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eingesetzt. Dem Berliner Salon" werden darüber et­nige intereffante Mitteilungen gemacht: Alle Delttates­fengeschäfte,& tschhändler, Obst- und Gemüsehandlungen wissen, daß nach dem Feldzuge 1870/71 in den Hof­füchen weit opulenter gewirtschaftet wurde als heute. Namentlich die Küchen der Hohenzollernprinzen waren damals durchweg von erstklassigen Herrschaftstöchen ge­lettet. Heute finden wir noch in der Küche des Kron­prinzen in Potsdam dret Köche. Weilt der Kronprinz In seinem Berliner Palais, hat er während des ganzen legten Jahres alles, was er für seinen Hofhalt und für Festlichkeiten brauchte, aus dem Hotel Bristol bezogen. Das ganze Menü wurde dann inklusive Wein und der Küchenchefs aus dem Hotel ins Palais geliefert. Bet ben Prinzen Eitel Friedrich und August Wilhelm find bie Köche durch die billigeren Köchinnen verdrängt worden. Namentlich im Haushalt des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen in Glienicke indet ein permanen ter Wechsel in Personale statt. Ein ähnlicher Wandel bat sich auch bei den reichsunmittelbaren Fürsten voll­zogen, die früher alle in Berlin eigene Palais hatten.

Bom Luftkrieg" in Tripolis waren phantastische Meldungen verbreitet worden, die jetzt eine erhebliche Einschränkung erfahren. Die" Bomben", die der Flie per in einer fleinen Tasche mit sich führte, waren apfel­finengroß. Daß sie beim Auftreffen auf den Boden ex­plodiert seien, schloß der Flieger aus der von ihm ge­febenen Rauchentwickelung. Ob aber in dem Lager die umstehenden Türken getroffen wurden oder nicht, fonnte er nicht feststellen. Das gilt auch vom Auseinanderstie­ben und Verkriechen" der Türfen in Erdlöcher, das ein Korrespondent gemeldet hatte.

Eine Fernschreiber- Vermittlungsanstalt ist in Lon­don in Betrieb gefeßt worden, um schriftliche Mitteilungen durch das Telephon zu ermöglichen. Vorläufig sind 750 Anschlüsse gebaut, bei denen der Fernsprechapparat m't einem Fernschreibapparat verbunden ist. Der Anruf e- folgt in üblicher Weise durch Vermittlung des Amtes. Ist niemand anwesend, so schaltet der anrufende Tell­nehmer seinen Fernschreiber ein, indem er einen Stift abhebt und mit diesem die Nachricht in seinem Apparat niederschreibt. Mittels elektrischer Uebertragungsein­richtungen wird die Schrift dann durch einen elektrisch bewegten Stift auf der anderen Teilnehmerstation wie­dergegeben, so daß der Abonnent bet seiner Rückkehr die Nachricht vorfindet. Auch die Uebermittlung von Telegrammen auf diesem Wege ist in Aussicht genom men. Längere Versuche werden erweisen, ob die Einrich tung sich dauernd in der Praxis bewährt.

tätigen. Wir lesen in den Mitteilungen des All­gemeinen Deutschen Sprachvereins": Abschlüsse auf Lte= ferungen werden heute oft nicht mehr gemacht", son­bern getätigt"; vermutlich erscheint ein getätigter" Ibschluß besser als ein gemachter. Vielleicht hat einmal in findiger Geschäftsreisender, dem nur ein mäßiger Abschluß geglückt war, seinen Auftraggeber damit be= chwichtigt und verblüfft, daß er ihm den Abschluß als getätigt" vorstellte. Unsere Handlungsreisenden sollten aber fetnem veralteten und häßlichen Kanzleideutsch weitere Verbreitung zu verschaffen suchen. Denn nach Altenstaub und Schreibstubendunst riecht dieses Wort. Ein Bedarf dafür liegt nicht vor, da es vollkommen ge­ilgt, wenn Abschlüsse gemacht" oder Lieferungsver= träge abgeschlossen" werden, ebenso wie man eine Wahl nicht zu tätigen" braucht, weil man sie vollziehen kann, wenn man nicht gar vorziehen wollte, ganz einfach zu wählen". Auch weshalb ein notarieller Att getätigt werden müßte, ist nicht einzusehen; genügte es wirklich nicht, thn zu vollziehen" oder auszufertigen"?

