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Was das Marokkoabkommen enthält.

Die deutsch- französischen Verhandlungen sind, wie wir meldeten, nach einer vier Monate dauernden Be­ratung zum Abschluß gelangt und der Marokkovertrag ist von beiden Regierungen unterzeichnet worden. Ueber den Inhalt des Abkommens werden halbamtlich fol­gende Mitteilungen verbreitet:

befürchten, daß er seine Stellung von der Mehrheit des Reichstags abhängig mache. Dazu schreibt die Nord­deutsche": Die hier geäußerte Behauptung, daß der Reichskanzler sich seine Stellung zu entscheidenden po­litischen Fragen von der Parteitonstellation im Reichs­tage diktieren lassen werde, muß unter Hinweis auf seine bisherige Amtsführung entschieden zurückgewiesen werden. Der Natur des Retchskanzlers entspricht viel­mehr eine Auffassung seines Amts, die ihm seine Ueberzeugung zur Richtschnur des Han­delns macht. Der Ausfall der Wahlen wird an dieser Auffassung und der daraus sich ergebenden Art der Anitsführung nichts ändern.

Graf Haefeler als Reichstagskandidat. Die Kon­servativen, Deutschsozialen und Christlichsozialen des Reichstagswahlkreises Duisburg- Mühlheim- Oberhausen haben im Bunde mit den rechtsnationalliberalen Ver­tretern an den Feldmarschall Grafen Haefeler die Bite gerichtet, die Kandidatur der vereinigten bürgerlichen Barteten in dem genannten Wahlkreise zu übernehmen. Der Graf hat die Kandidatur angenommen mit der Einschränkung, daß er sich im Falle seiner Wahl ket­ner politischen Partei anschließen, sondern selb­ständig sein fedem Deutschen bekanntes Programm ver­treten werde. Die Nominierung der Kandidatur wird in den nächsten Tagen in Duisburg erfolgen.

Ein ruchlofes Dynamitattentat tft in Jmerten tm Kreise Pleß verübt worden. Auf das Fenster des Hau­ses eines Steinbruchverwalters waren mehrere Dyna­mitpatronen gelegt und zur Explosion gebracht worden. Das Haus tit furchtbar verwüstet. Ihren vermutlic eigentlichen Zweck, den Mann und dessen Familie in die Luft zu sprengen, haben die Attentäter aber nicht er­reicht.

Die Unterzeichnung des Marotto- Abkommens hat am Sonnabend nachmittag im Berliner Auswärtigen Amt durch den Staatssekretär von Kiderlen- Wächter und den Botschafter Cambon stattgefunden. Das für die französische Regierung bestimmte Vertragsexemplar ist sofort nach Barts abgegangen, und nach seinem Eintref­fen daselbst werden die beiden Regierungen die gleich­zeitige Veröffentlichung veranlassen. Nach der Unter­zeichnung des Abkommens empfing der Reichskanzler den französischen Botschafter.

