übelberüchtigten Hotels zu kampieren, wo manch Fremder, der Geld bei sich hatte, bestohlen wurde oder gar auf Nimmerwiedersehen selbst verschwand. Es soll aber auch vorgekommen sein, daß Leute, die vom Spielteufel besessen waren, nach Toresschluß noch über die Felsen und Stadtmauern kletterten, nur um noch in ihr Paradies zu gelangen.
Schon im Jahre 1861 richteten sich daher die Blicke der Spielpächter nach dem freigelegenen Felsen, auf dem heute Monte Carlo steht, und man fing schließlich auch an, dort ein großes Gebäude aufzuführen. Allein es fehlte der Gesellschaft bald an dem nötigen Gelde, der Bau blieb liegen, die Gehälter der Croupiers konnten oft nicht bezahlt werden. und der völlige Bankerott stand vor der Tür. Da kam 1863
Terrasse beim Theater von Monte Carlo.
abzunehmen, um dadurch vielleicht noch einmal an der Roulette setzen zu können; Raub und Diebstahl waren nichts Seltenes in der Stadt. Die Croupiers der Bank, welche oft nichts zu tun hatten, bummelten umher und beobachteten mit Fernrohren die Straße, die an der Küste entlang führte und suchten das Meer ab in der Erwartung neuer Spieler, die aus der Umgegend oder mit dem Schiff aus Nizza herankamen, ganz ähnlich wie vor Zeiten die Seeräuber hier nach ihrer Beute ausgeschaut hatten. Kamen neue Spielopfer heran, so eilten alle auf ihre Plätze, und die Roulette wurde in Bewegung gesetzt. Damals wurden die Tore der Stadt, die ja noch Festung war, des Nachts geschlossen. Ein Trommelwirbel der Wache gab das Zeichen dazu. Wer nun infolge des Spieleifers nicht rechtzeitig aufgebrochen war, der konnte nicht mehr hinaus und war gezwungen, die Nacht
François Blanc, der Spielpächter des Bades Homburg, zum erstenmal nach Monaco. Er erkannte, was aus dem Unternehmen zu machen war. Er kaufte die ganze Geschichte und gründete die bekannte Aktiengesellschaft: Société anonyme des Bains de Mer et du Cercle des étrangers de Von dieser Zeit an datiert der enorme AufMonaco.
schwung des Unternehmens. Die Spielbank wurde bald endgültig von Monaco nach dem Neubau auf dem Felsen „ les Spelugues" verlegt, der zu Ehren des Fürsten Charles „ Monte Carlo" benannt ward. An die Eisenbahn dachte noch niemand. Konnte man doch selbst Nizza nur in beschwerlicher Reise mit der Post, oder, wie es damals in der reichen, vornehmen Welt Sitte war, mit eigenem Fuhrwerk erreichen! Wer weiter nach Monaco wollte, mußte entweder mittels Wagen über die alte Heerstraße der Römer und
Internationale Weltblige.
Internationale Weltblitze.
Eine schwere Erdbeben- Katastrophe hat kürzlich in Turkestan arge Verwüstungen angerichtet und zahlreiche Menschenleben gefordert. Besonders in Werny und Dscharkent hat das Erdbeben, dessen Mittel
punkt im Ostteil des Issyk- Kulsees lag, fast sämtliche Steinbauten zerstört. Auch die Städte Pischpek und Przewalsk sind von dem Erdbeben schwer heimgesucht worden. In der Umgebung von Werny sind besonders viele Kirgisen ums Leben gekommen. Unweit des Gletschers, in der Nähe von Werny wurden riesige dunkle Felsstücke in nördlicher Richtung auf die Schneefelder geschleudert.
„ Lützow" von Ceylon nach Ägypten begeben, um dort einige Zeit zu verbringen und Land und Leute des Pharaonenlandes kennen zu lernen. Die Gemahlin des deutschen Thronfolgers hat u. a. auch Assuan besucht, das wir unseren Lesern im untenstehenden Bilde zeigen. Assuan, das die Hauptſtadt der Provinz gleichen Namens ist, liegt inmitten von Dattelpalmen am Ostufer des Nils und besitzt ein herrliches gleichmäßiges und trockenes Klima. Die Stadt gehört daher zu den beliebtesten Winterorten Ägyptens. Am Ufer des Nils zieht sich die Hauptstraße von Assuan hin, deren weißgetünchte Häuser der Stadt ein romantisches Äußere verleihen. In alten Zeiten hat die Umgebung von Assuan den Namen ,, Elephantenland" getragen, weil die Ägypter hier zum ersten Male den afrikanischen Elefanten zu Gesicht betamen.
Jeder Zug einen Ropefen!( Samarkand.)
nur in
Nicht Afrika, sondern auch in Asien wird das Ramel bekanntlich als Transporttier benutzt. Weniger bekannt dürfte sein, daß das Kamel im Norden von Sibirien im Winter auch als Zugtier vor den Schlitten gespannt wird. Unser Bild zeigt uns eine Herde Kamele, die kurze „ Siesta" auf dem zugefrorenen Amurfluße bei Blagowjeschtschensk halten. Um den gegen die sibirische Kälte gefeiten Wiederkäuern den Aufenthalt auf dem Eise etwas komfortabler zu gestalten, hat man Heu auf die kalte Fläche gestreut. Seit der Eröffnung der sibirischen Eisenbahn hat das Kamel übrigens an Wert als Transportmittel in Sibirien nicht verloren, da die Strecken die die Kamele durchwandern, von der Bahn nicht berührt werden.
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Die Kronprinzessin Cäcilie hat sich an Bord des Norddeutschen Lloyddampfers
Kamele auf dem zugefrorenen Amurflusse.
Blick von der Insel Elefantine auf Asuan. ( Lastträger befördern das Gepäck aus dem soeben an der Insel angelegten Nildampfer.)
Kürzlich ist übrigens der Erbauer des Nildammes von. Assuan, Sir John Aird, auf seinem Landsitz Wilton Park in England gestorben.
Ägypten und Nubien mangelte bei niedrigem Wasserstand des Nils ausreichende Bewässerung. Mißernten, Hungersnöte und Notstände aller Art waren die Folgen. Zwar erkannten Lord Cromer und seine technischen Berater, daß ein Damm an geeigneter Stelle die Nilfluten zurückhalten und sammeln würde, so daß von dieser Sammelstelle aus das Wasser nach Bedarf zur Bewässerung des
Nildeltas abgelassen werden könnte, doch war die ägyptische Regierung zur Bewilligung von Mitteln für diesen Zweck nicht zu bewegen.