Die Fehler des Mannes. Eine internationale Rundfrage über die Fehler des Mannes ist durch die Die Bariser Zeitschrift Feminina" angeregt worden. Frauenzeitschriften in anderen Ländern fühlten sich auch bewogen, dem guten Beispiel der Partfer Redaktion zu folgen. Um den Damen, die über Erfahrungen im Um­gang mit Männern verfügen, die Feststellung der Feh­ler des Mannes leichter zu machen, wurde eine Liste von 72 Fehlern des Mannes aufgestellt, die sogar den ins Gebiet der Medizin gehörenden Fehler" der" Hypo­chondrie" aufweist. Wie die Ergebnisse lehren, hält das schöne Geschlecht dem Manne in überwiegendem Maße folgende Fehler vor: Ungeduld Unhöflichkeit, Interesse­losigkeit, unehrerbietung, Unduldsamkeit, Jähzorn, Spottfucht, Frechheit. Das ist ja ein langes Register. Aber trotzdem bleiben die Männer begehrenswert.

Aufrichtig. Im Eisenbahnzug befindet sich ein Be­amter der Eisenbahndirektion. Der Stationsbeamte Direktionsrat: macht nach Vorschrift seine Meldung.

Was ich Ihnen besonders ans Herz legen wollte: Ihr Amtsvorstand ist schon ein älterer, aber sehr verdienter Herr und bei der Direktion sehr beliebt. Eine Pen­tonierung wollen wir vermeiden, solange es geht. Wenn Sie also merken sollten, daß er nicht mehr recht imstande ist, feiner Aufgabe gerecht zu werden, so unter­tilben Sie ihn nach Kräften!"- Beamter:" Gewiß, Herr Direktionsrat! Bis jetzt ist es allerdings noch nicht notwendig. Der Herr Inspektor wird mit dem Schimpfen über die Direktion noch allein fertig!"

Plötzlich drangen sonderbare Laute hinter dem Vor­hang hervor. Es war ein altes, längst vergessenes Ge bicht eines schwärmerischen Poeten, der den Sphären­Hlang der Gestirne und die Herrlichkeit des Welten­raums in schwülstigen Worten besang. Aber dte Stimme, die das sagte, schien die eines Findes it fein.

Gleich darauf erschten zur Seite des Vorhanges eine leuchtende Hand und dann in langem, weißen Gewand, das auch an vielen Stellen leuchtete, ein hübscher Knabe. Er bewegte sich fast schwebend um die Gesellschaft herum, und reichte diesem und jenem die Hand. Um Friz, Felt­cta und Weide machte er einen ziemlich großen Bogen. Da sprang Weide ganz unerwartet so hastig auf, daß sein Stuhl umfiel. Er ergriff die Hand des Knaben und hielt ste fest. Gleichzeitig blizzte seine elektrische Ta= schenlampe dem Festgehaltenen gerade ins Gesicht.

Das laute Au" etner Männerstimme wurde gehört, und ein ungeheuerer Tumult erfolgte, als Friz einige Gasflammen anzündet.

Weide hielt sein Opfer immer noch fest und ein allgemeines Ah!" ertönte, als man das Medium selbst in einem hemdartigen Ueberwurf stehen sah. Der vor­her so blasse Herr hatte sich rosig geschminkt, und an dem weißen Gewand schimmerte es hier und da wie kleine bläuliche Flämmchen.

phor.

Haha!" lachte Weide, das find Tupfen von Phos­Sie verstehen Ihr Handwerk, mein Herr!" Gleichzeitig Iteß er ihn los.

