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Deutscher Reichstag.

schlossen, wenn die am Donnerstag im Reichstag be= ginnenden Marotto- Interpellationen nicht einen für die Regierung befriedigenden Ausgang bringen werden.

Staatssekretär v. Lindequist Reichstagskandidat? Es besteht, wie die N. G. C." hört, in bestimmten Kret­sen die Erwägung, dem bisherigen Staatssekretär des Reichstolonialamtes v. Lindequist ein Mandat für die nächsten Reichstagswahlen anzubieten.

Der Reichstag, der nach seiner voraussichtlich letzten Pause am Dienstag den allerletzten und doch noch so we­fentlichen Tagungsabschnitt begann, behandelte zunächst den deutsch- japanischen Handelsvertrag, der zur ersten Lesung stand und geraume Zeit in Anspruch nahm. Sein Hauptvorteil liegt nach Ansicht der Regierung, die Staatssekretär Delbrück vertrat, auf deutscher Sette. Als in der Diskussion prinzipielle Fragen der Bollpolt­Hit zur Sprache tamen, wies der Staatssekretär hin auf das frethändlerische Irland, das auch nicht mehr erret­chen fonnte. Unser Zolltarif set doch gerade unsere Waffe beim Abschluß von Handelsverträgen, ohne ihn hätten wir nichts zu gewähren und zu versagen. In der Debatte sprachen die Abgg. Piper( 3tr.), Stresemann ( ntl.), Kämpf( Fr. Vp.), Südekum( Soz.), Werner ( Wirtsch. Vgg.), Koefide( fons.), Deser( Fortschr. Volks­part.) und Linz( Rp.). Bis zu den Freisinnigen und Sozialdemokraten wurden Fortschritte zugegeben. Die Wünsche der Redner betrafen vor allem die deutsche Set­denindustrie, deren gefährlichste Konkurrentin die japa­nische wegen ihrer niedrigen Löhne und langen Arbeits­zeit sei. Der Vertrag wurde in erster Lesung angenom­men. Es folgte die erste Lesung des Vertrags mit Großbritannien über die gegenseitige Auslieferung von Verbrechern zwischen Deutschland und gewissen britt­schen Protektoraten. Der Vertrag wurde in 1. und 2. Lesung erledigt. Am Mittwoch fällt die lang erwartete Stzung aus, die Marokkodebatte beginnt erst Donners­tag, da den Abgeordneten bisher der Text des Ab= tommens noch nicht zugestellt war.

Eine neue Flottenvorlage in Sicht?

Die Kandidatur Posadowsky. Auf eine Anfrage der Ortsgruppe Bielefeld des Hansabundes erwiderte Graf Bosadowsky, daß er zu einer Kandidatur im Wahlkreise Bielefeld- Wiedenbrück noch teine zustimmende Erklä­rung abgegeben habe. Da er einer Fraktion nicht bettre­ten würde, lege er Wert auf die rückhaltlose unter= st it bung aller bürgerlichen Parteien. Mit dem Grundsatz des Hansabundes, daß die gütervertet­lenden Erwerbszweige gefeßlich und wirtschaftlich eine gleiche Berkicksichtigung finden sollen, wie die güterer­zeugenden und daß Handel und Verkehr nicht durch Maßnahmen beschränkt werden dürfen, welche durch das allgemeine Wohl nicht unbedingt geboten erscheinen, set er grundsätzlich völlig einverstanden.

Ein süddeutsches Blatt hatte gemeldet, der Staats­sekretär des Retchsmartneamts von Tirpitz habe auf eine Frage des Kaisers, ob Deutschland aktionsbereit set, Bedenken in bezug auf die deutsche Schlagfer= tigkeit zur See geltend gemacht. Zu dieser Mel­dung, die von den Kieler Neuesten Nachrichten" als glatt erfunden bezeichnet wird, will die Berliner Na­fonalzeitung" aus Bundesratskreisen folgende Rich­Higstellung erfahren haben:

große

Wohnungen bereits vtfittert haben und Skandalprozeffe sollen in Aussicht sein.

