4
Verl
Nr.
,, La Superba."
03
tur für M
sein.
-
den hiesig
Zentrum
worden.
mujitalische
Nicht mit Unrecht nennt man Genua
,, La Superba."
,, La Superba" die bedeutendste Handelsstadt Italiens. Die kommer3ielle Seele Italiens. Das ganze italienische Land ist heute ein modernes und fortschrittliches Land und wenn die Dinge noch ein halbes Jahrhundert so weitergehen, wird Italien als Vormacht der romanischen Völker die führende Rolle übernehmen. In Genua merkt man das besonders recht deutlich. Vor fünfzig Jahren hätte man nicht mehr daran gedacht, Genua mit Marseille wie Hamburg mit Lon= don zu vergleichen. Inzwischen hat der italienische Hafen einen ebenso gewaltigen Aufschwung genommen wie der deutsche. Mar= seille ist nicht mehr der führende Mittelmeerhafen, Genua ist an die erste Stelle getreten. Dabei haben freilich nicht nur Italiener mitgewirkt, auch die Deutschen haben ihr gutes Teil beigetragen, hier unten wie oben in Rotterdam und in Antwerpen. Wenn man hier wie dort die Menge der deutschen Schiffe im Hafen liegen sieht- der Norddeutsche Lloyd läßt seine Reichspostdampfer nach Ostasien und Australien sowie die Schiffe seiner Mittelmeer-, Levanteund AlexandrienLinien Genua anlaufen und unterhält die Linie GenuaNew York- Genua, begreift man sehr Genua gut, daß
durch sein Entgegenkommen gegenüber den deutschen Bedürfnissen die alte Höhe als erster Hafen des Mittelmeers wieder erreicht hat; für den internationalen Verkehr von Menschen und Gütern ist es heute wichtiger als Marseille.
Genua ist keine
fahrungen eingerichtet, und wenn man sieht, daß 3. B. in Sevilla, das auf einer Ebene gebaut ist, welche der Ausdehnung keine natürlichen Grenzen setzt, die Gassen ebenso schmal und krumm sind wie in Genua, so kommt man einer anderen Ursache dieser Bauart auf die Spur. In Sevilla wie in Genua braucht man nur aus den schmalen Gassen auf eine breite Straße oder auf einen
um
offenen Platz hinauszutreten, diese Ursache alsbald am Leibe zu verspüren: in dem Gassengewirr ist es kühl und frisch wie in einer hohen Halle, auf den neuen offenen Straßen brennt die Sonne und wirbelt der Staub. Jn Genua sind die Häuser so hoch und die Gassen so eng, nicht nur weil der Platz beschränkt war, sondern weil man sich gegen Sonne und Wind schützen wollte.
Über die Maßen amüsant ist das bunte wimmelnde Leben in diesen Gassen. Man meint,
es handle sich um
ein großes Volksfest; alle Fenster sind bewimpelt und beflaggt, wehende Girlanden ziehen sich in unendlicher Menge und in jeder Höhe von Haus zu die Haus über Straße; blickt man von unten gen Himmel, so meint man in das Tauwerk eines festlich bewimpelten Schiffes hinaufzuschauen. Aber das ist kein Fest, was hier gefeiert wird, sondern die guten Genueser trocknen einfach ihre Wäsche, indem sie sie an quer über die Gassen gespannten Leinen aufhängen. Da man das näm liche Bild jedesmal in Genua sieht, so muß man aus der ungeheuren Menge der aufgehängten Wäsche schließen, daß die Genueser sehr reinliche Menschen sind, also daß ihre Frauen den ganzen Tag mit dem Waschen der Hemden und Strümpfe zu tun haben.
Genua: Portal des Domes San Lorenzo.
Der Dom San Lorenzo, das bedeutendste mittelalterliche Gebäude Genuas, stammt aus dem Anfang des
14. Jahrhunderts. Kuppel und Chor wurden im 16. und 17. Jahrhundert erneuert.
charakterlose Stadt wie Turin. In den neuen Vierteln jenseits der Piazza Deferrari sieht es allerdings nicht viel anders als in Turin, aber desto lustiger ist es in dem Gassengewirr zwischen dem Meere und den Bergen. Hier drängte sich in den Tagen der alten Herrlichkeit, zur Zeit Dorias und Fiescos die ganze Bevölkerung zusammen; und da der Raum nur sehr beschränkt war, mußte man mit der Fläche sehr sparsam umgehen und sich in der Höhe entschädigen; also sehr hohe Häuser und sehr schmale Gassen, oft so schmal, daß sich oben die Dächer berühren. Wahrscheinlich hat nicht nur die Beschränktheit des Platzes diese Bauart bedingt. Alle diese alten Städte sind mit großer Weisheit und nach den Ergebnissen hundertjähriger Er
Unter diesem Flaggenhimmel krabbelt es wie im Ameisenhaufen. Das richtige Volk von Genua verschmäht die weiter oben hingehenden, verhältnismäßig breiten Straßen, die Via Balbi, die Via Garibaldi und die Via Carlo Felice. Das ist etwas für die Fremdlinge, welche die Paläste besuchen. Die Genueser bleiben hübsch unten in ihrem kühlen Gassengewirr, in der Via di Prè, der Via del Campo usw., die zu den gleichen Zielen führen wie die breiten Straßen. Da unten gibt es keine Wagen, nicht einmal ein Packesel kann uns hier behindern, also
kann sich ein jeder auf die Straße setzen, dessen Beschäftigung das zuläßt; die Kinder wimmeln herum, die Mütter sitzen auf der Türschwelle, und zwischen diesen lebendigen Hindernissen durch schlängelt sich in beiden Richtungen der Strom der Passanten.
