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Der Bundesrat und die Marokkofrage. Itche Autoritäten fich flüchten müßten unter die Auto­

Bayerns Wunsch wird entsprochen. Gegenüber der verschiedentlich geäußerten Forde­rung, daß der Reichstag einberufen werden solle, um zur Maroffofrage Stellung nehmen zu können, hat sich bie Regierung bisher sehr harthörig gezeigt. Bisher tonnte sich der Reichstag wenigstens damit frösten, daß der Bundesrat in dieser Hinsicht auch nicht besser be handelt wurde. Jett soll ihm auch dieser Trost, einen Leidensgefährten zu haben, genommen werden. Für Ende August wird die Einberufung zwar nicht des Bundesrates, mohl aber seines Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten angekündigt. Die Regierung scheint hier einer Aufforderung von bayerischer Seite Folge zu leisten. Daß man für Ende August die Einberufung in Aussicht genommen hat, läßt darauf schließen, daß die Regierung hofft, bis zu diesem Beitpunkt die Verhandlungen mit Frankreich zum Ab­schluß zu bringen. Denn wenn man auch den Bundes­rat noch immer etwas besser behandelt als den Reichs­tag, soweit geht die Regierung doch nicht, daß sie fich von dem Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten breinreben läßt. Auch er wird vor eine vollendete Tat­fache gestellt werden.

Itche Autoritäten sich flüchten müßten unter die Auto-, rität der Kirche. In diesem Sime werde die Kirche Immer unentwegt am Bapsttum festhalten.- Auf das Huldigungstelegramm war folgende telegraphische Ant­wort des Kaisers eingelaufen: Ich habe die freundliche Begrüßung der dort vereinigten deutschen Katholiken gern entgegengenommen und danke bestens für den Ausdruck treuer Ergebenheit."

Ein Recht, in Fragen der auswärtigen Politit af­tiv mitzuwirken, steht dem Ausschuß übrigens auch gar nicht zu. Verfassungsmäßig dient er nur zur Infor­mation und Distussion der Einzelregierungen über den Stand der auswärtigen Politit". Dementsprechend ist auch Preußen in dem Ausschuß nicht vertreten; denn da ja die auswärtige Bolttit im wesentlichen vom Kat­fer abhängt, so braucht die preußische Regierung na­Hirlich nicht über ihren Stand informiert zu werden. Der Ausschuß besteht aus fünf Mitgliedern, darunter se einem Bertreter der dret Königreiche Bayern, Sach­fen und Württemberg. Die beiden anderen Mitglieder werden vom Bundesrat bestimmt, den Vorsitz führt Bayern. Da der Ausschuß bet seinen beschränkten Be­fugnissen zu einer vorwiegend dekorativen Rolle verur­teilt ist und jedenfalls die auswärtige Politik kaum we­fentlich beeinflussen kann, war er lange Jahre gar nicht mehr in Aftion getreten. Was hätte der Ausschuß auch Schließlich einem Bismard in Frage der auswärtigen Politik zu sagen gehabt? Aber auch nach der Aera Bis­mard fah man noch lange Jahre von einer Einberufung des Ausschusses ab.

Erst Fürst Bülow erinnerte sich während der Cht­nawirren im Jahre 1900 wieder an den Artikel 8, Ab­fatz 3 der Reichsverfassung. Seitdem ist der Ausschuß zu verschiedenen Malen zusammengetreten, so nament­Itch auch während der Orientfrisis. Zweifellos hätte man auch jetzt den Ausschuß zusammenberufen, auch wenn von bayerischer Seite fein diesbezüglicher Antrag gestellt worden wäre, nur hätte man sich vielleicht etwas mehr Zeit gelaffen.

Die Bevölkerung des Deutschen Reiches ist um die Mitte des laufenden Jahres auf rund 65 400 000 ge­schätzt worden. Die Schäßung ist auf Grund der bis­herigen Bevölkerungszunahme erfolgt. Nach dem vor­läufigen Ergebnisse der letzten Volkszählung am 1. De­zember 1910 betrug die Bevölkerungsziffer 64 900 000 Personen. Es würde sonach eine Zunahme von rund 500 000 stattgefunden haben.

