Einzelbild herunterladen

Aus dem Leben des

Fürsten Bülo

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Keine deutschen Antäufe aus der portugiesischen Erb­schaft. Von Paris aus wurden, wie wir meldeten, am Freitag Mitteilungen in die Welt gesetzt von einem angeb­lichen Verkaufe ehemals portugiesischer Besizungen, die der Fürst von Monaco für drei Millionen Mark von dem er­mordeten König von Portugal erworben hatte, an Deutsch­land. In Berliner amtlichen Stellen wird die Richtigkeit dieses Gerüchtes bestritten. Weder ist das deutsche Reich an einem Kaufgeschäft solcher Art beteiligt, noch ist an amt­licher Stelle etwas davon bekannt, daß deutsche Reichsan­gehörige in jenen Gegenden Ankäufe beabsichtigen.

Zur Silberhochzeit des früheren Kanzlers. Fürst Bülow, der am heutigen 9. Januar mit seiner Gattin das Fest der silbernen Hochzeit begeht, kennt auch jetzt wirkliche Ruhe und Zurückgezogenheit nicht. Es ist ein nicht geringer Stoß von Zeitungen und Briefen, der ihn jeden Morgen, wenn er vom Frühstückstisch aufsteht und in seinem Arbeitszimmer erscheint, erwartet. Um alles zu bewältigen, muß er zeitig das Bett verlassen. Im Som­mer um 5, im Winter in der siebenten Stunde ist der Fürst auf den Beinen, oder bisweilen richtiger auf dem Pferde­rücken, denn der Gewohnheit des Reitens, die er schon aus Gesundheitsrücksichten beibehalten muß, ist er auch in Rom treu geblieben. Zurückgekehrt wird gemeinsam mit der Fürstin das Frühstück eingenommen, die einzige Mahlzeit, die er bis zur Mittagsstunde zu sich nimmt. Und dann geht's an die Arbeit. Lesen und Schreiben, nachschlagen und studieren. Ein nicht geringer Teil dieser Arbeit ent­fällt auf seinen Sekretär, einen ehemaligen Berliner Volks: ( chullehrer, der nach der Villa Malta gefolgt ist, aber viel bleibt dem Fürsten selbst. Man hat behauptet, daß er in den Morgenstunden so eifrig arbeite, weil er seine Memoi­ren schreibt. Das ist nun nicht der Fall. Fürst Bülow schätzt zwar den Wert der Aufzeichnungen erfahrener Dis plomaten, aber gerade er verkennt auch nicht den erheb= lichen Schaden, den die gelegentliche Veröffentlichung der­artiger Dokumente anzurichten vermag. Als die Hohen­loheschen Memoiren veröffentlicht wurden, die, wie noch in aller Erinnerung, großes Aufsehen hervorriesen, hat es Fürst Bülow an einer abfälligen Kritik nicht fehlen lassen. Bei dieser Gelegenheit hat er auch ausdrücklich hinzuge­fügt, daß er nicht die Absicht habe, Erinnerungen zu schrei­ben, und daß jeder Diplomat schriftlich verpflichtet wer= den müßte, eine halbe Million Reugeld" zu zahlen, wenn er seine Memoiren veröffentlicht. Am Nachmittag wid­met sich Fürst Bülow ganz der Erholung und der Unterhal­tung mit seiner Gattin. Bei schönem Wetter werden Spaziergänge unternommen, bei schlechtem Wetter gelesen oder gespielt. Am Abend aber sieht die Villa fast regel­mäßig liebe Gäste in den geschmackvoll ausgestatteten Räumen.

Die Nordd. Allg. 3tg." schreibt aus Anlaß der Feier: ,, Aus weiten Kreisen der europäischen Gesellschaft, vorab in der deutschen Reichshauptstadt, wird dieser Familien­feier aufrichtiger und warmer Anteil entgegengebracht werden. Wir wünschen dem fürstlichen Paare, das diesen Tag in der Villa Malta zu Rom begeht, Glück und reichen Segen."

