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Ueberall zu haben.

Gießener Zeitung

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( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 pfg. monatlich sierteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Dienstage, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 220.

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Telephon: Nr. 362.

Parteipolitisches.

Reichstagswahlen 1912.

Aus Nassau. Die im Hinblick auf die Reichs­tagswahlen angebahnten Einigungsverhand= lungen zwischen den nassauischen Nationallibe ralen und der Fortschrittlichen Volks= partei sind gescheitert. Dagegen wurde ein= stimmig ein Beschluß angenommen, worin die beiden Parteien sich verpflichten in evtl. Stichwahlen sich aufs eifrigste zu unterstützen und den Wahlkampf rein sach­lich zu führen. Beide Parteien erkennen an, daß der Grund dafür, daß eine Verständigung nicht zustande tommen konnte, nicht im bösen Willen einer der beiden Parteien oder Parteileitungen, sondern in der Lage der politischen Verhältnisse in Nassau zu suchen ist.

Hessische Landtagswahlen 1911.

Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83.

sowie vieler anderer

( Haus Brüder Schmidt.)

Dienstag, den 7. November 1911.

n Der 83 Jahre alte Landwirt Haas aus Sichen=| hausen fuhr am Sonntag mittag von Lich nach Gießen, um seinen hier wohnhaften Sohn zu besuchen. Unter­wegs starb er plötzlich.

n Einen schwierigen Transport verursachte ein 500 Zentner schwerer Kessel der neuen Gummifabrik. Nicht weniger als 17 Pferde wurden dazu benötigt.

o Unter der Maut und Klauenseu che hat besonders der Kreis Friedberg stärker als andere Kreise Hessens zu leiden. Die Landwirte sind an der Herbst­Naturalienlieferungen an die Städte nicht gerecht wer­bestellung des Feldes gehindert, auch können sie ihren

den.

o Ober- Lais. Bürgermeister Friedrich Schauer mann 2., der bereits 18 Jahre im Amte ist, wurde ein­stimmig wiedergewählt.

o Buzzbach. Das Ehepaar Wachtmeister i. P. Johannes Leppert feierte bei bester Gesundheit die gol­§ Nieder- Saulheim. Die Parteileitung der dene Hochzeit. Lepper, der bei den Dragonern diente, Fortschrittlichen Volkspartei" des Landtagswahlkreises ist 84, seine Frau 74 Jahre alt. Der Großherzog hat Nierstein- Nieder- Saulheim hat beschlossen, zu der Stich- Unterschrift gewidmet. Eine ungemessene Anzahl dem Jubelpaare seine Photographie mit eigenhändiger wahl zwischen dem nationalliberalen Kandidaten Schät- Glückwunschschreiben und Telegrammen ging dem grei zel- Selzen und dem antisemitisch- bauernbündlerischen Kan­didaten Michael Wolf 16.- Stadecken den freisinnigen sen Paare zu, darunter befanden sich Glückwünsche von Wählern die tatkräftige Unterstützung der nationallibera­dem Kommando des Hess. Gendarmeriekorps und dem len Kandidatur zu empfehlen. Die Fortschrittliche Volks­Offizierskorps des Dragonerregiments Nr. 23, sowie partei wird sich in diesem Sinne auch an der Wahl­vom Kreisamt 2c. agitation beteiligen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 7. November 1911.

Der an Werktagen vor Sonn- und Feiertagen verkehrende Personenzug 424a von Gießen nach Weil­burg fährt am Tage vor dem preußischen Buß- und Bettag( 22. November) von hier 7.27 Uhr abends ab, dagegen fällt der Personenzug 429 von Wetzlar nach Weilburg 6.32 Uhr abends an diesem Tage aus.

Eine ständige Ausstellung von Obst- und Wein­baugeräten soll mit Anfang November in Bingen ein­gerichtet werden.

Stenographie. Am kommenden Sonntag hält der Bezirk Gießen im Hessisch- Nassauischen( Main­Rheingau-) Verband Gabelsbergerscher Stenographen seine Herbst- Vertreterversammlung im Cafe Ebel ab.

Auf der Bahnfahrt von Gießen nach Fried­berg verlor eine Dame einen Brillant- Ohrring im Werte von 1500 Mark.