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Die neueste Berlantbarung über Marokko besagt kurz und bündig: Die Verhandlungen in den zustän digen Einzelrefforts nehmen ihren Fortgang. Ein Ende der Arbeiten ist noch nicht abzusehen. Es fehlt nicht an Schwierigketten, und man tut gut, fich nicht allzu großem Optimismus hinzugeben."

Sollten die Erklärungen, die die Regierung im Ausschuß abzugeben hat, diesen nicht befriedigen, so fann dieser selbst in der Sache weiter nichts tun. Wohl aber täme dann eine Einberufung des Bundesrats in Frage. Da diese auf Verlangen von 20 Stimmen er­folgen muß, so würden die Stimmen von Bayern, Sach­fen, Württemberg, Baden und Hessen genügen, um den Busammentritt des Bundesrats zu erzwingen. Es ist Indeffen kaum anzunehmen, daß es hierzu kommen wird. Der Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten wird die Erflärungen der Regierung zur Kenntnis nehmen und damit ist die Sache erledigt.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Die Vorarbeiten für den nächsten Reichshaushalts: etat haben mit dem 1. August im Reichsschaamt be­gonnen. Die Anmeldungen der finanziell bedeutsam­sten Verwaltungen, wie Heer, Marine, Post und Eisen­bahn, Itegen bereits vor. Die Anmeldungen der kleine­ren Verwaltungen sowie die der Kolonien werden in den nächsten Tagen erfolgen. Der Etat wird sich auch diesmal im Rahmen äußerster Sparsamkeit halten.

Haussigung am Montag abgeschlagen worden. Etn von Lord Balfour beantragtes Tadelsvotum, das erklärte, die Minister hätten ihre Rechte als Berater der Krone gröblich mißbraucht, indem sie das Ersuchen stellten, neue Peers zu ernennen, und durch den Mißbrauch die ser Rechte sich über die Verfassung gestellt, wurde mit 365 gegen 246 Stimmen verworfen. Die Regierungs­mehrheit beläuft sich auf 119 Stimmen. Die Sibung des Unterhauses war eine der lebhaftesten und bestbe suchtesten, die das Unterhaus je gesehen hat.

Ueber die Stellung der Fortschrittspartei bei den Stichwahlen ist es innerhalb der fortschrittlichen Volks­partet der Rheinprovinz zu einem schweren Konflikt ge­kommen. Der Führer der einen Richtung ist der Reichs­tagsabgeordnete Prof. Eickhoff, der eine scharfe ableh­nende Haltung gegenüber einem Pattieren mit der Sozialdemokratie einnimmt. Dem steht gegenüber die sogenannte Düsseldorfer Nichtung. Es ist von Eickhoff ein Rundschreiben versandt worden, das schwere An­griffe auf die Leitung der fortschrittlichen Volkspartei enthält und von sozialdemokratischen Blättern in die Oeffentlichkeit gebracht worden ist. Daraufhin fand am Montag eine vertrauliche Sigung der Parteileitung für die Rheinprovinz statt, in welcher Professor Eickhoff die scharfe Mißbilligung der Partei ausgesprochen wurde.

Der Deutsche Datholikentag in Mainz beschäftigte fich in seiner ersten geschlossenen Versammlung am Montag zunächst mit dem Antrage betr. die Papst- frage. In diesem Antrage heißt es u. a.: Die Ge­neralversammlung verlangt nach wie vor für den Papst, als den gottgewollten Mittelpunkt der ganzen katholt­schen Kirche, eine volle und wirkliche Freiheit und un­abhängigkeit in Ausübung des obersten Hirtenamtes, welches eine unerläßliche Vorbedingung für die Fret­helt der katholischen Kirche ist. Da eine Vorbedingung der Unabhängigkeit des Papstes auch die volle finan­atelle Selbständgikeit der päpstlichen Verwaltung ist, so fordert die Katholiken Deutschlands auf, durch regel­mäßige und reichliche Unterstützungen der Sammlungen zum Peterspfennig für diesen Zweck beizusteuern, und auch dadurch dem hell. Vater den Beweis inniger Ber­ehrung für seine Person und der treuen Liebe zur Kirche zit geben." Der Antrag wurde einstimmig angenom men, nachdem Bachem- Cöln in der Begründung be merkt hatte: das Papsttum set nicht nur für die Kirche, sondern auch für die ganze Welt eine unbedingte Not­wendigkeit. Es könne die Zeit kommen, wo auch staat­

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Jugendfreundschaft.

Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.)

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Die Europareise eines chinesischen Ministers ist ein Beweis der wachsenden Reformbestrebungen in China. Die Korresp. des Aeußersten Ostens" meldet aus Pe. king, daß der neue Minister für auswärtige Angelegen heiten Liangtung eine Reise nach Europa angetreten habe. Er werde hauptsächlich Berlin und Paris be suchen. Seine Besuche in diesen Städten seien deswegen von besonderer Bedeutung, weil dort große finanzielle Verhandlungen gepflogen werden sollen, die jedenfalls mit der Reform der Eisenbahnen in China zusammen hängen.

Die Generalversammlung des Volksvereins für das fatholische Dentschland fand am Dienstag vormittag in Verbindung mit dem Deutschen Katholikentag in Mainz statt. Aus dem Jahresbericht geht hervor, daß der Ausbau der Organisationen überall weitere Fortschritte gemacht habe, namentlich am Rhein, in Westfalen und in Süddeutschland. Als Hauptforderung betont der Jahresbericht: Mehr Organisation im Hauptamt; wer dazu die Mittel verschaffe, der erwerbe sich das größte Verdienst um die Sache des Volksvereins. Die Jahres­rechnung für 1910 schließt in Einnahmen und Aus­gaben mit 630,564.95 Mart ab. Die Geschäftsführer lie­ferten an die Zentrale ab nach Abzug von 780,000 Mark für Unkosten und 14,000 Mark für Rückstände 529,249.28 Mart. Im letzten Jahre wurden 660,000 Hefte zum Versand gebracht. Landtagsabgeordneter Dr. Piper­M.- Gladbach hielt dann eine längere Rede über die Ar­beit des Volksvereins für das katholische Deutschland im katholischen Leben. Er knüpfte dabet an die sozialen Grundgedanken des Bischofs Ketteler an und zeigte, wie schon vor 60 Jahren der Bischof Ketteler das Wesen der sozialen Arbeit für die deutschen Katholiken richtig er­faßt habe.

Dieses Paar war von einem Hauch der Poesie um­geben, der besonders Frau Grotenbach anhetmelte, denn ste war ja selbst eine Dichternatur. Wie so ganz an ders waren Rosens gewesen, alles war da nichtern und praktisch. Ja, das Glitch äußert sich bet den Menschen verschieden.

Hammers wollten auch Frau Haided und Karla besuchen, die nun bald nach Rügen zurückzukehren ge­dachten. Der Winter im Süden hatte allen dreien wohl­getan, der kleine Nicolat hatte sich zu einem strammen Bürschlein entwickelt und Karlas erschüttertes Nerven­system träftigte sich in der Ruhe und dem Glück, wie­der mit ihrer Mutter vereint zu sein. Uchatscheff slechte dahin, er litt eigentlich wenig, aber er war sehr schwach geworden und sein treuer Arzt sagte sich, daß er der Krankheit bald unterliegen mußte, sie machte schnelle Fortschritte.

Kleine Nachrichten.

Eine Ehe, wie sie nicht zu den Alltäglichkeiten ge­hört, wurde vor dem Standesamt in Stoboll( Kreis Rybnit) geschlossen. Der Bräutigam war 76 Jahre alt, die Braut 83 Jahre. Von den jungen Brautleuten war weder der Bräutigam noch die Braut früher ver­Heiratet.

Wechsel im Kabinett der Kaiferin. Der Kabinetts rat der Kaiserin, Kammerberr Dr. von Behr- Pinnow, tritt zum Herbst von seinem Amt zuritd. Zu seinem Nachfolger ist, wie verlautet, der Landrat des Kreises Grafschaft Wernigerode, Freiherr von Spizzemberg, be­stimmt.

Die deutsche Kronprinzessin ist Dienstag mittag zu mehrwöchigem Aufenthalt in der Jagdvilla Hopfre ben im Bregenzer Wald eingetroffen.