" Was fällt Ihnen denn ein?" zischte das Medium wütend. Sie haben die Materialisation gestört. Ha­ben Sie nicht gesehen, wie der Getst des kleinen Karl, jenes berühmten Getstes, der hier schon öfters erschie= nen ist, schnell wieder hinter den Vorhang zurück­schwebte? Was wollen Ste von mir?"

Was für ein Unsinn!" lachte Friz, erregte aber mer den Unwillen der gläubigen Gemeinde.

Mehrere behaupteten eifrig, ganz genau gesehen zit

Die Heimkehr der Verwundeten.

Die ersten Opfer des blutigen tripolitanischen Aben­teuers, die ersten Verwundeten haben nun ihr Heimat­land wiedergesehen. Am Dienstag hat am Kat des Ha­fens von Palermo ein aus Tripolis heimkehrendes fta­Itenisches Hospitalschiff festgemacht und seine traurige Ladung, fampfunfähige verwundeteMenschen, die wenige Wochen früher in jugendlicher Erobererfrende ausge­zogen waren, an Land gegeben. Es war ein ergreifendes Bild. In dem Augenblick, da vom Kai aus die Lan­dungsbrücke zum Schiff hinaufgeschoben wird, erschallen einige Kommandorufe, Waffen blizen, Schritte dröhnen, und mit raschen Bewegungen haben die aufgestellten Infanterietruppen und Karabinieri den Platz geräumt und die Menge in den Hintergrund gedrängt. In diesem Augenb.id fahren noch zehn geschlossene Krankenwagen ver. Schon beginnt die Ausschiffung der Verwundeten. Zuerst die Leichtverwundeten, die Offiziere und Solda­ten, bie noch gehen können. Von gesunden Gefährten gestützt, tommen sie langsam über den Landungssteg herab. Nur fetnen Aufenthalt, nur schnell hinein in die Krantenwagen. Sanitätssoldaten und Mitglieder der fretwilligen Rettungswache öffnen die Türen, helfen den Verlegten in die Gefährte.

Aber nun gelingt es einigen, aus der dichten Schar der zurückgedrängten Publikumsmenge, sich an die Wa­gen heranzudrängen, die dumpfe Stille wird von ha­tigen und aufgeregten Rufen unterbrochen. Wie heißt Du?" so rufen zwanzig Stimmen. Denn noch immer hat dte italienische Regierung die Verlustlisten nicht be­fannt gegeben, in der Menge drängen sich zu Tausen­den die Mütter, Väter und Brüder, die Kinder und An­gehrtge bei dem Erpeditionsforps haben und in pein­nnifer ugewißheit über das Schicksal ihrer Lieben weben. Die hastigen Fragen finden sofort Antwort. Von den noch hals offenen Krantenwagen heraus tö­nen die Stimmen der Verwundeten, die ihren Namen ausrufen, eine lange Liste von Namen. Immer leb= hafter werden die Nufe, nun schwirren sie schon von allen Setten durch die Lüfte, die Menge fragt nach den To­ten, nach den Schwerverwundeten, und Namen, Hun= derte von Namen, fohallen zurück, oft von einer frau­rigen Handbewegung begleitet.

Nun sind die Leichtrerwundeten verladen, und es beginnt der Transport der Schwerverletzten. Wagen der elektrischen Bahn sind zur Verfügung gestellt, um diese Unglücklichen ins Lazarett zu überführen, eine Bahre nach der andern taucht aus dem Rumpfe des Schiffes auf, wird sorgsam von Soldaten herabgetragen und in die Wanen gehoben. Dann erscheint der erste verwundete Offizier. Auf die Arme zweier Marine­offiziere gestützt, erscheint er auf derHöhe des Landungs­steges, eingehünt in einen wetten Mantel. Mühsam und langsam fommt er näher. Er ist schlank und blond, Aber Totenbläffe liegt auf den Zügen. Am Fuße der Bricke muß er einen Augenblic innehalten und aus­ruhen, und mit einem mit den Lächeln nicht er dankend den Kameraden zu, die ihn am Kat begriißen.