Höchst anziehend ist das Bild auch von oben, etwa aus dem Fenster des sechsten Stockes oder gar vom Dache eines hochgelegenen Hauses. Dann sieht man, daß auch auf den Dächern ein merkwürdiges Leben treibt. Fast jedes Haus hat seinen Dachaltan, wenn auch nicht das ganze Dach flach ist. Da sind dann lustig grünende und blühende Lauben ein gerichtet, Tische, Stühle, ein ganzer Hausrat steht da herum, Kinder spielen, Hausfrauen verrichten ihre Arbeit. Das Gesamtbild dieses Dachlebens, der Stadt, des Hafens, des Meeres und der im Halbkreis die Stadt einschließenden Berge erhält man am besten, bequemsten und schönsten in der entzückenden Villetta di Negro, einem wunderbaren Märchengarten, den man auf dem Gipfel eines der Stadthügel angelegt hat. Früher lag dieser Hügel an der Stadtgrenze und trug eine kleine Festung, jetzt sind die Häuser so weit vorgerückt, daß man hier oben beinahe mitten in der Stadt sitzt. Der Aufenthalt in diesem Garten, wo uns die Orangendüfte umfangen und wo das bezauberte Auge ringsum frohe und schöne Eindrücke empfängt, ist wohl das beste, was uns Genua bieten kann.
Man begreift hier oben den Namen„ Genova la Superba", und es bedarf nicht erst des Besuches der überaus zahlreichen prächtigen Patrizierpaläste, um die Berechtigung des Beinamens anzuerkennen.
Im Tale des Bisagno, der auf der Karte so schön blau angemalt ist, in Wirklichkeit aber ganz gelb und grau daliegt, denn er ist völlig trocken, und sein Bett enthält nur Staub und Sand, führt der Weg zum Friedhofe hin. Die Friedhöfe ziehen mich allenthalben ganz besonders an, und ich glaube, man könnte aus der Beschaffenheit der Friedhöfe in den verschiedenen Ländern die interessantesten Schlüsse auf den Charakter ihrer Bewohner ziehen. Die Franzosen 3. B. sind die spießbürgerlichsten Philister, die man sich denken kann, und ihre in Reih' und Glied, alle gleich hoch, breit und lang aufgestellten steinernen Grabschilderhäuser beweisen das zur Genüge. Der Deutsche hegt trotz des überhandnehmens der Kasernen, Schulhäuser und Fabrikschornsteine immer noch das blaue Blümlein der Poesie im Herzen, und das zeigt er, indem er aus seinen Friedhöfen die idyllischsten Gärten von der Welt macht.
Der Campo santo von Genua ist soperbo wie die Palazzi der Stadt. Die Genueser so berichtet Herr Francesco Scotti, dessen im Anno santo 1650 erschienenen italienischen Reiseführer ich an Stelle Bädekers
ALAR
Bahnhof und Columbus- Denkmal in Genua.
mitgenommen habe,- machen gerne den großen Mann, leben knauserig im Hause und großartig außerhalb ihrer vier Wände. Die Art, wie sie ihren Campo santo ausstatten, spricht für die Richtigkeit dieser Bemerkung. Der Ehrgeiz des Genuesers geht dahin, dereinst in marmorner Lebensgröße auf einem Grabe zu stehen, umgeben von seiner Marmorfamilie. Eine wahrhaft moderne Bildhauerschule ist aus dieser Gemütsrichtung der Genueser entstanden, und viele der Statuen und Gruppen auf dem Campo Santo sind in gewissem Sinne realistische Meisterwerke. In tausend Jahren werden sie den genauesten und zuverläßlichsten Aufschluß über die männ liche und weibliche Kleidermode bestimmter Jahre geben. Die interessantesten dieser Arbeiten sind freilich gar zu sehr marmorne Photographien, allzugetreue Ropien einer banalen Wirklichkeit, und diese Marmorhallen mit ihrem steinernen Volke würden kaum eine feierliche Stimmung auslösen, wenn nicht die einzige Lage des Friedhofes inmitten der mit grünen Gärten und Hainen und weißen Villen bebauten Berge ihren idyllischen Reiz herliche. Allerdings: begraben möchte ich auch hier nicht sein, so wenig wie auf dem Cimetière Montmartre. Das Pläks chen an der Cestiuspyramide oder der erste beste deutsche Dorffriedhof würde mir tausendmal besser gefallen, wenn ich denn einmal eingegraben sein muß.
Hafenbild aus Genua. Am Anleger zwei Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd.
Von der Stadt der Toten suchen wir wieder das fröhliche Leben auf, wie es sich auf dem Righi abspielt. Prächtig ist der Blick von hier auf den weiten, blauen Golf und die Stadt und die lieblichen Ortschaften in der Riviera, doppelt schön bei Sonnenuntergang, wenn das ganze herrliche Panorama von einer Flut rotgoldenen Lichtes übergossen ist und in der Ferne das Meer in tiefvioletten Tönen mit dem Hori30nt zusammenfließt.
Ganz besonders zu empfehlen ist ein Ausflug nach dem nahe gelegenen Portofino Kulm, von welchem man gleichfalls das wunderbarste Panorama der Riviera di Levante genießt.
ift eine re
,, La Superba."
mit einem
davon ein mittelchen, viel anzuf
husten, de zu verschu
ja ganz a geworden
bei dazu
schwinds
Aufmerksa
behandelt feines Lac
Als e
aus" pert
chronisch alter S chialfate
5