Die sozialistische Propaganda gegen den Krieg for­dert auch die spanische Regierung zu energischen Maß­nahmen heraus. Ein spanischer Sozialist, welcher in einer von den spanischen und den französischen Arbeiter­verbänden gegen den Krieg gerichteten Versammlung in Madrid die Soldaten aufgefordert hatte, im Falle eines Krieges auf die Offiziere zu schießen, wurde verhaftet und soll vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Mini­sterpräsident Canalejas hat dem Gouverneur von Bar­celona den Auftrag erteilt, den Mitgliedern der fran= zösischen Arbeiterverbände, die auch in Barcelona Pro­testversammlungen gegen den Krieg abhalten wollen, zu erklären, sie würden ausgewiesen werden, wenn sie in Barcelona antimilitaristische Reden halten würden.

Alle paar Wochen schrieb Alfred einen Bericht über seinen Patienten an dessen Frau. Zuerst waren es furze, fachliche Briefe gewesen, nach und nach kam ein persönliches Denken und Fühlen hinein, und sie erwar­teten die häufiger werdenden Antworten ungeduldig.

The der älteste Bruder nach Rußland zurückreiſte, hatte er mit Adam eine Unterredung über seine Zu­funftspläne. Adam hatte eben das Abgangsexamen ge­macht und es war sein Wunsch, Elektrotechnik zu stut­bleren.

Höre, mein Junge," sagte der Doktor, tch werde Dir die Mittel geben." " Was? Wirklich, Alter?" rief Adam, das ist ko­loffal nett von Dir!"

Na, drücke mich nicht vorher tot." versetzte Alfred

Ueber das Befinden des Papstes erfährt die Köln. Boltsztg." von hochgestellter Seite in Rom, daß die Kräfte des Papstes infolge der bisherigen Leiden und der heißen schlaflosen Nächte langsam abnehmen. Man befürchtet, daß sich Herzschwäche einstellt.

Der englische Verfassungskampf ist vorerst entschte­den. Der letzte Ansturm, den die oppositionellen Unio­nisten gegen die starke Stellung der durch Asquith ver­tretenen Regierung gerichtet haben, ist in der Unter­

Edisons sprechende Films. Der amerikanische Er finder Edison, der auf seiner Europareise foeben in Li verpool angekommen ist, sprach sich einem Jornalisten gegenüber über seinen neu erfundenen Anephonogra­phen" aus. In furzer Zeit würden seine Fabriken die Theater der ganzen Welt mit Films und Bildern ver sehen, auf denen die sich bewegenden Figuren laut spre chen würden.

lachend, als der große, kräftige Jüngling thn stürmisch umarmte, sich einmal, als unser guter Vater starb, da habe ich mir das Wort gegeben, für Euch füngere Geschwister zu sorgen. Und nun frisch an die Arbeit, Adam, dann bleibt Gottes Segen nicht aus."

" Ich will ein ganzer Kerl werden, Alfred," sagte Adam ernst, hier meine Hand darauf!"

Mutter," fagte Alfred, auch Dein zweiter Sohn wird seinen Weg im Leben machen."

Frau Grotenbach dankte ihrem treuen, ältesten Sohn bewegt.

Der D- Zug Paris- Göln- Berlin fuhr gestern nach­mittag 3,05 Uhr bet Frellstedt bet Braunschweig in eine im Gleis beschäftigte Kolonne Arbeiter. Zwet Arbei ter wurden getötet. Der Zug erlitt eine Verspätung von einer halben Stunde.

Hundert Personen im Nil ertrunken. Ein mit ein­geborenen Landleuten vollbesetztes Schiff, das auf dem Nil zum Markt nach Dessut unweit Alexandria fuhr, ist am 5. Jult untergegangen. Bisher wurden 36 Let chen geborgen. Man befürchtet, daß 100 Personen er trunken sind.

,, Adam ist nicht so begabt wie Kurt," sagte sie, aber ein zuverlässiger Charakter. Unser Jüngster möchte Offizier werden."

Er soll zuerst die Schule beenden, dann findet sich auch dazu Rat, Mutting!"

An Milzbrandvergiftung ist in der Gießener Klinik der 50jährige Abdecker Jmann aus Dornholzhausen ge­storben. Beim Verscharren einer verendeten Kuh hatte er sich infiziert. Als er in die Klinik überführt wurde, war es bereits zur Rettung zu spät, dagegen konnte seine gleichfalls infizierte Tochter am Leben erhalten werden.

Als der Zug auf der kleinen, ostpreußischen Sta­tion hielt, von der man noch zwet Wegestunden bis Lachsdienen hatte, stand Adolf Rosen brettspurig in seinen hohen Wasserstiefeln da und begrüßte feine Schwiegermutter herzlich. Er war noch etwas behäbi­ger geworden, sein gutmütiges rotes Gesicht strahlte zu­frieden.