Einen Augenblick legt sich drückendes Schweigen auf die Gruppe der gefunden, frischen Kameraden: da wird die Aufmerksamkeit abgelenkt von einem Bersagliert­Hauptmann, der lächelnd vom Schiff herabkommt, den rechten Arm in der Binde. Hinter ihm kommt sein fim­ger Sohn, ein Gewehr in der Hand, cin türkisches Ge= wehr, die Menge dringt heron a5 umringt den Kna­ben, feder will die Reliqute seber, til sie berührt ha=- ben, und als der Hauptmann oefhwindet, folgt ihm Jubelnder Betfall.

Inzwischen kommen' nme mehr verwundete Offt­ziere und Soldaten aus dem Lazarettschiff; fie steigen langsam in die Automobile. Daneben wächst die stumme Bewegung in der Menge, die anaftvoll nach An­gehörigen in dem langen Zuge der Verwundeten fucht, man will auf die Plattform der elektrischen Wagen stel­gen, in denen Verwundete Hegen, nur mühsam gelingt es den Karabinert, sie zurückzuhalten. Wagen um Wa­gen, Automobil um Automobil ront davon, der Zug scheint fein Ende zu nehmen. Als zum Schluß eine schwarz verhünfte Bahre ans Land getragen wird, legt Anes sich ein dumpfes Schweigen über die Menge. starrt auf das Tuch, unter dem sich ungewiß die Linien etnes Menschenkörpers abzeichnen. Hier schläft einer feinen lekten Schlaf, ein Tepferer, der schwerverwundet die Heimfahrt antrat und doch das Vaterland nie wte­dersehen sollte; furz vor dem Hafen erlöste thn den Tod von seinen Qualen..

Schlimme Nachrichten aus Peting.

Dem New- York Herald wird aus Peking telegra= phiert: Die Erregung wegen der Ermordung des Re­bellengenerals Wuluchen durch die Mandschus hat einen solchen Umfang angenommen, daß der Sturz der Dy­naftie nnvermeidlich erscheint. Alle politischen Bewe­gungen sind durch diese Leidenschaft wie weggefegt. Die Führer der Rebellen sind überzeugt, daß der Mord vom Throne befohlen murde. Die Diplomaten die ein allge=

haben, wie der eigentliche Knabe zurückgeellt wäre, und die übrigen Anwesenden schlossen sich ihnen bald an.

Der blasse Herr, der sehr bald hinter den Vorhang geschlüpft war und jetzt in seiner gewöhnlichen Gestalt und Kleidung wieder erschien, bestärkte die Gläubigen in ihrer Ansicht, und bald war man sich darüber einig, daß der Herr Weide sehr taktlos gehandelt hätte und die Situng, gerade als sie am interessantesten zu wer­den versprach, unnötig unterbrochen habe.

Fritz fühlte fich angewidert. Ich halts nicht mehr aus!" erklärte er Felicia und zog sie nach dem Korrt­dor, um die Sachen zu nehmen.

Weide schloß sich ihnen an. Man Iteß die dret gerne gehen und gab nicht undentlich zu verstehen, daß man solche ungebildeten Leute in diesem geweihten Kreise nicht sehen wollte.

Als sie dieTreppe hinunterstiegen, tam thnen Mall­miz nachgeetlt. Er wollte sich vor Lachen ausschütten. " Die Sache ist doch ernster, als Ste sie hinstellen," sagte Frig verdrießlich. Was für unhell können diese Leute anstiften!"

Glauben Sie das nicht," versicherte Mallmiş. Die metsten fühlen sich dabei sehr glücklich, und worin be­steht schließlich der Reiz des Lebens? In den Illusto­nen, die man sich macht."