Behufs Stellungnahme zu dem Marokkoabfommen und dem Kongovertrag hatten am Dienstag mehrere Fraktionen des Reichstags vor Beginn der Plenar­fitung Sizungen einberufen. Wie verlautet, werden am Donnerstag nicht zuerst die Interpellanten ihre Be­gründungsrede halten, vielmehr ist beabsichtigt, daß der Stetchskanzler eine Schilderung der Verhandlun­gen und eine Würdigung ihrer Ergebnisse vorausschif­fen wird, zu denen dann die einzelnen Parteiredner Stellung nehmen dürften. Als Redner sind in Aussicht genommen: Von den Konservativen Draf Kanis, von Ber Reichspartet Abg. von Dirksen oder Fürst Haßfeld, vom Zentrum Freiherr vor Hertling und Abg. Gröber, von den Nationalliberalen Abg. Bassermann, von der Bollspartei Wiemer und von der Sozialdemokratie Abg. Bebel.

In der Mitteilung sind Wahrheit und Dichtung ge= mischt. Es ist richtig, daß die Frage der deutschen Kriegsbereitschaft im Bundesrat Gegenstand ernster Erwägungen gewesen ist. Außer dem Generalstab wurde auch der Admiralstab aufgefordert zu erklären, ob wir aktionsberett seten. Der Generals ftab bejahte ohne Einschränkung, dagegen erklärte der Admiralstab, daß uns, um gegen die vereinigte englisch­französische Flotte mit Aussicht auf Erfolg operieren zu tönnen, zehn Dreadnoughts oder zehn Panzerfreuzer fehlten. Dieses Gutachten des Admiral­stabes übte eine starke Wirkung nach der Richtung einer friedlichen Verständigung aus. Im Bundes­rat soll man schon die Möglichkeit erwogen haben, was zu geschehen habe, wenn die Mehrheitsparteien des Reichstag gelegentlich der Interpellationsbesprechung über das Abkommen mit Frankreich eine außerpro­grammäßige Verstärkung unserer Flotte ver­fangen. Es verlautet, daß die maßgebenden Stellen stch nicht ablehnend verhalten werden.

Allerdings müßté

zu gleicher Beit die Deckungsfrage gelöst werden. Man erwägi, zur Kostendeckung evtl. die Erträgnisse eines Petrolcum monopols heranzuziehen.

Ein Haus im Erdboden versunken. In Hohensalza ( Provinz Bosen) ist Dienstag vormittag ein Haus zur Hälfte eingestürzt. Die Trümmer versanten in der Erde und rissen sämtliches Mobiltar mit sich. Die Bewohner des Hauses konnten sich rechtzeitig in Sicherheit brin­gen. Die Einstürze dauern fort.

Fran Professor Curte protestiert in einer Erklä­rung gegen das Eindringen Unberufener in ihr Privat­leben. Da thr die Abbitte des Verfassers des betreffen­den verleumdertscher Artikels fezt vorliege, werde ste feine gerichtliche Verfolgung einleiten.

Durch einbrechendes Gestein wurden in der Prim­rose- Mine in Johannesburg ein Europäer getötet und 50 Schwarze verschüttet.

Die Stadtverordnetenwahlen in Berlin haben, wie bereits telegraphisch berichtet, mit einem großen Erfolge Ber Sozialdemokraten geendet. In Berlin waren 17 Mandate zu vergeben. Davon sind den Sozialdemokra­ten 16 zugefallen, während die Liberalen nur im dritten Bezirk ihren Kandidaten durchbrachten. Fünf Size, welche früher von bekannten bürgerlichen Stadtverord­neten, unter anderem Rosenow, Ullstein, Marggraff, eingenommen wurden, sind diesmal verloren gegangen. Von den 48 Mandaten der 3. Abteilung haben die So ztaldemokraten jest 43 inne. In der zweiten Abteilung find die liberalen Kandidaten Sieger geblieben.