Der Fürst und die Fürstin haben aus Deutschland, namentlich aus Berlin, und aus dem Ausland viele Glück­wunschdepeschen erhalten, darunter eine große Anzahl von politischen Persönlichkeiten. Heute abend findet in der Villa Malta ein großes Diner statt. Die italienische Presse bringt dem oft bewährten Freund Italiens, dessen hohe Eigenschaften als Staatsmann in der politischen, parla­mentarischen und diplomatischen Welt Italiens soviel Sympathie und Bewunderung gefunden haben", die ehr­erbietigsten Glückwünsche dar.

Der Deutsche Holzarbeiterverband hat mehrere Tarif­verträge gekündigt, um in eine allgemeine Lohnbewegung eintreten zu können. Die Arbeiter verlangen Lohnerhöh= ungen, Verkürzung der Arbeitszeit und den Abschluß von Tarifverträgen auf vier statt auf drei Jahre, ferner u. a. Lohnentschädigung beim Mangel an Material, von Ma­schinenarbeit, Werkzeug usw. Der Deutsche Holzarbeiter­verband hat Vertragsbestimmungen ausgearbeitet, die bei den neuen Verhandlungen als Unterlage dienen sollen, bei den Arbeitgebern aber auf Widerstand stoßen. Die Arbeitgeber weisen eine weitere Verkürzung der Arbeits­zeit entschieden zurück. Sie sind bereit zu unterhandeln, lehnen aber die weitgehenden neuen Forderungen ange= sichts der ungünstigen Baukonjunktur, der hohen Löhne, Lasten usw. ab.

Ein schuldenfreier Bundesstaat ist das Fürstentum Reuß ä. L. Aber nicht nur schuldenfrei ist Reuß ä. L., son­dern es besitzt auch noch ein stattliches Vermögen, das nach der jetzt veröffentlichten Abrechnung Ende 1909 zirka Millionen Mark betrug, darunter zirka Millionen M in Kapitalien. Der Ueberschuß des Jahres 1909 betrug 117 000 Mart, die Mehreinnahme 189 000 Mark. Allein an Einkommensteuer sind 1909 mit 688 000 Mart 86 000 Mark mehr eingenommen worden, als im Voranschlag vorgesehen war. Troz dieses stattlichen Vermögens haben die Bewohner des Fürstentums recht kräftig Steuern zu bezahlen, so daß sie von der Schuldenfreiheit des Staates wenig spüren.

Für das Wertzuwachssteuergeset nimmt die Nordd. Allg. 3tg." erneut das Wort. Das offt= ziöse Blatt betont nochmals die Wichtigkei und Dringlichkeit, die dem Gesezentwurf nach ihren Auffassungen zukommt, und schreibt: Wie wir hören, besteht die Absicht, mit der zweiten Lesung des Entwurfs etwa am 16. Januar zu begin­nen. Dadurch wird die unentbehrliche Grundlage für die Weiterberatung des Etats geschaffen, denn der Ertrag der Zuwachssteuer bleibt ein entscheidender Bestand= teil der Einnahmen, welche erforderlich sind, um bei Hinzutritt der Heeresverstärkung und einer verbesserten Ve­teranenversorgung das Gleichgewicht des Etats zu erzielen. An dem wichtigen Grundsatze ihres Finanzprogramms, feine neue Ausgabe ohne gleichzeitige Deckung einzustellen, werden die verbündeten Regierungen unbedingt festhalten, und die Parteien des Reichstages haben sich nicht minder entschlossen gezeigt, ihn, wie für 1910, auch für den nächst­jährigen und die folgenden Etats mit Strenge durchzufüh­ren. Nachdem das Zuwachssteuergesetz jetzt in der dreimalt= gen Lesung der Kommission eine über das gewöhnliche Maß weit hinausgehende Durcharbeitung erfahren hat, und alle Einwendungen zu wiederholten Malen durchgesprochen worden sind, darf vorausgesetzt werden, daß der Reichstag dem von ihm selbst unter Zustimmung wetteste r Voltskreise angeregten Gedanken nunmehr den Cha­rakter einer endgültigen Entschließung geben wird. Die Tragweite dieser Entschließung ist so groß, daß sie durch den Widerstand vereinzelter Gruppen und örtlicher Inter­essen nicht mehr wird beeinträchtigt werden können."