Wegen finanzieller Schwierigkeiten erfchoffen hat sich in einem Dresdener Hotel der dreißigjährige Re­ferendar Olderog aus Berlin. Olderog war aus Ham burg nach Dresden gekommen. Man fand bet ihm nur noch 25 Pfennige.

Ein Munitionslager explodiert. In Tarent( Avu­Iten) ist ein Munitionsdepot in die Luft geflogen. here Nachrichten fehlen noch. Man befürchtet, daß Menschenleben verloren sind, da das Depot start be wacht war. In der Stadt machte die Explosion den Eindruck eines Erdbebens. Die Bevölkerung floh auf die Straßen.

Willkommen! Willkommen!" rief seine Iaute. Stimme und er füßte Frau Grotenbach schallend auf die Wangen.

" Kommst Du von der Jagd?" fragte Thekla, denn Roſen trug eine schöne Flinte.

Einen entsetzlichen Selbstmordversuch machte die Ehefrau eines Berliner Postbeamten. In einem An­falle von Schwermut tränfte sie ihre Kleider mit Bet roleum und zündete sie an. Die Frau stand sofort in Flammen und glich einer Feuersäule, als ihr Mann hinzufam. An dem Aufkommen der unglücklichen Frau wird gezweifelt.

Nein, es gibt um diese Zeit wenig zu schießen, aber ich gehe trotzdem selten ohne Flinte aus und wenn es auch nur eine Krähe ist, gefnallt muß werden. Ste müssen bei uns rote Backen friegen, Mamachen, wie soll man die in der Stadt haben? Bei uns heißt es frith zu Bett und mit den Hähnen heraus, das ist ge­fund. Die Klara blüht wie eine Päonie."

So geht es ihr gut," fragte Frau Grotenbach, über den Vergleich lächelnd.

Die Cholera nähert sich Paris immer mehr. Ein choleraverdächtiger Fall ereignete sich in dem Stadtvier tel Montparnasse. Auch aus Amiens werden vereinzelte Fälle von Cholera gemeldet. Die strengsten Vorsichts­maßregeln wurden überall getroffen.

Famos! Sie hat sich sein eingewirtschaftet, sie tſt eine Rapitalfrau!"

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Ein altmodischer, gelber Wagen, der von vier kräf Hgen Braunen gezogen wurde, nahm die Reisenden und ihren Schwiegersohn auf: der greise Kutscher, ein alter, treuer Diener der Familie setzte die Pferde in Bewegung; recht bedächtig rollte die Kalesche über den Weg.

Fahr zu, Johann, die gnädige Frau wartet!" rief Rosen.

Hier fängt meine Grenze an," sagte Klärchens Gatte mit Stolz," sind das nicht prächtige Bäume? So lange ich lebe, will ich meinen Wald schonen, damit meine Söhne hier einst jagen können."

Die Sonne neigte sich nach Westen, als das spitze Schieferdach des Hauses auftauchte, in dem Klara Gro­tenbach als Herrin waltete. Es ging durch eine schöne, alte Ahornallee, dann fuhr der Wagen um einen Rasen­platz fiber breite Kieswege. Es gab in Lachsdienen keine hochstämmigen Rosen, feine funstvollen Teppichbeete, so weit reichte des Gärtnerjungen Kunst nicht, aber Reseda, Nelken, Levkofen und Stiefmütterchen prang ten im bunten Flor vor dem Hause. Einige geflecte Jagdhunde lagen auf den Stufen der Treppe, Klärchen eilte hinunter, ihr frisches Gesicht strahlte.

Mutting, Du Itebes Mutting," jubelte die funge Frau Rosen und umarmte Frau Grotenbach innig. Alterchen, Ihr seid aber langsam gefahren," sagte Alara, ich gude mir seit einer Stunde die Augen nach Euch aus."

Rosen gab ihr den Arm und führte sie behutsam die Treppe hinauf.

" Der Johann schont die Pferde, nun zeige Mutter thr Zimmer und dann gib uns etwas Gutes zum Abend effen, ich habe einen Bärenhunger, Frauchen." " Wie gewöhnlich," lachte Klara.

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