Vom Vogelsberg. Der Neubau des 2. Klubhauses auf dem Hoherodskopf, errichtet durch den Vogelsberger Höhenklub, ist nunmehr soweit gefördert, daß die Einweihung voraussichtlich am 3. Dezember er­folgen soll. Das neue Klubhaus enthält in seinem un­teren Raum vor allem ein saalartiges Gastzimmer, wäh­rend der obere Stock für Logierzwecke eingerichtet ist. Die Errichtung einer neuen Schneeschuhhalle ist in Aus­sicht genommen.

n zum Oberpostsekretär ernannt wurde der Post­sekretär Koh Ihase in Gießen.

n Von der Eisenbahn. Der Bahnmeister= aspirant Hine wurde von Frankfurt nach Gießen, der Lokomotivführer Wisser von Gießen nach Ei­torf versetzt. Die Dienstauszeichnungsschnüre für zehn­jährige zufriedenstellende Dienstzeit erhielten der Reserve­lokomotivführer Wittich und der Oberschaffner Ho= nig in Gießen. Ferner erhielt eine einmalige Zuwen­dung von 100 Mt. für 40jährige zufriedenstellende Dienste der Werkstättenarbeiter Rinn in Gießen, so­wie Prämien für Entdeckung betriebsgefährlicher Schä­den der Streckenarbeiter Ruh I, der Lampenwärter Al­bach und der Rottenführer Volk in Gießen.

n Die vom Hess. Verein für Luftschiffahrt und dem Oberhess. Automobilklub für letzten Sonntag geplante Ballonverfolgung durch Automobile mußte der ungünstigen Witterung wegen aufgegeben werden.

n Seit letzten Donnerstag wird die 18jährige zu Liederbach geborene Marie Weiß vermißt. Es ist zu befürchten, daß ihr ein Unfall zugestoßen oder daß sie sich ein Leid angetan hat. Sie ist mittelgroß, von kräf­tiger Statur und blond. Bei ihrem Weggang trug sie rote Bluse, dunklen Rock, weiße Schürze und Haus= schuhe. Für richtige Auskunft bei der Polizei ist eine hohe Belohnung sicher.

n Der vor kurzem auf unserem Bahnhof verunglückte Weichensteller 1. Klasse Philipp Weber ist seinen Ver­legungen erlegen.

von

o Bad Nauheim. Versetzt wurde der Großh. Regierungsbaumeister Dressel, der mehrere Jahre bei der hiesigen Badedirektion tätig war, zum Königl. Eisenbahnzentralamt Berlin mit dem Amtssitze in Dort­

mund.

o Bad Nauheim. Bis zum 31. Oktober wur­den 34 464 Fremde angemeldet.

o Friedberg. Auf Veranlassung des Kreisrates Schliephate fand in Staden eine größere Versammlung statt. Sie beschloß, dahin zu wirken, daß eine Bahn von Ranstadt nach Friedberg gebaut würde, als Verbindungsbahn zwischen der Oberhessischen und der Main- Weser- Bahn.

o Friedberg. Im Juli und August des vorig. Jahres erhielten mehrere hiesige Bürger, Fabrikanten 2c. Erpresserbriefe, in denen sie unter Androhung von Ge­fahren für Leib und Leben aufgefordert wurden, eine bestimmte Summe, meist waren es 3500 bis 4000 Mt., an bestimmten Plätzen niederzulegen. Der rührigen Tä­tigkeit des Polizeikommissars Weiß ist es jetzt gelungen, einen der Erpresser in der Person des Bäckergesellen G. Pfaff zu ermitteln. Dieser hat zwar noch kein Geständ­nis abgelegt, dürfte aber überführt werden. Auch den Mittäter hofft man bald zu ermitteln.

o Fulda. Die Domäne Eichenzell, Besitztum des Landgrafen von Hessen, und seither verpachtet, soll zum Verkauf gebracht werden. In den Kreisen der Pächter herrscht wegen des Verkaufes Bestürzung.

s Offenbach a. M. Das Wasserrohrnet unserer Stadt wird in Kürze eine bedeutende Erweiterung durch die Anlage eines etwa 6 Kilometer langen Rohrstran­ges von 400 Millimeter lichter Weite erfahren. Die Lie­ferung der gußeisernen Muffenrohre erfolgt durch die Buderusschen Eisenwerke in Weylar und die Firma P. Stühlen in Köln.

s Offenbach a. M. Die nächste Stadtverordne tensitzung wird sich mit der Gewährung einer Teuer­ungszulage an die Beamten und Bediensteten, Lehrer schaft und Arbeiter der Stadt beschäftigen.