Der Familienschmuck der Wallutjeffs.

Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.)

1)

I.

Eine Ansprache des Zaren. Der Kaiser empfing am russischen Weihnachtsfest am Sonnabend mehrere Hochschul­lehrer und bemerkte, er wisse, daß die Tätigkeit der Hoch­schullehrer schwer sei. Dienen Sie, sagte der Kaiser, wirk­lich und mannhaft der Wissenschaft, dem Vaterlande und mir und unterstützen Sie diejenigen, welche auf den Uni­versitäten lernen wollen. Ich bin überzeugt, daß die Zahl dieser Lernenden wachsen wird.

Truppen und der eingeborenen Polizeimannschaften ents gegen. Der König vollzog sodann die feierliche Einweih­ung des Denkmals für die Gefallenen aus dem Feldzug im Rif.

Kleine Nachrichten.

Der deutsche Kronprinz ist am Sonntag in Lahore ein­getroffen. Es fand fein offizieller Empfang statt. Am Nachmittag unternahm der Kronprinz in Begleitung des Gouverneurs mit dem gesamten Gefolge auf Elefanten einer Ritt durch die Eingeborenenstadt und besichtigte das Jort und andere Sehenswürdigkeiten.

Prinz August Wilhelm als Gerichsreferendar. Am Montag mittag fand im Schwurgerichtssaale des Potsdamer Landgerichts die Vereidigung des Prinzen August Wilhelm als Gerichtsreferendar statt. Der Prinz wird bet den Pots­damer Gerichten beschäftigt werden.

Das Verfassungsgesetz für das Fürstentum Monaco, das den parlamentarischen Bedürfnissen seiner etwa 20 000 Einwohner entgegenkommen soll, ist soeben veröffentlicht worden. Das Fürstentum bildet einen unabhängigen Staat. Die Freiheit und die Souveränität des Fürsten bleiben, wie in den Verträgen mit Frankreich festgesetzt. Das Gesetz garantiert die persönliche Freiheit des Einzel­nen, die Unverleglichkeit des Eigentums, das Versamm­lungsrecht und die Freiheit der Kulte. Die Regierung wird unter der Hoheit des Fürsten ausgeübt durch einen Minister unter Mitwirkung eines Staatsrates. Die Legis­latur wird ausgeübt durch den Fürsten und einen Na­tionalrat von 21 Mitgliedern, die nach dem allgemeinen Stimmrecht auf vier Jahre gewählt werden. Das Gebiet des Fürstentums wird in drei Gemeindebezirke eingeteilt, die von Gemeindekörperschaften verwaltet werden, an de­ren Wahl auch Frauen mitwirken.

Der Herbstabend senkte sich über Luzern herab. Wie von Blut übergossen glühten im Hintergrunde die Spitzen der schneebedeckten, eisgepanzerten Berner Alpen. Majestätisch und mächtig ragte rechts im Vor­dergrund das Haupt des Pilatus empor, während weiter zurück zur Linken der Rigi im letzten Strahl der unter­gehenden Sonne hervortrat.

Der Vierwaldstättersee lag blau und durchsichtig wie ein riesengroßer Saphir da; zahlreiche Dampfer und Boote durcheilten seine langgestreckte Fläche. Aus Brunnen und Flüelen, von Küpnacht und von Alpnachstadt kehrten die Ausflügler heim, Musik und heitere Lieder ertönten überall.

-

Ein Männerheim der Heilsarmee ist nach dem Muster der bereits in anderen Städten bestehenden auch in Berlin eröffnet worden. Es vermag 120 Männern ein nächtliches Obdach zu bieten. Drei große Schlafsäle enthalten 86 Betten. Für ein Bett sind in der Nacht 30 Pfennig zu bezahlen.

Ein Preisausschreiben für die besten Zähne. In einer, englischen Schule waren zwei Preise für die Kinder ausge­setzt worden, die nach dreimonatiger Pflege die weißesten und besten Zähne aufweisen konnten. Gestern präsentierten sich 42 Mädchen und Knaben zur Preisverteilung. Beide Preise wurden Mädchen zugesprochen. Der untersuchende Zahnarzt erklärte jedoch, daß nicht ein einziges Kind ein vollkommenes Gebiß besize.

