Einzelbild herunterladen

er

en

heit

Haß

and

Idgrube

n Fahrrädern, eilen der ganz vogel. Leichte äder, schicke Jugendräder.

eichtem, ver­

Iglockenlager.

Katalog steht angen gesucht Grüttner

oh­

hen

rund­

g und

ltlich!

1,

ten

da.

I. in Gießen.

Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­Erscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. jeden Werktag früh.- Die Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer.

Nr. 8.

Probenummern

Telephon: Nr. 362.

der Gießener Zeitung" stehen unseren Lesern in beliebiger Anzahl jederzeit kostenlos und portofrei zur Verfügung. Wir bitten unsere Leser und alle Freunde unseres Blattes wo nur möglich für dasselbe zu werben, solches in Bekannten- und Freundeskreisen zu empfehlen und uns freundl. Adressen aufzugeben, welche sich für unsere Zeit­ung interessieren dürften.

Aus der Heimat.

Gießen, den 10. Januar.

Winterpoesie.

Blau- rote Nasenspitzen, halbrote Ohren und grimmi ges Kälte- Kribbeln in Händen und Füßen.. Huh, etwas arg prosaisches! Die warme Stube, Pelz und Grog kommen zu hohen Ehren. Aber der harte, eis­starre Winter selber hat auch seine Ehre. Hat sogar seine Poesie. Man muß es freilich mit poetischen Augen erst einmal ansehen. Wie hübsch, wenn's einem gelingt! Setzt allerdings wieder ein feines oder doch wenigstens freundliches Naturgefühl voraus. Mörike nennt's für diesen besonderen Fall einen winterfrohen Enthusias mus". In einem Briefe an seine Braut betont er, ,, welch ein reines Naturwesen doch der sonst so verpönte Winter an sich hat, wie auch er es versteht, einem das Herz weit zu machen". Dem Dichter tut sich ein pla­stisch- lebensvolles Bild auf. Die Tannen am Wald rande", heißt's in Frenssens Jörn Uhl, standen ge­rade und schlank, vom Scheitel bis zu den Füßen in Silberbrokat, Bräute, bereit zur Hochzeit, und hinter ihnen in fallenden, weißen Schleiern die dichte Schar der Jungfrauen". Naturgemäß überwiegen bei der Winter­poesie die ernsteren Töne. Wenigstens in der von heim­licher Lebenssehnsucht erfüllten Lyrik. Ein Zug der Re­signation macht sich bemerkbar. Karl Weitbrechts tief­empfundene Winterwanderung" hebt an:

A

O wie weit, o wie weit liegen die Berge weißbeschneit, Spinnen sich endlos die grauen Lüfte, Wälzt sich der Nebel durch Wälder und Klüfte! Tief in den Schnee versinkt der Tritt, Und das Herz will nicht weiter mit. Noch düsterer klingt's aus Friedrich Geßlers Schnee­landschaft":

Einsamkeit ist starres Weh,

Starres Weh verlangt nach Schnee, Schnee, der Wunden kühlt und deckt, Schnee, der kein Erinnern weckt.

Es ist eine ähnliche Stimmung wie in Lenaus träu­merisch verbitterter Winternacht":

Frost, friere mir ins Herz hinein,

Tief in das heißbewegte, wilde! Daß einmal Ruh mag drinnen sein, Wie hier im nächtlichen Gefilde! Aber horch, da saust der Winter mit freudigem Halloh und übermütigem Lachen dahin! Schellengeläut, flinke Schlitten, jubelnde Kinder vor allem... Und hat nicht eben erst die goldige Weihnachtssonne den Winter ver­flärt?

,, Die Bauern mit den dicken Bäuchen sißen auf der ersten Bank in der Kirche",

das war der prägnante Satz, mit dem der sozial­demokratische Reichstagskandidat Kremser für Kreis Wetzlar- Altenkirchen, seine Darlegungen in der Ver­sammlung der christlich- sozialen Partei in Hochel­heim einleitete. Im übrigen sprach er dann aber nicht über die Stellung seiner Partei zur Religion, sondern über das Vermieten der Kirchenstühle in seiner Heimat". Die für die Landwirte so verletzenden Sätze wurden von der Versammlung mit heftigen Unwillen zurückgewiesen. Im übrigen erging sich der sozialdemokratische sedner in einer Preispolitik für landwirtschaftliche Produkte, die zu töricht war, um auf Landwirte Eindruck zu machen. Die sonderbare Landwirtschaftspolitik" des sozialdemo­fratischen Reichstagskandidaten wurde dann von Reichs­tagsabgeordneten Behrens schlagfertig auf ihren wahren Wert zurückgeführt und die unrichtigen Darlegungen des Sozialdemokraten widerlegt. Abgeord­neter Behrens frug den Sozialdemokraten zu dessen sicht­lichen Verlegenheit, weshalb er denn den Landwirten die programmatischen Beschlüsse und Reden auf dem Breslauer sozialdemokratischen Parteitage zur Bauern= frage verschweige? Ob es denn nicht wahr sei, daß der wissenschaftliche Führer der Sozialdemo=

Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

des Großherzoglichen Polizei Amtes

=

der Großherzoglichen Bürgermeisterei Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.)

