Ausgabe 
11.2.1911 Zweites Blatt
 
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Reichstag wolle beschließen: den Reichskanzler zu suchen, noch in der gegenwärtigen Reichstagstagung einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den

1. den Witwen und Waisen der vor dem 1. April 1908 verstorbenen Reichsbeamten eine angemessene Erhöhung der Witwen- und Waisen­gelder gewährt wird,

2. die Ruhegehälter der vor dem 1. April 1908 in den Ruhestand versetzten Reichsbeamten angemessen erhöht werden."

Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen.

Febr.

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gegen die Bewilligung der Heeresstärke auf sieben Jahr. 1889 gegen die Ergänzung der Flotte. 1890 gegen den Neubau von Panzern und Avisos. 1893 gegen die Seeresvorlage nebst 3 weijähriger Dienstzeit, 1898 bis 1900 gegen die Flottenvorlagen. Ferner: 1870 gegen die Reichsverfassung, nachdem fie 1867 bereits gegen die norddeutsche Bundesverfass= ung gestimmt hatte. 1879 gegen die Verstaat­als ligung der Eisenbahnen.( Dabei mag Kuriosum erwähnt werden, daß die freisinnige Leuchte Berlins, der Ehrenbürger und Abgeordnete Dr. Lan­serhans gegen die Berliner Stadtbahn 1878 unter der Begründung stimmte, er sei nicht in der Lage, der Re­gierung zuzutrauen, daß sie ein so wichtiges Werk zweck­mäßig zu Ende führe".) Weiterhin verwarf sie 1870 das einheitliche Strafgesetzbuch, 1872 das Militärstraf­gefeßbud), 1876 das Gerichtsverfassungsgesetz, die Straf­prozeßordnung, die Zivilprozeßordnung, die Konkurs- ordnung, 1888 den Ausschluß der Oeffentlichkeit bei Gerichtsverhandlungen über landesverräterische Pläne, 1880 das Gesetz über Bestrafung des Wuchers, 1882 den Zollanschluß von Hamburg, der dem Reiche so dienlich war und einen so großartigen Aufschwung unseres ersten Seehafens zur Folge hatte, 1888 die 5- jährigen Gesetzgebungsperioden, die so wohltätig das viele Wählen etwas einschränken, sie verwarf 1893 das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, 1897 die Handwerksvorlage. Als Probe ihres Uebel­wollens gegen den Handwerkerstand stimmte sie auch 1881 gegen die Kräftigung des freien Innungswe­sens, 1896 gegen die Novelle zur Gewerbeordnung so­wie 1897 gegen deren Abänderung, 1896 gegen das Börsengesetz, wie sie überhaupt aus erklärlichen Gründen gegen alles ist, was der Börse unbequem sein fönnte. Aehnlich hat Eugen Richter sich zur Sozialpo litik verhalten. Er stimmte 1883 gegen die Kran­tenversicherung der Arbeiter, 1884 gegen die Unfallversicherung der Arbeiter, 1889 gegen die Fbr. Invaliditäts- und Altersversicherung. Die bürgerliche Demokratie hat auch stets gegen je= den Schutzzoll für Getreide( und Vieh) gestimmt und auch 1887 und 1896 gegen die Reform der Brannt­weinsteuer, bei der es galt, die namentlich für die Ge­genden mit leichtem Boden unentbehrlichen kleinen land­wirtschaftlichen Brennereien gegen die großen gewerb­

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Geborene.

1. Krankenwärter Ernst Ruckelshauß eine Toch­ter, Anna.

2. Metzgermeister Ludwig Martin Karl Vogt

ein Sohn.

2. Reisenden Friedrich Scholle ein Sohn, Fried­rich Wilhelm Theodor Karls

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3. Monteur Max Hugo Schneider ein Sohn, Friedrich Hermann.

4. Kulturtechniker Karl Friedel eine Tochter, Mar­tha Elisabeth Katharina.

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5. Braumeister Friedrich Wilhelm Neuser Tochter, Pauline Berta.

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5. Kaufmann Louis Rosenthal eine Tochter, Eli­sabeth.