Die österreichische Ministerkrisis hat sich weiter ver­schärft. Frhr. v. Bienerth hat den kaum begonnenen Ver­such, ein neues Kabinett zu bilden, wieder aufgegeben in­folge der Erklärung der Deutschnationalen, daß sie mit Rücksicht auf die zweijährige Opposition des Tschechenklubs nicht zulassen könnten, daß- wie v. Bienerth geplant zwei Tschechen in das neue Kabinett eintreten. Sie müß­ten sich in diesem Fall dem neuen Ministerium gegenüber freie Hand vorbehalten. Darauf erwiderte Baron v. Bie­nerth, daß es ihm unter diesen Umständen nicht möglich sei, das Kabinett zusammenzustellen. Frhr. v. Bienerth wird dem Kaiser sein Rücktrittsgesuch anbieten. Man spricht bereits von Neuwahlen.

Aus dem prächtigen Hotel National traten zwei weib­liche Gestalten und schlugen den Promenadenweg längs der Seehalde ein. Die grauhaarige alte Dame, die sich auf den Arm ihrer Begleiterin stützte, war eine vornehme Russin, die seit vierzehn Tagen in Luzern weilte. Es mar die Gräfin Anastasia Pawlowna Wallutjeff, deren angegriffene Gesundheit ihr seit einigen Jahren den Aufenthalt in ihre: nordischen Heimat verbot. Ein ernstes Herzübel quälte die sechzigjährige Frau, deren einziger Sohn, Graf Jegor Alexejewitsch in Petersburg bei einem Garderegiment diente. Vor einigen Jahren hatte der jun­ge, schöne Offizier sich mit der Fürstin Nikolajewna Lo­banoff verheiratet, und im Sommer war dem jungen Paar der erste Sohn geboren worden, der Erbe der herr­lichen Güter im Tulaschen Gouvernement, der Erbe des alten vornehmen Namens, der sich in der russischen Ge= schichte unvergeßlich gemacht hatte. Das Geschlecht der Grafen Wallutieff beruhte teht nur mehr auf vier Augen;

Pferde als Erben. Ein in Budapest verstorbener Son­derling hat sein bewegliches Vermögen im Werte von 300 000 Kronen seinen zwölf alten Zugpferden vermacht und testa­mentarisch den Landes- Tierschutzverein mit der Durchführ ung der Nachlaßbestimmung betraut.

Ein Einbruch in die Steuerkasse ist in Diedenhofen ver­übt worden. Die Diebe erbeuteten 20 000 Mark und entka­men unerkannt.

König Alsons von Spanien wurde am Sonnabend, als er von Melilla aus sich an Land begab, lebhaft begrüßt. Nach Anhörung eines Tedeums begab sich der König in das spanishe Heerlager, wo für ihn und sein Gefolge Ba­raden errichtet waren. Unter den zu seiner Begrüßung Erschienenen fielen besonders die in reiche Gewänder ge­kleideten Abgesandten der Stämme auf. Vor seinem Ein­zug in das Lager nahm der König den Vorbeimarsch der

Ein folgenschwerer Zugzusammenstoß ereignete sich Sonnabend abend auf der Berliner Ringbahn. Bet Stra lau- Rummelsburg fuhr infolge falscher Weichenstellung etn Personenzug auf einen andern auf, wobei fünf Wagen ent gleisten und die Stirnwände einzelner Wagen eingedrückt wurden. Von den Reisenden der beiden stark besetzten Züge wurden 35 verletzt.

Beim Rodeln vom Zuge überfahren wurde in dem säch­fischen Orte Plaue bet Flöha ein mit zwei Personen be­setzter Schlitten. Beide Rodler wurden schwer verletzt.

Jegor Alexejewitsch und sein Sohn waren die letzten männ­lichen Sprossen der einst blühenden Familie, die nach und nach ausgestorben war. Außerordentlich war daher die Freude der Großmutter, als ein männlicher Erbe, ein Enkel geboren wurde.

Ein Brandstifter beunruhigt in den letzten Monaten die Elbdörfer. Sonnabend früh erfolgte die 22. Brandstif= tung. Das ganze Anwesen des Landmanns Ramde in Süll­dorf ging in Flammen auf. Der Brandstifter konnte noch nicht ermittelt werden.