Dienstag den 10. Januar 1911

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

fraten Karl Kautzky u. a. ausführte: Für die fördert 42 600 T., verkauft 97 T. Der größte Teil der Erhaltung des Bauernstandes einzu Rohtohle wurde weiter verarbeitet oder war zur wei­treten haben wir keinen Grund, denn teren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten das könnte nur geschehen, indem wir sie in ihrem Rohkohlen wurden erzeugt 3024 T. Braunkohlen- Bri­Besitz befestigen, also ganz entgegenge= ketts und 851 T. Naßpreßsteine. Unter Berücksichtigung setzt verfahren, wie sonst". Der Beschluß dieses Par Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben absatzfähig 63 der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des teitages war denn auch wörtlich: Der vorgelegte Ent­wurf eines Agrarprogrammes ist zu verwerfen, denn T. Rohkohlen, 6 T. Briketts und 7824 T. Naßpreß= dieses Programm stellt der Bauernschaft ſteine, zusammen 7893 T. Braunkohlen und Braunkoh­die Hebung ihrer Lage, also die Stärkenprodukte im Gesamtwert von 85 520 Mr. Die Koh­ung ihres Privateigentums in Aussicht." lenförderung des Großherzogtums für das Jahr 1910 Also trotz aller schönen Reden sind und bleiben die So­belief sich auf 481 582 T. Hiervon wurden 1049 T. zialdemokraten Feinde der deutschen Landbevölkerung. im Rohzustande verkauft, der Rest zu Braunkohlenbri­fetts, Naßpreßsteinen und Schwelereiprodukten weiter verarbeitet. Erzeugt wurden 36 351 T. Braunkohlenbri­fetts und 23 282 Naßpreßsteine. Der Gesamtwert aller im Jahre 1910 geförderten Braunkohlen einschließlich der daraus erzeugten Briketts und Naßpreßsteine beziffert sich auf 985 700 Mark.

* Bestätigt wurden der von dem Fürsten zu Solms- Braunfels auf die Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Röthges, Kreis Gießen, präsentierte Schul­amtsaspirant Albert Gonder aus Nieder- Breidenbach, Kreis Alsfeld, für diese Stelle; der von dem Fürsten zu Solms- Braunfels auf die Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Nonnenroth, Kreis Gießen, präsentierte Schulamtsaspirant Jakob Welter aus Ober- Eschbach, Kreis Friedberg, für diese Stelle.

**

Die Beisetzung des Freiherrn von Gagern fand am Samstag nachmittag um 3 Uhr in der Gagernschen Familiengruft auf dem städtischen Friedhof zu Darmstadt statt. Bei der Trauerfeierlichkeit in der Friedhofskapelle legten S. K. H. der Groß= her 30 g einen Kranz am Sarge nieder.

**

Provinzial- Ausschuß. Samstag, 14. Januar, vorm. 9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Provinzial- Ausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des Orts­armenverbandes Friedberg gegen den Ortsarmenverband Jlbenstadt wegen Unterstützung des Wilh. Lucas. 2. Beschwerde der Firma Bänninger, G. m. b. H. in Gießen gegen die Heranziehung zu den Kanalgebühren. 3. Aufbringung der Kosten des Geländeerwerbs für die Nebenbahn Grebenhain- Gedern; hier Urteilsverkündig­ung. 4. Antrag auf Entziehung der Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen gegen Schlossermeister Otto Ebersohn von Hungen. 5. Enteignung in Gemark­

ung Ober- Gleen für die Wasserleitung Kirtorf; hier: Ausspruch der Enteignung. 6. Refurs gegen einen Polizeibefehl Gr. Kreisamts Gießen bezüglich des Hof­guts Utphe.

Professor Dr. Kraft von Gießen ist aus einer großen Zahl von Bewerbern heraus zum Direktor der städtischen höheren Mädchenschule in Quedlinburg gewählt worden.

Professor Dr. Robert Sommer von Gießen wurde von dem gegenwärtig in Petersburg ta­genden Kongreß für experimentelle Pädagogik zum Ehren­präsidenten gewählt.

=

Heinrich Knote Abend. Der Monat Januar wird für Gießen ein musikalisches Ereignis er­sten Ranges bringen. Kammersänger Heinrich Knote, der weltberühmte Münchener Tenor, ist von der hiesigen Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes eingeladen wor­den, einen Abend zu geben, und wird der Aufforderung Folge leisten. Der Reinertrag des Abends wird den Zwecken des Alldeutschen Verbandes zugute kommen. Der Abend findet Montag, den 30. Januar, im Stadt­theater statt.

**

Der Ortsgewerbeverein Gießen hält morgen abend im Gewerbehaus eine Mitglieder­Versammlung ab.

Vortrag. Jm großen Auditorium des Kol­legiengebäudes in Gießen spricht am Mittwoch abend Professor Dr. Körte über: Ein griechischer Roman­tifer".