Es gibt aber verwerfliche und gefährliche JL­Iusionen.

Na, mir soll's recht sein," erwiderte der Assessor letchthin. Wollen die Herrschaften schon nach Hause?"

,, Netn, wir wollen noch etwas genießen," sagte Friz. Und das tun wir am bequemsten hter in einem fleinen Weinlokal".

,, Werden Sie denn durch diese Gesellschaft dort nicht gestört, Fräulein?" fragte Weide.

" nein, mein Zimmer befindet sich im zweiten

Stock."

Aber noch in den nächsten Tagen ziehst Du dort fort!" forderte Frik.

meines Massacre befürchten, haben die Gesandtschaften in Verteidigungszustand seven laffen und alle außer halb wohnenden Fremden sind aufgefordert worden, sich in das Gesandtschaftsviertel zu begeben. Die Mitglie der der Nationalversammlung sind zum größten Tetl aus Peting geflohen. Der Hof ritstet sich zur Flucht, Der Regent hat 200 Wagen bestellt, die in Bereitschaft gehalten werden. Wohin der Hof sich wenden wird, ist unbekannt, doch nimmt man an, daß er sich über die Mongolei nach Rußland begeben wird. Die einzige Ei­senbahn, die noch den Mandschus zur Verfügung steht, ist die nach Kalgan, wohin eine große Anzahl der ret­chen Chinesen geflüchtet ist.

Dazu meldet ein neueres Telegramm:

Peking, 8. November. Alle nach der Haupt­stadt führenden Eisenbahnen sind in den Händen der Rebellen. Einzelne Gesandtschaften treffen Vorberei tungen für den Fall des Ausbruches der Revolution in Peking. Alle franzöfifchen Staatsangehörigen sind in das Gesandtschaftsviertel berufen worden.

Dom Kriegsschauplatz in Tripolis.

Auf die Nachricht, die englische Bläter aus Tripo Its brachten, daß sämtliche Innenforts in den Händen der Türfen sich befänden, hat der italienische Botschafter in London ein Communiquee veröffentlichen lassen, in dem er diese Nachrichten entschieden in Abrede stent. Demgegenüber bleiben verschiedne enaltsche Zeitungen bet threr Versicherung, daß die Meldungen ihrer Kriegs­forrespondenten, die von dem Vordringen der Türfen in Tripolis berichten, durchaus zuverlässig sind. Aus Tripolis meldet Nechad Bey, der türkische Oberkom­mandierende, daß die Türfen zwei neue Stürme auf die Stadt unternommen haben und daß die Italiener von ihnen zur Uebergabe aufgefordert wurden. Das türkische Geschützfeuer hat bedeutenden Schaden in der Stadt angerichtet. Die Pforte, die bereits in den letzten Tagen het den Mächten gegen die Absicht Ita­Itens, Tripolis zu annektieren, mit einer Erklärung protestiert hatte, sie würde niemals die Annexion an­nehmen, bereitet einen neuen Protest gegen die Notifikation der Annexion vor.

Italienische Sorgen.

Die flüssigen Kriegsgelder Italiens, die zu Anfang des Krieges 400 Millionen Goldlire betrugen, haben bereits derart abgenommen, daß die Regierung mit dem Pariser Plate wegen einer großen Anleihe im Be­trage von 500 Millionen unterhandelt. Die italient­sche Souveränitätserklärung über Tripolis gilt in Pa­ris als ein Schlag ins Wasser. Keine einzige Macht würde die Souveränität Italiens vor dem Friedens­schlusse anerkennen.

Derna von den Türken zurückerobert.

Die Türfen unter Major Enver Bey haben Derna zurückerobert. Diese Nachricht ist von der Pforte sämt­lichen Botschaftern mitgeteilt worden. Die Berluste der Italiener werden mit etwa 500 Toten und 200 Ber= wundeten angegeben, doch beruhen diese Ziffern nur auf Schätzungen. Stcher ist, daß mehrere hundert Jtaltener gefangen genommen und mehrere Geschütze erbeutet worden sind. Privater Berichten zufolge sollen drei ttallenische Realmenter von den Türken gefangen ge= nommen worden sein.