Die französische Regierung hat sich auf das bün­digste verpflichtet, die wirtschaftliche Gleichberechtigung der Nationen in Marokko aufrechtzuerhalten und dafür zu sorgen, daß das vertraglich festgelegte Brinzip der offenen Tür durch keinerlei Maßnahmen beeinträchtigt werde. Rechte und Wirkungskrets der marokkanischen Staatsbant werden erneut garantiert, andererseits prä­zisiert Deutschland das schon im Jahre 1909 ausge fprochene politische Desinteressement und sichert Frank reich volle Bewegungsfreiheit zu für Herstellung und Aufrechterhaltung der Ordnung, auch für eine eventuel mit der marokkanischen Regierung erfolgende militä­rtsche Besetzung sowie eine politische Attton zu Wasser und zu Lande. Ferner wird Deutschland feinen Ein­spruch erheben, wenn der Sultan die diplomatischen und konsularischen Agenten Frankreichs mit der Ver­tretung der marokkanischen Interessen betraut und den Vertreter Frankreichs bet der marokkanischen Regie­rung zum Vermittler gegenüber den anderen Vertre­tern bestellen sollte. Die französische Regierung ver= pflichtet sich, feinerlei ungleichheiten zwischen den in Marokko Handel treibenden Nationen zuzulassen in be= zug auf Zölle, Steuern, andere Abgaben, Eisenbahn-, Schiffs- und sonstigen Verkehrstarifen. Ausnahmen follen gelten für den Transitverkehr. Ferner darf die Konkurrenzfähigkeit der Waren durch keinerlei Verord: nungen beeinträchtigt werden. Auf das aus Marokko auszuführende Eisen darf kein Ausfuhrzoll gelegt wer= den, desgleichen darf in bezug auf Bergwerksabgaben zwischen den Angehörigen der fremden Nationalitäten feinerlei Unterschied gemacht werden. Bezüglich der öffentlichen Ausschreibung übernimmt die französische Regierung die ausdrückliche Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß die Konkurrenzfähigkeit der Staatsangehö­rigen sämtlicher Mächte in Wahrheit die gleiche ist, der Betrieb der großen Unternehmungen bleibt dem ma­rottanischen Staat reserviert, oder fann von ihm frei= händig an Dritte vergeben werden, die die für den Be­frieb nötigen Geldmittel zur Verfügung haben. Die Reglements müssen indessen unbedingt gleichmäßige Be­handlung sämtlicher Staatsangehörigen sichern. Allen Eigentümern von Bergwerksbetrieben sowie von indu­striellen und landwirtschaftlichen Unternehmungen ist der Bau von Anschlußbahnen an die nächsten Häfen ge= stattet. Für Beschwerdefälle ist ein rasches Schiedsver­fahren vorgesehen. Die von fremden Staatsangehörigen erworbenen Fischeretrechte bleiben unangetastet. Neue Häfen sollen nach Bedürfnis geöffnet werden. Schließ­Itch sichern sich beide Mächte ihre Unterstüßung zu, um die übrigen Signatarmächte zum Beitritt zum gegen­wärtigen Abkommen zu bestimmen.

Rücktritt des Kolonialstaatssekretärs.

Folgenschwerer Brückeneinsturz. Zu Auburn in Kolumbien stürzte eine im Bau begriffene Brücke tell weise ein, die die größte der Welt werden sollte. Sech­zehn Arbeiter wurden getötet.

Vermischtes.

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Zu der Schülertragödie in Rudolstadt, die vor dret Wochen Aufsehen erregte, wird jetzt gemeldet, daß bet dem Unterprimaner Dießen, der im Rudolstädter Kran­tenhause darniederliegt, die Entfernung der Kugel nun­mehr erfolgt ist. Von ärztlicher Seite wird angenom­men, daß D., dessen Befinden sich andauernd gebessert bat, vollständig wiederhergestellt werden kann. In ju­ristischer Beziehung liegt die Angelegenheit so, daß Dießen auch nach seinen eigenen Befundungen als der­fenige zu gelten hat, den der wesentlichste Teil der Schuld an der unseligen Affäre trifft. Es gilt indessen im Hinblick auf sein zerrüttetes Nervensystem in jedem Falle als nicht wahrscheinlich, daß er in vollem Maße verantwortlich gemacht werden kann.

Die Marokko- Interpellationen werden, wie be­stimmt verlautet, im Reichstage am nächsten Mittwoch zur Verhandlung kommen. Der Reichskanzler wird zu Beginn der Sigung sofort das Wort ergreifen, um die Interpellationen zu beantworten. Erst nach ihm werden die einzelnen Parteien, die die Interpellationen gestellt haben, Stellung zur Marokkofrage nehmen. Der Reichskanzler leat Wert darauf, sofort dem Lande gegen­über Rechenschaft über die Maßnahmen der Regierung abzulegen, zumal da in der französischen Kammer die Marokkofrage voraussichtlich am gleichen Tage zur De­batte gestellt werden wird. Für die Beratung der Ma­roffo- Interpellationen sind drei Tage in Aussicht ge=

nommen.