*

In die Augenklinik verbracht wurde ein Holzhauer von Saasen, der beim Holzfällen im Walde am Kopf und Augen schwer verletzt wurde.

* Patriotischer Hinweis. Wie bereits ge­meldet, hat das bayrische Kultusministerium angeordnet, daß am 18. Januar, am 40. Gedenktage der Kaiser= proklamation in Versailles und der Gründung des Deut­schen Reiches, in den Mittelschulen und in den oberen Volksschulklassen auf die Bedeutung jener Ereignisse ent­sprechend hinzuweisen ist. In den weitesten Kreisen ist diese Verfügung des Kultusministeriums, die es eigenem Antrieb erlassen, mit besonderer Genugtuung begrüßt worden, um so mehr, als hierin Bayern allen deutschen Bundesstaaten vorausgegangen ist. Es darf wohl als sicher angenommen werden, daß dieser schöne Gedanke auch die übrigen deutschen Kultusministerien zu ähnlichem Vorgehen veranlaßt.

*

** Wieseck. Eine am Samstag abend hier statt­gefundene Bürgerversammlung beschloß nach eingehender Besprechung, an den Gemeinderat die Bitte zu richten, sich mit der Bürgermeisterei Gießen ins Benehmen zu setzen, um die Weiterführung der Stra ßenbahn nach Wieseck herbeizuführen. Gleichzeitig soll auch die Lieferung von Elektrizität für Licht und Kraft angestrebt werden.

** Büdingen. Nach einem Vortrag von Pro­fessor Koeppe aus Gießen wurde hier eine Zweig­lingsfürsorge errichtet. Den Vorsitz im Arbeitsausschuß und Beratungsstelle der Zentrale für Mutter- u. Säug­übernahm Kreisrat Boeckmann.

** Bad Nauheim. In Nieder- Mörlen scheu­ten die Pferde am Gefährt des hiesigen Gastwirts Lam­pert. Der Wagen stürzte um, wobei Lampert einen doppelten Schädelbruch und einen Bruch der Wirbel= säule erlitt. 3wei Mitfahrende kamen mit dem Schre­

cken davon.

** Köddingen. Die hiesigen Waldarbei­ter streiken, da ihre Forderung um Lohnerhöhung nicht bewilligt wurde.

Darmstadt. Unter zahlreicher Beteiligung der Delegierten aus allen Teilen des Landes tagte der N a- tionalliberale Landesausschuß im Saal­bau. Er nahm nach mehrstündiger Debatte die folgende Resolution zu den Reichstagswahlen an: Der Landesausschuß der Nationalliberalen Partei Hessens billigt die Auffassung, die der geschäftsführende Ausschuß in seinem Schreiben vom 11. und 19. Nov. 1910 an den hessischen Landesvorstand der Fortschritt­lichen Volkspartei niedergelegt hat. Er hält auch seiner­seits die Zersplitterung der bürgerlichen Parteien für verderblich und die Sozialdemokratie fördernd. Der Landesausschuß würde es mit Freuden begrüßen, wenn bei der bevorstehenden Reichstagswahl über ganz Hessen eine Einigung der bürgerlichen Parteien im Kampf ge­gen die Sozialdemokratie als gemeinsamer Gegnerin er­möglicht werden könnte und fordert die einzelnen Wahl­freisorganisationen auf, in diesem Sinne die Verhand­lungen über die Ausstellung der Kandidaten zu führen." Aus Rheinhessen. Infolge der unrentab­len Weinernte haben viele Winzer ihre Weinberge aus­

*

nur

gerissen und ganze Gemarkungsstriche mit Obstanlagen

bepflanzt.

Frankfurt a. M. Die Volksstimme" meldet: Nachdem zu Neujahr eine Anzahl von Vorarbeitern und Beamten im Lahmeyerwerk entlassen wurde, haben am Mittwoch auch 250 Arbeiter ihre Invalidenkarte er­halten. Weitere Entlassungen sollen folgen."

*

Frankfurt. Die nächste Umgebung des von der Stadt angekauften, als öffentliche Anlage beſtimm­ten Teils des Holzhausenparkes soll mit modernen Vil­len bebaut werden. Die Eigenheim- Baugesellschaft in Frankfurt, welche die Bebauung des Parkes ausführt, erläßt zu diesem Zweck unter den deutschen Architekten ein Preisausschreiben, für das 10 000 Mt. vorgesehen sind.

Gestorben:

-

Beerdigung

Karl Wigand Gernhardt, Gießen. 10. Januar, 2 Uhr. aus Johann Heinrich Schädler, 72 Jahre alt, Gießen­Großen- Linden. Beerdigung 11. Jan., 3 Uhr. Lina Müller, 25 Jahre alt, Wetzlar- Oberhausen.

Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Groß­herzogtums Hessen weist für den Monat Dezember 1910 folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden ge­

-

Holzverkäufe und Versteigerungen. Gemeinde Kröffelbach. Nadelholzverkauf im Sub­missionswege. Die Gebote sind schriftlich an Vor­steher Bangel abcugeben und zwar bis zum 16. Ja= nuar d. Js., mittags 1 Uhr.