In die katholische Kirche zu Mieltschin drangen Ein­brecher, raubten dort sämtliche goldenen und silbernen Al­targeräte im Werte von mehreren tausend Mark, darunter einen sehr wertvollen goldenen Kelch, und richteten in der Kirche große Verwüstungen an. Die Täter dürften einer russischen Einbrecherbande angehören.

Bei dem Brande einer Schwefelmine in dem italieni­schen Dertchen Tufo wurden sieben Arbeiter getötet. Viele andere erkranften infolge des Einatmens der giftigen Gase.

Mordende ungarische Gendarmen. In Elisabethstadt in Siebenbürgen lockten zwei Gendarmen ein Mädchen, das aus Rumänien zurückkehrte, in den Wald nahe der Stadt, ermordeten es und raubten 800 Frank. Ein Förster, der die Tat gesehen hatte, tat, als ob er ein Forstfrevler set, und wurde von denselben Gendarmen verhaftet. Vor der Polizeibehörde enthüllte er deren Verbrechen, worauf ihre Verhaftung erfolgte.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Ein Lehrstuhl für Kolonialpolitik. Der neue Etat des preußischen Kultusministeriums sieht die Errichtung eines Extraordinariums für Kolonialpolitik an der Berliner Uni­versität vor. Für den Posten ist von der Regierung der zurzeit im Reichskolonialamt beschäftigte Volkswirtschaftler Regierungsrat Professor Dr. Zoepfel, ein Bayer, in Aus­sicht genommen.

Eine russische Auszeichnung für Professor Ehrlich. Prinz Peter von Oldenburg ist, wie der B. 3." gemeldet wird, vom Zaren beauftragt worden, dem Professor die seltene Auszeichnung des Annenordens zu überreichen.

Ein Mittel gegen Epilepsie? Der Arzt Latranyi in Bu­dapest soll ein wirksames Mittel gegen die Epilepsie ge= funden haben. Er nennt es Epuratin und seine Erzeugung beruht auf der Voraussetzung, daß die Epilepsie daher stam­me, daß die Unrate anstatt durch den Harn abgesondert zu werden, in den Organismus Eingang finden. Latrangi, der Arzt an einer Irrenanstalt ist, soll schon schwere Fälle, bei denen sich die Anfälle alle zwei Tage wiederholten, durch sein Mittel geheilt haben.

Die Gräfin- Mutter Anastasia Pawlowna und ihre treue Kammerfrau, Jrinja Feodorowna Lukaschin, schrit­ten an jenem Herbstabend langsam dem Seeufer entlang; sie waren im eifrigen Gespräch miteinander begriffen. Eine Menge Menschen drängte sich um diese Zeit auf der Pro­menade; die Spaziergänger begegneten den Russinnen oder überholten sie, denn die Gräfin fonnte nur sehr langsam gehen; ihr frankes Herz verursachte ihr fast bei jeder Be­wegung Ateninot. Die berühmtesten Aerzte, die sie in Paris und Wien fonsultiert hatte, zuckten die Achseln, ste sagten, daß jede Aufregung Gift sei, und für die Kranke die schlimmsten Felgen nach sich ziehen müsse; sie rieten ihr einen Winteraufenthalt im Süden an und schärften der Kammerfrau die größte Vorsicht und Schonung der Leidenden an. Jrinja Feodorowna ging für ihre gütige Herrin durchs Feuer. Sie war von der Gräfin erzogen worden und lebte self zwanzig Jahren bei ihrer Wohl­täterin, die sie wie ein höheres Wesen verehrte. In der Begleitung der beiden Frauen reiste der fünfzigjährige Diener Andrei Constantinowitsch Ossofsky, ein früherer Leibeigener, der dem gräflichen Hause ebenso treu wie Jrinja ergeben war. Früher hatte er dem Gatten der alten Gräfin als Offiziersbursche gedient und war seinem Herrn in den Krimkrieg gefolgt und hatte ihm vor Sewa­stopol das Leben gerettet. Mit der den russischen Dienern eigentümlichen Anhänglichkeit und Treue für ihre Herren war er seitdem im Hause der Walutjeffs geblieben. Auf Wunsch des jungen Grafen Jegor Alexejewitsch begleitete der Getreue seine Mutter, die alte Gräfin, auf ihren Ret­sen. Er erwies sich als vortrefflicher Kurier und ver stand es, seiner geliebten Herrin alles auf das Bequemste einzurichten. Andrei war ein großer. ungemein starker

Aus den Gerichtssälen.