Eine wahrhaft barmherzige Schwester. Für eine schwere Kopfoperation Krebs und Abnahme eines Ohres hatte der in Abenberg in Bayern ansässige praktische Arzt Dr. Tarrasch ein Stück Haut nötig. Die Chirurgie ist nämlich, wie bekannt, heute so weit ent­wickelt, daß sie gewisse ertranfte Hautstellen in vielen Fällen durch Verpflanzung gesunder Haut an die er­franfte Stelle sogenannte Transplantation- zu het len vermag. Schwester Bonifacia stellte nun ihren Ober­arm dem Dr. Larrasch zur Verfügung und ließ sich nicht nur ohne Narkose so viel wie nötig Haut davon ent­nehmen, sondern half auch bei der sofort folgen­den Hauptoperation. Diese verlief so vorzüglich, daß der Arzt den 75jährigen Batienten schon nach wenigen Ta­gen in sein nahes Heimatsdorf zurückkehren lassen konnte.

Bei Beratung des Privatbeamtenversicherungsge­fetzes hat die Reichsversicherungstommission am Sonn­abend den Antrag der Wirtschaftlichen Vereinigung auf Streichung der die Ersaukaffen behandelnden§§ 367 ff. abgelehnt. Die Ersaßtassen werden somit grund­fäßlich zugelassen. Weiterhin beschloß die Kommis­sion, die Versicherten in höherem Maße, als es der Ent­wurf vorsieht, an der Verwaltung der Kaffen zu beteilt­gent. Schließlich wurde beschlossen, daß die freiwillige Versicherung auch Personen erlaubt wird, wenn sie bis zu 10 000 Mark Einkommen haben, sofern die Versicher­ten im ersten Jahre des Versicherungsgesetzes aufge= nommen wurden. Der Rest des Gefeßes wurde im we= sentlichen unverändert angenommen. Die zweite Le­fung in der Kommission soll am 9. November beginnen.

Just zur selben Beit, wo die Kunde von dem Ad­schluß des deutsch- französischen Abkommens in die Lande geht, tommt die Meldung von dem Rücktritt des Staatssekretärs des Reichskolonialamts Herrn v. Lin­dequist. In der vortgen Woche schon tauchten Ge­richte auf, daß Herr v. Lindequist im Zusammenhange mit den Kongo- Kompensationen von seinem Posten zut­ricktreten werde. Die Gerüchte wurden alsbald in ber " Norddeutschen" als grundlos bezeichnet. Am Freitag mun verbreitete das offiziöse Wolffsche Telegraphenbu­reau folgende Meldung: Der Staatssetretär des Reichs­tolonialamts von Lindequist hatte während des Som­mers sein Abschiedsgest ch eingereicht, weil er mit den in Frage stehenden Kompensationen nicht ein­perstanden war. Vom Kaiser war das Abschiedsge­fuch während des Laufes der deutsch- französischen Ver­handlungen abgelehnt worden. Staatssekretär von Lindequist erneuerte heute sein Abschiedsgesuch, nachdem er noch am Sonnabend mit der Dementierung feines Rücktrittsgesuches sich einverstanden erklärt hatte.

Inzwischen hat der Reichskanzler dem Katser über die Angelegenheit Vortrag gehalten und der Kaiser hat bas Entlassungsgesuch des Staatssekretärs v. Lindequist genehmigt und sich damit einverstanden erklärt, daß Ber Gouverneur von Samoa, Dr. Solf, bis auf wet­teres mit der Leitung des Kolonialamtes betraut wird.

Rundschau vom Cage.

Politisches

Kleine Dachrichten.

