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Eine Fahrt auf der Elbe.

Lilienstein auf, dem gegenüber der etwas niedrigere König­stein liegt. Hier betreten wir historischen Boden. Beide waren früher Festungen, der Königstein ist es nominell heute noch, hat eine kleine Besatzung und nimmt Gefangene auf. Am Fuße des Lilienstein mußten sich am 15. Ottober 1756 14000 Sachsen Friedrich dem Großen ergeben. Napoleon I. hatte hier 1813 ein befestigtes Lager errichtet. Der Königstein, an dessen Fuße sich überaus malerisch das Städtchen Königstein lang hinstreckt, ist viel umstritten worden, und hitzige Kämpfe haben sich um ihn als Grenzwache zwischen Sachsen und Böhmen abgespielt.

Ein halbes Stündchen noch! Dann taucht links das Städt­chen Schandau auf, gleichsam das Herz und das Eingangstor der Sächsischen Schweiz und der Ausgangspunkt zahlreicher wundervoller Ausflüge. Seinen Ruf verdankt Schandau nicht zum wenigsten dem Hotelgründer Rudolf Sendig, der hier ganze Straßenviertel geschaffen und einer Villenkolonie den Namen gegeben hat.

Übertroffen wird Schandau freilich von Herrnstretschen, das eine halbe Stunde stromauf bereits auf österreichischem Gebiete liegt.

Herrnstretschen ist durch seine Lage der schönste Punkt der Sächsisch- Böhmischen Schweiz. Bom Dampfer aus sieht man nur vier, fünf Häuser. Denn in ein schmales Tal hinein,

durch das wild schäumend ein

Gebirgsbach, die Kamnit,

hüpft, sind hier die Häuser

und Hotels an die völlig senkrecht hoch auf­ragenden Felswän­de förmlich ange­tlebt. Folgt man dem Laufe der Kamnitz ein Stück ins Ge­birge hinein, so gelangt man in die Edmunds. flamm. Eine Unterbrechung der Fahrt zu deren Besuch, der im ganzen etwa zwei Stun den für Spazier­gänger in Anspruch nimmt, ist dringend anzuraten. Der Bach

ist hier zwischen ganz steilen

Felswänden, die reich mit

Farnen und schlanken, hochragen.

der Marienfelsen rechts, gekrönt von einer Kapelle. Durch die schmale Lücke bieten sich die Säuser der Industriestadt Aussig den Blicken dar. Hier sind Glashütten, chemische Fabriken, Schiffswerften, hier große Verladestellen für die nahen böhmischen Kohlengruben. Der Hafen hat Platz für 300 Schiffe, der Haupt­verkehr entwickelt sich in Kohlen und Zucker.

Von hier führt die Bahn in einer halben Stunde nach Teplitz; auch wer nach Karlsbad oder Marienbad will, nach Prag oder Wien, verläßt hier das Schiff.

Uns aber trägt der Dampfer weiter in die früchtegesegneten Böhmerlande. Oberhalb Aussigs wird das Bild ganz rheinisch. Von einem einsamen Felsen, der jäh zum Strome abschießt, grüßt truzzig die Ruine einer alten Raubritterburg, der Schrecken­stein. Als ich auf dem Geröll empor zum Turm geklettert war, verstand ich den Namen. Hier konnten die Ritter weit ins Land lugen, stromab und stromauf, da der Strom gerade bei Aussig ein scharfes Knie macht, und waren dann über den Reisenden, ehe sie die an der Krümmung Versteckten, gesehen hatten. Jetzt sitzt sich's köstlich oben auf dem luftigen Söller, und der würzige Schreckensteiner, der kredenzt wird, schmeckt vielleicht daher so gut, weil viel Blut einst den Boden düngte.

Blut und Eisen kennzeichnen auch weiter den Pfad des Flusses, denn hier ward mancher Strauß ausgefochten unter dem Großen Fritz, und der Name Losowih klingt uns wahr­lich nicht übel.