Wien, 8. November. Nach einer Meldung aus La Valette auf Malta liegen dort mehrere britische Kriegsschiffe bereit. Jeden Augenblick nach Tripolis ab­zudampfen, da die Lage der Stadt als sehr fritisch be= zeichnet wird. Man fürchtet, daß im Falle einer Er­türmung von Tripolis durch die Türken und Araber fein Europäer am Leben bleiben werde. Die Lage der Italiener foll nach den bei der Admiralttät eingegan= genen Nachrichten aus Tripolis verzweifelt sein.

Drahtnachrichten und neuestes.

800 000 Zentner Kartoffeln für die Großberliner Eisenbahnbediensteten.

Berlin, 8. November. Zur Bekämpfung der Teuerung haben die Eisenbahnvereine von Großberlin für ihre Mitglieder aus Ostdeutschland in 4000 Güter­wagen über 800 000 3entner Kartoffeln beschafft.

Die Lohnbewegung der Bergarbeiter. Frankfurt a. M., 8. November. Die Frankf. 3tg." meldet aus Bochum: Die vor einigen Wochen durch eine gemeinsame Konferenz der vier großen Berg­arbeiterverbände eingeleitete Lohnbewegung der Berg­arbeiter kommt tett in ein rascheres Stadium. Am nächsten Sonntag findet im Ruhrreviec cine große An­zahl von Massenversammlungen statt, dte fich mit der Teuerung und den gegenwärtigen Lohnverhältnissen be= schäftigen wollen.

Folgenschwerer Gerüfteinsturz.

Eschweiler, 8. November. In Alsdorf brach ein Gerüst zusammen, auf dem Anstretcher beschäftigt wa­ren. Zwei von ihnen waren sofort tot, ein dritter wurde schwer und ein vierte. leichter verlegt.

Sie war damit einverstanden. Der Assessor bekam bet diesem Entschluß einen gelinden Schreck.

" Ach, gnädiges Fräulein, Sie wollen uns verlas= sen?" fragte er ängstlich.

" Wen, uns?" gab sie fühl zurück.

" Nun, ich meine mich und meine Tante. Ich hatte doch dort öfter Gelegenheit, Ste zu sehen, wenn Sie aber anderswohin ziehen

"

" Werden Ste mich freilich nicht so oft sehen," un­nicht f terbrach sie ihn schroff.

" Das wird entsetzlich für mich sein!" So? Sehen Sie mich so gern?"

Lieber als alles auf der Welt!" rief er entaficft. Wir sind vor dem Lokal angelangt", sagte Frit fehr spiz. Sie gehen wohl wieder zu der Gesellschaft zurück, Herr Assessor?"

Mallmit merkte, daß er ihn los fein wollte, aber er mochte ihm den Gefallen nicht tun und versezte: D nein, ich interefftere mich durchaus nicht für jenen Kreis. Ich bleibe lieber noch in Ihrer werten Gesellschaft, wenn's nicht unangenehm ist."

Niemand erwiderte etwas darauf, und Mallmiz war also eigentlich abgewiesen; aber er tat, als ob er es nicht merkte, setzte sich zu Felteta und den beiden Herren an den Tisch und war sogar so dretst, sein erstes Glas Wein, auf das Wohl der schönen Vertreterin des Landes der Zukunft" zu leeren.

Friz warf thm einen verwunderten Blick zu und schwieg eine Weile. Erst nach einiger Zeit begann er:

" Stehst Du, liebe Felicia, ich hatte es Dir gleich gesagt, daß diese Geschichte feinen Zweckt haben würde. Nun bist Du hoffentlich von Deiner Wißbegierde ge­heilt?"

( Fortsetzung folgt.)