Aus der reichsten Stadt Breußens. Als solche gilt jetzt bekanntlich Charlottenburg. Ueber die Wohnungs­verhältnisse dort macht die Charlottenburger Armenver­waltung interessante Mitteilungen. Die schon außerora dentlich hohen Preise des Vorjahres sind noch weiter gestiegen. Der monatliche Durchschnittspreis der Ein­zimmerwohnungen tst von 24,58 A. auf 25,51 M. gestte­gen. Die hohen Preise bedingen eine große Ueberfül­lung. Unter 1266 Wohnungen von Stube und Küche waren 174 von mehr als 5 Personen, 88 von mehr als 6, 41 von mehr als 7, 8 und 9 Personen, und 2 von 12 Personen bewohnt. Die Armenverwaltung mußte im letzten Jahre zur Vermeldung von Ermisstonen 15 222 Mark, und zur Beschaffung einer Wohnung für obdach­los Gewordene 2265 M. aufwenden.

Pfarrer Jatho ist zum Presbyter und gleichzeitig zum Kirchenältesten der evangelischen Gemeinde in Cöln gewählt worden. Man sieht mit Spannung der Ent­scheidung des Konsistoriums entgegen, das die Wahl zu bestätigen hat.

Der Kanzler über den Parteien. Durch die Preffe tst ein Brief des Vorsitzenden des Bundes der Band­wirte bekannt geworden, der zu Geldbeiträgen für öte Wahlfampagne auffordert und nach Erwähnung der Aufgaben des fünftigen Reichstages bemerkt, bet der ganzen Natur des jeßigen Reichskanzlers müsse man

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Aus Eifersucht.

Eine Bombe unter dem Schreibtisch des Zaren? Nach in Wien vorliegenden Petersburger Privatmel­dungen ist unter dem Schreibtische des Baren in dessen Arbeitszimmer unter dem Teppich versteckt, eine Höllen­maschine gefunden worden, die mit einem elektrischen Lettungsdraht versehen war. Der Zar habe die Ver­Haftung des gesamten Dienstpersonals angeordnet. Die Bestätigung der Nachricht bleibt jedoch abzuwarten.

Das Hotel Bellevue am Karlsplay in München, ein altes Fürstenquartier ist von seinen Befibern an den Bestzer des Kaiserfellers in Frankfurt a. M. für drei Millionen Mart verkauft worden. Es wird vollständig neu aufgebaut.

Berent Frau Toselli? Die letzten Erlebnisse Lutse Tosellis, die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen, ha­ben einen Entschluß in thr rege gemacht, der, wenn er zur Ausführung kommt, eine völlige Rückkehr zum Bes­feren bedeutet. Frau Tosellt will angeblich aus Sehn­sucht nach der Heimat nicht in Italten und der Schweiz leben und hat durch eine Mittelsperson threr Mutter, der Großherzogin von Toskana, die feit Veröffent­lichung der Memotren tede Rücksprache mit Frau Tosellt ablehnte, die Bitte vortragen lassen, daß die großher=" zogliche Familie für sie einen Ort in Deutschland be­stimmen solle, an dem sie leben wolle. Sie wolle sehr zu=) rückgezogen leben, doch müsse ihre ga= ranttert werden, daß sie nicht gleich einer Gefangenen in einem geschlossenen Raume interniert wurde. Eine Antwort ist von seiten der großherzoglichen Familie bis jezt noch nicht erfolgt.

Die Aussperrung in der Tabakindustrie in West­deutschland umfaßt zur Beit 10 000 Arbetter in West­falen, darunter 4000 weibliche. Nunmehr erklären auch bie übrigen Firmen, ihre sämtlichen Arbeiter aussperren au wollen, so daß alsdann insgesamt 14 000 Arbeiter ausgesperrt sein werden.

Gegen die Schaustellungen von wilden Völker­banden wendet sich eine Verfügung des preußischen Mi­nisteriums des Innern. Danach find die zuständigen Behörden angewiesen worden, die Veranstaltungen fol­cher Schaustellungen in Zukunft nur dann zu gestatten, wenn die Schausteller ärztliche Atteste von der Gesund­heit aller Mitglieder der Ausstellung beibringen.