Schmerzloses Zahnziehen unlauterer Wettbewerb? Stürzlich bestätigte das Reichsgericht mehrere Berliner Ur­teile, durch welche Zahnärzte und Zahntechniker wegen un­

Mann von athletischer Gestalt. Oft sagte er lachend: Ich nehme es mit drei Mönnern auf; noch fühle ich nichts vom Alter. Damals, als ich meinem verstorbenen Herrn zu Hilfe eilte, fämpfte ich gegen mehrere feindliche Soldaten. Hei! es war mir eine Freude, ihn herauszuhauen. Ich möcht es keinem raten, Anastasia Pawlowna Uebles tun zu wollen; er bekäme unsanft meine Fäuste zu fühlen; und die sind hart wie Eisen."

,, Wir wollen uns hier auf die Bank setzen," sagte die Gräfin zu ihrer Zofe. Ich bin müde und möchte etwas ausruhen. Hier sind wir allein, meine gute Jrinja, und fönnen ungestört miteinander reden."

Sie setzten sich auf eine Bank ganz am Ende der Pro­menade. Dichtes Gebüsch lag dahinter, und nur verein­zelte Spaziergänger tamen hin und wieder vorübr. Ana­stasia Powlowna atmete schwer.

,, Sie haben sich angestrengt," bemerkte Jrinja besorgt, ,, wir hätten besser nicht so weit gehen sollen."

Es ist nicht das," entgegnete die alte Dame,, aber die Sehnsucht nach der fernen, teuren Heimat und den Kindern sie reibt mich auf. Ich möchte meinen Enkel sehen und ihm die Hand segnend auf das Köpfchen legen, betend, daß Gott ihn zu einem edlen, guten Mann Heranwachsen lasse, der dem alten Namen, den er trägt, Ehre macht."

,, Wir werden im Sommer nach Rußland reisen, gnä­dige Fran," tröstete die Kammerfrau. Im Witer gehen wir vorerst nach Nizza; dort können Euer Gnaden sich wieder stärken und völlig gesund werden."

Mit einem schwermütigen Lächeln schüttelte die Grä­fin den Kopf.

ung

lante

in 8

Tofes gen

amwa

teil,

freige

Jefti

richte

lojes

баз idme

einem

fenge

เปิด

Ich glaube es nicht," murmelte sie. Warum? Sie fühlen sich doch nicht kränker?" rief Jrinja besorgt.

( Fortsetzung folgt.)

sijon

Firm haben renzt entfac geflag daß d laffen, waren

ind u

lannt

jeistige

weijen

bas d

täusche

Buchd

zeugte

erfolgt

G

wird

debran

pomine

Fahrt,

westlid

gaben

ter G

bort, d rig flo

bel he eine f Als d

Ballor ben J

Landu

Ballon

Erde

drähte

ber ho

flogen.

Ballon

Entfer

ber V

verfel

angend

einer

Sie sich

her T

Jedenf

des Bo

Di woch r dessen ein Ve Waldu

besteht.

de nan

rührte,

ter Kr

Bu feine

auf der

Scheint

Ei

aus L

Sunder

perfiege

halt en

1910.

um den

ber mi

Dafen

Nachric

Deren 2

vom G

äußerst

C

Lande

nehmen

tungen

Bufolge

firche

nuten

Brautp

Brautp

2 Minu

reford,

erreicht,

Fa

zwischen

zwanzig

mäßigen

ter Deu

Знако

440 Ma

Daß Mi

Opfer a

Eilenbal

bereijen

Deutsche

beamter

die Rei

warnen,

machtlos

nachzuwe

Dem

Sortige

heit, ein

tommt,

Lehrer

rei eine

Dor der S

then an