6. Werkmeister Wilhelm Schmidt ein Sohn, Phi­lipp Jakob Friedrich.

6. Brotfahrer Wilhelm Christian Gelzenleuchter

ein Sohn, Wilhelm Heinrich Bernhard.

Fbr. 3. Ludwig Muhl, Maurer in Beuern, mit Hen riette Johanna Kemper in Ronsdorf.

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Fbr.

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6. Leonhard Pauly, Geometer, mit Marie Mar­garete Lennert, beide in Klein- Linden.

7. Heinrich Weller, Weißbindermeister, mit Clara Loren, beide in Gießen.

8. Georg Emil Karl Hermann Jäger, Gärtner

in Londorf, mit Lina Peter in Weitershain.

9. Karl Schwan, Landwirt, mit Karoline Flic, geb. Ockel, beide in Gießen.

9. Dr. phil. August Franz Löhr, Chemiker

in

Höchst a. M., mit Elise Friederike Throm in Gießen.

9. Jakob Kissel, Bergmann in Klein- Linden, mit Sophie Hoffmann in Gießen.

Eheschließungen.

4. Friedrich Stuhl, Optiker und Mechaniker, mit

Maria Wallrafen, beide in Gießen.

4. Konrad Wißner, Bäckermeister, mit Antonie Horn, beide in Gießen.

4. Karl Stiegler, Maschinist, mit Philippine Geiß, beide in Gießen.

4. Louis Deisel, Kaulmann in Frankfurt a. M.,

mit Anna Sophie Alma Klimmer in Dorn= holzhausen.

4. Karl Maus, Buchhalter in Marburg, mit Eva Katharine Jockel in Rauschenberg. Gestorbene.

Fbr. 3. Auguste Schenda, geb. Frohnhäuser, 48 Jahre.

3. Wilhelmine Christ, geb. Rühl, 36 Jahre alt.

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4. Margarete Schwärzel, 34 Jahre alt.

7. Laternenwärter Friedrich Schäfer ein Sohn, Johannes Ludwig.

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8. Katharine Hoß, geb. Noll, 80 Jahre alt.

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8. Buchbinder Karl Weber eine Tochter, Erne­stine Maria Rosine Karola. Aufgebote.

3. Detlef Wilhelm von Thaden, Kaufmann in Ahrensburg, mit Johanna Auguste Frees in Gießen.

Bluterneuerung.

lichen zu schützen, 1887 gegen die Reform der Zucker Substanzzuführung der sich be­

Steuer, 1896 gegen das Margarinegesetz.

Wenn es nach dieser Demokratie gegangen wäre, hätten wir weder eine Reichsverfassung, noch Reichs= justizgesetze, weder ein stehendes Heer, noch eine Flotte, weder Arbeiterversicherungsgesetze, noch Wuchergesetze,

und würden im Rate der Bölfer eine flägliche Roll

spielen..."

Die Erfahrung hat gezeigt, daß der Freiſinn( jetzt

Fortschrittliche Volkspartei) auch nach 1893 derselben im

Berneinen geblieben ist, denn er hat weiter gestimmt;

1900 gegen die Erhöhung der Börsensteuer,

1902 gegen die Champagnerſteuer, 1905 gegen die notwendige Verstärkung der Armee, 1905 gegen die 1906 gegen das Schuldentilgungsgesetz, gegen die Staf

Besteuerung der Wetten bei Pferderennen,

felung der Brausteuer zur Schonung der kleineren Be­triebe, 1906 gegen die Tantiemesteuer der

Aufsichtsräte cnd die Automobilsteuer. Jm preu

Abgeordnetenhause der Freisinn sämtliche

Vorlagen zum Schuße des Deutſchtums in den Offmat:

fen gegen die polnische Gefahr abgelehnt. Er hat dort

ferner gestimmt: 1891 gegen die Einkommensteuerreform

ständig abnutenden Nerven.