Einem furchtbaren Berbrechen, dessen Einzelheiten noch in völliges Dunkel getaucht sind, ist man, nach ei­ner Meldung aus Paris, in Laval, im Departement Mayenne, auf die Spur gekommen. Bei einer Revision der dortigen Spartaffe stellte es sich heraus, daß der feit einigen Tagen angeblich wegen Krankheit abwesende Prokurist Fonquet, der den Seasstererposten versah, Un= terschlagungen in Höhe von 120 000 Mark begangen hatte. In der Absicht, ihn festzunehmen, fand man die Tür zu seiner Wohnung verschlossen. Mit Hilfe eines Schlossers drang man gewaltsam in das Zimmer ein. Dort bot sich den Eindringenden ein schauerlicher An­blick. Die 35jährige Frau Fonquets und einen elffäh­rigen Knaben fand man tot in ihren Betten auf. Re­volverschüsse hatten ihrem Leben ein Ende gemacht. Ein) furchtbarer Kampf muß der Mordtat voraufgegangen fein. Das Gesicht der Frau war von Kraßwunden fast) zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Mörder hatte seinem Opfer fast das halbe Kopfhaar ausgerissen. Ueber das Motiv zu der Tat ist man noch vollständig im Unklaren.. Fonauet ist flüchtig.

ein Medium Enthüllungen über die Untat erwartet würden. Er war von vornherein davon überzeugt, daß das nur Spiegelfechteret sein würde; aber er freute sich darauf, hier vielleicht Gelegenheit zu einer Entlarvung gewisser Leute zu haben, die auf bequeme Art von der Gutgläubigkeit anderer lebten. Wenn er durch Herrn von Marleben eingeführt wurde, so war er ganz unver­dächtig und konnte unbeeinträchtigt durch das Miß­trauen der Teilnehmer seine Beobachtungen machen.

Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Betde hatten mit innerlichem Behagen seine Wis­senschaft dieser Geheimsprache erprobt, indem er hter auf sein letse gemurmeltes Binken Flossert" eine Küm­mel, dort auf den Wunsch eine Bläse" einen Pfeffer­münz und wieder anderswo auf den Ausdruck, Serf" einen scharfen Kornbranntwein erhielt. Aber das, was er suchte, hatte er nirgends gefunden. Es waren met­stens ausgemergelte Gestalten, halbe Menschenwracks, armselige, gescheiterte Existenzen ohne Saft und Kraft und Lebensenergie, die er da zu sehen bekam. Der, nach bem er spähte, mußte aber ein forscher Junge sein, und das Mädchen, dessen er sich von dem Morgen in Villa Marleben wohl erinnerte, war keine von den herabge­tommenen Megären, die hier und da stumpfsinnig her­umhockten. Nur einmal wurde er stußig, als er in einem der Keller ein junges Mädchen bemerkte, das thm eine entfernte Aehnlichkeit mit jener Krankenpfle­gerin zu haben schien Er schlich hinter thr her, als sie nach einem schüchtern eingenommenen Kaffee den Raum perlassen hatte, und redete ste auf der Straße an. Ste schrat zusammen. Er merkte, daß es ein der Weltstadt ganz untundiges, unerfahrenes Geschöpf war, das sich auf dem Wege nach dem Magdalenenstift verirrt hatte, und sagte ihr genau den richtigen Weg, worauf sie ihm schen dankte. Was mochte sie nachher erzählt haben von bem armen, heruntergekommenen Menschen, der ihr so freundlich den Weg gezeigt hatte und überhaupt so merkwürdig gut Bescheid wußte!

Er nahm einen Tarameter, dessen Kutscher diesen reduzierten Menschen allerdings erst beförderte, als er feine Erkennungsmarke hatte sehen lassen. Den Wagen Iteß er vor seiner Tür warten und benutzte thn nach einer halben Stunde wieder. Der Kutscher schmunzelte vergnügt, als er den Strolch von vorhin fezt in offtzters­mäßig sizenden schwarzen Beinkleidern, elegantem Winterüberzieher, glänzendem Zylinderhut und rötlt­chen Glacehandschuhen in seinen Wagen steigen sah.