Das gesündeste Kindergetränk ist Kathreiners Malzloffen in Milf getocht.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfs. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg.

s Offenbach. Die Einwohnerzahl im verslosse­nen Monat überstieg das 77. Tausend, sie betrug ins= gesamt 77 209.

s Darmstadt. Das Plenum der hessischen Land­wirtschaftskammer tritt zur ordentlichen Tagung am 14. November zusammen.

s Darmstadt. Samstag wurde im Gewerbemu­seum die Ausstellung über den Alkoholismus eröffnet. Die Veranstaltung ist dem Hessischen Gauverband gegen den Alkoholismus und dem hiesigen Alkoholgegnerbund zu verdanken.

):( Vom Westerwald. Infolge der außer­ordentlichen Fülle von Eicheln wird das Einsammeln der Eicheln zum Zweck der Schweinefütterung in den Ge­meinde- und Privatwaldungen sehr eifrig betrieben. Beim Verkauf sind wegen der Teuerung die Preise schon auf 5-6 Mark für den Zentner gestiegen.

):( Limburg. Die völkerkundliche Ausstellung dahier ist geschlossen worden. Sie hatte sich eines sehr regen Besuches zu erfreuen und wurde von rund 8200 Personen besucht.

Montag den Arbeiter Rau aus Rodheim wegen Blut­):( Marburg. Das Schwurgericht verurteilte am schande und Sittlichkeitsverbrechen zu Jahren Ge­fängnis und 4 Jahren Ehrverlust.

):( Frankfurt. Das Rektorat der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften ging Samstag von Prof. Freudenthal für die nächsten zwei Jahre an Pro­sessor Banzer über.

):( Frankfurt. Bei den Arbeiten am Eisernen Steg brach plötzlich das etwa 3000 3entner schwere Ge­rüft zusammen und stürzte dröhnend in den Fluß. Vier Arbeiter, die oben beschäftigt waren, fielen mit ins Was­ser. Drei wurden unversehrt herausgeholt, ein Vierter erhielt mehrere Rippenbrüche und eine Quetschung der Lunge.

):( Biedenkopf. Postmeister Sayn ist in Streuznach, wohin er nach seiner Pensionierung verzogen war, plötzlich infolge eines Herzschlages gestorben.

Sohn Nachfolger hier stellte ihre Zahlun­):( Wiesbaden. Die Banffirma Karl Kalb

gen ein.

):( Herbstein. Auf der diesjährigen Haupt= eitherige stellvertretende Direktor, Bürgermeister Schnei­versammlung der Bezirkssparkasse Herbstein wurde der der von Herbstein, zum Direktor gewählt.

):( Kassel. Selbstmord durch Erschießen verübte am Sonnabend nachmittag in einem hiesigen Hotel der aus Darmstadt zugereiste Oberleutnant des Darmstädter Traindepots, Freiherr von Winzingerode.

):( Hanau. Die hiesige Oberrealschule kann am 1. Februar 1913 auf ein 100jähriges Bestehen zurück­blicken.

Schönheit, Jugendfrische hängen oft mit dem Zustand des Blutes zusammen, wenn das Blut gesund ist, dann ist das Wohlbefinden des ganzen Körpers gehoben. Es ist eine normale Er­nährung unbedingt notwendig, um gesundes und mit allen nötigen Bestandteilen ausgestattetes Blut zu er­halten und dem Körper Gesundheit und Kraft zu ber­leihen. Wenn das Blut nicht die richtige Zusammen­Jetzung hat, wenn dasselbe arm an roten Biutkörperchen ist, dann find Blutarmut und Bleichsucht die natürlichen Folgen. Die Kräfte fchwinden, blaffes fables Aussehen, nervosität, grosse müdigkeit, Abmagerung, Darnieder­liegen der körperlichen und geistigen Kräfte find die Folgen; noch jugendliche Perfonen crscheinen alt, die Gesichtszüge verändern sich und junge Frauen und Mädchen verblühen zusehends.

Um diesen Zustand zu beseitigen und den Körper in gesunden, frischen Zustand zu versetzen wird jetzt allgemein Leciferrin angewandt und allen anderen

mittel vorgezogen, was auch von medizinischen Auto­citäten bestätigt wird.

Leciferrin( eine Obo Lecithin- Eisenverbindung) ist sehr schmackhaft, gut bekömmlich und befördert zugleich die Verdauung und Assimilation; die Patienten fühlen sich beim Gebrauch des Leciferrins sofort wohler und frischer.

Man achte beim Einkauf genau auf den Namen

Das Gehalt mocht 6! Leciferrin.

Leciferrin ist in den Apotheken erhältlich zum Preise bon M, 3( längere Zeit reichend) ganz sicher von: Universitäts Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main.