Der Nobelpreis für Physik wurde auf Beschluß der schwedischen Akademie der Wissenschaften dem Profeffor Wilhelm Bien- Würzburg und der Preis für Chemie Frau Curie- Paris zuerkannt. Die diesjährigen Preise betragen je 194 330 Francs.

Räuber überfielen gestern abend das Stationsge­bäude der Station Spirt an der transkaukasischen Bahn, töteten den Stationschef und einen Polizisten, verwun deten einen Beamten schwer und beraubten die Kasse, worauf ste entflohen.

Der erste Mittelstandskongreß des Hansabundes trat am Sonntag in Berlin zusammen. In seiner Be­grüßungsansprache legte der Präsident des Hansabun­des Dr. Rießer die Ziele und Wege des Hansabundes dar und richtete einen Appell an das erwerbstätige Bürgertum, die Gleichberechtigung mit den übrigen er­werbenden Ständen durchzusetzen.

Dem Depeschenbureau Herold wird zu der Mel­dung der füddeutscher. Blattes von unterrichteter Seite mitgeteilt, daf der Kaiser eine derartige Frage weder an den Kriegsminister noch an den Staatssekretär des Reichsmarineamts gerichtet hat. Auch hätte eine solche Frage niemals in vernetnendem Sinne be­antwortet zu werden brauchen. Unsere Verteidigungs­linte bet Cuxhaven ist in der denkbar besten Verfassung, jedenfalls so gut, daß niemals ein feindliches Geschwa­der es ungestraft unternehmen könnte, sich thr zu nä­hern. In Marinefreisen hält man auch unser 23 Zen­fimeter- Geschütz mindestens für gleichwertig mit dem 80 Bentimeter- Geschüß, mit dem die englischen Schiffe ausgerüstet sind. Uebrigens wird der Reichskanzler im Reichstage zu dieser Angelegenheit Stellung nehmen.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Reisepläne des Kaisers. Der Kaiser wird am 2. Dezember in Breslau eintreffen. Es ist ein Besuch des Kaisers bet Kardinal Kopp in Aussicht genommen.

Aus den Gerichtssälen.

Zuchthäusler und Staatsanwalt. Aus dem Bucht­haus zu Brandenburg a. H. wurde der Potsdamer Straffammer der Gefangene Friedrich Schulze vorge fithrt, der wegen Beleidigung des Ersten Staatsanwal­tes in Stendal und der dortigen Straffammer, die ihn verurteilt hatte, noch zu zwei Monaten Gefängnis zu­fäßlich verurteilt war. Sch. erhielt wegen Diebstahles im Rückfalle zwei Jahre Zuchthaus. Aus der Strafan­stalt schickte er dann am 11. Junt dem Ersten Staats­anwalt einen Brief, in dem es u. a. hieß: Ste denken bloß, Sie können mich als dummen Affen halten. Ich friege mein Recht, Sie nicht, Herr Staatsanwalt. Da­für ist Justizminister Oberhaupt von uns allen... Ich kriege Sie doch mal in die Finger. Ich werde das Landgericht schon kriegen, solche Bande, Sklavenhänd­ler, solche gibt es im ganzen Staat nicht, wie sie sind. Ich habe viele Fehler geunden und die sämtlichen Pa­ragraphen schon geprüft. Warten Sie mal, ich werde Sie schon kriegen. Auf Wiedersehen. Schluß!" Das Ge­richt verwarf feßt nach dem Antrage des Staatsanwaltes die Berufung des Angeklagten.