Es sind dies die absolut not­wendigen Forderungen der Neu­zeit bei ueberanstrengung durch mechanische sowie geistige Leistungen. Als Mittel

zur

ebung des Ernährungszu­standes im Allgemeinen, zur Entwickelung des Hämoglobin­gehaltes im Blute und zur Kräftigung der Nervensubstanz,

9. Lina Kinkel, geb. Wittich, 68 Jahre alt.

Am Donnerstag den 16. Februar d. Js. Vor. mittags 10 Uhr soll bei der unterzeichneten Verwal tung die Lieferung von etwa 90 cbm ol, 150 kg Soda, 40 kg weiße Seife, 175 kg Schmierseife, 30 kg Man. delfeife, und die Anfuhr von Steinkohlen, für das Rechnungsjahr 1911 vergeben werden. Die Ver dingungsunterlagen fönnen bet der unterzeichneten Stelle eingesehen oder gegen Zahlung der Selbsttoften von 40 Pfg. bon da bezogen werden. Garnison Verwaltung Gießen.

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ſteht heute im Vordergrund Darmstädter Möbelfabrik

Leciferrin, welches bei den ( Befreiung der Kleinen, stärkere Heranziehung der Gro Aerzten sowie im Allgemeinen Ben), 1893 gegen die Kommunalsteuerreform, 1900 gereichen Anklang findet.

gen die Besteuerung der Warenhäuser durch die Gemeinden."

Bielleicht äußern sich hierzu hiesige maßgebende frei

sinnige Politiker, die über ein gutes Gedächtnis fügen.

Br.

Veteranen, Witwen und Waisen der Reichsbeamten. Aus dem Reichstag wird uns darüber geschrieben Das Zuwachssteuergesetz ist angenommen. Damit ſteht den großen Feldzügen Gut und Blut für das Vater land einsetzten, den Kriegsteilnehmern der Ehren Summe ist in dem Etat eingestellt und wird auch zwei fellos vom Reichstag angenommen. Nur die Sozialde teitagsbeschluß gebunden sind, den Etat abzulehnen. Wer also den Beteranen die Unterstützung sichern wollte, der

nun fest, daß endlich den ehrwürdigen Männern, die in

sold endlich gezahlt werden kann. Eine entsprechende

mokraten werden dagegenstimmen, weil sie durch Par­

müßte für die Zuwachssteuer stimmen. Wer dagegen

stimmte und das waren wieder die Sozialde

mokraten, die Mehrheit der Freisinnigen

und sogar auch eine kleine Anzahl Konservative und vom Zentrum- die stellten die Möglichkeit der Beter anen- Unterstützung in Frage. Die Wirtschaftliche Ver­einigung hat einmütig für die Zuwachssteuer gestimmt und wird ebenso einmütig für die Veteranenrente und den Etat stimmen.

Die Wirtschaftliche Vereinigung hat sich aber auch einer

anderen Gruppe Notleidender angenommen, namentlich

der Witwen und Waisen verstorbener

Reichsbeamter( Po it beamten, Eisenbahnbe

amten) und der alten invaliden, in den Ruhe­

Kammerherr Freiherr v. M. in B. äußert seine Erfahrung mit Leciferrin: ,, Von Leciferrin habe ich jetzt 2 Flaschen eingenommen, schon nachdem ich die erste Flasche genommen hatte, hatte, zeigte sich bei mir wesentliche Besserung im Allgemeinbefinden; die große Müdig= keit, die ich seit langer Zeit nach­mittags und besonders Abends fühlte, zeigte sich nicht mehr, und besonders ist der mich peinigende Schmerz in beiden Schläfen, der sich abends immer einstellte, gänzlich geschwunden. Ich kann nur sagen, daß ich mich durch Gebrauch dieses Mittels direkt verjüngt fühle."

Leciferrin enthält Ovo- Lecithin 0.5, Eisen als Eisenoxydhydrat an gufer gebunden 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Alkohol 40.0. Rest destilliertes Wasser.

Preis Mt. 3, die große Fla­sche, in Apotheken zu haben, ganz sicher von:

stand versetzten Reichsbeamten. Die Notlage diefer alten, Universitäts- Apotheke

meist gebrechlichen Leute ist bei ihren knappen Einkünf­

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ung vielfach sehr groß. Die Wirtsch. Vereinigung brachte furt a. Main.

am 17. Jan. folgenden Antrag im Reichstag ein: Der

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Nummer 4

Illustrierte

15. Februar 1911.