An einem Uhrmacherladen sah Weide, daß es be­reits 7 Uhr war. Er mußte nach Hause, denn um 8 Uhr wollte er in der spiritistischen Stzung sein. Herr von Marleben hatte ihn vor einigen Tagen dazu einge­laden und darauf aufmerksam gemacht, daß dort durch

Also Potsdamerstraße 88d, Herr Kommissar?" fragte er diensteifrig.

Gewiß, Herr Kommissar. Wetß schon, da tst ja heut' Sizung."

Wie? Ste wissen?"

"

Die Ränberburg in Lodz. Ueber den gestrigen 3u­sammenstoß zwischen Räubern und Geheimpolizisten in

Eine weißhaarige, aber frisch aussehende Dame fam thm entgegen und sah ihn fragend an. Als er letse den Namen Wetde" geflüstert hatte, warf sie einen Blick auf einen kleinen Zettel, den sie in der Hand hielt und antwortete ebenso leise: Ah! Seien Sie mir herzlich willkommen!"

" Freilich," versezte der bledere Roffelenker mit Würde. Habe schon mehrere Male am Dienstag dort­hin eine Fahrt gehabt. Bin dann gegen zwölf Uhr nachts wieder hingefahren und habe immer einen Herrn oder eine Dame gekriegt, die nach Hause wollten. Na, da erfährt man doch schließlich, was da los tst. Ist so was Geistiges, nicht wahr?"

variah unter

Die Bajjagte

pinktlich na

ider fein, a furft an Bor

Rabinen, ein degante Gin

Der Fin

Fräulein Molesworth hatte thr auf ausdrücklichen Wunsch thres Bräutigams nur den Namen mitgeteilt, denn es war kaum anzunehmen, daß man der Polizet hter so ohne weiteres den Zutritt gestattet hätte.

ner des Lon Tage einen Brife. Die der Armen, chener Arzt, wanzigpfem nämlich gera jer es sich ni Dankbarkett Franken zu Jahren find

,, Sie wissen, mein Herr," fuhr die Dame freundlich fort, daß in unserem Kreise eine gegenseitige Vorstel­lung nicht üblich ist?"

" Ste haben's getroffen!" erwiderte Weide lachend. An der Tür der hell erleuchteten ersten Etage wurde der neue Gast durch ein ntebitches Dienstmädchen em­pfangen, und er merkte an den vielen Garderobegegen­ständen im vorzimmerartigen Korridor, daß die Gesell­schaft schon ziemlich groß sein mußte.

"

Weide verbeugte sich. Sehr wohl, gnädige Frau." ,, Wir gehören ja alle zu der einzigen großen Fa-) milte des Getstes," setzte sie mit feinem Lächeln hinzu. Und des Herzens," fügte er sanft hinzu.

Ste nickte wohlwollend. Schön. Mein Neffe wird Ste einführen."

Wie gerufen erschien der schneidige Assessor, sah den Kommissar erschrocken an, als ihm dieser aber verstohlen zublinzelte, machte er dieselbe Bewegung mit seinen Augenlidern, verzog seinen Mund zu einem boshaften Lächeln und sagte in verbindlichem Ton:

Sa ärztliche Dr Jelly, ein gut, daß ffir fen wie eine Stadttetlen Aus dem en Jahre, f tellung vera von dem Han verschiedener budgets an 1911 will be

Bitte, mein Herr, wollen Ste näher treten!" Ste betraten beide den saalartigen Raum in schein­bar gleichgiltigem Gespräch, so daß die Einführung et­gentlich nichts weiter war, als ein ganz natürliches Sinzugesellen zu den übrigen, die auch sehr wenig Nottz von dem neu Angekommenen nahmen.

" Ste sind doch nicht amtlich hier?" fragte Mallmiz. " Belleibe nicht! Ganz privatim. Soll ta heut' sehr interessant werden." Na, Ste können sich ja vorstellen, wie ich über den ganzen Mumpit denke. Bin nur meiner Tante zultebe dabet, und dann man findet da oft reizende Damen!" ,, Scheint mir auch so," bestätigte Wetde.

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