In ununterbrochener

Folge wechseln Berg

und Tal. Hier und

da ragt hoch über die Uferberge das spitze Haupt der Mille. schauer oder Donners­berg empor, der mit seinen etwa 900 m der höchste Punkt des Mittelgebirges ist. Die frucht­baren Täler zu beiden Seiten sind die Obstkammern Berlins, zahllose Kähne tragen die würzigen Kirschen, Pflau­men und Birnen nach dem Stapelplatz am Bahnhof Börse. An dem idyllisch gelegenen Salesl vorbei geht's über ein halb Duyend Orte und Lobosit zur Endstation Leitmeriz. Auch hier braut man ein Bier nach Pilsener Art. Doch sind ab Aussig allent­halben zur Abwechslung die schmackhaften böhmischen Landweine zu empfehlen. So bietet also die Fahrt auf der Elbe zu guter Letzt auch eine Gabe von jener Art, die wir im Rheinland so köstlich finden. Und ich glaube, es wird niemanden reuen, auch die Schönheiten und Gaben der Mutter Elbe kennen gelernt zu haben.

Im böhmischen Elbtal. Jungfernsprung und Sperlingsstein.

den Tannen bewachsen sind, eingestaut. Nur ein Teil des Tales ist auf einem schmalen, oft zwischen und durch Felsen durch­gesprengtem Pfade passierbar, im übrigen ist man auf Bootverbindung angewiesen. Diese Kahnfahrt zwischen den stellenweise sich auf 3 bis 4 m zusammenschließenden Felswänden, in erhabener Stille, die nur von dem müden Plätschern der Ruder unterbrochen wird, hinterläßt einen traumhaft schönen und wahrlich tiefen Eindruck. Doch kehren wir zu unserem Dampfer zurück, der von Dresden bis Herrnskretschen 5, umgekehrt 3 Stunden braucht. An grotest gestalteten Felsen und waldigen Höhen vorbei ge­langen wir nach Tetschen. Ehe wir es erreichen, grüßt schon links das hochthronende Tetschener Schloß herüber, und rechts ein steil aufsteigender, ungewöhnlich schroffer Fels, die Schäfer­wand. Darauf hat man vor zwei Jahren mit unsäglichem Auf­wand von Mühen ein Gasthaus gebaut, das jetzt hellſchimmernd wie eine Burg ins Land schaut.

Unter der Kettenbrücke durch gehts mit frischer Kraft an Bodenbach vorbei ins Mittelgebirge. Nach kurzer Fahrt durch einen breiter ausbuchtenden Talkessel drängen sich auf allen Seiten die Berge wieder heran und scheinen immer wieder dem Fluß den Weg abzuschneiden, so daß er in fortgesetzten Krüm­mungen zieht und seine Bahn immer neue Überraschungen bietet. Von einem schroff abstürzenden Felsen, dem Jungfernsprung, ründet die Sage, hier seien die drei Töchter des Ritters Jaske von Sperlingsstein, verfolgt von dem Junker von Kamait, in die Elbe hinabgesprungen und hätten sich glücklich ans andere Elfer gerettet.

Rechts grüßt dann Rongstock, wo einſt reicher Silber­bergbau war, links Großpriesen, wo ein töstliches Pilsener Bier gebraut wird.

Dann schließen sich noch einmal die Felsen dicht zusammen,

Düneneinsamkeit.

Kennst du die große Sehnsucht In Düneneinsamkeit

Wenn leise, leise singt sein Lied Das Meer so blau und weit?

Hast du es wohl empfunden Wie das zu tun vermag, Wie da in deinem Herzen Die Sehnsucht aufgewacht?

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Szenen und Typen aus Solland.

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Die wilde, große Sehnsucht In Düneneinsamkeit, Wenn leise, leise singt sein Lied Das Meer so blau und weit

1. Zentralbahnhof in Amsterdam.

Agü Rogge.

2. Die Heimfehr des Gatten erwartend.

Die gotische Kirche( Groote Kert) in Dortrecht.

3. Arnheim mit der Rheinbrüde.

Szenen und Typen aus Holland.

1. Zwischen den Strandförben in Scheveningen.

2. Eine holländische Echönheit.

3. An der Cube Gracht in Utrecht.