Vom Zentralvorstand pensionierter Reichs-, Staats: und Gemeindebeamten ist an den Reichstag und den Bundesrat eine Eingabe gerichtet worden, in der ange= sichts der gegenwärtigen Leuerung die Gewährung so­fortiger Teuerungszulagen erbeten wird. Der Reichs­fanzler wird eine Deputation der Altpensionäre in Au­dienz empfangen, in der ihm die Wünsche der Pensionäre vorgetragen werden. Angesichts der feßigen Teuerung haben verschiedene Bundesstaaten und Städte ihren Be­amten beretts Teuerungszulagen bewilligt, wohingegen die Pensionäre eine Aufbesserung ihrer Lebenslage nicht erhalten hätten. Der Reichstag und Bundesrat wird demnächst zu diesen Fragen Stellung nehmen.

Rücktrittsabfichten von Kiderlens? In Verbindung mit den Gerüchten über eine nahe bevorstehende Kanz­Tertrife tauchen neuerdings in Berliner poltttschen Kreisen auch Befürchtungen wegen eines möglichen Rücktritts des Staatssekretärs von Kiderlen- Wächter auf. Es heißt, der Staatssekretär fühle sich durch die scharfe Kritik, die feine Tätigkeit in den deutsch- franzö fischen Verhandlungen in Preffe und Oeffentlichkeit er­fahren, getränkt und sei zum Rücktritt ent=

Aus Eifersucht.

Noman von Mar Hoffmann.

Kleine Nachrichten.

Ein nenes Flugapparatsystem ist vor einiger Zett zur Verwendung im Heere angekauft worden, nämlich ein zweidecker der Luftverkehrsgesellschaft. Bisher ver­fügte das Heer über Taube- Eindecer und Albatros­Doppeldecker. Auch ein Flugzeug nach dem System Wright steht zur Verfügung der Heeresverwaltung.

21) ( Nachdruck verboten.) Ihre weitere Unterhaltung wurde unterbrochen durch die Ankündigung, daß einige Musikstücke vorge­tragen würden.

Durch Urteil des Ehrenrates aus der Liste der Re­ferveoffiziere gestrichen worden ist der Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr Bachmann, weil er während der jüng­sten Reichstagserlahwahl einer Versammlung der fort­schrittlichen Volkspartet prästdierte, in der die Parole für den Sozialdemokraten ausgegeben wurde.

Man ließ sich auf die herumstehenden Stühle und Sessel nieder, und eine Sängerin, von der Mallmiz wizelnd behauptete, daß sie aus dem Schneider" her­aus set, trug mit schriller Stimme eine Löwesche Ballade vor.

Vermischtes.

eingefeßt. nige inter fengefchäft wiffen, da fichen we

Namentlid damals bu lettet. Seu prinzen in in feinem Testen Jab Feftlichkeit Das ganze Auchenchef den Prinz die Köche worden. S Leopold v ter Wechfe

Ein schwerer Eisenbahnunfall ereignete sich am Montag auf dem Nordbahnhof in Stuttgart. Ein Ran­gterzug stieß auf eine Lokomotive auf. Dabei wurde der Lokomotivführer in die zertrümmerten Teile seiner Maschine so eingeklemmt, daß er sich nicht befreten fonnte. Er erlitt durch den ausströmenden Dampf so furchtbare Verbrühungen, daß der Tod nach kurzer Zeit eintrat. Ein Heizer wollte vor dem Zusammenstoß ab springen, gertet aber hierbei unter die Lokomotive. Es wurden ihm beid Beine und Arme abgefahren. Fer­ner wurde ein Anfuppler schwer verletzt. Bet dem Zu­sammenstoß hatte der Führer der allein fahrenden Lo­tomotive Gegendampf gegeben. Hierdurch fuhr die Lo­tomotive mit voller Kraft gegen einen Prellbock, über­fuhr diesen uno zertrümmerte das hinter ihm liegende Bahnwärterhäuschen.

Streit bei Borsig. Am Dienstag sind im Betriebe der bekannten Berliner Maschinenbauftrma A. Borsig die Eisendreher in Streit getreten. Es handelt sich vor­läufig um zivethundert Arbetter.

Im Aeroplan durch Amerika. Der amerikanische Aviatiker Rodgers hat am Montag seinen Flug durch die Vereinigten Staaten, den er am 18. September in Neuyork angetreten hatte, beendet. Im ganzen hat er 4821 englische Metlen zurückgelegt.

,, Sehen Sie sich nur den Begleiter an," flüsterte Mallmitz und wies mit dem Kopf nach dem am Klavier fizenden Herrn hin, dessen Löwenhaupt eine riesige schwarze Mähne zterte. Macht er nicht eine Miene als wenn Wagner und Liszt dumme Jungen gegen ihn wären?"

Ein starker Applaus erstickte seine letztet. Worte. Felicia wurde unruhig.

Die Spielhöllen der Chikagoer Millionäre. Wie aus Chikago gemeldet wird, veröffentlichen die dortigen Blätter sensationelle Enthüllungen über Spielhöllen, die in den Palästen der Chikagoer Millionäre etabliert feln sollen. Die Polizei soll die in Frage kommenden

" Wann kommt das Eigentliche?" fragte sic. " Nur Geduld, gnädiges Fräulein! Es R erst Stimmung in die einzelnen kommen. Genehungent wtr während der Bett eine kleine Erfrischung!

Er führte die dret von ihm besonders mit Beschlag belegten Gäste in einen kleinen Nebenraum, wo für schweres Geld allerlet Delikatessen und Getränke berett standen.

als dekoratives Element dienen."

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Russisches Räuberstückchen. In das Restaurant Borcowsti in Warschau, das mit einem eleganten Pub­Ittum voll besetzt war, drangen 25 Banditen und be­fahlen allen Gästen mit vorgehaltenen Revolvern, die Hände hoch zu halten. Ein Kellner versuchte, den Räu­bern entgegenzutreten, wurde jedoch durch einen Schuß niedergestreckt. Während ein Teil der Verbrecher die Gäste scharf beobachtete, plünderten die übrigen die An­wesenden aus und flohen mit reicher Beute an Geld und Brettosen. Bisher ist es nicht gelungen, ihrer hab­haft zu werden.

,, Ob man ihm etwas anbieten dürfte?" sagte Felicia mitleidig.

Friz trank ein Glas Wein, Felicia nippte an einem Glas Seft, und Mallinit sagte mit verhaltenem Lachen:

,, Aber sicher, meine Gnädige!"

Mallmiz holte den jungen Mann herbei und stellte thn kurz vor als unseren berühmten Bildhauer." Friz Iteß einen Teller mit allerhand nahrhaften Sachen vor thn auf den Tisch stellen, und diese Spetsen waren im Handumdrehen und mit fabelhafter Geschwindigkeit ver­schwunden.

Sehen Sie nur dort im Hintergrunde den armen Bildhauer, wie er mit verhungerter Mtene hierherlugt. Ich bin überzeugt, daß er heute noch nicht viel gegessen bat."

Und zahlt doch 5 Mark für einen solchen Abend?" fragte Friß verwundert.

Riefenbetrügereien eines amerikanischen Groß­fanfmanns. Aus Neuyort wird gemeldet: Mr. Pem­broke Pitt, der Sentorchef des großen Getreideerport­geschäfts Pitt, Brothers u. Co. in Baltimore ist flüchtig geworden. Er wird angeklagt, Banken in Neuyork und Baltimore um verschiedene 100 000 Dollars vermittels gefälschter Getreidefonnossements betrogen zu haben. Die Polizeibehörde hat sämtliche Seehäfen und großen Städte von der Flucht Mr. Pitts in Kenntnis gesezt.' Die genaue Summe, um die die betreffenden Banken geschädigt worden sind, steht noch nicht fest. Vorläufig schätzt man ihre Verluste auf 800 000 Dollars.

" Ja, ja, die Kunst geht nach Brot!" grinste der Affeffor. Aber sehen Sie, meine Herrschaften die Sitz­ung wird gleich beginnen!"

" O, nein! Es sind nämlich einige Gestalten hier, die

Er ging mit ihnen wieder in den kleinen Saal, wo Jetzt in der Mitte ein großer ovaler Tisch aufgestellt war. Alle nahmen Plaz, wobet Friß zwischen Felicia und Weide und Malmis auf die andere Seite von Felicia zu stzen kam.

Anch die Fürsten sparen. Da allerorten über die schlechten, teuren Zeiten geklagt wird, ist es kein Wun­ber, daß die Klage selbst in die höchsten Kretfe gedrun­gen ist und in gewissem Sinne auch dort Beachtung findet. Man fucht zu sparen, soweit es möglich ist und unauffällig geschehen kann, und es ist bemerkenswert, daß man dabet auch die eigene Behaglichkeit nicht schont. Dieser Trieb zur Svarsamkeit hat vorerst bet der Küche

Schon hatten alle die Hände auf den Tisch gelegt, die Finger berührten sich gegenseitig, die Kette war ge­schlossen, als eine korpulente Dame verstört aufsprang. " Was ist?" riefen mehrere zugleich.

" Ach," hauchte fie, sehen Ste denn nicht? Wir sind fa dreizehn! Das geht nicht, da können wir keine Sigung abhalten."

Einige protestterten gegen diesen Aberglauben, aber ste wurden überstimmt, das eine Dienstmädchen wurde hereingerufen und mußte sich als vierzehnte mit heran­setzen, was sie verschämt tichernd ganz gern zu tun schien.

Es blieb still.

Er wiederholte den Anruf dreimal. Beim dritten Mal Iteß sich tatsächlich ein leises Klopfen vernehmen, das vorsichtig, fast schüchtern flang, und alle lauschten ge­spannt, wie der kleine Herr nun das Alphabet herzu­fagen begann und mühsam ein Wort zusammenbuch­stablert wurde. Es lautete: Marleben".

Aller Augen richteten sich auf Friz. " Der Geist Ihres Vaters wünscht zu sprechen," er­flärte der kleine Herr sehr ernst, nachdem er Frau Mohr­Mallmiz fragend angesehen hatte. Bitte!" versetzte Friz, dem diese Komödie abge­schmackt vorkam.

Alle Gasflammen bis auf eine wurden ausgedreht, die Kette wurde wieder geschlossen und eine Grabesstille herrschte in dem Raum. Diese vierzehn regungslos da= sitzenden Menschen mit den starren Gesichtern schienen zu einem Femgericht zu gehören, das schweigend Gericht über einen Mtssetäter abhalten will.

,, Gott zum Gruß, ihr lieben Getster!" sagte etn kleiner, weißbärtiger Herr mit dumpfer Stimme.

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Wieder begann das Buchstabieren nach dem Klops fen, und die Antwort lautete diesmal: Ich bereue." ,, Was soll berent werden?" fragte Friẞ. Aber nun schwieg das Klopfen. Es war nichts weiter. herauszubekommen. Der Geist hatte offenbar keine Lust mehr. Die Kette wurde geöffnet, das Licht wieder ent­zündet, und letse Gespräche über das Gehörte wurden gewechselt.

" Die Sache ist unglaublich kindisch," sagte Friz miß­mutig zu Felicia. Wollen wir nicht gehen?"

,, Gedulden Sie sich noch ein Wellchen!" ftel Mall­mit ein, der seine Rede gehört hatte. Es kommt ja jetzt der Haupttrick."

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Weide sagte kein Wort und saß ganz still da, aber seine Augen schweiften wie die eines Luchses umher. Im Hintergrund befand sich ein dicker schwarzer Vorhang, hinter den sich jetzt der blasse Herr mit den un­Heimlich flackernden Augen begab. Alle Lichter wurden gelöscht, und die Gesellschaft war ganz im Dunkeln. Nur gedämpft, wie die letse an den Strand schlagende Mee­resbrandung, vernahm man aus der Ferne das auch zur Nachtzeit nie völlig schlummernde Raunen und Rauschen der Weltstadt.

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